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Vorwort

Ich kann es nicht mehr lesen oder hören: Internetseiten der Aufklärungsgemeinde die mit Facebook-Teilen-Knöpfen ausgestattet sind und sich kritisch mit facebook auseinandersetzen. Steht doch dazu, daß das, was ihr kritisch beleuchtet, genau das ist, was ihr braucht. Als Handlanger von facebook und somit als Konsumpodukt- und Datenschleuder, die auf Kosten ihrer Leser+Follower Aufmerksamkeit oder auch finanzielle Unterstützung für sich gewinnen, erhält man eben, was das Wahrheitsleuchter-Ego so braucht, und sollte sich lieber für die facebook-Dienste bedanken, gerne davon abhängig sein, statt zu kritisieren, aber weiterhin zu fördern, was darüber bekannt ist, wie hier z.B. die neorebellischen Neulandrebellen:Facebook, Twitter & Co.: Wir Süchtigen! vom 08. Mai 2019. Oder eben wie hier, vor einiger Zeit:Facebook! Der perfide Plan hinter der Empörung über Datenmissbrauch“. Da steht dann folgendes:

„Und zu dem Thema hab ich eine ganz klare Einschätzung und ganz klare Hintergründe und Zusammenhänge die für MICH so aussehen, wie ich Sie Ihnen gleich darstelle. Mit aller Demut, das ist MEINE Sicht auf die Dinge, so sehe ICH das, nach MEINEN Kenntnissen, Recherschen und Zusammenhängen … “ ,

– sagt Cashkurs.com über die Weitergabe von Kundendaten an andere Firmen und wie sich alle Welt darüber aufregt, daß facebook die Daten weitergibt, ohne zu merken, was wirklich dahinter steckt. Und leider auch ohne zu merken, was hinter dem, was ja durchaus tatsächlich dahinter steckt, noch etwas versteckter steckt, mit aller Demut:

„Der Aufreger ist, facebook analysiert nicht nur selber, sondern gibt die Daten an irgendwen weiter, der dann damit Schindluder betreibt. Das ist die Situation. Erstmal: Wo ist der Aufreger? Wir wissen seit Jahren, daß das passiert…“

Genau. Das wissen wir seit Jahren.
Und haben „wir“ auch schon vor Jahren davon berichtet?
Gar vielleicht immer wieder davon berichtet, während die Jahre so ins Land zogen? Und unser, vermutlich schon seit Jahren existierendes facebook-konto steten Zuwachs erfuhr? Geben wir die Daten von unseren inzwischen 164,317 followern (inkl. der Daten von deren Anhängseln) nicht im Prinzip auch weiter? Wissentlich, seit Jahren?

“Also wir nicht, wir geben grundsätzlich keiner Daten weiter. … wir lassen uns ja von unseren Kunden bezahlen, direkt mit unserem Abo, deshalb machen wir das ja und eben NICHT über Verkauf von Daten, NICHT über Werbung, genau aus diesem Grund. Aber 99 Prozent der restlichen Welt lebt davon, diese Daten zu verkaufen.“

Zu diesen 99% gehören „Wir“ mit unserer facebook- Seite selbstverständlich nicht, huldvoll halten wir die Fahne hoch!

Denn wir sind Rebellen. Allerdings bin ich inzwischen durchaus auch der Meinung, daß sie eben genau dorthin gehören, denn die Anführer sozialer Mitläufer-Truppen benötigen eben den Rückhalt eines solchen sozialen Netzwerks;
schließlich ist jeder facebückling mindestens eine Produktschleuder, zudem ein Datenverteiler– und Datenverräter und zwar umso mehr, je produktiver er sich dort einbringt. Was an diesem Verhalten sozial sein soll? Man dient dem Gemeinwesen, das ist sozial; ist das Gemeinwesen eine Konsumgesellschaft, die gläsern zu sein hat, dann sind alle facebücklinge tatsächlich besonders sozial. Sozial ist also was Konsens schafft. Konsens erschafft wird eben auch von jenem Egoclub alldorten, diesem soziokulturellen Notstandsghetto facebook


Inhaltsüberblick

Die nachfolgende Textsammlung wurde mit Passagen aus folgenden Artikeln über fakebook zusammengestellt:

  1. 2005 Wir sind die Unschuldslämmer
  2. 2012 Lieber Name entfernt
  3. 2013 Biete Senf aus eigener Herstellung zur Verköstigung von Meldungen der Deutschen Presswurst Agentur
  4. 2011 Blindes Huhn
  5. 2014 Wir die wichtigen Bloggerwichte & die Globale Google Gen’gott-Datenbank
  6. 2011 Falsch verbunden
  7. 2010 Buch verloren – Gesicht gefunden (oder wie ich herausfand, wer oder was eigenlich facebook ist)
  8. 2012 Jeder hat noch ein paar Tage Zeit seine Lebens-Chronik rückwirkend zu ändern
  9. 2011 Exodus beim Vielvölkerstaat facebook – große Flüchtlingsströme am Fuße des Zuckerberges gesichtet

Weitere Texte in denen u.a. auch fakebook abgehandelt wird:

2017 Relationsschreiben zu unserer freiwilligen Mitarbeit bei CORRECTIV und der Überlegung eine hierzu erforderliche fakebook-Seite zu gründen
2017 false oder fake: Ein Plädoyer für das Durchzensieren von facebook
2013 DAS! ist ein soziales Netzwerk … (Änderungen vorbehalten)
2013 Heute schon getaggt worden?

