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Am 12. Spieltag spielten der HSV und Bayern mittlerweile das zwölfte Spiel in Folge. Sie trennten sich 1:1 unentschlossen. Der Vorwandvorsitzende Karl Heinz von Rummenigge erklärte zornig: „Wieviele Spieltage sollen es bis zum 34. Spieltag denn noch werden, ich vermute mal kackfrech 22? Das wird kaum zu schaffen sein.“

Auch der pfeilschnelle Außenbordverteidiger Lahm zeigte sich besorgt: „Wenn das so weiter geht, können wir uns die Beteiligung am irrationalen Wettbewerb wohl jetzt schon abschminken.“ Dem über alles herrschenden Teamgeist Uli Hoeneß gefallen solche öffentlichen Stellungnahmen seiner Spieler bekanntlich überhaupt nicht. „Interviews mit den Medien werden wir künftig nur noch intern führen“, erklärte er in der Pressekonferenz.

Tatsächlich sahen die Fans ein langweiliges Spiel. Nur Flitzkanone Ariel Robben zeigte über weite Strecken viel Laufbereitschaft. Und so rannte er denn recht vergnügt beständig die Außenlinien auf und ab. Den Ball bekam er zwar kaum zu Gesicht, dennoch zeigte er sich zuversichtlich. „Wenn die Manschaft erstmal so gut spielt wie ich, dann spiele ich auch wieder besser.“

Während dieses Spiel also eher mau ausfiel, bekamen die Fans des VWL Wolfsburg Tore am Fließband geliefert. Sie bezwangen Stuttgart mit 5 zu 1. Neunzig Minuten lang dominierten sie das Spiel und den Stuttgartern gelang erst kurz vor Abpfiff der verdiente Anschlußtreffer. Torschütze war der Stürmer Cacau, der seine überragende Leistung mit diesem Sahnehäubchen krönte. Auf längere Zeit wird sich das 5:1 Debakel dennoch nicht vor den Fans verbergen lassen. Doch während man um die sportliche Zukunft des VFB Stuttgart bangen muß, steht der Verein wirtschaftlich weiterhin auf trockenen Tüchern. So beruhigte ein Sprecher von Schwäbisch Hall die Öffentlichkeit: „Was auch passiert, wir bleiben Sponsor dieses Vereins. Schwäbisch Hall würde dem VFB Stuttgart niemals Steine in den Weg legen.“

 Von Stanislaus Zurtelbeck

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