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Hinweis: Der Text Gesicht verloren – Buch gefunden sei nicht zu verwechseln mit dem Text Buch verloren – Gesicht gefunden

Besieht man sich so manches Buch oder literaterische Werk aus neuen oder alten Tagen, so findet man heraus, daß wir nicht nur alle Menschen mit unterschiedlichen Gesichtern sind, denen zugleich seit jeher das Ebenbild Gottes innewohnt, sondern liest man an der ein oder anderen Stelle auch etwas von Menschen, die noch anderweitige ‘Gesichte haben’. Wer Gesichte hat, der hat Visionen, was man sowohl als das direkte Wahrnehmen übernatürlicher Ereignisse bezeichnen kann, als auch das Voraussehen kommender, natürlicher Ereignisse.

Bei dem, was natürlich ist und was übernatürlich ist, scheiden sich zwar die Geister – doch das, was überhaupt nicht natürlich ist, ist natürlich überhaupt nicht übernatürlich, da daß, [sondern widernatürlich], während das¹, was übernatürlich ist, nur über das eigene Haupt hinausgeht, so daß diejenigen, die behaupten, es gäbe nichts Übernatürliches, natürlich überhaupt keine Ahnung haben, was über das Haupt hinaus natürlich möglich ist.

Die Fähigkeit mancher Menschen, auf unerklärliche Weise universelle und allgemeingültige Erkenntnisse zu erfahren oder auch nur kleine Einblicke in den verborgenen Kern innerhalb einer Seele anderer Menschen zu gewinnen, diese Fähigkeit wird von anderen Menschen angezweifelt, da man sie nicht beweisen kann. Man kann sie auch nicht beweisen, da es keine Fähigkeit im Sinne einer Befähigung ist, die man allgemein verständlich darlegen könnte, wie eine Ausübung nach gewissen Regeln. Vielmehr kommt es oftmals wie grundlos zu Gesichten oder Visionen, die aber deutlich von Halluzinationen unterschieden werden können. Sie sind augenblickliche Realität und eine Wahrnehmung dessen, was in einer sonst nicht zugänglichen Welt zu sehen ist, oder aus dieser für einen Moment hervortritt. Der Zustand der Wahrnehmung ist kurz und plötzlich und mit einem Blick aus dem dunklen Fenster vergleichbar, während man hinter den Augen alles hell sieht, was vor den Augen in Dunkelheit liegt.

Auf die gleiche Weise lassen sich Ereignisse voraussehen und es können gar Gedanken oder Empfindungen sein, die der Hellsehende beim anderen erkennt. Diese kann zwar jeder Mensch ebenfalls erahnen, doch vollzieht es sich bei dem Hellsehenden weniger in Form eines Erpürens, sondern ist es ein unmittelbares Wissen, ein Wissens ohne Denken, ohne Forschen und ohne ledigliches Glauben.

Ob nun Visionen, Vorhersehungen oder Gesichte haben, der Ursprung dieser Begrifflichkeiten leitet sich vom lateinischen Wort videre = sehen, schauen ab. Die Fähigkeit des Sehens beinhaltet außerdem das Verstehen, was im Englischen an der Formulierung I see (ich verstehe) erkennbar ist. Allerdings dürfte sich der Begriff Vision eher vom gemeingermanischen Verb sehan ableiten, als vom Lateinischen videre, zumindest wenn man die neuerdings hier und da aufgeworfene These mit einbezieht, daß die Römer sich das Schreiben und Lesen von den Germanen abgeschaut haben. (Genauso wie sie erst bis nach hinter Vorder-Asien marschieren mußten, um zu entdecken, daß man auf Pferden auch reiten kann).

Daß die Römer ihre Kultur mehr oder weniger nur von anderen zusammengeklaubt haben, dürfte den meisten Menschen meanwhile bekannt sein. Immerhin haben aber auch sie sich, neben den alten Indern, den alten Ägyptern und den alten Griechen nicht nur von Gelehrten und Weisen beraten lassen, sondern auch von SeherInnen. In vergangenen Zeiten holte man sich schon immer Rat bei Sehern und Seherinnen, wie zum Beispiel bei Daphne oder Sybilla und genauso konnten sich die Germanen auf ihre heimischen Seherinnen berufen, als da unter anderem wären Jorum, Albruna und Veleda.

