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Der nachfolgende Artikel stammt in seiner Grundlegung aus dem Jahr 2017.
Ich hatte noch etwas mehr damit vor (und durchaus noch einiges dazu in petto), doch musste zunächst der ebenfalls schon länger (2016) angedachte „Findelgarten“1 gegründet und sodann beackert werden, was ich bis heute nicht wirklich geschafft habe. Erste An-Sätze davon finden sich in der >Sumpfgeschicht, welchselbige seit einigen Wochen nun nahezu fertig verfasst ausgestellt wurde. In dieser Sumpfgeschicht finden wir dann auch die nachfolgenden Passagen – und dieses Stücklein muß jetzt unbedingt raus.
Denn das Thema dringt nun durch, und zwar vom Grund und Boden auf, versucht es zumindest; wird aber von den Kultur-Wächtern, eben den Kulturbeauftragten, wie auch vielen Kulturschaffenden gleich mit dem ideologischen Billigparfüm besprüht, damit es bloß nach deren intellektuellen Ausdünstungen riechend in den eigentllich sonst für alles Geistreiche sehr empfangsbereiten Äther steigt!
Die Kultur wird dem Transhumanisten-Müll schleichend angeglichen; und zwar auch der Begriff derselben, denn in der Sprache herumzuwursten, dazu vermeinen sie ja berechtigt (gar hochgradig beauftragt) zu sein, ganz im Sinne des neuen Menschen und seinem Wohlsein, was selbstverständlich schlicht gelogen ist. Es verwundert daher auch nicht, daß der „Deutsche Kulturrat“, zumindest der Geschäftsführer Olaf Zimmermann, für eine Impfpflicht und eine strenge 2G-Regelung ist; jedenfalls war das noch im November 2021 so. Beziehungsweise schon im November, wie die Zeitung Junge Freiheit seinerzeit berichtete.2
Aus diesem Grunde ist es allerhöchste Zeit, sich der Kultur in ihrem eigentlichen Sinne, so dann auch in ihren weitesten Gefilden, zuzuwenden – und eben nicht den >Kultus 3 (und daraus entkrochenen rituellen Handlungen wie z.B. das P-Impfen) walten zu lassen; schon gar nicht im Kultur-Bereich. Was dieser in seiner Gesamtheit ist, dazu beachte man unbedingt die weit zu fassende Bedeutung des Begriffs Kultur im nachfolgenden Part.
1 Findelgarten (Ohne Unkraut), begründet unter https://findelgarten.wordpress.com/ – URL verriegelt, da noch immer nicht geöffnet)
2 (tha): Deutscher Kulturrat will eine Impfpflicht für alle, in: Junge Freiheit (19.11.2021), Nr. 47/21, S.14, Rubrik Kultur
3 Kultur pflegen statt einem Kultus huldigen!


Kulturausflug

Die Literatur ist ein weites Feld, sagte einst Günter Grass.
Ich stimme zu. Beschrieben ist es vielseitig worden. Umgepflügt nur selten.

Zitat aus Wer ist in meinem Fall schon ich (eine Abhandlung), Teil soundsoviel: Merkmale der Literatur, 24.11.2012

Das gleiche gilt für die Kultur.
Die Literatur nun, als Teil der Kultur, ist ein kleines, bereits abgestecktes Feld auf dem schier endlos weiten Feld der Sprache. Sie ist ein kleines Stückchen kultiviertes Land mit Nutz- und Zierpflanzen auf dem großen Erdboden der Sprache, dem Nährboden für Kultur und Wissenschaft, ein dort heraus wachsender Teil dieser Kultur mit Auswüchsen in alle erdenklichen Richtungen.
Sie ist ein kleines abgestecktes Gebiet auf dem weiten Naturboden, beackert, bepflanzt und begrünt und – im Falle der heutigen schöngeistigen Literatur – ein nutzloser Lust- und Wandelgarten zur Betörung der Sinne. Im Falle der Wissenschaft eine Aneinanderreihung etlicher Irrgärten mit dazwischengesetzten Erbsenfeldern – allerdings nur noch als Buschwerk mit allerhand Knallerbsen dran, die sich nur noch im Format unterscheiden, auf die Gelehrtenrepubilk aber weiterhin ihre Wirkung ausüben, heureka!
Hört ihr, wie es ploppt, wenn man sie zerdrückt die buntelichten Knallerbsen?

