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Titel: Nein, ich bin nicht die Schreiner*innen-Meisterin von der 
Schreiner*innen-Meister*innenei Zimmermann, Sie Holzkopf
Veröffentlicht am 17.09.2019, nach einem ersten Entwurf vom 10.08.2019
Inhalt:
Ausführung zur Überschrift
Zwei Zitate
Was für eine Verwirrung
Sparsam gedacht
derdiedas
Laien, Kunden, Helden und Bürger
JesusMaria
Die von den Genderlogen angestrebte Werteverschiebung vom natürlichen
Geschlecht zum sozialen Geschlecht
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Ausführung zur Überschrift

Nein, ich bin nicht die Schreiner*innen-Meisterin von der Schreiner*innen-Meister*innenei Zimmermann, Sie Holzkopf;

sondern bin ich die Schreinermeisterin von der Schreinermeisterei Gert und Gertrud Zimmermann. Unter meinen Mitarbeitern – allesamt sehr nette Kollegen – sind drei gelernte Schreinerinnen und Schreiner und die beiden Auszubildenden Adelheid und Muhammet. Außerdem haben wir eine derzeit noch nicht besetzte Praktikanten-Stelle, und wenn Sie mir jetzt vorhalten, ich hätte hier irgendwelche Genderzeichen jener unsäglichen Stümpelsprache verwenden müssen, dann sage ich Ihnen hiermit: Sie haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun.
Die Begründung für dieses vortreffliche Urteil finden Sie in den nachfolgenden Passagen ↓


Zitat 1
 
„Der Generalirrtum ist der immer wieder unterstellte feste Zusammenhang zwischen grammatischem Genus und biologischem Geschlecht, die lächerlichen Sprachgebilde sind die Radfahrenden oder die Fahrzeugführenden (aber immerhin bedanken sich Politiker nach Wahlen immer noch bei den Wählern und nicht bei den Wählenden, wohl wissend, wie offensichtlich falsch die genderneutrale Formulierung wäre) …“1
Amtliche Eingriffe in die Sprache sind autoritär und falsch, Monika Maron im Gespräch Verein Deutsche Sprache e.V.: VDS Spachnachrichten 82 (II/2019)

Zitat 2

„Die neue Anweisung löst eine aus den 80er Jahren ab, in der es um eine angemessene sprachliche Berücksichtigung von Frauen ging. Jetzt geht es um
„geschlechterumfassende Formulierungen“, d. h. es geht um eine
Geschlechterideologie, die das natürliche Geschlecht ablehnt und soziale Geschlechterrollen (Gender) zur Grundlage der Kategorisierung
von Menschen macht. Praktisch bedeutet das vor allem, das grammatische Geschlecht Maskulinum zu beseitigen. Man unterstellt, mit
dem Maskulinum seien nur oder doch vorwiegend Männer oder
männliche Wesen bezeichnet. Um die Sache leicht fassbar zu machen
und begrifflich dem Kampf gegen männliche Dominanz zuzuordnen,
spricht man dann durchgängig nicht vom Maskulinum, sondern
von männlichen Wörtern. Solche Wörter gibt es allerdings in keiner
Sprache, auch nicht im Deutschen: ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ sind keine
Eigenschaften von Wörtern, sondern von Lebewesen.“ 2
Hannover hat das beste Deutsch Von Peter Eisenberg Verein Deutsche Sprache e.V.: VDS Spachnachrichten 82 (II/2019)
 

Was für eine Verwirrung

Was für eine Verwirrung und Verunsicherung die Genderlogen mit ihrer unqualifizierten Stümpelsprache angerichtet haben, das möchte ich einmal an einem Artikel des Nachrichtensenders Deutschlandfunk (DLF) anzeigen. Es handelt sich dabei um die schriftliche Wiedergabe eines Radio-Interviews zwischen der Journalistin Christiane Florin und dem Ethiker Arnd Pollmann vom 24.07.2019. 3
In diesem Gespräch geht es u.a. um den Heldenbegriff, festgemacht an das aktuelle Tun und Wirken der beiden Aktivistinnen Greta Thunberg und Carola Rackete. Dieser Heldenbegriff wird dann zwischenzeitlich einmal zum Heldinnenbegriff, und das ist zwar im Kontext nicht grundlegend falsch, aber auch nicht mehr unbedingt richtig, denn diese Begriffserstellung entsteht aus einer fehlerhaften Prämisse und verleitet dann zu weiteren Fehlern im allgemeinen Gebrauch der Sprache, was durch den Einzug der gendergerechten Ausdrücke in diese Sprache überhaupt erst verursacht worden ist. Ich werde mich also den inhaltlichen Aussagen und Intentionen, die in diesem Gespräch getroffen und vermittelt wurden, gar nicht zuwenden, sondern auf ein sprachliches Problem hinweisen, das im genannten Gespräch weniger auffällt, in der Druckversion aber deutlicher zu Tage tritt. (Das ist nämlich das besondere an dieser Sprache, im Gespräche hat sie ihren kommunikativen Nutzen, im Schriftlichen kann sie aber zum Aufhorchen geleiten und in die Hintergründe führen, wenn man genau hinsieht)