Mehr:
https://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/was-sie-schon-immer-uber-facebook-wissen-wollten/


 

Textsammlung

1.

entnommen aus: Wir sind die Unschuldslämmer vom 25.11.2005

… Alle Betreiber von Telekommunikationsanlagen sind grundsätzlich (hat das was mit dem Grundgesetz zu tun?) dazu verpflichtet, die Kommunikationsdaten weiterzuleiten. Natürlich nur die Verbindungsdaten. Die Inhalte nur bei Verdacht. Dazu gehören SMS und Mail. Weiterleiten? Fragt sich nur an wen und unter welchem Verdacht.

Dehnbar sind die Begriffe belauschen, verdächtig und engste Kontakte, wie Demokratie, Terror und Staatssicherheit bis ins Erforderliche. Damit haben wir, die wir ja nichts zu verbergen haben, nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Freunden und Vertrauten ins Knie geschossen.

Das Unsichtbare wird erforscht. Und da ist die Grenze zwischen reiner Wissenschaft und dem Glauben der so genannten esoterischen Kreise nicht mehr deutlich. Sie behandeln die gleichen Themen, haben nur andere Ziele damit im Sinn. Das, was dem Menschen tiefes Seelenheil vermittelte, das unerklärliche, magische, zufällige, spirituelle, religiöse, imaginäre Gefühl einer wahren zu tiefsten Empfindung der Zusammengehörigkeit mit dem All, ist das nächste Forschungsobjekt einer immer dreister werdenden Fratze, die diese wunderbare Sache gerne behindern möchte. Dieser Fratze schauen wir täglich ins Gesicht, während sich ihre langen Arme von hinten heranschleichen, um uns zum richtigen Zeitpunkt die Augen zu zuhalten.

Die Fratze weiß aber nicht, daß die Lüge solange als Mittel der Täuschung genutzt wird, bis die Wahrheit wieder ans Licht kommt. Deswegen werden die Lügen, die wirtschaftspolitischen Entscheidungen und die Gesetze immer dreister, willkürlicher und unmenschlicher. Und irgendwann werden sie in tausend Stücke zerspringen.

Eine vollständige Kontrolle über den menschlichen Geist wäre nur möglich, wenn es gelänge, die seelischen Verbindungen der Menschen untereinander zu irritieren, zu beeinflussen oder fehlzuleiten. Hierzu könnte man auch einfach alle paar hundert Meter funkende Masten in die Erde rammen und anderes beschwingendes Gerät über die Dächer streuen.

Auch dem Internet standen so gut wie alle anfangs etwas mißtrauisch gegenüber. Wenn man davon sprach, dann doch zumindest leicht skeptisch, während man es wie ein in seiner Tragweite kaum greifbares Wesen von der Seite beäugelte. Jetzt hat fast jeder einen Internetanschluss. Zugang hat jetzt (noch) jeder. 1983 gab es 390 registrierte Anschlüsse. Vorgesehen ist, dass jeder Mensch Internet hat, zumindest in der fortgeschrittenen Welt. Dies sollte bis zum Jahre 2005 geschehen sein, sagt man. Es ist also genug Zeit gegeben, die Kontrollmechanismen des Internet zu verfeinern, um sie zum richtigen Zeitpunkt einzuführen und irgendwann gesetzlich zu verankern.

Wer hat noch keinen Zugangscode?


2.

Lieber Name entfernt, entnommen aus unserer Abhandlung „Wer ist in meinem Fall schon ich“ aus dem Jahr 2012


Für uns war dieses ganze Informations- und Kommunikationskonstrukt ohnehin nur so eine Art vorübergehendes weltumspannendes Konglomerat von kybernetischen Übermittlungsanstalten, das wir allenfalls zum Austausch gemeinschaftsdienlicher Informationen nutzen wollten, nicht aber zum Zwecke gegenseitiger Zuwendungsbekundungen und schon gar nicht zur allgemeinen Bekanntmachung vertrauenswürdiger Privatangelegenheiten – welcher Sache sollte damit auch insgesamt gedient sein, außer vielleicht der fortwährenden Befriedigung zwanghafter Mitteilungsbedürfnisse bei gleichzeitigem Ausbau diverser Ego-zentren?

Manch einer mag sich durch die Beförderung seiner Person in derartige virtuelle Netzwerkgemeinden vielleicht einer seligmachenden Verknüpfung mit anderen Knüpfegeistern erfreut haben, wir aber fühlten uns hierbei nie so recht wirklich mit jemanden verbunden, zumindest doch nicht in der Art und Weise, wie wir es noch in der alten Zeit voneinander im besonderen Maße erfahren durften. Die Telefonkommunikation, insbesondere mit der (von Anfang an absehbaren) Folge, bald per Handy auf das zunehmend allgegenwärtige Internet zugeifen zu können, hätte somit für unsere Zwecke gar nicht erfunden werden müssen.

Demgegenüber haben wir die Vorteile, die durch Anbeteiligung des Einzelnen auch für die Gemeinschaft aus dem Internet erwachsen könnten, durchaus erkannt, und lernten das Internet als solches bald sogar als eine lobenswerte Erfindung zu schätzen.
So glaubten auch wir daran, daß ein derartiges weltumspannendes Kommunikationsnetz die Menschheit dazu befähigen könnte, sich Kraft aller individuellen Fähigkeiten über die virtuelle Gemeinschaft bis herüber in der erfahrbare Wirklichkeit zu befördern, woraus sich bald eine sehr verständige Vernetzung auch im alltäglichen Leben wie von selbst hätte ergeben können, wo jeder fortan kreativ an allem mitgewirkt haben könnte, was sowohl dem Einzelnen, als auch der Gemeinschaft von Nutzen gewesen wäre.

