Geschrieben und zusammengeleimt in 2001/erweitert 2005/ korrigiert immer mal wieder bis 2011 bei Jermain Foutre le Camp

Alle Rechte vorenthalten
und daher dem Volke gewidmet


Kritik und Vernunft

Wer dieses Buch ausdruckt oder vom Bildschirm abkopiert, abfotografiert, abschreibt, ausstanzt oder sonstwie entnimmt, sollte immer den Namen des jeweiligen Haudegens angeben, der die ganze Sache geschrieben hat, besonders wenn er es irgendwo andershin transportiert, wo man droht, kommerziell ausgebeutet zu werden, während Jermain Foutre le Camp bitterlich am Hungertuch nagen muß.
Kritik an diesem Buch ist erlaubt, doch versteht sich von selbst, daß Terrordrohungen, Anschläge und andere Übergriffe gegen Jermain Foutre le Camp und seinen Kanarienvogel nicht geduldet werden, schon gar nicht ohne ein höfliches Bekennerschreiben im Voraus. Falls es sonst etwas zu posaunen gibt, darf der Leser gerne haltlose Beschwerdebriefe schreiben, doch besser ist, er veröffentlicht dieser Art Briefe einfach selbst als Buch, dann verdient er unter Umständen besser daran.

 

Vorwort

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Kein Zweifel,
ein anderer kann für mich denken,
es ist aber deswegen noch nicht wünschenswert,
daß er es tut
und mein selbständiges Denken ausgeschlossen wird.

Walden, H.D. Thoreau 1854

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Speisefolge
(Kurzübersicht)

Hier → die ganze Speisekarte ansehen

Entrée en matière (Einführung ins Martyrium) /
Canapé (Affenhirn) /
Hors d’’œuvre Amüse Bouchet a la surprise und dazu ein Lachscocktail mit Kräuterparfait /
Menue Entrée: Artischockenterrine mit getrockneten Tomaten, Gambas & Basilikum, Murgtal-Saibling mit Meerettichmousse im Lauchmantel, Gänselebercreme mit Portweingelee & Sesamblätter, Saftige Kalbsscheiben mit Trüffelremoulade im Ganzen aufgesetzt, Weißer Heilbutt auf Morchelrissotto & Weißburgundersoße, Shrimpscocktail mit leichter Cognaccreme & Chicoree, Diverse Gourmetsalate & Soßen mit reichhaltiger Brotauswahl /
Erster Gang zum Hauptgericht: Weiße Blumenkohlsamtsuppe mit Frühlingslauch Thaicurry & gebratener Gamba, Zweierlei vom Landhuhn „Label Rouge“, Gefüllte Brust mit Pinienkernen,
In Rotwein geschmorte Keule auf kleinem Gemüse & Kartoffelrissotto, Schokoladentörtchen im Baumkuchenmantel, Grand Marniereis, Rahmcaramelnüsse & Erdbeeren, Tatar vom Orkneylachs auf Gurken-Kaviarschmand & Räucherlachspraline mit Kräuterparfait auf Gartenkresse, Saftige Kalbshüfte auf grünem & weißem Spargel, jungen Karotten, Morcheln, Pfifferlingen & Kartoffelstrudel, Himbeer- Rhabarberkompott mit Erdbeer-Quarkknödel & weißem Schokoladeneis & Ingweraromaten /
Zweiter Gang zum Hauptgericht: Weißer Heilbutt auf Steinpilzrisotto, Pinienkernschmelze & Kerbelsoße, Scheiben von der Entenbrust auf karamellisiertem Apfel-Selleriepüree, Romanesco & Kräutergnoccis, Passionsfruchttörtchen mit Joghurt-Basilikumsorbet & Schokoladenterrine, Gebratene Dorade Royal auf mediterranem Gemüsesalat, Oliven Ruccula & Parmesanhippe, Klare Tomatenessenz mit jungem Lauch, Grießnockerl & Pesto, Kalbsrücken im Kräutermantel auf Morchelrisotto, Kartoffelnudeln, Sommergemüse &Thymianjus, Carpaccio & Tartar vom Neuseeland Thunfisch mit Blumenkohlparfait, Sommersalate, Oliven-Vinaigrette & Parmesan, Gefülltes Wachtelkotelette auf Kartoffeltrüffelpüree & Maderiasoße, Ragout & Rückenfilet vom Französischen Lamm mit Rahmpolenta, Basilikumcreme, Artischockenspalten, Kartoffelgratin & Rosmarinjus, Waldbeeren und Minze, Geeistes Vanillesouffle mit Whiskycreme-Brulee /
Dritter Gang zum Hauptgericht: Knusprig gebratener Zander auf Zuckerschoten im Hummer-Zitronengraßsud, Gebratenes Kaninchen-filet im Parmaschinkenmantel auf geschmolzenen Tomaten, Zuckerschoten, Kräutersalat & Parmesan-hippe, Rinderfilet im Ganzen gebraten auf leichtem Kartoffel-Knoblauchpüree, abgeschmälztem Blumenkohl, junge Karotten & Portweinjus, Gänseleber mit karamellisiertem Cassisfeigen-kompott & Pinienkernbrioche, Seeteufel-Medallion in Limonen-Pfeffer gebraten auf südlichem Paprika-Fenchelgemüse & Estragonsoße, Rehrücken im Steinpilzcrêpe auf Spitzkohl, Aprikosenragout & warmer Schokoladen-Rotweinsoße, Thaiti-Vanille-Quarksoufflee mitErdbeereis, Mandelhippe & marinierte Himbeeren, Kalbsfilet & Bries auf grünem und weißem Bohnenragout, Kartoffelpfifferlingsstrudel & leichter Olivenjus /
Vierter Gang zum Hauptgericht „Menü leichte Kost“: Rahmpolenta mit Basilikumcreme, Pinienkerne, Ofentomaten & Auberginenchips, Geeistes Rotes Paprikasüppchen mit Thaicurry Cous-Cous, Rosinen & Mandeln, Spargel-Rahmsülze mit Kräutersalaten im Knusperkörbchen & Gemüsevinagrette, Graupenrisotto Parmesan & alten Balsam,
Gebackenes Törtchen von Roter Beete & Sellerie auf Brunnenkresseschaum & Honig-Chicoree /
Fünfter & letzter Gang zum Hauptgericht: Gebratene Wachtelbrustpraline auf Spargel mit Trüffelvinaigrette, Gänse-Leberparfait mit lauwarmen Feigen-Pfefferkompott & Brioche, Glasiertes Milchkalbsbries auf Rotweinzwiebel-marmelade & Pinienkernschmelze, Jakobsmuscheln im Curry-Champagner-Fond & Gewürzkräcker, Heilbutt auf Kartoffel-Knoblauchpüree mit Artischocken, Lammfilet mit Zucchiniröllchen & Basilikumcreme, Geschmortes Ochsenbäckle auf feinen Nudeln & Spätburgundersoße, Gebratene Jakobsmuscheln & Gambas mit Sommertrüffel-cremefraiche-Hummersüppchen & glasierte Seezungenroulade, Sorbet vom grünem Apfel und Rosa-Pfeffer-Krustini, Getrüffeltes Schweinebäckle mit Weinbergschneckenragout, Murgtal-Forelle mit Apfel-Meerettichschaum, Geschmorte Milchlamm-schulter mit Bärlauchcreme & Rahmkartoffelragout, Petersilienwurzelsüppchen mit Flusskrebsen /
Dessertbuffet tres formidable: Geeiste Schokoladentrüffel mit Mango-Chilieis, Himbeerschnitte mit Quarkmousse und Pistazien, Weißes & braunes Schokoladenmousse mit Passionsfruchtcoulis, Kokosnusstörtchen mit Mandarinengelee, Geeister Quittenschaum mit Cassiseis & Honighippe,Gebratene Griesschnitte mit Zimtzucker, Weinbergpfirsich & Karamelleis, Salat von frischen Früchten im Orangensud mit Zimt und Vanille, Geeistes Vanillesouffle & Whiskycremebrülee, Charentaismelonencocktail im Glas serviert mit Joghurteis


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WIR SIND DAS PHI

Entrée en matière
(Einführung ins Martyrium)

Das folgende Gourmetmenü Wir sind das Phi wurde erstmalig in den Jahren 2000 bis 2005 kredenzt und zusammengeköchelt, doch dann, in der Befürchtung, es werde der feinköstigen Allgemeinheit nicht derart munden, wie man es von den Medienkonsumenten vergeblich erwartet hatte, gleich nach der ersten Kostprobe schleunigst wieder tiefgefroren.
Nun aber, in Zeiten, in denen der Medienkonsument sich seine bittersüßen Nachrichten neuerdings selbst auszuwählen wünscht, ist vom obersten Hauptgericht nachträglich verfügt worden, dem hungrigen Volke das längst zubereitete Gericht noch einmal brühwarm aufzuwärmen und nach allen Regeln der Kochkunst erneut aufzutischen.
Unter Berücksichtigung dieser Umstände wurde das einstige Gemisch mit einem extralangen Kochlöffel neuerlich umgerührt und manch neuer Zusatzstoff mitsampt eines geschmacksverstärkenden Würzstängelchens vom Chef de Cuisine höchstpersönlich nachträglich beigefügt. Diese hie und da angereicherten Ergänzungen werden gemäß der Kennzeichnungspflicht aus dem längst beschriebenen Sud mit dem deutlichen Vermerk → Zusatzstoff in grüner Farbe emporgehoben.

Das Menü Wir sind das Phi wird gemäß der klassischen Speisefolge verabreicht:

Beginnen werden wir mit unserem appetitanregenden Canapé, das mit dem Titel Affenhirn unlängst von unmündigen Vorkostern als eines der köstlichsten Canapés bezeichnet wurde, das man sich jemals vor dem menschlichen Auge hat zergehen lassen.
Als Amuse Bouchet a la surprise folgt darauf unser international gerühmtes Blubberndes Gemisch garniert mit Halbwahrheiten aus dem deutschen Einheitsbrei, woraufhin sogleich mit ganz viel Löffelgeklimper ins Menü Entrée geschritten wird. Dort angekommen werden dem Gast ein paar kleine Kostproben a petit zur Einführung eingeführt, die unter anderem wiefolgt betitelt sind: Würde könnte/ Inszenierung/ Dr(ei)ecksverhältnisse, etc.

Von dort aus geht es nach und nach über in insgesamt fünf Hauptgerichte, wo ein jeder vergnügt an seiner selbst hergestellten Vollmündigkeit zu kauen haben darf, ohne sich daran zu verschlucken – es sei denn er nähme den Mund zu voll.

Die Hauptgerichte bestehen unter anderem aus folgenden ungenießbaren Kreationen: Geht gleich etwas schief nimm ACC aktiv/ Wir sind das Vieh/ Bis auf die Haut/ Stand by me – wir sind die Resteverwerter!/ Auf der Suche nach dem heiligen Shampoo/ Wir sind die Unschuldslämmer und so eiter

Nach Beendigung der Hauptgerichte folgt dann unter Berücksichtigung der alles entscheidenden Frage Wollt ihr die totale Veränderung oder Rhabarberkuchen mit Sahne? unser vielgerühmtes Dessert Buffet tres formidable, bei welchem je nach Lust und Laune herzhaft in die Tischkante gebissen werden darf, die wir eigens dafür aus schwedischem Knäckebrot haben herstellen lassen. Für Leute mit Reizhusten empfiehlt es sich daher, diesen abschließenden Gang zu vermeiden, sonst besteht die Gefahr, er werde die Teile beim Loshusten in alle Himmelsrichtungen versprühen, derart staubtrocken sind sie nämlich.

Zum Wohle unserer Gäste werden einige Abteilungen des Menüs mit ausgewählten Zitaten anderer Spitzenköche eingeleitet. Damit diese einschlägigen Worte nachhaltig weiter im Magen des Gastes grummeln können, haben wir sie allesamt nochmals im Anhang als Zitatensalat mit Rosinen zum Herauspicken zusammengestellt. Diesen Salat empfehlen wir jedem Gast zur inneren Bekräftigung, falls er nach Verlassen unseres Hauses in scheinheilige Diskussionen verwickelt wird oder anderem geschmacksverderbenden Gesülze etwas Sinnreiches entgegnen möchte, ohne dabei ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen.

Hinweise zur Hausordnung:

1. Falls einige Gäste gekommen sind, um sich hier zwecks regierungs- und gesellschaftskritischer Debatten am Tisch zu versammeln, ist Rauchen selbstverständlich erlaubt und wird auch nicht mit Strafen belegt, verboten oder mit scheinheiligen Nichtraucherschutzargumenten untersagt. Wird sich auf ein Nichtrauchen geeinigt, so bleiben alle Autofahrer, alle in der Öffentlichkeit mit Handys telefonierenden Leute, alle mit rückwärtsgepolten Laubstaubsaugern und anderen lärmbelästigenden Gerät Hantiererende, trotzdem von der Versammlung ausgeschlossen, es sei denn sie geloben hinsichtlich ihres eigenen viel umweltbelastenderen Fehlverhaltens Besserung, statt andere zu denunzieren, nur weil diese mal ein wenig an kleinen Zigaretten paffen.

2. Kaugummis sind unter den Tisch zu kleben oder können, ebenso wie eventuelle vorgekaute Meinungen und Überzeugungen, an der Garderobe abgegeben werden.

3. Sollte sich manch ein Gast während der Verköstigung plötzlich fragen, woher der Hase eigentlich läuft, so wird er den Braten spätestens dann gerochen haben, wenn wir denselben direkt vor seinen Augen tranchieren; ein Umstand, welcher der allgemeinen Geschmacksverirrung insgesamt aber keinen Abbruch tut.

4. Das gesamte Menü kann innerhalb weniger Stunden an einem Stück genossen werden, darf aber auch an jeder beliebigen Stelle unterbrochen, abgebrochen oder gar ausgebrochen werden; ein Eimer wird auf Anfrage herumgereicht.

Guten Appetit!

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Canapé

Affenhirn

Der Affe fragte nicht
warum
ist die Banane
krumm
er war ja auch nicht
dumm

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Hors d’’œuvre

Amüse Bouchet a la surprise
und ein Lachscocktail mit Kräuterparfait

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Alternativ dazu bieten wir Ihnen ein

Blubberndes Gemisch garniert mit Halbwahrheiten aus dem deutschen Einheitsbrei

Auszug aus gleichnamiger Rede, die erstmals im März 2007
auf dem Kongress „Hurra! Wir sind die Medien-Gourmets, Tandaradi, Tandaradai!“ von meinem Double vorgetragen wurde, noch während ich an derselben schrieb

„ … ja, ja, rufen Sie nur Buh und Pfui! Und alle bleiben dabei sitzen. Keiner steht auf und klimpert mit dem Löffel gegen das Glas. Keiner hat etwas beizutragen, jetzt, und hier, denn es liegen nur Servietten auf den Tischen gleich neben den reich gefüllten Tellern und Schampusgläsern. Nur Servietten – keine Meldungen der Presseagenturen, die man vorlesen könnte. Noch nicht einmal Presse-Meldungen, die man wenigstens nur widerkäuen könnte, wie sonst. Nein, nichts, da ist nichts, was ihr nachplappern könnt und so kuckt ihr nur zu, und ruft nur Buh. Und wenn ich gucken meine, dann schreibe ich trotzdem kucken, denn warum soll ich G schreiben, wenn ich K meine!

Also, nur zu, ruft ihr nur Buh. Das ist Balsam für meine Ohren. Endlich schüttelt ihr mit den Köpfen, endlich, denn so geht es mir, wenn ich Eure Zeitungen lese.
Wie sagt man noch bei euch? Sagt man nicht schon seit Generationen: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt? Ja, so sagt man wohl heute noch. Aber ohne mich. Schaut es euch doch an. Schaut euch an, was hier auf meinem Tisch steht. Da stehts vor mir, der Teller mit Brei. Einheitsbrei. Schon beim Anblick wird mir übel: Buchstabensuppe zusammengeschnippelt aus Zeitungsartikeln, in Drucker-schwärze schwimmend: Ein blubberndes Gemisch garniert mit Halbwahrheiten aus dem deutschen Einheitsbrei.

Da steht es vor mir und widert mich an. Doch ich schiebe den Teller von mir weg. Das ist nicht, was ich bestellt habe. Was ich bestellt habe, ist bekömmlich, duftet fein, ist besonders gut verdaulich und biologisch an- und abbaubar. Das hier stinkt. Ich will es nicht. Garcon, trag es fort.

Ich teile nicht das Weltbild, das mir die Köche da auftischen wollen. Was ich bestellt habe, ist in der Natur gewachsen, nicht im Labor, wurde von feldkundiger Bauernhand geerntet, nicht mit wissenschaftlicher Pinzette angepickst. Auch die Speisekarte sagt mir nicht zu, sie erzählt Lügen. Es steht nicht darauf, was tatsächlich gekocht wurde und es steht nicht darauf, wer für den ganzen Salat verantwortlich ist.

Nein, meine Damen und Herren, ich fühle mich hier nicht wie Gott in Frankreich. Ich verlange, daß mir das gesamte Gericht aufgetischt wird und nicht nur die Hälfte von dem, was die widerkäuenden Mediengourmets mir übrig gelassen haben. Ich beschreibe aus Protest dieses Tischtuch, bis es voll ist. Übersäe es mit meinen Eindrücken, die ich gewann, bevor ich diesen Speisesaal der Volksfütterung betreten hatte. Ich verweigere diese Form der Zwangsernährung. Ich habe den Geschmack und den Duft einer fehlenden Wahrheit auf der Zunge. Ich verlange, daß mir eine Kredenz daraus umgehend nachgereicht wird. Sonst schreibe ich es selbst.

Ich verweigere mich dieser Gesellschaft hier, solange mir nicht angeboten wird, was mir zusteht: Freiheit und gesunde Nährung meines Geistes, meines Bewußtseins. Sonst teile ich nicht, sondern rufe nur Buh!
Mit dem, was mir bisher geboten wurde, bin ich nicht zufrieden. Es richtet Schaden an. Was ihr gekocht habt, dürft ihr selber auslöffeln, was ihr gesät habt, werdet ihr selber ernten. Ich drehe mich ab, sobald ich euer Tischtuch vollgeschrieben haben werde und berichte von dem, was mir zuwider wurde, wovon ich mich angewidert abwandte – um es euch nun brühwarm aufgekocht in meiner eigenen Sprache zu servieren.

Wir werden schon sehen, was ich mir hier zusammenköchel. Wir werden schon sehen, wem davon schlecht wird und wer es gut vertragen kann. Das, was mir bisher angeboten wurde, von all euren Erkenntnissen, all euren Wissenschaften, all euren Nachrichten, all euren Glaubenssystemen, all euren Normen, Werten, Vorgaben, Abhandlungen, Denkweisen, Lehrmeinungen, religiösen wie spirituellen Denkweisen und Glaubenssystemen, all das nehme ich nur zur Hälfte an. Die andere Hälfte darin, die Lüge darin und das Blendwerk darum, die ganze Giftsuppe aus eurer Dämonenküche, all das giesse ich in den Ausguss, auf daß die Rohre wegätzen.