Vorweg sei aber → noch einmal a erwähnt: Beim Deutschlandfunk werden die Texte nicht durchgegendert, sondern wird auf Binnen-Is und Gendersterne (soweit ich bislang gesehen habe) verzichtet. Das ist lobenswert, weil eben vernünftig. Doch ein anderes Problem tauchte nun auf, denn mit dem Verzicht auf solche Begriffslosigkeiten ist es alleine nicht getan. Es ist ein bißchen so, wie bei einer Seuche; selbst wenn die Pest eingedämmt ist, siechen daran erstens immer noch viele Leute und zweitens sind dadurch weitere Krankheiten, Infektionen und Verstörungen auf anderen Ebenen entstanden und nachfolgend noch im Schwange. Welche Verstörungen das hier sind und daß es sich bei den Genderzeichen um eine Infektion in der Sprache handelt, das wird nachfolgend noch aufgeklärt.

Zudem wird einmal mehr nachgewiesen, daß die Genderzeichen nicht nur grammatikalisch → ∴ falsch, sondern generell überflüssig und unbrauchbar sind.

Sie laufen den grundlegenden Bestimmungen und Regeln der deutschen Sprache zuwider, sogar der Sprache an sich, sind nicht mal in sich selbst begründet, folgen keiner Logik und sind damit nur willkürlich anwendbar. Kurz gesagt: Die Gendersprache ist die reinste Willkür, wobei ‚reinste‘ hier gar nicht passt; man müßte eher ’schmutzigste‘ sagen.

Vielleicht sind im besagten Artikel beim Deutschlandfunk solche verstümmelten Begriffe auch deshalb nicht zu finden, weil es die Abschrift eines Gesprächs ist, in dem irgendwelche zwischen die Silben gesetzte Genderzeichen wie Gendersterne und Binnen-Is gar nicht aussprechbar sind.
Vielmehr müßte man andere Ausdrucksformen finden, wollte man die Geschlechter gleich behandeln, und zwar solche Formulierungen, die wir schon seit jeher benutzen:
Nämlich Leserinnen und Leser statt Leser*innen oder LeserInnen, o.ä. Allerdings eben da, wo sie auch sinnvoll und vor allem grammatikalisch richtig sind. Die im Gespräch erwähnten Heldinnen und Helden und andere Mengenbegriffe werden aber aufgrund der Gender-Verunsicherung nicht mehr nur an eben dieser üblichen Stelle, sondern noch dazu an überflüssigen Stellen angewendet, was überdies grammatikalisch nicht mehr korrekt ist, wie wir noch sehen werden.

Sparsam gedacht

Nach einsichtsvoller Begutachtung und Ergründung unserer Sprache und ihrer sehr weit führenden Flexibilität und Vielseitigkeit (je weniger wir sie im Worte abkürzen, sondern mit jeder Silbe im Wortgepräge, desto besser beim Worte nehmen) dürfte man jedoch keinen Grund mehr haben, der Unterstellung Glauben zu schenken, daß die deutsche Sprache „frauenfeindlich“ ausgerichtet sei, sondern wird man herausfinden, daß sie im Grunde alle Mittel zur Verfügung stellt, das weibliche Geschlecht des Menschen gleichberechtigt neben das männliche zu stellen. Die Gruppe, die so bislang gedacht hatte und an der vermeindlichen Ungerechtigkeit schier verzweifelte (geschehen nicht schon genügend böse Dinge in der Welt? Nun auch noch diese frauenfeindliche Sprache!!), kann sich also nun getrost zurücklehnen und die Genderei guten Gewissens links liegen lassen.

