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Entwurf vom 17. Mai 2015

Teure, bedauernswerte Jugend!

Bewegung und körperliche Ertüchtigung ist gut und gesund, sagt man, und meinetwegen könnt ihr doch auch laufen und hüpfen und springen soviel ihr lustig seid, sofern natürlich die Natur dabei geachtet und verschont werde. Es ist ja auch wieder vermehrt in Mode gekommen, daß man sich in fitness-studios trifft, um dort mithilfe zahlreicher Gerätschaften manch körperliche Fähigkeit und Ausgestaltung zu verbessern oder bloß zu verschönern.

Ich halte zwar dafür, daß man sich stattdessen auch schlicht mit einem Medizinball auf den Wiesen tummlen kann, aber dies sind auch Erholungsgebiete, wo alles, das exzessiv und übermäßig praktiziert wird, doch eher die Umwelt stört. Daher sei es einstweilen gut, daß ihr euch in die neumodischen Turnhallen begebt, obschon ich unabhängig davon an euren Verstand appeliere, wenigstens jene chemisch angereicherten Energie-Getränke wegzulassen, ihr wisst schon welche ich meine: Meistens sind sie in Blechdosen oder Energy-Nuckelfläschchen aus Plastik und tragen englisch klingende Namen und stinken mir so dermaßen süßlich in der Nase, als hätte einer irgendwo die Haribofabrik gesprengt und die ganze Gummisoße liefe nun den Rhein herunter. Daß dies alles keine körperliche Verbesserung, sondern Verschlechterung zur Folge hat, sollte euch eigentlich sofort einleuchten und klar sein – je mehr ihr allerdings davon trinkt, desto später würde es euch aus gesundheitlichen Gründen erst einleuchten, und dann ist’s meist zu spät, also fangt am besten gar nicht erst damit an; zumal sie auch süchtig machen.
Doch von allen diesen Abwägungen wollte ich gar nicht zuviel schreiben, sondern mehr von der sportlichen Bewegung an sich, wozu ja auch das Turnen und Tanzen gehört. Und Turnen und Tanzen können gar miteinander verbunden werden, wie vielleicht beim/ bei der? Aerobik oder ja auch beim Ballet irgendwie. Wenn aus dem Turnen etwas wie Tanzbewegungen entstehen sollen, macht es Sinn, eine Musik zu unterlegen, je vielseitiger die rhythmischen Abfolgen, desto unterschiedlicher vielleicht die aerobischen Figuren, die dortheraus entstehen. Der Tänzer im Ballet bewegt sich wiederum mehr im Kleid der melodischen Musik, um seine kunstreichen figürlichen Formen zu verkörpern, und das kann dann sowohl etwas Modernes sein, als auch etwas Klassisches.

Jenes Gehopse, wie man es heutzutage von euch überall dargeboten bekommt, hat mit Tanz allerdings gar nichts zu tun. Es mag befreiend auf euch wirken, wenn die euch zur Ansicht und Nachahmung auf der Bühne präsentierten Stars diverse Bewegungsabläufe vortanzen, von denen ich allerdings meine, daß über dieses rhythmische Rumgehoppse nicht eine Form von körperlicher Entfaltungsfreiheit veräußert, sondern vielmehr deren geistige Beschränktheit offenbart wird. Was jene Stars da vollführen, mag als Ausdruckstanz gelten, ist aber nur der Ausdruck der allgemeinen Geisteskrankheit unserer modernen Gesellschaft.

Da hüpfen sie von einem Bein aufs andere, rudern und schwirren wie die Ersaufenden mit den Armen, ruckeln mit den Köpfen wie die Patientin des Excorzisten und glauben sie vollbrächten einen wilden Freitanz, dabei sind es nur die zappelnden Nervenfäden eines geisteskranken Zentralgehirns dieses vergifteten Welt-Organismus und kommen auch nur deswegen auf die Bühnen der Medienstationen!

Auch der Bewegungsapparat der gesamten Rapper-Gemeinde gehört hierzu, die mit ihren Texten meinetwegen den einen oder anderen vorherrschenden Irrsinn trefflichst beschreiben, doch machen sie ihre veräußerte Kritik mit ihrem Gezappel gleich wieder zunichte und wenn sie mir weiterhin mit ihren bekloppten Handzeichen andauernd vorm Gesicht rumfuchteln, und auch noch mit Zeigefinger nach vorne deuten, sollen sie sich nicht wundern, wenn ich sie im Umkehrschluss insgesamt wegen Belästigung anzeige.
Kurzum, bleibt mir bloß allesamt fern mit eurem Gestrampel und Gehampel, das nämlich eigentlich nur ein Gehumpel und Gezumpel, ein Gedümpel und Gestümpel ist und überhaupt nichts mit Bewegung zu tun hat, sondern mit einer über den Körper zum Ausdruck gebrachten seelischen und geistigen Erstarrung! Dazu sind die meisten darunter auch noch unfähig sich sauber zu artikulieren und faseln ein isch lieb disch, isch vermiss disch daher, daß es mir Angst und Bange um die deutsche Sprache wird!

Oh, teure und bedauernswerte Jugend, euer rhythmisches Gejumpe ist kein Ausdruck eurer Wildheit und Ungezämtheit, sondern eurer Gefangenschaft, und mit der täglichen Übung vor dem Tanzbildschirm unterwerft ihr euch dem vorgegebenem Drill; merkt ihr nicht, daß ihr in keinster Weise wild sondern militärisch gedrillt bloß auf dem Silbertablett von schwerreichen skrupelosen Schmarotzern herumtanzt! Auf diesem Silbertablett werdet ihr vielleicht berühmt, doch nur um diesem gierigen Edelgeschmock zu dienen, die euch nach unten ans kreischende und johlende Volk durchreichen und zu deren niederer Verköstigung ihr nur dient.
Aber das merkt ihr ja nicht. Wie auch? Zunächst müßtet ihr euch ja vom Smartphone befreien, um überhaupt mal was zu merken.


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