Nachträgliches Vorwort 14. +17. 12.14

Am 4. Dezember verabschiedete die US-Regierung die Resolution 758 (deren verteufelte Zielausrichtung manhier einmal deutlich veranschaulicht bekommt und als Volltext → hier), derweil es am 6. Dezember zur Veröffentlichung des im nachfolgenden Text von mir scharf kritisierten, jämmerlichen Antikriegsappells kam, deren Unterzeichner von der Resolution 758 u.U. zwar noch nichts Ausreichendes gewußt haben konnten, dennoch würde ein nachträglicher Blick in die Resolution genügen, seine Unterschrift umgehend zurückzuziehen, und zu erkennen, daß man sich mitsamt seines hochkarätigen Prominamens nur hat ködern lassen und dahingehend abgelenkt wurde, sich mit den halbseidenen Friedenswunschäußerungen zu beschäftigen, während im Hintergrund eine übelschlächtige Resolution für den Krieg verabschiedet wurde, welcher mit dem jämmerlichen Antikriegsappell eben gar nicht widersprochen wird, und die es spätestens jetzt per nochmaligem Aufruf öffentlich anzuprangern gälte, wollte man nicht mit dem berechtigten Vorwurf leben, daß man sich mitsamt seines Namens nur in den Dienst eines kriegerischen Ablenkungsmanöwers gestellt hatte.

Noch mehr gilt das selbstverständlich für alle diejenigen, die, aufgestachelt von dem Promi-Appell, jene hierdurch verursachte Petition unterzeichneten, obwohl doch gerade sie Gelegenheit genug gehabt haben dürften, zu erkennen, daß sie dem veräußerten Irrewahn der Resolution in keinem Aspekt widerspricht, sondern diese tendenziös unterstützt.

Wieso überhaupt eine Bittschrift an die Obrigkeit schreiben? Wieso stellt man sich nicht auf den Marktplatz oder sonstwo hin und sagt so Dinge wie: „Der wichtigste Beitrag zur Friedenspolitik lautet: Raus aus der NATO“, wie neulich z.B. Eugen Drewermann, statt einen Appell zu unterschreiben, in dem vorne rum zwar das Vorgehen des Westens angemahnt wird, hintenrum aber die Propaganda gegen Russland gestärkt wird, da hier behauptet wird, Russland habe die Krim annektiert und es auch sonst von „Halbwahrheiten und Suggestivbotschaften nur so wimmelt“, was jeder (dazu zählt nunmehr leider auch der ein oder andere sich der Tagesenergien doch so bewußte Weltaufklärer) sich dann eben hier nochmal nachträglich erläutern lassen könnte, der von selbst nicht fähig war, zu erkennen, was in dem scheinheiligen Appell eigentlich geschrieben stund.

Nur in unserem Namen 06.12.14

Dieser fadenscheinige, und hintendrein auch jämmerliche Appell, der ursprünglich den Titel „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ trug (trug trug trug) und der von der Zeitung Die Zeit auch gleich artig hindokumentiert wurde, vorzugssweise aber hier oder hier einzusehen ist, kommt natürlich allen Akademikern & Intellektuellen gerade recht, sich weiterhin was in die Tasche zu lügen und die Tatsachen nach wie vor ausblenden zu können, während das einfache Volk das Spiel schon längst durchschaut und die Verantwortlichen angemahnt hat. Das kann man als staatlich anerkannte bis kulturell hochbedeutsame Oberschlaumeier natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Es ist schließlich Sache der wort- und meinungsführenden Intelligenzia, die Verhältnisse zu durchschauen und kritisch zu sein.

Was man allerdings nicht hat und überhaupt nicht ist. Schließlich wird mit diesem Appell hintenrum die gleiche Propaganda verbreitet, die vorne rum in den Zeitungen steht. Es steht letztlich wieder nur das drin, was die Obrigkeit uns zum Denken freigestellt hat – sprechen wir uns also öffentlich gegen den Krieg aus, solange es noch erlaubt ist. So haben wir uns samt unserer hochzulobenden Namen wieder ins Gespräch gebracht und können erleichterten Gewissens durchs Museum wandlen, zutiefst getröstet, daß der Aufruf in einer Zeitung steht, die wir zur Außendarstellung unserer Intelligenz im Kaffeehaus hockend doch so dringend benötigen. Hach nein, unter was für einen formidablen Friedensappell habe ich hier nun endlich meinen Doktor druntersetzen können!
Eine einmalige Gelegenheit, sich im Schutze eines Haufens von gleichgesinnten Feiglingen nun auch mal zu Wort gemeldet und dem pöbelnden Mahnwachen-Proletariat endlich aufgezeigt zu haben, wer hier für welche Angelegenheiten zuständig ist.

