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Alles nimmt ein gutes Ende, es ist Wintersonnenwende*.

Nun gehen wir wieder durch die tiefste und längste Nacht des Jahres. Es ist Mittwinter, die Sonne hat ihren Tiefstand und die dunkle Zeit des Jahres ihren Höhepunkt erreicht.
Es geht wieder aufwärts, noch merkt man es nicht, doch von nun an werden die Tage wieder länger; die Zeit, als die Tage immer kürzer wurden, ist vorüber. Der nächste Frühling wird kommen, das ist nun gewiss. (Auch wenn sie ihn vermutlich wieder wegsprühen werden)
Wie die Wintersonnenwende, so feiert manch einer am 21.12 auch das Julfest, eines der vier Sonnenfeste des Jahreskreises. Man nennt es auch das Zauberfest. Und wenn der Frühling kommen wird, dann wird die Sonne am Julfest geboren. Sie wird sogar wiedergeboren und sie wird wieder neues Leben schaffen. Daher nennt man den Tag auch Mutter-Nacht; der Mutter Natur wird diese Nacht geweiht und so nennt man es Weihe-Nacht.

Das ist die dunkelste Nacht, und die längste, die Tage werden wieder länger, manche preisen das wiedergeborene Sonnenkind, manche die Geburt eines neuen Lebens, den Aufstieg des Lichtes. Mittwinter, das Christkind kommt und in Ägypten wurde das Horuskind geboren, vielleicht im Zeichen der Jungfrau, und im alten Rom wurde sol invictus wiedergeboren, die unbesiegbare Sonne, zur Mittwinternacht; so der Sonnenglaube.

Papst Hippolytos verlegte im Jahre 217 nach Christi Geburt den Tag der Christgeburt auf den 25. Dezember, bis dahin war der „Stützpunkt des Alls, der Ruhepunkt aller Dinge, die Grundlage des Weltenrunds und kosmischen Angelpunktes“ der sogenannte Weltenbaum, dann wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion und um 330 wurde aus dem Sonnengott der neue Christengott, „lux mundi“ – das Licht der Welt. Es dauerte aber bis 800 Jahre nach Christus, dass das Licht der Welt als die wichtigste Feierlichkeit der Christenheit in Deutschland offiziell verkündet wurde.

Im Zuge der neuen Glaubensverbreitung verschwand der alte Glaube und etliche energiebeladene Wesen, man nenne sie Geister, Engel und HalbGötter sollten aus ihren Wohnstätten vertrieben werden; nämlich unter anderem aus den Bäumen. Die systematische Zerstörung heiliger Haine wurde vollzogen und schon bald trug der Baum die sündigen Früchte. Die Aufgabe der Bäume aber ist es, ins All zu singen, was auf Irden geschiehet und droben speisen die Informationen den Äther, die der Mensch wiederum zu verändern in der Lage ist, soll er doch also statt zu denken schlicht auch mal einen Baum umarmen.

Als die Fähigkeit zur Erkennung der Baumwesenheiten den Menschen größtenteils abkonditioniert wurde, sollte es immer dunkler werden, eben bis heute, dem Tag, an dem wir die Lichterketten aus dem dunklen Keller holen und erste Vorbereitungen treffen, den Baum leuchten zu lassen, mit Nüssen und mit goldenen, grünen und roten Äpfeln zu schmücken; so wird er zum Lebensbaum und gilt uns als Vermittler zwischen Kosmos, Erde und Mensch, es sind ja nicht nur Tannenbäume.

So wie die jungen Fichten und Tannen im Schatten aufwachsen, wird im Dunkeln das Licht geboren, ihr Immergrün verspricht die Wiederkunft des Lichtes und ihre Natur entfaltet sich am liebsten auf den Bergen, in den Höhen, hier erfahren sie die Verbundenheit zum großen Ganzen am nächsten und wachsen wie Schneekristalle.

Unterhalb und inmitten der Fichten und Tannen aber ist es dunkel, doch nicht düster, denn hier wohnen die schützenden Baumgeister und durch ihre Wälder streifen mitunter vielerlei weibliche Geister, Mutter Natur gewährt hier Geborgenheit und Schutz, die Stille darin ist fast besinnlich, manchen macht sie aber Angst. Doch die Angst ist grundlos, sie geht nicht von den Bäumen aus, die Tannen stehen im tiefsten Frieden beieinander, wie belebt sie aber sind, wird der Mensch nur erahnen, wenn er die Augen schließt und Atem schöpft.

Statt des Tannenbaumes feiern wir aber im Grunde des Baumwesens eigentlich die Eibe, den immergrünen alterlosen Weltenbaum, den tausendjährigen Baum, den Baum Gottes oder den Baum der Muttergottheit, oder wie man sie sonst nennt, die Eibe, den Baum des Lebens, den Lebensbaum, der uns als Vermittler zwischen Universum, Erde und Mensch gilt, dem Sinnbild der Ewigkeit und der Wiedergeburt, denn für die Eibe sind ein Tag und eine Nacht ein Atemzug. Die Wintersonnenwende wird 12 Nächte gefeiert, diese nennen wir die Rauhnächte oder die Zwölften.

Soviel zur Legende. Und jetzt alle aufwachen, ihr verloren Halbgötter, mit beiden Beinen auf den Boden der tatsachen zurückkehren und, wo wir schon ständig im Außen suchen, einfach mal schlichten Geistes rausgehen, schauen ob noch Bäume stehen, wenn nicht, demnächst mal einen in die Erde setzen, sich daneben pflanzen und nochmal anfangen zu beobachten, was wohl das Leben ist. und ohne dies ganze Getue wäre.


* Wintersonnenwenden seit 2010

2010: Am 22. Dezember 00:38 MEZ

2011: Am 22. Dezember 06:30 MEZ

2012: Am 21. Dezember 12:12! MEZ

2013: Am 21. Dezember 18:11 MEZ

2014: schaunwermal



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