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Entwurf vom 01. März 2017
Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2017, Nachtrag 10/2021


In Anlehnung:

Meine Rede auf dem Medien-Zensur-Symposium „IN MEDIAS REST“


Relationsschreiben
zu unserer freiwilligen Mitarbeit bei CORRECTIV sowie zu den Gerüchten bezüglich unseres fakebook Beitritts

dem erschrocknen Leser zur Beruhigung ausführlich kund getan
und allen Wahrheitszeitungen zuliebe in gleichsamiger Entwirrung weiterer Weltengeflechte
mit unterschiedlichen Abschweifungen in diese und jene Gegend
ergänzt und beschrieben
von

Jermain Foutre le Camp
Bericht-Bestatter der Ultimativen Fakenews Online


Die Skandalmeldungen um die Ultimative Freiheit Online reissen offenbar nicht ab. Nur wenige Wochen nach dem verheerenden Publikationszwischenfall (wir berichteten) kursiert bereits ein neues Gerücht um unseren Hang zur selbstverherrlichenden Publikationspraktik. Eigenen Wahnvorstellungen zufolge hätten wir jetzt nämlich auch noch einen Beitritt ins asoziale Netzwerk facebook in Erwägung gezogen, um der Welt zur Erwachung zu verhelfen! Was für ein Irrsinn!

Vielmehr hatten wir uns nämlich mit der neusterdings in Essen ortsansässigen Censoren-Companey „Correctiv“ in Verbindung gesetzt, um gemeinsam mit ihnen und ihrer Handvoll Mitarbeiter (es werden künftig 100erte sein) auf sogenannte fake-news bei facebook Jagd zu machen. Da sind wir übrigens nicht so schwach aufgestellt, wie es zunächst den Eindruck macht. Welcher Rückendeckung ich mir bei der Zusammenarbeit mit Correctiv nämlich versichert sein darf, kann man inzwischen → in diesem Bericht¹ nachlesen; unterdessen erzähle ich hier schonmal ein bißchen weiter:

Nach dem ersten Vorstellungsgespräch (das zunächst auch ganz im Sinne meiner Vorstellung abgelaufen ist) kamen wir jedenfalls überein, daß unsere Zusammenarbeit nur dann ihren Erfolg zeitigen würde, wenn wir es nur richtig anfüngen. Lediglich gab es einige Differencen bezüglich der Begriffbestimmung, insbesondere bei der Wortconstruktion fake-news, ein Begriff¹, der vor allem mich sehr stutzig machte. Denn wenn ich über eines verfüge, dann über eine ganz ausgeprägte Begriffsstutzigkeit, was mir auch schon häufig bestätigt wurde!
Und diese unterschiedliche Art der Begriffsauslegung war dann auch der Grund dafür, daß die gedachte Zusammenarbeit zwischen mir und correctiv letztlich scheiterte. Schade eigentlich, daß sie nicht auf mich hören wollten, als ich ausführte, man müsse doch beim Auslöschen von Lügenberichten zunächst zwischen fake-news und false-news unterscheiden. So sei es zwar nicht ganz falsch, fake zu sagen, doch wäre es richtiger, false zu sagen, also falsch; um nicht zu sagen: falsch ist das richtige Wort. Falsch ist richtig und richtig ist falsch, das sei schließlich worum es in dieser Welt doch ginge. Aber das wollten die nicht verstehen.

