Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

 Teil 1: Anrede

Wer zum sogenannten Surfen durch den Ozean des Internets den Browser von Firefox benutzt, der kennt vielleicht die unter ‚Extras‘ eingerichtete Funktion ‚Privater Modus‘.

Diese Einstellung dient dazu, daß Firefox „keinerlei Chronik für diese Sitzung anlegen“ wird. Das ist eine nette Sache, ermöglicht aber natürlich kein anonymes Windbrettfahren in öffentlichen Gewässern. Es ist mehr so für den eigenen Haushalt gedacht, damit man sich selber nicht mehr rückwirkend dabei erwischt, in welchen abgelegenen Ecken des Ozeans man mal wieder herumgetrieben ist.

Darauf weist Firefox auch hin, indem sie angeben, daß „die besuchten Seiten, Sucheinträge, die Download-Chronik, Formulardaten, Cookies und temporäre Internetdateien lediglich in der eigenen Chronik nicht mehr auftauchen,“ – zum anonymen Windbrettfahren in aller Öffentlichkeit gereicht diese Einstellung selbstverständlich nicht. Dennoch ist man mit Firefox natürlich besser beraten, als mit anderen Brausern – besonders den bereits im PC vorinstallierten – wenn man mit luftigem Hemde, statt mit wehenden Fahnen, durch die Weiten des Internets brausend unbekannte Gewässer explorieren möchte.

Ohne sich vielleicht selbst darüber bewußt zu sein, weist Firefox hinsichtlich des Privaten Modus zudem auf einen Umstand hin, der zumindest für die deutschen Benutzer von einiger Bedeutung ist. Desweiteren steht dort nämlich geschrieben:

„… Während auf diesem Computer keine Spuren Ihrer Browserchronik gespeichert werden, kann Ihr Internetprovider oder Ihr Arbeitgeber trotzdem nachverfolgen, welche Seiten Sie besuchen.“

Da ist etwas dran, denn vor allem für den deutschen Michel verbirgt sich hier ein ganz besonderer Hinweis: Der Arbeitgeber kann nachverfolgen, welche Seite Sie besuchen. Nicht nur Ihr Arbeitgeber, sondern unser aller Arbeitgeber, also Vater Staat, der es seit einiger Zeit ja darauf angelegt hat, unser Vorgesetzter in allen Belangen zu sein, sei es nun im Bereich unseres öffentlichen Wirkens oder beim Ausleben unserer privaten Angelegenheiten. Auf deutsch gesagt: Das mit einem Personal-Ausweis ausgestattete und zur Zwangsarbeit im Dienste der BundesRD abgeurteilte und für ein solch fragwürdiges, möglicherweise illegal geführtes, zumindest aber in Teilen von kriminellen Elementen durchsetzt anmutendes, System schuftende Volk, kann beim Gebrauch des Internets jederzeit von eben diesem Arbeitgeber Staat, der durchaus wie eine Firma zumindest doch aufgebaut ist, mitschnüffelnd begleitet werden, ob nun von den Geschäftsführern und Vorständen persönlich oder von den ihnen unterstellten Hilfskräften, seien es lediglich ahnungslose Dumpfbacken oder anderweitige Dienstverpflichtete, Staatsdiener, oder eben Beamte – die sich durch das Ignorieren der strafbaren Handlungen ihrer Vorgesetzten, also dem völkerrechtsbrechenden Staat, mitschuldig machen, da sie einen ganz besonderen Teil ihrer Dienstanweisung nicht befolgen – nämlich darauf zu achten, daß es überall, wo sie hinsehen, mit legalen Dingen zugeht, eben ganz besonders bei denen, denen sie dienen.

Nun habe ich aber weit ausgehohlt, da komm ich ja schon selber nicht mehr mit. Ob es wohl übertrieben ist, das mit der Firma? BRD (GmbH??)? Ob es wohl überhaupt so stimmt, was andere diesbezüglich herausgefunden haben? Ob vielleicht lediglich nur ein Teil der Wahrheit hierbei fehlt? Ob mir das eigentlich ziemlich wurscht ist?

