Schlagwörter

, , , , , , , ,

Eigene Schutzimpfung wurde verfasst am 11. Juni 2009.

Na gut. So wie die Dinge aussehen und mein Computer sich verhält, scheint sich hier ein Virus eingeschlichen zu haben. Nicht die Schweinegrippe aber irgendsoein anderer vorgeheuchelter Virus, der sogar lesen kann. Dagegen hilft auch keine Schlumpf-Impfung, keine Strumpfschlüpfung und auch keine Schnüfflerbeschimpfung. Wenn die Viren einen einmal im Auge haben, wird man sie nicht so schnell wieder los. Und sie sind ja schon losgelassen und jetzt schlüpfen sie durchs Netz und schnüffeln verschnupft nach Bakterien wie uns oder nach anderen freien Radikalen.

Und weil er keine Lust auf solche Spielereien hat, hat mein gnädiger radikaler Freiherr Wohlhochgeboren Urbald von Oberhand sich davongeschlichen und ich muß hier mal wieder als sein Hof-Scribent fungieren.

Zwar ist er ausnahmsweise mal nicht auf Kavalierstour, doch kümmert er sich weiterhin kaum um dieses für manche Augen höchst befremdliche Projekt Ultimative Freiheit Online. Stattdessen möchte er sich die nächsten Tage verstärkt seinem Kräutergärtchen zuwenden, wie er sagt. Die Erkenntnisse aus der Kräuterlehre seien doch das A und O einer unabhängigen Lebensweise und da hat er nicht ganz Unrecht. Jedoch, fügte er an, stünden das A und das O auch für die Augen und Ohren, auf denen die meisten Leute noch TOmAten tragen, und da macht es keinen Unterschied, wo die Tomaten herkommen. (Nachtrag: Ein Anagram für die Tomaten ist übrigens die Atemnot. Lustig!)

Jedenfalls, solange es aber noch nicht verboten ist, sich mit Kräutern zu heilen und im Voraus gegen alles zu schützen, was so in der Luft liegt, oder aus den Laboren entweicht, möchte er ein Fleckchen Erde seines Schloßparks in eine kleine Kräuter- und Obstplantage umbauen lassen. Zwar ist auch er noch kein Experte auf dem Gebiet natürlicher Heilkunst, aber er sagt, deswegen will er sich damit ja auch befassen. Hat man einmal den Bogen raus, welcher Samen wo hin muß und welche Informationen er trägt und welche Wirkungen er hat, dann könnte man sich damit sogar eigene Mittel für die Schutzimpfungen herstellen.

Nur dumm, daß wir noch kein Kräuterelixier gefunden haben, das gegen Computerviren hilft. Die fängt man sich ja bekanntlich schnell. Vor allem dann, wenn man seinem PC das teuerste aller Antivirenprogramme eingeflößt hat. Manchmal könnte man auch fast glauben, der Virus wäre bereits dem Antivirusprogramm beigefügt worden, und wenn man sich nicht beim Hersteller bis zum Eintritt der Inkubationszeit mit allen für den Hersteller verfügbaren Daten registriert hat, schaltet er sich frei – und dann fängt er an zu streuen. Oder wie das heißt.

Jedenfalls ist meinem PC kürzlich die Pumpe gegangen, und dann hat er sein letztes Lied geflötet und keinen Ton mehr gesagt, sondern mich nur noch mit blöden Augen angekuckt. Das macht aber nichts, ich hatte zum Glück vorab eine Sicherheitskopie erstellt und den Stick in den Medizinkasten im Badezimmer eingeschlossen. Und selbst wenn mir der Stick mal aus der Hand flutscht und im Waschbecken zerklirren sollte, ich habe auch sonst vorgesorgt. Sämtliches Schriftum von mir ist bereits in verschiedenen Büchern gut untergebracht und somit für die gerechte Nachwelt gesichert.

Das würde ich übrigens allen Internet-Autoren empfehlen und das auch öffentlich bekannt geben. Alle blogs und pages sollten zusätzlich auf Papier gedruckt sein, damit der für manche so störende Wahrheitsgehalt selbst dann nicht verloren geht, wenn einer mal den Stecker aus dem World Weit Web zieht.

Dann müssen unsere Helden der Macht eben auch noch die Bücher verbieten oder verbrennen. Das wird aber schwierig werden, denn die Quantität der Bücher ist nicht vergleichbar mit der zu Zeiten der Bücherverbrennungen. (Über die Qualität läßt sich derweil streiten, die ist schon lange vorher verloren gegangen.) Jedenfalls kann man heutzutage seine Texte recht günstig im Selbstdruckverfahren herstellen lassen. Auch wenn damit auf das aktuelle Geschehen wenig direkter Einfluß genommen wird, so wird doch Buch gehalten über all die Lügen und Lügner und deren Vasallen. All ihre Untaten und krankhaften Überlegungen, Verbrechen und Vergehen sind auf diese Weise für die Nachwelt zum Nachlesen gesichert. Viele der jetzt Herrschenden, samt ihrer Handlanger, werden dann namentlich nur noch als historische Lachnummern erinnert werden.

Historisch gesehen haben sie längst abgedankt. Da hilft auch kein scheinheiliges Weltenrettergehabe und auch kein Abrüsten abgelaufener Atomwaffen mehr, was ja nur eine Inventur ist, und auch die Schweinegrippe wird nicht helfen, denn Schweine lesen sowieso nicht.

Natürlich ist das nur ein Probelauf, der „Impfstoff“ ist ja sowieso noch nicht (millionenfach) hergestellt. Aber das Tamiflu oder ähnliches Zeug kann man schon mal verkaufen – bevor es abgelaufen ist. Marktwirtschaftlich klug ist es, wenn man seine Ware da verkauft, wo der Absatzmarkt am größten ist und gleichzeitig keine Lieferschwierigkeiten aufkommen. Also in bevölkerungsreichen Gegenden, wo die Infrastruktur noch fluppt, damit man schnell, gut und sicher alles auf einmal an den Mann bringen kann, vor allem auch an die Frau, besonders die schwangere. Für Langzeitstudien und zukunftsweisende Versuche ist Afrika ganz gut geeignet, doch für die gegenwärtigen Hauruck-Aktionen wie Swineflu bietet sich eher NRW oder der dichtbesiedelte Teil Europas an. Vor allem der Dichter-besiedelte. Ist ja klar, ich würde auch lieber 80 Millionen Bücher in Deutschland verkaufen wollen als nur 4 Millionen Bücher in Irland zum Beispiel.

So, nun gehe ich mal schauen, wie Wohlhochgeboren mit seinem Kräutergarten vorankommt – und dann, mal sehen, vielleicht werde ich was lesen oder aus dem Fenster in einen singenden Busch starren oder irgendwas.

Wenigstens habe ich bessere Dinge zu tun, als mich mit den Angelegenheiten zu beschäftigen, auf die ich nicht von selbst gekommen bin. Sollen sie mir doch mein Telefon, meinen Fernseher, mein Auto, meinen Job, mein Internet, mein Handy, meine Partei, meine Krankenkasse, meine Börse, meine Versicherung, meine Ausbildung, meine Einbildung, meine Schulbildung, und all die anderen Zwänge, sollen sie das alles doch für sich behalten, ich brauche es nicht, es hat mir sowieso nie gehört und ehrlich gesagt habe ich 98 Prozent all dieser Dinge schon längst weggegeben.

Ich lese auch keine Nachrichten mehr und der Fernseher ist längst aus dem Fenster geflogen. Sollen sie doch ihr Nachrichtenmagazin beständig nachladen, am Ende schießen sie sich damit nur ins eigene Knie.