Inzwischen argumentiert man daher auch so, daß die Verwendung des Gendersterns doch weniger zum Zwecke der Gleichstellung der Geschlechter stattfindet, (worauf man aber lange feste beharrte), sondern doch bloß ein pragmatisches Mittel zur Vereinfachung von längeren Formulierungen sei (Leser*innen statt Leserinnen und Leser) und somit eine bloß zweckmäßige Form, um Platz und Tinte zu sparen.
Ersparnisse und Platzgewinne rechtfertigen allerdings nie Verstümmelungen am Gegenstand, zumal nicht durch Abschneidung seiner wesentlichen Bestandteile; vielmehr offenbart diese Vorgehensweise einen gewissen Platzgewinn durch Herausbildung einer großen Lücke im Gehirnbereich aufgrund vorab geschehener Beschneidung der Denkfähigkeit.
Einen Verzicht auf die wesentlichen Bestandteile unternimmt die Genderei insbesondere per fehlerhafter Auslegung der Endsilbe -er, um aufgrund dieser erlogenen Prämisse weitere unsachgemäße Eingriffe vornehmen zu können. Nach der unrechtmäßigen Verkehrung der Bedeutung von Endsilben dürften sie sodann konsequent dem Ausgangsfehler folgen (dabei ist’s zugleich der Eingangsfehler- so hübsch konkret und doch wieder nicht konkret kann die deutsche Sprache sein), um noch vor den Anfang eines Wortes die Schändung komplett zu machen, nämlich indem sie sich an die vorausgesetzten Artikel der/die/das vergreifen.


Der, die das
wieso weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm

Was also soll uns ein solches derdiedas nun eigentlich bedeuten? Fragen wir mal nach bei korrekturen.de:

„Bekanntlich unterscheidet man im Deutschen drei grammatische Geschlechter, auch Genera genannt: Maskulinum, Femininum und Neutrum – also die männliche, die weibliche und die neutrale Form. Angezeigt wird das Genus durch das bestimmte oder unbestimmte Artikelwort: der, die, das; ein, eine.“ 4

Genau: Angezeigt wird das Genus (eines Wortes). Zunächst nicht angezeigt wird somit der Sexus (eines Menschen). Das (dem Worte zugehörige) Genus kann aber sodann für eine gezielte Anzeigung auf den angesprochenen oder beschriebenen Sexus verwendet werden, umgekehrt aber funktioniert das nicht, denn dann würde der entsprechende Sexus, also der Mann oder die Frau, sich über etwas definieren, das mit seinem oder ihrem biologischen Geschlecht gar nichts zu tun hat. Und übrigens auch mit dem „sozialen Geschlecht“ (gender) nicht, das nach Meinung der Genderlogen von der Gesellschaft oder dem sozialen (asozialen)b Umfeld, und u.U. gegen den Willen des jeweils davon zurechtgestutzten Menschen, erst geformt wird. → Anm. siehe CursoriumEmplastrum A

Bitte berühren → CursoriumEmplastrum A

Jedenfalls besteht hier kein Grund, die jeweiligen Artikel oder Silben entsprechend umzustellen, anzugleichen oder zu entfernen – denn sie beschreiben etwas anderes. Demgegenüber zeigen die kläglichen Versuche, die Menschen sowohl im Sexus als auch im Genus gleichberechtigt zu behandeln, nur an, daß die Genderei mit der Grammatik nicht vereinbar ist, bzw. in der Sprache eben nichts zu suchen hat und im Prinzip nur durch das Schalten und Walten von Willkür durchgesetzt werden kann, da sie keiner grammatischen und somit wissenschaftlichen Überprüfung standhalten würde.

