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Veröffentlicht
01.01.2011 21:04:48

Alljährliche Rede an die Abgehefteten des deutschen Bundestages, sowie an die Minister für Innere und äußere Angstgelegenheiten

Diese Rede wird seit dem Jahr 2007 einmal jährlich in Richtung des jeweils zuständigen Innenmisters samt seiner abgeordneten Klatschpatronen ohne Hoffnung auf Besserung vorgetragen (hervorgehoben)

NACHTRAG 2016: „Seit dem Jahr 2007“ stimmt ja gar nicht. In 2007 wurde die Urfassung dieses Textes geschrieben (genau genommen im Kern eigentlich bereits 2002), als reichlich ergänzte Zweitfassung erst im Jan. 2011 wiefolgt anhero eingestellt (10 Monate nach Eröffnung von UFO) und seither als dieselbe* einmal pro Jahr für ein Weilchen standesgemäß vorhergehoben
*Nachträge, Ergänzungen, schwere Eingriffe sind wie immer grün gekennzeichnet

5te Hervorhebung
Dezember 2016

Innere Angstgelegenheiten

Sehr versehrte Damen und Herren,

lassen Sie mich mit dem folgenden Zitat auch in diesem Jahr wieder supergute Stimmung verbreiten:

„In Deutschland passiert etwas sehr Negatives. Wie in einer längst vergangenen Epoche, als die große Mehrheit der Europäer nicht den Mut hatte, darüber zu sprechen – heute ist es das Gleiche.“

Das sagte Herr Jaroslaw Kaczynski, der ehemalige polnische Regierungschef im Juni 2007 nach einem Treffen mit Bundesvereinskanzlerin Angela Merkel. Das Zitat habe ich aus der Zeitung geschnitten und zu Hause hinter einem Bild an die Wand geklebt, damit es bloß keiner findet. (Bildnachweis am Ende des Textes)

In Deutschland passiert etwas sehr Negatives, sagte er. Ob das so ist? Ich für meinen Teil (für wessen Teil auch sonst? Nachtrag 2016-2011) glaube es gar nicht unbedingt. Es passiert nicht nur ausschließlich Negatives in Deutschland. Ganz im Gegenteil.

Es hat nämlich auch mal jemand gesagt, die Macht ginge vom Volke aus. Denn das Volk wählt seine Vertreter des vertreteten Staates. Der Staat aber ist das in die Pedalen tretende Volk. Die Vertreter dieses Volkes sind somit gleichzeitig die Diener des Volkes. Und das (die Diener) sehr geehrte Abgeordnete und Minister, das sind Sie.

Da Sie Diener und Vertreter sind, sei Ihnen zwar Achtung und Respekt entgegenzubringen, nicht aber mehr als jedem anderen Menschen auch.

Bei aller ehrbaren Arbeit sind Überheblichkeit und dauernder Machtanspruch Ihrerseits jedoch stets unangebracht, können aber für 4 bis 8 Jahre mit aller Einbildungskraft gern weiterhin ausgelebt werden

Bei aller wichtigen Arbeit ist die Illusion, Macht zu haben jedoch stets unangebracht, kann aber gern von Ihnen für 4 bis 8 Jahre ausgelebt werden. (umformuliert 2015)

Jedermann weiß, Ihre zahlreichen Aufgaben und Verpflichtungen gewissenhaft auszuführen, ist eine schwierige, komplizierte und aufwendige Arbeit. Sie kann nie zur Zufriedenheit aller geleistet werden. Alle Personen der öffentlichen Politik brauchen somit die aufmerksame Unterstützung des Volkes, eines Volkes für dessen gesellschaftliches Wohl und Sicherheit die Politik sich einsetzt.

In Zeiten großer Veränderungen ist das allerdings nicht ganz so einfach, schon gar nicht in Deutschland. Daher hat sich das Volk, allein dadurch, dass es die Rolle des Wählers und Steuerzahlers angenommen hat, von nun an dazu befähigt, die Arbeit ihrer Stellvertreter zu begutachten und zu überprüfen.

Und so sollte Ihnen, den aus Versehen gewählten Vertretern des Volkes, folgende Ansprache sehr hilfreich sein:

Wo manche von Ihnen bei all den komplizierten Aufgaben ihre Urteilsfähigkeit überstrapazieren, verlieren Sie gelegentlich die Nähe zum Volk und neigen dazu, sich selbst zu überschätzen, das Volk zu vergessen, und den Bezug zu den wahren Interessen einer verantwortungsbewussten Gesellschaft zu verlieren. Dort wo die Bürger, egal ob in Minderheiten oder Mehrheiten, nicht mit der Arbeit ihrer Vertreter zufrieden sind, gar einen Missbrauch befürchten, ist es diesen Bürgern von Rechts wegen her erlaubt, solcherlei Missstände aufzudecken und den Vorschlägen und Ideen ihrer Vertreter nicht mehr zuzustimmen.

Denn kein Mensch, auch nicht in Deutschland, hat sich jemals dazu verpflichtet, stets mit allem einverstanden zu sein.

Eher haben sich alle Bürger sogar dazu verpflichtet, ihre Meinungen äußern zu dürfen, denn um diesen Punkt (des Grundgesetzes, Nachtrag 2013) beanspruchen zu dürfen, haben sie eigens ihre Vertreter auserkoren, damit diese sich im Namen des Volkes für den Erhalt solcher Rechte einsetzen im Rahmen ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung, ihre Meinungen äußern zu dürfen, denn die Rechte in unserem Land sind wie Pflichten zu verstehen („Recht auf Arbeit“) und solange das Volk noch nicht in der Lage ist, für sich selbst zu denken, hat es sich ein paar Volksvertreter auszuwählen, damit diese sich im Namen des Volkes für den Erhalt dieser Rechte einzusetzen verpflichtet fühlen. (Neuformulierung 2014)

Die Bürger haben ihre Stimme abgegeben, (jaja) was nicht heißt, dass die Stimme im Moment der Abgabe schon wieder verklungen ist. (neinnein) Sie dürfen weiterhin ihren Unmut veräußern. Wo sie erkennen, dass dieser Unmut nicht ernst genommen wird, müssen sie nicht warten, bis es zu einer Neuwahl kommt, bei der sie wieder von ihrer Stimme Gebrauch machen können zu machen wünschen (2014).

