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Morgen ist schon wieder der 21. Juni. Sommersonnenwende.

Wie doch die Zeit vergeht!

Und was nicht alles passiert in der Welt!

Lediglich in Deutschland passiert irgendwie gar nichts, außer daß die Arbeitslosenzahlen beständig sinken und die Wirtschaft einen Aufschwung nach dem anderen erfährt, während die größte Finanzblase aller Zeiten fröhlich pfeifend an uns vorüberzieht.

Ja, von diesen positiven Entwicklungen sind wir alle betroffen. Vielleicht ist es daher besser so, wenn weiterhin Ruhe und Ordnung im Lande herrscht, die Straßen nicht brennen und das Volk die Parlamente nicht belagert. Sollen die Südländer doch ihre Präsidenten absetzen, der EU-Knechtschaft entfleuchen, sich verweigern, schimpfen, toben, wüten, mit brennenden Autos werfen und das herrschende Monster mit Streiks und Dienstverweigerungen frech am Ärmel ziehen. Diesmal sind wir an der Reihe, einfach so in den Tag hineinzuleben, untätig zu sein und uns weiter keine Gedanken zu machen.

Wir müssen nicht auf den Tischen tanzen, das können die Südländer sowieso besser, die haben schließlich das Temperament dafür. Und wenn sie sich ärgern, ärgern sie sich gar nicht lange, sondern sind gleich sofort fuchsteufelswild, werfen mit brennenden Fackeln und spießen das Objekt ihrer Wut mit Mistgabeln auf, grillen es auf dem Platz vor der Taverne und tanzen – sogleich schon wieder besserer Laune – unter einem sternenübersäten Nachthimmel in den Tag hinein, als ob es kein Morgen gäbe.

Wie sollten wir uns als Deutsche daran auch beteiligen?

Und ob nun mit oder ohne uns, gewisse Entwicklungen sind sowieso nicht mehr aufzuhalten. Das System des Wachstums und des Fortschritts, das wir jahrzehntelang gefördert haben, hat sich mittlerweile verselbständigt. Es geht alles seiner Wege und wenn der Weg zu Ende ist, ist der Zusammenbruch des Ganzen ebenfalls nicht mehr aufzuhalten – egal ob wir jetzt noch streiken oder nicht.

Was sollen wir auch die Arbeit nur für die Zeit eines Streiks niederlegen, den Herrschaften bessere Konditionen abfordern und uns dann wieder in den Dienst der gleichen Herrschaften stellen? Die Konditionierung eines Hundes ist wohl sehr gut gelungen, wenn er meint, er hätte sich ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit selbst erkämpft, nur weil sein Herrchen auf nachdrückliche Forderung per Knopfdruck die automatische Hundeleine gnädigerweise um 2 Meter verlängert hat. Im Süden ist das nicht so, da war die Beziehung von vornherein nicht auf Unterwürfigkeit aufgebaut und so werden die Verhältnisse auch anders geklärt als hier.

Was sollen wir also zu tun, im Land der Dichter und Denker, wenn gerade die Welt untergeht? Warten bis sie wieder aufersteht? Oder können wir mit unseren international anerkannten Tugenden wie Fleiß, Disziplin, Reinlichkeit, innovatives Bestreben und unserem leicht übertriebenen analytischen Denken vielleicht hier und da ein paar Akzente setzen, damit die große Umwandlung auch ordentlich vonstatten geht? Wir haben die Sprache, wir haben den Intellekt, wir haben die Technik, wir haben die Forschung, hinzu sind wir gerne daheim, haben es gerne gemütlich, pflegen unseren Garten, unseren Balkon oder lieben den Park und die Wälder.

Ach ja, die Wälder, die waren ja auch noch da. Sie sind Teil der Natur, was man von uns auch mal dachte; ich habe das nachgeprüft – wie jedes Volk waren auch wir einst mit der unsrigen Natur zutiefst verbunden. Wir waren tiefer damit verbunden als wir heute denken, denn in der Natur brauchen wir endlich einmal nicht zu denken. Hier kommen wir zur Ruhe, hier lassen wir uns inspirieren, hier schöpfen wir Kraft für neuen Tatendrang. Denn untätig bleiben, das können wir Deutschen nicht.

Und auf einmal, mein Gott, sind wir alle arbeitslos, zumindest kollektiv arbeitsloser als „je“ zuvor. Was hat das zu bedeuten? Sollen wir etwa Däumchen drehen? Oder sollen wir erstmal zur Ruhe kommen und dann wieder ganz von vorne mit dem Denken anfangen? Mit dem Denken und übrigens auch mit dem Dichten, denn was einen Großteil der (hochgelobten) Literatur betrifft – na ja, da haben wir auch schon mal bessere Zeiten erlebt. Überhaupt die großen Künste, Musik zum Beispiel. Wird nicht gefördert, nur beim Hochadel, in den Schulen für den Pöbel nicht. Noten sollen nicht mehr die Sache der Deutschen sein. Nur Banknoten und Kopfnoten.