Wo auch immer diese Genderzeichen also auftauchen, da haben wir es mit Ideologen zu tun, oder eben mit Nachplapperern und Mitläufern, die den Vorgaben ihrer Lieblingszeitung immer sofort gehorchen und Folge leisten, ohne daß sie ein ihnen vorgesetztes Thema, das ihnen bis dahin zudem völlig fremd gewesen ist, ersteinmal selbstständig nachgeprüft haben. Legt man ihnen dann ein Modell zur Gegenüberstellung angebotsweise daneben, so schmeissen sie es gleich um und wollen davon gar nichts wissen, weil man damit ja ihre Lieblingszeitung und ihr daran hängendes Weltbild in Frage gestellt hat; obwohl man das ja eigentlich gar nicht hat. Es ging doch nur um Grammatik, in diesem Fall der deutschen. Gerade die sei aber extrem frauenfeindich! meint er dann immer noch und ruft fast die Polizei dabei an, weil man hier nun die deutsche Sprache verteidigt, und dies, so gibt er mit herumfuchtelnden Händen zum Besten, zeuge von einer politisch rechtslastigen Ausrichtung!! Überhaupt etwas gegen seine Lieblingszeitung geäußert zu haben, ist im Prinzip schon ein Indiz für eine tendentiös rechtsradikale Gesinnung!!! Und da die Tendenz hiermit festgestellt wurde, liegt der Verdacht einer antisemitischen Grundhaltung ganz nahe, wer weiß ob er nicht gar ein Faschist ist!?
Da wir aber Menschen sind, die es immer gut meinen und auch immer
alles gut c haben wollen, können wir gnädiger Weise auch in Betracht ziehen, daß ihm lediglich nicht bewußt ist, welche nahezu tendentiös faschistischen Äußerungen er da gerade getätigt hat… Vielmehr ist er eigentlich nur etwas dumm und hat nicht den nötigen Verstand, zu begreifen, was da eigentlich wirklich in der intelligenten Zeitung geschrieben steht…

Laien, Kunden, Helden und Bürger

Wollen wir, wenn wir von einer Gruppe Menschen reden, nun immer auch die vermeintlich darin nicht berücksichtigte weibliche Form mitnennen oder nicht?

In welche Lage gerät ein Sender wie der Deutschlandfunk, der eben auf Gendersterne verzichtet, wenn er jemanden als Interviewpartner zu Gast hat, der, so vernünftige Dinge er auch sonst sagt, an möglichst vielen Stellen immer auch dieses vermeintlich sonst fehlende weibliche Geschlecht mitzumeinen versucht ist, an manchen Stellen aber (noch im gleichen Atemzuge) genauso offenbar daran scheitert? Nämlich immer dann, wenn sich ein Begriff gar nicht gendern läßt oder die Aberwitzigkeit dieser Unternehmung deutlich zu Tage treten würde.

Wenn Frau Florin in diesem Interview z.B. von Kapitäninnen spricht, dann meint sie weibliche Kapitäne – und das ist beides nicht falsch; Kapitäninnen sind eben weibliche Kaptitäne, d.h. Kapitäne können männlich oder weiblich sein. Sprechen wir vor einer Gruppe aus solchen, so begrüßen wir sie mit Liebe Kapitäne oder eben Liebe Kapitäne und Kapitäninnen, sobald bekannt ist, daß eine Frau darunter ist. Sprechen wir aber vom Beruf des Kapitäns oder des Bäckers oder des Lehrers, so müssen wir nicht jedesmal von den Kapitäninnen und Kapitänen, den Bäckerinnen und Bäckern usw. sprechen. Das ist weder erforderlich noch überhaupt zuträglich, und daher müssen wir sie auch weder vor dem Hintergrund der Gleichberechtigung beider Geschlechter noch mit dem Vorwand, man tue es um der Einfachheit und Verkürzung willen, mithilfe des Gendersterns verhuntzen. Um nicht (wiederholt) zu sagen, die Genderzeichen sind absolut überflüssig.
Jemand, der aber von den Nachfolgen einer mittelschweren Seuche noch eingeschüchtert ist, vermeidet dann zwar die Begegnung mit der Seuche selbst (eben dadurch, daß er nicht sternchenweise gendert), sichert sich aber nach allen Seiten ab, indem er die weibliche Form andauernd mit aufzählt, auch da, wo es nun überhaupt nicht mehr erforderlich ist. Während Frau Florin also die Helden und Heldinnen immer da so nennt, wo man (und woman)d sie als Mann oder Frau erkennt, ist der Herr Pollmann darum bemüht, immer auch dann Heldinnen und Helden zu sagen, wenn er vom (von dem) Held oder den Helden an sich spricht.