Und diese Unmutsäußerung geschieht jetzt. Vergessen Sie die statistischen Erhebungen bezüglich Ihrer Beliebtheit und vertrauen Sie der Presse nicht. Vergessen Sie auch die Wahlergebnisse, vergessen Sie die Prognosen, denn die stimmen ebenso wenig. Sie können sich zwar auf einen gewissen Prozentsatz der Bevölkerung berufen, der die von Ihnen gestaltete Politik befürwortet; das können Sie aber nur, wenn Sie sich eingestehen, dass die restlichen Prozent nicht auf Ihrer Seite sind.

Und selbst wenn, selbst wenn einmal das Wunder geschehen sollte, dass sich 80 Leute von 100 an der Wahl beteiligen, und aus unerfindlichen Gründen 40 Leute von diesen 80 ein Häkchen hinter Ihrem Namen machen, dann rechnen Sie sich doch gefälligst selbst aus, wie viele Menschen in diesem Land Sie gleichzeitig nicht gewählt haben. Ich an Ihrer Stelle wäre bei so einer Sachlage jedenfalls nicht allzu sehr von der Kraft meiner Überzeugungskunst überzeugt.

Ich weiß, so ist nunmal das Wahlprinzip und meine Argumentation hat Löcher. Aber ich candidiere ja auch nicht für eine zuckersüße Position, von der ich von vornherein weiß, dass ich für das Erreichen ehrbarer Ziele im Namen des Volkes Kompromisse eingehen muß, während ich gleichzeitig weiß, dass ich nie im Namen des ganzen Volkes sprechen kann, schon gar nicht bei derartig miesen Wahlergebnissen.

In meiner Position wiederum kann man sich ganz bequem zurücklehnen, Ihre bedauernswerte Position von hier aus beobachten und einfach mal was Dummes behaupten:

Die Mehrheit der Bevölkerung ist mit der Politik der letzten Jahre nicht einverstanden. Sie ist darüber sogar geradezu aufgebracht. Und das hat gar nicht einmal etwas mit der Politik oder den Politikern selbst zu tun – die ja nach ein paar Jahren eh wieder in Vergessenheit geraten – sondern mit der Struktur des Systems an sich. Darin stimmt etwas nicht. Und das Volk begreift.

Legen Sie die Zeitungen mal für ein paar Tage beiseite und hören Sie ganz genau hin. Legen Sie den Finger auf die Hauptschlagader Deutschlands. Fühlen Sie, was im Volk brodelt. Fühlen Sie wie der Puls hämmert. Der Puls, das ist die Stimme des Volkes. Was Sie dort vernehmen werden sind nicht nur Einzelstimmen. Die Dunkelziffer, die noch immer schweigt, steht bereits in den Startlöchern. Unterschätzen Sie das nicht. Warum, dazu komme ich gleich.

Die Stimme, das Volk, wissen Sie liebe Abgeordnete und Mininister, das sind wir.
Wir sind es, die unsere Worte an Sie richten, nicht umgekehrt. Sie haben nur Bericht zu erstatten, was Sie bisher in unserem Auftrag geleistet haben. Wir sind es, die unseren Anspruch auf Macht von nun an neben den Ihren stellen werden. Wir die Bürger (gestrichen 2013) berufen uns auf uns. Uns ist das Recht zugesprochen, Ihren Beschlüssen und Ideen nicht mehr pauschal zuzustimmen. Wir wählen sorgfältig aus, wir schauen uns das sehr genau an. Wir warten noch. Wir beobachten sehr genau was Sie tun.
Denn Sie sind Teil der von uns zum Amt erhobenen Staats-Dienerschaft. Dort, wo Sie Ihrem Amt nicht gerecht werden, werden wir unsere Rechte erkämpfen. Wir werden Ihre politischen Entscheidungen ablehnen, Ihre Beschlüsse nicht mehr gutheißen, sobald diese gegen das Grundgesetz, die Verfassung (gestrichen 2013) die Völkerrechte, die natürlichen Menschenrechte und überhaupt alle moralischen, ethischen oder insgesamt heiligen Gesetze und Prinzipien verstoßen.

Natürlich, Selbst verständlich, wir wären immer dazu bereit gewesen, die Politiker und auch die innovativen Führungskräfte der Wirtschaft als Vorbilder zu betrachten. Wir haben ein gutes Verständnis von einer sorgfältig strukturierten Gesellschaftsform. Daher betrachten wir uns auch in erster Linie als dazu verpflichtet, wenigstens die Grundgesetze einzuhalten. Wenn diese innerhalb unserer Gesellschaft drohen, missbraucht oder missachtet zu werden, dann fühlen wir uns dazu verpflichtet, gegen diesen Missstand vorzugehen, wo immer es uns begegnet. Wir dürfen nicht Selbstjustiz begehen, wir dürfen aber Meldung machen. Und das können viele von uns und unseren Nachbarn besonders gut.