Ich verlange nach wohltuender Nahrung, nach dem Lieblingmahl der Engel und nach dem Speiseplan Gottes. Es steht mir zu.
Denn ich weiß, da ist noch etwas im Gange. Es liegt etwas in der Luft. Ich kann es schon fast riechen. Es riecht gut. Es verspricht Besserung. Da köchelt jemand Verheißungsvolles, es wird allen Menschen schmecken. Ich werde hier warten und schnuppern und hoffen, irgendwann davon eine Kostprobe zu bekommen.

Bis dahin bestimme ich, was auf den Tisch kommt. Jeder darf mein Gast sein. Wem es nicht schmeckt, der kann jederzeit gehen. Wem etwas Schlaueres zum Hinschreiben einfällt, der kann es tun und sich jetzt sofort sein eigenes Weltbild zusammendichten.

Alle anderen sind herzlich eingeladen mein Kredenz nun hiermit zu verköstigen, denn es ist angerichtet.

Garçon, bitte aufzutischen!

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Menue Entrée

Artischockenterrine mit getrockneten Tomaten, Gambas & Basilikum,
Murgtal-Saibling mit Meerettichmousse im Lauchmantel,
Gänselebercreme mit Portweingelee & Sesamblätter,
Saftige Kalbsscheiben mit Trüffelremoulade im Ganzen aufgesetzt,
Weißer Heilbutt auf Morchelrissotto & Weißburgundersoße,
Shrimpscocktail mit leichter Cognaccreme & Chicoree,
Verschiedene Gourmetsalate & Soßen mit reichhaltiger Brotauswahl

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Alternative Speisefolge:

Würde könnte
Inszenierung
Sinne & Kräfte
Dr(ei)ecksverhältnisse
Prozesse & Zustände

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Würde könnte
verfasst im Jahre 2000

Wie immer fängt alles ganz harmlos an. Dann kommt die Veränderung. Diese spaltet alt von neu. Dazwischen liegt der Konflikt. Wenn man mit der Veränderung nicht zurecht kommt.
Man sagt auch, die einzige Konstante sei Veränderung und so verändert sich mit der Welt der Mensch und einhergehend seine Weltanschauung. Die Weltanschauung eines jeden Menschen steht jedoch oftmals im Gegensatz zu dem vorherrschenden wissenschaftlichen Weltbild. Nach letzterem soll eine auf das Ganze des menschlichen Lebens abzielende Sinndeutung hervorgehen, nach der sich eine Rangordnung der Werte ergibt, die das Handeln der Menschen bestimmen.
Und während die verschiedensten Weltanschauungen das Handeln der Menschen tatsächlich auf’s Vielseitigste bestimmen, bestimmt das wissenschaftliche Weltbild zwar ebenfalls das Handeln der Menschen – doch tut es dies, ohne eine auf das menschliche Leben abzielende Sinndeutung mit sich zu bringen, die für jede persönliche Weltanschauung in hilfreicher Weise anwendbar wäre. Zwar liefern verschiedene Wissenschaftsbereiche oftmals Erkenntnisse und Wahrheiten, den Weg zu einer allumfassenden Erkenntnis bereiten sie jedoch nicht, da ihre Studiumobjekte im steten Wandel sind, so daß sich ohne eine allumfassende Erkenntnis auch keine für die Allgemeinheit erträglichen Handlungsweisen anbieten.

Und schon haben wir den Salat.

Derweil sieht sich der Mensch gezwungen, seine eigene Weltanschauung dem allgemein gültigen Weltbild unterzuordnen, alle Jubeljahre neu geltende Vorgaben daraus abzuleiten und seine Anschauung mit vorgesetzten Bildern abzugleichen; neue Erkenntnisse ersetzen die alten, der Menschen Sichtweise verändert sich und neue Wertvorstellungen kommen hinzu.
Ob sich allerdings die Menschheit hierbei stetig weiterentwickelte, läßt sich meines Verachtens nicht mit Sicherheit sagen. Was ist es auch für ein Fortschritt eines Lebewesens, wenn die Entwicklung sich nicht im Einklang mit der Natur vollzog, das Mitspracherecht der Natur nicht beachtet wurde und über sie hinweg entschieden wurde? Was für ein Mensch entwickelt sich daraus und welches Weltbild entsteht dadurch, wenn darüber manch anderer Prozess auf unnatürliche Weise von Menschenhand herbeigeführt wird? Besser gesagt: Vom Menschenhirn¹. Ganz besonders von solchen Hirnen, die ein ganz bestimmtes Weltbild, ganz bestimmte Wertvorstellungen, für ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen vorlegen und durchsetzen möchten.
Schließlich war es auch das Menschenhirn, das die Theorie der Evolution vom Affen zum Menschen konstruierte. Der Affe würde jedenfalls nicht auf so eine Idee kommen. Warum glaubt der Mensch, er stamme vom Affen ab? Will sein Hirn nicht etwa lediglich behaupten, es könne die Erschaffung der Welt allein deswegen besser erklären, weil es sich weiterentwickelt hat, als das eines Affen? Der Affe behauptet von sich aus jedenfalls nichts dergleichen, sondern zeigt nur mit dem Finger erst auf sich, dann auf uns und lacht sich schließlich kaputt.
Der Mensch kann natürlich glauben, was er will. Er kann glauben, daß er vom Affen abstammt, er kann glauben, daß er von Adam abstammt, er kann glauben, daß er von den Sternen abstammt, er kann glauben, was er will. Hier wird weder die eine, noch jede andere Theorie in Frage gestellt. Diese Schrift zehrt in erster Linie von der Hoffnung, daß die Glaubens-, Willens- und Seelenfreiheit jedes einzelnen Menschen für immer fortbestehen bleibt und jeder glauben darf, was er will.
Dem Begründer dieser Schrift ist das ziemlich egal. Er glaubt ja auch was er will. Er ist sogar ein zutiefst gläubiger Mensch. Aber von ihm ist gar nicht die Rede. Er hat nur mitgeschrieben, während er das Eine glaubte und das Andere nicht.

¹ in rosa: Es gibt Ansichten die ich inhaltlich heute so nicht mehr in Gänze unterschreiben würde; und die ich somit, statt sie zu löschen oder im Nachhinein zum eigenen Vorteil umzuformulieren, in schweinchenrosa anmale.


Inszenierung
verfasst im Jahre 2000

Wir sind nicht, wo wir sind, sondern in einer falschen Lage. Durch eine Schwäche unserer Natur nehmen wir einen Umstand und versetzen uns in diesen und daher sind wir in zwei Umständen zugleich und es ist doppelt schwierig herauszukommen.
Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Man könnte zum Beispiel glauben, daß außerhalb unserer Wahrnehmung an zwei Drehbüchern geschrieben wurde, in denen für jeden Menschen eine Rolle vorgesehen ist. Lediglich die Manuskripte beider Drehbücher sind noch weitestgehend unveröffentlicht und als Ganzes schwer zugänglich. Die Inhalte beider Drehbücher sind ähnlich, denn in beiden geht es um die Menschheit und um ihre Wahrnehmung der Welt, ihrer Weltanschauung, an dessen Neu-Definition sich alle Akteure in gewisser Weise beteiligen – um ein Schauspiel zu inszenieren, das die Menschheit noch nicht gesehen hat. Doch es sind zwei in ihrer Intention, ihrem Inhalt und ihrer jeweiligen Auswirkung vollkommen verschiedene Drehbücher. Während das eine Skript einer Horrorgeschichte oder einem düsteren Science-Fiction gleicht, entspricht das andere den Werten einer Utopie und offenbart einen längst vergessenen Menschheitstraum, der von Freiheit und Selbstbestimmung spricht.
Überall bekommt man derzeit Kostproben beider Stücke dargeboten. Die Drehbücher mögen schon zu Ende gedacht sein, doch können sie nicht beide zugleich an einem Stück aufgeführt werden. Da es um die Menschheit geht, sind die Akteure längst ausgesucht, nur bei welchem Stück wir mitspielen möchten, das müssen wir selbst entscheiden – solange wir das noch können.
In dem einen Schauspiel werden wir die Rolle spielen dürfen, die uns auf die Seele geschrieben ist, das andere Schauspiel verabreicht uns künstliche Rollenverhalten oder sieht uns nur als Statisten vor. Hierzu bieten wir uns derzeit noch bereitwillig an, doch irgendwann sind wir zwangsverpflichtet und dann wird es zu spät sein, Änderungen in dem Drehbuch vornehmen zu können. Diese Rolle könnte uns dann im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib geschrieben sein.
Beide Bühnenstücke sind sich im Wege und die Produzenten werden um die Gunst ihrer Akteure jeweils auf ihre Weise ringen. Von der einen Seite wird dies mit fairen Mitteln geschehen, in dem der freie Entscheidungswille zur Teilnahme vorausgesetzt wird. Von der anderen Seite wird alles Erdenkliche (und nie Erahnte) unternommen werden, um möglichst viele Menschen auf die Bühne zu bekommen und hiermit die Entwicklung des anderen Stückes zu unterbinden.
Dort sind wir die Sklaven eines großherzig erscheinenden Tyrannen und wissen nicht, daß hinter den Feldern der Freiarbeit an Eisenschellen geschmiedet wird, die sich um unsere Hälse legen möchten. Auf der anderen Seite aber sind wir Menschen, die seit jeher nach Gott, nach Selbstbestimmung, nach Freiheit, Liebe und Glück suchen. Es gilt, sich bald zu entscheiden, an welcher Inszenierung wir teilnehmen möchten. Man könnte fast glauben, wir hätten schon immer die Wahl gehabt.

Schöne Ergänzung dazu, im Oktober 2013: Bewusstsein – die nächste Stufe zündet / aus Sevillana’s Universum


Sinne & Kräfte
verfasst im Jahre 2001

Falls der Mensch in Begriff ist, eine weitere Entwicklungsstufe in seiner Bewußtheit zu erklimmen und seine daraus resultierende Fähigkeit zur Wahrnehmung kosmischer Kräfte und Energien in minimalen Fortschritten auszudehnen, so würde er diese Fähigkeit zunehmend insoweit verinnerlichen, als daß sich daraus bald ein neuer Sinn in ihm entwickelte.
Hiermit könnte er nun das, was er zunächst verinnerlichte, bald veräußerlichen und die Begriffe wie Intuition, Vorahnung und innere Uhr gehörten zu seinen Werkzeugen im Alltag, die einem jeden Menschen im hilfreichen Umgang miteinander zu Verfügung stünden.
Der Blick in den Himmel kann erhebend sein – doch erst der Blick nach Innen erweitert die Sicht und führt über diese Einsicht zu einer klaren Aussicht in himmlische Gefilde, während man dennoch mit beiden Beinen feste auf der Erde steht.
In unserer Zeit fehlt es an dieser Aussicht, denn es fehlt an Einsicht. Während sein Geist aus dem Universum zu Besuch auf Erden ist und dort auch wieder hinzieht, berührt der Mensch auf Erden mit den Füßen nur noch Beton und spürt keine Verbindung zu dem Element, zu dem sein Körper selber wieder wird – zum Teil der Erde. Hier auf Erden ist sein Geist derzeit in einen selbstkonstruierten Wahnsinn eingebunden, der ihn von jeglicher Einsicht und weiteren sinnigen Erkenntnissen fernhält. Hier herrscht das Leistungsprinzip vor, die Schnelllebigkeit, der Konsumgrößenwahn, der technologische Fortschritt, all diese Dinge, die jeder von uns mehr oder weniger zum eigenen Vorteil nutzt. Und zum Nachteil aller.
Doch ein Hauch der Wahrheit – und es ist wirklich nur ein Windchen, das da weht – schleicht sich so langsam in unser Bewußtsein ein, das sich Stück für Stück neu orientiert, wacher wird, um irgendwann zu erkennen, warum wir eigentlich hier auf dieser Erde sind.
Eine Bewußtseinsänderung stärkt das Selbstbewußtsein im eigentlichen Sinne. Und Selbstbewußtsein bedeutet ja nicht, mit aufgeblasener Brust einen Raum zu betreten und sich aller Dinge erhaben zu fühlen; so weit sind wir in unserer Erkenntnis auch schon gekommen. Ein gestärktes Selbstbewußtsein erweitert den Blick nach Innen; dort hockt die Seele und wartet auf Bekräftigung, doch der Blick nach Innen ist uns nicht gestattet. Er wird uns verwehrt, weil er zur Selbstbestimmung führen würde und den Zusammenbruch eines Systems zur Folge hätte, von dem wir ebenfalls nicht wissen (dürfen), daß es existiert.
Die Struktur des einen Systems vollzieht sich im gespiegelten Verhältnis zu den universellen Gesetzmäßigkeiten im Bewußtsein eines jeden Menschen, die andere Struktur errichtet trügerische Gesetze und soll jedem Menschen übergestülpt werden – zur Eindämmung des Bewußtseins aller Menschen.


Dr(ei)ecksverhältnisse
verfasst im Jahre 2001

Der Bewußtseinszustand der Menschheit hat sich wohl seit je her verändert, doch geschah dies nicht immer stetig aufwärtsstrebend, sondern ging es auf und ab, wie bei einer Wanderung über Berg und Tal. Nach einem tiefen Sturz in gewaltige Löcher kletterte man wieder hinaus, machte eine Zeit lang Schritte mit Siebenmeilenstiefeln und fiel dann wieder in ein Loch.
Zur Zeit sitzen wir in so einem Loch, unsere Bewußtheit befindet sich auf dem absoluten Tiefstand, während die vorherrschende Meinung lautet, die Menschheit habe den höchsten Stand ihrer Entwicklung bald erreicht. Dies kann jedoch nur ein Trugschluss sein, wenn man sieht, wie viele Menschen Kriegen zu Opfer fallen, am Existenzminimum leben, hungern müssen und gefoltert werden, und dies obendrein nur, damit es ein paar wenigen Hans Würsten besser geht, als sie es wiederum verdient hätten. Wenige leben von der Energie Vieler und darauf ist das System auch ausgerichtet. Menschlichkeit, Seeligkeit, herrscht längst nicht mehr überall, weder in den armen, noch in den reichen Ländern.
Der Fortschritt hin zu einer vermeintlich hochentwickelten Kultur ist in Wahrheit ein Rückschritt, wenn er längst erreichte Werte in Grund und Boden stampft und es ist ein absoluter Tiefpunkt der Erkenntnisfähigkeit erreicht, wenn man sich für die einfachsten Dinge nicht mehr interessiert, zum Beispiel an schon längst gewesene Höchstkulturen. Sie sind ihrem Wesen nach zwar historisch gewesen, was wir aber Wesentliches von ihnen lernen könnten, wurde aus unseren Geschichtsbüchern entfernt, totgeschwiegen, verfremdet und/oder geheimgehalten.
Oder einfach vergessen. Wie man es sehen möchte. Man gedenkt nur ihrer gewaltigen oder geheimnisvollen Bauten, von welchen man merkwürdigerweise immer behauptet, es handelte sich dabei um nichts anderes, als um primitive Kult- und Opferstätten. Das ist alles. (Zusatzstoff 2019: Oder eben so: „Unterschiedliche Scherben an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten gefunden, werden dann zu einem erdumspannenden Flickenteppich ihre Mitmenschen opfernder kultischer Spinner geknüpft, der unser Bild von den Hochkulturen der Maya, Sumerer oder Khmer beeinflusst und sie zu einer Ansammlung Irrer reduziert, die einerseits Monumentalbauten errichten, andererseits die eigene Bevölkerung dem rituellen Schlachten anheimstellen.“  … → weiterlesen bei ScieneFiles, 26. Juli 2019) Das Wissen derjenigen, die solche Bauten bauten, ist hierbei völlig ausgeblendet. Ihre Schriften, geistigen und spirituellen Nachlässe und sonstigen Überlieferungen sind nur schwer zugänglich, solange sie nicht in das Weltbild unserer fortgeschrittenen Denkweise passen. Und wenn es Überlieferungen gibt, so werden sie passend gemacht, in dem man sie sozusagen in die letzten zweitausend bis höchstens fünftausend Jahre presst. Doch was über diese paar tausend Jahre hinausgeht, bleibt außen vor.
Oder es wird verklärt. Was wussten sie wirklich? Warum würde ihre Vorstellung einer Welt nicht mehr in unsere passen? Warum sollte ihr Wissen um die Mächte und Geheimnisse der Natur nicht mehr Teil unserer Lebensweise sein?
Dabei kann man doch sicher sein, daß dieses Wissen nicht verloren gegangen ist. Es gibt schließlich noch immer Urvölker unter uns. Wir haben sie bald alle aus den Urwäldern freigerodet. Ob das gut ist oder schlecht, wer weiß? Vielleicht hätten sie uns ja etwas zu sagen.
Warum aber hebt der moderne Mensch sich von den Völkern ab, die all ihre Sinne der Natur angepasst haben, und die erkannt haben, daß sie Teil davon sind. Wahrscheinlich weil der moderne Mensch nicht erkannt hat, daß er Teil davon ist.
Und doch, manch einer unter uns ist wieder nahe daran, sich an seine Ursprünge zurück zu erinnern. Er durchlebt, wenn er dafür offen ist, die Wiederkehr mancher längst vergessener Lehren und Erkenntnisse. Er erkennt die Möglichkeiten zur freiheitlichen Selbstbestimmung eingebunden im allumfassenden System, bekämpft hierbei Ängste und niedere Beweggründe, wie Gier, Größenwahn und Machtmißbrauch – Folgen eines Irrglaubens. Er befindet sich in der letzten Phase der Vergewaltigung menschlichen Bewußtseins. Hierbei fallen manche immer wieder in die Struktur des von negativen Mächten gewünschten menschlichen Fehlverhaltens und nicht selten sind es ausgerechnet jene, die gewisse Machtpositionen inne haben. Denn nur im bestmöglichen Ausleben dieser Fehlverhalten kommt man in einem solchen System nach oben.
Etwas weiter unten hält man den neuen Audi dann für eine größere Erfindung als einen Steinkreis. Dabei ist der neue Audi solange nicht auf dem Markt, bis der alte Audi vom nächsten alten Audi überholt wurde, technisch gesehen. Armer Jammerlappen. Immer möchte er das neueste Wägelchen vor der Tür stehen haben. Kein Wunder, sein Ego benötigt ja auch mindestens zwei Tonnen Schubkraft, um es durch die Strassen zu buxieren!
Gilt dies als ein gesellschaftlich anerkannter Wert, so hat der Mensch gar nichts erreicht. Mit irgendeinem Fortschritt hat dieses Verfahren wenig zu tun, außer daß derjenige sich auf seinem Lebensweg völlig verfahren hat. Er hat nichts erreicht, selbst wenn er damit in sein Forschungsinstitut fährt, wo er zwar kurz davor steht, die Weltformel zu entdecken, doch leider übersieht, daß seine Erkenntnisfähigkeit schon lange vorher zum vorzeitigen Stillstand gekommen ist.
Es ist ja auch gar nicht mal lange her, da wurde die Welt zwischenzeitlich wieder zur Scheibe gemacht, obwohl sie schon Jahrtausende zuvor als rund erkannt worden war. Die neue Erkenntnis, die Welt sei nun wieder eine Scheibe, durfte auch von wissenschaftlicher Seite nicht angezweifelt werden. An die zurückliegende Erkenntnis, die Welt könnte rund oder wenigstens ein Ei sein, konnte man sich offenbar einfach nicht erinnern. Oder ist die Erde vielleicht gar keine Kugel? Vielleicht ist sie ja doch eine Kartoffel. → Zusatzstoff 2011: Ja, sie ist eine Kartoffel
Auch kann man zum Beispiel bei den Irrfahrten des Columbus nicht von einer Entdeckung, sondern nur von einer Wiederentdeckung Amerikas sprechen. Irgendeine Küste hätte er sowieso gefunden. Mit dem königlichen Wind in den Segeln durfte er sicher sein, irgendwann mit dem Bug gegen ein Land zu stoßen, selbst wenn andere schon lange vor ihm da waren. Also lange bevor die Ausrottung der Indianer eingeleitet wurde.
Die Ausrottung dieser Urbevölkerung den Wikingern in die Schuhe zu schieben, war diesmal übrigens leider nicht möglich, denn dann hätte man ja auch verraten müssen, daß eigentlich sie Amerika entdeckt hatten. Selbst vor ihnen waren schon andere da, aber das führt nun zu weit zurück in unser Urbewußtsein.
In Bezug auf Carsten Columbus und der Besiedlung durch seine Nachfolger sollte man sich nur eines fragen: Kann man sich für die Entdeckung eines Landes nur dann feiern lassen, wenn man es plündert, erobert und anschließend friedlich besiedelt? Kann man die Siedlerzeit in den Staaten als Gründung einer Kultur benennen, wenn diese über die (rollenden) Köpfe einer anderen Bevölkerungsgruppe hinweg entschieden wurde, 2 Millionen Indianer in die ewigen Jagdgründe deportiert wurden, während die anderen den Rest ihrer Lebenszeit in Reservaten (Konzentrationslagern) zu verbringen hatten?
Ja, man kann. Am besten bevor dieses Abschlachten der Ureinwohner aus den Geschichtsbüchern Amerikas ins Bewußtsein der Menschheit eindringen sollte und indem man alles unternimmt, den Fernsehzuschauern das nachhaltige Bild von äußerst blutrünstigen Rothäuten zu propagieren. Zusatzstoff 2007: In ihrer blinden Wut und ihrem aufopfernden Kampfverhalten erinnern sie fast an die wahnsinnigen Gürtelbomber von heute.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz, sagt man noch heute propagandistisch. → Zusatzstoff 2009: diese Theorie ist nun widerlegt) Natürlich kennt er keinen Schmerz, das wäre ja auch ein Grund, ein schlechtes Gewissen zu kriegen, während John Wayne immer noch über unseren Bildschirm reitet und seinem Gaul die Sporen in den blutigen Unterleib rammt. Ob die Assassins von heute ebenfalls Mokassins tragen, das müssen wir hier jetzt nicht unbedingt klären.
Und als das Land der begrenzten Unmöglichkeiten bald weitestgehend zivilisiert war und die Arbeit überhand nahm, bediente man sich dem für solche Zwecke immer ertragreichen Afrika und versklavte ein ganzes Volk – die eine Hälfte hier, die andere dort, um sie danach ebenfalls in Ghettos zu stecken, wo viele von ihnen heute noch wohnen. Die einen hier, die anderen dort.