Hauptsache die Herren Besatzungsmächte nehmen die ganze Bande endlich hopps, die meint, hier was zu melden zu haben. Schließlich erzählen die mir ja auch nicht die Wahrheit, wann immer es um politische Dinge geht. Auch dort wird übertrieben und untertrieben. Und umtrieben. Man wird also wenigstens mal sinnfreie Fragen stellen dürfen, vor allem wenn man in einem Land lebt, in dem ein Großteil der arbeitenden Menschen nur für irgendwelche sinnlosen Dinge eine sinnlose Arbeit tun und sinnlos ihre Zeit, ihr Geld und ihre Energie verschwenden. Da steht mir ja wohl das Recht zu, das auch zu tun.

Es ist auch mein Recht von Hölzchen auf Stöckchen zu kommen und ich bin froh, daß dieser Moment nun eingetroffen ist. Er kommt aber auch immer zur richtigen Zeit, dieser richtige Moment, wo man von Hölzchen auf Stöckchen kommt – dieses Phänomen muß der Leser jetzt einfach mal als ein solches anerkennen, während ich noch daran herumschnitze. Buchstaben sind schließlich auch mal vor langer Zeit in Hölzchen und Stöckchen geschnitzt worden, als man sie in einen Stab aus Buchenholz ritzte … oder war es das Holz von Birken aus der Birken-Au? Nein, ich meine mich zu erinnern, es müßte das Holz aus dem Buchenwald gewesen sein.

Jedenfalls, Arbeitslager paßt schon. Wär ja nicht das erste Mal. Nur sind wir diesmal selber hinterm Maschendrahtzaun. Allein was schon die Stasi anbetrifft – denn ich schreibe jetzt übergangslos von der Stasi, allein was diese betifft, muß man sich doch fragen, wo sie eigentlich seither abgeblieben ist, beziehungsweise sind. War ja immerhin ein riesen Apparat. Und wäre unser Land ein souveräner Rechtstaat, so hätten sie allesamt eingebuchtet werden müssen oder wenigstens ausgewiesen, so wie damals ein paar der Nazis, die man dann anderswo als Präsidenten, Diplomaten oder was weißichnochalles einsetzte. Stattdessen aber hat sich die Stasi in Luft aufgelöst. Nur die Akten gibt es noch, glaube ich. Klar, die braucht man ja auch noch. So bleiben manche Leute erpressbar. Aber der Apparat, also die ganzen Leute, die dafür arbeiteten? Wo sind sie? Alle weg, verschwunden oder nur irgendwo versteckt oder als irgendwas verkleidet? Also im Grunde da, wo sie von Anfang an schon waren? Gibt es eine Liste, wo sie alle namentlich aufgeführt wurden und wo drin steht, welcher Tätigkeit sie jetzt nachgehen?

Stasi hin oder her. Es ist schließlich nicht mehr zu leugnen, daß es unter den Menschen sowohl Menschen als auch andere seltsame menschenähnliche Wesen gibt, die sich ganz genau anschauen, wo sich der Bürger so hintreiben läßt, besonders eben der durchs Internet brausende, womit wir wieder beim Thema sind. Da sind doch ganz gewiss welche, die schauen sich das alles in Ruhe an – das kann man durchaus vermuten, schließlich wurden hierfür ja die Gesetze geändert. Sie wollen Teil haben, die entscheidenden Dinge mitbekommen, Entwicklungen beobachten und so weiter und haben also ein Auge auf uns, lassen uns zur Zeit sogar noch gewähren.

Aber vielleicht sehen sie es gar nicht gerne, daß der surfende Bürger hierbei zunehmend ein Gefühl von Freiheit entwickelt und möglicherweise noch Entdeckungsfahrten bis an den Rand seiner Erkenntnisfähigkeit unternimmt  – und plötzlich erkennt, welch eine vernebelte Gesellschaft er hierbei anfängt hinter sich zu lassen; und wieviele Angelhaken noch an ihm hangen, derer er sich nach und nach künftig entledigen möchte. Vor allem je weiter und tiefer er in die unendlichen Weiten der Gedankenwelt gelangt. Und da – plötzlich – fällt alles von ihm ab – es waren nur allesamt Luftspiegelungen, doch wenigstens erhellender als der undurchdringliche Vorhang daheim auf dem Festland. Er segelte am Rande anderer Nebelwelten,  zuletzt aber hinaus in lichtere Gefilde, wo ihm vielleicht nur noch der Dunst von harmlosen Unwahrheiten vorschwebte, den er bald als den Hauch seines eigenen Atems erkannte… und schließlich, irgendwann, klärte sich die Luft.