Wir bedienen uns von nun an nicht nur unserer Macht, unsere Nachbarn zu beschnüffeln und anzuzeigen, wenn diese die Bananenschalen mal wieder in die gelbe Tonne geworfen haben, das Nutellaglas in die braune und die Niveacreme-Dose in die blaue. Nein, wir werden von nun an weit darüber hinaus gar nichts mehr einfach so hinnehmen.
Wir werden zwar verstärkt dazu gezwungen, uns staatlicher Willkür zu beugen, sehen uns aber genauso dazu gezwungen, dieses nicht mehr zu tun. Wo auch immer wir befürchten, dass die Grund- und Bürgerrechte missachtet oder weiter eingeschränkt werden, berufen wir uns auf die Menschenrechte (gestrichen 2014) obgenannte Rechte und Prinzipien.
Doch allein das Grundgesetz sollte ausreichen, alle Missetäter zur Rede zu stellen oder gleich ungefragt anzuzeigen. Von nun an dürfen wir nämlich mithelfen, Sie und all diese Leute in sonstwelchen Machtpositionen an den Pranger zu bringen. Glauben Sie uns, wir sind mehr und mehr dazu in der Lage. Sie können das auch in der Bibel nachlesen. Oder schwören Sie nicht mehr auf die Bibel? Sie können es allein im Grundgesetz nachlesen. Oder schwören Sie nicht mehr auf das Grundgesetz? Macht nichts. Damit wären Sie dennoch nicht von Ihren Pflichten entbunden.

Und vor diesem Hintergrund, bzw. hinter diesen Vordergrund, schauen wir nunmehr umso genauer hin. (2014) Selbst die Presse wird uns hierbei früher oder später behilflich sein. Auch das geschieht zunehmend. Denn die Presse wirkt nicht nur meinungsbildend auf das Volk ein, sie äfft auch gerne allgemeine Trends nach, je nachdem für welche Interessen welchen Wirtschaftskonzerns sie gerade was schreiben. Und wenn der Trend in der Bevölkerung dahin geht, sich von den Großkonzernen mit Ekel abzuwenden, dann haben die auch nichts mehr über die Medien zu melden, woraufhin die Medien, diese pseudopolitischen und verkappten Konzernkataloge, früher oder später hinfällig werden. Und dann stehen auch Sie ziemlich blöd und alleine da, sehr geehrte Abgeordnete im Bundestag oder in welchen Vorständen Sie sonst noch so fleißig rumsitzen.

Und glauben Sie uns auch das: Wir können uns, genau wie Sie, heute noch mit einer Sache einverstanden erklären und es uns morgen schon wieder anders überlegen. Unser Ansehen geht dabei allerdings nicht verloren.

Man muss Ihnen an dieser Stelle nicht auflisten, worüber die Mehrzahl der Bürger unzufrieden ist. Die Mehrzahl der Bürger weiß das ja selbst, und es gehört zu den Aufgaben eines Politikers, und auch der Führungskräfte in der Wirtschaft, ab und an den Stimmungsgrad des Pöbels selbst zu ermitteln.
Ich kann Ihnen nur sagen, die Beschwerdeliste ist lang und sie verläuft erschreckend parallel zu Ihren Entscheidungen, Versprechungen und anderweitigen Phrasen. Auf diese Weise beschwören sie Ihren eigenen Untergang im freudestrahlenden Angesicht des Volkes.

Fassen Sie dies alles nicht als leere Phrasen auf. Wir sind hier schließlich nicht in der Oper –

Aber vielleicht ja doch: Von Ihren „Logen“ aus haben Sie zwar einen guten Überblick auf das Parkett, aber die Gesichter sehen Sie nicht. Sie sehen auch nicht, wie wir uns dort unter den Bänken Zettel zustecken. Sie werden gar erstaunt sein, wie schnell wir uns auf ein vereinbartes Zeichen alle gleichzeitig erheben können um die Loge zu stürmen. Ihnen steht zwar bald das europäische „Recht“ zu, einen solchen Aufstand niederzuschlagen und vielleicht dürfen Sie sogar auch deutsche Soldaten dazu einberufen, in die jubelnde Menge zu schießen, doch darauf würde ich mich nicht verlassen. Ein Militärputsch kann am Ende auch Sie treffen. Ich an Ihrer Stelle würde es mir genau überlegen, ob ich mir das Militär vor den Reichstag hinstelle. Wie aus diesem Bildnis abzuleiten wäre, verheerte Revolutionäre, fände das Bühnenstück gleichwohl weiterhin statt, ob nun mit Erstürmung der Logen oder ohne.

Ansonsten aber, keine Angst, denn zu einem Bauernaufstand wird es wohl nicht kommen. Etwas anderes strömt und pulsiert in unseren Adern, und das ist nicht nur Kartoffelstärke. Wir besitzen ganz andere Kräfte. Aber dazu komme ich gleich.

Einstweilen haben Sie nun Ihre Millionen von Kameras und Tausende von Dienern, die unsere Daten sammeln, und schauen mal hier, mal da, wer kurz davor steht, aus der Reihe zu tanzen und dann erfolgt der lautlose Zugriff.
Doch lassen Sie sich nicht täuschen; tatsächlich nämlich werden auch IHRE Daten gesammelt. (Zusatzstoff Sommer 2013: quod erat demonstrandum) Und nicht nur Ihre Daten. Tauschen Sie mal das D gegen ein T aus, dann ahnen Sie schon, woher der Wind in unserem teuschen Landen ursprünglich wehte. Was glauben Sie wohl, an welcher Stelle Ihre Taten ausgewertet werden? (Zusatzstoff 2013: NSA)

Übrigens, wir haben auch schon solche Kameras. Die großen Elektroschrott-Kaufhäuser in unseren Mammon-Tempeln schmeißen die immer zum Fenster raus. Wir haben somit ein paar tausend Augen und Ohren mehr als Sie. Wir haben zwar keine Armee und keine Polizei und kein SuperSauber Ordnungsamt und keine Außerordentlichen Sicherheitsdienste, keine breitbeinig am Bahnhof stehenden Bahnhofsvorsteher mit einem Riesenknüppel, den allerdings nur am Gürtel… . Aber wir haben nebst Augen und Ohren noch so ein paar andere Sinne. Das kann mitunter ganz hilfreich sein. Die Mehrzahl von uns hört hinter so manchen Frequenzen bereits wieder die echten Harpen erklingen. Sie glauben ja nicht, was das für Energien freisetzt!

