Schlagwörter

, , , ,

Der Euro muß gerettet werden. Unsere Banken müssen gerettet werden. Das Finanzsystem muß gerettet werden. Die Dosis muß erhöht werden. Da zirkuliert nichts mehr. Gib die Finanzspritze her. Wir brauchen mehr und mehr.

Fast wie die Junkies, diese Bankies und Finanzis in ihrer Sucht nach mehr und mehr und mehr! So süchtig nach dem Geld, wie der Kokser nach dem Koks. Doch ob nun Koks oder Kohlen (umgangsprachlich für Geld) – eine andauernde Abhängigkeit davon verdirbt den Charakter und führt zu verschiedenen Graden von Realitätsverlust.

Der Abhängigkeit aber ging ein Mißbrauch voraus, dem weiteren Mißbrauch folgten weitere Abhängigkeiten. Und wir sind alle abhängig davon. Wir glauben zumindest alle, wir seien abhängig davon. Oder sind wir abhängig davon, zu glauben, wir seien alle abhängig davon?

Egal, her mit der nächsten Finanzspritze, wir brauchen den Stoff, um in der Illusion weiterleben zu können.

Wir brauchen den Stoff, um in der Illusion weiterleben zu können, wir bräuchten den Stoff. Wir brauchen den Stoff, um in der Illusion weiterleben zu können, wir bräuchten den Stoff, um in der Illusion weiterleben zu können, wir bräuchten den Stoff, um in der Illusion weiterleben zu können, wir bräuchten den Stoff … und so weiter, ich möchte schließlich nicht bis an mein Lebensende weiterschreiben.

Übrigens ist ja auch bekannt: Koksmißbrauch kann zu Persönlichkeitsspaltungen und Größenwahn führen. Da muß man sich auch nicht wundern, wenn die Abhängigen Forderungen stellen, die mit der Realität irgendwann nichts mehr zu tun haben. Sie leben ganz in ihrer eigenen Welt und diese muß aufrecht erhalten bleiben, koste es was es wolle.

Also her mit der nächsten Finanzspritze, denn das Ego, angesiedelt im (wie mit Unmengen von Koks vollgepumpten) Kopf will die Kontrolle behalten, die zu haben es sich bisher erfolgreich hatte einreden können – Jahrhunderte lang.

Koksmißbrauch und Geldmißbrauch, so weit so gut, aber was hat das eine mit dem anderen sonst noch zu tun, fragt man sich?

Nun, wikipedia gibt dazu die folgenden Hinweise:

„Ein Spezifikum hierbei ist die episodische Gier: Auch bei unerfahrenen Konsumenten kann, wenn die Drogenwirkung abklingt, ein starkes Verlangen eintreten, mehr zu konsumieren. … Das extreme Hochgefühl sowie das schnelle Abklingen der Wirkung steigert das Abhängigkeitspotential der Droge erheblich“.

Vor allem aber wird diese Form der Abhängigkeit

„häufig mit einem Verfall des Gewissens des Konsumenten in Verbindung gebracht – dies vor dem Hintergrund, dass die selbstbewusstseinssteigernde Wirkung im Zusammenspiel mit der Konsumdynamik das soziale Bewusstsein verblassen lässt (weshalb Kokain zuweilen als „Egodroge“ bezeichnet wird)“

Desweiteren kann nach dem Rausch

„eine Depression (Konjunkturtief, Anm. des Autors) auftreten. Dieser Zustand lässt diese Konsumenten nicht selten schnell wieder zur Droge greifen, um der „Kokaindepression“ zu entkommen. Dieser Mechanismus ist gefährlich, da er schnell zu einer Abhängigkeit führen kann.“

Beziehungsweise zu weiteren Abhängigkeiten. Von denen wir, die kleinen blassen Junkies, natürlich stets weniger profitieren als die Bankies, Spekulanties und Hedgefontanties.

