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*ursprünglich verfasst im Dezember 2013, aufgrund maßloser Bescheidenheit bislang unter Verschluss gehalten

Ja, es ist soweit: Die Zeiten sind hart und wir können ja nicht von der Tinte in den Mund leben, also benötigen wir Spenden: Am liebsten insgesamt in Höhe von mindestens mehreren Zehntausend Euro.

Und damit das alles auch ganz flugs vonstatten geht und uns die Lieferungen aus dem Ausland (also aus Deutschland, derweil ich, beziehungsweise ich, es ja vorziehe, im Süden Europas zu leben) regelmäßig erreichen, haben wir eigens zu diesem Zweck in jede größere Stadt Deutschlands mindestens einen bis mehrere Hilfskräfte hinausgesandt, die wie arme Beutelheringe überall da draußen mit ihren ausgewirkten Hosen auf dem kahlen Boden sitzen und immer so tun als darben sie hungernd. Solltet Ihr euch also wundern, wo die so plötzlich alle herkommen, keine Sorge, das sind bloß unsere ehrenamtlichen Hilfskräfte, die mit Armut ansonsten nichts weiter am Hut haben und zur Rettung der deutschen schreibenden Zunft die ganzen Gelder einstweilen bei mir abliefern.

Das ist natürlich nur ein prosaischer Scherz gewesen, und ich möchte ja nur darauf hinaus, daß bei uns Schreibern hier und dortzulande ebenfalls viel Armut zu entdecken wäre, und sei es nur eine geistige.

Jedenfalls: der Schreiberzunft ergeht es nämlich ebenfalls sehr schlecht. Niemand interessiert sich für uns, dabei sind wir, die Ultimative Freiheit Online, mit unserem Pult am Rande der Gesellschaft doch auch zugleich die Stimme mitten im Pulk der Gesellschaft.

Und wenn man bedenkt, daß wir in einem Land leben, also Ihr jedenfalls, das gleich hinter den USA und Japan die meisten Schulden angehäuft hat, beziehungsweise gleich hinter den USA und Japan das Land mit dem größten Wirtschaftswachstum darstellt und Ihr zudem einer Regierung unterworfen seid, die sich nicht im Geringsten um den Geringsten sorgt, dann bedarf es doch umso mehr eines Schreibertums, das einen investigativen Journalismus betreibt, natürlich ohne sich den Interessen von irgendwelchen Anzeigekunden zu unterwerfen. Wobei investigativ selbstverständlich bedeutet, daß in dieses Vorhaben auch mal investiert werden muß, und sei es bloß mithilfe verschiedener Anzeigekunden.

Demnach: Keine falsche Bescheidenheit, ihr Menschen dort draußen, helft der Ultimativen Freiheit Online, uns, und mir dem Vorreiter hinter meinem Pult der Gesellschaft – helft mit, daß wir unsere teuren Projekte verwirklichen können, bevor wir mangels finanzieller Zuwendung, und überhaupt der ganzen Sinnkrise, die man als Schreiber nicht nur beim Schreiben, sondern vor allem beim Gelesenwerdenwollen häufig hat, am Ende nur auf unsere kostenlosen Texte reduziert werden. Klickt dazu zum Beispiel auf die Werbetafeln, die hier immer so schön rechts wie links auf meinen Seitenleisten prangen und mit denen ich auf Bücher verweise, die ich hier selbstverständlich einstelle, ohne mich den Interessen irgendwelcher Anzeigekunden unterworfen zu haben. Schließlich habe ich sie zweifelsohne alle selber geprüft und gelesen und da ich den vermittelten Inhalten aller hier umworbenen Bücher hundertprozentig zustimme, kann ich sie auch allesamt guten Gewissens weiterempfehlen. Täte ich dies nicht, so wäre diese Form der Werbemaßnahme schließlich auf einen puren Opportunismus meinerseits zurückzuführen und es ginge mir weniger darum, auf lesenswerte Bücher hinzuweisen und deren Autoren zu unterstützen, als vielmehr darum, mithilfe dieser Bücher und der daraufklickenden Leserschaft mühelos kleinere Geldbeträge für mich einzutreiben.

Neben dieser finanziellen Unterstützung müssen wir natürlich auch dem Ausmaß der uns entgegengebrachten Aufmerksamkeit gerecht werden, die sich spätestens dann entfalten wird, sobald wir unser Ziel, in ganz Europa einen schriftlichen, multimedialen, bürgernahen Journalismus umzusetzen, wenn nicht gar die Medienlandschaft förmlich zu reformieren, wenigstens in unseren sehnsüchtigsten Träumen erreicht haben.

Zum Dank an ganz Europa werde ich weiterhin versuchen, sowohl meine Worte an die ganzen hilfebedürftigen Weltenbürger zu richten als auch gleichzeitig deren Sprachrohr zu sein, selbst wenn ich hierzu mein ganzes umfangreiches “Ich” jedermann darlegen müßte, allein weil diese ganze Welt, oder zumindest doch diese ganze Gesellschaft, also Ihr, oder Sie, jedenfalls die ganzen Menschen dort draußen, „förmlich nach Menschen schreit, die Fragen stellen“. Fragen, auf die sie allerdings erst gekommen wären, wenn man sie ihnen per FAQ¹ vorschreibt, wo wir Euch übrigens die Antworten gleich hingeschrieben haben, die wir uns passenderweise bereits vorher im Kopf ausgedacht hatten.