Natürlich haben die Eliten immer noch einen Chip im Ärmel, oder wie das heißt, aber selbst da wo uns, dem Volk, die Form der direkten Mitsprache nicht möglich ist, dürfen wir umso mehr an jedem Ort und zu jeder Zeit und ohne Voranmeldung öffentlich unsere Meinung kundtun. Wir dürfen unsere Meinung kundtun, sofern sie keiner Hetzrede gleicht.

Oder Panik verursacht.

Also Angst und Schrecken verbreitet.

Sprich mit den Ängsten der Menschen spielt.

Also geschürten Ängsten.

Im Grunde für Verunsicherung sorgt.

Oder für Misstrauen.

Na, Sie wissen schon, was ich meine.

Was eben das Volk so spaltet und beeinflußt.

Und wenn die öffentliche Meinungs-Kundgebung auch noch verboten wird, werden wir immer noch denken können, was wir wollen, zumindest sobald das Gedankengut nicht von infiltrierter Meinungsmache verseucht ist und das Volk sich davon frei gemacht hat. Auch das geschieht gerade.

Unterschätzen Sie nicht die Gedankenkraft des Volkes. Wir schreiben die Bücher, nicht Sie. Wir notieren die Täter und erinnern uns der Kriegsopfer im Ausland, der Betrogenen im Inland, der Geschundenen und der zu Unrecht Verdächtigten auf alle Zeiten. Wir korrigieren auf lange Sicht die Geschichtsbücher.

Was könnten Sie also tun, damit Sie am Ende nicht ganz so blöd dastehen?

Ich habe mir dazu Gedanken gemacht, wie Sie sehen. Um ehrlich zu sein, habe ich mich eine Woche krank gemeldet, um mal ein wenig zu überlegen und diese Rede aufzusetzen. Ich bin natürlich gar nicht krank, sondern beschäftige ich mich ernsthaft mit Politik. Da kann ich ja wohl nicht auch noch ernsthaft arbeiten gehen.

Das Rezept vom Arzt habe ich natürlich nicht gebraucht, aber trotzdem eingelöst und das Zeug dann dem Herbert geschenkt, also dem Junkie hier nebenan, der kann mit dem Zeug mehr anfangen.

Also, ich will Ihnen helfen und habe mir überlegt, dass Sie zunächst Folgendes tun könnten geändert 2014: Also wie gesagt habe ich mir nun überlegt, was Sie künftig tun könnten:

Statt verschiedener Einberufungsbefehle zur Gesundheitsvorsorge, Protasta- und Gebärmutter-Scanning, also der dauerhaften Vor-Sorge zur Erhaltung der sorgenvollen Angst vor den sorgenvoll befürchteten Krankheiten, die man mit allerlei Bestrahlungen von sich weg behandeln soll, bis der Arzt kommt; statt mit solchen Schreiben die Haushalte zu beglücken, könnten Sie doch mal zur Abwechslung die Bilder zeigen, auf denen längst bereits ordentlich verseuchte Menschen schon gut zu erkennen sind!

Also verseucht durch Kriegseinsätze amerikanischer und europäischer Mächte irgendwo weit weg. Solche realistischen Bilder wollen wir nämlich lieber sehen: Von getöteten und verseuchten Kindern im Irak und Afghanistan (oder auch anderen von uns heimgesuchten Ländern, ganz wie Sie wollen) gestrichen 2014) oder anderswo. Diese Bilder müßten Sie mal an alle Haushalte verteilen; natürlich auch mit dem Hinweis, wie viele Hundert Kinder es monatlich geworden sind, die man abhaken kann, und auch andere Statistiken und Erhebungen wären interessant; also wieviel es noch werden und am Ende sein sollen und so.

Sie könnten solche und ähnliche Plakate ja an die Bushaltestellen hängen, statt uns immer nur diese rotzfrech lächelnden afrikanischen mit einem Ährenzweig in der Hand durch bauchnabelhohe Gewässer watenden Kinder zu zeigen – ich meine, das sieht doch albern aus. Da könnte man ja fast denken, denen geht es zwar nicht so gut, wie uns, aber sooo schlecht geht es ihnen nun auch wieder nicht.

Zeigen Sie uns doch lieber wieder diese aufgeblähten Kinderbäuche mit dem brüchigen Skelett drumherum, (Nachtrag 2015) bitte. Wir hätten so gerne unser schlechtes Gewissen zurück.

Wieso zeigen Sie uns nicht auch die mit Uranium verseuchten Kinder in Afghanistan, also weil sie ja schließlich immerhin auch verseucht sind wegen unserem Mitwirken an den Kriegen, an denen unsere Wirtschaft aufschwingt und Milliarden in unsere Kassen bringt, wovon wir ja auch alle was haben, wie die Kanzlerin versprochen hat. Da werden wir Ihnen schon nicht krumm nehmen, dass deswegen den einen Kinder beide Arme abgerissen die anderen derweil mit vier Händen geboren werden.

Aber Spaß beiseite.

Im Krieg passiert das eben mitunter. Selbst bei Kriegs-Einsätzen kann das passieren. Auch bei Auslandseinsätzen wo noch kein Krieg ist, aber zu erwarten ist. Selbst bei humanitären Kampfeinsätzen in hilfeschreiende Krisenkriegsgebieten kann das passieren mit dem appen Arm bei Kindern.

Wir waren da immer sehr verständnisvoll, nur langsam muß auch mal gut sein. Soviel Opfergaben kann ja kein normaler Mench mehr auf Dauer anständig verwerten.

Was die Kriegseinsätze zumindest in Afghanistan betrifft sind wir nicht mehr einer Meinung wie Sie, denn da sind schon die Russen gescheitert, und weil wir ja auch in Rußland gescheitert sind, kann die Rechnung nicht aufgehen.

Zudem haben Sie im Fall von Afghanistan von Anfang an nicht so ganz die Wahrheit gesagt. Wir schreiben nun das Jahr 2011 und wir sind immer noch dort im Wüstensand. Dabei wurde schon im Jahre 2004 im Tagesthemen-Kommentar gesagt, Afghanistan sei „auf dem Weg der Besserung“. Doch, wirklich. So lautete seinerzeit nämlich der Schlußsatz an alle deutschen Fernseh-Zuschauer.

Ich zitiere:

„Afghanistan ist auf dem Weg der Besserung. Hut ab vor der afghanischen Bevölkerung. Hut ab vor den deutschen Soldaten.“

Ja, ja, der Tagesthemen-Kommentar. Immer schon ein gutes Mittel gewesen, die miese Wahrheit als eine gute zu verkaufen und beim Volke jeglichen Anflug von leisen Zweifeln gegenüber politischen Entscheidungen auszuräumen.

„Wie gut sind unsere Sodaten wirklich?“, so lautete nämlich die einleitende Frage bei diesem Tagesthemen-Kommentar. Nicht etwa: „Was wollen wir eigentlich in Afghanistan?“ Und nicht etwa: „Ist der Afghanistan-Einsatz nicht vielleicht doch eine Entscheidung gegen den Willen der Mehrheit des deutschen Volkes?“ Nein, mit solchen Fragen kann man die Beteiligung an internationalen Mordsgeschäften nicht an den Mann bringen. Besser man beginnt mit der Frage „Wie gut sind unsere Soldaten wirklich?“

Denn so passt dann auch das bereits vorab getroffene Fazit viel besser in den Kontext:

„Afghanistan ist auf dem Weg der Besserung. Hut ab vor der afghanischen Bevölkerung. Hut ab vor den deutschen Soldaten.“

Richtig: „Hut ab.“

Das gehört sich nämlich so, wenn man vor einem Soldatengrab steht.

Aber, liebe Abgeordnete und Minister des Bundestags, kehren wir lieber wieder zurück in die inneren Angstgelegenheiten:

Es ist, wie oben schon einführend angedeutet wurde, anzunehmen, dass wir, das Volk, ebenso wie Sie offenbar auch, nicht von Natur aus dazu verpflichtet sind, alle Gesetze der Bundesrepublik einzuhalten. Gegen die meisten Gesetze verstossen wir schon ganz automatisch, oder besser gesagt, es gibt nur wenige Gesetze gegen die man einfach nicht verstoßen kann. Das Gesetz der Schwerkraft zum Beispiel ist für den Normalbürger nicht so leicht zu umgehen. Oder Murphys Gesetz oder andere, uns noch ganz unbekannte, allgemeingültige und universelle Gesetze. Die gelten irgendwie komischer Weise immer. Da kann man als Otto Normalverdummbeutelter einfach nichts gegen machen. Und wenn es jemandem durch Zufall irgendwie doch gelingt, gegen ein Naturgesetz zu verstoßen, dann muss er eben die Konsequenzen über sich ergehen lassen. Ob er es dann als Strafe auffasst, ist nur eine Glaubensfrage.

Wir sind jedoch nicht dazu verpflichtet, den von irgendwelchen Pappnasen gemachten Gesetzen zu gehorchen, sondern sehen uns nur dazu gezwungen, bei Übertretung dieser Gesetze die ebenso von diesen Pappnasen gemachte Strafe anzunehmen, denn da haben wir kaum eine andere Wahl. Wir werden aber reinen Gewissens im Knast unsere ehrbare Suppe auslöffeln, und ab und zu hierbei innehalten, uns fragend, wie es wohl sein kann, daß wir mit dem Gesetz in Konflikt kamen, wo wir uns doch für die Völkerrechte und Naturgesetze eingesetzt haben.

In einem System, das Ungerechtigkeiten duldet und sogar im höchsten Maße fördert, ist derjenige, der sich diesen Ungerechtigkeiten entgegenstellt, zum Beispiel indem er sich weigert, Steuern zum Erhalt dieses Systems zu zahlen, eigentlich derjenige, welcher der Gemeinschaft den größten Gefallen tut.

H.D. Thoreau sagte einst:

„Unter einer Regierung, die irgend jemanden unrechtmäßig einsperrt, ist das Gefängnis der angemessene Platz für einen gerechten Menschen“.

Ich finde, da hat er wohl nicht ganz Unrecht. Denn was ist schon Recht und was ist Unrecht? Wenn es Glück im Unglück gibt, dann gibt es jedenfalls auch Recht im Unrecht.

Während den Menschen durch staatlich verordnete Maßnahmen ihre Grundrechte nach und nach abgerungen werden, wozu eben auch zählt, in friedlichen Manier frei, unbescholten und unbehelligt leben zu dürfen, werden sie sich zunehmend darin ausprobieren, sich jeglicher Bevormundung und Kontrolle zu widersetzen.

Noch fehlt dem Volk der Mut zum Ausleben dieses Unmutes, aber seien Sie gewarnt; zu einem urplötzlichen Gewaltausbruch wird es in Deutschland wahrscheinlich nicht kommen.

Ja, seien Sie gewarnt, nicht beruhigt, zu einem urplötzlichen Gewaltausbruch wird es in Deutschland wohl nicht kommen.

Gewiss hätten manche Leute unter Ihnen, oder über Ihnen, so einen riesen Aufstand des Pöbels in Deutschland ganz gern gehabt. Schließlich hat man sich ja zu allen Seiten hin abgesichert und man wollte dann vielleicht noch etwas Öl ins Feuer gießen. So ließe sich auch wieder schön Panzer fahren und den ersehnten Systemwechsel fix herbeiführen. Bisher ist das nicht geschehen. Zwar haben Sie Ihren Überwachungsstaat nunmehr so gut wie etabliert, doch eine entscheidende Sache haben Sie bei der Errichtung eines solchen Konstruktes vernächlässigt.

