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So, dann tanzen wir mal wieder ausgelassen in den Mai, werfen uns auf diversen Ü-30 bis Ü-40 Partys sinneswild in die ausgeweiteten Arme der guten alten heiligen Walpurga oder springen unter freiem Himmel singend um den Gartengrill herum, die knusprigen Bratwürstchen darin wendend, als wäre es das Beltane-Feuer.

Denn die Zeit des Wachstums ist gekommen, wir bitten um eine reiche Ernte, Maibäume schießen aus dem fruchtbaren Boden, die Energie steigt um ein Weiteres an, es wird zügellos gefeiert, Hexenwein und Waldmeister fließen in Strömen, Wunschzettel werden umher geworfen, Blumensträuße getauscht und mit heißen Wünschen ins inbrünstige Feuer geworfen, blühende Zweige an Türbalken genagelt, bunte Schleifchen um Giebel gehängt, unter freiem Himmel den Sternenweg getanzt, die Erde atmet auf, die Erde atmet ein, noch ist sie nicht vollständig zubetoniert, Mensch und Tier pulsiert das Blut in den Adern, den Pflanzen steigen die Säfte hoch, das Licht strahlt heller bald, die Arbeit auf dem Feld nimmt zu, wir tanzen in den ersten Mai, ein neues Leben beginnt; morgen – da haben wir frei, schließlich – das dürfen wir nicht vergessen – schließlich ist morgen der Tag der Arbeit.

Natürlich, der Tag der Arbeit ist allemal einen Feiertag wert, hat doch seinerzeit die Arbeiterbewegung für die Verkürzung der Arbeitszeit und für die Stärkung ihrer Rechte protestiert, gestreikt, gekämpft, getobt und gewütet. Fast wäre man geneigt, daraus einen „Tag des Widerstandes“ zu machen, wenn nicht gar einen „Tag der Arbeitsverweigerung“. Doch vielleicht sollte es tatsächlich besser weiterhin „Tag der Arbeit“ heißen, damit wir für alle Zeiten vor den Nazionalsozialisten gewarnt bleiben, die den 1. Mai im Jahre 1933 als einen gesetzlichen „Feiertag der nationalen Arbeit“ festschrieben. Gleich am 2. Mai 1933 haben sie dann folgerichtig erstmal die Gewerkschaften verboten.

Laßt uns daher froh und glücklich sein, daß der feierlichen Walpurgisnacht und der lebensbejahenden Würdigung allen Lebens mit dem „Tag der Arbeit“ wenigstens noch ein Feiertag folgt. So haben wir noch einen Tag Ruhe, bevor wir wieder zurück ins Lager marschieren.

Laßt uns froh sein, daß wir auch heute noch die Walpurgisnacht feiern dürfen, schließlich durchkreuzt kein Karl der Große (unser historischer Supermann) etc. mehr unsere heidnischen Wiesen im Sachsenland und anderswo, um uns das Feiern von Festen ältester Tradition zu untersagen. Gut auch, daß diesbezüglich die Kirche nicht mehr das Sagen hat, und jeden, der solchermaßen feierte, in Verdammnis schickte, dazu den Blocksberg entweihte und die Hexen verbrannte.

Nun, das ist Vergangenheit, sei es vergeben. Auf dem Blocksberg, da wird heute wieder getanzt und gesungen und niemand denkt mehr, hier warten nun gefährliche Kräuterfrauen auf den Teufel, um sich mit ihm aktiv zu vereinen. Lediglich versammelt sich eine Menschenmasse am Fusse des Berges, die ihrerseits stattdessen auf Gott wartet. Und wartet und wartet.

Aber wie soll die Vereinigung gelingen, wenn die dunkeldüstere Vergangenheit zwar überwunden ist, doch mittlerweile andere Institutionen den Volksglauben und die Meinungen prägen, indem sie zwar nicht die Hexen, Kräuterfrauen und Druiden verteufeln, sondern schlichtweg die Anwendung von Heilkräutern verbieten? Was ja dann durch die EU-Richtlinie THMPD (Traditional Herbal Medical Product Directive) bald mal geschehen soll, um Nahrungsergänzungen und Naturheilmitteln aus Kräutern den Garaus zu machen, die Alternativmedizin einzuschränken und auf lange Sicht die Wurzel der traditionellen Gesundheitslehre aus der Erde zu reißen.