[So sagen die Infizierten inzwischen z.Bsp. „Wir brauchen neue Heldinnen und Helden“ (weil sie die schriftliche Genderei Wir brauchen neue Held*innen verbal nicht ausdrücken können) statt schlicht und einfach und richtig zu sagen: Wir brauchen neue Helden]

Dabei ist Pollmann durchaus ein Befürworter des Heldenbegriffs und hat nichts gegen den Begriff Held. (Eben gegen den Begriff des Helden!) Dennoch venachlässigt er diese Überzeugung gelegentlich und dies tut er vermutlich aus Angst, er könne den Frauen damit auf den Schlips treten hätt ich fast gesagt. (Tatsächlich aber mehr den überall lauernden Genderlogen; das ist eben die Selbstzensur) Hier ein anschauliches Beispiel dieser inzwischen eingeschlichenen Verunsicherung:

Florin: In Brechts „Galileo Galilei“ heißt es ja: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat.“ Und dann: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ Sie neigen der Position zu: Glücklich das Land, das Helden hat?

Pollmann: Ja, eindeutig. Sicher: Wenn Heldinnen und Helden notwendig werden, dann liegt gesellschaftlich irgendetwas im Argen.

Selbstverständlich könnte man argumentieren, es sei an dieser Stelle nicht unangebracht von Heldinnen und Helden zu sprechen (daher bleibt es hier zunächst grün), da das Gespräch von zwei weiblichen Personen handelt, die aktuell angeblich Helden, bzw. ja Heldinnen, sind. (Finde ich zwar nicht, aber darum geht es hier nicht). Dennoch greift er durch diese letztlich überflüssige Ausformulierung des ohnehin sprachlich schon geklärten Sachverhalts (Helden können Heldinnen und Helden sein) in den Pfuhl der sprachlichen Verwirrung, der von der Genderei aufgestellt wurde, indem er den richtigen Ausdruck zum passenden Kontext nicht mehr beachtet:

Es wäre aber, glaube ich, ganz falsch, das Kind mit dem Bade auszuschütten und den Heldenbegriff deshalb auf den heute allseits zitierten „Müllhaufen der Geschichte“ zu werfen. Denn auch unsere Gesellschaft braucht außeralltägliche Vorbilder, Vorbilder, die mehr tun als das, wozu wir „Normalos“ bereit sind. Und nur weil diese neuen Heldinnen und Helden nicht mehr den Muskelprotzen [und Muskelprotzinnen?, Anm. d. Verf.]  der Antike gleichen, bedeutet das nicht, dass es keine Heldinnen und Helden mehr gibt. […]

[…]

Heldinnen und Helden haben eines gemein: Sie tun außeralltägliche Dinge, Dinge, die teilweise weit über das hinausgehen, […]. Helden [!]* tun nicht bloß das, was ihre Pflicht ist, sondern mehr als das – sie gehen teilweise ein großes persönliches Risiko ein, … *[Und Heldinnen also nicht, wie? Anm.d.Verf.].

[…] bestehen wird, die keine Helden mehr brauchen, das ist, glaube ich, eine ganz lächerliche, sozialistische Traumwelt.

Ja, wie denn nun? Wir haben es mit zwei weiblichen Personen zu tun, die derzeit als neue Helden verkauft werden, so nenne er sie berechtigter Weise auch Heldinnen. Nur haben diese beiden Heldinnen auch eine ganze Gefolgschaft, die offenbar nicht minder heldenhaft ist, oder sollte ich hier sagen „heldinnenhaft“? Wir wollen sie doch alle meinen, die Männlein und die Weiblein. Und da wird dann die eigentlich richtige Formulierung Heldinnen und Helden (statt Held*innen, was völliger Unfug wäre) aus reiner Absicherung vor den überall lauernden Genderwächtern benutzt.

Gleich im nächsten Absatz bricht die Verunsicherung in der Begriffswahl schließlich völlig aus:

Florin: Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat vor einigen Wochen, das war zu Palmsonntag, Greta Thunberg als „Prophetin“ bezeichnet, die auf Missstände hinweist. Diese religiöse Dimension, sehen Sie die auch? „Prophetin“, ist das ein treffendes Wort?

