Manchmal stößt man bei der intermedialen Brauserei ja auf Internetseiten und blogs, bei denen einzelne Artikel oder (schlimmer noch) der Kommentarbereich dermaßen mit eingespannten Videos vollgestopft ist, daß man glaubt, man sei im Kino. Das nervt mich bereits als Leser anderer blogs dermaßen, daß die Welt froh sein kann, ich bin da nicht der Admininstrator. Denn hier wäre was los!

Wenn ich nicht ein entsprechend Gegenmittel hätte, wäre ich schon beim bloßen Anwählen solcher Seiten wohl mehrmals am Rande des Wahnsinns entlangbalanciert, denn es ist ja nicht mal so, daß sämtliche Filme sofort zum Abspielen auch bereit stünden, sondern im Gegenteil, eher hat man als Leser die Befürchtung, die ganzen Filme müssten erst noch in ihre Spulen eingerollt werden, und es könnte noch einige Tage dauern, bis das soweit erledigt ist.

Mir jedenfalls, der ich einen blog ursprünglich angewählt hatte, um die Worte des jeweiligen Schreibers zu lesen, und eben nicht, um mir ca. 45 aufgedrängte Videos anzuschauen, ist dies immer ein großes Ärgernis, schließlich braucht es aufgrund dieses rücksichtslosen Unfugs nicht nur unerträglich lange, bis die jeweilige Seite geladen wurde, sondern wird mir auch noch die gesamte Bedienung des PCs erschwert, wenn nicht gar zeitweise vollständig verhindert. Die Videos fangen erst an zu laden, sobald die Seite aufgerufen wurde und jedesmal kollabiert das ganze System, nichts funktioniert mehr, je mehr Videos auf einer Seite, umso länger dauert dieser Zustand an. Ich kann also nicht mal neue tabs öffnen und anderweitig weitersurfen, sondern muß ich warten, bis sämtliche eingereichten Fanvideos warmgeladen wurden, derweil mein zuvor gekochter Kaffee schon wieder kalt zu werden droht. Und das nur, weil einer meinte, die ganze Welt müsse sich nun unbedingt per Video mit dem Gesamtwerk von sonstwem auseinandersetzen oder weil er glaubt, der Welt zum Erwachen zu verhelfen? Schlimm genug, wenn das schon der blogger meint, glaubt es aber der Kommentator, der einen Artikel eines anderen ja nur unverschämt ausnutzt, um sich zum Behufe seiner selbstverliebten Meinung zu entleeren oder weil er der schlimmböse besetzten Welt verständlicherweise noch verzweifelt helfen möchte und sich nicht mehr aders zu helfen weiß. Man weiß es nicht, relativ ankotzend sind in jedem Fall Musik oder Comedy-Videos, statt wenigstens noch Info-Material, welches, da auf youtube zu sehen, allerdings schon zweifelhaft genug ist.

Solche Fan-Blockaden jedenfalls schon im Vorhinein zu verhindern, verhilft mir seither das firefox-addon disconnect google, das nach der Installation oben in der Adressleiste auftaucht und immer dann aktiv wird, wenn sich auf der angewählten Seite Videos befinden, an deren Stelle nun aber schlicht leere Felder angezeigt werden. NEU: Statt disconnect google, kann man auch den privacy badger verwenden und youtube als Tracker sperren lassen. Die Videos lassen sich durch Betätigung des Buttons in der Browserleiste aktiv schalten, allerdings nicht auswahlweise, sondern allesamt, was dann zwar wieder genauso lange dauert, doch hilfreich ist dieses Addon durchaus. Insbesondere wenn man die jeweilige Seite regelmäßig frequentiert und nicht jedesmal auf das Hochladen der längst von allen Lesern bereits vielfach umjubelten Videos warten möchte, sondern den Artikel lesen oder kommentieren will, (was durch die Sabotage der Aufklärer-Kommentatoren ja erschwert wird, selbst wenn die Videos sichtbar wären).

Neben diesem Hilfsmittel gäbe es noch ein weitere Möglichkeit, derartige Ladeverzögerungen zu umgehen, bzw. von vornherein zu vermeiden, und zwar indem sich der jeweilige Kommentator als gnädig erweist (sonst macht es eben der Administrator!) die Url des jeweiligen Videolinks schlicht um ein kleines s zu erweitern; also anstelle eines http://youtube.undsoweiter lieber ein umsichtiges https://youtube.undsoweiter anzubieten, wodurch das Video nicht eingepflegt, sondern lediglich ebendiese bloße Linkadresse angezeigt wird.

ACHTUNG: Diese vorgehensweise funktioniert (neuerdings) nur im Artikel selbst. Im Kommentarbereich muß man anders vorgehen. (Beispiel dazu im Kommentarbereich)

Zur Veranschaulichung ein auch sonst recht adäquates Beispiel:

Im Hühnerstall ists dunkel – Videolink mit https:

https://www.youtube.com/watch?v=XvNytSloHGA

Im Hühnerstall ists dunkel Hühnerstall – Videolink nicht mit https, sondern mit http: