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Vorhang ab/Schreibblock adé ist ein unfertiges Schriftstück das mir einst zur Überbrückung einer Schreibblockade dienen sollte und hiermit aus aktuellem Anlass genauso unbelassen veröffentlicht wird, wie es mir seinerzeit aus dem Tintenfass gehüpft ist.


Vorhang ab (Schreibblock adé)

Wer heutzutage die Anstrengung unternimmt, Nachrichten zu schauen und die Zeitungen zu lesen, um irgendwo darin wenigstens einen Funken von Wahrheit zu erhaschen, der hätte, was Aufwand und Nutzen anbelangt, auch gleich sein Auto waschen können, um es sofort darauf blitzeblank und fachgerecht vor die Wand zu fahren.

Selbst wenn wir die Zeitungen und Fernseher beiseite legen und stattdessen nur in den Weiten des Internet surfen, der Wahrheitsfindung dient auch diese Unternehmung kaum. Zwar kann man durch eine gezielte Navigation einige wenige reizvolle Inseln entdecken, wo uns zur Ernüchterung durchaus ein paar gehaltreiche Kokosnüsse auf den Kopf fallen können, aber mehr ist auch da nicht zu entdecken. Und schon sind wir wieder auf unser Windbrett gehüpft, um zur nächsten Insel zu surfen.

Die einen navigieren während des Windbrettfahrens gezielt von einer Insul zu andern, die anderen paddeln ständig um dieselben Insuln herum und wieder andere lassen sich nur vom Wind so treiben, egal wo man auskommt. Immerhin ist in der Unendlichkeit des geistig-virtuellen Ozeans, sogenannt Internet, genug Platz für alle vorhanden. Man kommt sich nicht in die Quere, und Inseln, wo man sich dann untereinander austauschen kann, gibt es zuhauf.

Doch während wir so ziellos umhertreiben, haben wir von dem, was sich unterhalb der Meeresoberfläche zuträgt, oftmals nur einen blassen Schimmer. Was da wirklich passiert, weiß eigentlich keiner so genau und so ganz genau möchte man es vielleicht auch gar nicht wissen. Allerhöchstens tunken wir mal die Füße ins kühle Nass und spüren ein paar Bläschen aus dem Quell der Wahrheit an unseren Fußsohlen kitzeln. Und wenn wir ganz viel Glück haben, spitzt mal ein Fischlein durch die Oberfläche und sagt gelangweilt ‚blubb‘.

Man denkt sich, blubb, das soll es mit meinen Erkenntnissen also für heute gewesen sein, und versucht unter höchster Anstrengung irgendetwas Feststehendes am fernsten Horizont zu erkennen – aber da ist nichts, nur diverse Luftspiegelungen von Halbwahrheiten. Man schnallt sich wieder ans Surfbrett fest und lässt sich treiben – da plötzlich bricht eine Informationsflut los, das Meer peitscht Wellen hoch, wirbelt einen von hier nach dort und keiner weiß mehr, wo im Nachhinein eigentlich vorne oder hinten gewesen sein soll.

Am Ende denkt man sich nur, es ist viel passiert, doch nichts hat sich getan, alles sieht wie vorher aus, vor allem in Deutschland.

Wir haben viel erfahren, viel hinterfragt, viel dazu gelernt und neunmal soviel konnten wir es dann auch wieder verwerfen. Von einer Erkenntnis sind wir an das Ende der anderen Erkenntnis gelangt und paddeln da nun genauso orientierungslos herum, wie einst dort. Der Überschlag von hier nach dort war eine geistige Anstrengung, Geist und Körper haben alles getan, um nicht in dem ganzen Getöse unterzugehen und genauso fühlt man sich dann auch seelisch – ausgelaugt.

Man ist lediglich froh, daß noch etwas von dem übrig geblieben ist, was ursprünglich noch irgendwie mit einem selbst zu tun hatte. Alles andere sind nur trügerische Füllungen, eingelassen in unser geistiges Fassungsvermögen – das wie ein Faß überfüllt ist, während alle ursprünglichen Grundfarben in den Tiefen unseres Selbst nunmehr von übernommenen Gedankenkonzepten getrübt und verwässert wurden.