¹[false oder fake: Ultimative Fake-News Online jetzt auch auf Fakebook]

Na, wie auch immer! Wenigstens werden nun alle Autoren, Schreiber und Textproduzenten, als auch alle Federspitzer, Tintenkleckser, Tastentänzer und sonstigen Schmierfinke, die über facebook gänzlich andere Nachrichten zu verbreiten versuchen, als die führenden Medienhäuser, erstmal aus diesem asozialen Netzwerk verbannt. Das finde ich sehr erstrebenswert, denn auf diese Weise kommt alsbald zusammen, was zusammengehört;
Ja, ihr habt euch richtig verhört: Mir ist das einerlei, daß die nun bei facebook aufräumen – und ich hätte sogar gerne dabei mitgemacht, einem Lügenbolden nach dem anderen ganz ordentlich das Licht seiner Schreibti-schlampe auszuknipsen. hier könnte man im Hintergrund folgenden Singsang anstimmen: Schreibt die Schlampe Schreibtischlampe helf ich ihr aus der Schlammpampe
So hatte ich das übrigens auch in meinem Bewerbungsschreiben formuliert, was die Herren offenbar so gut fanden, daß sie mich gleich zum Essen einladen wollten. Dachte ich erst! Sie meinten aber nach Essen, wohin ich dann auch in der Hoffnung auf eine einträchtige Arbeit stracks meine Reise antrat; und so vereinbarte man mit mir als Treffpunkt eine neutrale Lokalität Nähe des Bahnhofs, allwo ich dann zunächst einem Abgesandten als Vertreter des Correctivs vorstellig werden sollte.

Diese Lokalität aber war entgegen meiner Hoffnung weder ein italienisches Restaurant, so wie sich das für consperative Treffen ja gehört, noch wenigstens eine gemüthliche Gaststube, sondern eine von jenen neon-pink-türkis belichteten Puffduft-Wasserpfeifen-Zentrifugen, allwo die luftblubbernde Schicki-Yuppie Gemeinde auch schon wieder als eine dementsprechende Pfeifenkopf-Gemeinschaft beisammen hockte und ein orientalisches – mir sonst durchaus gefälliges – hier allerdings nur idiotisch nachgeäfftes (fake!) Lebensgefühl zu erleben glaubte; derweil jene, dem gedachten Ambiente gestaltsam eher zugehörigen Figuren, sich auch nicht gerade sonderlich original-orientalisch gebärdeten, sondern in blutengen bis über die Knöchel hochgeklappten Jeans-Strumpfhosen auf die ebenso in Tütenwurst-Hosen gezwängte Frauenwelt starrten, die mit der gesamten Männerschaft bestehend aus internationalen und deutschen Helden – von denen die meisten der deutschen wiederum durchdesignte gewachste bräsige Börsenbart-Yuppies darstellten – einen rundum gelungenen Afterwork-Feierabend zellebrierten, so daß sich mir diese interkulturelle Gesellschaft gemäß der drei gängigsten Wasserpfeifen-Varianten in Standard-Köpfe, Einloch-Köpfe und Power-Bowl-Köpfe als eine dementsprechende Ansammlung dann auch insgesamt darstellte, ja sisha!

Zumal anstelle handgeknüpfter Perserteppiche nur wieder die Flachbildschirme hingen, darin sich die üblichen a la mode Stars und Sternchen so aufdringlich nach außen projiezierten, daß sich die im Raume Anwesenden gleichsam anschickten, als deren ebenbildliche Contrafecte noch desto geiler aufzufallen!!

Auch gab es entgegen meiner bald beigesetzten Hoffnung nichts weiter zu essen, als die üblichen scharfspitzigen Natschos und auf leuchtende Plastikstäbe gesteckte Oliven, die allerdings nicht nur aussahen wie von Autoreifen abgefallene Gummi-Noppen, sondern auch so schmeckten!!!