Jorum, Albruna und Veleda. Fürwahr, das waren mal Gestalten mit ganz besonderer Ausstrahlung, ich kann mich noch gut daran erinnern. Und heute? Eher selten sowas. Noch nicht einmal in der Erinnerung vorhanden. Letztere, also Weleda, hat es zwar in der heutigen Zeit immerhin namentlich bis in den Bereich anthroposophischer Arzneimittel und Naturkosmetik geschafft, doch dürfte sie den meisten der heutigen Rest-Germanen wohl nur noch in abgewandelter Form eines Wischmops bekannt sein, mit dem man sich höchstens noch die Staubkrümmel der ureigenen Kultur zusammenfegen kann. Und selbst diesem Wischmop wird nicht mehr die Anerkennung zuteil, wir in alten Tagen, denn schon längst gibt es ja den sogenannten Flachwichser Flachwischer, mit dem wir, the Germans, noch die allerletzten Bakterien unserer Kultur aus den Ecken wischen können. (Und nein, ich bin nicht „rechts“, rede aber dennoch gern von „den Germanen“, wissend, daß dies natürlich ein weites Feld ist, daß niemand für sich allein pachten dürfte)

Auch den Römern möchte ich eine eigene Kultur natürlich nicht absprechen, da sie viele Jahrhunderte überdauerte und von etlichen Menschen und Generationen entwickelt und weitergetragen wurde. Nur von Seiten der Führungskreise hat man sich oft genug und bis zuletzt selten dämlich verhalten, was aber früher oder später immer das Erkennungsmerkmal einer Weltmacht ist, oder überhaupt eines Jemanden, der meint, er könne über das Schicksal anderer Völker und Völkerstaaten bestimmen oder sich mit irgendeiner Form von Macht über andere stellen.

Insgesamt waren aber die Römer wenigstens sämtlichen Redelsführern von heutzutage weit voraus, nicht zuletzt, weil sie an das Vorhandensein von Dingen und Wesen außerhalb ihrer eigenen begrenzten Wahrnehmung glaubten und den Rat der Weisen ebenso aufsuchten, wie sie den Vorhersehungen von Sehern Glauben schenkten oder diese wenigstens begutachteten.

Visionäre finden sich in sämtlichen Machtstrukturen von heute nicht, sei es nun, ob sie nur verständige und weit vorausblickende Ideen hätten oder wahrhaftige Visionen, die man zum Heil der Erde anstreben könnte. Die verständigen Vordenker, mutigen Idealisten, vorausschauenden Visionäre und hellgeistigen Seher und Seherinnen finden in den hirnrissigen Machtstrukturen von heute keinen Platz, und so ist es auch mit anderen Geistesgrößen. Dort sind sie nicht zu finden, es sei denn, natürlich, selbst-verständlich² sie dienen der „dunklen Seite der Macht“.

Und so versuchen diese Menschen ihre Aufgabe entweder in esoterischen Zirkeln zu erledigen oder begeben sich in halböffentliche oder private Umfelder, wo sie tatsächliche Arbeit am Einzelnen und somit an der Gesellschaft und dem Fortschritt der Menschheit leisten – eben im Gegensatz zu all jenen, die inmitten ihrer alteingesessenen Strukturen und überholten Erkenntnisse von sich behaupten, sie täten es. Da brauche ich auch keine Namen zu nennen, man muß nur die Zeitung aufschlagen oder den Fernseher einschalten, oder selbst renommierte Magazine studieren, um auf diese zu treffen.

Wenn es um tiefe Erkenntnisse geht, wie sich heilversprechende Visionen verwirklichen ließen, müssen wir gar nicht einmal vorausschauen und vorwärts streben, sondern können ganz getrost zurückblicken und in die Bücher schauen, denn es ist längst alles erkannt und aufgeschrieben worden – man muß es nur noch mal besser übersetzen.

Menschen, die Visionen oder eben Gesichte hatten, fungierten nicht nur als Berater, sondern auch als Heiler, denn ihr Blick erkannte überall den Ursprung der Dinge. Doch wurden sie mit der aufkommenden Macht der selbsternannten Stellvertreter Jesum zunehmend verlacht (oder bald verbrannt) und heute wird diese Art der Denunziation von den Institutionen besorgt, die seither das Sagen haben, sich auf ihre zurechtgebogenen wissenschaftlichen Erkenntnisse berufen und mit diesen egozentrischen Lehrmeinungen die Menschheit nur vergiften, im Großen und Ganzen.

