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Willkommen in unserem seit Jahrhunderten vernachlässigten Schlossgarten (welcher lange Zeit unbeachtet hinterm Ostflügel dieses allmählich zerfallenden Hauses Schatto d’UFO vor sich hinwucherte)
so genannt

Findelgarten Ohne Unkraut
(Unsere Frischgemähte Odemwiese)

 

Vor langer Zeit dürfte im weitläufigen Bereich hinter unserem Schlosse (das allerdings seit ehedem weniger wie ein großes Schloss, als wie ein recht porperes Herrenhaus in dieser Gegend stund) ein großer Lust- und Wandelgarten angelegt worden sein, der vielleicht zur Freude im gemeinsamen Divertieren der damaligen höflichen Herr- und Damschaften gedacht gewesen war, und als sie dann das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt hatten, zerfiel auch das Schlossgebäu mit dem Ruin seiner Herrschaften gleichsam zur Ruine. So war es auch dem Garten beschieden, teils als ein undurchsichtiges Gestrüpp von ineineinander verflochtenen Pflanzen zu verwildern und verwuchern und teils auch im Morast zu versumpfen, der das Gebiet hinter dem Schlosse immer mehr zu verschlucken drohte und die hübsche Pflanzenwelt vermodern ließ, während vor dem Schloss die fortschreitende moderne Welt immer näher anhero rückte, was aufgrund ihres fortwährenden moralischen Zerfalls und einhergehenden Hirn-Pestilenz einen noch viel schlimmeren Auskuck offenbarte, als das Sumpfgebiet nach hintenraus.

Im Jahre 1740 erklärte dann Urbald Freiherr Oberhand (der in Wir-klichkeit ganz anders heißt, wie ich kürzlich herausfand) dies Herrschaftshaus zu seinem Ruhedomiziel und employierte mich als seinen Hofscribenten, doch konnte dem Garten auch nicht zur Verschönerung verholfen werden, da ich nicht einsah, noch zugleich der Gärtner einer solchen Anlage zu sein.

Als ich mich aber vor knapp 2 Jahren und dem Verschwinden meines obgedachten Herrn UFvO einmal in dem vermeintlichen Garteau nach etwas Fallobst umsehend immer weiter hinein verwickelte, geriet ich über die unmarkierte Grenze desselben, wo hinter viel stachelichtem Brombeergezweige dies versumpfte Morastgebiet anfähet, welches sich der Länge nach bis weiß Gott wohin erstreckt, nach links wie rechts aber von einem ganzen nebulösen Zauberwalde umgeben ist, welcher vermutlich am Ende des Morasts weiterführt und dieses Gebiet als wie ein halber Rundbogen zirkelweise umschliesst.

Nun, wie ich seinerzeit bald mit etlichen Brombeerstacheln im Gesichte einen Schritt nach dem anderen in jenes Sumpfgebiet setzte, da wär ich fast darin ersoffen, kam aber mit dem Schrecken davon, floh in alle Richtungen nach links wie rechts in die nebulösen Zauberwälder, allwo ich mich aber immer nur verirrte, doch bald per Schickung am Sumpfe vorbei wieder auf die altvertraute Wiese gelangte. Da wollte ich das Gatter dann hinter mir zuziehen, was aber kaum gelang, denn es hing windschief aus den Angeln und hatte mit der Unterkannte schon einen Bogen von etwan 90 Grad in den Erdboden gefurcht.

Inzwischen aber kann dieses grüne Fleckchen, nunmehr genannt Findelgarten (ohne Unkraut), von allen Besuchern erkundet werden, lediglich sei ein jeder auch darüber in Kenntnis gesetzt, daß hier noch einige Gartenarbeit von Nöthen ist und viele Stücke noch gänzlich unbegrünt sind. Diese schon vor 2 Jahren begonnte Arbeit wird ab jetzt öffentlich weiter vollzogen, das heißt, nach und nach wird hier beständig der Boden umgepflügt, es werden Pfänzlein neu gesät, großgezogen, andere bereits gesetzte beschnitten oder umgestellt und der gesamte Wiesen-Garten ringsumher geschmückt und verziert. Damit werden selbstverständlich auch einige der Bestandteile, die noch gänzlich unausgereift oder arg verkümmert vor sich hinvegetieren mit ebensolcher Nachsicht (wie Entwürfe) zu betrachten sein.

Unser Früherblühender Odemgarten

Ein erster Ausblick

Gleich hinter unserem Findelgarten, und nur getrennt durch das vermoderte Schiebegatter mitsamt seines halb umgestürzten Lattenzauns, beginnt nach wenigen Metern hügeligen Feldes das besagte Sumpfgebiet, das sich soweit erstreckt wie das Auge reicht, und das reicht nämlich immer weniger weit, je mehr Schritte man durch den Sumpf setzt, welchselbiger einem dann bald bis über die Augen reicht, so daß einem flugs das Sehen und auch Hören vergeht. Was aber schon einen Moment vorher geschah, als einem durch Verstopfung von Mund und Nase bereits das Atmen verging.
Solches wäre auch mir fast einmal widerfahren, als ich wie berichtet auf der Suche nach neuen Perspectiven in diesen Morast hineinstapfte, doch glückseliger Weise bis an den äußeren Rand in einen Streifen Waldgebiet gelangte, der aber selbst so schwächlich im starre-dicken Nebel stehend kaum wirklich zu erkennen war. Durch dieses ungeheuerlich neblichte Gebiet mehr betäubt als frischmunter umherstolpernd fung ich bald an solchermaßen zu fantasieren, daß mir hier und da irrblitzlich ein undeutlicher Bilderreigen von einem sehr wunderschönen buntelichten Wandelgarten durch die wirren Hirnströme gestoben kam, mit allerhand florierendem Gewächs, fragilem Gebäum und zierlichem Gebüsch, daß es eine rechte Freude war. Natürlich oder selbstverständlich war mir gleichsam klar, daß dieser Garten lediglich durch die Grillen in meiner Hirnkammer erschaffen wurde, doch nach eben dieser Fantasei will ich mich richten und sehen, wo es alles hinführt.

Wie auch immer wir dieses grüne Gebiet letztlich nennen, es ist und bleibt ein rein imaginärer Garten (auch daher Odem, wie Luft), der erwuchs in einem ungefähren Zeitraum der Jahre zwischen 1650 – 1750. Darin erblühten im genannten Zeitraum mannigfaltige, vielfache und vielseitige Schriften deutscher Schreiber unterschiedlichster Art, die von der heutigen Literaturwissenschaft kaum noch beachtet, vom Buchmarkt gänzlich übersehen und somit einige wenige davon hier nach und nach vorgestellt werden.

Gesamtschau aller mit dem Odemgarten verwachsenen Schriftümer

Eigen Gewächshaus

Allerneuste Findel-Schriften

weitere (HUNDERTE) folgen


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