Es wurde alles klarer, er ließ sich treiben, in einem endlosen Meer der Stille, die Stille ein Balsam für den geplagten Geist – das Segel eingeholt, auf dem Surfbrett sitzend, die Beine im Wasser baumelnd – ein wenig mit den Händen plätschern – und dahinten, dort, wo die Sonne aufgeht, da ist das Land zu sehen, das neue Land, aus dem die Winde kommen. –

Und wenn wir wiederkehren, beschwingt durch den Wind, geläutert durch die vielen Erkenntnisse auf hoher See, dann sind wir bereit und fähig, den Nebel daheim nicht nur als einen Schleier zu erkennen, sondern auch zu durchschauen, dahinter zu blicken und diejenigen darin auszumachen, die ihn konstruierten, gar eine ganze Reihe von Schleiern hintereinander aufhängten.

Gerade hier in Deutschland ist das so, mit den Nebelschleiern. Einst waren sie noch natürliche Erscheinungen, doch da, wo keine Natur mehr ist, sondern Beton, da kann die Natur nicht ihre Nebel entwickeln. Nein, seither sind es falsche Schleier, und beginnt man einmal den ersten Nebel zu durchschauen, so taucht man schon in den nächsten ein und kaum ist dieser durchschaut, kommt schon wieder der nächste und keiner der Nebel war echt, sondern nur Blendwerk und Inszenierung, um die viel besungene Freiheit nur ja nicht aufblühen zu lassen.

Denn das Wort Freiheit wird nur noch in der Nationalhymne zu finden sein, wenn in diesem Land bald nicht mal einer die Nebelmaschine abstellt. Im Schleierdunst kann man nämlich ganz besonders gut heimlich an den Ketten schmieden, die sich um die Fersen des Volkes hängen werden sollen, noch bevor das Licht des neuen Bewußtseins den künstlichen Nebel durchbricht.

Gerade hier soll das so sein, denn gerade hier wird ein solches Licht erwartet, auch wenn es noch keiner glauben will. Was von düsteren, destruktiven, schrecklichen oder kurzum negativen Dingen eines Geistes ausgehen kann, das kann auch in ebensolcher Wucht in positiver Weise davon ausgehen, bzw. erschaffen werden.

Dieses Land ist für eine Besonderheit auserwählt, wie jedes Land, oder jedes Volk, für eine Besonderheit auserwählt ist – was eben daran zu erkennen ist, daß jedes Land, oder jedes Volk, um diese Besonderheit gebracht wird, oder darin behindert wird, sie zu entdecken oder auszuleben – so wie eben jedem Land, jeder Kultur, jeder Landesbevölkerung ein entsprechendes Gegengift verabreicht wird, damit sie sich ihrer wahren Identität gar nicht bewußt werden oder sie allmählich verlieren. So hat auch dieses Land, oder haben auch diese Landsleute, eine ganz spezielle Fähigkeit, die obendrein ganz besonders gut für die derzeit noch notwendige Geistesarbeit von großem Nutzen wäre und den Äther beleben könnte.

Es wäre von Nöten, längst von Nöten gewesen, hier mal wieder vorzugehen, als Dichter und Denker – und Musiker – und Mystiker, und Kräuterfrauen und Hexen und Heiler und Handwerker, die doch Künstler sind, Schöpfer der Ideen und Geschöpfe der Natur, Teil der allumfassenden Weisheit. Es ist an der Zeit – gar besser: die Philosophie ist erledigt, die Religionen an ihre Grenzen gestoßen, die Schulmedizin durchschaut, die Schulweisheit hinfällig, all dies zumindest in ihren jeweils völlig hirnwindigen an jeglichen Unsinn angepaßten Verdrehtheiten.