Da hätte man doch auch gleich die Indianer nehmen können.


Prozesse & Zustände
verfasst im Jahre 2001

Man möchte fast sagen, daß die Propheten und Erlöser mehr die Menschen in ihrer Angst getröstet als in ihren Hoffnungen bestärkt haben.
Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Ureinwohner, die über sehr viel Wurzelkraft verfügen, gibt es nicht mehr. In der westlichen Welt ist nach hinten nichts Sinnvolles mehr zu finden, gegenwärtig ist der Misthaufen am Dampfen und nach vorne sieht es umso beunruhigender aus. Derweil künden moderne Endzeitpropheten haareraufend den bevorstehenden Weltuntergang an.
Das ist natürlich Blödsinn. Bricht doch nur das vorherrschende Weltbild zusammen. Und alle, die daran noch glauben, gehen halt auch mit unter. Das geschieht eben alle Jubeljahre mal.
Gleichzeitig beruft man sich wieder auf alte Kulturen und deren Voraussagen, betrachtet die gegenwärtige Situation der Erde als besorgniserregend, zählt mehr Kriege als je zuvor, einen erschreckenden Rückgang der Artenvielfalt, Umweltkatastrophen, Hunger, Not und ständige Bedrohungen von außerhalb. Welche merkwürdigerweise immer bedrohlicher wirken, je mehr wir uns davor absichern.
Diese allgemeine Beunruhigung fußt jedoch mehr auf der bloßen Annahme, als auf der Wahrscheinlichkeit, daß hier bald das Weltende erwartet wird und es entspringt der Angst vor der Veränderung an sich, dem „Wandel“ des Bewußtseins. Ein Bewußtseinswandel ist nie in Stagnation, denn es ist ein stetiger Vorgang, ein Prozess. Der jeweilige Bewußtseinszustand ist nur eine Momentaufnahme.
Wird die Veränderung hin zu eben diesem Wandel allerdings nicht mit dem Herzen angenommen, so besteht tatsächlich Grund zur Beunruhigung. Man sollte sich besser darauf einlassen, sonst liefert man sich einem anderen Prozess aus, der zum Stillstand sämtlicher Entwicklung führt, jedenfalls erstmal zum Tod.
Und so finden zwei Entwicklungen statt, in der einen erhalten wir Unterstützung von guten Geistern, die andere wird von peitschenden Dämonen vorangetrieben. Die Vorbereitungen beider Entwicklungen laufen bereits. Sie verlaufen wie zwei Linien nebeneinander, die das gleiche Ziel ansteuern, so wie zwei Seiten eines Dreiecks sich oben in der Spitze vereinen. Nur die Ausgangspunkte beider Linien liegen weit voneinander entfernt und sind so unterschiedlich verwurzelt, wie sie nur sein können. In ihrer Zuspitzung ergeben sie am Ende eine Triangel und während Gott schon mal den Silberstab zückt, um ein Tönchen auf der Triangel zu spielen, rufen immer mehr Menschen aus, der Zustand der Welt sei besorgniserregend.

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Erster Gang zum Hauptgericht

Weiße Blumenkohlsamtsuppe mit Frühlingslauch Thaicurry & gebratener Gamba, Zweierlei vom Landhuhn „Label Rouge“,
Gefüllte Brust mit Pinienkernen,
In Rotwein geschmorte Keule auf kleinem Gemüse & Kartoffelrissotto, Schokoladentörtchen im Baumkuchenmantel,
Grand Marniereis, Rahmcaramelnüsse & Erdbeeren,
Tatar vom Orkneylachs auf Gurken-Kaviarschmand & Räucherlachspraline mit Kräuterparfait auf Gartenkresse,
Saftige Kalbshüfte auf grünem & weißem Spargel, jungen Karotten, Morcheln, Pfifferlingen & Kartoffelstrudel,
Himbeer- Rhabarberkompott mit Erdbeer-Quarkknödel & weißem Schokoladeneis & Ingweraromaten

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Alternative Speisefolge:

Immer mehr Menschen
Ausflug in die Medienlandschaft
Have a break
Geht gleich etwas schief nimm ACC aktiv
Harfenmusik
Und Gott spielte Harfe am Ende des Ganges
Volksverdummung
Good bad News, Bad good News, ein Potpourri
Schopftintling im Medienwald
Du denkst daß es so ist
Zensiertes Deutsches Fernsehen
Krisengebiete
Meinungsmache, eine Pipeline quer durch das All
Begrenzte Unmöglichkeiten

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Immer mehr Menschen
verfasst im Jahre 2003

Viele Menschen beginnen auf einmal wieder bewußter zu leben, doch nicht allein, weil sie Körner essen und Sprit sparen, energiesparende Glühbirnen kaufen, etc., sondern zunächst dadurch, daß sie sich ihrer Zugehörigkeit zum großen Universum bewußter werden und dies dann auf Irden verschiedenartig umzusetzen versuchen.
Und was die Glühbirnen betrifft: Energiesparende Glühbirnen verbrauchen zwar weniger Energie, sie strahlen jedoch mehr Elektrosmog aus, als herkömmliche Glühbirnen und man kann es sogar selbst nachmessen. Elektrosmogmesser bekommt man mittlerweile in jedem Baumarkt, von dort kann man auch einen Radiowecker mitnehmen und feststellen, daß er etwa soviel Elektrosmog wie ein PC-Bildschirm ausstrahlt. → Zusatzstoff 2009: Zeit dieses Schreibens war noch nicht bekannt, daß Jahre später die gute alte Glühbirne abgeschafft werden sollte, um den Haushalten eiskalte Giftleuchten ins allmählich aufleuchtende Bewußtsein zu drehen. → Zusatzstoff 2011: Nun ist es offiziell geworden, in den Medien kursieren vorsichtige Meldungen wie: „Energiesparlampen geben in Betrieb offenbar giftige Stoffe ab“… „Ist die Energiesparlampe etwa krebserregend?“ … etc.
Viele dieser Menschen beginnen wieder auf ihre innere Stimme zu hören (oder macht sich die Stimme vielleicht verstärkt bemerkbar?) und eine Verbindung herzustellen, zu dem Echo des Übersinnlichen, das wir nur so nennen, weil wir noch nicht erkannt haben, daß es gar nicht so weit von uns entfernt ist.
Es ist näher, als wir uns je an einen Fernsehbildschirm heran wagen würden, nämlich genau in uns und unmittelbar um uns herum. Doch unsere Fernseher wissen das und sehen uns mit Augenschlitzen an, neidisch ob der halb ausgeprägten Sinne, die wir mit uns herumtragen und erfreut darüber, daß wir keinen Gebrauch von ihnen machen.
Würden wir nebst Augen und Ohren allein den Verstand benutzen, während wir in den Fernseher starren, dann würden wir automatisch nicht mehr die Sinne vergewaltigen lassen, von denen wir gar nicht wissen, daß wir sie überhaupt haben. Die Fernsehwerbung, bzw. die Fernsehindustrie, also die Medienlandschaft, sprich die führenden Wirtschaftskonzerne, wissen darum und nutzen dieses Wissen gern und gnadenlos aus.
Besonders in den Werbeblöcken erkennt man die Strategie noch während des Betrachtens. Sie ist durchtränkt von den Botschaften der Seele, den Urgefühlen, dem Seelenheil und den Erkenntnissen aus spirituellen Erfahrungen, doch leider bieten sie nur einen Abstrich dessen, was der Mensch tatsächlich in der Lage zu erfahren wäre, wenn er nicht ständig am Fernseher hocken bliebe.
Da er aber dazu neigt, sich mit wohlschmeckender Kost zufrieden zu geben, ist das Bedürfnis nach diesen Erfahrungen dank ausgeklügelter Werbefeldzüge schnell befriedigt, versiegt und besiegt, um mit dem nächsten Werbeblock wieder angelockt und abgefertigt zu werden.
Die Bedürfnisse nach Urvertrauen werden gleichgestellt und befriedigt mit der kurzlebigen Energie von Wirtschaftsprodukten. Die Werbung, bzw. die Medien, bzw. die Konzerne, bzw. die machthabenden Eliten, haben erkannt, daß es ein wiederkehrendes Ursprungsbewußtsein, ein aufwallendes Ursprungsgefühl, einen inneren sehnsüchtigen Schrei nach einer lange verschollenen Seelenform gibt und sind wieder einmal viel zu schnell dabei, den Leuten ihre Produkte unter die Nase zu halten, indem sie einen Hauch dieser Magie in ihre Blocks mit einfließen lassen.
Der Mensch, ständig auf der Suche nach innerer Selbstverwirklichung, spürt den aufkommenden Wind und öffnet sich für die Antworten des Universums, sehnt sich nach lang vergessenen Werten und Fähigkeiten, die zu Harmonie, Frieden und Liebe führen würden.
Aber er sieht gern fern und so werden über diese Medien die Werte einer materiell ausgerichteten Welt gelobtpreist, doch mit spirituell klingenden Slogans angereichert, so daß der Fernsehzuschauer glaubt, über die Produkte könnten seine neuen auflebenden Ur-Sehnsüchte befriedigt werden.
In einem Land wie Irland, nur zum Beispiel, in dem ein spirituelles Bewußtsein wenigstens im täglichen Sprachgebrauch noch vorhanden ist, selbst dort erkennt man, wie weit die Wirtschaftskonzerne jeden Trend oder Wind nutzen, um über die Medien ihre Produkte gezielt zu vermarkten.
Um deutlich zu machen, wie weit bestimmte Werbeslogans nicht nur auf vorherrschende Geistesströmungen reagieren, sondern auch auf die ursprünglichen Eigenarten des jeweiligen Volkes zugeschnitten sind, folgen nun diese bezeichnenden Beispiele aus der irischen Medienwelt:

Guinness: Believe
Ferrero Rocher: What you give you will receive
Darina Allen: What colour are your dreams?
Tia Lusso: Intuition, the more you use it, the stronger it becomes. Intuition, you just know
Baileys: Let your senses guide you
Milk: Its magic

Man spricht von Glauben, von dem Gesetz des Säens & Erntens, von realistischen Träumen, von der Kraft der Vorahnung, von den Sinnen und von Magie. Ob Kuhmilch für einen Menschensäugling genauso magic ist, wie für ein zentnerschweres Kalb, ist allerdings eine andere Frage. Die Iren, eine Mischung aus kauzigen Bauern und keltischen Weisen, kann man eben am besten an den Euter des Konsummonsters kriegen, wenn man ihnen erzählt, Milch sei magic.
Und was dort also magic ist, muss in Deutschland noch lange nicht gleiche Begeisterungsstürme auslösen. Hier in Deutschland zielen die Werbe-Botschaften doch eher auf das Sicherheitsdenken ab, auf die längst vergebliche Identitätssuche (Guinness: du bist was du trinkst), und auf die unbedingte Arbeitsmoral, bzw. den erzwungenen Arbeitswillen (Milch macht müde Männer munter). Auf diese unsere Eigenschaften und Komplexe sind die Slogans zugeschnitten, denn locken kann man nur mit solchen Häppchen, für die das Opfer anfällig ist.
Sowohl in Deutschland, als auch anderswo, wird die Einstellung des Volkes, sowie deren Bedürfnisse, den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst, nicht andersherum. Das ist am Verhalten aller Beteiligten zu erkennen.


Ausflug in die Medienlandschaft
verfasst im Jahre 2001

Der Hauptaffe in Paris setzt eine Reisemütze auf, und alle Affen in Amerika tun das gleiche.
Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Und die Affen in Deutschland auch.
Es gibt dennoch viele einfallsreiche Nebenklänge innerhalb der Werbeblocks, teilweise sind sie sogar unterhaltsamer, als die auf den gleichen Effekt abzielenden Spielfilme und Serien.
Doch da der Großteil der Konsumenten (jeder Konsument beginnt mit dem Konsum schon vor der Kaufentscheidung) neuen Produkten eher kritisch gegenübersteht, ist die Manipulation über diese Werbefilme allerdings gar nicht so wirksam, wie man es gerne hätte. Dafür gibt es dann eben die Spielfilme und Fernsehserien.
Eines der wirksamsten Schaufenster ist immer noch der Fernseher und wird es wohl auch bleiben, bis er vom Internet abgelöst wird und da gestaltet sich gezielte Werbung schon schwieriger. Denn schließlich läuft an diesem Fenster jeder vorbei und viele Marktschreier kämpfen darin um die besten (Sende-)Plätze.
Keinem Hersteller kann man einen Vorwurf daraus machen, sein Produkt gezielt anzuwerben und seine Verkaufsmethode dem jeweiligen Kunden anzupassen, d.h. ihn davon zu überzeugen, daß seine Produktpalette eben genau das bietet, was der Kunde gerade zufällig braucht. Der Hersteller weiß aber, wann der Kunde welches Produkt braucht und stellt die gewünschten Waren zur rechten Zeit in das Schaufenster.
Die Medien sagen uns, was in der Welt passiert, was dort passieren soll, damit es so bleibt, und wie wir uns zu verhalten haben, dieses zu unterstützen. Mehr nicht. Entscheidend dafür ist der Konsum dieser Nachrichten und der Konsum der daran angeglichenen Produkte und Sendungen zur jeweils rechten Zeit. Denn es sind nicht allein die Werbefilmchen, die der Verblödungsindustrie als Markt dienen, sondern sind es insbesondere die Nachrichten, Dokumentationen, Spielfilme, Talkshows und Serien, insgesamt also die ganze weite Welt der Fernsehens, in der den Menschen vorgesagt wird, welche Produkte, welche Meinungen, welche Weltbilder, welche Gedanken und welche Gefühle sie zu kaufen haben. Das kostet Geld und es verdienen die Wenigsten daran.
Wie kann aber ein solcher Markt funktionieren, wenn doch Millionen von kaufbereiten Menschen anwesend sind, und tausende verschiedener Produkte innerhalb kurzer Zeit an Mann, Frau, Kind und Kegel verkauft werden müssen?
Denn, und das wäre ganz im Sinne dessen, der den Marktplatz besitzt, auf dem sich die Marktschreier tummeln: die Verkaufsstände müssen regelmäßig Profit abwerfen, damit sich die Pacht überhaupt lohnt. Kein Marktplatz könnte die Massen zufrieden stillen, wenn es an jedem Stand das Gleiche zu kaufen gäbe, kein Kunde würde sich einer Werbung unterziehen, wenn er nicht das Gefühl hätte, er könne zwischen verschiedenen Angeboten und Programmen auswählen und sich innerhalb einer bunten Angebotspalette austoben. Und das weiß der Händler, denn gleichzeitig ist neben den Grundbedürfnissen ein Verlangen nach individuellen Wünschen vorhanden und dieses würde sich millionenfach gestalten, wenn der Kunde den Markt bestimmen würde.
Dem ist natürlich nicht so. Der Konsument könnte den Markt beherrschen, tut es aber nicht, weil er bloß reagiert. Keine Firma würde normalerweise Millionen elektronischer Zahnbürsten bauen, weil sie einen zufälligen Wunschtrend innerhalb des Volkes dahingehend erkennt. Denn ein solcher Wunsch wird eher selten von einer breiten Masse gleichzeitig geäußert – es sei denn, man hat vorher flächendeckend nachgeholfen.
Das Produkt, ob es nun der Allgemeinheit gut tut oder nicht, muss vorher umworben werden, vorher, das bedeutet, bevor sich der Wunsch danach breit macht und natürlich erst dann, sobald das Produkt hergestellt ist, und zwar in Massen.
Ähnlich geschieht es mit den unvorhergesehenen Wünschen und den ewigen Sehnsüchten der Menschen, wie spirituelle Geborgenheit, Wege der Selbstfindung, Wundermittel, das unbewußte Verlangen nach innerem Reichtum, höherem Bewußtsein, etc. und pipapo und was das blöde Volk sonst noch glaubt, wiederentdecken zu müssen. Dann wird schnell reagiert, damit der Strom der Wünsche Richtung Wirtschaft fließt, nicht Richtung Gott, Universum oder an welche höhere Macht auch immer sie glauben.
Die Gebete der Menschen wurden schon immer gerne in die Richtung der Machthabenden umgeleitet. Doch auch diese Wünsche entstehen nicht zufällig und es gibt Zeiten, da sind sie besonders stark spürbar. Im Frühling sehnt der Mensch sich nach anderen Dingen, als im Herbst. Und im Herbst sind manche Wünsche leichter zu erfüllen, als im Frühling und umgekehrt. Auch hier gilt: Derjenige, der die Gemütszustände in Abhängigkeit zu den universellen Einflüssen studiert hat, hat die Nase vorn und bestimmt das Rennen. Er weiß ganz genau, wonach zutiefst verlangt wird. Er muß ja nur die Horoskope lesen.
Und selbst wenn gar keine Wünsche vorliegen, ist es der Anbieter, der das Kaufverhalten bestimmt, bzw. das Mahl vorbereitet, welches frisch auf den Tisch kommt, damit es zur rechten Zeit gegessen wird. Denn manchmal quillt der Kartoffelkeller über und dann dauert es nicht lange, bis in allen Zeitungen nachzulesen ist, wie gesund zur Zeit wieder die Kartoffeln sind, besonders passiert das so in den Staaten, in denen mehr Überfluß als Mangel herrscht. Diese Konsumprodukte werden aber nicht nur saisonbedingt extraordinär angeboten, wie man es vom Spargel oder den Kirschen her kennt, sondern oftmals sind es auch Batterien, Knöpfe, Bügeleisen, Toastbrot, Hühnersuppe, Radios, Funkwecker, Bilderrahmen oder sonst noch ein Schwachsinn, der sich hin und wieder in den Lagerhallen stapelt, mengenmäßig überproduziert wurde und plötzlich überall zu sehen ist oder in aller Regelmäßigkeit in irgendeiner Fernsehserie nur so am Rande erwähnt wird. Ganz besonders diente eine lange Zeit der Tatort dafür, bei dem seit dem Verbot von Schleichwerbung statt Produkte eben Meinungen und Verhaltensweisen zum Nachahmen verkauft werden. Um einen Krimi geht es da seit jeher nur zweitrangig.
Die Frage ist, wo kommen all die Produkte so plötzlich her, wenn es nicht der Fall ist, daß Millionen von Menschen gleichzeitig ausrufen: Wir hätten jetzt gerne einen digitalen Fotoapparat! → Zusatzstoff 2007: Zeit dieses Schreibens gab es noch ein vielseitiges Angebot für mechanische Fotoapparate
Die Antwort darauf kennt doch jeder: Die Wirtschaft bestimmt den Trend. Die Wirtschaft bestimmt den Markt, die Wirtschaft bestimmt die Medien und Konzerne bestimmen die Wirtschaft. Die Politik haben sie auch in der Hand und der Konsument ist die Ware. Ob Produktkurzfilm, schwachsinnige Mainzelmännchen, hirnverbrannte Nachrichten, Blondinen-Wetter-Show oder Neurosen-Filme, das alles gehört zur Abteilung Werbung. Die Medien sind die Werbekataloge der Wirtschaftskonzerne.
Ergo: Nicht die Wirtschaftsmacht verkauft ihre Produkte über die Medien an die Menschen. Die Medien verkaufen den Menschen an die Wirtschaft und somit an die Macht. Denn das zu verkaufende Produkt ist der Mensch.
Ist doch logisch, wo das hinführen wird.


