*Das gilt selbstverständlich auch für diesen Text.

Der „Live-Schreibschaukasten“ wird ab sofort nicht mehr nur gelegentlich besetzt, sondern dauerhaft, demnach werden potentielle Artikel jetzt nicht erst bei Formvollendung veröffentlicht, sondern sofort ab Entwurfsstadium, um je nach Lust & Laune daran weiter zu schreiben, oder nicht, egal ob man es lesen kann oder wird und egal was dabei rauskommt*
*Das gilt selbstverständlich auch für diesen Text, aber das hab ich ja gerade schon gesagt

Das Projekt Live_Schreiben im sogenannten >Schreib-Schaukasten

Nunmehr in musealer Dauerausstellung: Der „frisch ausgeputzte Schreib-Schaukasten
auch genannt speculum scripturam locus cubis transparentum vitae o.ä.
allen schau-begierigen Lesern zur nützlichen Observation der Gestalt aufgerichtet/ daß sie männiglichen zu notwendiger Ergötzlichkeit und curiöser Lust zu lesen dienen soll mit etlichen direct aus der Schublade gezuppten und zeitgleich koncipierten Entwurfsbögen in einem new ausgestellten und frisch ausgeputzten gläsern Schreiberkasten ans öffentliche Leselicht zur Schau gestellt

… wird hiermit nun abgesagt, und zwar insofern, als daß der Glaskasten nicht mehr nur gelegentlich vom Schreiber besetzt wird, sondern gewissermaßen fortwährend, da es natürlich eine Schnapsvorstellung gewesen ist, daß es Leser gäbe, die dem Schreiber während der Artikelerstellung über die Schulter schauen und jeden Tippfehler und jeden neu eingewobenen Wortfetzen zeitgleich mitverfolgen täten.
Ich fand die Idee aber gut, bzw. die Vorstellung davon und sie war ja nur eine von den vielen Ideen und Methoden, die mir dazu dienen sollten, mich selber am Schreiben zu halten, praktisch wie der Redner vorm Publikum ja ohne Publikum auch nicht reden würde. Zudem kommt der glückliche Umstand zum Tragen, daß nicht nur nie jemand es zeitgleich mitlesen würde, sondern sowieso kaum einer zum Lesen vorbeischaut, schon gar nicht, um vielleicht irgendeinen Nutzen für sich daraus zu ziehen. Was wiederum ebenfalls nachvollziehbar ist; denn da ist ja auch kein Nutzen vorhanden. Schließlich interessieren mich die tollen Hechte, denen sich die Leserschaft sonstwo zu Füssen wirft und sich von denselben Supermännern wasweissichwas über die Augen in die Ohren blasen lässt, ob nun per Schrift, podcast oder körperlicher Gegenwart, ebensowenig wie diese das meine. Oder meint wirklich jemand, ich hätte auch nur irgendwas gelesen von dem Zeug und täte praktisch nur in eigenen Worten abpausen, was da hingeschwurbelt wurde, so wahr es von mir aus auch sei?! Gewiss nicht! Das fällt mir alles so ein, ist Gespür und der Rest ist Hochrechnung und Logik. Wenn man außerdem noch einigermaßen in Polemik gut ist, ist das alles gar kein Problem. Wer muß sich da schon vorab was anlesen? Von Internetseiten les ich allenfalls die Überschriften (ausgenommen Dudeweblog) und was die schlauen Bücher betrifft, auf die sich Allemann samt Frauen beziehen, da kenne ich kaum eines von, bzw. wenn, dann kommen die mir Jahre später unter, manchmal auch kurz nach Publikation meines eigenen Hinschriebs und da kreuz ich dann das an, was mir kürzlich, unlängst oder längst anderwortig durch die Feder gefleusst ist, fein grob gesagt; und was mir neu ist, und mir in den eigenen Text fliesst, da geb ich die Quelle davon dann auch an oder erwähne, wo ichs erstmals gehört oder gelesen hatte. Es liegt ja zudem sowieso nur in der Luft und alles mögliche zu lesen, das vermeide ich ganz gezielt als Schreibender, damit ich genau das eben mit Gewissheit sagen kann: Ich habs mir selbst hergeleitet, schlicht per Wortverfolgung und Satzgefüge, was eben heisst, daß es alles von mir ersonnen und schriftlich erkannt ist worden, aber eben nicht unbedingt gleichsam erlebt und erfahren. Das ist ein himmelweiter Unterschied; die Sachen wahrheitsgemäß hinschreiben zu können heisst noch lange nicht, daß derjenige sie auch wirklich in sich erkannt hat und praktisch anwendbar integriert schon gar nicht. Daher tauchen hier manche Themen gar nicht auf, da ich sie mir weder blind erschrieben, geschweige denn eben je am eigenen Seelenleibe erfahren habe, so daß die lesbaren Angelegenheiten anhero immerhin solche sind, die ich mir bloß per Hirn und Gespür selbst zusammengereimt, eben aber nicht unbedingt aus dem Leben ergriffen hab. Das nur, falls hier einer den Eindruck hat, diese hiesigen Worte seien eine Selbstbelobigung ob meiner tollen Erkenntnisse; nee, es ist nur eine Verteidigung des letzten mir noch irgendwie sinnhaft erscheinenden Tätigkeitsbereichs und nur insofern von Eigenlob getragen, daß ich mir lieber an den eigenen Füssen spiele, als mich an der Großartigkeit anderer Leute Füsse zu begeistern und mich vor dieselben zu werfen, gar sie küssen, und dann am liebsten die Beine noch hochkraxeln, sich dann um die Hüfte schwingen usw, immer höher hinaus, was man ja alles im Ansatz indirekt schon tut, da man durch deren Fußstapfen stapft, statt erstmal selber durch den Schlamm zu stapfen und bis zum eigenen Rumpf oder gar HalsNaseOhren drin zu versacken, sozusagen! Daß das alles nur teils Ego, teils Anerkennungssuche, teils Loberhaschung ist, gleichsam vollkommen ichbezogen, das will ich gar nicht leugnen; auch ist es irrwegig, und Ablenkung und Einsamkeitsflucht; nur wo ist da der Unterschied zu dem, was man außerhalb des Lesens und Schreibens nicht alles tut; außer daß man es da dann noch über die Haut fühlen und greifen kann. Na wer es nötig hat, die Einbildungen, den neuen Richtwert aufm Irrweg zur Erkenntnis, auch anfassen zu können, meinetwegen, nur wenn er dann wegploppt, da alles abgegriffen, greift man nach dem nächsten usw., so daß ich halt finde, da hätte man auch gleich dasselbe schlicht von Text zu Text unternehmen können, wenn man schon liest, es kommt doch eh dasselbe bei heraus, nämlich nichts, außer daß am Ende sowieso wieder die Russen vor der Tür stehen. Hauptsache wir haben unsern Spaß gehabt. Spaß am Spieß-Gesellschaft.

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