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Signatum

Die Veröffentlichung der in unserem Findelschriftenverzeichnis archivierten und unter der Signatur Charta Corpus UFO1745 registrierten Originalhandschrift „Nothwendige General schreiber-Ordinance wider die schreibtisch-rebellion, etc.“ erfolgte durch den gnä. Erlaubnisbefehl des Oberhaupts dieser Institution und gleichnamigen Autors derselben Handschrift Urbald Freiherr [von] Oberhand.
Nach seiner bisher unveröffentlichten Handschrift bearbeitet und herausgegeben im Höchstselbst-Verlag.

Titel:

Nothwendige General Schreiber-Ordinance
wider die Schreibtisch-rebellion
(und was dergleichen Crisen mehr gewesen, etc.)
Eine Transkription von Jermain Foutre le Camp
nach der handschriftlichen Urfassung von Urbald Freiherr Oberhand
seinem gnädigen Herrn & Brötchengeber

Übergeordnetes Werk: Sumpfgeschicht*

Lektorat & copierrecht: Jermain Foutre le Camp
Beginn der Publikation in der Nacht vom 23.04.2016/ UFO 1746
Schriftsetzung: Urbäldlich Freiherrliche Oberschriftgiesserei


Vorbemerkung zur Textgestalt

Zu den wertvollsten und zugleich strittigsten Kostbarkeiten unserer Publikationsprodukte gehört sicherlich die handschriftlich erstellte Nothwendige General schreiber-Ordinance wider die schreibtisch-rebellion, etc. des Wohlhochgeboren Urbald Freiherr Oberhand, in welch großspurigem Schriftwerk hochgedachter Welcher einst verfügt hatte, dasselbe nach Ablauf einer gewissen Frist “allen gewillten bis zufälligen Besuchern zur trostreichen Befriedung zugänglich zu machen”.

Dieses nun posthum (oder präposthum – die Angelegenheit ist noch nicht klar) erschienene Werk ist uns jedoch nur noch unvollständig erhalten geblieben, was vermutlich darin begründet liegt, daß es überhaupt nicht fertiggeschrieben wurde. So wird mit dieser Edition ebenfalls nur ein unvollständiges Schriftgetüm weitergegeben werden können, zumal ich aufgund seiner unleserlichen Schmierklaue bislang noch kaum einen Deut damit vorangekommen bin. Sehe mich folglich dazu gezwungen, mich nunmehr vor aller Welten Augen daran abzuackern und das ganze Werk, bei mühevoller Transkription der jeweiligen Teile stücksweise hier einzupflegen, während nebenbei die Welt ein bißchen untergeht.

Somit erfolgt hier nun eine sich allmählich annähernde Transkription des Originalwerks unter Beibehaltung der ursprünglichen Diktion. Dazu transportiere ich zunächst alle Manuskriptbögen, Schreibzettel und andere Papierfetzen a.) in der gleichen Reihenfolge und b.) in der gleichen Unzulänglichkeit auf diese öffentlich einsehbare Schreibetafel, wie sie mir vom Verursacher dereinst zur Überarbeitung hingeklatscht wurden – soweit mir eine Abschrift davon bislang gelungen ist.
Da er aber eindeutig verfügt hatte, kein einzig Wort ohne ausdrücklich angemerkte Anweisung zu löschen, werden sämtliche dennoch notwendigen Korrekturen nur im Sinne der besseren Lesbarkeit vorgenommen. Seine mitten in den Urtext gesetzten Anweisungen an mich, den Kopisten und Herausgeber, werden beibehalten und vom eigentlichen Text in blauer Farbe unterschieden, ebenso verhält es sich mit den wenigen, erforderlichen Anmerkungen meinerseits an den Leser, welche ich dann rot schreibe und durch Entrückung nach rechts vom Text sondiere.

Die meisten Eigenheiten des Originals in Syntax, Orthographie, Flexion, Groß- und Kleinschreibung werden beibehalten, um so die Originalität und dessen historische Bedeutsamkeit zu bewahren. Die teils zur Interpunktion verwendeten Schrägstriche ( / ) wurden zugunsten der Lesbarkeit entfernt und gemäß der heutigen Textgestaltung durch entsprechend nötige Satzzeichen ersetzt, auch wurden mehr Absätze eingerichtet, die sonst ebenfalls per Schrägstrich angedeutet wurden. In der Handschrift nicht entzifferbare Stellen werden mit [unleserliche Passage], unsichere Deutungen mit [?] und Zusätze des Herausgebers durch entsprechend erfüllte [ ] kenntlich gemacht, dies immer in rot.