Und so, wie mir damals diese im LED-Licht beständigen Nebulschwaden der unterschiedlichsten Puffdüfte die Nebenhöhlen in vernebelte Höhlen umgewandelt hatten und ich deswegen sehr unconcentriert nebel mir saß, kann ich heute auch nicht mehr versichern, ob das Gespräch mit dem Abgesandten von CORRECTIV auch wirklich genauso abgelaufen ist, wie ich es mir hiermit nun aus der Erinnerung zurückrufe:

Der Abgesannte, den ich übrigens inmitten der ganzen Dunstwolken zunächst für dessen Vorgesetzten Herrn Schraven gehalten hatte, begrüßte mich dann im Auftrag desselben und bat mich, ihm also darzulegen, welche Ambition ich denn hätte, ihrem Journalisten-Verbund beizutreten. Dazu sagte ich, daß ich zwar bereit wäre, ihnen als Journalist ein wenig zu helfen, doch kämen sie nur in Genuss einer solchen Unterstützung, wenn man mir ein Positiönchen in dem Projekte zusicherte, bei dem es darum ging, Jagd auf fake-news bei facebook zu machen.

„Denn“, so führte ich aus: „ich finde, die fake-news gehören aus dem asozialen Netzwerk verscheucht, vor allem damit es wieder sozialer werde. Sozial bedeutete doch schließlich insgesamt dies: barmherzig, mitmenschlich, gemeinnützig, gesellschaftlich, uneigennützig, selbstlos, human, karitativ, politisch, hilfsbereit, fürsorglich, wohltätig. Und da es nun in unserer Gesellschaftsform in diesem Sinne sozial zugeht, muß von den Behütern dieser Wertegesellschaft darauf geachtet und systematisch dafür gesorgt werden, daß es in einem sozialen Netzwerk ebenso zugeht, vor allem wenn es sich hierbei um einen gesellschaftsrelevanten Bereich mit 1,86 Milliarden Mitgliedern handelt, was in der äh im Falle facebook demnach ja so ist.“
Eine gemeinschaftsdienliche Zusammenarbeit könne schließlich nur gewährleistet sein, wenn alle sich nach den bislang erreichten und somit vorherrschenden Gesellschaftsnormen richten, gleiches gilt für die politisch soziale Betätigung. Jeder mit gegenteiligen Ambitionen und alle, die darinhalben den sozialen Frieden gefährden, hätten daher zunächst aus facebook zu verschwinden. Das werde in der Gesellschaft schließlich ganz genauso unternommen. Ein soziales Netzwerk, zumal von dieser Größe und internationaler Bedeutung, müsse daher auch genauso gestaltet sein, wie unsere Gesellschaft, denn es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, und so müsse es auch ganz logischer Weise in der gleichen Art und von denselben Lenkern dirigiert werden.

„Und das ist doch, was Sie von Correctiv ebenso meinen, auch wenn Sie es vermutlich anders ausdrücken würden, oder?“, schloss ich also, was mir der Abgesandte, die Brille per Zeigefinger zurecht-tippend, mit einem „Das ist korrekt“ aber auch sofort bestätigte.

„Schön. Und da es so ist“, führte ich weiter aus, mich nunmehr eines wikipedia-Zitats (das sollte doch genügen) bedienend, „daß:
Laut einer Langzeitstudie der TU Darmstadt und der TU Dresden im Jahr 2014 in Deutschland rund 91 Prozent aller Online-Nachrichten der Mediengesellschaften über die Facebook-Like und Teilen-Buttons verbreitet wurden,
kann es für Sie, die Sie in erster Linie Journalisten sind, zunächst nur das gesellschaftsdienliche Ziel sein, hiervon die fakenews zu vertreiben und unsere führenden Medienhäuser als Hauptinformationsportale wieder besser zu etablieren, schließlich werden diese von den gleichen Firmen und Institutionen finanziert oder subventoniert, denen zu dienen jeder facebook-User insoweit stillschweigend zugestimmt hat, als daß er als persönlicher Verteilerkasten entsprechender Waren- und Meinungswerte benutzt werden darf.
Korrekt soweit?!“

„Ja, das ist soweit korrekt.“

„Und während über diesen Weg durchaus auch fragwürdige Produkte umworben und verkauft werden dürfen, darf es bei Nachrichten und daraus entstehende Meinungen nicht so sein, da diese ja kein Geld oder nicht ausschließlich Geld einbringen, derweil über Warenverbreitung durchaus auch immer die Meinungen an den Mann gebracht werden können, die unsere Gesellschaft gerade am nötigsten hat.
Und das“, schloss ich, „dürfte doch auch in etwa dem entsprechen, was Sie in etwa so denken. Auch korrekt?“