Die Erkenntnis der allumfassenden Wahrheit vollzieht sich über die Erkenntnis von einem Teil der Wahrheit zum nächsten (Ergänzung 2013: da dem wahrscheinlich doch nicht so ist, war dies nur eine hohle Phrase) – und unsere absolute Unkenntnis, über das, was eigentlich Wahrheit ist, macht sich bemerkbar auf ebensovielen Ebenen. (was demnach zu beweisen war)

Doch das ist vielleicht auch besser so.

Vielleicht ist es auch besser so, daß ich ebenso wässerig daherrede und herumphrasiere, wie es mir die Luftspiegelung hinter meinem Fronatallappen augenblicklich vorgaukelt. Was soll man denn schreiben, darüber? Es käme auf das selbe heraus, wenn ich das Tintenfass in beide Hände nähme, um den gesamten Inhalt huldvoll ins Meer zu kippen. Inhalte sind Inhalte, solange noch irgendein konzeptionelles Gehäuse drumherum gezwängt ist. Schüttet man den Inhalt aus, so bleibt nur die Leere zurück – was bedeutet da noch die äußere Form des einstigen Gehäuses?

Also ab ins Meer damit, vergiss alles, verwirf alles, verlasse alles – und dann sei mal verrückt: Tunke mit dem kleinen Finger ins Meer, beuge dich nach vorne, tauche den Kopf ebenfalls unters Wasser, und sieh dir die Fingerspitze aus der Fischperspektive an. Denn das ist nun das, was, neben den Beinen, noch zu dir gehört; der Finger, den du soeben in das Meer hälst, betrachtet von den Augen, die in deinem Kopf stecken, den du aber nicht sehen kannst, und der umso mehr herumblubbert, je länger du ihn unter Wasser hältst. Was du in diesem besonderen Moment denkst, ist bedeutungsvoller, als das, was du in deine 38 Bücher geschrieben hast, vorgeblich wohl für die Landbewohner, denen du unbedingt deine neuesten Erkenntnisse mitteilen mußtest, und die nun wahrscheinlich denken, du hättest den Verstand verloren.

Und mit Du meine ich natürlich auch mich. Daher stimmt das in gewisser Weise auch mit dem verlustig gegangenen Verstand: Wenn der Verstand nicht mehr mitkommt, hat man ihn wohl verloren. Das macht aber nichts. Selbst der intelligenteste Verstand kann das Universum nicht begreifen, was bringt ihm also der ganze Verstand?

Nichts. Und darum geht es hier. Wenn es um Alles geht, geht es immer auch um Nichts.

So zieht man dann den Kopf wieder aus dem Wasser, geht zurück an Land und sagt zu den verdutzten Leuten: „Guten Abend zusammen, man lasse mich bitte einmal durch, denn nun möcht‘ ich noch an meinem Finger lutschen, solang er noch so schön nach Salzwasser schmeckt, darnach will ich mich ein wenig ausruhen.“

Dort endlich angekommen (wo auch immer das jetzt sein soll), kommt man bald wieder zu sich (wo auch immer das sein soll) und denkt sich: Ach gestern war ich noch voller Tatendrang, voller Lust, kreativ zu sein, voller Energie, an etwas Sinnvollem zu arbeiten, voller leidenschaftlicher Vorfreude, etwas besonderes zu erleben und jetzt wirkt alles wieder genauso trostlos, leer, taub, still, grau, tonlos, zäh, überdehnt, ausgesaugt, wie ich mich fühle – man weiß gar nicht, was davon zuerst da war.

Alles wirkt unbezwingbar, wie ein Berg, den ich am liebsten schon erklommen hätte. Doch das wäre wenigstens ein Abenteuer – wenn ich nur die Zeit für solche Abenteuer hätte. Aber: keine Zeit! Heuer gibt’s kein Abenteuer.

Allein der Alltag genügt mir bereits, es sind ja längst die alltäglichen Aufgaben, die man gerade noch so erledigen kann; nur das Nötigste ist zu schaffen, das Wesentliche muß auf der Strecke bleiben und das allerwesentlichste vom Wesentlichen wäre dann wohl das Wesen selbst gewesen.

Es bleiben zwar immer ein paar freie Tage, vielleicht 30 von sage und schreibe insgesamt 365 Tagen im Jahr, die uns an der Lebenswertigkeit des Lebens zurückerinnern, doch was ist daran wirklich noch reizvoll, während alle Angebote, die von außerhalb auf uns einströmen, nur darauf abzielen, uns oberflächlich zu begeistern, uns abzulenken, uns einzudämmen, uns auszulaugen, ja, uns zu schaden.

