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Entwurf vom 01. März 2017

In Anlehnung:
Relationsschreiben zu unserer freiwilligen Mitarbeit bei CORRECTIV und der Überlegung eine hierzu erforderliche fakebook-Seite zu gründen


Auszug aus dem Programmheft zum ersten Medien-Zensur-Symposium
IN MEDIAS REST

Thema: „Unser fake-news Dilemma, wie wir diesem Geschmeiss den Garaus machen und ihrem Einfluss auf die Wahrheit neu begegnen ohne dabei zu lügen“
Redner: Jermain Foutre le Camp
Zeit: 01. März, 18 Uhr
Ort: Alte Ziegelei „Zum roten Stein“, Großer Saal, hinten links

Über den Redner:
Jermain Foutre le Camp trat nach erfolgloser Laufbahn als Schreiber und Poet der alternativen Medienszene (diese Lügenbrut!) bei. Über die Jahre geläutert und bekehrt ist er inzwischen auf der Seite unserer geliebten Wahrheit tätig, tourt als Troll¹ durch die Republik und hält Vorträge mit hohem Unterhaltungswert. Zur Anerkennung für sein Engagement ist ihm im Januar 2017 erstmals der „Wohlgemeinte Wahrheitswimpel“ verliehen worden. Mit seinem heutigen Vortrag mahnt er vor dem Zusammenbruch unserer Medienwelt und sagt der alternativen Szene den Kampf an.

Ein Plädoyier für unsere geliebte Wahrheit mit nachhaltigen Lösungswegen.
Vortragsdauer 10 Min. (mit Applaus & ständige Owehschons: 90 Min.)


Vortrag

Sehr geehrte Anwesenden, liebe Journalisten, Medienbetreiber und Clubmitglieder, ich danke Ihnen für die Einladung zum diesjährigen Zensursymposium „In Medias Rest“, der sich nach drei intensiven Tagen allmählich dem Ende neigt. Als ehemaliges Mitglied der alternativen Medienszene, der lange Zeit als das ultimative Sprachohr derselben galt, weiß ich es ganz besonders zu schätzen, daß Sie mir zu dieser späten Stunde noch Ihre Aufmerksamkeit widmen;

vereinzeltes Klatschen aber auch Pfiffe

Immerhin hat es sich inzwischen ein wenig abgekühlt, hier in diesem ehrwürdigen Gebäude „Zum roten Stein“, eine Bezeichnung die doch von einiger Symbolkraft ist, wenn Sie mir diese Andeutung erlauben. Ich glaube, das haben wir Frau Oberbürgermeisterin zu verdanken, die sich für dieses Bauwerk als Austragungsort unserer Versammlung gegen die Mainstream-Medien eingesetzt hat. Diese alte Ziege…
wie bitte?

einige Zwischenrufe

Was? Habe ich Mainstream-Medien gesagt? Verzeihung! Ich meinte natürlich alternative Medienszene. Danke für die Korrektur.

… Wo war ich stehengeblieben? Ah ja:
Diese alte … Ziegelei „Zum roten Stein“ wäre im letzten Jahr fast abgerissen worden und mittlerweile dient sie als Verantstaltungsort für kulturelle Ereignisse, politische Tagungen, Kongresse und so weiter und nun sitzen wir hier gemeinsam, sozusagen auf heissen Steinen; denn es ist Zeit, daß wir aktiv werden.

Mit meiner Beteiligung an diesem Symposium erhoffe ich mir, ehrlich gesagt, endgültig in Ihren Kreis aufgenommen zu werden und ich möchte Ihnen auch gleich sagen warum: es ist nämlich nicht so, daß ich mich Ihnen anzuschliessen gedenke, weil mein bisheriges Umfeld in Begriff ist unterzugehen und ich sozusagen aus Sorge um meine eigene Zukunft zum Rettungssprung in die etablierte Medienwelt ansetze.

