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Meines obersten Herrn und Brötchengebers Urbald Freiherr von Oberhand ausreichende Definition von der Wahrheit, im besonderen aus Sicht des  Schreibers:

„Während wir aber dem lesenden publikum, als eben der Öffentlichkeit, auf diese Weise die neusten Erkenntnisse in Aussicht stellen, greifen wir unter Vermeinung und Veräußerung, wir hätten Kenntnis von der Wahrheit, immer aufs neuste zur Feder, um der schlaftrunknen Welt durch Bepinselung unserer Tapeten zur heylsamen Erwachung zu verhelfen, allein dadurch, daß sie es lesen. Und je mehr es denn lesen, desto mehr gelangen wir zu der irrigen Überzeugung, unsere Texttapeten verströmten eine balsamische Wirkung, vermittelt durch unsere ‚Wachheit‘, derer man sich auch Jahre später noch vergewissern könnte. (Von dergleichen Einbildungen sind ja viele Aufklärer befallen) Und wenn wir hin und wieder vielleicht nur eine Lüge überklebt haben, so sei dies ganz ‚bewußt‘ geschehen, es schimmerte dortheraus doch die ewig währende Wahrheit.
Doch was da schimmert, rührt von der Rückseite der Tapete her und dahinter ist nichts als eine nackte Wand; über die Jahre vollgekleistert mit weisen Sprüchen und erhabenen Motiven, eine beständige Maculatur seit der allerersten Übertünchung der kalten, nackten Bloßheit; eine Schrifttapete von ansehnlicher Struktur, vornedrauf Tinte, hintendrauf Kleister, und aus diesem Gemisch schimmert die Wahrheit nach vorne, doch schimmelt sie wieder von Hinten – der Kleister, die Absicht etwas darzustellen, läßt nach vorn die Motive verblassen und zöhen wir sie ab, erforderte es einen neuen Klatsch Kleister, der immerhin in die Wände würkte, bis endlich der Wandputz an zu bröckeln fünge, die Mauer zerbröselte und das gesamte Konstrukt bald aus den Fugen geriet; so daß wir die Wand auch hätten können gleich durchschlagen, statt sie mit unseren Vorstellungen, von was denn wohl dahinter läge, beständig zu bekleistern und die Besucher hinter unsere Mauern zu locken.“

Zu finden im Artikel > Was heißt hier ‚ohne Unkraut‘? einer der Einführungen der sogenannten > Sumpfgeschicht als Teil des > Findelgartens,