Derweil ist jetzt gar nicht mehr die Zeit der oberflächlichen Begeisterung angesagt, es ist jetzt an der Zeit, sich zu entgeistern, denn von Geistern und Dämonen waren wir besessen – natürlich – man benütze nur einmal die Augen und die Ohren oder die Sinne überhaupt; von mir aus auch das Herz, oder meinetwegen auch alleine nur den Verstand; der sollte schon genügen, um zu erkennen, was hier grundsätzlich falsch läuft.

Nicht nur grundsätzlich, sondern sogar vorsätzlich. Das ganze gesellschaftliche Treiben dort, das eigentlich nur ein angepasstes Verhalten der Gesellschaft auf wirtschaftspolitische Vorhaben, Entscheidungen, Maßnahmen und Ziele ist – dieses ganze Treiben dort, in den Büros, Einkaufszentren, Firmen, Lagerhallen, Parkplätzen, Parlamenten, Schulen, Städten, Straßen, Universitäten, Vergnügungsparks, Zoos und so weiter, das ist doch absolut hirnrissig, da ist in weiten Teilen der Geist erkrankt – es ist geisteskrank, es kann nicht anders sein; sieh nur einmal genau hin, egal wohin, ob in die Kirchen, Kloster, Krankenhäuser, Kliniken, Kastelle, Kneipen, Küchen, Keller, Klos, Kerker oder Keksdosen – da ist nichts Wesentliches zu finden, zumindest doch nicht, wenn du nicht lange vorher bereits intensiv in dich hinein gesehen hast und es fortwährend weiter tust – in dich hinein, in dein Seelenkämmerlein, in dein schwarzes Loch, dein Nichts und Wiedernichts.

Press doch mal die Nasenspitze gegen den Spiegel und schau dir in die Augen, Kleiner – vielleicht etwa fünf Minuten lang, Casablanca ist nicht weit. Mach das mal, Auge um Auge mit dir selbst konfrontiert. Ach du großer Gott! Wer zum Henker! Was zum Teufel! Ei der Daus! Meine Güte! Beim Jupiter! Heureka! Holla die Waldfee! Was ist denn da los? Augen, die mich ansehen, während ich sie ansehe? Das kenn ich nur von anderswo her! Eher im Zusammenspiel mit Leuten, die ich nicht selber bin. Vor allem aber mit Leuten, die ich mag…

Und das hier nun? Das ist eher wie ein Stoß in den Brunnen. Sicherlich, es gefällt mir, was ich da meistenteils sehe, man muß sich nur mitunter dran gewöhnen. Ob jemand, der mir so lange in die Augen blickt, wie ich mir augenblicklich, wohl das gleiche sehen würde? Und wenn nicht, was sieht dieser andere Mensch dann? Und wenn dieser andere Mensch was anderes darin sieht, als ich, sieht er dann auch etwas anderes, als mich? Vielleicht kennt er mich ja besser als ich mich. Ist ja auch kein Wunder, wo ich mir doch selbst nie richtig in die Augen geschaut habe.

Man sagt, der Spiegel der Seele wären die Augen. Keine Ahnung ob das stimmt,  alles andere wäre demgemäß bloß die äußere Umrandung. Und deswegen soll man sich mit Ihnen so nah an den Spiegel begeben, daß man nichts anderes mehr sieht, als nur die Augen an sich. Ja logisch die Augen an sich, an wem auch sonst, du rethorisch rückwärtsgepoltes Rindvieh Monsieur Foutre le Camp!

Doch vielleicht ist es gar nicht richtig sich selbst in der eigenen gegenüberstehenden Illusion des Selbst zu betrachten. Da diese Art der Selbstbetrachtung nur mit einem künstlichen Spiegel funktioniert, kann es in gewisser Weise sowieso nur zu widernatürlichen Erkenntnüssen führen. Früher, als es noch keine Spiegel so richtig gab, hat man in den See geschaut, um irgendwie herauszufinden, wie man sich so schickt.