Man könnte dieses Bild noch schön weiter ausmalen, vielleicht die Wissenschaftsgebiete auf dem weiten Feld mit Bäumen besetzen, auf deren einst so artig ausgewachsenen Ästen nunmehr der ein oder andere Hochgelehrte an dem höchsten Ast schnitzt, auf dem er selber sitzt, während seine Gefolgschaft, wenn nicht gar sein gesamtes Institut dem Pilzbefall eines Baumes gleichkommt.
Im Falle der schöngeistigen Literatenparks wiederum erkennen wir eine Verkümmerung der vielseitigen Pflanzenwelt, doch bringen sie keine Früchte mehr hervor; am besten gedeihen noch die Affenbrotbäume, allerdings auch nur im Bonsei-Format zum Direkt-Abernten, sozusagen Affenbrotbäume to go ohne Fruchtwuchs für zum auf die Fensterbank stellen. [Nachtrag 2022: Oder Affenpockenpestbrotbäume?]
Ja, dieses Bild könnte man noch weiter ausmalen und auf die Ursache des Verfalls verweisen, der Vernachlässigung des Grund- und Erdbodens, eben der Sprache, ihrer Kultur verweisen.

In welchem Zustande diese Kultur sich heute befindet, das möge man also durchaus am Zustand der Sprache erkennen …. der Sprache des Volkes und der Medien. Die Sprache der kulturellen Einrichtungen ist derweil eine andere. Sie hat sich von allem noch weiter entfernt und darf auf Bühnen und Lesungen und in immer noch höhere intellektuelle Schwurbelsphären hochschwurbeln. Dieser Aspekt aber wird allenfalls in Zukunft weiter ausgearbeitet werden, da es ein weites und weit verzweigtes Feld ist, auf welchem sicherlich auch die ein oder andere Ausnahme noch ihr unentdecktes Dasein fristet; im Schatten der Intellektuellen(kaste).
Mitten auf diesem Felde nun, eingehüllt in Dunst frühmorgendlichen Frühtaus, da stehen nun schemenhaft drei Figuren zu erkennen, die manch einer sicherlich zunächst für Vogelscheuchen halten dürfte, um dann aber zu erkennen, daß es Landarbeiter sind, die mit feinem Werkzeug einige Feldarbeit getan haben, die der ganzen Landesbevölkerung dienlich ist und auf diesem Gebiet (dem Feld der Sprache) kaum weniger geleistet haben, als die Brüder Grimm. Die Rede ist von J.C. Adelung (1732-1806), J.H. Campe (1746-1818) und D.H. Sanders (1819-1897) (und einige andere mehr,die hier und da noch bekannt gemacht werden) und somit eben das Bestreben tatkräftigt beherzigten, das der (ebenfalls hier bekannt gemachte) Leibniz von allen Deutschen lange vorher bereits eingefordet hatte, nämlich als er folgende Worte wahrhaftig ausformulierte: [alle etwa 70 Zitate sind irgendwo >hier in diesem Gesamtwerk zu lesen oder glaubst du echt, ich schreib die jetzt alle hier auch nochmal extra hin?!]


Der Begriff der Kultur nach Joachim Heinrich Campe, Johann Christoph Adelung & Daniel Sanders
(Hervorhebungen durch JFlC)

A
Joachim Heinrich Campe (1746-22.10.1818)
(weitaus mehr von Herrn Campe und doch nur ein Bruchteil seines Schaffens fände man hier)

Wörterbuch der deutschen Sprache/ Veranstaltet und herausgegeben von Joachim Heinrich Campe Teil: Erster Theil: A bis E, Braunschweig : Schulbuchhandlung, 1807, SUB Göttingen, Signatur: 520/Bk 171(1) 4°
Umfang: XXIII, 1023 S., [1] Bl. ; 4°

Ich wiederhole ↑das hier nochmal:
„Der Anbau, des —es, d. Mz. ungew. überhaupt der Anfang des Bauens. Besonders 1) der Bau eines bisher ungebauten Feldes. Der Anbau eines Landes, einer wüsten Gegend. Auch der Bau einer bisher noch nicht sehr gewöhnlichen Pflanzenart. Der Anbau des Türkischen Weizens. Doch wird der Begriff des bisher Ungebautseins in dieser Bedeutung nicht scharf genommen, und man sagt auch überhaupt, das Feld, den Garten anbauen, Kartoffeln anbauen, für bauen. Uneigentlich, die Betreibung, Vervollkommnung, Veredlung (Cultur).Der Anbau der Sprache, der Künste und Wissenschaften. […]“