Zwar spricht man sich gegen Krieg aus und kritisiert auch ein bißchen die Medien, doch Aufklärung wird hiermit nicht betrieben; im Gegenteil. Es ist eine Vorlage für alle, deren Mut gerade noch ausreicht, sich für Frieden auszusprechen, ohne sich gleichzeitig mit den tatsächlichen Hintergründen auseinandersetzen zu müssen, geschweige denn mit sich selbst und der Tatsache, nach wie vor mit einem Brett vorm Kopf durch die Gegend zu laufen, wenn auch immerhin mit friedlichen* Absichten.

Reingelogen 9.12.14

„…wenn auch immerhin mit friedlichen Absichten.“ Vielleicht nicht mal das. Sondern doch wieder mit kriegerischen Absichten; ein solches Fazit jedenfalls ist in dieser verständigen Analyse zu finden. Die Unterzeichnenden unbewusst den „Krieg“ wollend.

Dies allerdings um letztlich Frieden zu erlangen. Wenigstens um zufrieden zu sein. Mit sich, in gewisser Weise; ungewisser Weise, gewissenserleichternder Weise. Unter Vorgabe guter Absichten letztlich der bewußt herausgearbeiteten Einsicht zu entfliehen. Eine Weise der Unweisen. Unweise, aber von hochgebildetem Verstand. Das, was man heutzutage intelligent nennt. Ein Rechtfertigungsschreiben für die Intellektuellenkaste, derselben zum Unterzeichnen vorgelegt.

Vorgelegt, abgewägt, reingelegt.

Vorgelogen, abgewogen, reingelogen.

Daher auch außerordentlich in der Zeitung Die Zeit zu finden. Bestärkung der verqueren, vorherrschenden Ideologie, vermittelt durch eine spezielle Propaganda-Methodik, Aufrechterhaltung der bestehenden Lügen, hinter dem Antikriegsgeschwurbel hockt in sich hineingrinsend der große Zerteiler und Herrscher, aus dem Hintergrund ertönen die Trompeten der selbstgefälligen EU-Egoisten, es klatschen und jubeln dazu gar die Gleichmacherei-Genderisten.

Wer es unterschreibt oder sonstwie unterstützt, bekennt sich dazu, der allgemeinen Idiotie auf dem Leim gegangen zu sein, den Irrewahn weiter zu befürworten.

Ein entlarvender Appell.

Ein Bekennerschreiben der Intellektuellenkaste zur Bestätigung der vorherrschenden Idiotie.

Leimgänger 12.12.14

Aufgrund einiger Kommentare des bei bumibahagia währenden Artikels “Nicht in unserem Namen” / Der Anti-Krieg-Brief der Sechzig und einer vonseiten des blogwarts geleisteten, von den Lesern aber leider vielzu unbemerkten Feststellung, möchte ich meinen obigen Artikel nun dahingehend erweitern, als daß jener ‚Mami-ich-will-aber-keinen-Krieg-Appell‘ meiner Auffassung nach nichts weiter als ein ziemlich heuchlerisches Dokument ist und bleibt, dem leider zu viele Leute auf den Leim gegangen sind.

In genanntem blog hatte nun selbiger blogmeister per formidabler Feststellung einen ganz entscheidenen Punkt in dieser Debatte hervorgehoben; so nämlich im Wortlaut den folgenden:

“Wer so viel Unwahrheit unterzeichnet, dem liegt mehr daran, unterzeichnet zu haben als daran, dass wirklich und in der Tat Friede einkehren möchte.”

Oder, um den entscheidenden Punkt noch deutlicher zu machen:

“Wer so viel Unwahrheit unterzeichnet, dem liegt mehr daran, unterzeichnet zu haben als …“ – was auch immer er sich sonst wünscht.