Was tun also? Vertrauen wir doch erstmal auf die Zeit. Auch wenn sie es zur Zeit besonders eilig zu haben scheint, als wäre sie auf der Flucht vor ihrem eigenen Schatten. Da kommt man nicht mehr mit und fragt sich: Wie weit liegen doch die Ereignisse der letzten Woche zurück, während die letzten Monate wie ein paar Tage vergangen sind, wobei das letzte Jahr schon wieder Ewigkeiten her zu sein scheint und es gleichzeitig überhaupt nicht sein kann, wie schnell die letzten zehn Jahre vergangen sind!

Nach vorne hin hoffen wir, daß die alte Struktur bestehen bleibt, doch rückblickend ist in wenigen Jahren so viel geschehen, wie sonst in Jahrzehnten nicht, so daß es die alte Struktur eigentlich schon gar nicht mehr geben dürfte. Ringsherum folgt ein weltbewegendes Ereignis dem anderen und in Deutschland scheint sich vergleichsweise nichts weiter zu bewegen.

Tatsächlich aber befinden wir uns an der Inversion, kurz vor dem Überschlag, wie bei Achterbahnfahrten. Wir stehen Kopf, hängen im luftleeren Raum, und wenn auch der eine oder andere gelegentlich ein unbestimmtes Kotzgefühl im Leibe verspürt, kein Grund zur Beunruhigung: Die Welt steht zwar Kopf, doch trotzdem hat alles noch Hand und Fuß. Es wird die Welt schon nicht aus der Bahn werfen.

Die Zeit verläuft weiterhin im ewigen Rad, doch wissen wir nicht, in welche Richtung es rollt und kommen mit dem Denken nicht mehr mit – das ist der Speichenradeffekt. Je schneller sich die 12 Radspeichen drehen, desto langsamer scheint das Rad zu rollen und bei noch mehr Umdrehungen pro Sekunde scheint es sogar still zu stehen. Also laß es rollen. Versuche nicht selbst am Rad zu drehen, sonst kommst du unter die Räder.

Let it roll. Die Zeiten ändern sich sowieso. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Veränderung unserer Zeit ist die Veränderung unserer Zeit.

Einstweilen schwindet hierbei das eine oder andere dahin.

Man fragt sich zum Beispiel, wo eigentlich kürzlich der Frühling geblieben sein soll. War er überhaupt da? Was ist mit ihm geschehen? Wo ist er geblieben? Hat der Klimawandel ihn verschluckt? Egal, auf jeden Fall steckt mehr dahinter, bzw. etwas völlig anderes als man uns erzählt. Ohnehin ist das ganze Geschrei um den Klimawandel wieder nur eine Angst vor notwendigen Veränderungen, denen sich der Mensch anzupassen in der Lage wäre, würde er einfach sein Bewußtseinstürchen einen Spalt weiter öffnen.

Das einhergehende Fehlen sinnlich nachfühlbarer Jahreszeiten ist höchstens darauf zurückzuführen, daß dem Frühling einfach die Seelenlust vergangen ist, da der Mensch ihm nicht genügend Raum zur Entfaltung läßt. Das ist eine Wechselbeziehung, die im Innern des Menschen zu spüren wäre. Ist dort keine Resonanz, so vergeht dem Geist der Natur die Seelenlust und eine Vernachlässigung der Seele wirkt sich immer auch auf das allgemeine Klima aus. Ob es nun wärmer oder kälter wird, es wird lebloser ringsumher.

Wenn wir den Frühling nicht ehren, preisen und feiern, dann erreicht uns auch sein Wirken nicht, dann ist die Atmosphäre nicht von seinem Geist erfüllt. Sein Wirken geschieht über die Pflanzen und Tiere und über diese kämen wir dem Geist des Frühlings näher, wenn wir uns mit der Natur verbinden würden. Dies kann über Zeremonien, d.h. spielerische Feierlichkeiten, vollzogen werden, so wie man es zum Beispiel beim Maifest noch kennt, wenn wir mit den Maibäumen den Frühling feiern.