Sollte Ihnen also mal eine ganz bestimmte von uns vorformulierte Frage plötzlich im Geiste vorschweben, wie zum Beispiel:

„Können aus diesem Projekt auch weitere Projekte entstehen?“,

so können wir Euch im gleichen Atemzuge versichern:

Ja, durchaus. Im Grunde ist das sogar unser Ziel.“

Oder vielleicht fragt Ihr Euch (oder uns?) im Augenblick ja auch diese Worte:

„Was unterscheidet Euch zu anderen Portalen?“

Nun. Wenn Ihr Uns schon so fragt, so können wir Euch getrost antworten: „Eine Menge. …“

Und so haben wir schon so manche Antwort bereits vollständig beantwortet in unserem Kopf, noch bevor ihr selber auf die Frage gekommen seid.

Da übrigens in diesem Kopf das Ego nur ganz wenig ausgeprägt ist, haben wir darin noch genügend Platz für die Vorstellung, unbedingt auch noch eine Zeitung² drucken zu müssen, es fehlen uns dafür lediglich 8500 Euro. Die sich aber lohnen, denn nach erfolgreicher Finanzierung dürfen Sie im Wert von 25 Euro an einer exklusiven Konferenz teilnehmen, wo all eure Fragen maximal bis mindestens 2 Stunden lang beantwortet werden. Wenn Sie uns dahingegen als Unternehmen eine Spende für die Zeitung zukommen lassen, erhalten Sie im Wert von beispielsweise 55 Euro die Prämie, in ebendieser Zeitung Werbung für sich zu machen, was wir Ihnen dann selbstvertändelich gewähren werden, ohne uns den Interessen irgendwelcher Anzeigekunden zu unterwerfen. Als absoluter Großsponsor derweil bekommen Sie einen ganzen Schwung vorteilhafter Sachen, und natürlich besteht für euch dann auch die Möglichkeit eines Treffens mit mir selbst höchstpersönlich, der ich diese Worte schreibe, ich der Autor hinter seinem Pult mitten am Rande vom Puls der Gesellschaft.

Und wenn mir sonst nichts einfällt oder ich, beziehungsweise ich, schon über alles geschrieben habe, was die Welt nötig hatte, verfasse ich vielleicht mal einen Armutsbericht über Grönland, dem Land meiner Träume, aber vor Ort, schließlich wollte ich schon immer mal dahin.

Auch eine DVD³ über Grönland vor Ort zu produzieren könnte ich mir übrigens vorstellen, was die Kosten natürlich in die Höhe treibt, da reicht es selbst nicht aus, für gewisse Handelsagenturen Werbung zu schalten, um nicht zu sagen für Broker, die ja bekanntermaßen hilfreich beim Handel mit Indizes, Rohstoffen, Devisen und Aktien sind, und auch hier und da mit binären Optionen handeln, was man auch als “Wetten auf die Ergebnisse des Marktes bezeichnen könnte”. So zumindest steht es auf der Seite der Banc de Swiss geschrieben, zu der ich jetzt aber keinen Link stellen will.

Nicht, daß ich am Ende noch Geld dafür kriege.

Aber jetzt mal im Ernst: Falls Sie gedenken, mir für eins meiner Projekte, sagen wir mal 25 bis 3500 Euro, zu spenden, damit ich Euch irgendwann mal eine von mir höchtpersönlich signierte DVD aus Grönland zuschicken kann, rate ich euch natürlich an, auf dem Weg zur Bank vorsichtshalber ganz feste die Augen zu verschließen, um unterwegs bloß nicht einen von diesen armen Schluckern auf dem kalten Boden hockend zu gewahren.

Nicht daß Ihr aus Versehen denen noch das Geld gebt, statt uns bürgernahen Schreibern. Ich meine, was hätten die Penner auch davon?

Danke euch

Ihr

Jermain Foutre le Camp


Im Text verheimlichte Links:

¹Bürgerstimme/FAQ

²Bürgerstimme/ Magazin für Veränderungen

³Bürgerstimme/ DVD Projekt Island, der Mythos zwischen Wikinger und Elfen

Banc de Swiss (Bitte anclicken)


Fortsetzung Juli 2014:

→ Alternatives Medienhaus: Mut zur Veränderung

„Es existieren so wenig Wahrheiten in dieser Welt, daß man es merkt, wenn man einer begegnet. Bei Buergerstimme haben sich Menschen zusammen gefunden, die aus dem Herzen heraus schreiben, ihre Arbeit lieben, den Willen besitzen, sich etwas

anzueignen.“  …

„Wo? Im südlichen Ausland. … Ein großes Haus, wo Buergerstimme und Freunde anderer Nachrichtendienste gemeinschaftlich agieren, jene Medienrevolution auslösen, welche zweifelsohne längst überfällig ∠¹. Dieses Haus, wo wir Gemeinschaftstreffen abhalten, Menschen zur Erholung empfangen und arbeiten wollen, kostet etwa 250.000 Euro, zuzüglich Lohnkosten etc. – wenn ich eins gelernt ∠², dann, daß alles möglich∠³, denn der freie Journalismus braucht ein zu Hause, auch genannt Festung.“

¹hier fehlt zweifelsohne das Wort ist/wäre, vielleicht auch war.
²hier fehlt zweifelsohne das Wort habe.
³hier fehlt zweifelsohne das Wort ist.

Macht aber insgesamt nichts, es gilt hier mehr darauf zu achten, welch prosaische Wortkunst immer wieder aus diesen und ähnlichen Werken hervorleuchtet.

Mehr dazu hier: Ob die Frage nach dem Sein wohl nachhaltig erörtert worden, wenn zuletzt darauf verzichtet


 

 

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