Irgendwann aber hatte sich eben jenes soziale Netzwerk ins Internet eingenistet, das sich bald als das Machwerk eines Spinnenmonsters sondergleichen entpuppte und dessen klebrige Spinnenfäden mittlerweile die ganze Welt umspannen – was nur geschieht, um das eigentlich längst vorhandene Netzwerk (nämlich das Internet an sich) nach und nach strukturell umzugestalten und letztlich dergestalt zu übernehmen, daß künftig jeder, der doch längst ein Mitglied einer nonkonformen weltumspannenden Netzgemeinschaft war, sich in diese künftig nur noch einbringen kann, wenn er sich zuvor eine Zugangsberechtigung (s.o.) via facebook (oder googleplus minus amazon slash microsoft punkt com) verschafft hat.

Zwar mag es durchaus nur ein Hirngespinst meinerseits sein, daß dieses Netzwerk eigens ins Leben gerufen wurde, um die (virtuelle) Kommunikationsplattform der Menschheit, das Internet, zu untergraben und ihr das erste oder letzte Mittel, das ihr zur verbesserten Einsicht hätte dienen können, schon wieder abspenstig zu machen, bevor es sich überhaupt recht entwickelt hatte.
Doch selbst wenn dies bloß ein Hirngespinst meinerseits ist, so ist es doch ein tatsächlich vorhandenes Gespinst, und zwar eines mit äußerst klebrigen Fäden, in dessen widrigen Zusammenhängen ich mich wundere, wie es denn sein kann, daß sich mehrere Millionen halbwegs sozialisierte Menschen fortwährend dazu angetrieben fühlen, ihre doch bereits längst existierenden sozialen Umfelde zusätzlich noch in dieses Konstrukt einzuflechten – ja, das ist mir vollkommen unverständlich.
Derweil müßte sich doch wenigstens die Diplompädagogik einmal gefragt haben, ob man ein Netzwerk nicht erst dann ein soziales nennen kann, wenn innerhalb dieser Struktur ein hilfsbereites, gemeinnütziges und wohltätiges Beieinander tatsächlich und beständig gepflegt wird – das sind schließlich die eigentlichen Bedeutungen dieses gruseligen Wortes sozial. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte könnte man sodann vermuten, ein sozial engagierter Mensch wäre jemand, der im Zuge seiner hilfsbereiten und wohltätigen Handlungen in erster Linie dem Gemeinwohl diente, wonach also auch einer Netzwerk-Gemeinschaft erst dann gedient sein dürfte, wenn sich ein Großteil der Benutzer hilfsbereit, gemeinnützig (bzw. nützlich) und wohltätig einbrächte oder wohlbringend betätigte – statt bloß ihr Ego jeweils dort entlang spazieren zu führen.

Sicherlich haben sich einige der dort ansässigen Zellbewohner nur deswegen da eingefunden, weil sie im real existierenden Leben Opfer einer noch viel asozialeren, das heißt, noch weniger hilfsbereiten oder wohltätigen Gesellschaft geworden sind, so daß es ihnen nur gegönnt sein soll, zu erfahren, wie es sich anfühlt, durch ein beständiges Daumen hoch von allen Seiten bekräftigt zu werden oder wenigstens in irgendeiner Form als vorhandene Wesenheit überhaupt wahrgenommen zu werden.
Ich will ihnen diese Art eines vorübergehenden Fluchtersuches vor der völligen Vereinsamung auch gar nicht verleiden, doch sollte sich jeder hierbei einmal fragen, was ihm wohl hypothetisch übrig bliebe, wenn das Internet irgendwann einmal den Geist aufgeben sollte oder wenigstens facebook einmal vor die Hunde geht. Wie wären die etlichen 387 Freundschaften hernach wohl zu pflegen, wie könnte man sich ihnen sonst noch so zuwenden? Würde man sie alle denn regelmäßig besuchen gehen oder ihnen, falls sie zu weit entfernt wohnen, etwa Briefe schreiben, wenigstens Postkarten?

Doch zum Schreiben an alle diese Freunde wird die Tinte ebensowenig reichen wie das Reisebudget zum Besuchenfahren aller fernverstreuten Freunde. Daher frage ich mich vor allen Dingen eins: Warum in aller schönen neuen Welt trägt man trotzdem seine vollständige Adresse ins Facebook ein, wenn man sich ja doch nie besuchen fahren geht, wenn man sich ja doch nie Briefe an diese Adresse sendet; zumal die wenigen, die tatsächlich enge Freunde, Bekannte und Verwandte sind, längst die Adresse doch wissen! Warum trägt man diese dann aber ins facebook ein?
Wenn man sich einmal fragt, wem meiner Netzwerkfreunde würde ich Briefe schreiben, wen würde ich besuchen fahren, so würde die Zahl wohl auf zwei bis drei Leute abfallen, während alle anderen im Rückblick nur noch als das betrachtet werden dürften, was sie von vornherein waren: Als Anhängsel.

Bleibt mir also fern damit, ich habe kein facebook o.ä, -Konto, denn ich möchte ein solches Anhängsel nicht sein; auch dann nicht, wenn ich vorher ein Freund gewesen bin.