Have a break
verfasst im Jahre 2001

Der Mensch hätte durch sein Kaufverhalten die Macht, zu bestimmen, was auf den Tisch kommt, würde er nicht jeden vorbestimmten Trend mitmachen. Solange er das aber tut, unternimmt er den ersten Schritt in die Falle.
Früher richtete sich die Werbung größten Teils an die niederen Instinkte des Menschen, jetzt wendet sie sich mehr und mehr an die höheren. Schade, daß das Bewußtsein dadurch letztlich nur vergewaltigt wird. Das war es dann mit dem Selbstbewußtsein.
Die Ursehnsüchte werden über Ersatzbefriedigungen abgefertigt. Das ist in der heutigen Zeit schlimmer als je zuvor, da sich der Mensch endlich wieder an seine tatsächlichen Fähigkeiten und Bestimmungen erinnert.

Dieser Entwicklung wird in aller Regelmäßigkeit ein roter Riegel vorgeschoben.


Geht gleich etwas schief, nimm ACC aktiv
Verfasst im Jahre 2003/2005

Es ist also offensichtlich eine Dummheit zu glauben, daß von den sichtbaren Eindrücken uns nur diejenigen schaden und beeinflussen können, die offenkundig in den Sinnen und in der Seele eine Störung des Gemüts auslösen. … So ist es kein Wunder, daß vieles so lange unbemerkt durch die Augen aufgenötigt wird und gefangen nimmt, bis die Seele und die Spiritualität daran zugrunde gehen, auch wenn diese Störungen nichts anderes zu sein scheinen als unbedeutende Ereignisse.
Giordano Bruno- (1548-1600)

Mit verhaltener Freude verzeichnete ich einst die Meldung, daß Wissenschaftler von der Washington-University in St. Louis in der abgestumpften Hirnregion des Menschen nun endlich den sogenannten Anteriore Cingulare Cortex entdeckt hatten –
Der Anteriore Cingulare Cortex (ACC) ist das, was man allgemeinverständlich bisher als den „sechsten Sinn“ bezeichnete. Es ist die Empfangsstation für intuitive Angelegenheiten im Hirnbereich eines jeden Menschen, die im Zwischenbereich der rechten und linken Gehirnhälfte gefunden wurde und sozusagen die Antenne der Intuition darstellt, während sie zur übersinnlichen Orientierung des Menschen hübsch in den Äther hinaus ragt.
Diese Antenne wird insbesondere dann aktiv, wenn es für einen Menschen gilt, Ereignisse vorauszuahnen ohne großartig darüber nachzudenken, insbesondere solche Ereignisse, die sich für ihn als gefährlich erweisen könnten. Als ein Beispiel sei hierzu der Tsunami im Jahre 2005 genannt, vor dessen ausuferndem Auftreten sich viele Tiere längst VOR ausbruch desselben in Sicherheit gebracht hatten – sofern sie nicht angebunden waren – während die Menschen noch ahnungslos am Strand lagen – obwohl sie nicht angebunden waren.
Ob es sich bei den Tieren um diesen ACC-Sinn handelte, von dem sie die frühzeitige Warnung erhielten oder ob es sich dabei um das undefinierte instinktive Gespür handelte, weiß ich nicht. Klar ist nur, der Mensch kann zwar ebenso instinktiv handeln, bedient sich aber selten seiner intuitiven Fähigkeiten, da es ihm die Gesellschaft allzu oft untersagt, nach der Intuition zu handeln und somit verhindert, sie als einen festen Aussichtsturm im Bewußtsein zu errichten und auszubauen.
Es mag seltsam idiotisch klingen, doch der Mensch ist sich seines Unterbewußtseins nicht bewußt, während das Tier sich seines Bewußtseins nur unterbewußt bewußt ist. Noch idiotischer würde es allerdings klingen, wenn es sich, so wie ich eigentlich vermute, genau umgekehrt verhält.
Wie auch immer: Was Millionen von Menschen schon immer geahnt haben, wurde also nun von wissenschaftlicher Seite bestätigt: Wir verfügen über ein instinktives Frühwarnsystem, dem wir aber kein Gehör verleihen, während im Äther schon die Alarmglocken läuten und wir in unserer duseligen Fünf-Sinnes-Welt mal wieder nichts davon mitbekommen. Das kann tragische Folgen haben, aber auch traurige Folgen, wenn man davon ausgeht, daß es nicht immer nur Alarmglocken sind, die uns etwas mitteilen, denn manchmal erklingt auch ein himmlisches Glockenspiel, von dem wir uns vertrauensvoll und glücklicherseits unserer Wege leiten lassen könnten, doch hören will es keiner – denn dann müßte man das alte Vertraute ja hinter sich lassen.
Über den ACC-Sinn wird desweiteren noch gesagt, daß sich sein Prinzip der Früherkennung undeutlicher Ereignisse umso deutlicher im Menschen bemerkbar machen kann, je mehr Erfahrungswerte er gesammelt hat und je besser es ihm gelungen ist, diese mit aktuellen Umwelteinflüssen in Verbindung zu bringen. Nach meiner Logik heißt das mit anderen Worten: Der Mensch ist lernfähig, und auch Intuition ließe sich trainieren.
Ich möchte daher davon ausgehen, daß dem Menschen neben seinen bisher bewußten fünf Sinnen noch weitere zur Verfügung stehen dürften. Sie mögen sich noch nicht organisch herausgebildet haben, doch wäre dieser Same vorhanden, so würde er auch gedeihen können – zumindest bei günstigen Klimaverhältnissen.
Wer die Fähigkeit der Intuition trainiert, bemerkt irgendwann einen Reifeprozess darin und lernt diesen „Sinn“ bewußt einzusetzen. Die Vorahnung, sei sie nun dunkel oder hell, würde in der Anwendung andere Gesetzmäßigkeiten überwinden und den Menschen, in gewissem Maße, unabhängiger von Raum und Zeit machen können. Nämlich unabhänig allein von seiner Vorstellung, die er von Raum und Zeit hat. Er könnte nach Schulung dieser Fähigkeit in Krisensituationen nicht mehr nur struktur-unabhängig reagieren, sondern sogar selbstbestimmend bereits im Voraus intuitiv agieren. Er könnte dies tun, wenn er diesen Sinn genauso sensibilisieren würde, wie sein Gehör und sein Augenlicht. Er wäre dann auch dazu fähig, sich die Wahlmöglichkeiten selbst zu schaffen, bevor er sich aus Angst oder Verunsicherung in vorgegebene Abhängigkeits-strukturen begibt.
Neben dieser noch nachzubildenden Fähigkeit, die Intuition als Sinn anzuwenden, offenbaren sich den Menschen unserer Zeit weitere Möglichkeiten zur Erlernung des Umgangs mit dem Unbewußten oder auch Außersinnlichen. Die Resonanzfrequenz der Hirnwellen und die Erdresonanzfrequenz zum Beispiel, würde bei bewußter Anerkennung ihres Vorhandenseins dem Menschen erlauben, universelle Zusammenhänge in ihrer Ganzheit verstehen zu lernen. Das menschliche Gehirn stimmte sich schon immer auf die äußerlichen Frequenzbereiche ein, das heißt, der Mensch steht auch heute noch in Resonanz zur Erde und in inniger Kommunikation mit dem Universum – nur hören die meisten nicht darauf. Je nach dem erreichten Frequenzwert der Erde schwingt der Mensch auf gleicher Ebene unbewußt mit. Erfährt dieser Frequenzwert eine Steigerung, so stimmt auch der Mensch sich mit der Zeit darauf ein.
In Folge dieser Umstimmung wird der Mensch zunehmend über die Fähigkeit verfügen, im Äther umherschwingende Informationen wahrzunehmen, die ihn dazu befähigen, mit seinem Bewußtsein nach diesen Informationen zu handeln, die ansonsten weiterhin nur außerhalb seiner bisherigen Fünf-Sinne-Wahrnehmungsleistung durch die Gegend fliegen.
Von diesen, dem menschlichen Gehirn zugänglichen, aber auch vom menschlichen Gehirn erzeugten Wellen – schließlich geht es um Resonanz – ist anzunehmen, daß sie die Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozesse jedes einzelnen Menschen auf höherer Ebene schwingen lassen können. Hierdurch irgendwann zusätzlich begnadet, käme er in eine bewußte Kommunikation mit der Erde, dem Universum oder, wenn man so will, mit Gott. Erlernt das Gehirn erst einmal, diese Schwingungsebene bewußt zu erkennen und zu halten, dann wäre eine Bewußtseinserweiterung im wahrsten Sinne (des Wortes Sinne) die Folge.
Der Mensch könnte sein Tagesbewußtsein, mit den sonst schon verlässlichen intuitiven Möglichkeiten des Unterbewußtseins mehr und mehr bewußt kombinieren. Er müßte nicht mehr anderen vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten gehorchen oder sich diesen unterwerfen. Das hilfreiche Medium hierbei wäre der Mensch selbst und der Überbringer der nötigen Botschaften das Universum höchst persönlich – und sonst niemand, egal zu wem oder was der Mensch gerade aufblickt.
Um es mit anderen Worten zu sagen: Verändert sich die Schwingung der Erde hin zu einem höheren Frequenzbereich, im Angleichungsprozeß an universelle Veränderungen, so nimmt auch der Mensch automatisch daran teil. Liegen diese Werte nicht mehr nur im Bereich des Tiefschlafes, noch des Wachzustandes oder des Traumschlafes, sondern in dem des Klartraumes, so wird auch der Mensch sein Auffassungsvermögen in diesem Sinne ausweiten.
Wenn er gelernt hat, damit umzugehen, wird er sich seiner Bestimmung bewußter sein und sowohl die Bereiche des Unterbewußten, als auch die des sogenannten Übersinnlichen verstehen lernen und für den Alltag zu nutzen wissen. Der Mensch wird ein ganzes Stück göttlicher sein, ist aber gleichzeitig umso mehr an die Gesetzmäßigkeiten des Universums gebunden.
Ein egozentrischer Mißbrauch dieser Wahrnehmungsfähigkeiten ist übrigens nicht möglich, sei es zur Selbstbereicherung oder zur Selbstbeweihräucherung. Handeln wird der Mensch mit dieser Befähigung nur erfolgreich können, wenn es sich nutzbringend auf die gesamte universelle Umgebung auswirkt. Also auch auf seine Feinde. Ein Mißbrauch ist nur durch eine von Menschen herbeigeführte Störung dieser Wellen oder Schwingungen möglich, doch wird auch diese Einflußnahme den Störer letztlich am meisten schaden.
Insgesamt ist diese Enwicklung für den Menschen durchweg positiv, beziehungsweise seiner Entwicklung dienlich. Der Mensch wird zunehmend mit einer universellen Droge beliefert, die ihn in einen erhöhten Bewußtseinszustand bringen und vielleicht gar katapultieren wird. Ließe er sich darauf ein, so würde diese Bestrahlung eine ausgeglichene, positive Grundstimmung in ihm auslösen. Der Mensch bräuchte sich nur seiner Sinne und Übersinne bedienen und er könnte wach und beduselt gleichzeitig die Wunder des Lebens und des Universums neu erleben und entdecken.
Darüber hinaus wäre sogar die Erderwärmung hilfreich bei dem ganzen Prozess und es könnte Zeiten geben, da befänden sich die universellen und menschlichen Wellen in gleich schwingender Hochstimmung. Dies könnte zu einem globalen Stimmungswandel führen. → Zusatzstoff 2010: Die angeblich vom Menschen herbeigeführte Klimaerwärmung im Gleichschritt mit dem CO2-Wahn ist somit nur Methode diesen positiven Stimmungswandel zu unterbinden – freies Aufatmen untersagt
Globaler Sinnes- und Stimmungswandel; das klingt wunderbar und die leidige Frage, warum man davon leider immer noch nichts mitbekommt, ist leider genauso leidig zu stellen. Darauf gibt es zwei Antwortmöglichkeiten: Entweder ist dies alles von mir nur wortreich zusammengesponnen worden oder jemand droht über diese Entwicklung mächtige Sorgenfalten zu bekommen. Diese Art von Bewußtseinsentwicklung müßte aus Sicht solcher mächtigen Sorgenfalten natürlich mit aller Macht unterbunden werden. Denn droht diese tendenzielle Veränderung im Bewußtsein der Menschen die Geschicke derjenigen zu stören oder gar zu beseitigen, die bisher das Weltgeschehen gelenkt haben, so setzen sie diesem Fortschritt eine andere Dynamik entgegen, um sie umzulenken, zu stören oder gar zu stoppen. So ist die tendenzielle Veränderung eine, die sich im Bewußtsein eines jeden Menschen zum Positiven vollziehen könnte, und die andere wird ihm übergestülpt – zur Eindämmung der ersteren.


Harfenmusik
verfasst im Jahre 2001/2010

“Es ist also offensichtlich eine Dummheit zu glauben, daß von den sichtbaren Eindrücken uns nur diejenigen schaden und beeinflussen können, die offenkundig in den Sinnen und in der Seele eine Störung des Gemüts auslösen. … So ist es kein Wunder, daß vieles so lange unbemerkt durch die Augen aufgenötigt wird und gefangen nimmt, bis die Seele und die Spiritualität daran zugrunde gehen, auch wenn diese Störungen nichts anderes zu sein scheinen als unbedeutende Ereignisse.”

“Manchmal werden wir von Angriffen, die wir nicht fühlen, mit größerem Schaden getroffen und verletzt als von Angriffen, die wir fühlen. So werden auch viele Dinge, die wir sehen, und durch die Augen aufgedrängte Störungen des Gemüts nicht deutlich und als von außen kommender Einfluß fühlbar, obwohl sie sogar tödlich wirken können, wenn sie tiefer eindringen. Ihr Inhalt wird direkt unserer inneren Spiritualität wie einem anderen Bewußtsein und Lebewesen überbracht.”

Giordano Bruno (1548-1600)

… Da gibt es also in den Wüsten der Welt, und weiß Gott wo sonst noch, Forschungsstationen, die mit Pegeln und Pendeln arbeiten und Lichtphänomene, Klänge, Töne und Frequenzen messen, die man weder dort noch hier wirklich sehen oder hören kann. Diesen Forschungsstationen entweichen hin und wieder ein paar Tönchen, von denen keiner weiß, wer dafür nun eigentlich verantwortlich ist. Und man sagt nicht umsonst, die Leisen seien die übelsten.
Hier kommt es zu Schwingungen und Frequenzen, die nicht das Ohr, sondern das Unterbewusstsein des Menschen erreichen. Und auch das Unterbewusstsein ist ja ein Bewusstsein. So wie das Wetter die Gemütslage eines Menschen beeinflussen kann, sind auch andere Kräfte für solche Zustände mitverantwortlich. Allein ein Tiefausläufer kann die Stimmung drücken, ein luftiges Hoch kann die Stimmung heben, doch selbst das luftigste Hoch mag nur schwache Auswirkungen auf jemanden haben, der zum Beispiel die ganze Nacht neben einem eingeschalteten Handy, einem Funkwecker, mehreren PCs, und was nicht alles sonst noch so strahlt, geschlafen hat.
So bewirkt die eine Stimmung nicht selten die andere, und manch eine Grundstimmung kann von vielen Nebenstimmungen verdrängt werden.
Doch eins ist ja wohl auch klar: Wäre Haarp eine Anlage, die zur Störung, Beeinflußung und Untergrabung der menschlichen Gehirnfrequenzen, unserer Gedanken oder des Unterbewußtseins eigens erfunden wurde, was in Anbetracht manch kranker Gehirne im Kreise der Weltherrschaft durchaus so sein könnte, so muß man sich gleichzeitig auch überlegen, ob hiermit nicht von der eigentlichen Einflußnahme und Manipulation nur wieder abgelenkt wird. Denn es wäre doch im Sinne des übelsinnigen Erfinders, wenn man sich als ohnehin schon vielseitig gefragte Verschwörungstheoretiker an einem irgendwo in der Ferne herumexperiementierenden potentiellen Menschenfeind und seiner Antennenanlage unerfolgreich die Zähne ausbeißt, während man die größten Störenfriede in unmittelbarer Nähe gar nicht mehr wahrnimmt. Diese wurden nämlich meines Verachtens in regelmäßigen Abständen überall in die Erde gerammt und mit entsprechendem Zusatzgerät über die Dächer der Menschen gestreut, während ein jeder das Endgerät in Form eines Handys tagein tagaus in der Hemdtasche über dem Herzen mit sich spazieren führt und sich derweil zwecklos über Haarp aufregt…
Es ist gleichzeitig kein Geheimnis mehr, daß der Kreis der Wissenschaft schon seit jeher darauf aus war, sich mit Gott, oder den Mysterien des Universums innigst zu beschäftigen, sich mit den dort gestalteten Phänomenen auseinander zu setzen und sich oftmals auch mit dieser Göttlichkeit gleichzustellen. Um nicht zu sagen, sich mit Gott zu messen.