Es gab eine Zeit, da wurde genau das verboten: Derartige Lebenszeichen zu zelebrieren. Man nannte es Teufelszeug Baumverehrung zu betreiben. In manchen Gegenden Deutschlands wurden uns sogar die Arme gebrochen, wenn wir die Bäume auch nur umarmen wollten. Auf Deutsch: Energieübertragung verboten. Andere von uns wurden gemartert oder gar verbrannt, weil wir Kräuter räucherten, uns Gott über die Natur näherten, die Natur heilig/heilend sprachen – verbrannt von denen, die uns ihren Teufel auf den Hals hetzten, von denen, die unsere Natur entweihten, die aus dem Holz der Bäume ihre Todeskreuze zimmerten, die wir sie seither bestenfalls als Hoffnungsgeber, doch schlimmstenfalls als ins Unterbewußtsein indoktrinierte Warnung über den Türbalken nageln. Guter Gott, was beten wir da eigentlich an?

Man durfte die Natur nicht heilig nennen und so wäre es jetzt an der Zeit, sie wieder heilig zu sprechen. Heilig wie gesagt im Sinne von heilend, um wieder ein heiles Land zu haben, mehr nicht.

Heiland, wir müssen uns nur daran erinnern;

Der Sommer … ist das nicht einmal ein schönes Wort gewesen? Was ist daraus geworden? Eine Saison? Ein Anlass dafür, Wettstreite zu begehen, wie im Sport? Begriffe wie Sommerpause oder Sommerschlussverkauf sind Ausdruck einer Wettstreitgesellschaft, die künstlichen Regeln gehorcht und sich von den Gesetzen der Natur abgewandt hat – wie erbärmlich.

Erb-ärmlich.

Gehe also zu den Eichen, wenn morgen die Sonne wendet, was gewendet werden muß, denn die Eiche ist der Sonne in spezieller, energetischer Weise sehr nahe. Nimm dir einige Eichenblätter und wo du keine findest, sind auch Heckenrosen und das Kraut von Bruder Johannis wirkungsvoll. Früher kleidete man sich oder seine Umgebung in grüne, rote, gelbe und goldene Farben, das mußt du nicht tun, aber vielleicht findest du trotzdem den alten Hügel wieder, auf dem wir einst standen und leuchtende Feuerräder hügelabwärts rollen ließen.

Vielleicht wird es an diesem Tag regnen oder wolkendunkel sein, doch mach dir nichts draus, das ist nur atmosphärisches Geistergewölk in Fortbewegung, vorüberziehende Gedankenwolken, falls sie echt aussehen und es keine Chemtrails sind. Fühle dich dennoch eingeladen, am Sonnenfest teilzunehmen und sie wird dir die Kraft geben, die du brauchst für die Zeit bis zum nächsten Sonnenfest. Hinter den Wolken scheint trotzdem das Licht, so nimm auch du die Kraft der Sonne an – Mensch – denn wenn die Tage wieder kürzer werden, die Nächte aber länger, dann brauchst du diese Kraft. Jetzt kannst du vollbringen, wonach dir im guten Sinne der Sinn steht; du kannst dein Werk wirken lassen, du kannst über dein Projekt der Welt deine Projektion des Lichtes – dein Werk präsentieren.

Nimm also Teil an jenem alten Fest der Menschheit und finde zurück zur der Wurzel der Dinge, wende dich doch den Bäumen wieder zu. Warum zum Beispiel wird noch heute (bzw. heute wieder) Rat unter den Linden gehalten? Das kommt nicht von ungefähr. Unter den Linden kommst du zur Klarheit, hier werden gemeinschaftliche Angelegenheiten besprochen, nicht gestritten, hier wird das Denken mit den Wünschen des Herzens vereint, negatives Gedankentum gelindert und mitfühlende Entscheidungen erwogen, die Kraft in den Adern unter der Rinde der Linde verhilft dazu. (Vorausgesetzt diejenigen, die dort tagen, sind nicht schon geistig völlig verkorkst, gelinde gesagt)

Also lass dich nicht beirren; oh nein, lass dich nicht schon wieder beirren …

ich zitiere bekümmert den Sachsenkönig Edgar aus dem 10 Jahrhundert:

„Hiermit erlassen wir, dass jeder Priester bestrebt sein soll, das Christentum voranzutreiben und Baumverehrung zu verbieten, Omen, Zauberlieder und viele weitere Illusionen, die in Heiligtümern an Ulmen und anderen Bäumen praktiziert werden und durch die vielen verdorben werden, die nicht verdorben werden wollten.“

Ja, an Ulmen. Ulmen leiden, wie wir alle, an der Zerstörung anderer Lebensräume, auch wenn sie weit entfernt stattfindet. Umgekehrt entstehen natürliche Lebensräume, auch fern und anderswo, wenn wir eine Ulme als das erkennen, was sie ist. Ein heilendes Wesen. Wie jedem natürlichen Lebewesen wohnen der Ulme natürliche Heilkräfte inne, die der Mensch für sich anwenden darf, solange er die Heilkraft noch nicht in sich gefunden hat und diese somit noch als übernatürlich/unerreichbar einschätzt.