Im Kleinen und Ganzen gibt es sie aber immer noch, die wahren Visionäre und diejenigen, die Gesichte haben, oder Übernatürliche Wahrnehmungen, mit denen der Einzelne und auch die Gesamtheit etwas anfangen kann.

Übernatürliche Wahrnehmungen werden von solchen Menschen geleistet, die ihre Sinne entweder dermaßen tief in die nähere Umwelt hinein oder gar bis in die himmlischen Weiten des Äthers hinaus schrauben können, daß sie den dort innewohnenden Geistern oder deren vielseitige Ausdrucksformen gewahr werden können. Diese aufgedeckten Umstände können zu einer aktuellen Erkenntnis führen, sind im Grunde sogar schon Erkenntnisse, oder ergeben sich später als etwas, das seinerzeit vorausgesehen wurde. Womit wiederum die Tatsache, daß es jemand hat sehen können, nicht mehr unbedingt als eine übernatürliche Gabe benannt werden kann, sondern höchstens als eine seltene Fähigkeit, die eben nur bei wenigen ausgereift ist.

Was hierbei ausgeübt wird, ist die Heilung der Menschen und der Natur, so auch das Heil des Himmels herbeizuführen. Es geht also nicht nur darum, die Gesichter von „Engeln“ oder anderen nicht sichtbaren Wesen aus der Welt der Elemente und Energien schauen zu können, sondern kann es sich bei dem Erfassten auch um Einsichten in die verdeckten seelischen Zustände Einzelner oder zu erwartende globale Entwicklungen handeln.

Der ewige Mensch zum Beispiel, von dem in den 4000 bis 6000 Jahre alten indischen Veden und Upanishaden die Rede ist, diesem Mensch war und wäre diese Gabe von Gott gegeben, denn er ist ja sogesehen Gott. Die indischen Weisen verkünden nicht lediglich prophetische Offenbarungen, sondern gestalten sie desweiteren das geistige Ausmaß der Lehren (die sie über die Offenbarungen gewonnen haben) durch ihr Sein, durch das, was sie gegenwärtig ausstrahlen, bzw. durch das, was von Gott oder wie der nochmal hieß durch sie hindurchstrahlt.

Die westliche Welt, erst geknebelt durch die christliche Kirche, dann von anderen Institutionen anderweitig in die Mangel genommen, hat das Wissen um das göttliche Licht im Innern eines jeden Menschen weitestgehend verloren. Es gab nur Sünde, Schuld, Gewissen und Versprechen auf spätere Entlohnung – man schaute überall hin, nur nicht in den Kern des Apfels.

Denn siehe, den heiligen Apfel hat man vergiftet und als Sündenfrucht abgeurteilt und auf die alten Tempelplätze Kirchen und Kathedralen gebaut. Gottes Ebenbild im Menschen wurde nach außen verlegt, die entscheidenden Evangelien und anderen Schriften verstümmelt oder als Apokryphen ins Zweitrangige abgestuft, damit die eigentliche Verbindung nicht mehr erkennbar ist.

Und diese Verbindung führt zu den altindischen Schriften, den Upanishaden und anderen, welche die fehlenden Teile des Evangeliums erst ergänzen würden. Darin, in diesen und anderen Schriften, wurde längst alles vorausgesehen, daß man schon fast wieder vermuten könnte, alles was bisher geschehen ist, wäre nur nach einem bereits im Indischen verfassten Plan abgearbeitet – doch ich glaube, so ist es nicht. Bis auf den Tagesrhythmus der sich wie Seelenversklavende Gehirndiktatoren aufführenden Menschen, verlaufen die Dinge eben nicht wie am linearen Schnürchen, sondern überschneiden sich die Zeiten und Dimensionen in einer für den Menschen übernatürlichen Weise, daß er hierbei kaum seine egozentrischen Pläne verwirklichen könnte, ohne dabei selbst irgendwann Schaden zu nehmen.

Und so kommt man letztlich dahin, daß es nur um die Gestaltung des Jetzt geht, in weiser und guter Absicht auf das Später, damit wir es (dann wieder im Jetzt angekommen) leichter haben werden.