Das ist keine Neuigkeit, die den Menschen wirklich beunruhigt, denn er weiß, jeglicher Glaube ist stärker und weiter fortgeschritten, als der jeweilige Stand der stets hinterher hinkenden Wissenschaft. Doch manch ein Glaube ging gleichzeitig verloren, weil er auf Sand gebaut war und manch einen Menschen nicht zufrieden stellte. Dies erzeugte Konflikte, Glaubenskonflikte, was wiederum der Wissenschaft einen Vorsprung oder Fortschritt erlaubte. Im Endeffekt sind beides, Glaube und Wissenschaft, nur duselige Glaubensvorstellungen, die nie zu mehr gereichen, als das Ego bestätigt zu haben.

Doch der Mensch merkte, er kann auch selber denken und ohne das Gerede der Obrigkeiten im Inneren seines Selbst nach Gott suchen, ja, sich sogar mithilfe neuer Techniken mit anderen Gleich-Gesinnten darüber austauschen. Und der Glaube kehrte zurück, diesmal sogar mit einer neuen Botschaft. Er war voll des Lichtes, entledigte sich der dunklen Dogmen und der angsteinflössenden Unheilsverkündungen, das heißt, des Menschen Gewissen wurde nicht mehr untergraben und er ließ seine Ängste nicht mehr stets unbegründet heraufbeschwören. Gleichzeitig wurden die Wunder und Mysterien des Universums im Großen wie im Kleinen weiter erforscht, die hellen und dunklen Mächte errechnet und benannt, erkannt und gemessen. Das bisher Unerklärliche, dem sich weniger wissenschaftlich orientierte Gruppen schon längst gegenüber geöffnet hatten, dieses Übersinnliche wurde erforscht. Ganz im Sinne des Fortschritts, im Sinne der Machterhaltung, im Sinne der Macht und im Sinne der Sinne, die da überall so frei und offen für jeden Menschen greifbar herumliegen.
So gibt es doch manchmal so Tage, da schwebt ein ganzes Bevölkerungsgrüppchen aus unerfindlichen Gründen auf Wolke sieben. Sie alle benehmen sich äußerst befremdlich, viel zu leichtfüßig, viel zu beseelt, viel zu gut gelaunt.
Sie scheinen alle gemeinsam das Wunder des Lebens zu spüren, die Leichtigkeit des Seins, den inneren Frieden, die Nächstenliebe, die uneigennützige Liebe, den Frühling, den Vogelgesang, oder das Wunder des lichtgolden Herbstes, das Trippeln ausgelassener Kinderfüße inmitten von Laub, Ästlein und umher springenden Esskastanien… das Wunder der Schneeflocken, die so einmalig und unnachahmlich jede für sich einzigartig auf die Wimpern der Menschen fallen und ihnen das Wunder bringen, und mit ihnen verschmelzen… das Gefühl der Gemeinsamkeit, das Flackern eines höheren Bewusstseins, das Gefühl der Naturverbundenheit, das Wiedererleben der Urinstinkte, der universellen Zusammengehörigkeit… das Erklingen Gottes allumfassender Musik, als Echo in jedem winzigen Herzen der Menschen erfahrbar… dies alles in einem einzigen Moment der Erkenntnis spürbar, der Erkenntnis, daß alle Wunder sich vereinen und in der Gesamtheit ein spürbares Echo widerklingen lassen, das die Hallen der Seelen erhellen wird und mit Liebe, Glück, Lebensfreude, Einigkeit und Friede erfüllen möchte…

Niemand wollte nur noch vor dem Fernseher sitzen und die Menschen erhoben sich aus der Scheinwelt, kurz bevor diese sie vollständig ausgesaugt hatte… Sie gingen sich wieder entdecken und wurden wieder zu spirituellen Wesen, denn ihre Sinne, wovon sie mehr als fünf entdeckten, diese Sinne hatten sie geöffnet und sie wollten zu freien Wesen werden…

Das musste natürlich unterbunden werden.

Und Gott spielte Harfe am Ende des Ganges

Ferne Klänge ihrer Bestimmung entwichen,
stumme Gesänge trüben Stimmungen glichen.
Die taube Menge dem Gedränge verschrieben,
der einzelne Mensch in die Enge getrieben.

Die Luft unbewegt, in belanglosen Flauten,
erfüllt unentwegt, von den klanglosen Lauten
einer lautlosen Peitsche die von Schwingungen sprach;
– der Gesang von der Freiheit stimmungslos brach.

Die Lieder vertrieben und Kriege besungen,
unter rhythmischen Rudern, von Sklaven geschwungen;
Der gefesselte Mensch nur den Strick nicht verspürte,
der geschickt um sein Glück und Genick sich verschnürte.

Sie folgten im Wahn all den leblosen Noten,
verloren den Plan aller göttlichen Boten;
Wie der Vater, der Himmel, seine sphärischen Töne,
verlor Mutter, die Erde, ihre Töchter und Söhne
– und sie, die der Menschen Musik so gern hörte,
wurde taub, da ein Krieg sie lautlos zerstörte.

Doch Gott spielte Harfe weit am Ende des Ganges,
der Mensch sich erfreute eines neuen Gesanges.
Ein Echo der Engel unter menschlichen Liedern,
vertrieb die Frequenzen, die höhern, die niedern,

– die aus den Schlafliedern
Alpträume machten –

erst als sie verstummten,
die Menschen erwachten.

Und Gott spielte Harfe am Ende des Ganges ist ein Gedicht meines verblichenen Schreiberkollegen H.C. aus dem Jahr 2001


Volksverdummung
verfasst im Jahre 2001

Die Menschen verhalten sich so, wie sie konditioniert wurden, wie sie erzogen wurden, wie es von ihnen erwartet wird. Man verlässt sich nicht auf die Natur, man verlässt sich nur auf die Erziehung. Das sind die Menschen, die ich als Sklaven bezeichne.
Freiheit, der Mut du selbst zu sein, Osho

Immer schon war im Namen der Werbung Volksverdummung angesagt.
Das Volk musste genährt werden. Gemästet durch flackerndes Futter. Es wurde geistiger Dünnschiss produziert und 90% der Sendungen bestanden aus Fastfood, Billigfutter, verseuchter und wenig nahrhafter Nahrung, Seele und Geist auf Diät gesetzt. Gelegentlich aber gab es ein blutiges Fressen zwischendurch. Bilder von blutenden, verkrüppelten und verhungernden Menschen regneten wie Cornflakes aus einer Kellogs-Packung. Massenübersättigung!

Dann: Unterbrechung der Mästung durch monotone Werbepausen. Reichtum, Wohlstand, Autos, Reise, Eis und Schokolade. Du darfst, denn Rennie räumt danach den Magen auf.
Ein jahrelanger bequemer und schonungsloser Prozess drängte das Volk vorsätzlich in Abhängigkeit, ein Abonnement mit ewiger Verpflichtung zur Abnahme. Werbung weckte niedere Instinkte, Hunger verschwand, Appetit entstand, Konsum war die Folge, das große Fressen immer erst zum Hauptprogramm, Thema belanglos, Appetithappen zwischendurch, die Möglichkeit zum Umschalten kam dem Selbstbetrug nahe. Die Geilheit der niederen Instinkte wurde aufs äußerste heraufbeschworen und hat seither ihren festen Platz auf den Börsentafeln. Waffen und Drogen werden sowieso gut verkauft, alle anderen, die außerhalb dieser Bedürfnisse sich bewegen, brauchen abwechslungsreiches Spielzeug, damit sie nicht zu quängeln anfangen, während sich die Großen entweder amüsieren wollen oder in Ruhe streiten möchten, um die Machtverhältnisse zu klären. Denn wieder hieß es, ihr esst, was wir euch geben und wir nehmen uns, was wir wollen. Das war insbesondere in den 70er, 80er und 90er Jahren so.
In heutiger Zeit hat sich zwar über weite Strecken noch nicht viel geändert, doch eine neue Waffe zur Beeinflussung des menschlichen Geistes lauert wartend in einer Ecke. In Zeiten der Globalisierung, Datenbanken und der auseinanderklappenden Schere zwischen Arm und Reich ist dies eine beunruhigende Entwicklung, zumal sie hinter vielen vorgehaltenen Schleiern stattfindet.
Was wir dabei nicht aus den Augen verlieren sollten (denn andere achten ebenfalls genau darauf) ist, daß die Menschen sich wieder intuitiv einer erwachenden Geisteshaltung entgegen bewegen und sich bereits in einem Zustand der Bewußtseinserweiterung befinden. Daß dies die Entwicklung des freien menschlichen Geistes zur Folge hätte, der sich wenigstens von anderen ihn beherrschenden Geisteskranken unabhängig machen würde, das haben nicht nur die Medien und deren Geldgeber, die Konzerne, erkannt, sondern eben alle, die den einfachen Menschen Lebensenergie abzwacken wollen, um selbst zu wachsen.
Ein freier Geist jedoch ließe sich von den billigen 80erJahre-Werbefeldzügen nicht mehr so leicht einfangen und so setzt man genau dort an und bietet uns mittlerweile innerhalb der Werbeblöcke und Berichterstattungen auch einen Hauch von Spiritualität an, die wir durch den Gebrauch der jeweiligen Produkte ausleben dürfen.
Doch das Gegenteil ist Ziel dieser Unternehmung. Es ist, als stünden wir vor einem wunderschönen Regenbogen und ließen uns stets von einer Tüte m&m´s ablenken, in tiefer Grübelei darüber, welche der vielen bunten Farben wir nun wählen sollen. Wer sich hierbei für ein rotes m&m entscheidet, ist in seiner Entscheidungsfreiheit genauso geblendet, wie jene, die ein grünes m&m wählen. Die Bedeutung des Regenbogens entfaltet sich nicht und wir beschreiben ihn höchstens als so eine Art Naturphänomen, dabei ist doch die ganze Natur ein Phänomen. Wir aber erkennen uns nicht als Teil dieses Phänomens an und grenzen uns somit selbst aus. Da greifen wir lieber zum „Gummi-Bärchen-Tarot“, um uns den Sinn unser fehlgeleiteten Bestimmung geschmacksverstärkt auf der Zunge zergehen zu lassen.
Andere erkennen, daß der menschliche Geist einen weiteren Entwicklungsstand anstrebt, eine Veränderung durchlebt und offener wird für ein neues Bewußtsein, dessen Bewegung größer ist, als es irgendeine Strömung in der Vergangenheit je erreicht hat. Damit sind natürlich nur die letzten ca. 1500 Jahre gemeint.
Diese Bewußtseinsebene zu erkennen, dazu wären wir mehr und mehr in der Lage, gäbe es nicht regelmäßige Eingriffe seitens derer, die es nicht möchten. Viele dieser Eingriffe kennen wir bereits, denn wir sehen sie täglich im Schaufenster der Ablenkung, in der Medienwelt. Hierüber wird versucht, die eigentliche Entwicklung der menschlichen Bewußtheit zu blockieren. Wahrscheinlich ist es nicht das erste Mal, daß versucht wird, unsere Seele auszuhöhlen und mit Schwachsinn vollzustopfen. Doch es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, daß das Teufelchen sich selbst ein Beinchen stellt.
Der individuelle Mensch, über die innere Stimme mit dem Universum oder Gottes Wort verbunden, wird sein Bewußtsein öffnen und dies wird vor allem in kollektiver Verbundenheit zur Beschleunigung beitragen. Eine Verbundenheit ergibt sich aber erst dann, wenn nicht von oben herab, oder auch von unten herab, spaltend eingewirkt wird und auseinandersäbelnde fadenscheinige und haltlose Vergleichswerte zwischen das Volk gestreut werden. Nur die wenigstens lassen sich hiervon blenden. Sie sehen weder zu jemandem hinab, noch schauen sie zu jemandem hinauf. Sie schauen nach Innen und auch um sich herum.
Das Bewußtsein in Einklang mit der Natur, dem Universum, zu bringen, erfordert desweiteren eine fortgeschrittene Form der Kommunikation. Diese funktioniert nur, wenn die (innere) Welt im Gleichgewicht (mit den universellen Kräften) ist. Diese neue oder wiederentdeckte Form der Kommunikation wäre auch ohne die Entwicklung der Mobiltelefone und des Internets ein für den Menschen geebneter Weg. Doch liegen Hindernisse auf diesem Weg und das sind, wahrscheinlich gar nicht mal zufällig, eben diese modernen Geräte der Kommunikation, die uns, vielleicht nicht unbeabsichtigt, von dem Weg abbringen (könnten).
Sie können auch hilfreich sein. Der Stellenwert dieser Geräte ist noch nicht festgelegt. Sie bieten auch Möglichkeiten, der vernetzten Menschheit eine neue Bewußtheit zu lehren. In jedem Fall wird der Mensch von beiden Seiten mit unterschiedlichen Absichten, doch mit ähnlichen Mitteln, umworben.


Bad good news, good bad news (ein Potpourri)
verfasst im Jahre 2003/2005

Daß ich niemals eine denkwürdige Nachricht aus einer Zeitung schöpfte, darüber bin ich ganz sicher… wenn dir das Gesetz bekannt ist, was brauchst du dich um Myriaden von Fällen und Anwendungen kümmern?
Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Das ist wahr. Wenn wir zum Beispiel einmal pro Woche lesen, daß es 70 Tote im Irak gegeben hat, dann könnten wir auch die Zeitung von vor drei oder fünf Jahren lesen. Ergänzung 10 Jahre nach Erstellung dieses Artikels: “70 Tote bei Anschlägen im Irak“. Hauptsache man ist auf dem Laufenden. Und wenn es schon jemanden interessiert, ich meine aufrichtig interessiert, dann sollte er sich der Vollständigkeit halber eine Liste erarbeiten, wie viele Opfer durch Krieg und Terror, innerem Regime-Terror, oder von außen gefüttertem internationalen Staatsterror es pro Woche in Somalia, Uganda, Ost-Timor, Afghanistan, Sudan gibt oder wo sonst die USA und Vasallen „humanitär eingreifen“. Und vor allem mit welchen Waffen sich ganze Völker entweder gegenseitig zur Strecke bringen oder mit humanitärer Hilfe von außen unterstützt werden, dieses zu tun.
Ein humanitärer Eingriff der USA 1998 im Sudan hatte zum Beispiel die Zerstörung eines Pharmakonzerns zur Folge, der 10000 Menschen das Leben kostete und eine humanitäre Katastrophe auslöste, da hierdurch die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Eine UN-Untersuchung wurde von der USA blockiert. Ein humanitäres Eingeifen fehlte wiederum in Osttimor, dem 1965 vom Weltgerichtshof und den vereinten Nationen ein Recht auf Selbstbestimmung eingeräumt wurde. Indonesien sah sich daraufhin dazu veranlasst, ein ganzes Volk auszurotten und so wurden zwischen 1965 und 1978 ca. 300000 Menschen ermordet. Durch Waffenlieferungen und militärischer Ausbildung von der USA unterstützt. Selbstverständlich kündigte die USA die Zusammenarbeit mit Indonesien – nachdem neben den 300000 Toten auch einige Milliarden Dollar verbucht waren.
Später sollte ein Tsunami 300000 Tote fordern. Diesmal in Indonesien selbst. Selbstverständlich spendete die USA von allen Ländern am meisten. Die Summe hatte eine astronomische Höhe. Sie spendeten fast soviel wie der Irakkrieg pro Tag kostete. Nie war es billiger, das schlechte Gewissen freizukaufen.