Pollmann: Nein, ich denke nicht. Und zwar aus zwei Gründen: Zunächst trifft es das religiöse Wort „Prophetin“ schon deshalb nicht, weil im Gegensatz zu einem weitverbreiteten Missverständnis Prophetinnen und Propheten keine Hellseher sind, die die Zukunft voraussagen. Prophetinnen und Propheten sind, wenn man so will, Medien, […]

Wieder möchten wir der inhaltlichen Aussage gar nichts beifügen, wir stimmen da sogar sehr zu, doch geht es hier schlicht um die verwirrte Wortbenutzung.
„Prophetinnen und Propheten sind, wenn man so will, Medien,“
sagt er. Doch statt dann zu sagen „Prophetinnen und Propheten [sind] keine Hellseher“ müßte er doch eigentlich, wenn er konsequent bliebe, sagen: ‚Prophetinnen und Propheten sind keine Hellseher und Hellseherinnen.‘ Oder nicht?

Ich gebe zu: das ist fast Haarspalterei, zumal dies alles nur im Gespräch passierte, dazu noch in der Drucksituation vor der Öffentlichkeit und somit ist das alles noch nachvollziehbar; außer eben man hätte von vornherein gar nicht den Gendersprachmeister im Kopf!
Im Schriftlichen oder der schriftlichen Widergabe des Gesprächs wäre diesem Konflikt nur dann beizukommen, wenn man gleich an jede dieser unsicheren Stellen den (vollkommen falschen) Genderstern dawischen setzte. Und genau zu diesem Unfug könnte das Ganze letztlich führen, wenn man nicht möchte, daß obiger Wirrwarr eines Gesprächs in der Verschriftlichung offenbar wird und der politischen Forderung, möglichst viel zu gendern, untertänigst entsprochen haben wollte.

JesusMaria

Im Gegensatz zu den Helden, Hellsehern und Propheten gibt es bei den noch hinzugezogenen „Heiligen“ wiederum gar kein solches Problem, sie sind eben Heilige, und, vermutlich sowie Engel, eher geschlechtslos. Oder nicht?

Pollmann: […] Wichtiger aber ist noch das Folgende: Heldinnen sind auch keine Heiligen. Denn Heilige sind darauf gepolt, wenn man so will, geradezu wie selbstverständlich, automatisch, das übergebührlich Gute zu tun. Heilige sind in einer gewissen Weise nicht ganz von dieser Welt – Heldinnen hingegen schon.

Hier hätte mancher in der schriftlichen Wiedergabe des Gesprächs vermutlich am liebsten einen Genderstern in den Heldinnen (Held*innen) gesehen. Denn er kann ja nur Heldinnen und Helden gemeint haben, wenn er von Helden spricht, sagt aber nur Heldinnen; als ob keine männlichen Helden gäbe; und so wäre ein Geschlecht ja benachteiligt. Mit dem Genderstern aber wären doch beide gemeint; aber keine Panik – wer genau hinhört hat das Sternken im gesprochenen Satz auch ein wenig herausleuchten gehört, nur hat der DLF es lediglich nicht in den Begriff gestempelt.

Die Heiligen wiederum lassen sich gottseidank gar nicht gendern, denn sie sind geschlechtslos. Der Heilige ist ebenso gut wie die Heilige. Bei Engeln, die noch eher als die Heiligen geschlechtslos sind, geht die Angelegenhit mit dem Artikel wiederum völlig schief. Der Engel ist möglich, die Engel ist nicht möglich, außer als Mehrzahl in Form einer pluralistischen Engelsschar.

Das Problem, das die Genderlogen hier und in anderen Fällen noch viel mehr hätten, kümmert die Sprache allerdings gar nicht. Wir sind hier, wie auch beim Bäcker, bei der Anzeige des Genus durch das bestimmte oder unbestimmte Artikelwort: der, die, das; ein, eine. Mit dem Geschlecht des jeweiligen Menschen hat das nichts zu tun. Aber das kapieren die Genderlogen nicht, ebensowenig wie deren Mitläuferschaft. Oder sie kapieren es durchaus, möchten aber alles, was ihnen begegnet, ihrem fadenscheinigen ideologischen Konzept unterordnen, selbst wenn ihnen zur Unterordnung eine völlige Zerhackstükelung eines längst bewährten und nach allen Seiten logisch und sinnvoll auf- und ausgebauten Gegenstands notwendig erscheint.

