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Inhalt:
I. Das widerstandslose Aufgeben der Freiheit ist gefährlich
II. Marschieren mit den Nazis
III. Die wirklichen Hintergründe


I. Das widerstandslose Aufgeben der Freiheit ist gefährlich

Rund 5 Monate ist es her, da gab der Deutschlandfunk (DLF) dem Journalisten Vladimir Balzer Raum für einen kritischen Kommentar1 der hinsichtlich der Corona-Pandemie im Titel die Mahnung transportierte, daß „das widerstandslose Aufgeben der Freiheit gefährlich“ sei:

In diesem Kommentar stellt Vladimir Balzer gleich zu Beginn das Folgende fest:

„Dieses Deutschland ist kaum wiederzuerkennen. Alles ist ausgesetzt, was unser Leben lebenswert macht: Freunde treffen, Kultur genießen, sich in seinem Beruf verwirklichen, neue Länder kennen lernen, frei sein. Warum nehmen wir das einfach so hin?“ (Baltzer, 2020)

Die Begriffe lebenswert und frei sein wurden hier hervorgehoben, da sie mit dem Motto und dem sichtbaren Stimmungsbild der Querdenken-Kundgebungen „Berlin invites Europe — Fest für Freiheit und Frieden“ klangbildlich harmonisieren (s.u.). Welche Forderungen auch sonst bei diesen Demos mit einhergehen, es sind dies die Beweggründe des aktuellen Aufbegehrens großer Menschenmassen. Doch der Kommentar wurde im März verfasst. Noch fanden keine solchen Demonstrationen statt. Es fand gar nichts mehr statt, alles wurde soeben stillgelegt. Der Grund für diese Maßnahme war, daß hierzulande mit „über einer Million Toten im schlimmsten Fall“ zu rechnen“ sei. So jedenfalls mutmaßte man im sog. Strategiepapier des Innenministeriums, eines Schreibens, das am 18.03.2020. an weitere Ministerien sowie das Bundeskanzleramt verteilt worden war.
Von derartigen inoffiziellen Hochrechnungen wussten zu diesem Zeitpunkt zwar noch die wenigsten, doch etwas Schlimmes stand durchaus zu befürchten. Besorgten Auges blickte man nach China, bzw. äugte man fokussierten Blickes nach Wuhan. Das wollte man hier nicht so haben und beschloss den Lockdown. Dennoch meldeten sich kritische Stimmen zu Wort. Könnte das der richtige Weg sein? Wohin könnte das führen? Zur Eindämmung/Verhinderung einer „Epidemie von nationaler Tragweite„? Vielleicht. Aber nicht nur:

„Die Kulturszene könnte jedenfalls bis dahin gerodet sein und die meisten Freiberufler verarmt. Hunderttausende kleine Unternehmer, die die Lebendigkeit unserer Wirtschaft ausmachen, könnten aufgegeben haben. Staatliche Hilfsprogramme werden nicht ausreichen, können es gar nicht. Was es jetzt noch dringender als finanzielle Hilfe braucht, ist ein demokratischer Widerstandsgeist. Auch wenn wir vor einer geschlossenen Gesellschaft stehen: sich nicht auf Dauer damit abfinden. Jeden Tag, an dem Freiheitsrechte eingeschränkt sind, als Verlust wahrnehmen.“(Baltzer, 2020)

So vortrefflich das auch geschrieben ist und der demokratische Widerstandsgeist eingefordert wird, so muß man hier doch etwas abwiegeln: Balzers Einschätzungen entstanden während der Zeit des Lockdowns, seine Befürchtungen resultieren aus der Sichtweise eines Besorgten, der mit offenen Augen vor einer „geschlossenen Gesellschaft“ steht, und sich fragt, wo das hinführen könnte.
Das war im März, der Lockdown ist längst Geschichte (aber Vorsicht: Geschichte wiederholt sich) und er sollte ja auch von vornherein nicht ewig andauern. Es war nur eine Aktion auf Nummer sicher. In einer freiheitlich orientierten Gesellschaftsform könnten solche Ausnahmeregelungen gefahrlos vollzogen werden. Doch ist die Gesellschaft inzwischen offener geworden? Ist sie nicht sogar noch weitaus verschlossener geworden, während wir inzwischen mit anderen Maßnahmen zu ringen haben?