Es scheint einmal mehr so zu sein, als wüßte „die dunkle Seite der Macht“ (die Dunkelmunkelmeister samt ihrer irdischen Vertreter und zahlreichen Mitläufer) genau um was es geht, wenn sie auf der einen Seite die Menschen zu kaum belohnter und meist unsinniger Arbeit zwingen, hinzu den im Grunde wertvollen Begriff von Arbeit aushöhlen, Arbeitslosigkeit als Schande bezeichnen oder mit zwingend einhergehender „Untätigkeit“ gleichsetzen und auf der anderen Seite eine Struktur errichten, in der unnötige Krankheiten und Neurosen gefördert und die Möglichkeiten natürlicher Gesundung eingegrenzt werden.

Sie scheinen eben genau zu wissen, daß die eigentliche Arbeit der Menschen es ist, innere Konflikte aufzulösen, die zu Krankheiten führen, und bei universellen Heilungsprozessen mitzuarbeiten, statt lediglich an selbstkonstruierten Symptomen herumzudoktorn, für den eigenen Untergang Steuern zu bezahlen und sich von ihrer Lebensernergie vollkommen unangemessene Beiträge zur „Krankenversicherung“ abzwacken zu lassen.

Der Arbeitgeber bei diesen obgenannten Heilungsprozessen – der heilenden Arbeit – ist Gott oder das höhere Dingsbums im All, von dem wir alle Teil sind. Insbesondere in dieser Zeit liegt es im Rahmen unserer Aufgaben, uns die Möglichkeit der Selbstheilung von jeglichen Krankheiten bewußt zu machen, die Krankheit als solche neu zu verstehen und die Heilung als eine Ganzwerdung aufzufassen. Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, sich seiner Wechselbeziehung mit dem Universum bewußt zu werden und sich Kraft der Natur zu heilen, um hiermit weiteres zu bewirken – das ist die Arbeit, die wir leisten müssen.

Das ist eine Arbeit, die wirklich frei macht.

Krankheiten verdeutlichen, daß eine Verbindung unterbrochen ist; Heilung ist die Wiederherstellung dieser Verbindung und führt zurück zur Ganzwerdung, indem das Abgespaltene wieder integriert wird. Oder andersherum: Wird dies von Anfang an unterlassen, entstehen innere Konflikte, aus denen sich Krankheiten entfalten, die zwar durch ein schulmedizinsches Herumdoktorn behoben werden können (wenn sie nicht einstweilen durch eine andere Krankheit ersetzt wurden), doch der Impuls zu einer richtigen Gesundung ist auf diese Weise so oder so nicht gegeben. Den Ausweg aus diesem Dilemma nicht zu finden, führt dann dazu, sich an die Krankheit als Zustand zu gewöhnen, statt sie als ein Prozess zu erkennen. Bei Prozessen ist aktive Teilnahme gefragt und an Zuständen gewöhnt man sich, so daß wir beginnen, uns mit der Krankheit, dem Mangel und vor allem dem Abgespaltensein zu identifizieren, bis wir es nicht mehr schaffen, aus eigener Kraft zurück zum Ganzen zu finden.

Kranksein führt zur Isolation des Menschen, wenn nur an der Krankheit herumgeschnipselt wird, statt allein ihr Auftreten als Beginn des Heilungsprozesses zu erkennen und die Symptome als Hinweisschilder zu lesen. Diese Hinweisschilder führen uns dann an den Ort, wo die Energien blockiert sind, woraus sich diverse seelische und körperliche Mangelerscheinungen ergeben.

Dem unerreichten Heil ging immer ein Unheil voraus, doch nicht dadurch, daß uns ein Unheil von außen heimsuchte, sondern dadurch, daß wir die innere Heilkraft nicht ausgebildet hatten. So kommt das vermeintliche Unheil des Weges, doch ist dieses wieder nur eine notwendige heilsame Botschaft, die erst dann zum eigentlichen Unheil führt, wenn die Botschaft ignoriert wird.

Eine Empfehlung von Methoden zur Heilung und Selbstheilung kann ich selbstverständlich nicht leisten und ich müßte nun sagen, man wende sich bitte an die allgemeine Ärzteschaft – doch die können diesbezüglich leider meist auch nicht helfen. Und wenn sie könnten, dann dürften sie nicht, also suche man bitte nach Ärzten, die aus dem gegenwärtigen Gesundheitssystem auszusteigen drohen, oder es gar bereits getan haben, die können eher helfen.