Welche, das verrat ich Ihnen vielleicht später.

Lassen Sie uns zunächst gemeinsam die folgende analytische Paranobase erarbeiten:

1.
Für die Sicherheit des Landes und jedes Einzelnen zu sorgen ist eine Ihrer größten Herausforderungen. Gleichzeitig haben Sie sich für den Erhalt und die Förderung freiheitlicher Werte einzusetzen. Doch beides, Freiheit und Sicherheit, sind durch einzelne Kriminelle im Innern oder durch Feinde von außerhalb zu befürchten. ??
Und wenn nun offenkundig wird, dass ein Vertreter des Volkes Angriffe von außerhalb befürchtet, und somit die Sicherheit des Staates, also des Volkes, bedroht erscheint, dann weiß das Volk, dass es ihrem Vertreter in seinen Entscheidungen vertrauen darf, denn schließlich hat es ihm ja allein durch einen Wahlzettel dieses Vertrauen ausgesprochen. Seine Aufgabe, die Gewährleistung der inneren Sicherheit, erfüllt der zuständige Minister, samt seiner Abgeordneten und Vorgesetzten, solange mit Bravour, wie er gleichzeitig die Freiheit seines Volkes nicht eingrenzt. Wo ihm all das aber nicht gelingt, ist er an seiner Aufgabe gescheitert.

Ihm wird außerdem die Aufgabe erteilt, weiterhin das Grundgesetz zu achten, also auch zu schützen. Wo es ihm nicht gelingt, ist er auch da gescheitert.
Und was soll mit jenen geschehen, die an ihren zugedachten Aufgaben offensichtlich scheitern? Wie lange will jemand die Verantwortung übernehmen, die er gar nicht tragen kann?

2.
Wenn der Verantwortungsträger weiterhin befürchtet, die innere Sicherheit und somit auch die Sicherheit des Volkes, sei tatsächlich ernsthaft bedroht, wird er so manche Maßnahme in Erwägung ziehen müssen, damit wenigstens die Verteidigung gegen den Feind gewährleistet ist. Diese Maßnahmen sind solche, mit welchen er zwangsläufig die Freiheit des Volkes eingrenzt.
Jedoch muss er einen konkreten Grund seiner Besorgnis vortragen, er muss Beweise liefern, die seine Annahme bestätigen, dass eine Gefahr von Außen droht. Und sie muss absolut wahr sein; eine Hollywood-Inszenierung a la 911 kann sich der Haushalt nämlich nicht leisten.
Wenn die unbekannte drohende Gefahr von Außen es aber schon soweit gebracht haben sollte, dass sie zu einer Gefahr im Inneren wird, so muss er auch dafür Beweise vorlegen. Er muss den Grund seiner Angst vorzeigen und nüchtern erläutern können, und das wird er nicht können, solange der Feind sich nicht zeigt. Um die Angst vor den Feind zu überwinden, muss er den Feind finden, also benötigt er einen Angriff seitens des Feindes, um seine Angst vor ihm bestätigt zu sehen.
Das ist das Dilemma der Angst. Es läuft auf eine Konfrontation hinaus, zu der nur er allein befähigt ist, sie heraufzubeschwören, da ihre Verwirklichung nur ihm allein bestätigen wird, das Richtige getan zu haben. Und genau das Richtige wird er erst dann glauben getan zu haben, wenn genau das Falsche passiert.

Auf deutsch gesagt, jemand in dieser Rolle ist eine arme Wurst, die tagein tagaus dafür um Nachsicht bittet, dass ausgerechnet er in so einem psychologischen Dilemma hocken muss.
Bevor er aber diesen Schritt fürgegen den Feind auch nur gedanklich wagt – oder sagen wir doch einfach ‚veranschlagt‘ – sollte er vorher das Volk um Erlaubnis gefragt haben oder wenigstens erforscht haben, ob es die gleichen Ängste verspürt, wie er und ob es, bei offenkundiger Beweislage, ebenso dazu bereit wäre, seine Seele dem Feind für einen Döner zu verkaufen.

Er ist also den Menschen, die ihm ihre Sicherheit anvertraut haben, gegenüber verpflichtet zu sagen, welche konkrete Bedrohung vorliegt. Jedoch erst dann, wenn sie vorliegt, womit sein Handlungsspielraum zugegebenermaßen etwas eingeschränkt ist.

Daher macht es aus der Linse eines paranoiden Geistes in verantwortlicher Position immer Sinn, vorab ein wenig Panik zu schüren. Denn nach der Darlegung eines zutiefst bedrohlichen Angstgefühles erbettelt der Bedrohte sich das Recht, als einziger Mißverstandener gelten zu dürfen, der in seinen unerträglichen Vorausbefürchtungen solange bemitleidet werden möchte, bis der Terroranschlag stattfindet, in dessen Folge er dann endlich all die Terroropfer noch mehr bemitleiden kann, als er bis dato nur sich selbst bemitleiden durfte.

In solch psychologisch höchst komplizierten Fällen muss natürlich sachverständig überprüft werden, ob diese Form der Angst nicht besser gerecht verteilt werden sollte, damit sie erträglicher wird. Der Minister für innere Angstgelegenheiten darf sie nicht alleine durchstehen müssen und es reicht auch nicht, sich nur bei der Kanzlerin ausweinen zu können.