„Auch korrekt.“

„Sehen Sie! Und deswegen brauchen Sie meine Hilfe.“

„Wieso?“

„Wieso „wieso“?“

„Hm?“

„Naja, wieso auch nicht? Jedenfalls wollte ich sagen, daß dieses recht aufwendig erscheinende Unterfangen zwar im Prinzip sehr leicht zu bewerkstelligen ist, vor allem aufgrund und mithilfe der bereits ins facebook platzierten und wechselseitig installierten Verbund-Elemente.
Doch können Sie mir nicht erzählen, die facebook-Säuberung sei ihr hauptsächliches Ziel – ich meine, das kann ja nur die erste Phase Ihres gesamten Vorhabens sein. Weiln, das ist doch Unfug. Man posted die Fake-Artikuln schließlich zunächst auf eine richtige Internetseite und von da aus geht der Schitt mit zweidrei Clicks ins fakebook. Demnach man eigentlich die Internetseiten zensorieren müsste. Ist doch so, oder Herr Zensemorienmeister?“

Endlich sagte er dann, er wisse nicht so ganz, worauf ich hinaus wolle. Die „Korrektur-Arbeit“ sei eigentlich nur eine Nebensache. In erster Linie sei Correctiv ein Verbund von ernstzunehmenden Journalisten, meinte er, um dann, in sein Heftchen blickend, wiefolgt fortzufahren:
„Wir wollen aufklären. Wir sind das erste [?] Recherche­zentrum in Deutschland, das unabhängig, werbe­frei und nicht-gewinnorientiert ist. Nach unserem Verständnis ist der Kern des Journalismus, Miss­stände aufzudecken. Deshalb recherchieren wir zu Korruption im Gesundheits­wesen, zu Machtmissbrauch von Politikern, zur wachsenden sozialen Ungleichheit und zu einer Oberschicht, die glaubt, Regeln würden nur für andere gelten. Damit wir arbeiten können, brauchen wir Menschen, die uns unterstützen. … “ [1] Zitat

„Ich vermute über Mitgliedsbeiträge und Spenden der Mitglieder?“, fragte ich zwischenrein, was er sogleich bestätigte. Aber nicht nur. Mehr Geld käme von den Stiftungen. Zum Beispiel von der „Brost-Stiftung in Essen, die uns in den ersten drei Jahren mit insgesamt drei Millionen Euro unterstützt hat. Weitere bedeutende Förderer sind die …“

„Moment habe ich das richtig gehört! Eine Million pro Jahr? Wie kommt man denn an soviel Geld?“

„Das habe ich doch gerade vorgelesen. Von der Brost Stiftung.“

„Ja,ja ich weiß. Aber die Stiftung. Woher bekommt die denn das Geld?

„Woher die Stiftung das Geld bekommt? Ich weiß auch nicht. Ich kann Ihnen aber versichern, daß sie nur mildtätigen Zwecken dient. Frau Anneliese Brost, als deren Gründerin, ist nämlich eine sehr anständige Dame gewesen.“

„Ich weiß, das finde ich auch. Mit der Anneliese Brost Stiftung hatte sie wirklich nur Gutes vor und das auch alles im übersichtlichen Rahmen. Auf ihrer schönen Webseite wird das schließlich auch so gesagt: Die Anneliese Brost-Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige und gemeinnützige Zwecke. Sie fördert insbesondere die Jugend- und Altenhilfe sowie Kunst und Kultur in Essen und im Ruhrgebiet, heißt es dort.“[2]