Schließlich werden wir niemals vor einem so großen Haufen Koks oder Geld sitzen können, wie unsere Dealer. (engl. für Händler, im weitesten Sinne) Wir bekommen nur unsere kleinen Rationen für den Hausgebrauch und müssen uns dafür auf dem Strich auf dem Arbeits- und Finanzmarkt verkaufen.

Diejenigen aber, die dort über den ganzen Haufen Geld oder Koks verfügen, diese Leute denken, die Welt gehöre ihnen. Deswegen muß auch alles auf der Welt ihnen gehören, bzw. privatisiert werden. Das verlangt letztlich der vollständig ausgeprägte Größenwahn.

Wenn der Dealer nicht mehr nur aus sicherer Entfernung mit dem Stoff handelt, von dem andere abhängig sind, sondern zudem selber von dem Stoff abhängig wird, den er obendrein bis ins Unermeßliche hat strecken müssen, muß er sich immer mehr davon unter die Nase reiben, um sich weiterhin vorgaukeln zu können, er könnte sein Umfeld besitzen und kontrollieren. So wie der Größenwahn sich in ihm entfaltet, wächst auch dieses Umfeld heran und am Ende will er die ganze Welt besitzen, bzw. kontrollieren.

Sein tatsächlicher Kontrollraum ist dann jedoch zu einem Handlungsspielraum von der Größe eines Korridors verkümmert, den er, wie ein Kind mit einem Luftballon in der Hand, auf und ab spaziert, im Glauben, er hätte die Weltkugel zwischen den Händen, die obendrein auch noch vor lauter Vergnügen quietscht, wenn er mit den Fingerspitzen drüber streicht.

Doch dieser Luftballon ist nur in seinem Hirn herangewachsen, genährt von dem Stoff, aus dem seine Träume sind. Eine Illusionsblase die regelmäßig mit einem Batzen von Scheingeld, oder mit einem Berg von Koks, aufgepumpt werden muß, bis sie platzt.

Das Motto hierbei lautet: Push it to the limit. The world is yours!

Zur näheren Veranschaulichung empfehle ich daher die folgende Liveübertragung anzusehen – direkt aus dem Geschäftszimmer von Montana Managements & Co gestreamt, wo offenbar schon seit geraumer Zeit versucht wird, diesem Motto noch irgendwie gerecht zu werden:

Aus dem Film: Scarface – The world is yours (Titelsong: „Push it to the limit“)

Wer sich hier ein wenig auskennt, weiß natürlich, daß diesem Dealer kurz darauf sämtliche Sicherungen durchbrennen werden.

Wie konnte es nur soweit gekommen? War doch einst (in gewisser Weise) ein visionärer Dealer. Hat doch einst seinen Stoff großzügig unter das Volk verstreut und sich verantwortungsvoll um die Bedürfnisse seiner Abhängigen gekümmert. Und das Volk war begeistert, jeder wollte was vom Stoff abhaben – mußte es gar, um bloß nicht aus dem allgemeinen Bewußtseinsdelirium aufzuwachen, in dem wir uns ja seit einigen Jahrhunderten befinden.

Nun aber mangelt es überall an dem Stoff, wir werden langsam nüchtern und ausgerechnet jetzt deutet sich bei unseren Dealern an, daß sie noch viel abhängiger von dem Stoff sind, als wir. Ausgerechnet jetzt drohen sie die Kontrolle zu verlieren.

Befinden sie sich denn etwa in einem ähnlichen Zustand, wie der Dealer aus der gerade gesendeten Live-Übertragung? Oder hält der Vergleich genau an dieser Stelle nicht mehr stand?

Denn auch wenn das Gebaren der Banken und ihrer Co-Abhängigen mit dem eines koksabhängigen Dealers vergleichbar ist – die finale Überdosis wird sich die Finanzelite leider nicht setzen. Im Gegenteil, sie können sich sogar einen „goldenen Schuß“ nach dem anderen setzen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Je mehr sie von dem Stoff bekommen, desto unwahrscheinlicher ist es, daß sie davon tot umkippen. Zum Exitus der Banken (und derer, die sie besitzen) würde es nur kommen, wenn sie gar nichts mehr kriegen, das heißt, ein kalter Entzug wäre erforderlich. Doch eben das würde das System nicht überleben.