Visionen und Vorhersehungen sind Abbilder dessen, was vielleicht künftig geschieht, doch nicht damit man es ersehnt oder davor bange ist, sondern damit man es umgehend anerkennt und in einen aktuellen Prozess übernimmt. Da gilt es nicht, ersteinmal Beweise zu liefern und Forschungen nach dem wie, woher und wozu anzustreben und dafür auch noch Universitäten zu gründen, für die der angehende Akadämliker vorher obendrein noch jahrelang eine Gehirnwäscher-Schule hat besuchen müssen – nein, es gilt einfach nur, zu sehen, was ist, anzuerkennen, daß es da ist, auch wenn man es nicht fotografieren kann, und nach Möglichkeit die Botschaft, das Zeichen zu verstehen.

Das Unsichtbare ist nicht nicht da, nur weil es nicht zu sehen ist, und auch ist es nicht nicht da, weil es nicht zu messen ist. Allein die Sicht und Meßgeräte sind nicht ausreichend. Und das ist auch gut, denn der Mensch braucht dafür keine Maschine, er hat die Sensoren alle in sich.

Visionen und weltumpolende Erkenntnisse aller Art hat es immer gegeben, lediglich die stets hinterherhinkenden modernen Wissenschaften benennen Visionen und spirituelle Vorausschauen als Halluzinationen oder Hirngespinste, beschauen sich dadurch aber nur selbst ihr eigenes selbstprojeziertes Wolkenkuckucksheim, während sie all das von Visionären und Sehern außerhalb der wissenschaftlichen Wahrnehmung Gesichtete als die Hirnwucherei abtun, der sie selbst mit höchsttrabender Ausformulierung ihrer begrenzten Erkenntnisfähigkeit unterliegen.

Im Gegensatz dazu erkennt wenigstens die Kirche einige Visionen an, das jedoch nur, sofern der Inhalt der jeweiligen Vision einigermaßen religiös anmutet, das heißt, sofern sie mit dem Schema übereinstimmt, das die Kirche wie ein dehnbares Netz über das unendliche Himmelszelt Gottes gestülpt hat, während sie überall dort Warnungen vor dem Fegefeuer, Schuldzuweisungen, Sünden und Gewissensfallen aufstellt, wo dieses Netz Löcher hat.

Neben ihren unzureichenden Lehr- und Glaubensinhalten unterstreichen also diese beiden Glaubenssysteme, moderne Wissenschaft und Religion, ihre Unfähigkeit zur Erkenntnis auch dadurch, indem sie das Wirken, die Arbeiten und die Bedeutung vieler großer Persönlichkeiten nicht anerkennen. Giordano Bruno ist da nur einer von vielen, während Hildegard von Bingen zwar von der katholischen Kirche als Heilige verehrt wird, doch offiziell ist ihr diese Ehre noch nicht zu Teil geworden. Übrigens auch von medizinisch-naturwissenschaftlicher Seite könnte man ihr mal ein weltliches Lob aussprechen.

Selbstverständlich sind auch all diese bekannten und unbekannten Weisen ebenso oft an die Grenzen ihrer Erkenntnisfähigkeit gestossen, wie eben jeder, der sich entweder den rationellen Wissenschaften oder dem visionären Prophetentum zugehörig fühlt, dennoch ist der Wahrheitsgehalt eines Großteils ihrer Lehren, Einsichten, Erkenntnisse und Visionen nicht mehr zu leugnen.

Vielleicht ist es aber auch eine Ehre, daß sie, aus kirchlicher Sicht, nicht heilig gesprochen wurden oder, aus wissenschaftlicher Sicht, noch nicht die offizielle Anerkennung erfahren haben. Wenn man allein sieht, für welchen Unsinn man heutzutage Nobelpreise bekommt, ist es vielleicht erstmal besser so. Denn schließlich werden sie von den Wortführern der jeweiligen Glaubenssysteme immer genau da nicht anerkannt, wo sie den Erkenntnisstand des jeweiligen Glaubenssystems und somit die Authorität der Wortführer in Frage stellen. Das ist die Weisheit der Voraussicht oder die Vorraussicht der Weisheit.

An solchen weit vorausschauenden Menschen kann man sich auf jeden Fall besser orientieren, als an irgendeinen Typen mit Orden, Zeugnis, Magister oder Diplom. Das sind nur Medaillen für eine Etappe, die sie bei der nächsten Etappe ja doch wieder abgeben müssen.

¹korrigiert 2017


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