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… Auch dort also, in dem hellrosa leuchtenden Neubaughetto, mit den aneinander gereihten illuminierten Traumbildern im übersichtlichen Vorgartenformat, dort auf der Spielwiese zum Ausprobieren der allerneuesten Gartenmaschinen, dort, wo zur Freude aller empfindlichen Jungvögel im Getöse eines rückswärtsgepolten Staubsaugers das ein oder andere Laubblättchen umgehend von den Gehsteigen entfernt werden muß – auch dort dürften im Boden (vielleicht unterhalb der Kellersauna) noch Samen stecken, die wieder gedeihen würden, sobald die Erde um sie herum Luft genug zum Atmen hätte…  den ganzen Text lesen

… Ebenfalls scheinheilig sind auch diejenigen, die andauernd mit jenen fürchterlichen und lärmbelästigenden Gartengeräten immerzu herumhantieren und sich ebenfalls vermutlich darauf einbilden, sie würden der Gemeinschaft einen Dienst erweisen, wenn sie mit einer Art rückwärtsgepoltem Laubstaubsauger ein Laubblatt quer über den Bordstein blasen oder mit nervtötenden Kreischmaschinen ihre albernen Designerhecken frisieren!

Ja, hört mir bloß auf, das alles sind meines Verachtens nämlich Geräte, die man zu allererst verbieten sollte, allein schon zum Schutz der Gesellschaft vor terroristischen Elementen. Meistens sind es auch eben diese Leute, die, statt sich zunächst ihrer eigenen umweltbelastenden Fehlverhalten bewußt zu werden, andere Leute sofort denunzieren und am liebsten jeden ins KZ bringen würden, der ein bißchen an einer Zigarette pafft – während sie selber gar nicht merken, daß sie nicht nur im Umkreis weniger Meter lärmbelästigend wirken, sondern unter ätherisch wirksamen Gesichtspunkten auch universell gesehen vollkommen verantwortungslos handeln und somit im Grunde als unzurechnungsfähig handelnde Personen gelten könnten, die der Weltgemeinschaft massiv schaden. …
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… Sinnvoller Weise sind im Gegensatz zu den Vuvuzuelas rückwärtsgepolte Laubstaubsauger in Deutschland natürlich nicht verboten. Daran scheint mich jedenfalls gerade mein Nachbar mit den dicken orangefarbenen Lärmschützern auf den Ohren erinnern zu wollen. Und tatsächlich, wenn man genau hinschaut, läßt sich mit diesen Geräten besonders effektiv jedes einzelne Blättlein auf dem Bürgersteig hin und herschieben. Vor allem im Sommer macht das Sinn, denn was haben im Sommer Blätter auf dem Bürgersteig zu suchen? Im Herbst, klar, da könnte sich unter Umständen Laub ansammeln und bevor es nass wird und jemand darauf ausrutscht, muß es entfernt werden. Deswegen kommt im Herbst auch dreimal in der Woche ein ganzer Trupp orange gekleideter Männer mit Ohrenschützern die Straße entlang manövriert, so daß das Laub überhaupt gar nicht auf die Idee kommt, sich mit mehr als drei Blättern öffentlich zu versammeln. Das muß man direkt im Keim ersticken, solche unangemeldeten Versammlungen, noch bevor sie Überhand nehmen.

Diesem gefährlichen Blätterbefall flächendeckend entgegen zu wirken, ist jedoch kaum möglich, denn dazu fehlt es an Personal. Freiwillig machen das nur wenige, schließlich wohnen ja nicht überall so eifrige Hobbygärtner wie hier in meiner Nachbarschaft. Das macht zwar sehr viel Krach, fast so viel Krach wie eine Vuvuzuela, aber Laub durch die Gegend pusten ist auch Arbeit. Vor allem ist es auch eine Arbeit, die man entlohnen muß, wenigstens ein bißchen, und sei es nur 1 Euro, dann kann man es Arbeit nennen und wenn es Arbeit heißt, ist in Deutschland natürlich alles erlaubt… → den ganzen Text lesen

… Könnte man nicht künftig mal ein paar Truppen von Hartz4-Empfängern zur allgemeinen Mülltonnenüberprüfung abkommandieren? Schließlich haben die ihre Nützlichkeit doch unlängst unter Beweis gestellt, zum Beispiel beim Laubblätter wegpusten, mit diesen rückwärtsgepolten Staubsaugern, wo uns neben dem Laub immer auch ein paar von unseren wertvollen Trommelfellen wegfliegen.