Empfehlenswert wäre einstweilen, ein Erwachen anzustreben, zu der eine meditative, doch erweckte Geisteshaltung hilfreich ist, hieraus die Natur zu beobachten und mit den Blumen im Park oder den Bäumen im Wald spazieren zu gehen, mit ihnen einen Plausch zu halten und nicht zu vergessen, sich hierbei selbst wahrzunehmen, diese Energie zu halten – und dann umgehend in ein Einkaufszentrum (Konsumtempel) zu stiefeln.

Wenn du dich hernach fühlst, als wärest du gesteinigt worden, so gehe das nächste Mal nur etwas bewußter vor, und bleibe nicht zu lang – denn alles was du hier getan hast, war nur, ein unbetreutes Krankenhaus betreten zu haben, wo jegliche natürliche Hilfe willkommen war. Es gab lediglich zu viele Patienten auf einen Schlag.

Was hierbei als größte Anstrengung wahrgenommen wird, ist das Spannungsfeld, das sich ergibt, wenn man sich gerade in der erfahrbaren Strahlkraft inmitten eines Naturereignisses befand und von dortaus die künstlichen Krampftempel der Konsumkrempelkrieger betreten hatte. Doch dieses Naturereignis ist auch der Mensch selbst, so daß ihm, wie jedem natürlichen Wesen, eine natürliche, heilende Strahlkraft innewohnt. Ist diese aktiviert, so wird er nicht mehr wie ein empfangender Leerkörper durch energieraubende Felder gehen, die ihm Kraft nehmen und Müll anbieten und hierdurch weiter für seine Abspaltung (sein Unheil) sorgen. Vielmehr wird er innerlich geheilt eintreten, Energie geben, statt sie sich nehmen zu lassen. Ist er gefestigt genug oder hat er diese Fähigkeit bis zur Meisterschaft entwickelt, so wird er solche energieraubenden Felder im Sinne einer Energieumwandlung sogar umpflügen können.

Das Zentrum dieser ausgebildeten Strahlkraft ist das Herz, das mit dem inneren Auge wahrnimmt und bei fortgeschrittenen Heilern fähig ist, mit den Händen als ein verlängertes Herz entsprechende Heilkräfte wirken zu lassen. Ein solcher Heiler weiß, daß es der Geist der Natur ist, der durch ihn heilt, indem er sich dieser Kräfte regelkonform bedient, wodurch sich wiederum die Natur/das Leben nur selber heilt. Und das versucht sie ganz besonders dort, wo sie kaum mehr vorhanden ist, doch genau hier braucht sie die Hilfe der geistreichen Menschen, die bis zu einem gewissen Grad resistent gegen künstliche, geistlose Produkte sind.

Einen großen Teil der Aufgabe bei jeglicher Heilung übernimmt der heilende Geist, nicht der Arzt allein und noch viel weniger die Chemiepille. Der heilende Geist ist der heilige Geist, der eine Geistheilung anbietet oder fordert, für alle, die sich als Teil des heiligen Geistes anerkennen, während ein von ihm abgekapselter Mensch so oft zum Arzt gehen kann wie er will, wo er zwar (wenn er Glück hat) medizinisch gesehen wieder gesund werden kann, doch wirklich geheilt wurde da noch gar nichts.

Sich vom Ganzen abgetrennt zu fühlen, läßt die Liebesfähigkeit leiden, was letztlich zur Selbstverstümmelung führt, welche mit Einnahme gewisser pharmazeutischer Mittelchen, einem ordentlichen Zubrot an versemmelten Lebensmitteln und einem bunten Unterhaltungsbataillon aus Plastik (zwecks gesellschaftskonformer Alltagsbewältigung) nur gefördert wird. Wenn diese Lebensweise immer so weiter geführt wird, kann selbst der heiligste Geist das Dilemma irgendwann nicht mehr lösen und dann kann die Aktion Leben eigentlich nur noch frühzeitig abgewunken werden.

Daher ist es besser, gleich das eigene Heil, die besagte innere Ganzwerdung, anzustreben, was insbesondere auch für Mediziner gilt, denn nicht umsonst scheint ihnen das leidige Thema Krankheit ja am meisten von allen am Herzen zu liegen. Bist du berufen, dann fang bei dir selbst an.

Wie bin ich jetzt eigentlich auf dieses Thema gekommen? Ach ja, es ging um Kräuter und Heilung, wegen der Kräuterfrauen, der Hexen, Druiden und Ausgangspunkt war die Walpurgisnacht.

Vielleicht sogar

Die erste Walpurgisnacht

von Johann Wolfgang von Goethe?



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