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Zitate aus den Werken des am 09.05.1805 verstorbenen Friedrich Christoph Schiller (der Mit Gift in das stumme Grab gestoßen wurde?) redlich ausgewählt und in Reihe gebracht am 09.05.2013
 (* 10. November 1759 – 9. Mai 1805 in Weimar)

Da donnern sie Sanftmut und Duldung aus den Wolken und bringen dem Gott der Liebe Menschenopfer wie einem feuerarmigen Moloch, predigen Liebe des Nächsten und fluchen den achtzigjährigen Blinden von ihren Türen hinweg, stürmen wider den Geiz und haben Peru um goldner Spangen willen entvölkert.
Die Räuber II, 3. (Moor)

Das Gespinst der Lüge umstrickt den Besten; der Redliche kann nicht durchdringen; die kriechende Mittelmäßigkeit kommt weiter als das geflügelte Talent; der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne.
Der Parasit

Wehe
dem armen Opfer, wenn derselbe Mund,
der das Gesetz gab, auch das Urteil spricht!
Maria Stuart I, 7. (Maria)

Der Krieg ernährt den Krieg.
Die Piccolomini I, 2. (Isolani)

Fürsten, diese mißratenen Projekte der wollenden und nicht könnenden Natur, sitzen so gern zwischen Menschheit und Gottheit nieder.
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua IV. 14. (Leonore)

Die großen Herren sind so selten dabei, wenn sie Böses tun.
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua V, 16. (Verrina)

Denn wenn der Mächtige des Streits ermüdet,
wirft er behend auf den geringen Mann,
der arglos ihm dient,
den blutgen Mantel der Schuld
und leicht gereinigt steht er da.
Die Braut von Messina III, 2. (Zweiter Chor, Bohemund)

Eine Grenze hat Tyrannenmacht:
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
wenn unerträglich wird die Last, greift er
hinauf getrosten Mutes in den Himmel
und holt herunter seine ew’gen Rechte,
die droben hangen unveräußerlich
und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.
Wilhelm Tell II, 2. (Stauffacher)

Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
Wilhelm Tell I, 3. (Stauffacher)

Drum haltet fest zusammen – fest und ewig -,
kein Ort der Freiheit sei dem andern fremd!
Hochwachten stellt aus auf euren Bergen,
daß sich der Bund zum Bunde rasch versammle!
Seid einig – einig – einig!
Wilhelm Tell IV, 2. (Attinghausen)

Wir sind ein Volk, und einig wollen wir handeln.
Wilhelm Tell

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.
Wilhelm Tell II, 2. (Rösselmann)

Das Herz und nicht die Meinung ehrt den Mann.
Nichts führt zum Guten, was nicht natürlich ist.
Werke 5: Erzählungen

Ringe, Deutscher, nach römischer Kraft, nach griechischer Schönheit!
Beides gelang dir; doch nie glückte der gallische Sprung.
Deutscher Genius

Wir haben diesen Boden uns erschaffen
durch unsrer Hände Fleiß, den alten Wald,
der sonst der Bären Wohnung war,
zu einem Sitz für Menschen umgewandelt.
Die Brut des Drachen haben wir getötet,
der aus den Sümpfen giftgeschwollen stiegt.
Die Nebeldecke haben wir zerrissen,
die ewig grau um diese Wildnis hing,
den harten Fels gesprengt, über den Abgrund
dem Wandersmann den sichern Steg geleitet.
Unser ist durch tausendjährigen Besitz der Boden.
Wilhelm Tell II, 2. (Stauffacher)

Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen
Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
Demetrius

Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht,
wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
wenn unerträglich wird die Last, greift er
hinauf getrosten Mutes in den Himmel
und holt herunter seine ewgen Rechte,
die droben hangen unveräußerlich
und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.
(Wilhelm Tell)

Ein jeder wird besteuert nach Vermögen.
Wilhelm Tell III, 1. (Tell)

Wohl wär‘ es besser, überall dem Herzen
zu folgen, doch darüber würde man
sich manchen guten Zweck versagen müssen.
Die Piccolomini V, 1. (Octavio)

Der Ring macht Ehen, und Ringe sind es, die eine Kette machen.
Maria Stuart

Welche Religion ich bekenne? Keine die du mir nennst.
Und warum keine? Aus Religion.
Xenien und Votivtafeln, Musenalmanach für das Jahr 1797

Wer möchte sich an Schattenbildern weiden, die mit erborgtem Schein das Wesen überkleiden?
Gedichte

Unter der Hülle aller Religionen liegt die Religion selbst, die Idee eines Göttlichen.
Die Braut von Messina, Über den Gebrauch des Chors

Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
Werke 5: Erzählungen

Jeder Zustand der menschlichen Seele hat irgendeine Parabel in der physischen Schöpfung.
Werke 5: Erzählungen

Es ist der Geist, der sich den Körper baut.
Wallensteins Tod III, 13. (Wallenstein)

Raum für alle hat die Erde.
Der Alpenjäger

Wie ich
aus jenen alten Büchern mir gelesen,
war Liebe stets mit hoher Rittertat
gepaart, und Helden, hat man mich gelehrt,
nicht Schäfer saßen an der Tafelrunde.
Wer nicht die Schönheit tapfer kann beschützen,
verdient nicht ihren goldnen Preis.
Die Jungfrau von Orleans I, 2. (Dunois)

Der Siege göttlichster ist das Vergeben.
Die Braut von Messina I, 4. (Isabella)

Meine Freude ist
so groß, daß sie vom Kummer Tränen borgt,
sich zu entladen.
Macbeth I, 8. (König)

→ Zitate anderer Freidenker zu finden in der Zitadelle