Die absolute Dummheit zieht sich vom Fundament bis hoch zum Dach durch dieses ganze Konstrukt einer angeblich fortgeschrittenen Gesellschaft, die nur noch Unfug denkt, glaubt, schreibt (hic!) und erfindet, dabei ist schon längst alles gedacht, geschrieben und erfunden worden – es gibt nichts Neues, Alter; nun mußt du es besingen und huldigen, in dir haben und aus dir heraus lassen, ganz einfach sein, was ist, also sein lassen was ist, demnach kannst du auch das Schreiben vielleicht ganz einfach sein lassen.

Doch all dies hängt leider auch davon ab, wer das Heft in der Hand hat oder von wem sich das Volk mal wieder das Heft aus der Hand nehmen läßt. Dunkle Lügengestalten hängen hier noch rum und flüstern ihren Marionetten Instruktionen ins Ohr, auch davon gibt es besonders in Deutschland leider einige. Doch die paar Dummbeutel, die das Land verraten und verkauft haben, werden erst dann weichen, wenn das Volk endlich aufwacht, und auch die Medien, manche von ihnen sind gar volksverhetzende Lästermäuler, diese Medien, die bloß die Botschaften der Lügengestalten vermitteln, diese Medien werden ebenfalls (auf)weichen, oder, wenn sie schlicht abgesetzt worden sind, bzw. die Vorstände davon, dann haben die dunklen Gestalten keine Marionetten mehr und verschwinden ebenfalls.

Doch sie weichen nur, wenn das Volk ihnen nichts mehr nachplappert und nicht jedem instrumentalisierten Führer die Parolen nachschreit. Heutzutage schreit man die Parolen nicht einmal mehr nach, sondern beginnt sie schon vor dem Frühstück aktiv anzuwenden, während der Arbeitszeit auszuführen und in der sogenannten Freizeit kontrolliert zu summen, zur Weihnachtszeit mit Lametta zu behängen oder in Karnevalszeiten mit Konfetti zu bestreuen, ihr Narren oder besser gesagt ihr Pappnasen, denn Narren sind eigentlich weise.

Ausgelassen Feiern, das sollt ihr euch natürlich nicht nehmen lassen, ihr Pappköpfe, denn auch das ist den Kontrollsüchtigen ein Dorn im Auge, doch so, einmal im Jahr, mit der Zustimmung der Obrigkeit, so ist es nur die Beteiligung an Brot und Spiele – denn die Programmierung ist damit längst nicht deaktiviert.

Und dann ist die Karnevalszeit vorüber und ihr seht den Typen, der euch immer noch mit der Fratze eines Monsters zuprostet, und ihr wollt ihm sagen, die Feierlichkeiten seien vorüber und ihm die Maske abnehmen, aber es geht nicht, sie läßt sich nicht abnehmen, es ist keine Maske – es ist ein Monster und es prostet euch zu und sagt:

„Ja, genau, die Feierlichkeiten sind vorbei. Und jetzt gehst du wieder für mich arbeiten. Gib mir deine Steuern, gib mir die Hälfte deines Lohns (Zusatzbemerkung 2014: Vielmehr sogar!), gib mir die andere Hälfte, in dem du meine Produkte kaufst, gib mir deine Zeit, in dem du dafür arbeitest, diesen Lohn zu bekommen, gib mir deine Energie, die du in dieser Zeit dafür aufwendest. Gib mir auch dein Vertrauen, denn siehe, ich gebe dir nun die Nahrungsmittel und die Medizin, all die Produkte, von denen ich ganz genau weiß, welche du wirklich brauchst, und gib mir auch dein Verantwortungsgefühl – denn ich gebe dir Sicherheiten und übernehme die Verantwortung für deine Kinder, ja – gib mir deine Kinder, ich erziehe sie für dich, ich schule sie, ich schule sie ein, ich binde sie schulisch ein – und wenn sie dann krank werden, so kümmere ich mich natürlich auch um sie, gebe ihnen die Medizin, die du nicht bezahlen kannst. Alles was dir sonst fehlt, das erhälst du über deine Überzeugungen, deine Meinungen, deine Werte, deinen Glauben, in summa die Bildung, die ich dir gab. Den Rest kronstruierst du dir selbst, definiere es von mir aus als Wahrheit, ich lege dir dann regelmäßig eine Auswahl an Updates vor, aus denen du frei wählen darfst …“

Teil 2: Abrede

Nicht alles, was hier steht, muß wahr sein und was woanders steht, muß auch nicht wahr sein.