Neu eingefügt, 2018: Selbst die wahren Freunde und tatsächlichen Bekannten stellen ein solches Anhängsel dar, sobald man sich mit ihnen über facebook verbindet. Denn hier werden sie zum Produkt gemacht, was komischerweise den meisten jetzt erst auffällt. Je intensiver sie sich dort einbringen, desto effektiver ist es für die Beteiligten, die tatsächliche Produkte (in Form von Dingen und auch Meinungen) an ihre Kunden verkaufen möchten. So ist jeder facebückling mindestens eine Produktschleuder, zudem ein Datenverteiler und zwar umso mehr, je produktiver er sic dort einbringt. Was an diesem Verhalten sozial sein soll? Man dient dem Gemeinwesen, das ist sozial; ist das Gemeinwesen eine Konsumgesellschaft, die gläsern zu sein hat, dann sind alle facebücklinge tatsächlich besonders sozial. Sozial ist also was Konsens schafft. Konsens erschafft wird eben auch von jenem

… Egoclub alldorten,
diesem soziokulturellen Notstandsghetto für vermeintlich privatpersönliche Menschen – diesem Anzugspunkt angeblicher Freigeister,
diesem Erfüllungsgehilfswerk für zahlreiche Selbstbestätigungszwänge, dieser Anlaufstelle für alle, die immerzu ach so gerne geleaked geliked (und getaggt) werden möchten, diesem unkreativen Sammelbecken für angehende bis auslaufende Künstler, Buchautoren, Dichter, Denker, Nachrichtenschreiber, Politaktivisten und Propheten aller Art, die sich hier mühelos ihre Fan- und Gefolgeclubs konstruieren, um nach Erhaschung möglichst vieler Facebücklinge glauben zu können, sie seien dem Gemeinwesen umso dienlicher gewesen, je mehr Facebücklinge sie samt derer Abziehbildchen angehäuft haben, derweil sie vor lauter Opportunismus ihrerseits und gleichzeitigem Zuspruch vonseiten ihres Follow-Me-Gefällt-Mir-Fanclubs nicht bemerken, daß sie hierdurch der freischaffenden Internetgemeinschaft und dem holden Freigeist an sich elementar zuwider laufen; ach nein, wie beachtenswert die Stasitistik meiner anderweitigen Internetpräsenz doch nach oben gestiegen ist – … seit ich mich dazu entschlossen habe, mich und mein Gefolge den Allgemeinen (und hintenrum einhergehenden) Geschäfts!-bedingungen genau solcher Institutionen, Konzerne und Gesellschaften zu unterwerfen, die ich eigentlich doch bekämpfen, bzw. wenigstens verhohnepiepeln oder schlichtweg habe mit Mißachtung strafen wollen, Menschenskind!


3.

Entnommen aus: Biete Senf aus eigener Herstellung zur Verköstigung von Meldungen der Deutschen Presswurst Agentur, 2013


Denn siehe (nochmals):

„Nicht Facebook ist das Netzwerk, sondern das Internet ist das Netzwerk, Facebook ist bloß eine Masche darin. Und zwar eine ins Gesamtgewirke nachträglich eingeflochtene Masche, bestehend aus fadenscheinigen Fäden, die aus der Masche eine Laufmasche machen, die dann zum sogenannten „Zusammenhangsverlust“ des Gesamtgewirkes führen kann, und zwar per Kettenreaktion:

„Unter leichtem Zug setzt sich dieser ‚Zusammenhangsverlust‘ in einer Kettenreaktion nach unten fort, man spricht von einer Laufmasche.“ Zitat wikipedia

Nur daß im Gegensatz zur herkömmlichen Laufmasche, die das Gesamtgewirke zunichte macht, Facebook fortwährend neue Fäden zieht, um hiermit ein neues Netz über das alte Werk zu spannen.

Und da sprechen wir von einem sozialen Netzwerk? Schadet diese Form eines klebrigen Spinnennetzwerkes nicht eher der Struktur eines bereits vorhandenen Gemeinwesens, also in diesem Fall des Internets?

Waren wir denn nicht schon längst alle Teil einer weltumspannenden Netzgemeinschaft?

Gut, anfangs, da hätte man dieses Facebook-Konstrukt vielleicht noch als einen harmlosen Egoclub betrachten können, doch mittlerweile hat es sich ja zu einem Spinnenmonster sondergleichen entpuppt, dessen klebrige Spinnenfäden bereits die ganze Welt umspannen!

Wo soll denn das noch hinführen? Jeder popelige Schuhladen hat ja mittlerweile eine Facebook-Seite und es ist mittlerweile zum allgemeinen Gesellschaftszwang geworden, dort angemeldet zu sein (wie du bist nicht bei facebook?!) – doch wage bloß nicht, auf diese Frage mit einem deutlichen Äh-Nein zu antworten, dann wirst du nämlich so verständnislos angeschaut, als handele es sich bei dem nicht vorhandenen Facebook-Account um einen nicht vorhandenen Internetzugang!

Ja, ist denn Facebook neuerdings die Zulassungsbehörde, wo man sich erst eine Zugangsberechtigung für das Gemeinwesen erstellen lassen muß? Und welche Rolle spielt Google dabei? Anfangs war es für uns eine Suchmaschine mit der wir alles Mögliche herausfinden konnten, und nun? Sucht sie jetzt nicht uns, um über uns alles Mögliche herauszufinden?

