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Neulich habe ich mir ein Buch gekauft (Die Tage des Gärtners, von Jakob Augstein), von dem ich anfangs glaubte, das sei aber ein schönes Buch. Als ich aber genauer darin las, dachte ich, ich hör wohl nicht richtig.

Vordergründig entsteht hier nämlich der Eindruck, es handle sich um ein Lob auf die Gärtnerei und man könne hier eintauchen in das einhergehende harmonische, friedliche Empfinden eines Naturliebhabers – doch jeder Gärtner weiß, die Natur ist ebenso wie die Literatur ein weites Feld … und so ist denn dies Büchlein zwar recht lebhaft geschrieben und man möchte sich gleich voll der blumigen Gedanken damit in den Garten setzen – insbesondere da sich Jacob Augstein, eben der Autor dieses Buches und zugleich Verleger der Zeitung ‚Der Freitag‘ (neu 10/2014: erfahre mehr über diese Zeitung hier), durchaus überzeugend gegen jene auch hier schon mehrfach kritisierten, übelwirkenden rückwärtsgepolten Laubstaubsauger ausspricht –  doch schon bald kehrt sich dieser Eindruck ins Gegenteil um, und der aufmerksame Leser lernt:

Offenbar besteht nicht nur ein großer Unterschied zwischen Nutzgärten, Ziergärten, Hobby- oder Wohlfühlgärten, sondern auch zwischen (manchen) Gartenliebhabern und Naturliebhabern … deren letztere nämlich einigermaßen irritiert sein dürften, wenn der genannte Autor sich mehrfach und ausdrücklich für die Anwendung von chemischen Unkrautpestiziden und Giften ausspricht, außerdem gut gelaunt davon berichtet, wie er  Schnecken mit einem Spaten in zwei Teile zerhackt:

„… dann stelle ich mich über sie, beobachte sie eine Weile und spalte sie dann in zwei Teile“,

hinzu noch Sätze einstreut wie:

„Ich liebe die Schönheit meines Gartens. Aber die Natur selbst ist ja nicht schön …“,

oder:

„Ohne uns gäbe es all das nicht. Da wäre der Wald und eine Ebene und ein Berg und ein Fluß. Aber das hat keinen Zusammenhang …“,

oder:

„Aber es ist darauf hinzuweisen, daß die Natur kein Gleichgewicht kennt …“ !,

und somit nicht bloß die Pflanze Girsch (die zwar durchaus verheernd wuchern kann, wenn man sich halt nicht auskennt) sondern auch anderes von ihm so bezeichnete “Unkraut”, wie Löwenzahn, Gänseblümchen und andere unsympathische„, „charakterlose„, „vollkommen überschätzteHeilpflanzen – (während aber der ebenfalls gaaanz nebenbei erwähnte Gehirnwäsche-Kinofilm Super Mario Bros. selbstverständlich „vollkommen unterschätzt“ ist) – z.B. Rittersporn, Goldregen, Fingerhut, Wegerich, Brennessel oder die gute alte Eibe vernichtender behandelt und beschreibt als nämlich den gaaanz nebenbei erwähnten, jedoch mit keinem Wort kritisierten Genmanipulationsriesen Monsanto, der doch, wenn man ihn schon in einem öffentlich wirksamen Buchprodukt (Bestseller!) erwähnt, ein wenig kritischer hätte beleuchtet werden können… –

Es sei denn, offenbar, man muß ihn – eben als Befürworter und damit indirekt wirkender Vertreter von chemischen Unkrautpestiziden – unbedingt erwähnen. Was beim Leser von mir aus als Fazit meines Gesamteindrucks auch meinetwegen genau so hängen bleiben darf.


Wer also bei der Ausgestaltung seines Gartens dem Wesen der Natur eben nicht zuwiderlaufen möchte, somit sich den Erkenntnissen aus dem Bereich der Natur und Gartenkunde nicht verschliessen möchte, sowie eine Reihe von Anleitungen hierzu benötigt, der bestelle anstelle des obigen Buches doch beispielsweise lieber das hier:

Titul: Der Kosmos im Garten
Untertitul: Gartenbau nach biologischen Naturgeheimnissen als Weg zur besseren Ernte
Auctor: Wolf-Dieter Storl
Komische Nummer: ISBN 978-3-85502-735-8
Anzahl der Seiten pro Buch: 368
Schuldgeld: 25,90 €
Verlagsmeisterei: AT Verlag
Am Bücherhimmel erschienen: August 2001
→ erhältlich z.B. bei buch7.de*
 

Auch nicht zu verachten:

Titul: Der Selbstversorger
Untertitul: Das Praxisbuch zum Eigenanbau
Auctor: Wolf-Dieter Storl, Frank Brunke
Komische Nummer: ISBN 978-3-83382-657-6
Anzahl der Seiten pro Buch: 192
Schuldgeld: 19,90 €
Verlagsmeisterei: Graefe und Unzer Verlag
Am Bücherhimmel erschienen: Februar 2013 
→ erhältlich z.B. bei buch7.de*
 

*Bücher bestellt man beim Buchhändler, nicht beim →  Klobürsten– und Blutwurst-Händler Amarschzon, auch verlinkt man ansonsten nicht dorthin, schon gar nicht um seine oder anderer Leute Bücher über diesen Schmierclub zu verhökern!Und zwar vor Ort im allerkleinsten Buchladen. Falls es aber unbedingt online sein muß, so nutze man beispielsweise diesen: buch7.de, diesen: buch.de oder bedingt auch diesen: buchhandel.de, welcher sich nochmehro eher zum Bibliographieren aller offiziell lieferbaren Bücher eignet. Gebrauchte bis vergriffene Bücher derweil beziehe man von Privat über booklooker.de


 

 

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