„Ja, nicht wahr, Herr le Camp? Eine feine Dame mit Herz.“

„Auf jeden Fall. Das war sie bestimmt. Dann aber gibt es ja noch die Brost-Stiftung. [3] Diese Stiftung jedenfalls wurde am 1. Juni 2011 gegründet, also ungefähr 9 Monate nach dem Tod von Anneliese Brost und 8 Jahre nach der im Jahr 2002 von Anneliese Brost gegründeten Anneliese Brost Stiftung.
Von welcher der beiden bekommen Sie denn nun Ihr Geld?“

„Äh von der Brost-Stiftung. Mein‘ ich jedenfalls.“

„Aha, sehen Sie, das wollte ich doch nur wissen.“

„Das hätten Sie aber auch auf unserer Webseite nachlesen können.“

„Weiß ich doch. Hab ich doch. Die Webseite finde ich zwar weniger schön, wegen diesem neumodischen Klipp-Klapp-Unfug, aber ansonsten bin doch sehr beeindruckt von der Anziehungskraft, das Ihr Unternehmen auf stiftungswillige Institutionen ausstrahlt. Deswegen wollte ich das ja auch gerne nochmal mit Ihnen besprechen: Das Jahr 2015 war schon nicht übel, aber im Jahr 2016 gings ja erst richtig los. Allein schon die 925.000 € von der Brost-Stiftung sind eine Menge Holz. Dazu 114.000 € von der niederländischen Stiftung Adessium und 103.900 Euro von der Schöpflin Stiftung, da kann man schon was mit anfangen – oder sind diese Zahlen nicht korrekt?“

„Doch, die sind korrekt.“

„Gut! Dann noch:
54.750 € von der Deutschen Bank AG,
51.900 € von der Stiftung Vielfalt und Partizipation für Lokaljournalismus,
35.000 € von der Rudolf Augstein Stiftung,
19.350 € von der Bundeszentrale für politische Bildung,
18.500 € durch die GLS Treuhand e.V
und 10.000 € vom Journalismfund.
Korrekt soweit?“

„Ja doch.“

„Desweiteren 10000 Eier von Google Germany GmbH, 12.000 Ören von RTL Television GmbH und 30000 Tacken von der Open Society Foundation. Auch korrekt?“

„Nein, das ist nicht korrekt, da haben Sie die Angaben auf unserer Internetseite wohl einfach gerundet: Es waren 9.758 € von Google Germany GmbH, 12.014 € von RTL Television GmbH und 26.884 € von der Open Society Foundation.“

„Komisch.“

„Wieso?“

„Bislang waren das alles immer recht glatte Beträge. Warum auf einmal so plötzlich derart krumme Zahlen? Zumal die nächsten kleineren Beträge ja auch wieder glatt sind:
5.000 € vom ZDF,
5.000 € vom Verband der PSD Banken e.V.,
4.760 € von der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit e.V.,
4.250 € von Pro Rauchfrei e.V.,
4.000 € von der Konrad Adenauer Stiftung,
3.000 € von Rotary Hilfe e.V.,
3.000 € von der Stiftung Erneuerbare Freiheit,
2.000 € vom Zeitenspiegel Reportagen Reinhardt & Partner,
1.785 € von Gruner + Jahr GmbH & Co KG und
1.500 € von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.“

„Ich verstehe nicht.“

„Na wo die glatten Summen schön, sind schief die krummen anzusehen.“

„Hä?“

„Ja hier: 9.758 € von Google Germany GmbH, 12.014 € von RTL Television GmbH, 26.884 € von der Open Society Foundation und 2.571 € von der Heinrich Böll Stiftung. Alle anderen enden aber auf Null oder Fünf. (Angaben gemäß Correctiv und einprozent.de)
Sind das vielleicht nur symbolische Zahlen, sowie vielleicht mancher Kleinbürger mal 33 Euro 77 spendet, statt 35 €? Oder ist das eine vielleicht brutto und das andere netto?“