So werden die einen Geschehnisse verschwiegen und andere zur Auswahl aufgetischt, so daß man glaubt, man wüsste, was geschieht, nachdem man obendrein auch noch glaubte, man hätte sich selbst ein Bild gemacht.
Wenigstens lassen sich aber alle berichteten Ereignisse auf die beiden oben besagten Entwicklungen zurückführen. Denn es gibt ja auch durchaus positive Meldungen. Neue Erkenntnisse im Bereich der Forschung und Technik zum Beispiel – schönen Dank auch. Oder andere überflüssige Katastrophen, deren Sinn und Zweck man nicht begreifen kann. Naturkatastrophen etwa, oder für die Menschheit katastrophale Naturphänomene. Denn eine Naturkatastrophe ist, egal wie schwer sie den Menschen das Leben macht, letztlich nur ein exorbitantes Naturschauspiel, dem der Mensch nicht gewachsen ist. Das kann auf den Menschen zwar grausam wirken, ist aber dennoch keine Naturkatastrophe, sondern nur eine Katastrophe für die Menschen. Eine Naturkatastrophe ist erst dann eine wahrhaftige, wenn die Natur den Eingriffen der Menschheit nicht mehr gewachsen ist und selbst daran zu Grunde geht.
Daß ihr nichts anderes übrig bleibt, als die Menschen in Mitleidenschaft zu ziehen, ist nur verständlich. Daß es hierbei oftmals die Falschen erwischt, ist ihr ebenfalls nicht vorzuwerfen, denn die Natur macht keine Unterschiede zwischen gut und böse. Auch liegt es nicht im Bereich ihrer Verantwortung, welcher Teil der Menschheit reich ist und welcher arm. Und diese Unterschiede werden solange aufrecht erhalten, wie der Mensch in gut und böse unterscheidet. (Vermerk Jahre später: Es gibt Ansichten die ich heute so nicht mehr habe; und hier, statt sie zu löschen, in schweinchenrosa anmale) Genauso wie der Mensch fähig ist, in die Natur einzugreifen, genauso sollte er wissen, daß er von ihr und ihrem Tun abhängig ist und somit alles, was auf ihn zurückfällt, die Folge einer Wechselwirkung ist.
Egal, ob es bummst oder wunderbar leuchtet; es scheint oftmals so zu sein, als hätten wir die Wahl zwischen einer wissenschaftlich erwiesenen Erklärung und einer verschwommenen, esoterisch anmutenden Verklärung einfachster Sachverhalte. Doch das Erstaunliche ist, daß viele der wissenschaftlichen Erklärungen für Wunder eben nicht mehr vollkommen einleuchtend sind (oder stets eine neue Version hervorbringen, die ebenfalls an ihre Grenzen stößt) und mehr und mehr Dinge nur noch als bloße Phänomene hingestellt werden können, die eben einfach noch nicht wissenschaftlich erklärbar sind – und somit auch nicht für den Menschen bestimmt sein sollen.
Denn die Wissenschaften erleiden ihre Unvollkommenheit immer da, wo sie das Unerklärliche nicht in ihr Regelwerk unterbringen können. Das führt schließlich dazu, daß sie sich gegenseitig bekämpfen und widersprechen, alleine indem sie alle Jubeljahre eine überarbeitete Version hervorbringen. Wunderliche Phänomene haben hier keinen Platz, solange keine Formel dazu aufgeschrieben werden kann. Und das ist ja nur was sie tun. Eine passende Formel finden, die zwar in sich schlüssig ist und Zusammenhänge erklärt, aber die einfachste Erkenntnis schlichtweg übergeht: Ein Nordlicht oder ein Regenbogen ist einfach nur ein Wunder, nur daß man es heutzutage auch mit Formeln beschreiben kann. Jeder Baum ist ein Wunder, und der Wind, unsichtbar und doch wirksam, ist ein Wunder. Es bleibt ein Wunder, ist wunderschön und reizvoller als jede dafür noch so intelligent herbeigeführte Bezeichnung. Doch nur das ist oftmals eines der anvisierten Ziele dieser Art von Erkenntnissuche; eine theoretisch ausgearbeitete Bezeichnung für das bisher Unerklärliche aufzuschreiben und dafür dann einen Orden um den Hals gehängt zu bekommen. Die verirrte Erkenntnisfähigkeit läßt sich daran erkennen, daß der Orden immer nur dem jeweiligen Wissenschaftler um den Hals gehängt wird und nicht dem Baum der Erkenntnis an sich. Dabei hat doch der Baum oder der Regenbogen diese Achtung verdient und nicht irgendein Schlauberger mit einer Schriftrolle in der Hand.
Folglich, zum Schutze dieser Eitelkeit und der Geltungssucht, werden positive Wunder nicht anerkannt und dem Volk als solche vorenhalten. Obendrein sind die Wissenschaften untereinander gespalten, in sich selbst verliebt, eingefahren und verschlossen und allein dieser Umstände wegen kann ihnen durchaus ein Mangel an Intelligenz vorgeworfen werden.
Wie machtlos die zur Erkenntnis befähigten und lernfähigen Menschen sind, ist an den zahlreichen Katastrophen zu erkennen, welche offensichtlich stetig zunehmen, (oder wird nur verstärkt davon berichtet?) von denen aber jeder bestätigen kann, daß diese uns häufiger aufgetischt werden, als die vielen Wunder, die ebenfalls geschehen und geschehen könnten, ließe man sie einfach zu und würde man häufiger davon berichten. Doch es gilt ja nicht Hingabe, Vertrauen und Harmonie zu propagieren, sondern Angst, Neid und Krieg zu säen. Weil damit ganz einfach besser verdient wird. Mit Kriegen wurde schon immer besser verdient, als mit Geben.

Natürlich, hier werden gerade politische, wirtschaftliche, klimatische, ätherische und spirituelle Ereignisse willkürlich durcheinander gewirbelt. Na und? Wenn der Wirbelwind kommt, oder was für eine natürliche wunderbare “Katastrophe” auch immer gerade ansteht, ziehe ich es vor, daß alle jene Firmen und Großkonzerne, die angeblich so freigiebig in den Umweltschutz investieren, daß eben diese, anstelle meines zusammengezimmerten Gartenhäuschens, fortgeweht werden. Von mir aus könnte zudem auch noch der Bundesreichstag mit einem Wunderwind einmal ordentlich von Innen ausgefegt werden, das würde ich als wahres Wunder bezeichnen. Und wenn nur ein Sturm mal die gelben Tonnen umwörfe, täte ich allein dies Ereignis schon als ein Wunder Gottes bezeichnen, herbeigeführt durch die Kraft seiner wirbelnden Umweltengel! Hauptsache mein Kräutergärtchen, meine bescheidene Gemüseernte, mein Apfelbaum, mein Komposthaufen, mein Schmelztiegel, mein Quellbrunnen, meine zwei Hühner, mein Schäflein, und alles was mir sonst lieb und lebenswert erscheint, hauptsache das alles kommt unbeschadet davon! Was interessiert mich die Regierung oder meine schwarze bis gelbe Tonne? Was interessiert es mich, wenn der ruhestörende Mann mit dem rückwärtsgepolten Staubsauger seinen lärmbelästigenden Job verliert und plötzlich kein Laub mehr von rechts nach links über die Straße blasen darf? Was interessiert mich das Abschalten der Atomkraftwerke? Was interessiert mich der Untergang von Siemens, IBM, Bayer, RWE, Thyssen-Krupp oder was sonst alles da draußen die Luft verpestet, Waffen schmiedet, Staudämme und Atomkraftwerke baut, hierzu Völker zwangsumsiedelt und neben aller meinentwegen sonstigen sinnvollen Tätigkeit eben gerne auch von Konflikten im Ausland profitiert? Was interessiert mich der Stop dieser ganzen anhängigen Produktion? Was interessieren mich die Folgen im Inland, nach dem Stop dieser destruktiven Wirtschaftsform? 100000 Arbeitlose? So ein Unsinn. Es gibt genug Unrat im heiligen, wundervollen Wald und anderswo, den man beseitigen könnte und man muß dazu niemanden per Zwangsbefehl abkommandieren. Es gibt genug Menschen, die eine helfende Hand benötigen, genug denen man, ohne sich ungefragt aufzudrängen, seine Hilfe anbieten kann. Genug Menschen und genug Wunder, die im eigenen Vorgarten auf uns warten, daß wir sie wahrnehmen und pflegen.

Wunder bleiben so lange Wunder bis sie nicht mehr als solche dargestellt werden. Doch Wunder können unabsehbare Folgen haben, gerade dann, wenn jeder Mensch auf Erden sich im Innersten seiner Seele danach sehnt und erfahren würde, daß sie tatsächlich möglich sind. Toyota weiß das schon lange.
Viele Ereignisse sind nicht mehr zu erklären, vor allem dann nicht, wenn es sich um Katastrophen handelt. Wenn keine Erklärung gefunden werden konnte, war es entweder menschliches Versagen, oder es war mal wieder ein technischer Defekt, was sanft umschrieben das gleiche ist. Kann es nicht aber sein, daß viele der technischen Errungenschaften mittlerweile veraltet sind, während man die Warnungen der Natur oder anderer universeller Einflüsse in aller Hetz und Hast überhört?

Der Beginn einer neuen Dimension ist ein Todesurteil für viele Gebilde überholter Dimensionen. Diese neue Dimension verlangt mehr von uns, als bloß Elchtests bestehen zu können. In den Sphären, in denen sich diese neue Dimension bruchstückhaft offenbart, zerschellen die Raumsonden des alten Weltbildes in regelmäßigen Abständen an ihrer Schallmauer. Dazu wird es gewiss auch noch kommen. Ich für meinen Teil freue mich schon jetzt darauf, wenn kein einziges Handy mehr funktioniert. Aber nur, wenn die Natur das so will. Doch wahrscheinlich wird es wieder der paranoide Politiker im Namen seines Vorgesetzten veranlassen, das Handynetz abzuschalten, weil ihm das einstimmige kritische Gerede der Masse so langsam ein wenig zu brisant wird.

Es gab eine Zeit, da waren es die Wunder, die als unerklärliche Phänomene betitelt und vor allem hervorgehoben wurden. Bis die Wissenschaft sich einmischte, hat man dafür die Hexen und Zaubermeister verantwortlich gemacht. Um Rat gefragt hat man sie nicht, und somit stehen die Wissenschaften wieder alleine da, in ihrer Erklärungsnot. Das Blatt wendet sich. Wenn der Wind weht. Wunder kehren wieder.

Doch wir sind viel zu eingefahren, in unserer durchgeweichten Sofalandschaft, als daß wir wundersame Ereignisse als Tatsache akzeptieren könnten. Wirkliche Wunder geschehen immer noch, nur sind sie es nicht, die den Platz der Zeitungen belegen, sondern ausschließlich die Bad News. Selbst fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse werden stets nur dem Zeitgeist angepasst oder eben nicht weiter beachtet. Wenn Wunder geschehen und davon berichtet wird, dann handelt es sich meist um Glücksfälle während einer Katastrophe, von denen niemand behaupten würde, es handelte sich hierbei nicht um ein Wunder. Wir kennen die Wunder des Lebens und die Wunder der Technik. Kennen wir denn die Hintergründe? Warum wird mehr auf die alteingesessen Weltvorstellungen gehört, obwohl vor der Tür schon der Nachwuchs steht, handfeste Beweise in den Händen haltend? Was wäre wohl das größte Wunder auf Erden derzeit? Frieden in allen Ländern der Erde? Oder vielleicht kostenloser Zugang zur Energie für alle Menschen? Kostenfreie Energie? Energie? Was ist Energie? Warum zum Teufel muß es den Menschen etwas kosten, wenn er doch selber nur Energie ist? Und warum zum Teufel gibt es wohl keinen Frieden in allen Ländern der Erde?

Ja, da hat man wohl schlichtweg die Zusammenhänge ignoriert, die auf einen ziemlichen Wahrheitgehalt hindeuten, während man lieber der Lüge Glauben schenkte und sich zur seiner vorgeblichen Sicherheit versklaven ließ.

Doch Schuld an der allgemeinen Ignoranz ist im Grunde keiner oder alle und die Gruppe von Leuten, die das Zepter in der Hand halten, versuchen nur die in dieser Zeit erreichte Bewußtseinsebene aufrecht zu erhalten, weil sie auch nur auf dieser Ebene die Macht beibehalten können, während die Menschheit seit ihrem Bestehen nicht umsonst die Fragen aller Fragen im Hinterkopf behält, um sie hin und wieder auch mal zu stellen: Warum sind wir eigentlich hier? Was ist unsere Bestimmung? Wo kommen wir her? Was ist unsere Aufgabe? Was übersehen wir? Wo liegt das Glück verborgen?


Schopftintling im Medienwald

*Vorabmerkung:

Der Schopftintling wird auch Tintenpilz genannt und stammt aus der Familie der Tintlingsartigen. Wikipedia beschreibt ihn desweiteren wiefolgt:
“Der Schopftintling gilt jung – solange der Hut noch nicht ausgebreitet ist und die Lamellen noch weiß oder rosig sind – als guter Speisepilz. Er hat eine zarte Konsistenz und ein mildes Aroma. Der Pilz muss sehr schnell verwertet werden, da auch junge Exemplare nach dem Ernten bald tintig zerfließen und dann nicht mehr genießbar sind. In Verbindung mit Alkohol kann der Schopftintling eine schwach giftige Wirkung haben.

Im Alter löst sich der Schopftintling in eine tintenartige Flüssigkeit auf. (Seine Sporen) tropfen mit der Flüssigkeit ab, werden also nicht, wie meist üblich, als Staub verblasen…” (wikipedia)

 

Geschichte wiederholt sich,

sagt man.

Doch was haben wir aus dieser Einsicht gelernt?

Hat uns die Geschichte nicht lediglich gelehrt, daß die Menschen aus der Geschichte bisher eher nichts gelernt haben? Und woran kann das wohl liegen? An den lernunfähigen Menschen oder an der Geschichte?

Liegt es an den Menschen, so fragt man sich, wie das sein kann. Denn Menschen begehen Fehler, aus denen sie normalerweise lernen oder sie begehen einen Fehler solange, bis sie daraus etwas lernen. Vielleicht befinden wir uns ja immer noch in diesem Lernprozess. Vielleicht müssen wir noch ein letztes Mal gewaltig eine verpasst bekommen, damit wir den Fehler endlich erkennen und sich die schrecklichen Ereignisse der Geschichte nicht mehr wiederholen.

Doch vielleicht konnten wir auch nichts aus der Geschichte lernen, weil die Geschichte, die wir bisher erzählt bekamen, nur zur Hälfte wahr ist. Und wir wissen: Geschichte wiederholt sich. Die Fehler, die wir darin begangen haben, können wir nicht vermeiden, da unser Handeln auf Erfahrungen fußt, die wir in einer Welt voller Lügen gesammelt haben, die wir für wahr hielten und es weiter tun, solange uns der fehlende Teil der Geschichte nicht nachgereicht wird.

Oder anders gesagt: Wäre die Geschichte richtig und vollständig erzählt worden, so könnten wir viel besser daraus lernen. Bisher aber wiederholte sich unser angeborener Hang zum Fehlermachen immer wieder ohne Lernresultate, weil die Geschichte, so wie sie uns erzählt wurde, unvollständig ist und darüberhinaus mit Unwahrheiten angefüllt wurde. Solange man  sein weiteres Denken und Handeln nach diesen Richtlinien bestimmt, kann man aus einer solchen Geschichte auch nichts von dem lernen, was der fortschrittlichen Entwicklung der Menschheit dienbar wäre.

Erzähl dem Kinde, die rote Hälfte eines Apfels wäre giftig, so wird es nur die grüne Hälfte essen. Erst die gegenteilige Erfahrung würde das Kind zum vollständigen Genuss des Apfels verhelfen, doch dazu gehört Mut. Mut, sowohl zum Risiko, als auch Mut zur Auflehnung gegen den Lehrmeister, gegen die Autorität. Das Kind erkennt, es wurde belogen und macht sich frei von seinem allwissenden Oheim.

Schön, wenn das so einfach wäre. Doch was, wenn dem Kind erzählt wurde, der rote Apfel wäre nicht nur giftig, sondern genau so giftig wie ein Fliegenpilz. Würde es dann nicht, nach Aufdecken der ersten Unwahrheit, Gefahr laufen, den Fliegenpilz zu essen? Schließlich war der Apfel nicht giftig, so wie uns ja gesagt wurde, warum also nicht einmal einen Fliegenpilz probieren?

Wobei der Fliegenpilz ja noch einigermaßen untödlich ist. Im Gegensatz zu manch anderen Giftpilzen, wie zum Beispiel dem sogenannten Nebelkappen-Pilz oder dem Satansröhrling. Vor allem letzteren sollte man sich lieber nicht einverleiben. Und schlimm sind natürlich auch die Giftpilze mit politischer Coleur: Da wären zum Beispiel die sogenannten Grünlinge. Die sollen einiges an Gift in sich haben, auch wenn man es ihnen dem Namen nach gar nicht anmerkt. Anders beim grünblättrigen Schwefelkopf; da erkennt man sofort, daß er nicht genießbar ist.

Genauso verhält es sich natürlich auch mit den Pilzformationen aus dem anderen politischen Lager: Denn neben den Grünlingen gibt es auch noch die sogenannten Rötlinge. Die sind ebenfalls nicht unbedingt verträglich. Zu diesen Roten gehört zum Beispiel der gemeine Schildborstling, der sich gegenüber den Geschmacksnerven der Schildbürger wahrscheinlich eher wiederborstig verhält.

Hinzu gibt es natürlich auch viele Pilze, die farblich nicht eindeutig zuzuordnen sind. Gerade die sollte man mit Vorsicht genießen. Hier möchte ich besonders den Täubling hervorheben oder den orangefuchsigen Schleierkopf.

Eher selten, aber ebenfalls ziemlich giftig, können auch die Pilze aus dem gelben Lager sein. Hier sei insbesondere der goldgelbe Zitterling genannt, der vielleicht viel lieber ein hochthronender Gelbfuß wäre und sich mittlerweile eher wie ein schöngelber Klumpfuß fühlen dürfte.

Aus dem gleichen politischen Lager kommt auch der sogenannte Schmutzbecherling, der wohl nicht umsonst in der Wirtschaft gelandet ist, da er ziemlich trinkfest ist. Eigentlich zählt er zwar zu den schwarzen Pilzen, aber das macht auch keinen Unterschied mehr. Für alle Fälle hat man ihm aus dem Bereich der schwarzen Pilze die vielgestaltige Holzkeule zur Seite gestellt, und falls alle Stricke reißen sollten auch noch die sogenannte Totentrompete.

Ebenfalls im Parlament der Pilze sind neben den gelben, roten und grünen immer auch die ziemlich braun angehauchten Pilze vorhanden, sowie zum Beispiel der rotbraune Giftschirmling oder die gemeine Stinkmorchel. Und wo wir schon bei den weiblichen Namen sind, dürfen wir natürlich die Grubenlorchel nicht vergessen. Allen voran scheint mir aber die krause Glucke eine zu sein, bei der man, aufgrund ihrer hauptsächlich beigen Mischfarbe, nie so genau weiß, woran man ist.

Jedenfalls muß man bei vielen Pilzen höllisch aufpassen. Denn auch wenn sie sich nach außen schön weiß präsentieren – unter dem Hut sind die meisten ja doch alle schwarz.

Laut wikipedia bilden Pilze neben Pflanzen und Tieren das “dritte Reich der vielzelligen Eukaryoten“. Sie wirken als Zersetzer von totem organischen Material oder unterstützen lebende Pflanzen in ihrer Entwicklung. Normalerweise. Genauso können sie andere Pflanzen aber auch zerstören.

In der Natur haben sie also alle ihre Berechtigung und sind allesamt zu verehren – im Gegensatz zu den oben angedeuteten Bereichen, wovon vor allem die Pilze kritisch zu prüfen sind, welche offenbar darauf aus sind, ein neues drittes Reich der EU-Kary-dioten zu bilden.

Doch von diesen Pilzen einmal abgesehen: Was den Wahrheitsgehalt anbelangt, wäre es besser, gleich in den sauren Apfel zu beissen und die bittere Wahrheit zu schlucken, denn die ist im Endeffekt trotzdem gesund. Sie schmeckt außerdem auch nur dann bitter, wenn man noch genauso wenig reif dafür ist, wie der Apfel in den man beißt.

Der Apfel ist nicht giftig und er hat auch nichts mit der Sünde zu tun. Allein an der Geschichte stimmt ja schon hinten und vorne etwas nicht, was aber auch nicht heißt, daß die Evolutionstheorie der Wahrheit entspricht. Doch so geht man seither vor: Biete den Menschen am besten zwei Lügengeschichten an, oder drei oder vier, und vermenge sie mit ein paar Wahrheiten. Er wird ihnen dann jeweils die kernigsten Gehalte entnehmen,  sich eine eigene  Geschichte zusammenbasteln und sich an den daraus entdeckten Werten halbwegs orientieren, um letzlich bei der Wahrheitsfindung doch wieder zu scheitern.

Soweit zum Lern- und Erkenntnisprozeß der Menschen, die ihren Lebensinhalt und ihre Werte auf irgendeine Wahrheit stützen möchten. Der Mensch und seine Geschichte: ein evolutionäres Lügengebilde.

Was haben wir aus der Geschichte sonst noch gelernt? Und was ist vor allem mit denen, die durchaus davon profitiert haben?