Wundert das jetzt wirklich jemanden? Ich meine, was hat man denn all die Jahre vorher geglaubt, geschweige denn getan, wenn man im Internet surfte oder mobil telefonierte? Ist diesen Leuten die ganze Zeit entgangen oder ist es ihnen etwa egal, daß sich neben den popeligen Schuhläden auch viele skrupellose Großkonzerne, gierige Ausbeuterfirme, kapitale Kreditinstitute und verschiedenste Bagatell-Betrüger bei Facebook und Co. zum geliked werden angesiedelt haben – unbedingt darauf zählend, daß sich jeder einzelne privatpersönliche Menschen als Mittelpunkt eines mindestens 200 Mann starken Freundesclubs betrachtet, während er in Wirklichkeit bloß als Verteilerkasten solcher Ausbeuterfirmen fungiert und dem Monster sämtliche Daten zum Fraß vorwirft; und zwar nicht nur die eigenen, sondern insbesondere die des jeweiligen privaten bis „sozialen“ Umfeldes?

Wird hierbei nicht jedem Nutzer das größte aller asozialen Verhaltensmuster abverlangt – nennen wir es mal Verrat von Freund und Familie? Merkt denn keiner, daß jeder neben dem geliked werden auch immer fleissig geleaked wird? (to leak: auslaufen, undicht sein, etw. durchsickern lassen, jmd. etw.zuspielen) Wozu überhaupt immer dieses geliked werden wollen? Möchte da etwa mal wieder das Ego frohlocken?

Besonders gern geliked werden ja vor allem so manche Künstler und Propheten, ja, für sie ist es ganz besonders wichtig, gelobt zu werden, vor allem in einer Zeit, in der keiner mehr so recht weiß, wie spät es eigentlich ist.

Und da wir uns in dieser wackeligen Zeit aufgrund weltumgreifender Auflösungsprozesse immer öfter fragen, ob wir wirklich die sind, die wir sind, oder ob man wirklich der Künstler oder Prophet ist, für den man sich bislang gehalten hat, sichert man sich durch Gründung einer Fanpage einstweilen die Zustimmung derjenigen, bei denen man sich für jedes eingestellte Bildchen und jedes Wagnis einer selbstausgedachten Meinungsäußerung eines hochgestreckten Gefällt-mir-Daumens sicher sein kann.

Solltest du also mittlerweile ein populärer Prophet sein oder ein Künstler von kostbarer Coleur, vielleicht ein Maler, vielleicht ein Schreiber oder meinetwegen sogar ein richtiger Buchautor, so lasse dich nicht von den Gefällt-Mir-Bewertungen deiner Gemeinde blenden, denn meistens entspricht die Anzahl der Clicks nicht etwa der Anzahl der Bücher, die du verkauft hättest, sondern dem Teil der Auflage, die der Verlag hätte verrammschen müssen – wenn er das Buch überhaupt gedruckt hätte!

Es ist zwar verständlich, daß man sich immer in der Gemeinschaft am wohlsten fühlt, in der man fleissig gelobt wird und gewiss mag es in irgendeiner Form erhebend sein, wenn einem regelmäßig per Knopfdruck eine allgemeine Zustimmung zuteil wird, wo einen die Freunde auch mal ein bißchen kritisieren dürfen.

Doch was wäre, wenn plötzlich ein Eisbär in der Antarktis den Datenschrank von Facebook umschmeißt und auf der Suche nach Tiefkühlhonig alle dort hinterlegten Akten zerfleddert?

Würden mir die mühelos zusammengesuchten 387 Freunde nunmehr vielleicht aufmerksame Briefe schreiben? Würden sie überhaupt noch rekatapultieren äh rekapitulieren können, mit wem sie sonsten alles befreundet waren? Ach was bin ich nun plötzlich so allein in der Welt! Und was ist mit meinem Kanarienvogel? Wird wenigstens er nach Verlust seines Facebook Profils noch weiter existieren?

Sollte nicht lieber jeder statt einer Facebook-Seite schlicht eine Internetseite eröffnen? Zwar ist man dort ebenso wenig vor dem allgegenwärtigen Schnüfflertum gefeit, doch wäre nicht der Aufwand, den sie hierzu betreiben müßten, allein um zum Beispiel den jeweiligen Marktwert der jeweils zu verkaufenden Personen erheben zu lassen, nicht um ein Vielfaches größer?

Vielleicht würde ein massenhafter Facebook-Austritt gekoppelt mit einem massenhaft individuell gestalteten Internet-Auftritt die Entwicklung des Internets ja wieder auf die richtige Bahn bringen. Zur Zeit befindet es sich jedenfalls auf einem ziemlich bedenklichen Kurs, so wie sich überhaupt das ganze Medium auf Irrfahrten befindet. …“

Sicherlich; für politische oder künstlerisch-kreative Gruppenbildungen mögen solche Netzwerke hilfreich und förderlich sein, (update: oder z.B. für derartige Aktionen) aber was soll man denn von jenen ganzen „privaten“ Grüppchenbildungen halten? Was hier vonstatten geht, ist doch nichts anderes als ein zwanghaftes Ansammeln von Freunden zur Stärkung vielseitiger Profilneurosen, ein aufdringliches Vorzeigen von meistenteils peinlichen bis zu abstossenden Schnappschüssen, ein flatterhaftes Herumwinken vielfach gestalteter Ego-Abziehbildchen, ein zwanghaftes Rumzeigen und Anwerben von Fotos der eigenen Kinder, eine stillschweigende Zustimmung zum Verkauf von Daten und privaten Informationen aller nahestehenden Personen, inklusive der Kinder – und somit der größte Verrat aller Zeiten an eben diesen Mitmenschen – willkommen in der facebook-Gemeinde, einem Gemisch aus „vertrauten“ Personen („Verwandten“), ziemlich unbekannten Personen („Freunden“) und vollkommen unbekannten Personen („Freunden von Freunden“) – willkommen bei facebook, nehmen Sie Teil am hirnlosen Ausleben der globalen Deformation des menschlichen Geistes!