Tja, und als er daraufhin zum Handy griff, um vermutlich die Sache nochmal nachzufragen, da schravante mir schon, daß es mit meinem Bewerbungsgespräch wohl kein Gutes Ende nehmen würde, denn kaum hatte er seinem Telefonpartner unseren Gesprächsverlauf geschildert, gab er nur noch kleinlaute Verlautbarungen wie „…verstehe, ja.., ok, …gut, …verstehe, ja… mache ich“ von sich und wirkte, so mit gesenktem Haupt dasitzend, auch arg niedergeschlagen.
Dann holte er tief Luft und wandte sich nach viel Räuspern wieder an mich:

„Herr le Kamp, wenn Sie mich als Vetreter von Correctiv interviewen wollten / so hätten Sie dies auch so anmelden müssen / Aber wir verstehen das / es ist kein Problem für uns / Wir sind vollkommen transparent / Und haben nichts zu verheimlichen / Da Sie sich aber bei uns bewerben wollten / wäre es / in Vertretung Ihres vielleicht künftigen / meines aber noch gegenwärtigen Arbeitgebers / eigentlich an mir gewesen /vorab gewisse Eingangsfragen an Sie zu stellen / Statt mich von Ihnen gleich so einlullen zu lassen.
So ein Mist.“

„Oh bitte um Verzeihung, ich wollte Ihnen da keine Unannehmlichkeiten bereiten. Ich finde das nur so spannend bei Euch und hätte noch soviel mit Ihnen zu besprechen. Aber Sie dürfen ja nicht! Am besten Sie rufen nochmal da an, dann reisse ich Ihnen das Handy aus der Hand und spreche selber mit dem.“

„Sie sind ja lustig. Neinnein, das geht nicht.“

„Ach kommen Sie schon. Es wird schon nichts passieren. Sie werden am Ende auch vom Chef wieder gelobt werden. Daß Sie es überhaupt im Gespräch mit mir derart lange ausgehalten haben und so. Außerdem findet das meiste davon wahrscheinlich sowieso wieder nur in meiner Phantasie statt, so war das bis jetzt immer. Na los, wählen Sie schon. Sagen Sie ihm einfach, ich hätte Sie unter Androhung von Gewalt dazu gezwungen.“

„Sie wollen mir doch nicht drohen?“

„Ach iwo denn! Ich hab doch Argumente. Vielleicht kriege ich die Sache ja auch noch hingebogen. Wir stehen doch alle miteinander auf der Seite der Guten.“

Tja, und so hatte ich dann wahrhaftig den Chef persönlich an der Strippe und er wirkte sogar recht freundlich auf mich, vor allem auch aufgrund von wegen seim Akzent. Lediglich wollte er sich von der Unabdingbarkeit meiner Beihilfe nicht gleich überzeugen lassen. Inzwischen hatte er nämlich meine Person überprüfen lassen und dabei rausgefunden, daß ich ja selber nur unglaubwürdige Dinge schrübe und fake-news verbreiten tät! Nun, das stimmt ja auch, wendete ich da ein!
„Gerade da“, führte ich dann aus, „liegt das Kind doch begraben! Das ist nämlich der springende Hund! Man muß das Pferd nur eben von hinten aufbäumen oder wie das heißt. Verstehen Sie?“

„Nein, ich glaube Sie wollen uns nur auf den Arm nehmen.“

„Stimmt! Beziehungsweise das wirkt nur so. Ich will Ihnen nur sagen, Sie gehen die Sache völlig falsch an. Sie stechen die Falschen aus dem facebook raus. Sie sind der Wahrheitsbewegung gehörig auf den Leim gegangen.“

„Quatsch.“

„Doch. Denn nicht die Großen sind das Problem, sondern die Kleinen. Will sagen: Die Großen sind die Kleinen. Die Großen tun nur so. 8000 Leser am Tag, 20000 Zugriffe! Da denken Sie doch, die muß man zuerst cashen oder nicht? Große Zugriffszahlen, viel Publikum, an die muß man ran. Oder? Hallo? Ich habe Ihnen eine Frage gestellt. An die muß man ran. Oder? ODER!!?“