Doch was du für wahr hälst, dafür mußt du fürwahr bürgen, für dich und für deine Mitbürger. Und so, Mitbürger ändere jetzt, wofür du bürgen willst.

Vor allem, sag was du willst, schreib was du willst, mach was du willst. Laß nicht sagen, laß nicht schreiben, laß nicht machen. Tu es selbst. Wer über dir steht und dich hierbei niedriger macht, wer Macht über dich ausübt, wer dir was befiehlt, der ist nicht wichtig, vergiß ihn, wenn er sagt: Liebe Mitbürger.

Wer ist denn wer? Der Bürge ist „jemand, der bei einem Verleihgeschäft für das Verliehene bürgt.“ Sagt man. Dabei ist das nur neumodischer Unsinn. Bürger waren einst diejenigen, die in einer Burg wohnten, also in der Stadt, die damals hinter Mauern befestigt war. Aber gut, meinetwegen ist ein Bürger auch noch jemand, „der bei einem Verleihgeschäft für das Verliehene bürgt.“ Nur wem wird eigentlich was verliehen? Was wird dir von wem verliehen? Ein Amt? Und Geld? Denn alles Geld ist nur geliehen. Und was verleihst du dem anderen? Macht? Die Macht, daß dieser dir Amt und Geld verleihen kann? Worüber beklagst du dich dann?

Verleihe nicht, was du nicht abgeben willst, Macht – und nimm nicht an, was du dir nicht leihen willst – Geld. Geld für das du Zinsen bezahlen mußt. Und du zahlst sogar Steuern für deinen Lohn!

Geld ist nur geliehen, Macht und Anerkennung wird nur verliehen, der Preis ist Mitschuld an der Schuld, wenn einmal herauskommt, welchem System diese Kräfte als Zahnräder dienten.

Vergiß es. Schmeiß das alles weg. Wenigstens die Bedeutung, die du allem beimißt. Die wichtigen Dinge kommen erst noch und eigentlich waren sie schon immer da. Du hast sie nur nicht mehr gesehen. Lobe die Natur, das Leben darin, meinetwegen den Geist, die Seele, und auch deinetwegen. Und gib deine Kinder nicht ab. Was ist das denn? Du übernimmst Verantwortung für deine Kinder indem du die Verantwortung zu einem großen Teil abgibst, sobald sie über drei Jahre alt sind. An das Schulsystem, an das Gesundheitssystem, an das Chip- und Steuersystem. Wo übernimmst du denn da Verantwortung? Und was ist das für eine Bildung? Was wird da gebildet?

Sieh genau hin. Je mehr du die Bildung und Versorgung der Kinder anderen überantwortest, desto mehr, und nicht desto weniger, Verantwortung trägst du. Sieh dir auch den Lehrstoff genau an. Sieh dir die Lehrer genau an. Sieh dir die Medizin genau an, den Arzt, die Lebensmittel, all das. Kontrollier nicht das Kind, es geht seinen Weg, nicht deinen; kontrollier lieber, was sie mit den Kindern machen, schau da ganz genau hin und misch so gut es geht mit, das ist das Mindestmaß an Veranwortung.

Hast du keine Kinder, so hast du es leichter, meint man. Stimmt aber nicht. Allenfalls hast du es leichter, auf den ganzen Müll von vornherein zu verzichten, leichter, ihn von heute auf morgen wegzuschmeißen. Deine materiellen Werte sind Müll, der Geist darin vielleicht nicht, doch den wirst du ebenfalls nicht verkaufen können. Dein Amt ist Müll, denn es sagt nichts aus; der Baum schweigt, wenn du ihm dein Zeugnis, dein Magister, dein Diplom zeigst. Und wenn du Einladungen zu deiner Diplomfeier, Hochzeitsfeier, Geburtstagsfeier stolz an seinen Stamm nagelst, dann schmeißt er dir hoffentlich einen Ast auf den Kopf!