Bisher haben wir daraus nur gelernt, daß die meisten Menschen zu den Opfern der Geschichte wurden, indem sie den Verlust des Lebens, der Würde oder der Freiheit erleiden mussten, während ein paar wenige hierdurch ihre Ziele verfolgen konnten und sie gar erreichten. Diejenigen also, die bisher von der Geschichte profitieren konnten, sind meistens identisch  – oder sagen wir mal generationsbedingt blutsverwandt – mit denen, die Geschichte geschrieben haben. Sie haben Geschichte geschrieben, die Teil der Geschichte ist, welche allerdings nur zur Hälfte wahr ist.

Und wer die Hälfte der Wahrheit verbreitet, wird irgendwann zum Opfer der anderen Hälfte der Wahrheit; der fehlende Teil der Geschichte wird sie irgendwann einholen und es wird ihnen eine Lehre sein. Wären sie zur Einsicht in der Lage, so könnten wenigstens sie aus der Geschichte lernen.

Das über den Geschichtsbüchern und anderen Lehrwerken brütende Volk lernt wiederum nichts weiter aus der Geschichte. Sie sind zum Glauben verurteilt. Um ihnen die wahre Geschichte mitsamt den eigentlichen, daraus abzuleitenden Grundwerten näher zu bringen, muß zum einen noch viel an Schrifttum nachgereicht werden und zum anderen darf während der aktuellen Geschichtsschreibung derselbe Fehler wie oben nicht wieder passieren.

Eine große Aufgabe für die Schreiber, eine große Aufgabe für die Medien. Wer hier ehrenwert vorangehen möchte, dem sei gesagt: Die Aufgabe erfordert es, sich von denjenigen abzuwenden, die zur Krönung ihrer Selbstdarstellung in die Geschichtsbücher eingehen wollen und dazu die Schreiber und Medien benötigen. Will man ihnen zuvorkommen, so genügt es, weniger Lügen zu verbreiten und auf die Informationen zu verzichten, die bisher ja doch immer nur berichtet wurden, um die wichtigen Begebenheiten und Erkenntnisse zu verschweigen.

Denn auch das hat uns die Geschichte gelehrt: Die Medien, hier- und dort zu Lande, schreiben über allen möglichen Unsinn, während sie es verweigern, Aufklärungsarbeit im Dienste der bewußtseinsmäßig aufstrebenden Menschheit zu betreiben.

Dabei wäre genau dies in der heutigen Zeit so leicht wie selten zuvor; ohne Partei zu ergreifen, ohne etwas auszusparen, ohne zu übertreiben und ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wäre nichts leichter, als der Leserschaft eine interessante journalistische und unabhängige Arbeit vorzuweisen, darüber, was tatsächlich geschieht und auch warum es geschieht. Man kann sich sicher sein, daß diese Arbeit, zu der ein Journalist sich ursprünglich verschrieben hatte, auf Dauer zu einer steigenden Leserzahl beitragen könnte und manch ein Leser würde sogar Blumen an die Redaktion schicken.

Warum also nicht frisch ans Werk, sich an die Quellen der alternativen, nutzbringenden und auch erneuerbaren Information herantasten und die Erkenntnisse daraus an das schöpferische Volk weiter transportieren? Im tiefsten Herzen und im reinsten Geiste wäre das Volk den Medien dankbar, besonders dann, wenn es sich aufgeklärt fühlt und besonders da, wo es ihre eigene Recherche durch die Medien bestätigt findet. Denn in einer Zeit, in der die Bürger einer bis zur geistigen Verkümmerung hinfortgeschrittenen modernen Gesellschaftsstruktur die Möglichkeit haben, sich selbstständig zu informieren, könnten sie sich von den Medien im Stich gelassen fühlen, wenn diese weiter so nachlässig ihre Berichterstattung versorgen, wie bisher. Sie werden sich früher oder später von diesen Medien abwenden – und es besser machen.

Andere aber schauen noch die Nachrichten, lesen noch die Zeitungen, jedoch nur mit einer Anteilnahme, als läsen sie die Rückseite der Cornflakespackung. Oder sie stopfen die Abendnachrichten wie den Inhalt einer Tüte Chips geschmacksverstärkt in sich hinein, verdauen die halbe Wahrheit, bekommen leichtes Sodbrennen und spülen die Reste überzeugt ins Klo.

Befriedigt das einen ernsthaften Journalisten? Ist es wirklich das, was er sich als Reaktion des Medienkonsumenten verspricht? Bezeugt das die Anforderung, die ein Journalist an sich gestellt hat? Soll er nicht die Vorzüge des so genannten Informationszeitalters nutzen? Selbst ernsthafte Leser ziehen es mittlerweile vor, die Boulevard-Presse zu lesen, weil sie die Desinformation wenigstens unterhaltsam und mit einer gewissen Fantasie hervorbringt. Verständlich, denn wenn man schon belogen werden möchte, dann bitte richtig. Und außerhalb davon liest der aufgeklärte Bürger die Zeitungen ja doch nur, um zu erfahren, über was alles mal wieder nicht berichtet wird.

Es ist bekannt, daß sich immer mehr Journalisten auf eigene Faust an die Arbeit machen und untereinander vernetzen und es ist auch bekannt, daß mehr und mehr Leser sich von den Mainstream Medien abwenden. Das ist erfreulich und bedauerlich zugleich, aber so ist es.

Was sagte nochmal Mark Twain in seinem Buch Bummel durch Europa? Ach ja genau:

„Ich glaube, eine deutsche Tageszeitung bringt keinen nennenswerten Nutzen hervor, gleichzeitig richtet sie auch keinerlei Schaden an.“

Das schrieb er im Jahre 1880.


Du denkst, daß es so ist, weil es so ist, wie du es denkst
verfasst im Jahre 2001

Dieser Spruch leitet sich aus der indischen Lehre ab, daß du deine Realität mit den eigenen Gedanken konstruierst, doch genauso kann man ihn auch als einen Leitsatz der Medien erkennen.
Schließlich wird dort berichtet, was berichtet werden muss, damit das Volk auch glaubt, daß es so ist. Es wird in eine bestimmte Richtung hin berichtet, und selbst wenn es sich um eine wertfreie Berichterstattung handelt, ist allein durch die Themen-Auswahl vorgegeben, was der Zuschauer erfahren darf und was er im Augenblick besser nicht erfahren sollte.
Die Nachrichten, die er besser nicht erfahren sollte, werden nur dann berichtet, wenn er nicht mehr tun kann, als sie einfach so hinzunehmen. Könnte er mehr tun, als sie einfach so hinzunehmen, dann wird allein durch die Art der Berichterstattung vermittelt, daß er es eben nicht kann.
Allerdings ist es nicht so, daß überwiegend Lügengeschichten berichtet werden. Oftmals handelt es sich durchaus um tatsächliche Begebenheiten, die berichtet werden, damit die Aufmerksamkeit dorthin gelenkt wird. Und nicht in die Richtung anderer Tatsachen. Es ist eben besser, man schweigt sich über manche Themen komplett aus. Wahre Lügengeschichten derweil werden nur dann berichtet, wenn die trügerische Wahrheit droht, ans Tageslicht zu kommen.
Doch ob berichtet wird, was wahr ist, oder ob wahr ist, was berichtet wird, ist meist auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist, was wird berichtet, und vor allem, wann wird es berichtet und ganz besonders ausschlaggebend, wie wird davon berichtet.
Der Journalismus dieser Zeit hat weniger etwas mit informativer Aufklärung zu tun, als mit destruktiver Manipulation. Denn wenn der von den Medien abhängige Mensch nicht darüber informiert wird, was tatsächlich geschehen ist, besonders was gerade geschieht, dann muss er mit dem leben, was angeboten wird. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. An dieser Tischordnung hat sich bis heute nichts geändert.
Das zukünftige Medium ist das Internet. Durch Fernsehsender und Zeitungen verbreitete Nachrichten werden nicht mehr als alleinige Wahrheit hingenommen. Das Volk möchte den Dingen verstärkt selbst auf den Grund gehen. Denn irgendetwas hat ja doch schon immer irgendwie gefehlt. Die Meinungsmacher werden nicht mehr für voll genommen. Das Volk wendet sich ab.
Jeder beginnt vor der eigenen Haustüre zu kehren und früher oder später trifft er auf den Nachbarn, der es ebenso getan hat. Dann setzt man sich zusammen und beginnt den Zustand der Straße zu begutachten. Hier trifft man auf weitere Nachbarn, die wiederum den Zustand ihrer Straße ins Gespräch bringen. Die Ortschaft wird nach und nach belebter sein und die Kommunikation untereinander vollzieht sich über die Orts- und Stadtgrenzen hinaus. Man wird sich im Gespräch zunehmend auch darüber austauschen, was man im Internet über alle weiteren Grenzen hinaus so gelesen hat, welche Möglichkeiten vorhanden sind, tatsächlich und tatkräftig an der Beseitigung von Ungerechtigkeiten und Mißständen mitzuwirken. Die Fernsehsender und Zeitungen werden vielleicht auch noch gelesen, doch zunehmend als Parodie angesehen. Was bisher berichtet wurde und insbesondere was nicht berichtet wurde, wird deutlicher zutage treten, als es jemals überhaupt möglich war. Man wird erkennen, daß man über Jahrzehnte hinweg nur als Opfer der Medien und deren Hintermänner fungierte. Wie das bisher funktionierte, sei im Folgenden an wenigen Beispielen dargestellt.


Zensiertes Deutsches Fernsehen
verfasst im Jahre 2004

Wir sind ein verkrüppeltes Geschlecht von Zwergen, und unser geistiger Gedankenflug reicht nicht viel höher als die Spalten der Tageszeitung.
Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Warum überhaupt sehen wir Menschen Nachrichten? Weil wir uns nach der Vergangenheit richten? Oder weil wir uns danach zu richten haben, was man uns so erzählt? Sollten wir uns nicht lieber auf kommende Ereignisse ausrichten, statt uns nachhaltig abrichten zu lassen? Möchten wir uns informieren lassen oder nutzen wir die Medien bloß, um uns von uns selbst mit nachgereichten Berichten vorsätzlich abzulenken?

Welche Rolle hat überhaupt der Zuschauer, während folgende Thesen nur all zu gern auf Argumente warten, die das Gegenteil beweisen:
Megafirmen (Großkonzerne) und totalitäre Institutionen, besonders die aus den führenden Wirtschaftsmächten, steuern das Schiff der Globalisierung und tragen so auch zu der Globalisierung der Medien bei. (Welche an und für sich einst als Heimat der unabhängigen, kritischen und bunt gemischten Zunft der Journalisten gedacht war)
Darunterhinaus verfügt jede totalitäre Institution über ein Wahrheitsministerium, in dem festgelegt wird, was Wahrheit ist. Von dort aus wird bestimmt, was als wichtig zu berichten erscheint, während die Hintergründe selten erläutert werden.
Die Medien sind keine unabhängigen Institutionen, die das Volk aufklären möchten, sondern ein von wirtschaftsführenden Institutionen beherrschtes (neu 20011: tatsächlich aber von anderen Mächten besessenes) Medium, das darauf abzielt, entsprechend meinungsbildend auf das Volk einzuwirken.

Können wir den obigen Thesen nun Glauben schenken, oder ziehen wir es vor, weiterhin den Medien zu glauben?

Nurmal zwei Beispiele aus der ruhmreichen Vergangenheit:
Im Jahre X (alle Jubeljahre) war ein beliebtes Thema im deutschen Fernsehen der wirtschaftliche Zerfall der Bundesrepublik Deutschland, während wir gleichermaßen die freudige Meldung eingestanzt bekamen, welche Vorteile die Globalisierung so mit sich bringt, obwohl eine der Folgen, die Spaltung zwischen Arm und Reich, weniger berichtenswert erschien. Wenn überhaupt wurde auch hier eher auf die Folgen für Arm, als für Reich berichtet. Arm hat nur hinzunehmen, daß Arm arm bleibt und soll sich nun für einen Euro die Stunde abschuften, denn in diesem Bereich ist ja offenbar Arbeit genug vorhanden. Es sollte sogar soweit kommen, daß in einem Land, in dem es nicht genügend Arbeit zu geben scheint, mehrere Millionen Menschen solche Knechtereien für eine Scheibe Wurst pro Stunde zu erledigen hatten, allein damit sie beschäftigt sind und nicht auf dumme Gedanken kommen. Und damit wir nicht mehr so hohe Arbeitslosenzahlen haben.
Der Sondierungsprozess hatte begonnen.

Anfangs hat man jedoch erstmal genau beobachtet, wie das funktioniert und über die führenden Medien alle „Langzeit-Arbeitslosen“ aufgerufen, sich bis zu einem Stichtag im Amte einzufinden, um ihnen gleich die bittere Wahrheit schmackhaft zu machen: Entweder du gehst für einen Euro die Stunde arbeiten oder du kriegst gar nichts mehr. (Weder Geld noch Arbeit) Deine Wohnung ist auch zu groß, ein Auto darfst du auch nicht mehr fahren und Lotto spielen ist für dich verboten.
Zu meiner Begeisterung haben sich von diesem Aufruf aber viele Leute nicht einschüchtern lassen und sich vorsichtshalber erst mal gar nicht beim Amt gemeldet, so jedenfalls wurde unmittelbar danach klagend berichtet.
Doch um sofort meinungsbildend einzuwirken, gibt es ja Sendungen bei ARD und im ZDF und anderswo, die nämlich sofort darauf Stimmung gegen den (neuerdings) „faulen Deutschen“ machten, der allerdings nach Meinung der ARD ausnahmsweise mal nicht im Osten Deutschlands zu suchen wäre. Man beklagte zunächst, daß gemäß Statistik der „Bundesanstalt für Arbeit“, sich der Trend feststellen ließe, die Ostdeutschen kämen der Forderung Ein- Eurojobs anzunehmen schneller, williger und zahlreicher nach, als die Westdeutschen. Und das Fazit zu dieser wagemutigen Statistik wurde dann auch an die braven Bildschirme aller deutschen Haushalte gesendet: „Faule Wessis, fleißige Ossis!“ hieß es da wahrhaftig. Mit anderen Worten: Wer sich nicht ausbeuten lässt gilt als faul.

Ein weiteres immer beliebtes „Thema des Tages“ ist der Einsatz der Bundeswehr in so genannte Krisengebiete*, als Beispiel diente in diesem Fall Afghanistan. Das ist immer rechtzeitig zur Stelle. Ob ein Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan überhaupt gerechtfertigt ist, steht allerdings nicht zur Debatte. Ob es überhaupt die Rolle Deutschlands ist, militärisch mitzuwirken, ist ebenfalls nicht mehr die Frage. Es macht eher den Eindruck, als sei die Bundeswehr überall einsetzbar, und es scheint, als hätte sie gar keine andere Wahl.  Hat sie ja auch nicht, wegen des Bündnisvertrages von 2001, dem unflätigsten Knebelvertrag aller Zeiten, doch davon wird selbstverständlich nichts gesagt. Und natürlich beteiligt sich die Bundeswehr nicht an Kriegen oder „kriegerischen Handlungen“, sondern marschiert sie nur durch die Gegend, um mit humanitärer Hilfe das Leid zu lindern, also das Leid, das dummerweise erst durch solche militärischen Aktionen hervorgerufen wurde.

Natürlich legt die Bundeswehr auch nicht selbst Hand an die Waffe. Schließlich werden diese nur produziert, um sie in solche Länder zu verkaufen, die damit offensichtlich nicht umzugehen wissen. Und wer nicht mit unseren Waffen umgehen kann, der könnte Gefahr laufen sich selbst in ein Unglück zu reißen, welches wiederum nur mit humanitärer Hilfe von Außen gelindert werden kann.

Nach dem Motto:

Was, dein Land ist voller Minen,
wer nur hat sie dort verteilt !?
Warte nur! Ich werd dir dienen,
mein Räumdienst steht schon lang bereit…

Und während der Einsatz deutscher Soldaten in diesen und künftig auch anderen Ländern unandingbar ist, darf das Vorhaben, (Einsätze der Bundeswehr in Krisenkriegsgebiete), gar nicht hinterfragt werden, sondern ist es schlichtweg hinzunehmen. Schließlich ist das Thema nicht etwa der verfassungsbedenkliche Einsatz der Bundeswehr im Ausland, sondern der zwanghaft unbedingt erforderliche Einsatz der Bundeswehr in hilfeschreiende Krisenkriegsgebiete.

Das Volk wird selbstverständlich an der Debatte beteiligt, und zwar mit dieser unverfänglichen Frage:
„Wie gut sind unsere Soldaten wirklich?“, fragt man bei den Tagesthemen, wahrscheinlich unwissentlich, daß hiermit im gleichen Atemzug sämtliche journalistischen Pflichten umgangen wurden. Es wird nämlich nicht gefragt, wie dieser Einsatz zu rechtfertigen ist, ob er von der Mehrheit der Deutschen vertreten wird, ob die Folgen solcher Handlungen absehbar sind, ob wir die Soldaten überhaupt in Kriegsgebiete schicken sollten, ob es nicht andere Länder gibt, in denen unsere Hilfe benötigt wird, ob es nicht andere Wege der Humanitätsbekundung gibt – nein, das alles wird nicht in die öffentlich Debatte gebracht. Stattdessen wird das vereinte Wohnzimmerbürgertum zur Hauptsendezeit mit der Frage konfrontiert: „Wie gut sind unsere Soldaten wirklich?“

Hm, ja, wie gut sind sie denn? Wie gut sind sie denn? Ja wie gut sind denn unsere Soldaten?

Und bevor man den Sinn dieser Frage überhaupt näher ergründen kann, wird schnell weiterer Nebel verbreitet. Die Nebelmaschine heißt in dem Fall: Tagesthemen – der Kommentar. Dort heißt es dann sinngemäß: Für Afghanistan sind unsere Soldaten gut genug und außerdem sei eine Besserung der Zustände in Afghanistan ja auch nicht zu übersehen.

Es wird allerdings nicht erwähnt, wie es überhaupt zu den Zuständen gekommen ist. Vielmehr müssen wir unsere Pflicht erfüllen und haben gar keine andere Wahl, als gewissen Forderungen nachzukommen und das deutsche Volk hat das gefälligst zu akzeptieren. Wenn die Großen sagen, wir spielen Krieg, dann müssen wir eben Krieg spielen, auch wenn wir viel lieber mit Murmeln gespielt hätten. Wir müssen warten bis es dunkel wird oder bis Mama ruft, wir sollen das Spielen unterbrechen, sonst wird das Essen kalt. Ihr habt den Fernseher angemacht und somit nun hinzunehmen, daß Deutschland ab heute wieder Kriegspartei ist.
Daß dies alles gar nicht so schlimm ist, macht der hoffnungsvolle Schlußsatz am Ende des Tagesthemen-Kommentars auch noch einmal deutlich, Originalzitat:

„Afghanistan ist auf dem Weg der Besserung. Hut ab vor dem afghanischen Volk, und Hut ab vor den deutschen Soldaten!“

Besser hätte Goebbels es auch nicht formulieren können.