Auch diesen Aspekt, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, hatte Balzer in seine Überlegungen mit einbezogen:

„Man könnte jetzt einwenden: Ist doch nur ein paar Wochen. Ja, mag sein. Aber genau dieses Durchspielen einer geschlossenen Gesellschaft ist gefährlich. Allein die Möglichkeit, dass wir dieses freie, offene Land ohne Diskussionen und spürbare Widerstände einfach so lahmlegen, dass wir Grundrechte außer Kraft setzen, dass wir Menschen denunzieren, die es wagen, eine Runde im Park zu drehen, dass wir eine Zwangsgemeinschaft aufbauen – allein diese Möglichkeit, ist ein Spiel mit dem Feuer.“ …
DLF; Vladimir Balzer: Coronavirus – Das widerstandslose Aufgeben der Freiheit ist gefährlich, Link, 21.03.2020

Balzer verwies also recht früh auf die einhergehende oder nachfolgende Gefahr von übertriebenen Handlungen oder Schnell-Schlüssen. Er bezieht sich zwar konkret nur auf den Lockdown, doch müßte die Frage erlaubt sein, ob man nicht alle anderen Maßnahmen ebenso betrachten sollte, wenigstens diskutieren dürfen sollte. Das aber ist inzwischen nicht mehr erlaubt, Politik und Presse geben vor, was zu denken und zu tun ist und die Polizei wird instrumentalisiert, es durchzusetzen, sogar dann, wenn ein Gericht (ausnahmsweise mal) Recht spricht und die Politik in die Schranken weist.
Daher lautet die eigentliche Frage zunächst nicht ‚was können wir tun?‘, sondern, wie Balzer also fragt: „Warum nehmen wir das einfach so hin?“ Diese Frage stellte Balzer schon zu Beginn in den Raum und läßt sogleich die Feststellung folgen, daß wir selbst zu einer solchen Selbsthinterfragung gar nicht kommen können:

„Noch bevor die Frage gestellt ist, kommt aus hunderttausenden Kehlen die Antwort: Die Virologen sagen, dass es sein muss. Wir müssen unsere Freiheit aufgeben. Wir müssen uns fügen. Ja, natürlich, muss die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Ja, dafür muss einiges mobilisiert werden. … Doch vielleicht wäre es bei rechtzeitiger Reaktion der Politik vermeidbar gewesen, eine ganze Gesellschaft lahm zu legen.“
DLF; Vladimir Balzer: Coronavirus – Das widerstandslose Aufgeben der Freiheit ist gefährlich, Link, 21.03.2020

Auch heute sagen die Virologen (ein paar davon, etliche ja auch nicht und diese ganz besonders nicht), daß es so sein muß, daß wir uns fügen müssen. Ob der Journalist Balzer inzwischen ebenso dieser Meinung ist oder die derzeitige Anti-Corona-Politik weiterhin kritisch begutachtet, darum soll es hier nicht gehen, sondern um die Frage, ob sich der Deutschlandfunk als Sammelbecken unterschiedlichster Meinungen weiterhin um den Erhalt freiheitlicher und lebenswerter Aspekte sorgt, oder ob er sich darauf beschränken möchte, den Schwerpunkt der Inhalte auf das Gegenteil zu lenken und demonstrierende Bürger als rechtsextrem oder covidiotisch zu diffamieren.