Es tut ihm vielleicht gar nicht weh, so ein lächerlicher Nagel, aber der Baum weiß immer genau woher der Wind weht. Er hätte auch im Gegensatz zu den meisten Menschen wirklichen Grund, stolz zu sein. Ein Baum ist einfach stolz, er ist aber bestimmt nicht stolz auf sich, denn er hat kein Selbst, zumindest nicht so ein idiotisches Selbst, wie dieser gebildete intellektuelle Holzkopf.

Wen interessiert das also alles? Es ist alles Müll. Dein Verlaß auf Aussicht auf Rente ist Müll, deine Versicherung ist Müll, ja sogar deine so genannte Lebensversicherung ist Müll, deine Konten haben keinen Wert. Vom Ego-Gewinke mit deinem facebook-Konto ganz zu schweigen, und alles über zwei bis drei Freunde ist sowieso gelogen.

Mensch, durchschaust du das alles nicht? Ja, füll nur schön wahrheitsgemäß die Formulare aus. Damit du dir auch ganz sicher bist, was du alles erreicht hast. Ich habe diese Hobbies. Ich habe all diese Bücher gelesen. Ich bin mit dem und dem verheiratet. Ich habe so und so viele Kinder, hier hast du ein Foto davon. Ich habe diesen Schulabschluß. Ich habe diesen Beruf. Ich bin Mitglied in ungefähr 35 Gruppen. Und nebenbei habe ich natürlich auch noch die Zeit für meine 324 Freunde. Sie stehen zu mir. Sie stehen mir zu. Sie stehen mir zu Gesicht. Besonders gut zu Gesicht..

Und die Verträge. Ja die Verträge. Nicht nur die Versicherungsverträge und Arbeitsverträge. Nein, auch die anderen. Will sagen, Verträge können keine heiligen Inhalte behandeln, die obendrein von Gott beglaubigt werden. Sie haben miteinander nichts zu tun. In der Zeit zumindest, während ihr euch vorm Altar was vorgaukelt oder sonst irgendein offizieller Pompatz vonstatten geht, wartet er draußen und raucht sich eine.

Ach ja die Religion. Ach, wohin nur mit uns? Gut, wenn einer so richtig in die Orgeltasten haut, und der Chor den gregorianischen Kalender rauf und runtersingt, da kann man mitunter durchaus das Gefühl entwickeln, man sei von Engelsscharen umringt, das muß ich zugeben. Aber sonst, die Verträge und so, wozu. Gibt es da was abzusichern? Traut man sich, oder etwa nicht? Mit Liebe unterzeichnet? Hoch leben die Liebenden. Sie versprechen sich dies und das? Hoch lebe dies und das.

Doch wen interessiert dies und das? Du hast dafür Verträge unterschrieben und dir was angehängt. Was Schönes. Gut. Wenn du aber irgendwann einmal ein Problem damit hast, und dich davon trennen willst, es dir aber schwer fällt und du leidest darunter und reden willst du darüber – dann komm bloß nicht zu mir.

Woran du dich mit viel feierlicher Überzeugung hängst, davon kannst du dich auch mit viel feierlicher Überzeugung wieder trennen. Erst feiern weils Wunderbar ist, dann heulen weils nicht mehr paßt, das ist kindisch.

Und jetzt hat dein Haus so und soviele Räume, dein Tisch war ziemlich teuer, du hast ein neues Kaffee-Service, du hast eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklimmt, nebenbei kann dein ipättphone neuerdings die Nationalhymne der Hutus nachpfeiffen, dein Klo leuchtet im Dunkeln und du willst mir das alles mal unbedingt zeigen – doch wen interessiert das alles im Großen und Ganzen? Mich nicht. Ich sehe das alles nicht mehr. Es ist nicht mehr Teil meiner Wirklichkeit oder einer Wirklichkeit, der ich noch irgendeine Bedeutung beimesse.

Warum schreibe ich also überhaupt noch über sowas?


Werbeanzeigen