Kultur: „Der Geistes-Anbau“

Screenshot aus: Ueber die Reinigung und Bereicherung der Deutschen Sprache Dritter Versuch, von Joachim Heinrich Campe’n Herzogl. Braunschweig / Johann Christian Christoph Rüdiger, 1794


Übrigens – was den >Gelehrten sicherlich mal wieder entgangen ist:

„Joachim Heinrich Campes (1746-1818) Lebenswerk ist das umfangreichste Wörterbuch der deutschen Sprache (vor Grimm) und enthält fast anderthalb Mal soviel Einträge wie das Adelungsche Wörterbuch. Es stellt die wichtigste Erfassung des deutschen Wortschatzes der Klassik und Romantik dar und ist deshalb bis heute ein unentbehrliches Arbeitsinstrument.“
Lustig, was?
Man kann sie durchaus erhalten, diese Bücher … , doch da die heutige Verlegerschaft kein Interesse daran hat, sie förmlich zu erhalten, muß man selber suchen. Es braucht etwa 72 Stunden am Stück -mindestens -sich das Werk (als eines von sehr vielen aus Campes Repertoire) herunterzuladen. Wo, das sag ich an dieser Stelle nicht – denn es ist mir zuviel Zusatzarbeit.
Quelle: http://www.olmsonline.de/index.php?id=met&no_cache=1&IDDOC=22397Georg Olms Verlag AG Hagentorwall 7 31134 Hildesheim http://www.olms.de  


B
Johann Christoph Adelung (1732-1806)

Die Cultūr, plur. inus. die Veredlung oder Verfeinerung der gesammten Geistes- und Leibeskräfte eines Menschen oder eines Volkes, so daß dieses Wort so wohl die Aufklärung, die Veredelung des Verstandes durch Befreyung von Vorurtheilen, als auch die Politur, die Veredlung und Verfeinerung der Sitten, unter sich begreift. Aus dem Latein. Cultura und Französ. Culture, welche zunächst den Feldbau bedeuten.

Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1354-1355. Fundort: Zeno.org, Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000101079, Weitere Orte mit digitalisierter Ausgabe:
Uni Bielefeld: http://ds.ub.uni-bielefeld.de/viewer/toc/1873343/1/LOG_0000/
Wörterbuchnetz: http://www.woerterbuchnetz.de/Adelung, Anmerkung: Elektronische Volltext- und Faksimile-Edition nach der Ausgabe letzter Hand Leipzig 1793–1801


C
Daniel Sanders (1819-1897)

Sanders, Daniel (1819-1897), Wörterbuch der deutschen Sprache / 1 : A – K, Leipzig : Wigand, 1860
URN: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10523386-7, Lokale Präsentation: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10523386-7

„Kultur heißt Übung aller Kräfte auf den Zweck der völligen Freiheit, der völligen Unabhängigkeit von Allem, was nicht wir selbst, unser reines Selbst ist.“ [S. zitiert hier Fichte]

PS: Mehr über diesen erstaunlichen Daniel Sanders, eigentlich Hendel-Sanders, der seinerzeit dem Grimm bezüglich dessen Wrterbuch ziemlich gegen die Kantarre gefahren ist und dabei in Vielen Dingen nicht Unrecht hatte, folgt hier bald, sehr bald oder ganz bald. Und ansonsten halt später.
(Und auch hier gilt: Man kann das Werk (Sanders Wörterbuch) durchaus erhalten … , doch da die heutige Verlegerschaft kein Interesse daran hat, es förmlich zu erhalten, muß man selber suchen. Es braucht etwa 72 Stunden am Stück -mindestens – sich das Werk (als eines von sehr vielen aus Sanders Repertoire) herunterzuladen. Wo, das sag ich an dieser Stelle nicht – denn es ist mir zuviel Zusatzarbeit…)

ENDE Kulturausflug, 1. Etappe


Dazu lesen:
>Schöne neue Arbeitswelt: „Feedbackkultur“ per „Dauerfeedback via App“ auf der „Praise-Wall“ … „z.B. bei einem Kollegen, der ein „After Work Event“ organisiert hat“
>Kultur pflegen statt einem Kultus huldigen! (Arno Schmidt I), Veröffentlicht am 16.05.2022 & Juni 2016
Weiteres: https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/tag/kultur-statt-kultus/


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