Schlagwörter

Und wieder werden also im Rahmen von Stuttgart 21 zahlreiche gesunde Bäume gefällt; diesmal sind es 34 an der Zahl.

Wieviele Bäume für den Bau dieses Egobahnhofs bisher insgesamt gefällt wurden, weiß ich nicht, aber das ist auch nicht relevant; in meinen Augen können die Menschen, die für dieses Bau-Projekt das Abholzen von Bäumen für notwendig halten, nur schwachsinnig sein und umso schwachsinniger, je mehr Bäume es sind. Selbst wenn die Verantwortlichen noch so viele rechtfertigende Gründe für ihr Bauvorhaben angeben, für geistig einigermaßen halbwegs gesunde Menschen wie mich ist das alles nicht nachvollziehbar;

Allenfalls erscheint es mir ungefähr so zu sein, als könnten einige wichtigtuerische Leute nicht mehr länger dem inneren Drang nachgeben, sich endlich gegen ihren Zuchtvater aufzulehnen – der sie möglicherweise damals nicht genügend beachtet oder gelobt hatte, vielleicht sogar außerordentlich bestraft hatte, als sie ihre Spielzeugeisenbahn um weitere Schienen und Bahnhofshäuschen soweit vergrößern wollten, daß sie direkt bis ins Büro des Vaters führte – der sie dann nur leidlich abstrafte, so daß das ganze fantasievoll errichtete Schienennetz letztlich in der Endstation einer ziemlich betrüblichen Kindheitserinnerung mündete, welcher sie seither über die Ausgestaltung zunehmend größenwahnsinniger Ideen zu entkommen versuchen, so wie es ihnen wahrscheinlich von einem in alle psychologischen Himmelsrichtungen expandierenden Minderwertigkeitskomplex im geplagten Unterbewußtsein vorgeschrieben wird.

Die alten Bäume, die ihnen hierbei noch heute im Wege stehen, das sind natürlich weiterhin die riesigen Beine des Übervaters, der den so ersehnten Ausbau der Spielzeugeisenbahn seinerzeit mit erhobenem Zeigefinger unterbunden hatte, statt ein Lobeswort zu sprechen. Daher muß man die damals zertretenen Phantasien eben jetzt auf andere Weise ausbreiten und sich das verdiente Lob irgendwie nachträglich selbst einreden – auf ähnliche Weise geschädigte Personen, die einen hier jeweils bekräftigen, sind in den entsprechenden Umfeldern ja genug vertreten, eigens hierfür sind sie schließlich alle gegründet worden.

Wenigstens wird ein Nebeneffekt dieser irrsinnigen „Baumassnahme“ der sein, daß einige vergleichsweise geistig viel weiter entwickeltere Menschen etliche junge Bäume nachpflanzen werden, womit sich die Natur samt ihrer innewohnenden Geister irgendwann wieder von diesem Schock erholen kann. Mit einer geistigen Genesung jener oben angezeigten Naturschänder (samt aller Befürworter und Unterstützer) ist allerdings nicht unbedingt zu rechnen, so sehr ich es ihnen auch ab und zu wünsche.


Verzweigungen:

Ein Garten ohne Bäume
→ Die Nacht am Stuttgarter Wagenburgtunnel: Bilder eines auf Kapitalinteressen programmierten Staates
→ Stuttgart 21, Das Massaker an den Bäumen hat begonnen, Wagenburgtunnel, 22.01.2012
→ http://www.parkschuetzer.de/
→ http://www.radio-utopie.de/2011/03/04/stuttgart-dritter-widerstandsbaum-vernichtet/

Verästelungen:

Bäume sind heilige KathedralenIm Falle des Ahornbaumes

→ etc Kategorie Bäume


Werbeanzeigen