4.

Entnommen aus: Blindes Huhn vom 29. Mai 2011


Die automatische Gesichtserkennung wird ihnen dann gewiss hilfreich auf ihrem Weg der Selbstfindung sein, sowie die Profil- und Kontextbasierte Werbung mit Sicherheit der Entwicklung ihrer Persönlichkeit dienen wird.

In meinen Augen ist das ein Einbinden der Kinder ins eigene Facebook-Profil sowieso nur ein Ausdruck davon, daß die Eltern den Vorgang des Entbindens von ihren Kindern noch nicht vollständig abgeschlossen haben. Das Kind, das nun lange genug im Körper der Mutter und im Spannungsfeld geistiger und emotionaler Vorstellungskraft beider Eltern herumgeisterte, ist nun tatsächlich in der Wirklichkeit angekommen. Um diesen Realisationsprozess anzugehen, beppt man das Kind an eine Pinnwand, das sich seinerseits ebenfalls mit zunehmendem Alter von den Eltern loslösen wird (schließlich tut es dies schon, sobald es das Licht der Welt erblickt), so daß die Präsentation des Kindes vordergründig das stolze Elterndasein dokumentieren soll, während es hintergründig eine Methode ist, den Abnablungsprozess über diesen Umweg zu bewältigen.

Das Einbinden bei facebook ist desweiteren ein Versuch, der Suche nach dem eigenen inneren Kind zu entfliehen, bzw. diese ungelöste innere Angelegenheit, wie bei manchen schon bei der Geburt, nach außen zu verlegen, indem, statt einen Bezug zu dem inneren Kinde herzustellen, die äußeren Kinder bei facebook herumgezeigt werden. Wenn die sich dann mit einem eigenen Facebook-Profil von den Eltern abgenabelt haben oder ihnen gar aus unempfindlichen Gründen auf einmal die Freundschaft kündigen sollten, können sie von eben diesen Eltern über die Gesichtserscannungsfunktion jederzeit wieder aufgesucht werden.

So wird der letzte Rest des ohnehin schon verschütt gegangenen inneren Kindes mit dem Kinde entbunden, dem man dann die Dinge zur Last zu legen kann, die man bei sich selbst hätte ändern müssen, was wiederum nur gelungen wäre, hätte man sich längst vorher dem inneren Kinde zugewandt. In den Fällen, in denen dem Kind nichts zur Last gelegt wird und ihm keine Vorwürfe gemacht (oder gar tiefschürfende Wunden zugefügt) werden, wird oftmals ebenfalls nicht weiter auf sein inneres Wesen eingegangen, was wiederum der schlimmste Vorwurf von allen ist, da hiermit das Wesen des Kindes an sich abgelehnt wird – genauso eben, wie man es schon bei sich selbst in Form des inneren Kindes abgelehnt hatte.


5.

Entnommen aus: Wir die wichtigen Bloggerwichte & die Globale Google Gen’gott-Datenbank vom 11. November 2014

Davon mal abgesehen verfügt ein Benutzer sowieso nie über einen Dienst, sondern verfügt der Dienstanbieter über den Benutzer (in Wirklichkeit den Benutzten), der obendrein bewußt (sick) zustimmt, daß über ihn und seine Daten (+Freunde) nach Fug und sogar Recht verfügt werden darf – aber selbst das hat der ganze truthie-smoothie Blogmeister-Brei ja noch nicht begriffen, bzw. scheint es ihm mittlerweile umso mehr egal zu sein, je mehr Leser zum täglich Breilöffeln regelmäßig vorbeischauen (unser täglich blog gib uns heute) und wer immer vorbei schaut, schaut eben nicht genau hin, das kommt ja dummerweise auch noch hinzu.

Wenn jedenfalls diese Datenbank erstmal weltweit aktiv ist, dann wird uns auch kein Netzwerkgetummel mehr helfen, uns der Sache rückwirkend zu entziehen – denn das, endlich, ist dann das Netz, das Internet, das Smartphone-Net, zu welcher Ausgestaltung im Übrigen auch die Sache mit den bescheuerten Apps überall eingeführt wird, oder was glaubt denn die ganze Handy-Herde eigentlich, welchen Zweck ein Applikations-System im System wohl sonst letztlich erfüllen sollte?! – man wird dann selbst die im ‚eigenen‘ Garten gewachsenen Äpfel nur noch mit einem entsprechenden App abernten dürfen, sie gehören damn nämlich dem Herrscher der patentierten Welt.

Herrgottnocheins.


6.

Entnommen aus: Falsch verbunden vom 3. Februar 2011

… nun
mag es ja sein, daß wir mithilfe unserer sich stets weiterentwicklenden Kommunikationstechnik in Begriff sind, den Sinn und Zweck von Information und Kommunikation besser zu verstehen und neu zu erlernen – doch vielleicht sind wir bis dato auch nur völlig irre geworden, während wir unaufhörlich in diverse Bildschirme starren, uns die Telefone ins Ohr stecken, jeden Gedanken schon simsen, twittern oder bei facebook verteilen, bevor wir überhaupt recht wissen, an wen genau wir ihn eigentlich richten wollten. Hierbei wenden wir uns in einem unaufhörlichen Gebrabbel einander zu, als möchten wir bloß an der Tatsache vorbeireden, was für eine Menge an sinnlosem Alltagsgeschwätz wir uns schon in den ganzen Jahren zuvor niemals zu sagen gewagt hätten.