Vielmehr ist nun das Volk verpflichtet, ihm hierbei zu helfen. Wir müssen beruhigend auf ihn einreden und sagen: Aber wovor hast du denn Angst, Ärmster? Ist deine Furcht berechtigt? Sind die Maßnahmen zur Beseitigung dieser Angst gerechtfertigt? Gibt es noch andere Mittel, diese dumme dumme Angst aufzulösen? Müssen wir unter solch ernsthaften bedrohlichen Zuständen nicht auch eine psychologische Beratung und mentale Bekräftigung in Erwägung ziehen? Kann das Volk sich und ihre Vertreter selbst therapieren? Würde ein psychologisches Gutachten die Angst vor einer Bedrohung auflösen? Welchen Ansatz würde ein solches Gutachten haben? Ist die Angst berechtigt oder ist es eine Angst vor dem Unbekannten? Und wenn der Verdacht besteht, es ist die Angst vor dem Unbekannten, muss dann nicht die Angst besiegt werden, statt des Unbekannten? Ist so einer nicht völlig überfordert? Braucht er einen Therapeuten oder Zwangsurlaub?
Und wer ist der Unbekannte? Sind denn alle Maßnahmen berechtigt, diesen pösen Terrorpisten zu fassen zu kriegen? Wo kommt er her? Wann kommt er? Wie sieht er aus? Was bringt er mit? Wird er lange bleiben? Können wir ihn einsperren? In welches Gefängnis sperren wir ihn ein?

Dies sind alles Fragen, die das Volk gern beantwortet haben möchte; solange es die Ängste teilt. Es will nicht die Angst vor einem Phantom durchstehen müssen. Und wenn, dann höchstens in der Oper.

3.
Wir, das Volk, werden uns also zukünftig auch noch darum kümmern müssen, unsere Politiker mental zu stärken, besonders wenn es einer ist, der mit dem Joystick  ↓ den inneren Feind im Visier hat.

Nachtrag im Jahre von und zu irgendwann: → oder einer, der voll Edelmut in die gemeine Wüste hinauszieht und den Soldaten an der Front zeigt, wie man sich im Ernstfall am schönsten die Haare stylt.

Zugegeben: Es ist schon zum Verzweifeln, wenn der Feind sich hauptsächlich im Ausland aufhält, wo man ihn nach allen Regeln der Kunst zwar angreifen darf, die landesinnere Sicherheit aber trotzdem nicht in den Griff bekommt.

Was also tun? Sicher genug ist des Volkes Heimatland komischerweise immer noch nicht. Es scheint, als säße der Feind, der unsere Sicherheit, unsere Freiheit und unsere Rechte bedroht, bereits mitten unter uns. Und er ist allgegenwärtig. Er scheint sich zahlreich hinter vielen Ecken und Laternenmasten zu verstecken und online jetzt auch schon. Gezeigt hat er sich noch immer nicht so richtig. Und wenn er sich zeigt, wird dann was Schlimmes passieren?

Es dürfte bei allen bisher eingeführten Maßnahmen nicht viel passieren. Und wenn doch, dann war alles bisher Unternommene umsonst. Dann hat derjenige, dem wir unsere Sicherheit anvertraut haben, versagt und müsste seines Amtes enthoben werden und alle, die solche Entscheidungen bewilligt haben, fliegen gleich mit raus.
Oder er wird eingestehen, und sagen: Es war die falsche Taktik, trotz Komplettüberwachung hat jemand in einer dunklen Ecke gezündelt und der Feind ist entkommen. Lasst uns eine neue Variante überlegen. Oder lasst uns noch mehr absichern. Der Feind sitzt weder hinter Gittern, noch hat er aufgegeben. Er hat sich noch immer nicht einschüchtern lassen.
Das Volk wird hier anfangen mitzudenken. Es wird nun noch mehr wissen wollen, wie ernsthaft die Bedrohung tatsächlich ist. Und vielleicht wird es das auch ganz zügig zu spüren bekommen.

4.
Es könnte auch sein, dass das Volk gar nicht solche Ängste hat, wie jene, die unser Land, unsere „Staatssicherheit“ und den Schutz unserer Verfassung gegen solche verteidigen möchten, die all das ernsthaft bedrohen. Ach, sorgloses Volk, wie naiv es doch ist. Es geht zwar immer noch brav schuften, aber für die ernsthaften Bedrohungen unserer Demokratie hat es einfach keinen Sinn.
Es erkennt einfach nicht, wie der Verbrecher indirekt unsere Rechte beschneidet…

5.

Wie kann es sein? Wieso will das Volk nichts von den pösen Terrorpisten wissen? Vielmehr stellt es sogar unsere Sicherheitsmaßnahmen gegen den Feind in Frage? Manche sind sogar so aufgebracht, dass sie von ihrem Recht zur freien Meinungsäußerung und der Versammlungsfreiheit Gebrauch machen und ihren Unmut gegen den Staat äußern? Wieso tun die das? Erkennen sie denn nicht die Gefahr?
Ist der Feind mit einem Mal ein anderer? Dachten sie denn nicht auch, der Terror sei, sagen wir mal, von Andersgläubigen zu erwarten? Ist er jetzt obendrein von Andersdenkenden zu erwarten? Da kann sowohl die Regierung, als auch das Volk nur noch zustimmend mit dem Kopf schütteln und sagen, wie kann das sein? Sollten wir nicht auch noch den Iran oder egal wen angreifen, damit unser Öl wenigstens im Ausland vor den Terroristen sicher ist?

Wollen wir etwa die Innere Sicherheit auch noch vom eigenen Volk bedroht sehen? Wie kann denn das sein? Ist es etwa nicht mehr zufrieden? Womit denn nicht? Hat doch immer noch jeder ein Auto.