Ulmenrinde ist verschiedenartig anwendbar und heilsam und die reifen Ulmensamen kann man geröstet für den Salat verwenden – das sind vielleicht noch Dinge, die der Volksmund weiß. Was er vielleicht nicht weiß, ist, daß gemäß der Edda die Menschen aus der Esche und der Ulme geschaffen wurden, wobei die Esche der Mann ist und die Ulme die Frau, woraus wir lediglich abzuleiten brauchen, daß die Ulme ein Baum mit zweigeschlechtlichen Blüten ist, also eine in sich vollständige Ganzheit präsentierend; hier vereint sie das weibliche Element mit dem männlichen. Desweiteren fördert die Ulme das, was untereinander in Kommunikation oder kommunikativer Verbindung steht; die Ulme bringt uns in Kommunikation, wenn wir das wollen, auch mit Bereichen, die ferne liegen, so auch mit den Natur-Reichen, von welchen manche sichtbar sind und mache unsichtbar. Einst und anderswo nannte man die Ulme auch Elfenholz.

„Lassen wir die Menschen sich nicht mit der Natur verbinden, während wir selbst Wettermacherei betreiben, so steigen wir, die Hoch-Erleuchteten, zu den Göttern auf“, sagen dagegen andere.

Wehret den Anfängen, möchte man da fast sagen …

… Wehret den Anfängen, denn daß ein Anflug von Größenwahn in einem verheerenden Wahnsinn enden kann, weiß jeder, man denke nur an den sogenannten „Hexenhammer“ oder zum Beispiel der folgenden

„Erzehlung / wie der Bischoff zu Würtzburg / das Hexenbrennen im Frankenlande angefangen / wie er dasselbe fort treiben / und das Ungeziffer gentzlich außrotten wil … und wie sie gericht worden…. und also tractirt / daß sie sich ein geraume zeit nicht dörffen sehen lassen … und ins Hexen Register / und endlich zum Fewer und Brand / zum ewigen Höllischen Feuer kommen / vor welchem uns behüte die Hochgelobte Dreyfaltigkeit / immer und in Ewigkeit / Amen.“

Dieses Bestreben geht heutzutage natürlich nicht mehr von den Kirchenkreisen aus, denn sie hat auch nicht mehr ein derart mächtigen Teufel im Nacken sitzen, bzw. ist sie nicht mehr ganz allein damit. Doch die Kirche von heute, das ist die weltumspannende Privatbank, Teile der großen Industrie, die Lebensmittelkopisten und Pillengötter, die Waffenherolde und ihre Vasallen in Schlips und Kragen, mit ihren goldbestückten geifernden Weibsbildern an der Seite. Wäre ich ein Priester, dann wäre mein geltendes Wort, daß sich keiner deren Erlässen und Gesetzen beugen darf, sprich: daß er diese Pillen, dieses Genzeug und diese Wahrheiten nicht schlucken darf.

Stattdessen soll er dem Gegenteil aller Gefangennahme, Unterdrückung und der von machthungrigen Wesen herbeigeführten Verkümmerung und Verblödung der Völker entgegenwirken, indem er Baum“verehrung“ und Naturzeremonien betreibt, und überdies seine Herzensträume statt seine Kopfillusionen hochleben läßt, meinetwegen in Liedern, Gedichten, Gesprächen oder schlicht in innigen Monologen, die aber allesamt und allemale verständiger, geistreicher und heilversprechender sind als alle eure auf PolitBanketten, AngeberAkademien, KirchenKuppeln und KriegsKongressen erdachten Reden, Texte, Erklärungen, Vorgaben, Pläne und Agenden es jemals erreichen konnten!

Und wenn ihr euch die ganze Erde Untertan macht und sie als euer Privateigentum deklariert, auf dem dann der Mensch nach eurem Gesetz kein Recht mehr hat und ihr die Natur entschlüsselt und den Kosmos und die Codes in eure Reproduktionsmaschinen eingebt, um das Patent zu erlangen, das Patent, Gott zu sein, weil ihr im tiefsten befürchteten Innern eurer verlorenen Seele nur kleine ängstliche Wimpelmänner seid, – selbst wenn ihr das alles macht, ich werde nicht mit Steinen nach euch werfen, zu schade der Stein, ich werde nicht gegen euch aufmaschieren, zu schade der Weg, nein, ich werde tun, was mir lieber ist: Ich werde gemeinsam mit den Bäumen und Pflanzen das Leben anhimmeln.

Sprich:

Ich werde mich in den Park begeben, mich an einen Baum anlehnen und durch sein dichtes Blätterwerk vergnügt das Sonnenlicht vor meinen Augen flimmern lassen und kurz nochmal an euch denken, ein kleines bereits auf den Erdboden gefallenes Zweiglein mit zwei Fingern zerknickend.


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