Vielleicht aber stellt dieses dringende und drängelnde Mitteilungsbedürfnis auch nur den etwas unbeholfenen Versuch der Menschheit dar, wieder in die Kommunikation mit dem Ganzen, dem All und AllesNichtsOder einzutreten und zur Urform aller Kommunikationsprozesse zurück zu gelangen. Daß wir hierbei beständig das Thema Telepathie streifen, bleibt uns allerdings noch verborgen. Ich jedenfalls ersehne den Tag, an dem wenigstens facebook mal für ein paar Wochen Urlaub macht und wir darauf verzichten müssen, andauernd unsere Profile abzudaten und auszutauschen, als wären es die neuesten Abziehbildchen unserers Egos.

Wie schön wäre es doch, wenn man nicht immerzu mit den achthundertsiebenundneunzig Freunden konfrontiert wird, wo man doch gerade nur an einen von ihnen dachte und sich für die Belange die restlichen achthundertsechsundneunzig Freunde im Augenblick nicht besonders interessierte.

Wie schön wäre es doch, wenn zusätzlich noch alle Handys ausfallen würden und jeder erstmal eine Weile für sich alleine rumstehen muß und sein zwanghaftes Dauergebrabbel für eine Weile unterbindet, das er im Geiste ja doch nur mit sich selber führt – bis sich eben herausfiltert, um welchen der zwei bis drei Menschen es sich nochmal gehandelt haben konnte, dem er aus der Menge seiner 897 Freunde von Herzen etwas Wichtiges mitzuteilen gehabt hätte –

Zwar will ich die neuen Wege einer konstruktiven Massenkommunikation nicht pauschal verurteilen, schon gar nicht in Zeiten der Revolution, doch was soll ich vom Geisteszustand des einzelnen Menschen halten, wenn er sein Handy öfter benutzt als seinen Geist und seine Geisteskraft täglich – oder gar stündlich – nur dazu nutzt, seinen kompletten Gedankenverkehr ungefiltert in den ohnehin schon ziemlich überlasteten Äther hinauszubeamen?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich eine Verbindung zu Freunden und Liebsten im Innern verspüren ließ – wie ich mich also mit vertrauten Menschen, die nicht in der Nähe wohnten, auf eine seltsame Weise verbunden fühlte, weil ich zu ihnen einen guten Draht hatte. Dieser gute Draht beruht auf Vertrauen, Urvertrauen gar, und er will gut isoliert sein, um ein unerwünschtes Ablauschen oder herbeigeführte Irritationen von Außen abzuwehren. Doch im Grunde ist er unzerstörbar, so sensibel er auch ist. Er schwebt wie ein unsichtbares Glasfaserkabel frei im Äther herum und interagiert sogar mit anderen Drähten, die wiederum über weitere Schnittstellten miteinander in Verbindung stehen.

Sobald diese innere Verbundenheit wieder hergestellt wurde und die guten Drähte, die wir stets untereinander haben, so lebensfroh benutzt werden, daß sie im Himmel zu glühen beginnen, stehen wir in wahrhaftiger Kommunikation zueinander. Hier nehmen wir die Informationen ungefiltert entgegen, die uns gut tun, denn es sind Grundinformationen, wie Vertrauen, Liebe, Zuversicht, Beistand, Verständnis und schöne Grüße.

Auf die Wiederherstellung dieser Kommunikationsebene werde ich aktiv warten und auf den ganzen restlichen Schmuh bis dahin möglichst verzichten, denn meine Vorstellungskraft ist größer, deutlicher und reicht weiter, als jedes Bildtelefon, egal was für einen himmlischen Namen es trägt.


7.

Entnommen aus: Buch verloren – Gesicht gefunden (oder wie ich herausfand, wer oder was eigenlich facebook ist vom 01. Dez. 2010

Tja, und so klären sich die Dinge doch stets nach und nach auf: Ein soziales Netzwerk im Internet. Seltsam eigentlich, denn im Grunde ist ja das Internet an sich schon ein soziales Netzwerk. Facebook ist so gesehen nur eine Masche darin. Kein Wunder also, daß es mir bis dahin nicht bekannt war – denn es ist ein Nischenthema. Eben nur für bestimmte Gruppen gedacht, oder besser gesagt für Einzelne, die aufgrund ihres unerfüllten Wesens nach einer Gruppe von Gleichgesinnten suchen, die das gleiche individuelle Problem haben.

Bei näherer Untersuchung wurde mir dann auch endlich klar, warum man es facebook nannte, bzw. nur so nennen konnte. Man soll in den Gesichtern wie in einem offenen Buch lesen können, wobei es allerdings aufgrund von Platzmangel und zu vieler Vorgaben lediglich zu oberflächlichen Angaben gereicht, während die einzigartige Tiefenpersönlichkeit eines jeden Individuums hierbei auf der Strecke bleibt.

Nun ist facebook offenbar sehr weit oben auf dem Markte platziert und das ohne ein einziges Produkt anzubieten, während die Kundschaft sämtliche Angaben ihrer Person, einschließlich des Gesichtes, an mindestens 60 in facebook involvierte Firmen und Applikanten Preis gibt, was ja nichts anderes heißt, als daß sie einem Verkauf dieser Erhebungen zustimmen. Wenn sich überwiegend zu diesem Zweck monatlich mehrere Millionen Menschen dort einfinden, dann könnte man facebook schon als einen marktstrategischen Geniestreich bezeichnen, der sicherlich auch weitere Interessen weckt. Um nicht zu sagen, falls Google nicht demnächst das Google-Parfüm erfindet, dann wird es früher oder später facebook tun.


8.

