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Sicherlich:

Niemand möchte eine EHEC-Infektion haben und niemand möchte derartig leiden, wie die Menschen, die bisher an diesen oder ähnlichen Dingen erkrankt sind. EHEC-Keime „sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli“* und sofern das so ist, will natürlich niemand so etwas im Körper haben. (*lt. tagessschau.de/ doch lesen Sie darüber besser unter: EHEC – Die wahren Hintergründe einer erfundenen Seuche – PDF-Datei)

Da wir als Laien nicht wissen, ob, wie und wann welches Bakterium schädlich für uns ist und was es überhaupt mit uns macht, sollten wir daher besser erstmal keine Gurken und Tomaten essen. Wenn es offiziell heißt, das Gemüse sei „kontaminiert“, so müssen wir diese Warnung ernst nehmen, denn wer weiß, vielleicht wird uns ja ausnahmsweise mal die Wahrheit erzählt. Mit Bakterien kennt sich unser Bewußtsein nämlich noch nicht so gut aus, wie mit Gurken und Tomaten.

Natürlich können wir weiterhin Gurkenscheiben als Gesichtsmaske auftragen und weiterhin mit Tomaten auf den Augen durch die Gegend laufen. Ansonsten aber laßt uns alle gemeinsam in Europa einstweilen auf Gemüse verzichten, dann bleiben wir auf jeden Fall gesund. Was kann uns schon passieren, wir sind ja hauptsächlich keine Vegetarier. Und auch keine Rohköstler. Und wir sind auch keine Landwirte, keine Gemüsebauern und schon gar keine Bio-Landwirte. Schließlich stammen „die in Tschechien vom Markt genommenen Gurken von dem deutschen Bio-Großhändler Dennree“, wie es uns (nur mal so als kontaminiertes Beispiel) die Tagesschau berichtet.

Dennree, eine Marke die in den letzten Jahren nämlich immer bekannter wurde, also mit Bioprodukten. Ja, ja. So ganz am Rande erwähnt sind sie schon eine indirekte Gefahr, diese Biolandwirte, diese privaten Gemüsebauern in ganz Europa. Und diese Vegetarier, diese immer mehr werdenden Rohköstler und Schweinefleisch-Verweigerer, die leben jetzt ganz bewußt gefährlich.

Doch vor allem geht es erstmal dem Gemüse an den Kragen. Das ist der eigentliche Feind. Deswegen sprechen wir ab heute nicht mehr nur von „verdächtigen Gurkenlieferungen“ oder lediglich davon, daß „in Ungarn, Österreich, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden laut EU-Kommission(!) verdächtige spanische Gurken angekommen sind“, sondern wir stellen von nun an das ganze „Gemüse unter Generalverdacht“. Mit Recht, denn die Unschuldsvermutung ist eh schon längst abgeschafft worden. Und die EU-Komission ist immer mal mit guten Einschätzungen zur Stelle, wenn es um unsere Gesundheit geht. Lediglich einmal hatte sie sich vertan, als sie uns allen per Glühbirnenverbot ein kaltes, krebserregendes Licht in unser Bewußtsein schrauben wollte.

Wie auch immer, jetzt ist erstmal Gemüse potentiell ungesund, das ist die wichtigste Nachricht.

Daher sollten wir bald überlegen, ob wir die Produktion und überhaupt das ganze Prozedere des Anbaus nicht künftig anderen überlassen sollten und nicht mehr den schmutzigen Bauernhänden, die sind doch viel zu unsteril. Man müßte sowas im Labor züchten können. Monsanto könnte das doch übernehmen, schließlich trauen sie sich ja Dinge zu, zu denen kein Mensch je fähig wäre, selbst wenn er dazu in der Lage wäre. Keimresistente Tomaten, Gurken und Salate herzustellen, dürfte für die doch ein Klacks sein.

Schon schlimm so was, im Großen und Ganzen.

Aber Gott sei Dank: Der Eisbergsalat bei MC-Donalds ist bisher nicht davon betroffen! Jedenfalls stand davon, im Gegensatz zu Dennree, noch nichts in den Medien. Nur die elegante Einschätzung eines vergnügten Konsumenten habe ich bisher (irgendwo bei gute-frage.net) dazu gefunden. Wenn ich den mal zitieren dürfte:

„Also, erstmal ist McDonalds sowas von ungesund, und alles Fleisch was sie haben ist von Tieren von Konventionellen Höfen, dass es is Tierquälerei, also geh erst gar nicht dahin.

1. Das Essen da is sowas von TOT dass in diesen Tomaten und Gurken keine Bakterien überleben können, da es 10x abgekocht wurde

2. Das ist doch eh alles nur Verarsachung. Die machen Panik wegen so ein paar Erkrankten. Aber die Relationen zwischen den kranken, KRANKEN (nicht verdachtsfälle) und der Bevölkerungszahl Deutschlands sind so groß, dass es SEHR unwahrscheinlich ist.

Fazit: Ess GURKEN TOMATEN und alles GEMÜSE, passieren wird dir nichts, ich esse auch ganz normalü weiter, also lass dich nicht so leicht verarschen“

– Daher: Jetzt bloß keine überstürzte Panik verbreiten, ist doch alles ganz normalü.

Anderen ungeprüften Notmeldungen zufolge ist wiederum damit zu rechnen, daß sich der Erreger irgendwann sogar noch in etwas vielfach Schlimmeres entwickeln könnte. Insbesondere die Tomaten könnten davon befallen werden.

Hier ein aktueller Bericht:

Doch im Ernst,

neben den Erkrankten, denen ich allen gute Besserung wünsche, und neben den Toten, deren Hinterbliebenden ich meine Anteilnahme auch ohne Pressemeldungen auszudrücken weiß, sind natürlich vor allen Dingen die europäischen Landwirte stark betroffen.

Das war ja schon damals beim Rinderwahn so, wo wir alle gerade die geistige Höhe zu erreichen drohten, darüber nachzudenken, ob wir (statt wie jetzt etwas mehr an Gemüse) nicht erstmal etwas weniger Fleisch essen sollten. Dann kam die Seuche, tausende Rinder und einige private Landwirtschaftsbetriebe wurden entsorgt und schon war Massenfleisch essen wieder gesund – Schwein gehabt in den Zeiten von BSE, kann ich dazu als abschließenden Hinweis nur sagen. Seither sind wir alle etwas älter und weiser geworden und jetzt muß eben das junge Gemüse herhalten, nur mit umgekehrter Gehirnwäschenmethodik.


Verwandter Artikel:

Schwein gehabt (in den Zeiten von BSE)


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