„Ist ja schon gut. Jaja, sicher.“

„Sehen Sie! In Wirklichkeit stimmen diese Zahlen aber nicht! Sie haben sich blenden lassen! Was Sie da weglöschen sind Peanuts. Derweil liest die große Menge bei den vermeintlich kleinen blogs.“

„Ach was, Sie spinnen.“

„Nicht im Leben! Sie wissen doch selbst: Diese Internetseiten verbreiteten fake-Nachrichten. Und alle anderen Angaben stimmen? Sie sind vielleicht naiv. Wo bleibt Ihr Sinn fürs Correctiv?“

„Wie meinen Sie das?“

„Na, Sie haben doch mit links herausgefunden, daß mit meiner Internetseite fake-new verbreitet werden. Soweit ist alles klar. Jetzt werfen Sie aber mal einen Blick auf meinen Besucherzähler. Na?“

„Knapp 55000.“

„Klicks. 55000 Klicks in 7 Jahren. Peanuts, was?“

„Kann man so sagen. Nicht gerade viel. Geradezu unbedeutend.“

„Und nun hängen Sie nochmal 4 Nullen dran. Und?“

„Fffü…boh!“

„Genau. Jetzt hat’s Klick gemacht, was?“

„Sie meinen Sie hätten… Sie haben doch nicht etwa…“

„Die Zahlen gefälscht? Selbstverständlich. Das ist ja der Trick. So, jetzt wissen Sie wenigstens schonmal, mit wem Sie es hier zu tun haben. Und was die vermeintlich Kleinen können, das können die vermeintlich Großen schon lange. Caprese?“

„Hä?“

„Na, ob Sie das kapiert haben, verdorrinocheins!“

„Ah, ich glaub Sie meinen capisce.“

„Ja ist doch alles derselbe Salat. Wissen Sie nun von was ich rede?“

„Mh: nicht nur deren news, sondern auch die Besucherzahlen sind gefaked?“

„Na klaro! Alles fake! Falsch ist Richtig und Richtig ist Falsch. Das wissen Sie doch selber.“

„Herrje! Und wat nu?“

„Keine Panik auf der Titanic. Und keine Satire auf dem Papiere. Weil jetzt komm ich ja ins Spiel. Verstehn Sie? Ich gehe auch nach facebook. So ein facebook-Konto ist schnell eingerichtet und der zum allgemeinen Erwachen der Menschheit erforderliche Verteilerkasten-Fan-Club ja innerhalb weniger Wochen aufgebaut. Nichts leichter als das. Haben ja alle anderen auch gekonnt. In Nullkommanichts hätte ich meine erstunkenen Berichte, Lügen-Postulate, cabinet Nachrichten und unglaubwürdigen Circularschreiben auch dieser Gemeinde fortan unter die Nase gerieben, diesmal aber mit dem Endergebnis, daß sie als Unwahrheiten endlich mal offiziell anerkannt und nicht mehr wie vorher von etlichen tausend Lesern unkritisch geliked und gelobet, sondern von zwei ehrbaren Denunzianten an die entsprechenden Instanzen gemeldet werden. Um dann nämlich was zu tun? Jetzt sind Sie dran. Na los schon.“

„Was zu tun? Ich weiß nicht.“

„Na nichts. Nachdem ich denunziert worden bin, verkünden Sie schlicht, diese Schriften sind nicht fake-news, mögen Sie im facbook bleiben. Und meine Gemeinde wäre geschockt. Denn wenn Correctiv sagt, das muß nicht gelöscht werden, dann sind es ja Mainstream-Ansichten. Woraufhin dann alle etlichen tausend, die mein Geschwurbel vorhin noch für die alternative Wahrheit gehalten haben, mir geschockt den Rücken zukehren und geläutert Richtung des viel glaubwürdigeren Mainstreams flüchten!