In den See schauen kann durchaus auch eine Offenbarung sein. Wenigstens ist man dann sehr nah an der Natur der Dinge. Über einen Glasspiegel ins augenscheinliche Spiegelbild zu schauen, könnte weitaus ungeahntere Folgen haben. Der Spiegel ist ein künstlich Ding, künstlichen Dingen kann man nicht immer trauen. Man entdeckt allerhöchstens das Widersinnige an dem ganzen Unterfangen. Schließlich sieht man die Augen, die wissen, daß man sich in die Augen sieht, die wissen, daß sie sich in die Augen sehen, die wissen, daß hierbei nicht viel mehr herumkommt, als eine mehrfach gespiegelte Ansicht, die sich zunehmend in der Sinnlosigkeit verliert.

Die einzige Erkenntnis die dabei herauskommt, ist wohl die, daß man sogar sich selbst niemals frei von allen Vorurteilen in die Augen sehen kann. Tu es also besser nicht, schau lieber in den See. Oder geh lieber ins Kloster oder verkrieche dich in einer krümmeligen Keksdose, das kommt beides auf das gleiche heraus. Und dann komm auch da wieder gleich heraus und sieh dich mal unumwunden um: da draußen in der Welt findet gerade der größte Aberwitz aller Zeiten statt! Da vergißt man für einen Augenblick sogar den Kekskrümmel, der noch an der Lippe hängt, oder die klebrige Oblade, die noch unter dem Gaumen haftet.

Wenn du über all diesen zusammenhanglosen Irrsinn dann bald zu lachen anfängst, laß dich nicht dabei erwischen, sonst sagen dir die Leute, du seist geisteskrank. Doch wissen sie nicht, daß sie sich von dir im Grunde kaum unterscheiden – der einzige Unterschied ist, daß du plötzlich die weisse Jacke andersherum trägst! Na und? Man muß ja auch nicht immer jede Mode mitmachen, finde ich, also zieh die Zwangsacke ruhig an! Ein bißchen Individualismus sollte doch jedem zugestanden sein – und jetzt, wo dich sowieso keiner von den  anderen Zwanghaften mehr umarmen will, mußt du das eben auch noch selbst machen.

Besser ist, wir tun solange gar nichts, bis der ganze Wahnsinn sich von selbst wieder gelegt hat. Es macht keinen Sinn, dagegen anzukämpfen, es macht keinen Sinn, aufklären zu wollen, es macht keinen Sinn, den Retter zu spielen, überlassen wir es einfach Gott, den Engeln, den Lichtbringern, Diego Maradona, oder weiß der Teufel, wie du es nennst, den Geist vielleicht, oder das interkonträre dimensionäre proportionäre para-bolustitative neuro-pommerantische kulturgalaktisch-populsive silbergold-funktionale antro-primitivistische Strahlungs- und Sendungsbewußtsein aller vier lustig im Winde wehenden Eckfähnchen auf dem verlassenen Bolzplatz deiner Seele.

Besser wir gehen wieder in uns, wenn wir außer uns sind, oder setzen uns verständnisvoll lächelnd auf eine Parkbank und wünschen dem ganzen vorüberziehenden versklavten Fuß- und Fahrzeugvolk viel Glück und alles Liebe von Herzen. Besser wir kümmern uns allein um die zahlreichen Lichtbilder unseres Selbst, und gehen unserem höheren Ich zur Hand, das auch ohne uns alle Hände voll zu tun hat, die Welt noch vom finalen Sturz in den absoluten Wahnsinn abzuhalten.

Ja, nein, wieso, sag mal, wieviel Vertrauen hat man denn in die Dinge, wieviel davon können wir jeden Tag wieder aufbringen, wenn täglich auch der Dämon seine täglichen Spiele treibt, ob nun vor dem eigenen Fenster oder fern in anderen Ländern – die bei uns ja nur in den Tageszeitungen zu Wort kommen, wenn sie überhaupt noch zu Wort kommen – na denn, von mir aus, nimm dir die Zeit, betrachte die Welt, mach dir ein Bild, waz willst du denn sonst auch tun?!

Vielleicht könnte man sich auch einfach nur ein bißchen einfühlen, einfach nur ein bißchen mitfühlen, einfach nur ein bißchen weiterdenken. Zeitungen und Medienstationen brauchst du nicht dafür, es sind nur Vorhänge vor den doppelten Vorhängen – was auf den Vorhängen geschrieben steht, bedeutet nichts, selbst wenn darauf die Wahrheit steht, denn das Problem sind die Vorhänge. Nimm sie alle ab, sonst kannst du mitunter beim Frühstück schon verrückt werden und es geworden sein, noch bevor du das Frühstücksei zu Ende gepellt hast.