Unruhe im Saal, Stuhlgeruckel

Im Gegenteil, meine Damen und Herren, es ist genau andersherum und das wissen Sie auch selbst, wenn Sie ehrlich zu sich sind: Die alternative Medienszene ist stärker als je zuvor und unser einst auf so festem Fundament stehendes Gebäude staatstragender und systemrelevanter Medien hat erste Risse zu beklagen!

vereinzelte ironische Zwischenrufe („Risse? Durch wen? Durch Sie? haha!“)

Umso beruhigender ist es, daß wir heute zum ersten Mal auch die Correctivisten öffentlich begrüßen dürfen und so geht mein besonderer Dank an alle Freunde, Freunde von Freunden und Freunde von befreundeten Freundesfreunden des Journalistenverbunds Correctiv und damit
Applaus
und damit den Förderern und Stiftungen die diesen Verbund und dieses Zusammentrefffen überhaupt erst ermöglicht haben. Sie sind es schließlich, die auf unserer Weltenwiese für das Weiterbestehen des Medien-Gebäudes Sorge tragen, insbesondere durch Unterstützung der tragenden Säulen. Doch gewisse Vorgänge im Untergrund erfordern inzwischen auch eine Pflege des unmittelbaren Boden-Umfelds, was damit beginnt, ein jegliches Unkraut aus der Weltenwiese zu zupfen, damit es gar nicht erst Wurzeln schlägt, sich unbemerkt verbreitet, unterirdisch verwurzelzweigt, das Fundament verrückt und irgendwann unser Gebäude in Schiefstellung bringt.

hier und da verzögertes Händeklatschen, nachdenkliche Gesichter, bedächtig nickende Köpfe

Daher ist es unbedingt notwendig, daß wir diesem Geschmeiss der alternativen Medienszene endgültig den Garaus machen!

ansteigender Applaus, vereinzelte Schlachtrufe

Das ist kein Scherz, meine Damen und Herren. Dieses Unkraut gehört endgültig ausgerupft!

Viel Applaus, tierisches Gebrüll

Und dafür meine Damen und Herren, ist es nicht zu spät. Das Schiff ist noch nicht in den Brunnen gefallen und wir werden das Kind schon schaukeln, meine Damen und Herren!

Lachen, Klatschen

Ja, den Applaus habe ich geerntet aber nicht verdient. Verdient und gesät haben ihn unsere Freunde der Politik, die hier wie immer gute Lösungsansätze aufzeigten, wenn es darum geht, dem Volk die Angst zu nehmen. Und mithilfe des Netz … Durchsetzungs … Gesetzes, – hui-juj-juj! haben Sie das gehört? Ein Wort in dem dreimal tz auftaucht; also nee… tz-tz-tz
Lachen
… mithilfe des Netz-Durchsetzungs-Gesetzes werden unsere Medienanstalten über google und twitter, vor allem aber durch Pflichtplatzierung beim fitze-fatzebook die Oberhand behalten. Zugleich folgt die strengere Beobachtung der in Netzwerken sich tummelnden Medienbetreiber, in dem sie, also die Netzwerke, gesetzlich verpflichtet werden, fake-news zu vermeiden und im Falle ihres Versagens mit hohen Geldstrafen zu rechnen haben. Um ihnen diese Arbeit zu erleichtern und das Risiko ihrer Straffälligkeit zu reduzieren, gehen wir ihnen mithilfe der Politik und anderer Organisationen zur Hand. Das klingt aufwändig, doch es ist im Prinzip ganz leicht, und wird umso leichter zu bewerkstelligen sein, je besser wir miteinander vernetzt sind, am besten mithilfe von: Stiftungen. (Nachruf: Dieser ehrenvollen Verbundschaft wird übrigens in knapp 16 Monaten nochmal nachdrücklich gehuldigt werden, meine sehr begehrten Damen und Herren, und zwar in diesem Artikel: Insiderhandel bei Bundesministerien)

Klatschen

Das ist schließlich worum es geht, meine Damen und Herren. Wir sprechen nicht umsonst von Netzwerken. Sie denken dabei an facebook, doch nicht facebook ist das Netzwerk. Das Internet ist das Netzwerk; und da müssen wir aufräumen, aber ich denke, Sie wissen das längst und haben längst erkannt, um was es eigentlich geht. stechend prüfender Blick meinerseits durch die Publikumsreihen, dabei langsam mit dem Kopf nickend. Sie wissen es doch? Oder? Ja, ich glaube, die meisten von Ihnen wissen das.

vereinzeltes nachhaltiges Klatschen, einige Personen erheben sich, weitere schließen sich an, bis nahezu alle stehen, jedoch kein Jubel, sondern respektzeugendes Klatschen

