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Im gestrigen Disqualifikationsspiel um den Landespokal der Absteiger besiegte der 1. FC Karl Marx Stadt den Chemnitzer FC verdient mit 1:0. Die Spieler von Chemnitz freuen sich nun auf das Endspiel im Guiseppe Metaxxa Stadium in Südtirol. Dort werden sie bereits von dem Sieger aus der morgigen Partie Irreal Madrid gegen Samtorriecher Genua erwartet. Als Favorit gilt Irreal Madrid, falls Genua nicht noch mit Rom fusionieren sollte. Ungewiss ist ob beide Mannschaften ihre gefährlichsten Spieler zu Felde schicken werden; der Einsatz vom gebürtigen deutsch-baskischen Torjäger ETA Hoffmann ist genauso fraglich wie der Einsatz des Doppelagenten Aha Ahamed Nmumpfn, den Genua seinerzeit für eine Ablösesumme von 1 Million Dollar von PLO Jericho 04 freigekauft hatte. In dieser Besatzung wird die Mannschaft kaum zu schlagen sein, allerdings ist davon auszugehen, dass die Italiener die meisten Pässe fälschen werden.

Danach sollte der Austragungsort des Endspiels ermittelt werden. Die Atmosphäre war spannungsgeladen als alle Zuschauer sich von den Stühlen erhoben und schweigend gen Himmel beteten, das richtige Land möge auserwählt werden. Die Ziehung fand hinter den Kulissen der Ehrentribüne statt und die Zuschauer glaubten ihren Sinnen nicht zu trauen, als bekannt gegeben wurde, wer das Glückslos ziehen sollte. Es war Jürgen „Schlange“ Wegman der da so fleissig in der Trommel rührte! Die Zuschauer hielten den Atem an und Jürgen pullerte noch ein wenig mit den Kügelchen hin und her. Dann fischte er eine Kugel heraus und schlug sie wie ein Ei an der Pfanne auf, die er eigens dafür mit gebracht hatte. Daraus hervor zog er eine zusammengerollte Wandtapette, legte sie auf den Boden, kickte sie einmal an und die Tapete entrollte sich feierlich über das ganze Spielfeld.

Dann las er die Botschaft vor, die von 30 persischen Häkeldamen im Vorfeld in den Teppich eingearbeitet worden war. „Die heilige Stadt ist – Rom“, flüsterte er schließlich ins Mikrophon, die Zuschauer rissen jubelnd die Arme hoch und feierten diese Verkündung frohlockend und sinnesbreit. Nach vielen Stunden ausgelassener Freudentänze setzten sich alle wieder auf ihre Plätze, bis auf einen älteren Herrn, dem einer den Stuhl geklaut hatte. Der Stadionsprecher rief nach dem Hausmeister, dass er gefälligst einen Stuhl aus dem Keller holen gehen soll.

Aber Jürgen Wegmann hatte eine bessere Idee; er haute dem Stadionsprecher einfach eine rein und legte seine Lieblingsplatte auf, ließ sie zehn Sekunden spielen, hob den Plattenarm wieder hoch, damit die Musik für zwanzig Sekunden verstummte. Kaum hatte er die Nadel wieder abgesetzt, ging der Tumult erst recht los. Die Zuschauer verstanden sofort um was es ging, spielten die Reise nach Jerusalem und am Ende war nur noch ein Stuhl über.

Da war der ältere Herr dann froh, die Sündflutlichter wurden eingeschaltet und eine mitreissende La Ola riss Tausende begeisterte Fans aus dem Stadion direkt in die anliegenden Dorfkneipen Babyloniens.

Von Stanislaus Zurtelbeck

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