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Im Rahmen von Stuttgart 21 und den aufrührenden Dingen ringsumher bewegten mich ein paar spezielle Ereignisse auf ganz besondere Weise. Neben dem nachhaltigen und fortwährenden Unmut der Demonstranten, ihrer Geschlossenheit, Willenskraft und intensiven Überzeugungsarbeit, die sie sich selbst von Heiner Geißlers einfallsreicher Rhetorik nicht hintenherum kaputt reden ließen, spielte sich der gesamte Ablauf nochmals auf einer weiteren Ebene ab.

Denn, so wie ich das zumindest verstehe, geht es bei Stuttgart 21 nicht nur um einen neuen und einen alten Bahnhof und um die bürgerfeindlichen Machenschaften drumherum, sondern vor allen Dingen um die Bäume. Und zwar dies von Anfang an. Neben den Verletzungen der Demonstrationsteilnehmer, wozu ursprünglich auch die Volkspolizei gehören sollte, war das hirnlose und mörderische Abholzen vieler alter Bäume in meinen Augen das bisher größte Verbrechen. Dieses Abholzen fand schon zu Beginn der Geschichte statt, so wie es meistens der Beginn einer Geschichte war, in der irgendwelche Menschen von Gier, Neid, Machtstreben und anderen Ängsten angetrieben ihre niederträchtigen Ziele verfolgten.

Wer aber einen Baum fällen will, der soll beachten, daß dem Baum Energien innewohnen, deren Wirkungskräfte wir heute kaum mehr kennen. Der Legende nach nennt man diese Energien auch Baumgeister oder Bewohner der ätherischen Welt. Zu frühen Zeiten wurden die Menschen noch aufs Allerübelste bestraft, wenn sie zur Eigenbereicherung oder sonstigen niederen Beweggründen hinterrücks einen Baum fällten.

Allerdings gab es auch Zeiten, da wurde bewußt gegen Baumbestände vorgegangen, besonders gegen jene, die für manche Menschen und Bevölkerungsgruppen als heilig galten. Nicht jede Vernichtung eines Baumbestandes ist allein auf die Industriealisierung zurückzuführen. Zum Beispiel unser historischer Supermann Karl der Große hat es besonders gut gekonnt, neben einigen heiligen Hainen auch noch so manch anderes zu zerstören, damit sich bloß keiner daran erinnert. Genauso wie schon die christliche Kirche sich ein paar Dinge geleistet hat, daß so mancher nur vom Glauben abfallen konnte. Es gab Zeiten, da war diese Kirche sehr darum bemüht, jede Versammlung von Bäumen dem Erdboden gleichzumachen, wenn sie nur irgendwie verdächtig im Kreis standen und das auch noch unter freiem Himmel. Denken wir nur an die sogenannten fünf heiligen Bäumen Irlands, die bereits schon uralt waren, als die christliche Kirche, obwohl sie gerade erst anfing zu laufen und noch Windeln trug, beschloß sie abzuholzen.

Dann gab es wiederum auch Zeiten, da hatten die Holzfäller einen Augenblick vor dem Baum niederzuknien, bevor sie sich an ihre Arbeit machten, was wohl auf eine gute alte Sitte zurückzuführen ist, die insbesondere in unserem Land einst angewandt wurde. Es galt nämlich, vor dem notwendigen und unvermeidlichen Fällen, den Baum vorher um Vergebung zu bitten, um hierdurch den Baumgeistern die Zeit und Gelegenheit zu geben, sich zu beraten, damit sie in aller Ruhe (in einen anderen Baum) umsiedeln konnten. Tat man das nicht, so erschrack und verstörte man sie, und bis sie sich beruhigt hatten, konnte das Umherirren der Geister (oder Energien) gegebenenfalls auf denjenigen zurückfallen, der den Baum gefällt hatte.