Entnommen aus: Jeder hat noch ein paar Tage Zeit seine Lebens-Chronik rückwirkend zu ändern vom 26.01.2012

Zwar bleibt es allen „Nutzern“ (in meinen Augen doch vielmehr „Benutzten“) weiterhin vorbehalten, die öffentliche Einsehbarkeit ihrer Angaben nach bestem Ermessen und schlechtestem Gewissen schleunigst abzuändern, doch wirklich gelöscht wird hierdurch natürlich nichts davon – einen der größten Datenschränke aller Zeiten hat facebook schließlich nicht umsonst gebaut.

Da kann wohl nur Google mithalten. Man müßte beide nur noch geschickt miteinander verknüpfen und schon hätten wir sie alle im Netz.

So langsam könnte man sich schon fragen, wozu facebook (und Co.) letztlich erfunden wurde(n). Als hätten wir nie die Wahl gehabt. Ich meine, es mag ja sein, daß es immer noch Leute gibt, die zum Beispiel den vorab in jeden PC eingebauten Internet Explorer* benutzen oder neuerdings den Google Chrome Browser, und es mag ja auch sein, daß es immer noch Leute gibt, die Google** für die einzig verfügbare Suchmaschine im Internet halten, sowie es desweiteren trotz aller neuzeitlichen Schnüffelmethoden immer noch Leute geben mag, die frank und frei alles von sich (und zwangsläufig ihren „Freunden“) einer Megadatenbank namens facebook anvertrauen –

– doch daß es immer noch Leute gibt, die SOWOHL das eine tun, ALS AUCH das andere UND DAZU NOCH bei facebook angemeldet sind – das mag doch wohl bitte nun wirklich nicht sein!


9.

Entnommen aus: Exodus beim Vielvölkerstaat facebook – große Flüchtlingsströme am Fuße des Zuckerberges gesichtet vom 29. Juni 2011

Ich glaub mein Hut pfeifft. Es ist doch gar nicht schlecht, daß all die angeblich jetzt heimatlosen Menschen den Anschluß an ihre sozialen Netzwerke verlieren. Sollen sie doch! Vielleicht kommen sie dann einmal zur Ruhe und überlegen sich, was an ihrem Verhalten überhaupt sozial gewesen sein soll. Auch Facebook ist nie ein soziales Netzwerk gewesen! Denn das würde doch heißen, daß jeder, der dort schon vor Jahren ausgetreten ist, sich asozial verhalten hätte. Na, dann bin ich aber gerne asozial gewesen!!

Man sieht doch, wo das endet, mit dem scheinheilgen Sozialverhalten. Kriege und Ausbeutung wo man nur hinschaut. Die Gemeinschaft tummelt sich auf einer Wiese, sieht die Drahtzäune drumherum nicht und wirft die Kühe auf den Grill, die auf der Weide nebenan genauso ahnungslos herumstehen.

Immerhin ist man bei facebook aber darum bemüht, das Wohl des Einzelnen und der Gemeinschaft im Auge zu behalten. Hier ist man sogar derart um soziale Eingliederung bemüht, daß niemandem, der sich einmal von der Gemeinde losgesagt hat, jemals die Möglichkeit zur Rückkehr verwehrt wird, denn keiner wird dauerhaft von facebook ausgeschlossen bleiben. Denn selbst wenn du deinen Account gelöscht hast, werden sämtliche Profilangaben beibehalten, nichts davon wird entfernt und nichts davon wurde gelöscht. Das kann man sogar in der entsprechenden Ausstiegsklausel bei facebook nachlesen:

„Wenn du irgendwann später, nachdem du dein Konto deaktiviert hast, wieder zu Facebook kommen willst, kannst du dein Konto reaktivieren, indem du dich mit deiner Email-Adresse und deinem Passwort einloggst. Dein Profil wird vollständig wiederhergestellt, Freunde, Fotos, Interessen usw. … Danke [sic!] daran, dass du Zugriff auf deine Anmelde-E-Mail-Adresse für dein Konto haben musst, um es wieder zu aktivieren.“

Ich gebe zu, durch unserer Aufklärungsarbeit via Facebook wurden wenigstens einige Diktatoren der Welt von ihrem Thron gestürzt und wäre die USA uns nicht wieder zuvorgekommen, hätten wir den Bin Laden bestimmt auch noch erwischt. Aber wie doof sind wir eigentlich? Facebook ist ein Puzzlestein der globalen Überwachungskrake. Zumindest muß da nur der Richtige ganz Oben sitzen, der vielleicht auch noch Google in der Tasche hat, mit seinem Streetview, der Google-Wallet, dem Google Person Finder und so weiter. Frag dich mal, warum wohl wurde Eric Schmid, der „Executive Chairman“ von Google neben Chris R. Hughes, dem Co-founder von Facebook bei den Bilderbergern eingeladen? Zusammen übrigens mit Jeff Bezos von Amazon, Reid Hoffman dem „Executive Chairman“ von LinkedIn und Craig Mundie, dem „Research and Strategy Officer“ von Microsoft?

Soll also meinetwegen bloß jeder schleunigst sein „soziales Netzwerk“ verlassen. Was hast du zu verlieren? Was hier nur verloren geht, ist das zwanghafte Ansammeln von Freunden zur Stärkung vielseitiger Profilneurosen, das aufdringliche Vorzeigen von Schnappschüssen, das Herumwinken vielfacher eigener Ego-Abziehbildchen, das ungezwungene Rumzeigen und Umverteilen von Fotos der eigenen Kinder, die stillschweigende Zustimmung zum Verkauf privater Informationen und das Ausleben etlicher weiterer geistiger Deformationen …


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