Letzteres ist wohl anzunehmen, wenn wir jetzt einen Kommentar vom 29.08. heranziehen, in dem unter dem Titel „Proteste gegen Corona-Krisenpolitik, Inhaltlich auf dem Holzweg“2 gleich ein ganz anderer Ton angeschlagen wird:

II. Marschieren mit den Nazis

[…] Es geht ja nicht nur um irrige Annahmen wie beispielsweise die, Deutschland befände sich mit den Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung geradewegs auf einer Rutschbahn in Richtung Diktatur. Zu reden ist auch darüber, dass der, der neben extrem rechten Schwarz-weiß-rot-Flaggenträgern und Nazis demonstriert, Gefahr läuft, zum Mitläufer zu werden. Gerade hierzulande und gerade wegen der jüngeren deutschen Geschichte muss sich aber jeder gut überlegen, mit wem man zusammen auf die Straße geht, auch wenn man selbst mit Nazis nichts am Hut hat.
Deutschlandfunk, Geers, Theo (29. August 2020). Proteste gegen Corona-Krisenpolitik – Inhaltlich auf dem Holzweg, Abgerufen 3. September 2020, von https://www.deutschlandfunk.de/proteste-gegen-corona-krisenpolitik-inhaltlich-auf-dem.720.de.html?dram:article_id=483272

Nun, da hat der Kommentar-Schreiber definitiv einen Vorhang vor Augen – hinter diesem Vorhang aber befindet sich ein ganz anderes Bild.
Zur Verdeutlichung dessen, was in Berlin wirklich zu sehen war, ist es also notwendig, diesen Vorhang einmal beiseite zu schieben:
(Zum Aufziehen des Vorhangs bitte die Pfeiltasten bedienen, ob von rechts nach links oder von links nach rechts, ist erstmal egal)

Zum Aufziehen des Vorhangs bitte die Pfeiltasten bedienen

Und hier noch eins:

Zum Aufziehen des Vorhangs bitte die Pfeiltasten bedienen

Allein an den Bildern kann man schon sehen: Herr Geers hat sich überhaupt nicht informiert. Besser gesagt: Er ist inhaltlich auf dem Holzweg. Das einzige was er im Kopf hat, ist die Nazi-Flagge. Die jedenfalls hat er sich gemerkt, denn es sollte vorausgesetzt sein, daß er durchaus mehr im Kopf hat, jedoch begibt er sich auf das Intelligenz-Niveau derjenigen, die tatsächlich nur Nazi-Parolen im Kopf haben. Diese Vorstellung im Kopf eines intelligenten Menschen verleitet denselben dann dazu, jegliches von seiner Vorstellung abweichende Drumherum auszublenden und alles dann noch Sichtbare der unterbewußten Ursache seiner Verblendung, möglicherweise einer persönlichen Angst, anzupassen:

[…] Und die überwältigende Mehrheit der Demonstranten sind offenkundig auch nicht willens, diese zu befolgen. Die Leute gefährden also sich und andere. Da bleibt nichts anderes übrig als diese Demo aufzulösen. Für die, das das mit Diktatur verwechseln, noch mal zum Mitschreiben: So geht Rechtsstaat. Zumindest hierzulande. Es war richtig, dass das unsägliche Demonstrationsverbot, das der Berliner Innensenator verfügt hatte, von den Richtern gekippt wurde. Das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit ist höher zu bewerten als die politischen Ansichten eines Andreas Geisel. [und anderer Politiker nicht?, Anm.d.Verf.]
Die Leute müssen ihre Meinung frei und ungehindert sagen dürfen. Nur welche? Wenn es denn eine Meinung der neunmalklugen Querdenker gibt, dann geht sie heute weitgehend unter, weil ihre kalkulierten Regelverstöße mehr Aufmerksamkeit finden. […]
(Geers, 29.08.2020)

