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Aus dem Notizbuch vom 01.01.2015 als Entwurf veröffentlicht


 

„Zur Wahl gehen zu dürfen ist ein Privileg.“

So oder so ähnlich hat’s da bei FreiwilligFrei unter dem Artikel > Nichtwähler dürfen sich nicht beschweren!“ – Etatistische Logik irgendein Kommentariant irgendwo ins Kommentarfeld geschrieben.
Zur Wahl gehen zu dürfen ist also ein Privileg. Aha. Zur Schule gehen zu dürfen ist angeblich auch ein Privileg. Und wer das Privileg nicht nutzt, wird dazu gezwungen.

Daher ist dieses Privileg kein Recht, sondern eine Pflicht, bzw. ein Zwang. Eine Wahlpflicht herrscht demgegenüber zwar noch nicht, aber es herrscht:
Das Privileg.
Und genau das ist das Problem vieler Leute, insbes. der Deutschen. Sie haben zwar kaum noch Rechte, aber immerhin haben sie Privilegien. Sie bilden sich umso mehr was auf ihre Privilegien ein, je weniger Rechte sie haben. Daher kommen sie auch andauernd so rechthaberisch rüber und wollen in allem immer „Recht haben“.

In diesem Fall nutzen die Wahlberechtigten also das Privileg, wählen zu können, indem sie zur Wahl gehen, weil sie es dürfen. Dürften sie es nicht, würden sie wohl nicht gehen. Es ist also ein Privileg, das auszuleben ein gutes Maß an Gehorsamkeit voraussetzt, denn wer das Privileg nicht nutzt, gilt ja als ungehorsam; und die Ungehorsamen würde man am liebsten zum Gehorsam zwingen.
Und so gehen die Gehorsamen, da sie es ihnen nicht nur nicht verboten ist, sondern es ihnen sogar als Privileg verkauft wird, REGELmäßig zur Wahl; nicht aber nur, um zu wählen, sondern um hiermit ihr Idioten-Privileg zu verlängern, sich weitere 4 Jahre belügen zu lassen, bzw. sich selbst belügen zu können.

Allerdings hätten sie auch die Möglichkeit, nicht zur Wahl zu gehen, da sie ja nicht mit Polizeigewalt dazu gezwungen werden. Dieses Privileg, frei entscheiden zu können, nutzen sie aber nicht, sondern möchten sie sich lieber auf ihr Idioten-Privileg etwas einbilden.
Da sie sich einbilden, es sei ein wertvolles Privileg, sehen sie in den Nichtwählern eine Bedrohung und fordern teilweise gar, daß jeder Wahlberechtigte gezwungen werden sollte, an der Wahl teilzunehmen:

Zitat: „Insgesamt gibt es für dieses Problem leider nur eine Lösung: Man macht es so wie in Brasilien: Dort gilt nämlich WahlPFLICHT für jeden! Wer das erste Mal nicht hingeht: Geldstrafe. Ab dem zweiten oder dritten Mal sind sogar Freiheitsstrafen möglich. Vorstrafe natürlich inklusive. Eine ordentliche Demokratie kann nämlich nur dann funktionieren, wenn auch alle entsprechend ihren Beitrag leisten (d.h. vor allem sich Informieren und dann wählen gehen).“

Sie verteidigen also ihr Privileg, sprechen aber anderen ab, ebenfalls von ihrem Privileg Gebrauch zu machen, nämlich zu wählen, sich nicht an der Wahl beteiligen zu wollen.
Und da diese sich nicht an der Wahl beteiligt hätten, seien sie Schuld an der Misere. Hätten diese mitgewählt, wären nicht nur die Wahlergebnisse, sondern auch die Lebensumstände insgesamt besser. Hochgerechnetes Argument: Die Politik würde insgesamt besser werden, wenn alle wählen gingen, als wenn keiner wählen ginge. …

Falls sich nun aber selbst nach Wahlbeteiligung aller Leute die Politik und somit die Lebensumstände vieler Menschen trotzdem nicht bessern würden, so hätten sich auch für die Folgen einer Wahl verantwortlich zu zeigen, die wählen gegangen sind.
Und zu diesem Fazit zu kommen, dagegen streuben sich komischerweise genau diejenigen, die ihr Wahlrecht als ein Privileg erachten, denn sie behaupten ja, die Nicht-Wähler seien verantwortlich dafür, daß die Politik, als Gestalter unserer Lebensumstände, nicht besser werde…
Dabei macht es für die Politik gar keinen Unterschied, ob und wieviele Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, es gibt zwischen diesen Lagern nur den Unterschied, daß einige meinen, dieses Recht sei ein Privileg.
So sehr manche von diesen auch über allgemeine Mißstände zu klagen wissen: Ihre eigenen Lebensumstände dürften wohl im Vergleich nicht allzu übel ausfallen, sonst würden sie ja nicht die Werthaftigkeit dieses Privilegs andauernd betonen. Diejenigen aber, die aufgrund ihrer Lebensumstände an der Politik verzweifeln, dürften sich auch eher zweifelnd fragen, ob es sich bei ihrem Urnengang tatsächlich um ein Privileg handelt.
Auf Privilegien bildet man sich eben umso mehr ein, je unreifer man ist, und je unreifer die Privilegierten sind, desto mehr neigen sie dazu, die Privilegien zu mißbrauchen, ein Verhalten, das ganz dem der Politiker ähnelt.
Was die Wahlwähler also im Kleinen tun, das machen ihnen die Gewählten desto besser vor und nur deswegen wählen sich diese Wähler ihre Politiker, die sich ja ebenfalls für privilegiert halten und sich unheimlich was drauf einbilden.

Daher komme ich zu dem Schluß, daß man den Wählern, die für die Wahlpflicht sind, das Privileg, wählen zu dürfen, eigentlich entziehen sollte, denn sie haben das Privileg verwirkt. Genaugenommen haben sie das Privileg verwirkt, ein Privileg zu haben.
Da wir ihnen nun das Wahlrecht nicht entziehen können, müssen sie selber darauf kommen, daß ihr Privileg, wählen zu dürfen, kein anderes ist, als das Privileg, nicht zur Wahl zu gehen.
Solange aber die Politik aus denen gebildet wird, die ihre Verteter wählen, und hinter dem Deckmantel der Demokratie die totalitäre Staats- und Regierungsform weiter ausgebaut wird, haben diese Wahlgänger auch die Politik zu verantworten, da sie zwar nicht Diktatur wählten, doch aber den Deckmantel, den sie auch selber so gerne tragen und sich genauso was darauf einbilden, wie sich manche Privilegierten zum Beispiel was auf ihre Pelzmäntel einbilden.
Und wer sich von so was noch beeindrucken läßt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

Nachtrag:

Peds Ansichten:
Hoffnung auf Privilegien? – Na denn, immer schön so weiter machen, wie befohlen, 02.05.2021


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