Auf dieses Vorhaben wäre der DLF hereingefallen, hätte er, zur angeblichen Erleichterung und Vereinfachung alle diese Begriffe, bei denen eine solche Unsicherheit herrscht, schlicht mit einem Genderstern versehen; so wie andere Zeitungen das schließlich auch tun. Vor allem ja die intelligentesten unter den intelligenten. Daher ist dies nach meinem ersten Lob bereits ein zweites auf den DLF, auch wenn ich oft genug deren Nachrichten-Auslegung inhaltlich nicht zustimme; aber das ist normal bei mir.


Die von den Genderlogen angestrebte Werteverschiebung vom natürlichen Geschlecht zum sozialen Geschlecht

Im Grunde ist das Thema Gendersprache e bereits zur Genüge durchleuchtet und auch bewiesen worden, daß die Sprach-Genderei schlichter Unfug ist, insbesondere die Verwendung des Gendersterns, Binnen-Is usw., denn diese Schreibweise stellt nur scheinbar ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Männern und Frauen (bzw. des männl. und weibl. Geschlechts) dar. Auch ist sie nicht wirklich eine Rücksichtnahme auf das Transgenderwesen, das zwittrige oder neutrale menschliche Geschlecht. Vielmehr handelt es sich hierbei in erster Linie und letzter Konsequenz um unberechtigte Eingriffe in zwei völlig unterschiedliche sensible Bereiche, nämlich den Bereich des Genus (Sprache) und den des Sexus (Leben). Dabei sollte man doch längst begriffen haben oder künftig desto mehr bedenken, daß Genus und Sexus nicht miteinander verwechselt und vermischt werden sollten/dürften/können. Ist es aber einmal geschehen, so kommt es zu weiteren Fehlern, provoziert durch die allgemeine Verunsicherung, wie es eben auch im obigen Gespräch beim DLF erkennbar geworden ist.

Dieser wichtige Aspekt wird sich sodann dortheraus ergeben, wenn man zunächst betrachtet, daß die Genderlogen nicht allein die Schutzmacht für das weibliche Geschlecht darstellen wollen und durch die „Angleichungen“ der Sprache zu erreichen suchen, sondern geht ihr Streben ja dahin, auch mithilfe der Gendersprache, das dritte Geschlecht, also das Neutrum oder neutrale Geschlecht, überall mit einzubeziehen, wo Menschen anwesend sind. Auch hier begehen sie aber wieder den Fehler, das grammatische Genus mit dem biologischem Geschlecht zu verwechseln (zu vermischen), derweil, selbst beim erreichten Supergau, also der erfolgreichen Entfernung der Genera (was jedoch unmöglich ist), den biologischen Wesen – seien sie so männlich, weiblich, zwittrig oder neutral wie sie gerne möchten – kein bißchen geholfen wäre.
Seltsam ist im Ganzen allerdings eben der Aspekt, daß die Entfernung der beiden Geschlechter im Biologischen noch eher denkbar möglich wäre, als die Entfernung der Genera in der deutschen Sprache…, joho. Um dieses nämlich restlos zu erreichen, müßte man letztlich die gesamte Strukter der Sprache Deutsch auflösen; zur Erreichung des anderen Ziels, der Entfernung der biologischen Geschlechtsunterschiede, wäre eine solche Auflösung (dann der Menschen, ohne Rücksicht auf das Geschlecht) gar nicht notwendig.  Das ist das Wichtige dabei, und ergibt sich eben dann, wenn man die gesammte Idiotie äh Ideologie, angefangen vom Genderstern, an ihren selbst ausgelegten Strängen weiterdenkt und bis an deren Ende gelangt. Den Anfang davon stellt der Genderstern dar.
Der nächste Schritt wäre die Entledigung von den Artikeln derdiedas.
Es geht bei dieser Neubetrachtung ins gesamte Geschlechter-Geflecht also um die Werteverschiebung vom natürlichen Geschlecht zum sozialen Geschlecht, dem Lieblingskind der Genderlogen, also eines, das sich erst durch Umwelteinflüsse bildet, etc.
Wobei man da wieder bedenken muß, daß mit Umwelt wieder nur das soziale Umfeld gemeint sein kann, nicht das natürliche. Es geht folglich um die Abkehr von der Natur. Und eben daher ist aus Sicht eines radikalen Genderlogen eine Abkehr von den Grundregeln der deutschen Sprache zunächst erforderlich – denn sie ist in der Natur verwurzelt, was aber ein Thema ist, daß ich aufgrund seiner Weite und Tiefe ausführlich bereits in meiner → Sumpfgeschicht f behandelte und unter vielen Gesichtspunkten und Ambitionen alldorten in unterschiedliche Richtungen weiter behandeln werde. …