Ich hoffe, dieses Gesetz gilt noch immer und so sind wir auch schon wieder bei Stuttgart 21. Nach dem Abschlachten der Bäume war die richtige Antwort von Seiten der Parkschützer nämlich, 50 „neue“ Bäume einzupflanzen, was nach meinem Empfinden den nächsten sehr bewegenden Moment im Rahmen aller  Ereignisse rundum Stuttgart 21 darstellte.

Als weitere erwähnenswerte Aktion – oder ich möchte sagen folgerichtige und weitsichtige Handlung – kam es zum Einpflanzen eines sogenannten ‚Widerstandsbaumes‘, in diesem Fall einer jungen Hainbuche. Wie petrapez bei radio-utopie berichtete, wurde diese Aktion vom Schauspieler Walter Sittler ins Leben gerufen – der, wie ich finde, eben schon namentlich weiß, was Teil der guten Sitte in unserem Lande ist. Es gibt Dinge, die gehören sich einfach nicht, da kannst du noch so’n großen Bahnhof machen.

Doch nun sind junge Widerstandsbäume sehr zarte Pflänzchen und zunächst alles andere als widerstandsfähig. Umso mehr aber gelten sie als ein friedliches Symbol und da es in den Augen übelgesinnter Menschen niemals zur Entfaltung von Frieden kommen darf, wo immer sie ihre politischen Ziele verfolgen, wurde der junge Baum umgehend von ‚Unbekannten‘ vergiftet.

Walter Sittler aber pflanzte einen zweiten Baum, der wiederum ebenfalls von Unbekannten aufs Schändlichste angesägt wurde, so daß er daraufhin einen weiteren Baum pflanzte – diesmal einen Sprößling aus der Familie der Ahornbäume, einen sogenannten Spitzahorn.

Nun, alte Waldläufer die wir ja sind, wissen wir längst: Jede Baumfamilie hat ihre ureigenen Merkmale, die man zwar mit jedem mutwilligen Abschlachten des Baumes abtötet, die aber durch das Einpflanzen oder der Hege und Pflege seiner Nachkommen wieder zum Leben erweckt werden können.

Nach der Legende mancher Völker ist der Ahorn aufgrund seiner weitreichenden Entfaltung ein Baum, der sich in seiner absoluten Aufgeschlossenheit mit dem Universum, Heimat seines höheren Selbsts, zu verbinden weiß. Im gewissen Sinne weiß die Wissenschaft dies auch zu bestätigen: Der Ahorn unterhält, wie jeder Baum, seine Beziehungen zum Erdboden, zur Luft und auch zur Sonne mittels elektrischer Ströme und elektomagnetischer Wellen und er steht in unterschiedlichen Wechselbeziehungen zu allen Lebewesen. Wie bei allen physischen Wesen in der Natur gelten auch die physischen Körper der Bäume als elektromagnetische Gebilde, sowie auch die physischen Körper der Menschen elekromagnetische Gebilde sind. Es wurde in den 60er Jahren mit Messungen erwiesen, daß Bäume über bioelektrische Felder verfügen, die sowohl auf Licht reagieren, und somit den elektromagnetischen Wellen der Sonne, als auch auf Veränderungen der Luftelektrizität oder des Erdmagnetfelds. Die elektrisch aktiven Schichten nennt man Xylem und Phloem, die sich unterhalb der Rinde befinden und in Form eines Energieaustausches spürbar und annehmbar sind, wenn man zum Beispiel einen Baum umarmt.

Aus manchen Erzählungen lernen wir außerdem, daß wir uns, wie schon zu Urzeiten, unter Ahornbäumen einfinden können, um den Kopf frei zu kriegen und zu innerer Ausgeglichenheit zu kommen, denn die Ausstrahlungskraft eines Ahorns wirkt auf den Menschen beruhigend und bringt ihn wieder ins Gleichgewicht. Vergleichsweise kann man sich zum Beispiel unter Eichen einfinden, um Mut zu schöpfen, inspiriert zu werden und wieder kraftvoll weiterzuziehen oder unter den Linden, um zunächst zur Ruhe zu kommen und an ihrem Stamme lehnend in Stille und Frieden eine Visionssuche anzugehen.

