Ein Kapiertel aus dem Entwurf zu der 
Abhandlung ‘Wer ist in meinem Fall schon ich’ vom 25.12.2012
 

Hinausgewollt

… du erinnerst dich vielleicht noch, wie müßig es schon damals für uns beide war, wenn uns in der Schule die folgende Frage gestellt wurde: Welche Intention verfolgt der Autor mit seinem Werk? Diese Frage konnten wir ja noch nie so richtig leiden. Wir wußten zwar, worauf sie ungefähr damit hinaus wollten und schrieben auch irgendwas hin, nur haben wir nie verstanden, warum man uns überhaupt solche Fragen stellte. Daß wir obendrein auch noch unter Androhung von Strafen zu Antworten gezwungen wurden, das empfanden wir als vollkommen ungerecht, schließlich hatte sich jemand anders die Frage ausgedacht – soll er sich doch selbst um die Beantwortung kümmern!

Du hattest dich bei der ganzen Thematik ohnehin meistens in der Nase bohrend zum Fenster hinaus geträumt, während ich mich zwar um Antworten bemühte, doch beleidigte schon allein die ganze Vorgehensweise meine Intelligenz. Manchmal hätte ich am liebsten mit der folgenden Gegenfrage geantwortet: Welche Intention verfolgt eigentlich die Schule, daß sie mir all diese Fragen stellt? Warum fragt die Schule mich nicht was Sinnvolles? Zum Beispiel: Welche Fragen sind es, die dich derzeit am meisten bewegen? Ich meine, das wäre doch mal eine Grundlage gewesen, auf die man hätte aufbauen können! Dann wäre eine konstruktive Zusammenarbeit mit mir auch durchaus möglich gewesen. Jedenfalls so drei bis vier Jahre lang, denn ehrlich gesagt, ist mir bis heute nicht klar, was mir die gesamte nachfolgende Indoktrinationszeit eigentlich gebracht haben soll.

Wie dem auch sei: Welche Intention verfolgt der Autor denn nun mit seinem Werk? Es dürfte doch klar sein, wie die Antwort lautet: Der Autor verfolgt mit seinem Werk die Intention gelesen zu werden.

Sonst hätte er es wohl nicht veröffentlicht.

Weitere Teile aus der genanten Abhandlung:


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