Schlagwörter

Neokryptische Impulsionen & anderes extraordinärri Rübenkraut nenne ich solche Textprodukte, die immer dann entstehen, wenn ich mich eines plötzlichen Zustroms von herbeifliegenden Wörtern nicht erwehren kann und mich ihrer spontan und ohne lang zu überlegen entledige. Es sind derartige Textprodukte demnach eher der Spontanität als der Intuition geschuldet, da es zwar auch ein Schreiben aus dem Gefühl heraus sein kann, jedoch am Ende die schlichte aber unverkürzte Veräußerung dessen darstellt, was einem im Augenblick des Schreibens oder auch in jeder sonstigen Situation, wie z.b. kurz vorm Einschlafen oder Aufwachen, nicht schon wieder alles an wirren Gedanken/Worten durch’s eben-so wirre Hirn strömte.

Im Grunde ist es bloß die unmittelbare Ablesung unsortierter Gedankenströme bei gleichzeitigem Vorhaben, den ganzen Unfug ohne weitere Nachprüfung hernieder zu schreiben. Dieses unüberlegte Niederschreiben steht dem wohlüberlegten Aufschreiben in soweit entgegen, als daß nichts davon durchdacht ist, dennoch bleiben es natürlich Gedanken. Die Möglichkeit, daß es hierbei mitunter auch zur Veräußerung hinterbewußter Gefühle kommen kann, bleibt allerdings nicht ausgeschlossen.

Die schriftliche Spontanabgabe solcher Wortbefälle kann im mediativen Zustand vollzogen werden, ebenso aber auch unter Stress oder in welcher währenden Gemütsbefindlichkeit auch immer. Rechtschreibefehler dürfen im Nachhinein verbessert werden, können dem Ganzen aber auch eine besondere Note verleihen; im Großen und Ganzen und im Gegensatz zu anderen Schriften findet eine Selbstkorrektur jedoch nicht statt, das heißt, jeder Satz wurde unmittelbar so hingeschrieben, wie er sich mir im Geiste (bzw. im schlichten Kopf) willkürlich zusammensetzte – ohne auf Sinn, Zweck oder Intention des Hingeschriebenen zu achten – vorausgesetzt es war gegeben, während der Impulsion auch gleichzeitig ein Schreibwerkzeug zur Hand gehabt zu haben.

Hin und wieder passiert es, daß Satzgefüge entstehen, die sich hier und da reimen und gar einen Sinn ergeben, diese ein wenig nachzubessern behalte ich mir vor, gleiches gilt für zufällig hingeschmierte Sätze, die schon fast wieder als Aphorismen/Sentenzen durchgehen (bzw. durchgegangen sein) könnten. Diese Nachbesserung wird dennoch marginal unternommen und es wird nicht versucht, einem sinn- oder bedeutungslosen Wortgeflecht durch nachträgliche Bearbeitung eine Bedeutung einzupflegen oder dem Ganzen sonstwie etwas Sinnvolles abzuringen.

Alle auf diese Weise enthüpften Wortgeflechte, Satzteile und Sätze werden stets absatzlos an den zuletzt hingekleisterten Satz drangeklebt, in der Reihenfolge ihres Entstandenseins aneinandergereiht und ungeachtet des jeweiligen Umfangs paketweise vor diese Tür geschoben, dies in der Regel nach Abschluß eines Jahres.

Verzeichnis
der bisherigen neokryptischen Impulsionen & anderem extraordinärri Rübenkraut

Part I, 2001 Indianerschmerz ist wahrscheinlich nicht auszuhalten
Part II, 2002 Der Fötus flötete fröhlich fade Fanfaren von fafarello
Part III, 2003 Es blieb ein Hauch von Größenwahn
2004/2005 keine Impulsionen verzeichnet
Part IV, 2006 Wirklichkeitsgetreu streu ich Nadeln ins Heu
Part V, 2007 Eine Tuba pupste in Kuba und er tanzte Samba in der Alhambra
2008: keine Impulsionen verzeichnet
Part VI, 2009 Gott hat einen Grund gefunden
2010/2011 keine Impulsionen verzeichnet
Part VII, 2012 Kleinscheiss macht auch Mist
Part VIII, 2013 Der Tanzbär raschelte ruhelos im Raureif hinter der Randzone der Rosensträuche
2014: keine Impulsionen verzeichnet
Part IX, 2015- 2016 Die Last hängt dir schwer hinterher und du sagst ich kann nicht mehr
Part X, enthält: Spontane Niederschriftsnotizen aus mehren Jahren,
voraus. Beginn der VÖ im Jahr 2020