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Wie erschreckend:

Da gibt es jetzt die Facebook-Gruppe “Runter mit der EU-Flagge von unserem Parlament”, was im Sinne dieser Aktion sehr erfreulich ist, doch wie man im mitschwingenden Tenor des Kommentar-Anhangs beim Artikel von radio-utopie erfährt, stößt die Bedingung, dafür bei facebook angemeldet zu sein, zugleich auch auf etwas Ratlosigkeit einiger Nicht-Facebücklinge.

So frug ich mich ebenfalls, wie man sich auch außerhalb von facebook an dieser Aktion/Petition(?) beteiligen könnte, und sah zunächst bei openPetition.de nach, ob es dort vielleicht etwas Ähnliches bereits gibt.

Doch da lese ich dann:

„Ab 01. August 2011 können alle auf openPetition erstellten Petitionen mit der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises (nPA) verbindlich und authentisch unterstützt werden … Voraussetzung für die Nutzung des Online-Ausweisen Service ist der Besitz eines neuen Personalausweises mit aktivierter Online-Funktion und PIN, ein Kartenlesegerät und ein Computer mit Windows- oder Linux-Betriebssystem auf dem ein Plugin (AusweisApp)  für die Browser Firefox oder IE installiert ist. … Sechs Millionen neue Ausweise wurden bereits ausgegeben und 2020 wird jeder Bürger einen neuen Personalausweis haben.“

Ja, da führt offenbar kein Weg mehr dran vorbei. Jeder Bürger wird dann einen solchen Personalausweis haben. Dagegen vorzugehen wäre doch mal eine Petition wert, oder nicht?

Zwar setzt openPetition

„bewusst auf die Online-Ausweisen-Funktion des neuen Personalausweises und nicht auf die in Zukunft mögliche qualifizierte, elektronische Signatur um eine geringe Einstiegshürde zu bieten und zugleich ein Mindestmaß an Authentizität und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten“ –

doch das ist erstens sehr umständlich formuliert und entspricht zweitens wohl eher der modernen Version der Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

Der neue Personalausweis und die Einführung und Zwangsvergabe desselben ist meiner Ansicht nach an sich schon bürgerfeindlich, verfassungsbedenklich und grundgesetzwidrig – sich mit diesem aber auch noch im Internet identifizieren zu müssen, ist umso schlimmer. Gleichzeitig ist es natürlich die logische Folge des ersten Schrittes und es sollte niemanden wundern, wenn diese Technologie überwiegend dazu genutzt wird, uns noch unfreier und rechtloser zu machen, als wir es in diesem System ohnehin schon sind.

Das muß man nicht unterstützen, schon gar nicht als Bürgerrechtler, auch nicht um hierdurch den Petitionen der einfachen Leute ein Maß an „Authentizität und Nachvollziehbarkeit“ beim Beschwerde-Empfänger zu verschaffen, ist es doch der Beschwerde-Empfänger, der uns diesen leidigen Personalausweis erst aufgehalst hat.

Und was facebook betrifft, ist ein Beitritt in dieses sozial-sterile Netzwerk allerhöchstens denkbar und sinnvoll, wenn dadurch ein Forum für oben genannte Aktionen und ähnlichem Aufbegehren geschaffen werden kann. Doch im Zuge der neuesten technischen Entwicklungen wäre selbst das für mich nicht mehr unterstützenswert, da ich mir dann vorkäme, als müßte ich mich von einem Arm eines achtarmigen Biests umklammern lassen, nur um ihm von hier aus einen anderen Arm abschlagen zu können, der sowieso geich wieder nachwächst, während die anderen sechs Arme sich ins Fäustchen lachen, mich bei meinem Aufbegehren fotografieren und sich Notizen über weitere Verhaltensweisen meinerseits machen zu können.

Wenn ich nicht wüßte, daß die Zeit des Systems, das solche und ähnliche Monster erschaffen hat, bald abgelaufen ist, würde ich genau dafür spätestens jetzt beten, bzw. bei Mister und Misses Universum unverzüglich den (friedlichen) Untergang dieser gegenwärtigen Systemstruktur einfordern.

Über die Hintergründe der Entwicklung und Einführung des neuen Personalausweises möchte ich allen Kritikern wie auch Befürwortern abschließend noch diesen sehenswerten Fernsehfilm empfehlen:


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