Daher kann man getrost davon ausgehen, daß es irgendwann wild um sich schießt. Und im Grunde tut es das ja längst. Eben so, wie in dem Video der grandiose Herr Pacino doch sehr vortrefflich um sich schießt, nachdem ihm die Sicherungen durchgebrannt sind.

Wo durch ungerechte Verteilung ein Ungleichgewicht vorhandener Energien besteht, muß der Anteil der überschüssigen Energie irgendwo entladen werden, was sich nicht selten in einem übermäßigen Waffengebrauch äußert. Kriege zum Beispiel verhelfen dazu, eine fehlgeleitete Energie gewinnbringend einzusetzen.

Hinter all dem Ringen um die Rettung der Macht verbirgt sich nur das Ausleben von verschiedener Psychodramen derjenigen, die zu Lasten derer profitieren, die für den Erhalt der Macht geopfert werden. Sowie auch der sogenannte Krieg gegen den Terror das heimliche Abbild des eigenen psychologischen Dilemmas ist, die eigenen Ängste nicht aufgearbeitet zu haben, und es vorgezogen wird, sie zum Schaden anderer auszuleben, so ist der vermeintlich illegale Drogenhandel in Wirklichkeit oftmals ein politischer Handel, und somit ein Eingeständis, insgeheim einem eigenen Psychoschaden entflüchten zu wollen.

Wenn zum Beispiel vom Erlös der Drogenhandels Rüstungsgeschäfte ermöglicht und angekurbelt werden, mit denen wiederum Kriege geführt oder angezettelt werden können, dann geschieht dies, um die kränkelnden Stellen eines verschnupften Systems kurieren zu können. Manche solcher strategischen Planspiele müssen natürlich durch einen sogenannten Krieg gegen den Terror erst entfacht werden, wobei der ursprüngliche Terror auch wieder nur in den Köpfen der Terrorbekämpfer stattfindet. Dafür muß man Verständnis haben, denn ihn ihren Ego-Hirnen werden sie von fürchterlich schlimmen Ängsten gemartert. Der Gedanke ist ja auch kaum auszuhalten, diesen Terror im Innern ganz alleine bewältigen zu müssen, er muß also nach Außen verlegt werden.

Diesem Kreislauf von Terror und Antiterror, Krieg und Antikrieg ist ein Geldsystem übergeordnet, daß auf einem Fundament aus Schuld und Angst erbaut wurde, welche die Folgen eines schlechten Gewissens sind, das wiederum einem Minderwertigkeitsgefühl entspringt, welches nicht selten durch das Ausleben von verschiedenen Graden des Größenwahns veräußert wird – so daß man zuletzt sagen kann, daß das derzeitige System nicht etwa an der einen oder anderen Stelle kränkelt, sondern schon im Kern völlig krank ist, bzw. von vornherein mit einem superschädlichen Keim infiziert war.

Endlich wird aber deutlicher: Es ist zum Ausbruch der Krankheit gekommen und wir wünschen allen Beteiligten eine baldige Genesung.

Spätestens nach dem Aufspannen des letzten Euro-Rettungsschirms sollte daher jedem Dümmerchen und Doofmann aufgefallen sein, daß es natürlich nie darum ging, „Griechenland“ zu retten. Nein, das bis zum Limit hochgepushte System muß gerettet werden, um jeden Preis.

Durchaus ist es hierbei aber so gewesen, daß die ursprüngliche griechische Lebensart dem System zuwider lief. Daher wird es auf Kosten der griechischen Lebensart gerettet – oder überhaupt auf Kosten all dessen, was nach unkontrollierbarer Lebensfreude riecht. Im Grunde ist die ganze menschliche Lebensart für jene systemgefährdend, die von der Energie der Menschen leben (bzw. von der Ausbeutung und vom Mißbrauch dieser Lebensenergie). Sie muß in Schach gehalten werden, umgeleitet oder manipuliert werden oder, wo es nicht gelingt, zerstört werden.