Und nicht nur ihrem persönlichen Wahrheitsboten würden sie fliehen, sondern auch allen in meinem Wahrheitswind mitsegelnden Internetseiten, die ich mir inzwischen wie Fanwimpel an den Karren gehängt hätte, würden bald ihre Leser verlieren; denn wenn sie schon der führenden Wahrheitsseite kein Wort mehr gläuben können, wie könnten sie dann noch dessem Anhängsel und anderen Wahrheitsrandgruppen trauen? Sehen Sie? Wenn Sie mich nicht löschen, verliere ich an Glaubwürdigkeit bei meiner Gemeinde und die entflieht mir dann. Das sind aber Hunderttausende, wie ich Ihnen ja gerade schon erklärt habe.“

Wie ich dem Herren Correctiv diese meine Vision darlegte, blieb ihm vor lauter curiöser Bewunderung offenbar das Wort im Halse stecken, lediglich sagte er nur ab und zu „Naja, sehen Sie…“, oder „Ja schon, aber…“, doch das interessierte mich alles gar nicht mehr, so gut war ich inzwischen in Fahrt mit meiner Rede.

Irgendwann hat er dann wohl aufgelegt und wie ich dem Abgesandten sein Handy zurückgeben wollte, war der auf einmal verschwunden, stattdessen saß ich plötzlich inmitten von den ganzen Pfeifenköpfen. Und da fragt mich dann auch noch einer, ob alles gut sei, worauf ich aber sofort erwiderte, ob er etwa mit mir redet oder was!? und bin dann auch gegangen.


Nachtrag 2021: >Multipolarmagazin; Michael Meyen: Auf dem Weg zum Wahrheitsministerium, , 09.10.2021.
<em>… 2020 taucht hier neben knapp 350.000 Euro „Projektförderungen“ aus Steuergeldern ein alter, neuer Großsponsor auf – Luminate, das Portemonnaie von Ebay-Gründer Pierre Omidyar. Erst 450.000 Euro und im ersten Quartal 2021 noch einmal mehr als 400.000, nachdem 2018 schon einmal 640.000 Euro aus dieser Quelle geflossen sind (in jenem Jahr mehr als ein Viertel aller Einnahmen)
…Tania Röttger zum Beispiel, die bei Correctiv den Faktencheck leitet, war in ihrem Volontariat 2016/17 auch im Center for Investigative Reporting, einem Think Tank, der nicht nur von den Open Society Foundations oder der Bill & Melinda Gates Foundation erhebliche Summen bekommen hat, sondern auch vom Democracy Fund der Omidyar-Gruppe (2019: 900.000 US-Dollar, 2018: 1,5 Mio. US-Dollar). Für eine junge Frau ist so eine Station großartig, kein Zweifel. Sie lernt dort, wie ein Journalismus funktioniert, der den großen Spendern gefällt. Tania Röttger muss ihren Job können, sonst wäre sie bei Correctiv nicht so schnell aufgestiegen. Als „Kronzeugin“ gegen das Geld scheidet sie allerdings aus. Sie kennt es nicht anders.</em>


In Anlehnung:

Meine Rede auf dem Medien-Zensur-Symposium „IN MEDIAS REST“

Ultimative Fake-News Online jetzt auch auf Fakebook

Verweise Im Text

→ ¹Der Bock gärtnert: Correctiv soll FakeNews für Facebook „jagen“, sciencefiles vom 17.01.2017
→ ²Öffentlicher Pranger für Seiten die professionellen Textklau betreiben, dudeweblog

Interna

„nach dem verheerenden Publikationszwischenfall (wir berichteten)“

„Auch die Kopierpasteten würden schließlich als fake gelten“

„von einem → Nachrichter – das ist nämlich eigentlich ein Henker“

„über ein Medium (→ in Delirium ) abgesondert“