Das ist es eben: Man unterzeichnete dort (entscheidende) Unwahrheiten und somit letztlich wieder die ganze Lügen-Agenda, die schon im Vorfeld stattfand.
Man schiebt den Friedenswunsch hier nur vor, im Grunde nutzt man sogar die Friedensenergie aus, um in seiner illusorischen EU-Sicherheitswelt weiterkuscheln zu können, gibt per Unterschrift seine Loyalität zum System(denken) öffentlich bekannt, und nebenbei, feige wie man eben ist, schiebt man den Russen hintenrum weiterhin den schwarzen Peter zu – appelliert nur irgendwas von Frieden in Richtung Arschkriechhausen aus Angst vor einem Krieg. Mit den Russen selbstverständlich; die Propaganda hat gewirkt, nun bekommt man plötzlich Angst, der Russe wäre dann ja auch viel zu mächtig, besser wir stellen uns gut mit ihm. Das ist jämmerlich.

Denn nicht nur verstärkt man den Leim, auf den man gegangen ist, man unterwirft sich auch noch den Leimverschmierern, bekräftigt deren Machtposition, in flehentlicher Ersuchung keinen Krieg zu riskieren, wenigstens bitte nicht im Namen des Kulturbüros.

Mag der ein oder andere vernünftige Satz dort ansonsten vielleicht drin zu finden sein, aber für mich ist das ist kein Friedensappell, sondern eine Vorlage für Jammerlappen und Stiefellecker, die sich jeder Doktrin unterwerfen und keinen Mut haben, ihren medienwirksamen Namen dafür einzusetzen, wirklich mal etwas Grundlegendes in Frage zu stellen; kein Wort von den Verbrechen, die dort geschehen, kein Wort über die Mörder, keinerlei Konfrontation mit der hochzulobenden Obrigkeit, keine Ursachenforschung – nur leere Phrasen, sogar Transporthilfe weiterbestehender Lügen.

Und wenn mal etwas Deutliches gefordert wird, so ist es dem Volk direkt aus dem Mund geklaubt worden, die schon längst und massivst die Medien angemahnt hatten. Aber – kein Wort in diese Richtung. Kein Schulterschluß mit dem Volk; im Gegenteil, man hebt sich ab, möchte abgehoben bleiben; nur “unsere Namen” gelten was.
“Nicht in unserem Namen!” Als ich das las, dachte ich schon: Was bildet ihr euch ein? Worum gehts euch? Um eure Namen!

Eine spezielle Angelschnur wurde in den Propagandastrom gelassen, und blindfischig wie man ist, hat die Intelligenzia natürlich umgehend angebissen. Und alle Zeit-Leser, die hier nämlich die eigentliche Zielgruppe darstellen, sind erleichtert, daß sie ihre klugen Köpfe wieder guten Gewissens hinter der Zeitung verbergen können und jeden, der die Wahrheit anspricht, als braunesoterische Spinner und Verschwörungstheoretiker abzutun.

Das ist, was dieser Appell bewirkte, und sonst nichts. So zumindest kann ich aus eigenem Umfeld heraus berichten, begegnen mir solche hochgeschulten Leimgänger mit ihren Intellektomaten auf den Augen doch häufiger und seit dieser Propaganda-Aktion eben wieder arg verstärkt. Demnach man mir meinen vielleicht allzu subjektiven Eindruck bitte verzeihen möge, oder daß ich überhaupt diesen Kommentar geschrieben und diesen Text dortheraus verfertigt habe.

Einsicht 12.12.14

Man könnte mir schließlich mit Recht vorhalten (was dankenswerter Weise eben so geschehen ist), daß mein Text ja noch viel weniger eine „Botschaft des Friedens” enthalte, als der von mir kritisierte Antikriegsaufruf.

Allerdings kommt er ja auch nicht in diesem Gewande daher und gauckelt dem Leser keine friedlichen Absichten vor; es ist dies eben kein Friedensappell, sondern nur die Ausformulierung meiner Sicht auf die Angelegenheit, mit der ich allerdings mitnichten vermitteln möchte, nur meine Sicht auf die Dinge sei die einzig richtige. Im Gegensatz zu einer Petition, die eben eine allgemeine Zustimmung ob des Vorgeschriebenen vermittelt.

Welche der Formulierungen einer mir vorgelegten Petition ich dann unterschreibe und welchen ich zugleich nicht zustimme, interessiert den Empfänger nicht, denn ebenso wie der Unterzeichner sich aus den widersprüchlichen Angaben was herauspickt, pickt auch der Empfänger der Petition sich das heraus, was er zur Festigung seiner Haltung eben benötigt.