Weiteren Legenden zu Folge steht der Ahornbaum für Eigenwilligkeit, sein Charakter gilt als freiheitsliebend und allein sein Wuchs deutet darauf hin, wie sehr er nach weitreichenden Entfaltungsmöglichkeiten strebt. Hiermit inspiriert er insbesondere die Menschen, die aktiv vorgehen, ohne sich durch enge Strukturen, Zwänge und Konventionen vom Wege abbringen zu lassen oder faule Kompromisse einzugehen. Der Ahorn steht desweiteren als ein Sinnbild für ausgeprägten Mut, Selbtvertrauen und der Fähigkeit, gemeinsam Pläne auszuarbeiten, um sich vor allem der Verwirklichung freiheitlicher Werte hinzugeben.

Doch dies und einiges mehr sind symbolische Angaben, die nur im Zusammenhang mit horoskopischen Tendenzen einen möglichen Sinn ergeben an die man entweder glaubt oder nicht.

Wie wahrscheinlich bei jeder Pflanze wohnen auch den Bäumen Heilkräfte inne, die, wenn man sie richtig anwendet, zur Gesundung des Menschen förderlich sind, was sich beim Ahorn inswoweit äußert, als daß seine Heilkräfte auf die Knochen, Muskeln, Sehnen, Atemwege, Stirnhöhlen, Augen und Drüsen spezialisiert sind.

Zwar kennen wir noch heute den Ahornsirup, den wir als Süßmittel verwenden, doch längst sind auch noch weitere Verwendungszwecke bekannt, die zu alten Zeiten weitaus verbreiteter waren, als heutzutage. Es sind neben dem Ahornsaft auch mittels der Blätter und der Rinde eine Vielzahl an Krankheiten heilbar, was zum Teil selbst von der Naturheilkunde vergessen wurde, obwohl man es doch bei Hildegard von Bingen nachlesen kann. Sie wandte zum Beispiel Teile des Ahorns gegen Geschwüre und Gicht an, indem sie erwärmtes Ahornholz auf die entsprechenden Stellen legte. Bei Fieber wurden Zweige und Blätter gekocht, um darin zu baden, und nach dem Bad wurde der aus der Rinde gepresste Saft getrunken. Ebenfalls gegen Fieber und andere Schwächen können die ausgedrückten Blätter auf die Fußsohlen gelegt werden. Frische Ahornblätter wiederum lindern Insektenstiche, helfen gegen geschwollene Augen, Wunden und schwellende Gelenke, so wie auch ein Sud von abgekochten Blättern und der Rinde hierbei wirksam ist. Die Rinde wirkt desweiteren heilwirkend und klärend, wenn man sie als Räucherwerk einsetzt, indem man sie auf glühende Kohlen legt und sich vom Duft inspirieren läßt.

Während nun der Silberahorn sich am besten für unseren altbekannten Ahornsirup eignet, wird der Sirup des Oregon-Ahorns in Nordamerika von den Indianern als Haaröl verwendet, der japanische Rotahorn als Augenwasser, sowie aus anderen Ahornbäumen ein Tonikum gegen Würmer, Hautleiden und Ausschlägen hergestellt werden kann. Zuletzt sei auch noch der Eschenblättrige Ahorn erwähnt, der nach der nordamerikanischen Ethnomedizin gegen Krebsleiden helfen soll, doch dies ist, wie immer wenn es um sogenannte ‚unheilbare‘ Krankheiten geht, sehr umstritten.

Ich finde allerdings, es gibt keine unheilbaren Krankheiten, außer vielleicht die Geisteskrankheit, die man bei so manchen Menschen in entsprechender Machtposition vermuten könnte und so auch bei deren ausführenden Ahördchen und Behördchen.


 Quellen/Links:

http://www.buntgrau.de/index.php/2010/10/30/robin-wood-und-parkschutzer-pflanzen-50-neue-baume-als-zeichen-gegen-stuttgart-21/

http://www.radio-utopie.de/2011/03/04/stuttgart-dritter-widerstandsbaum-vernichtet/


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