Nein, ja, nicht doch, es ist doch der Wahnsinn, den man noch nicht einmal in Worte fassen kann, der unsere Welt beherrscht! Doch sind von diesem Wahnsinn im größten Ausmaße nur Wenige am Allerschlimmsten befallen, so herum ist das wahrscheinlich. Ja, sehr wahrscheinlich ist das so. Von diesen wenigen Wahnsinnigen beherrscht zu werden, macht allerdings ebenfalls irre, aber wenigstens merken wir schon, irgendetwas stimmt da nicht mehr mit dem Gesamtkonzept. Jedenfalls ist das bei dir so, und du, und du, und du komma und du komma und du komma her du, du merkst das auch – alle anderen Beherrschten merken nicht einmal, daß sie diesen Wahnsinn täglich fördern, ihm unter anderem auch die Seelen ihrer Kinder verkaufen, natürlich tun sie das, der Freundeskreis bei facebook muß wachsen, wozu hat man denn Kinder.

Nö, beschreibe einmal dem Wahnsinnigen, was es heißt, gesund zu sein, dann sagt er nur Nö.

Da hör‘ ich dir nicht zu.

Und beschreibe mal dem Gesunden den Wahnsinn, dann wirst du erst recht bekloppt. Der Gesunde kann den Wahnsinn nicht nachvollziehen, kann ihn vielleicht theoretisch verstehen, aber nicht in seiner inwendigen Wirklichkeit miterleben, er müsste selber wahnsinnig werden. Doch sobald er das ist, weiß er nicht mehr, wie es war, seinerzeit gesund gewesen zu sein. Vielmehr denkt er nun, ja aber, nun bin ich gesund, und weiß, daß ich schon vorher nicht geistig gesund war, da ich nach einer völlig wahnsinnig verdrehten Weltanschauung gelebt habe, weiterhin wünsche ich allen Nachfolgenden gute Besserung.

Auch die Natur spielt verrückt, aber sie ist an sich nicht wahnsinnig. Sie macht bei dem ganzen Treiben nur mit oder tut ihr Nötigstes dazu. Mal unternimmt sie vorher etwas, mal legt sie nachträglich etwas hinzu, mal tut sie dies mit der möglichsten Rücksicht, mal mit der nötigsten Weitsicht, doch das hat alles Sinn und Verstand. Der Wahnsinn wohnt hier, in den leuchtenden Städten, doch das Leuchten ist nicht echt, das merkst du, sobald du den Strom abschaltest.

Doch was am Ende für eine Menge Licht dabei herauskommt, werden wir nicht für Möglich gehalten haben. Was jetzt passiert, war erst der Anfang und morgen ist es wieder erst der Anfang. Und mag der Anfang schon begonnen haben, das Ende werden viele schon vorher mitbekommen, wenn sie so weiter machen.

Manche bekommen überhaupt nichts mit, denn sie wollen oder sollen nichts mit bekommen. Sie werden die Lüge für noch wirklicher halten, als sie es bisher taten und immer weniger wissen, wo die Lüge einst damit anfing, die Wahrheit umzukehren. In ihnen hat sich die Lüge eingenistet, denn der Ursame eines wuchernden Lügengebildes war notwendig, sie der Lebensweise zu überführen, die immer verlogener wurde, je mehr sie sich dieser anpassen mußten, alleine um zu überleben.

Der eine verschließt sich, der andere öffnet sich, wieder andere laufen nur noch dem Mainstream hinterher, und nur sehr wenige gehen mittendrin ganz in Ruhe vor. Denn wer geht schon mitten im Sturm spazieren, als wehte das laueste Lüftchen?

Doch genau dies sollten wir tun, und die sogenannte Wahrheit, die vielfach geteilte Wahrheit, die dort auf den vielen Vorhängen geschrieben steht, können wir zwar lesen, ein wenig Unterhaltung kann ja nicht schaden, doch was draufsteht, bedeutet kaum etwas.

Die Vorhänge müssen alle ab, dahinter ist sowieso nichts Neues, wir haben es nur vergessen. Das Licht geht sowieso durch alle durch.

Fertig, jetzt kann es in die Schublade.


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