Das einzige oder erste, was man demgegenüber verfassen und unterzeichnen sollte, wäre ein Friedensvertrag, oder eine Forderung danach, über welchen jedoch unweigerlich herauskäme, mit wem eigentlich wir uns im Kriegszustande oder einem daraus resultierenden Unterwürfnis befinden, aus dem heraus weitere Verbrechen ungestraft in unserem Namen begangen werden. Ja, da solle man einmal hinschauen und anheben, sich aus diesem Missverhältnis herauszulösen, statt bei der Obrigkeit darum zu winseln, in keinen Krieg mit Russland verstrickt zu werden. Wirklich; es kommt mir vor, als würde der Gefolterte eine Petition an seinen Folterer schicken, ihn künftig weniger hart zu foltern, sondern nur noch zärtlich zu zwicken, das ungerechte Verhältnis beider zueinander könne aber aufrecht erhalten bleiben.

Selbstverständlich ist es ungerechtfertigt, diejenigen Menschen die, aus welchen Beweggründen auch immer, den Appell/die Petition unterzeichnen, pauschal als ‚Jammerlappen und Stiefellecker‘ zu bezeichnen, es steht mir nicht zu, derartige Urteile zu fällen.
Die Wahl dieser Begriffe rührte allerdings daher, daß ich mir, in Betrachtung der durch den Appell verursachten Petitionsvorlage und in der Vorstellung, meine Unterschrift darunter zu setzen, selber so vorgekommen wäre: Stiefelleckend und jämmerlich handelnd.

Derweil würde ich natürlich einzelne Aussagen und Formulierungen des angesprochenen Appells durchaus zustimmend unterschreiben können, doch das habe ich bereits; im Geiste und teils auch in ausformulierter Form, was mich mehr mit mir in Frieden brachte, als eine Beteiligung an diesem Bekennerschreiben, in dem eben erstens einiges geschrieben steht, das nicht meine Zustimmung findet, zweitens vieles fehlt, das meine Zustimmung gefunden hätte und drittens kaum etwas vermittelt wird, das ich mit wahrhaftigen Friedensbemühungen in Verbindung bringen könnte.

Wie viele andere Kritiker auch, vermisse ich darin zudem die nötige Aufklärung, was alles zusammen mich dazu führt, diesen Appell für Augenwischerei zu halten. Zwar wird kein Krieg gewollt und Friedensbemühungen werden eingefordert, doch zugleich wird mangels vorab nötiger Aufklärung weiterer Nebel verbreitet oder bestehender Nebel aufrecht erhalten. Auch ein Leben in dicksten Nebelschwaden kann friedlich sein, doch sieht der friedliebende Wanderer eben die Sümpfe nicht, und wenn er hineintappt, bekommt’s nichtmal einer mit, außer vielleicht, er schreit lauthals um Hilfe, allerdings zieht er hierdurch wieder andere in die Nähe des Sumpfes.

Gemeinsam werden sie es aber schaffen und nach erfolgreicher gegenseitiger Hilfestellung sogar gelernt haben, daß die in der Umgebung herrschende Unklarheit eine erhöhte Achtsamkeit erfordert; bzw. ein Leben in Frieden Gefahren birgt, wenn keine Klarheit darüber herrscht, in welcher Umgebung man eigentlich lebt.

Empfehlung 14.12.14

Eine deutsche Schlaftablette – Zum Appell der 64 Politiker und Promis gegen einen Krieg in Europa Umkreis-Institut am 14.12.14


Anmerkungen:

  • Dieser Artikel hatte seinen Ursprug in einem Kommentar, der sich neben vielen anderen kritischen Anmerkungen aufseiten der Propagandaschau befindet, von welchen ich insbesondere noch gerne auf diesen (samt anhängigen Antwortkommentaren) verweisen würde:

http://propagandaschau.wordpress.com/2014/12/05/nicht-in-unserem-namen-appell-gegen-antirussische-kriegstreiberei-in-politik-und-medien/comment-page-1/#comment-17749

  • Die Ergänzungen erfolgten nach Lektüre dieses Artikels:

“Nicht in unserem Namen” – Der Anti-Krieg-Brief der Sechzig / Bumi Bahagia 8.12.14



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