Es wird somit nicht der Euro gerettet werden, es werden auch nicht die Banken gerettet und es wird auch nicht das Finanzsystem gerettet, sondern wird das System des Mißbrauchs und der Abhängigkeiten gerettet. Das wiederum geschieht, um diejenigen zu retten, die am meisten von einem System profitieren, das die Menschen – einschließlich der Bänker – zu Sklaven macht.

Die Banken sind nur die Säulen des derzeitigen Finanzystems, die tragenden Pfeiler des großen Lügentempels und der Lügentempel ist nur ein Vorbau der großen Kathedrale der Angst, Schuld, Mißgunst, der Gier und des Neids – aufgebaut auf einem Fundament des Irrglaubens, mit offenen Toren für die Menschenmassen, die ihren Herrschaften alles glauben und sogar noch ihr letztes Hemd für sie abgeben würden, das durchnässt ist vom Angstschweiss, so wie auch die Geldscheine und Scheingelder durchtränkt sind von Angstschweiss, die sie regelmäßig über einen herumgereichten Klingelbeutel auswringen, im Glauben, damit wären sie gerettet!

Gerettet wird aber nicht unsere Existenz, sondern die Existenz eines Systems für dessen Aufbau wir uns krummgelegt haben, für dessen Erhalt wir ausgebeutet wurden und für dessen Rettung wir uns noch dreimal verschuldet im Grab umdrehen sollen, abzüglich Steuern. Den übergeordneten und unbekannten Herrschaften ist es egal, ob ihnen bei ihrem Rettungsversuch Menschen im Wege stehen, oder Banken oder Staaten, egal ob Diktaturen oder Demokratien – das wird im Zweifelsfall alles aus dem Weg geräumt.

Wir Menschen fungieren hierbei in gewisser Weise als Dosenvorrat, schließlich wissen wir zumindest vom Drogenmißbrauch, daß ein regelmäßiger und übermäßiger Konsum die „Körperreserven ausbeuten“ kann. Warum sollte es sich beim allgemeinen Geld-, Werte-, und Energiemißbrauch anders verhalten? Solange wir dieses Spiel mitmachen, verkörpern wir deren Körperreserven, was für ein gut durchdachter Organ-ismus das doch ist.

PS:

„Toni gets a phone call“


Besondere Empfehlung:

→ dudeweblog: Über das Konsumgebaren, das Unterhaltungstreiben und die Plappermentalität der Schuldgeldknechtschaftssklaven – Dreckskapitalismus Teil II

Hintergründe:

→ Radio Utopie: Wir sind die Banken. Wir kriegen die Krise. Wir kriegen Europa. Wir sind die Banken
→ We are change: Der stille (Finanz) Putsch in Deutschland
→ Lars Schall: Warum die USA Afghanistan nicht verlassen werden
→ Heise Online: Opiumanbau in Afghanistan nimmt zu
→ The Intelligence: 147 Unternehmen herrschen über die Weltwirtschaft 
→ Gerecht 2010: Die Enteignung Europas
→ imi-online: Waffen für den »Drogenkrieg

Geliftete Scarface Videos:

„The world is yours“
„Tony Montana at home“
→ „Toni gets a phonecall

 Eigener Stoff:

Deutschland rekapitalisiert das Schuldsystem (Staatsgeheimnis Bankenrettung)
Im Falle von Griechenland, im Falle von Deutschland 
Was is mit de Kohlen?
Macht Geld Leute
Und – wieviel Schulden verdienst du eigentlich so im Monat?
Schuldverhältnisse

 

Dieser "Gefällt mir button" gefällt mir nicht Dieser "Gefällt mir nicht button" gefällt mir

Teilen

Diesen Artikel auf facebook zu stellen wird hiermit eindrücklich verboten

 

Werbeanzeigen