Bonustext: … So zum Beispiel ist die deutsche Sprache oftmals gar nicht eindeutig, klar und einfach, weder in der Regel, noch in ihrem Ausdruck. Vielmehr ist sie dies nur in der Wurzel/Stammwort und von dort aus dehnbar und erweiterbar in alle Richtungen, nahezu unendlich variierbar, demnach auch ungewisser aber nicht un-deutlicher, sondern deutbarer, aufgrund der desto ausführlicheren Möglichkeit der Umschreibung – ohne dabei das Stammwort, das einfache und klar deutliche, zu verlieren. Daher eignet sich die deutsche Sprache sowohl zur Dichtersprache, als auch zur Wissenschaftssprache, etc. Desweitern erlaubt sie durchaus viele Ausnahmen von der Regel, jedoch eben immer nur am erfolgreichsten dann, wenn hierbei auf eine natürliche Regel gehorcht wird, nämlich eine höher gestellte, die daheraus resultiert, daß die deutsche Sprache immer wieder Merkmale einer nach dem intuitiven Hörgefühl sich ausrichtende Klangsprache aufweist und auch deswegen äußerst flexibel und variantenreich ist, sich gar fast anarchistisch aus zu eng gefassten Sprachmodellen zu befreien sucht und sich auch immer wieder selbst dazu befähigt. Doch diesem weitläufigen Thema möchte ich mich lieber weiterhin an anderer Stelle in Ausführlikum zuwenden.


Quellen/Nachweise/Links:

1 Amtliche Eingriffe in die Sprache sind autoritär und falsch, Monika Maron im Gespräch Verein Deutsche Sprache e.V.: VDS Spachnachrichten 82 (II/2019)
2 Hannover hat das beste Deutsch Von Peter Eisenberg Verein Deutsche Sprache e.V.: VDS Spachnachrichten 82 (II/2019)
3 Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/ethiker-ueber-vorbilder-wir-brauchen-heldinnen-und-helden.886.de.html?dram:article_id=454327
4 korrekturen.de https://www.korrekturen.de/der-die-das.shtml

Interne Verweise:

a https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2019/07/14/homo-sapiens-frueher-als-erwartet-in-eurasien-eingetroffen-neandertalerinnen-weiterhin-nicht-in-sicht/ 
b https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2018/05/14/konsens-der-asozialen/
c https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2016/01/01/alles-gut-2/
d https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2017/03/26/denn-sie-wussten-nicht-was-es-war/
e https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/tag/gleichmacherei-genderismus-brei/
f https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2015/05/30/die-hoch-bedenkliche-sumpfgeschicht-teil-i/

Wiedergabe der halb verborgenen Textbausteine:

Cursorium emplastrum A:
Pädagogischer Ausflug: Das mag ja auch so sein, daß diese Verformung so stattfindet; zur Auflösung dieser Ent- oder Verwicklung wäre dann aber nicht eine Umschau ins prägende Umfeld der letzten zurückliegenden Lebensjahre erforderlich, sondern eine Rückschau in die allerersten Monate der Lebenszeit… Mit der Sprache hat es weiterhin nichts zu tun, außer vielleicht, daß man in jener Zeit entweder fortwährend beschimpft oder fortwährend links liegen gelassen oder sonstwie fehlerhaft behandelt wurde. Statt diese fehlerhafte Behandlung anzublicken, sucht man im Außen nach vermeintlich ähnlichen Mustern und werkelt daran unbefugter Weise herum, was dann dabei herauskommt ist Unfug. Während ein von Kindern getätigter kindlicher Unfug seine absolute Berechtigung erfährt, hat der Unfug von Erwachsenen nichts kindliches mehr, sondern etwas kindisches an sich, sofern die Beschädigung oder Verirrung ihrer kindlichen Seele nicht wenigstens ein bißchen gelindert wurde. Viele von ihnen landen in der Politik, und in sie gelangt man normalerweise nur über vorangegangene Universitätsbesuche, wo sich solche Personen, von denen ich hier ja nur rede, eben verhalten, als seien sie im Kindergarten. Und die geben dann vor, was die Gesellschaft zu tun, zu denken und meinen hat.


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