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„Man kann einen Krieg genauso wenig gewinnen wie ein Erdbeben“

– Jeannette Rankin, US-Politikerin (*1880-∞1973) –

Ja, da hat sich unser internationales Triebmörder-Bündnis natürlich nicht mehr lange zurückhalten können. Das Angebot war einfach zu verlockend. Es hat ja auch gut geklappt. Überall ein wenig zündeln, damit zur Verwirrung Rauch aufsteigt, hier ein bißchen Tunesien mit einem Hauch von Marokko, da ein wenig Ägypten, längst schon im Jemen, desweiteren in Bahrain und vor allem natürlich in Libyen.

Der Funken soll zwar noch ganz woanders hinspringen, aber hauptsache wir haben schon mal Libyen in der Feuerzange. Allerdings hätte ich euch das auch gleich sagen können, daß dem Gaddhafi am ehesten von allen Durchgeknallten die Sicherung durchbrennt. Das haben wir ihm schließlich schon mindestens die letzten zehn Jahre angesehen, während ihr, verehrtes internationales Triebmörderbündnis, noch Geschäfte mit ihm gemacht habt. Ihr habt es ihm zwar ebenfalls schon lange angesehen, doch mußtet ihr noch abwarten, bis die Lüge Lage günstig ist und der Befehl von ganz oben kommt.

Jetzt ist Gaddafi der Buhmann und die Herrscher unserer Welt können sich der Zustimmung aller nicht mitdenkenden Menschen gewiss sein. Der böse Mann muß vom guten Mann per umherfliegender Marschflugkörper mindestens eine verpasst bekommen, natürlich das tolerieren wir. In Jemen und Bahrain gehen die Regime zwar auch aufs mörderischste gegen die eigene Bevölkerung vor, doch liegen diese Länder strategisch zu ungünstig, als daß wir deren Führer aus der Luft oder von See angreifen könnten.

Es kommt mir allerdings so vor, als fände nur ich das Vorgehen unserer Allianz ungerecht. Also Gaddafi gegenüber. Er ist kein schlechterer Diktator als ich und du,  als du und du, und als du sowieso. Er hat es nur am besten gekonnt,  sein Ego durchzusetzen und jetzt versteht er die Welt nicht mehr. Genügend Menschen hier in der Gegend ticken ganz ähnlich, sie unterdrücken ständig etwas und leben es verkehrt herum aus, üben Macht über andere aus, nähren sich von der Illusion, sie hätten etwas erreicht, nur weil sie Geld genug haben, sich 2 Autos zu leisten, sichern sich nach allen Seiten hin ab, spenden aus schlechtem Gewissen hier und da ein paar Euro, unterstützen in ihrem (Wahl-) Verhalten illegale Waffenverkäufe und Kriege, d.h. internationalen Terror und gucken auch genauso blöd aus den Augen, wie ein waschechter Diktator. Allerdings fehlt es ihnen an einem gewissen Witz, an etwas mehr  Niederträchtigkeit und an der nötigen Portion Größenwahn, das sie alles zusammen bräuchten, um ein ganzes Volk zu lenken und so lenken sie dann eben nur ihren Volkswagen. (Andere Marken nicht ausgeschlossen)

Für die Taten eines Diktators habe ich kein Verständnis, doch dessen Handeln und Denken ist nachvollziehbar. Wenn man weiß, wie er funktioniert, weiß man auch wie er reagiert. Seine Reaktion ist schlüssig, denn schlechter als die, die ihn von auswärts dann angreifen, ist er nicht. Nur ein wenig exzentrischer, was die Mode betrifft.

Auch euer Handeln ist schlüssig. Es ist verständlich, daß ihr nun euren lang ersehnten nächsten Krieg einläutet. Lang ersehnt und vermutlich lang geplant; es war auf jeden Fall damit zu rechnen, denn es war fast vorauszusehen. Wie schon bei 911 konntet ihr die Schockstarre aller Völker diesmal im Rahmen der Katastrophe von Japan nutzen und sagen:

„Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, unseren Plan bezüglich Lybien in die Tat umzusetzen. Es lodern dort einige Flammen, die Menschen in der Welt sind noch betäubt vom Beben in Japan und wir müssen uns beeilen, denn es wird allerhöchste Zeit, daß wir den Grundstein für den nächsten Krieg legen. So eine Chance bekommt man nicht noch einmal, es muß schnell gehen, damit die internationale Gemeinde nicht schon von einem völkerrechtswidrigen Krieg spricht, bevor wir überhaupt damit begonnen haben. Wir haben sowieso Glück gehabt, daß uns die „gesamte arabische Nation“ samt einiger afrikanischer Nationen nicht schon längst über den Haufen gerannt hat. Also los jetzt, die Zeit läuft uns sonst davon, schließlich soll der Krieg noch übergreifen, Syrien ist auch ein schönes Land. Und dann kriegen wir die Türkei irgendwie mit hineingezogen, so daß es bald auch in Europa knistert, wo wir dann endlich aufgrund eines bereits definierten Ausnahmezustandes genau die Gesetze anwenden können, die wir uns im Rahmen des EU-Reformvertrages für solche Fälle ausgedacht haben.“

Nun, was soll man als Otto Normalverdummbeutelter dazu sagen? Mir fällt zur Zeit nichts anderes mehr ein, als zu sagen, die Zeit der Diktatoren und Unterdrücker ist offenbar abgelaufen, doch Hussein und Gaddafi sind da nur die ‚Fallbeispiele‘. Die anderen, weniger offensichtlich unterdrückenden Herrscherklassen werden ebenfalls kippen und im Grunde sind sie alle gemeinsam bereits schon dabei. Doch auch viele von uns wird es treffen; jeder Unterdrücker freiheitlicher Werte, jeder sich selbst versklavende Privatdiktator, jeder kleine moral- und sozial-apostolonische Sklaventreiber, der sich aus Angst vor der Innenschau ins eigene Seelenleben destruktiv in die Angelegenheiten anderer Leute mischt und jeder selbsternannte Wachturm der Gesellschaft, der neidvoll nach dem Fehlverhalten (d.h. unangepasstem Verhalten) anderer Leute sucht, jeder von ihnen wird seine Grenzen aufgezeigt bekommen, seiner Illusion beraubt werden und mit seinem Königreich untergehen, gefolgt von den mithetzenden oder geduckten Vasallen und Mitläufern aller Art.

Doch warum und wie, darüber habe ich für meine Tintenverhältnisse schon genug geschrieben. Es wird Zeit, sich um ein Vielfaches mehr spiritueller Einsichten und Weltsichten hinzuwenden und sich mehr für den Schutz der Natur einzusetzen, und daraus eine neue Gesellschaftsform zu entwickeln, statt diese geistigen und natürlichen Werte einer derzeit völlig hinrverbrannten Gesellschaftsstruktur anpassen zu wollen.  Die ist, dem Himmel sei Dank, sowieso nicht mehr zu retten.


Quellen & Brunnen: Was Sie schon immer über die Ereignisse in Lybien & Syrien wissen wollten (Auswahl von Artikeln aus 2011)

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