Davon abgesehen, daß es sich bei der Behauptung, daß „die Demonstranten sich und andere gefährdeten“ um eine ziemlich „irrige Annahme“ (s.o.) handelt – zumal nach Einschätzung und Beurteilung des Verwaltungsgerichts eine derartige Gefahr nicht bestand – ist auch der Vorwurf des „kalkulierten Regelverstosses“ haltlos und widersinnig.
Haltlos deswegen, weil vonseiten der Organisatoren durchaus auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet wurde, und widersinnig deswegen, weil die oberste Richtlinie, nach der die Demo vollzogen wurde, die gesetzlich verankerten Grundrechte sind – und nicht irgendwelche willkürlich verabschiedeten Hygiene-Regeln.
Aber so geht eben „Recht-Staat“, und wenn solche Erklärungen vonseiten der Intellektuellen herangezogen werden, kann man sich schon fragen, ob sie sich nur aufgrund von Verblendung nah an der Grenze der Naivität bewegen oder ob diese Naivität nicht doch auf eine tatsächliche Dummheit zurückzuführen ist.
Denn was ist das für ein Recht-Staat, wenn derjenige, der dagegen protestiert, daß ihm die Grundrechte entzogen werden, die Grundrechte entzogen werden, weil er dagegen protestiert, während Politik und Polizei ihrerseits weitaus gesetzeswidriger handelten, als die Kundgebungsteilnehmer, die allenfalls gegen die Hygiene-Regeln verstossen haben?

Wir können also insgesamt feststellen: Der Verfasser dieses Kommentars hat weder die vorherrschende Stimmung noch die Inhalte der Demo erfasst – und den Verlauf der gesamten Veranstaltung hat er ebenfalls nicht nachgeprüft. Denn statt zu sagen, die Kundgebungsteilnehmer marschieren mit den Nazis mit, könnte man besser gesagt haben, es marschierten einige Nazis bei der Kundgebung von Querdenken mit.

Hier das Ganze nochmal im Überblick:

III. Die wirklichen Hintergründe

In Anbetracht all dieser Bilder ist es schon sehr betrüblich und besorgniserregend, was der Großteil der Quantitäts-Medien daraus macht. Es kommt eben nur darauf an, welchen Bildaussschnitt man heranzieht und schon weiß ganz Deutschland, was in Berlin stattgefunden hat.

Doch auch der obige Versuch einer Richtigstellung begründet sich letztlich nur auf Vermutungen. Tatsächlich liegen auch diejenigen falsch, die glauben, es handele sich bei der Demo um eine Großversammlung von Friedenskundgebern. Das ist aber eine genauso falsche Annahme, wie der Glaube an der Vorherrschaft der Nazis. Hier haben nämlich weder die Quantitätsmedien, noch die alternativen Aufklärer richtig hingesehen!
Was da aber wirklich stattgefunden hat, darauf ist noch niemand gekommen, und um zu erfahren, was wirklich in der Welt passiert, dazu muß man eben die Ultimative Freiheit Online lesen! In Wirklichkeit ging die Gefahr nämlich nicht von den Nazis aus, sondern von einer Vielzahl gewaltbereiter Buddhisten!

Hier der Beweis:

Im linken Bild die angebliche Nazi-Versammlung. Im rechten Bild das viel schlimmere Übel: Gewaltbereite Buddhisten kutschieren Kofferbomben quer durch Berlin (ganz rechts am Rand zu erkennen)!


Quellenverzeichnis:

1 Deutschlandfunk, Balzer, V. (21. März 2020). Coronavirus – Das widerstandslose Aufgeben der Freiheit ist gefährlich. Abgerufen 3. September 2020, von https://www.deutschlandfunkkultur.de/coronavirus-das-widerstandslose-aufgeben-der-freiheit-ist.996.de.html?dram:article_id=472946
2 Deutschlandfunk, Geers, Theo (29. August 2020). Proteste gegen Corona-Krisenpolitik – Inhaltlich auf dem Holzweg, Abgerufen 3. September 2020, von https://www.deutschlandfunk.de/proteste-gegen-corona-krisenpolitik-inhaltlich-auf-dem.720.de.html?dram:article_id=483272

*Bildquellen:
-https://www.rubikon.news/artikel/massiver-verfassungsbruch
-https://www.rubikon.news/artikel/ein-historischer-tag
-screenshot, RT Today, Livestream 29.08.2020
-screenshot, Samuel Eckert, Livestream 29.08.2020


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