Danke, danke! Ich sehe wir verstehen uns. Das ist die Grundlage für unsere Arbeit. Daß wir wissen, worum es geht und nur wenn wir zusammenhalten, können wir zum Ziel gelangen. Wir dienen der Wahrheit, doch um ihr dienen zu können, müssen wir unterscheiden können; was ist richtig und was ist falsch? Das scheint sehr leicht zu sein, ist aber schwerer als man denkt. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto schwieriger wird es. Sie merken schon…, ich bin mit meiner Rede noch nicht am Ende…
Denn wir müssen noch etwas klären; nämlich die Frage: was ist richtig und was ist falsch. Der Begriff fake zum Beispiel. Ist der richtig oder falsch? Müßte es nicht eigentlich false-news heißen? Wir sprechen doch von Lügen. Und daher muß man beim Auslöschen von Lügenberichten zunächst zwischen fake-news und false-news unterscheiden. Ich habe Ihnen dazu etwas ausgedruckt, das der Lakai gleich an Sie verteilen wird. Sie können sich das später noch anschauen, im Augenblick würde es die Leser doch langweilen, … wie bitte?
Die Zuhörer, sagen Sie? Nein nein, ich meinte schon die Leser; oder was glauben Sie wohl, wer das hier im Augenblick mit verfolgt, Sie Schlauberger!? Kein Grund also mich zu korrigieren. Sind bestimmt von Correctiv, was?

Lachen, Klatschen

Aber zurück zum Text und zu der Frage: Was ist richtig und was ist falsch. Wissen Sie es? Sie zum Beispiel. Nicht? Sehen Sie ich auch nicht! 

Lachen, lebhaftes Getuschel, einige Damen flüstern ihren Gatten was ins Ohr, die nicken anerkennend und klatschen dabei schallend

Und Sie da hinten lachen nur? Wissen Sie es denn? Und Sie? Wissen Sie immer, was richtig und was falsch ist? „Kommt drauf an“, sagen Sie? Ja, das ist gut. Gute Antwort. Es kommt darauf an.
Aber worauf kommt es an? Sehen Sie, da haben wir schon das nächste Problem.

Lachen, allgemeines fröhliches Gerede, Männer blicken um sich und nicken sich gegenseitig zu, Frauen lassen mich nicht aus den Augen, strecken mit übereinandergeschlagen Beinen den Rücken weit nach vorne und pressen bei leicht geneigtem Kopf lächelnd die Handfläche auf die Wange, in der hoffnungsvollen Erwartung, meine gewitzte Rede möge noch so lange wie möglich weitergehen

Na gut, meine Damen und Herren, ich will Sie nicht weiter auf die Folter spannen. Es ist Zeit, daß Sie aktiv werden, und daher dürfen Sie jetzt bei einem Ratespiel mitmachen. Und zwar stelle ich nun eine Behauptung auf und Sie dürfen darüber abstimmen, inwieweit Sie mir zustimmen. Na wie gefällt Ihnen das!

Klatschen und Ansätze von Wikinger-Hu!Hu!Hu!-Schlacht-Rufen

So jetzt aber Ruhe bitte. Also, hier also meine These: Wenn falsch das neue Wort für richtig wäre, dann wäre das Wort richtig falsch. –

Stille. Dann Tuscheln

Aha, ich sehe, das fordert Sie heraus. Ich gebe Ihnen noch drei Sekunden Zeit zum Nachdenken und dann dürfen Sie auf mein Zeichen hin einfach Ihre Antwort durch den Saal brüllen. Bei drei, also:

Wenn falsch das neue Wort für richtig wäre, dann wäre das Wort richtig falsch. Richtig oder falsch? Eins, Zwei, Drei …Jetzt!!!

unmittelbarer gemischter Chor aus richtig!- und falsch!-Rufen, gefolgt von einem brüllenden Gelächter, dann begeisterter Beifall, Jubelpfiffe, Fußgestampfe, Ovationen, großer Tumult, plötzlich Musik aus dem Hintergrund, eine Blaskapelle kommt auf die Bühne und drängt mich zur Seite, Stühle werden nach hinten gerückt, alle miteinander springen auf, beginnen eine Polonäise und marschieren singend aus der Halle:

„Wir schreiben gleich/ erneut wieder Käse/
und bilden uns auch ein/ daß ein jeder es dann läse!
von Blankenese bis hinter Wuppertal“ usw.

Halt Moment, wo laufen Sie denn hin? Ich war doch noch gar nicht fertig!

ENDE

Wichtiger Hinscheiss: Dieser Bericht ist voll wahr!


In Anlehnung:

Relationsschreiben zu unserer freiwilligen Mitarbeit bei CORRECTIV sowie zu den Gerüchten bezüglich unseres fakebook Beitritt


¹Trolle bei konjunktion: pingpong, sakdenz & Jermain

Trolle bei konjunktion: pingpong, sakdenz & Jermain

 

 

 


Links:

https://sciencefiles.org/2017/05/18/stille-zensur-klammheimlich-wird-in-deutschland-das-internet-gesaeubert/


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