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Im Zuge der Vorbereitungen auf eine „Epidemie von nationaler Tragweite1 ist es gewiss kein Leichtes, herauszufinden, welche der vielfachen Maßnahmen zur Bekämpfung der entsprechenden Viren zu ergreifen wären und welche Reihenfolge strategisch die klügste wäre. Der sogenannte Lockdown oder Shutdown wäre hierbei vielleicht die gewaltigste aller Maßnahmen gewesen und sicherheitsverwahrungshalber gleich zu Anfang einer Epidemie zu beschliessen. Die Frage, ob die Regierung rechtzeitig auf die Pandemie „reagiert“ hätte oder nicht, stellt sich selbstverständlich immer erst später; die Frage, welche der Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt am besten ins Gesellschaftsleben zu installieren wären, kann man sich aber schon vorher stellen.

Der Lockdown jedenfalls wurde am 16.03. beschlossen und bis zum 22.3. mit diversen Stellschrauben justiert (dieser Begriff hat hier mit Justizia nichts zu tun).
Am 14.03. allerdings galt dieses Vorhaben noch als ein bloßes Gerücht, das irgendwo herumkursiere, aber das Bundesgesundheitsministerium klärte auf und beschwichtigte das Volk mit diesen Postern:

Wie gesagt, das ist die Meldung des Bundesgesundheitsmysteriums vom 14.03.2020, aber am 16.03. dann war es soweit, der Lockdown wurde beschlossen. Merkwürdig! Was am 16.03. beschlossen wurde, galt den Beschliessern kurz zuvor noch als „fakenews“.

Aber einen solchen Sinneswandel ist man von vielen Politikern ja gewohnt, man kennt das ja: ‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.‘

Dumm nur, wenn wir in einem Zeitalter leben, in dem sich jedwedes Geschwätz gleich per tweet verbreitet. Darüber berichtete dann auch die Internetseite ÜberMedien2, die übrigens auch die obige Plakat-Aktion längst schon zum Thema gemacht hatte, was wir hier nur nochmal aufgreifen möchten:

Zahlreiche Medien griffen den Tweet auf, unter anderem der „ARD-faktenfinder“, „ZDF heute“, der Deutschlandfunk, die „Welt“, das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ und der „Stern“.
Das Problem: Gut 48 Stunden später verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Namen der Regierung und der Bundesländer exakt solche massiven Maßnahmen: Schließung aller Geschäfte (bis auf für die Versorgung notwendige), Bars, Kneipen, Theater, Konzerthäuser, Museen, Kinos, Zoos, Spielplätze sowie aller öffentlichen und privaten Sportanlagen. Zudem das Verbot von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen, Synagogen und von anderen Glaubensgemeinschaften, die Schließung aller Gaststätten ab 18.00 Uhr und ein Verbot von Urlaubsreisen jeglicher Art.

Wenn irgendetwas „Fake News“ ist – dann der Tweet des Gesundheitsministeriums von Samstag. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im ZDF-„heute Spezial“ freimütig zugibt, plante die Regierung die nun beschlossenen Maßnahmen offenbar schon Tage vorher:

Sehr lustig.

Nachtrag
Auch schön: Epidemische Willkür von nationaler Tragweite, Fassadenkratzer 17.09.2020


Quellen:

[1] Multipolarmagazin https://multipolar-magazin.de/artikel/faktencheck-pandemie
[2] Tweets entdeckt bei der Internseite „ÜberMedien“: Staatsräson als erste Medienpflicht?, Link, 17.03.2020.
– BMG-Poster-Aktion „Lassen Sie uns gerade jetzt besonnen bleiben und einander auch unter Stress vertrauen“ Link, 14.03.2020