Doch da in einem Universum aus Beton und Asphalt jedes erfolgreich in die Ecke geblasene Laubblatt den Kampf um ein klein wenig mehr Existenzberechtigung nachdrücklich bezeugt, haben wir für die allgemeine Lärmbelästigung durchaus Verständnis. Ohnehin könnte dieser ganze unflätige Wildwuchs im Sinne der Verkehrssicherungspflicht mal in Ordnung geschnitten werden. Da sollen wir auch nicht schimpfen, wenn sich so jemand an einem sonnigen Tag seiner kreativen Potentiale wieder bewußt wird und sich hier und da mal als Buchsbaum- oder Ligusterheckendesigner betätigt. Alleine schaffen wir es jedenfalls nicht mehr, das globale Klima zu retten; wir, die privaten Hausmüll-Koordinatoren und Herbstlaub-Beseitigungs-Sachverständigen an der Heimatfront. Wir haben schließlich schon genug vor der eigenen Haustüre zu kehren… den ganzen Text lesen

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… Und wenn nur ein Sturm mal die gelben Tonnen umwörfe, täte ich allein dies Ereignis schon als ein Wunder Gottes bezeichnen, herbeigeführt durch die Kraft seiner wirbelnden Umweltengel! Hauptsache mein Kräutergärtchen, meine bescheidene Gemüseernte, mein Apfelbaum, mein Komposthaufen, mein Schmelztiegel, mein Quellbrunnen, meine zwei Hühner, mein Schäflein, und alles was mir sonst lieb und lebenswert erscheint, hauptsache das alles kommt unbeschadet davon! Was interessiert mich die Regierung oder meine schwarze bis gelbe Tonne? Was interessiert es mich, wenn der ruhestörende Mann mit dem rückwärtsgepolten Staubsauger seinen lärmbelästigenden Job verliert und plötzlich kein Laub mehr von rechts nach links über die Straße blasen darf? Was interessiert mich das Abschalten der Atomkraftwerke? Was interessiert mich der Untergang von Siemens, IBM, Bayer, RWE, Thyssen-Krupp oder was sonst alles da draußen die Luft verpestet, Waffen schmiedet, Staudämme und Atomkraftwerke baut, hierzu Völker zwangsumsiedelt und neben aller meinentwegen sonstigen sinnvollen Tätigkeit eben gerne auch von Konflikten im Ausland profitiert? Was interessiert mich der Stop dieser ganzen anhängigen Produktion? Was interessieren mich die Folgen im Inland, nach dem Stop dieser destruktiven Wirtschaftsform? 100000 Arbeitlose? So ein Unsinn. Es gibt genug Unrat im heiligen, wundervollen Wald und anderswo, den man beseitigen könnte ..→ den ganzen Text lesen

Nachtrag 20.11.2014:

Als Nachtrag hier noch ein hervorragendes Psychogram zum Thema Laubbläsergesellschaft, das ich voller Genugtuung gelesen habe; Lediglich hätte ich zu hinzuzufügen, daß es sich bei all jenen privaten Hausmüll-Koordinatoren und Herbstlaub-Beseitigungs-Sachverständigen an der Heimatfront nicht nur um „egoistische“ bis zwanghafte Menschen handelt, sondern eindeutig um ziemlich auffällige Idioten. Zudem ist deren Verhalten nicht unbedingt bloß auf einen unbestimmten „Infantilismus“ zurückzuführen, sondern ist es in vielen Fällen schlichtweg ein Ausdruck von purer Dummheit .