Wieso hat denn das Volk auf einmal auch so eine Angst und bestürmt in kleinen Gruppen mit weit vorgestreckten Köpfen ganze Hundertschaften von gepanzerten Schutzmännern? Wieso hat es plötzlich so eine Angst vor atemberaubenden Tornado-Flugshows, die doch nur anläßlich einer Kundgebung (G8) die Massen begeistern sollten? Was schaut es denn so entgeistert, während man ein paar harmlose tausendmal geprobte Stunts darbietet, wo ein paar Turboschlachtschiffe über kleine grüne Gummibötchen hinwegdonnern? (G8) Warum tut es so entsetzt, wo das doch alles nur ein Probelauf ist? Wieso zieht es nun auf einmal Kapuzen oder Tücher über die Köpfe? Wird man sich denn wenigstens Karneval noch verkleiden dürfen? Wenigstens einen Fahrradhelm, falls einem mal Bomboms auf den Kopf geworfen werden? Wieso diese innere Unruhe?

Und das in Deutschland, wo man so etwas nun wirklich nicht gewohnt ist. Was hat das zu bedeuten, wenn die Deutschen, und sei es nur die Minderheit, plötzlich unsere stets aufgebrachten Nachbarn in Frankreich nachahmen, die schon bei der Anhebung der Brotpreise mit brennenden Autos werfen? Fühlt es nun die Innere Sicherheit auf wackelnden Beinen stehen oder ihre sehr überfällige Freiheit? Und was, in letzter Konsequenz, wird es bereit sein zu opfern? Die Sicherheit, die, falls es zu einem Anschlag kommt, nach all den Überwachungsmaßnahmen noch immer nicht gewährleistet ist, oder die Freiheit? Und welche Freiheit? Die der Mitbestimmung? Die der Wahlberechtigung? Die der Nichtwahlberechtigung? Die des Protestes? Die der Versammlung? Die der Unzufriedenheit gegenüber ihren Vertretern?
Fragen wir mal Benjamin Franklin: „Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.“

6.
Bei allem, was eine Regierung bestimmt, benötigt sie die Zustimmung der Mehrheit des Volkes. Ein Vertreter des Volkes hat, wenn er die Zustimmung des Volkes durch eine zurückliegende Wahl erhalten hat, dennoch längst nicht sämtliche Befugnisse für sich im Vorhinein gepachtet. Er kann sich nicht sicher sein, dass er am ersten Tag nach Amtsantritt immer noch die Zustimmung allen Volkes erfährt.
Diejenigen, die mit seiner Arbeit nicht mehr zufrieden sind, sind nicht mehr seine Wähler, schon am ersten Tag nach der Wahl nicht mehr. Oder sobald sie ihm nicht mehr zustimmen, bzw. den von ihm veranlassten Gesetzen. Auch wenn sie einst ihre Stimme abgegeben haben, so haben sie sich nun dennoch von ihm abgewandt. Das heißt, dass er nun nicht mehr der Vertreter dieser Menschen ist. Das wiederum heißt, diese Menschen sind nicht mehr dazu verpflichtet, seinen Ideen zuzustimmen. Das bedeutet, sie müssen seinen Vorschlägen nicht mehr gehorchen, wenn sie die Sicherung ihrer Freiheit und somit die Sicherung der Freiheit ihres Staates, nicht gewährleistet sehen. Die Politiker haben vom ersten Tage nach Amtsantritt damit zu rechnen, dass sie jederzeit vom Volk gestürzt werden dürfen, über eine Verlängerung der Probezeit darf aber diskutiert werden. Werden Sie aber finallement abgemahnt, so haben ihre Privilegien im gleichen Maße dahinzuschwinden wie ihre Umfragewerte, und mit diesen Privilegien übrigens auch die Privilegien der gesamten angehörigen Staatsdienerschaft. Zumindest doch derer, die ihr eigenes Amt nicht stets prüfend hinterfragen, um herauszufinden, welchem Staat sie eigentlich dienen, um darüber die Mißstände ihres eigenen Amtes aufzuzeigen und ihre obrigen Herren gegebenenfalls anzuzeigen.

Doch den Mut haben sie alle nicht. Nein, sie wollen nur ihre Privilegien haben. Sie haben alle nur Angst, setzen auf Sicherheiten und glauben, sie seien unkündbar und ihre Diäten wären sicher. Weit gefehlt. Das Monster, wenn es erst einmal wütet, wird seine bediensteten Untergebenen ebenso verschlingen, wir das gemeine Volk.

7.
Sollten jemand als Lenker und Diener des Staates sich nicht für die Interessen des ganzen Staates zum Einen, der einzelnen Bewohner zum Anderen, ausgewogen einsetzen, dann ist anzunehmen, dass er nur im eigenen Interesse handelt. Wenn das nicht, dann vielleicht im Interesse einer anderen, diesem Staate übergeordneten Instanz. Ob dies noch Menschen sind, wer weiß?
Hierdurch würden zumindest Sie, meine Damen und Herren in den Ministerien und im Abgeordnetenhaus, eine Minderheit bilden, die mit der Mehrheit des Volkes nichts mehr gemein hat. Auf diesen Missstand werden Sie zunächst ebenfalls nur durch eine Minderheit im Volke aufmerksam gemacht werden, da sich die Mehrheit ohnehin nicht ernsthaft, das heißt bewusst hinterfragend, mit Politik beschäftigt.

Daher sollten Sie, die machthabende Minderheit, auf diese verständige Minderheit innerhalb des Volkes hören, nämlich bevor die Minderheit des Volkes zur Mehrheit heranreift und die Unbedeutsamkeit der machthabenden Minderheit noch deutlicher macht, als es jetzt schon an vielen Ecken heraus zu hören ist.

Ansonsten werden Volk und Regierung sich soweit entfremden, dass jeder machen kann, was er will, die Regierung dem Volk nicht mehr zuhört und das Volk der Regierung sowieso nicht mehr, egal mit welcher Gewalt und welchen Mitteln sich die Regierung dann noch Gehör verschaffen will.

Sie alle werden aber erfahren, dass am Ende immer das Volk den Staat regiert. Meistens beginnt das mit einem ziemlichen Chaos.

Bis auf Weiteres,

Ihre Volkssklaven


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kaz



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