Noch ein gewichtiger Hinweis zum besseren Verständnis:

Der findige Leser wird früh bemerken, daß des Wohlhochgeboren Text etliche Originalzitate aus anderen längst verblichenenen Schriftwerke enthält, mithilfe welcher er seine Schreiberordinance wohl unbemerkt aufzuwerten versucht hatte. So war er wahrhaftig versucht, die jew. Passagen schlicht in seinen eigenen Text einfließen zu lassen, ohne sie aber als Zitate verwendet haben zu wollen, sondern mit der unrühmlichen Absicht, sie leidlich umzuschreiben und unvermerkt als die seinigen darzustellen! Da ihm ein solches Unding jedoch nicht so recht gelingen wollte, gab er mir die Order, dieses jeweils an den entsprechenden Stellen zu tun, so daß die Originalworte letztlich doch erhalten blieben – da er mir ja, die Originalzitate zur Umschrift vorsetzte und seine Vorschläge zur Umschrift noch daneben setzte. Diese in der Vorschrift von ihm noch mehrfach unterstrichenen originalen Satzteile, Sätze und Passagen, werde ich zum Zwecke der besseren Lesbarkeit in Kippschrift, kursiv, darstellen. Damit erhöhe ich zum einen die Lesbarkeit und leiste seinem unlauteren Befehl dennoch keine Folge, sondern lege es vielmehr darauf an, dem Leser hiermit einen regelrechten Fundus längst verblichener und sonst nie gelesener Werke aufs Neuste gleich mit zu entdecken; was vielleicht auch der Hauptantrieb ist und bleiben wird, mich dieser Arbeit überhaupt herzugeben.

Jermain Foutre le Camp
Kopist, Ausgestallter (lol) und Herausgeber der General Schreiber Ordinance

Hinweis: Die Transkription der von UFvO zitierten Werke erfolgte unter Beachtung folgender → Richtlinien


Titelblatt

Nothwendige General Schreiber-Ordinance wider die Schreibtisch-rebellion

und was dergleichen crisen mehr gewesen
oder fürohin zu erwarten sind

sampt den Ursachen, Umbständen und Beschreibungen derselben

wie solchem zu begegnen wäre/ was es uns bedeuten sollte und was daraus zu erlernen ist/ begleitet mit allerley lehrreichen Beschreibungen worinnen auch viel nachdenckliche sachen enthalten/ alles dermassen deutlich und verständlich ausgeführet/ daß dieselben von allen Gelehrten gar sehr leicht könnten begriffen werden/
nebst weiteren Bestimmungen und daraus resultierendem Kontrakte für meinen dienstwilligen Hof-scribenten J. Foutre le Camp
demselben zur wohlmeinenden anreitzung, sich in der Kunst fleissig zu üben
zur besseren Einsicht über Umwege in die Feder diktiert/

großzügig ersonnen & maßgeblich entworfen von
URBALD FREIHERR OBERHAND im Jahr 1745

hernach auf Dessen Geheiß
[aus etlichen diesbezüglichen Manuscripten, Briefbögen, Zettuln, Papierfetzen, vermuthlich auch teils anderer Leute Schriften],
durch J. Foutre le Camp [womit ich gemeint bin], Dessen unterthänigstem Schreibeknecht zu Diensten/
als ein Ganzes zu Lesen sortiert, in wohlgesetzten Buchstaben zierlich verdolmatscht, durch emsigen Fleis treulichst zusammengetragen und nunmehro/ in Ansehung des grossen und herrlichen Nutzen/ so diese heilsame Tugendschul wegen ihrer Vortrefflichkeit auf den Scribenten bewirket, zu des teütschlesenden Publico sonderbarem Gemüthsvergnügen
ab dem 1. April 1746
zwingend ans teütschlesende Licht zu stellen


*Inhalt der Sumpfgeschicht:

Einleitung in die Sumpfgeschicht

Die hoch-bedenkliche Sumpfgeschicht, Teil I

Sumpfgeschicht Teil II: Einführung in die General Schreiber-Ordnung

Von der Frage, ob vermittelst der Schreiberei nicht mehr als eine kurzweilige Gemüthserquickung herbeigeführt werden kann (Sumpfgeschicht Teil II: General Schreiber-Ordinance, 1. Cap.)

G.W. Leibniz: Ermahnung an die Teutsche, ihren verstand und sprache beßer zu üben … (Sumpfgeschicht Teil II: General Schreiber-Ordinance, 2. Cap.)

Von der Einbürgerung ausländischer Worte in den deutschen Sprachgebrauch (General Schreiber-Ordinance, 3. Cap.)

Sumpfgeschicht Teil III, enthält weitere Fragmente der General Schreiber-Ordinance

Fortsetzung der Sumpfgeschicht



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