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Getragen von der stillen Ahnung, was zur Auflösung von gewissen inneren Dramen zu tun ist und wie der Betroffene seine psychisch höchst belastende Situation in unbewußter Wortführung ausformuliert, das erfuhren wir im gestrigen Artikel bei Tagesschau.de Innenminister will Härte gegen potenzielle Attentäter :

„Islamisten, die Mordanschläge in Deutschland verüben wollen, müssen nach den Worten von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich damit rechnen, selbst getötet zu werden. Friedrich sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“ (BamS): Wer anderen nach dem Leben trachtet, kann kein Mitleid erwarten.

Ausdrücklich machte sich Friedrich die Aussage eines seiner Amtsvorgänger, Otto Schily, zu eigen. Der hatte die Ansicht vertreten: Wer den Tod liebt, der kann ihn haben. Friedrich sagte dem Blatt: Ich kann nicht erkennen, dass an diesem Satz etwas falsch ist.

Der CSU-Politiker äußerte zugleich die Überzeugung, dass sich ein so schwerer Terroranschlag wie am 11. September 2001 in New York nicht wiederholen könne. Der Krieg gegen den Terrorismus sei jedoch erst dann gewonnen, wenn es gelinge, in die Region Stabilität zu bringen – und zwar auf Dauer.“

Tja, so ist das wohl. „Wer den Tod liebt, der kann ihn haben.“

Denn Liebe ist immer der richtige Weg –

Aber auch wer den Terror liebt, kann ihn haben.

Selbst den Krieg kann man sehr gerne haben. Vor allem wenn man ihn liebt.

Wer übrigens Raketen, Panzer oder U-Boote haben will, kann sie natürlich auch gerne haben, am besten sofort.

Und so kann jeder haben, was er liebt.

Nur für manche kleine Hosenscheißerchen in ihren piekenden Nadelstreifenden Strampelanzügen ist es nicht immer leicht, alles sofort zu kriegen. Liebe zum Beispiel. Oder Anerkennung von Herzen. Seelischer Zuspruch. Und so weiter. Das sind so Dinge für sich und wenn da einmal etwas schief gelaufen ist … man muß dem Krieg gegen den Terror der Ängste jedenfalls ins eigene Auge sehen.

Da sind solche Forderungen auf politischer Ebene auch nicht sofort all zu ernst zu nehmen. Da sucht nur jemand nach Aufmerksamkeit ob der Größe seiner Person in Position seines ehrenwerten Amtes. Da ist jemand mit seiner momentanen politischen Aufgabe entweder überfordert oder unterfordert, auf jeden Fall fühlt er sich herausgefordert. Da steht jemand vermutlich unter großem Druck, selbst wenn es nur der längst zurückliegende Druck der eigenen Eltern ist, der noch weiterhin einwirkt. Da ist jemand dankbar für jeden schnellen Lösungsansatz, mit dem er all diese schwelenden inneren Konflikte endlich auflösen kann.

Was also in erster Linie die Psyche einer solchen Person anbelangt, ist es durchaus der richtige Weg, zunächst genau in „diese Region Stabilität zu bringen – und zwar auf Dauer…“

Dennoch kann seine Forderung von anderen Quengelgeistern selbstverständlich als eine Betriebsanleitung zur allgemeinen nationalen und internationalen Terrorbekämpfung verstanden werden. Insbesondere wenn es sich bei den zum Tode Verurteilten um potentielle Attentäter handelt. In logischer Reihenfolge müßte man sie alle nacheinander umbringen, und zwar bevor sie attentätlich werden. Deswegen ist der Einsatz in solchen Ländern, wo die Terroristen gezüchtet werden, ebenfalls gerechtfertigt.

Politiker sein ist schön. Man braucht die Konfliktaustragung nur nach Außen zu verlegen, und schon sind die Probleme auch im Innern gelöst.


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