*Krisengebiete

Krisengebiete sind solche Staaten, die mit der jeweiligen Weltmacht im Clinch liegen und mit denen die Wege der Diplomatie erst wahrgenommen wurden, nachdem das Land mit Bombenattacken bedacht wurde, da dort angeblich ein irrer Terrorist durch die Berge wandert, offenbar weil er sich nicht mehr im Bush verstecken konnte.

Krisengebiete sind auch solche Staaten, die, nachdem die Wege der „Diplomatie“ nicht fruchteten, mit Bombenattacken bedacht werden. Die Wege der Diplomatie sind dann als gescheitert zu betrachten, wenn seitens des aufbegehrenden Landes Ansprüche gestellt werden, die der Vorstellung der Weltmacht nicht entsprechen.

Krisengebiete sind nicht solche Länder, die sich untereinander abschlachten, solange dieses nicht den Vorstellungen eines Landes entgegenwirkt, welches wiederum diese Form der Unterdrückung entweder mit den Mitteln der Diplomatie oder der Androhung von Gewalt unterbinden könnte, wenn es humanitäre Interessen hätte.
Krisengebiete sind nicht solche Staaten, in denen die Menschen verhungern und an altertümlichen oder von unseren Forschungsinstituten dorthingestreuten Krankheiten zu Grunde gehen, nein, das sind keine Krisengebiete, sondern Katastrophengebiete, in denen nichts mehr zu holen ist, außer der Möglichkeit einer Umverteilung der „Spendengelder“.

Nicht zuletzt sind Krisengebiete natürlich auch solche Staaten, die seit jeher für uns ausgebeutet werden müssen.

Das vor dem Anschlag in New York in den Medien kaum erwähnte Afghanistan ist natürlich auch so ein Krisengebiet. Hier beklagte man bereits vor 911 und den bekannten Folgen des internationalen USA-Terrors 7-8 Millionen vom Hungertod bedrohte Menschen. Das Überleben dieser Menschen konnte nur noch mit internationaler Hilfe gesichert werden und die war übrigens bereits vor 911 vor Ort. Der nach 911 erfolgte Luftangriff der US gegen Afghanistan verursachte dann aber einen Exodus der afghanischen Bevölkerung und mit ihnen folgte auch der Rückzug der dort längst und seit Jahren schon anwesenden internationalen Helfer. Die UN-Beauftragten beklagten dies und baten um Einstellung der Bombardierungen. Zwar wurde Afghanistan nicht flächendeckend bombardiert, aber genausowenig wurde von diesem Hilfegesuch flächendeckend berichtet. Die hilfesuchenden Stimmen verklangen einmal mehr im Bomben und Medienhagel.

Desweiteren erfolgte der US-Angriff ohne die Zustimmung des Sicherheitsrates. Die Angriffe gegen die „terroristischen Netzwerke“ vermischten sich mit gezielten Angriffen gegen die afghanische Bevölkerung, damit diese es aus eigener Kraft der Verzweiflung „schafft, ihre Regierung zu stürzen“, wie es ein Regierungssprecher formulierte, während die Terroreinheiten sich in die Bergen verflüchtigten. Diese Terroreinheiten, eine hunderttausend Mann starke Söldnertruppe, wurde bekanntermaßen unlängst im Kampf gegen Rußland von den USA, Frankreich, Großbritannien und anderen ausgebildet und mit Waffen des Westens ausgestattet.

Ähnliches vor dem Einmarsch der US-Truppen in Kuwait:
Das bis über Jahre unterstützte und bis zum Pressezitat „Größenwahn“ gezüchtete Pressezitat „Monster“ S. Hussein, seinerzeit Staatsoberhaupt des Irak, dieses Monster hatte mehrmals angeboten, sich aus dem Kuwait zurückzuziehen, und zwar unter der Bedingung, der UN-Sicherheitsrat möge sich lieber mehr dem „Nahost-Konflikt“ zuwenden, anstatt sich hier einzumischen. Er kritisierte darüberhinaus die Besetzung Libanons und andere Interventionen seitens des Staates Israel. Er „bat“ um mehr Augenmerk auch auf diese Ungerechtigkeiten. Darauf ist aber niemand eingegangen.
Berichtet wurde es ebenfalls nicht. Stattdessen machte ein sichtlich enttäuschter Hussein nun Andeutungen Pressezitat „die Weltherrschaft an sich zu reißen“, nachdem niemand ihn daran hinderte, über Jahre hinweg, gemeinsam mit der Türkei und ihren von den US gekauften Waffen die Kurden in Massen unter ethnischen Gesichtspunkten sauber zu waschen, wogegen allerdings vorher auch niemand was einzuwenden hatte.

Nach dem ersten Golfkrieg bleiben die US der Welt immer noch eine Begründung des zweiten Golfkrieges schuldig. Der Verdacht der irakischen Produktion von Massenvernichtungswaffen hat sich nicht bestätigt, stattdessen bombardierten die US ein herumstehende Fata Morgana nach der anderen und sorgte mit dem Einsatz äußerst präziser Waffen innerhalb von fünf Jahren für den Tod einer halben Millionen irakischer Kinder, was Magarine Albright seinerzeit als notwendigen Kollateralschaden bezeichnete.

Zudem ebenfalls sehr leichtfertig übersehen wurden übrigens die Anfragen und Bitten der damaligen irakischen Opposition, die bereits im Jahre 1989 um eine gewaltfreie internationale Unterstützung gegen Husseins Machtpolitik baten. Die USA aber zogen es vor, einen Regierungswechsel mit Waffengewalt von außen herbei zu zwingen. Dies jedoch ist genau das, was der Definition nach „Internationaler Terrorismus“ bedeutet.

Tatsächlich ist die USA der einzige Staat, der vom Weltgerichtshof dieses Vergehens mehrmals offiziell verurteilt wurde. Diese Verurteilung hat jedoch keine Konsequenzen, da die USA, neben Israel, ja der einzige Staat ist, der die Resolution zur Verurteilung jeglichen Staatsterrors nicht unterzeichnete.
Das mußten sie auch tun, bzw. unterlassen, da sie ja bereits gegen die Resolution zur Befolgung internationaler Gesetze gestimmt haben und das geht halt nicht zusammen. Israel unterdessen betrieb immer wieder eine illegale Siedlungspolitik in den besetzten palästinensischen Gebieten und zeigte oftmals das Gebaren einer Besatzungsmacht. Mit nachhaltiger Rückendeckung der US hielten sie obendrein den Libanon besetzt und die dort angewandten Methoden sind verständlicher Weise nie Teil unserer Berichterstattung gewesen. Denn diese Bilder könnte selbst in Deutschland kein normaler Mensch verkraften.

Hin und wieder muteten verschiedene „Hilfeleistungen“ der US ein wenig überzogen an, so daß sich der Sicherheitsrat gezwungen sah, etwas genauer hinzuschauen, zum Beispiel wenn eine Waffenlieferung das Maß aller Dinge weit überschritt. Bei der Abstimmung, ob der Sicherheitsrat Beobachter aussenden solle, machten die US einmal mehr von ihrem Recht auf Veto Gebrauch und die Beobachter mussten leider draußen bleiben. Zwischendurch meldete sich auch Libanon immer wieder zu Wort und rief Israel auf, vielleicht mal ab und zu die UN-Resolutionen zu beachten. Nun, sie wußten vielleicht nicht, daß jemand, der nichts unterschreibt, auch nichts zu beachten hat. Und während Israel folterte, terrorisierte und besetzte, verneigte sich unser stets austauschbare Bundespräsident „in Scham und Demut“ (wegen der Sache von früher) vor der israelischen Regierung. Zutreffende Worte eines Feiglings.

Auch die Türkei sorgt immer wieder für Aufregung und wird die Kurden nicht los. Im Jahre 1990 hätten sie es aber fast geschafft. Sie katapultierten sich in dieser Zeit auf den ersten Platz in der Rangliste der weltgrößten Waffenimporteure. Von den Waffen, die tausende Menschen tötete und 3 Millionen Menschen in die Flucht trieb, stammten 80% aus den USA.

Nun verstossen ethnische Säuberungen aber dummerweise gegen das internationale Recht. Die NATO weiß das und sah sich somit auch gezwungen zum Beispiel im Kosovo mitzumischen. Gleichzeitig verschloss sie die Augen vor den offensichtlichen türkischen Versuchen, das Volk der Kurden in die Wüste zu schicken. Daß auch die Türkei innerhalb der NATO liegt, scheint aber kein Grund zu sein, hier einzugreifen. Stattdessen zeichnete sich folgendes Bild ab: Während 3 Millionen Kurden vor der türkischen Regierung die Flucht ergriffen (vertrieben wurden), kam es in Jugoslawien ebenfalls zu großen Flüchtlingsströmen. Und zwar nach den Bombardierungen der NATO, nicht davor. Davor hatten die Menschen noch Hoffnungen. Uns intervenierende Gutmenschen interessierte das nicht, wir merkten erst, daß sich was Bedeutendes geändert hatte, als es plötzlich keine Serbische Bohnensuppe mehr bei Aldi gab. Wer weiß, wie lange es noch den mexikanischen Feuertopf geben wird.

Auch die Menschen im Irak und Afghanistan dürften noch Hoffnungen gehabt haben, bis man mit Uranium-Bomben anfing, diese Bevölkerungsgruppen auf lange Sicht gesehen auszurotten. Im Gegensatz zu vergangenen Horrorcausten scheint es offenbar keine strafrechtlichen Konsequenzen zu haben, wenn man aktuelle Völkermorde offiziell verleugnet.

Die Resolution zur Verurteilung jeglichen Staatsterrors wurde übrigens von allen Staaten, außer den USA und Israel, unterzeichnet. Ja, genau, denn damit wäre der Handlungsspielraum auch viel zu eingeschränkt. Vor allem für die Ländereien Gottes.


Meinungsmache, eine Pipeline quer durchs All
verfasst im Jahre 2004

Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts. Ein allgemeines und natürliches Ergebnis dieses ungebührlichen Respektes vor dem Gesetz sieht man zum Beispiel in einer Kolonne von Soldaten: Oberst, Hauptmann, Korporal, Gemeine, Pulverjungen und alles, wie sie in bewundernswerter Ordnung über Berg und Tal in den Krieg marschieren, wider ihren Willen, ja wider ihren gesunden Menschenverstand und ihr Gewissen – weshalb es ein recht anstrengender Marsch wird und beträchtliches Herzklopfen verursacht. Sie zweifeln nicht daran, daß es ein verdammenswertes Geschäft ist, mit dem sie sich da befassen; sie möchten alle friedlich sein. Aber was sind sie denn eigentlich? Sind sie überhaupt Männer, oder kleine bewegliche Verschanzungen und Waffenlager, und irgendeinem skrupellosen Menschen, der gerade an der Macht ist, zu Diensten?

Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, H.D. Thoreau 1849

Zwar sind wir noch nicht mit einer solchen Propaganda-Maschinerie konfrontiert, wie es in manchen Ländern der Fall ist, denn unser Staat hegt ganz andere Absichten mit seinem Volk, aber das Vorhandensein von gewissen Abhängigkeiten unseres Landes sickern dennoch hin und wieder durch die Plasma-Poren unserer Bildschirme.
So nur zum Beispiel, als am 14.01.2004 der amerikanische Präsident der Welt mitteilte, die Besiedlung (er meinte: Militarisierung) des Weltraumes seitens der US habe begonnen und sei der Aufbruch in ein neues Zeitalter. Diejenigen, die verstanden, daß er von der Militarisierung sprach, quittierten dies eher mit einem Kopfschütteln, denn eine Bewaffnung des Weltalls macht wohl nur Sinn, wenn man entweder die Welt alleine beherrschen will oder wenn man Übergriffe bösartiger Außerirdischer befürchtet. Aber das soll vielleicht auch noch auf uns zukommen.
Diese Meldung, also die mit der Weltraumbesiedlung, nicht die mit den bösen terroristisch veranlagten Außerirdischen, diese Meldung wird tagsüber und abends in verschiedenen Nachrichten-Sendungen Deutschlands live übermittelt.
Passender Weise strahlt die Sendung ZDF-Forschung noch am gleichen Abend einen Bericht über Weltraumreisen und die Besiedlung des Weltraumes aus. Ein interessanter Bericht, der allerdings schon einige Zeit im staubigen Archiv gelegen haben müßte, und auf den man sich schon Wochen vorher feute, als man davon in der Programmvorschau gelesen hatte. Ein interessanter Bericht, in dem darum gebeten wird, die Weltraumforschung zu unterstützen, statt sie zu kritisieren. Besonders auf die Wichtigkeit der internationalen Weltraumstation wird hingewiesen, was den kritischen Zuschauer erfreut, schließlich wurden die Pläne, den Weltraum zu besiedeln, ja gerade erst vor ein paar Stunden per Live-Schaltung vom Präsidenten verkündet. Also aktuell im Gedächtnis noch vorhanden. Gleich danach endlich den längst in der Fernsehzeitung angekreuzten Bericht über die Besiedlung des Weltraums ansehen zu dürfen, das mutet zwar fast erwünscht an, doch vielleicht ist dieser Zufall auch nur wieder auf das Geschick des Präsidenten zurückzuführen, immer zur richtigen Zeit das Falsche oder zur falschen Zeit das Richtige zu verkünden.
Wie auch immer die Zusammenhänge liegen, der Tag ist dazu auserkoren, ganz im Sinne der Weltraumbesiedlung zu berichten, von einer Militarisierung reden wir natürlich nicht. Da sogar im Tagesthemenkommentar diesem Vorhaben Aufmerksamkeit geschuldet wird, handelt sich offenbar tatsächlich um das Thema des Tages.
Und Thema des Tages heißt bei den Tagesthemen immer auch, daß eine nachhaltige Volksmanipulation aktuell besonders vonnöten ist. Ja, ja, der Tagesthemen-Kommentar. Da ist jedes Wort wichtig. So einen wichtigen Kommentar für alle Zuschauer schreibt man nicht mal eben so schnell hin.
Zunächst wird darin mit anfänglich wohltuender Ironie berichtet, daß es sich bei der Mars-Besiedlungs-Vision wohl eher um unglaubwürdige Pläne handelt und sie nur deswegen der Welt verkündet werden, um vom innenpolitischen Versagen des US-Präsidenten abzulenken. Der medienkritische Zuschauer erfreut sich an dieser Bemerkung, erkennt er darin doch, daß die deutsche Medienlandschaft nicht ausschließlich von meinungsmachenden US-Maulwürfen untergraben ist. Man möchte sich wieder zurücklehnen und sich einreden, daß vielleicht doch keine so große Abhängigkeit der deutschen Fernsehsender gegenüber der US besteht, (was die Abhängigkeit gegenüber anderen Institutionen aber nicht ausschließt).
Doch das dicke Ende kommt ja erst immer im Fazit. Dort wird nämlich noch einmal kräftigst auf die Notwendigkeit der internationalen Weltraumstation hingewiesen. Die ist unheimlich wichtig für Europa, wissen Sie. Von den unglaubwürdigen Plänen der US-Regierung einmal abgesehen, den Weltraum zu besiedeln, Verzeihung Herr Präsident, ist es doch durchaus eine Chance für das wirtschaftlich so gebeutelte Deutschland, wenn wir alle gemeinsam den Ausbau der internationalen Weltraumstation unterstützen. Deutschland hegt diesen Willen und wir wollen „uns mit allen deutschen Tugenden“ an diesem Projekt „unbedingt“ (bedingungslos) beteiligen. Diese einmalige Möglichkeit, auf das „Weltraumgeschehen Einfluss zu nehmen“, sollte sich ein so „forschungs- und technikorientiertes Land wie Deutschland auf keinen Fall entgehen lassen.“
Zitat Ende. Befehl gehorsamst ausgeführt, Herr Präsident. Das war, was dem Volk unbedingt mitgeteilt werden sollte. Am besten möglichst fehlerfrei vorgelesen.
Daß sich über eine Militarisierung des Weltraums ausgeschwiegen wird, wundert nicht. Dieses Vorhaben ist nämlich weniger utopisch, als durchaus vorstellbar, schließlich ist es allen Staaten rechtlich untersagt, Waffen oder Waffensysteme ins All zu senden. Niemand richtet Waffen dort oben ein, das ist doch selbstverständlich. Nein, nur Satelitten. Mit denen man die Raketenwerfer im Kriegsfall auf Erden steuern kann.
Natürlich verstößt die US damit nicht gegen das Verbot zur Waffenaussendung ins All. Schließlich haben sie die Outer Space Treaty erst gar nicht unterzeichnet. Diese Petition ist ohnehin eine von vielen, die die US nicht unterzeichneten. Zum Beispiel die Resolution gegen die Entwicklung neuer Massenvernichtungswaffen. Der Irak hat sie unterzeichnet, die US nicht. Und Israel auch nicht. Unterzeichnen sollte man sowieso nur die Petitionen, die man selbst verfasst hat.


Begrenzte Unmöglichkeiten
verfasst im Jahre 2004

Der ganze gewaltige materielle Aufschwung (Amerikas) ist dazu verurteilt, der furchtbarste Fehlschlag aller Zeiten zu werden, wenn nicht aus ihm sich solche Vergeistigung und Veredlung des Menschen empor ringt; lieber in Niederlagen und Verlusten zur Erkenntnis der Seele geführt werden, als die Welt mit allen Gewalten der Materie beherrschen und seellos sein.
Walt Whitman, 1922

Und wie sieht es bei uns aus? Nur vier Beispiele: Handel mit Waffen und Antipersonenminen oder waffenkompatiblen Instrumenten von deutschen Firmen/ Zwangsumsiedlungen von bis zu 2 Millionen Menschen beim Bau von Wasserkraftwerken und Staudammprojekten in China und Indien ohne Entschädigungszahlungen an das Volk/ Bau von unsicheren Atomkraftwerken, Waldrodungen und andere Umweltverbrechen, RWE, ETC. und u.a. von der Firma Siemens. („Stell dich den Elementen“) /Herstellung risikoreicher Medikamente, Testversuche in armen Ländern, gleichzeitig gegen alternative Aidsmedikamente kämpfend, unter anderen die Firma Bayer. „Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“ – falls Sie einen haben.
Zu den Staaten, die sich die Plätze reichster Institutionen mit solchen Konzernen teilen, zählen die USA, Japan, Deutschland und Großbritannien. Galt in einer anderen Zeit Großbritannien noch als eine Weltmacht, so spielt es mittlerweile die Rolle eines Staates, dessen außenpolitische Entscheidungen gehorsamst nach den Wünschen der USA gefällt werden, möglicherweise weil sie ihre Weltkriegsschulden der USA gegenüber noch immer nicht abbezahlt haben. So sagt man wenigstens, wer weiß ob es nicht anders herum ist.
Die USA wiederum, als einzig verbleibende Weltmacht (lt. Medien) ist der höchstverschuldete Staat der Welt. Dem Staate Deutschland hingegen wurde einst ein Schuldenberg erlassen, der höher ist als der gegenwärtige Schuldenberg ganz Afrikas. → Zusatzstoff 2007: Wieder einmal erfährt Deutschland den langersehnten Wirtschaftsaufschwung. So zumindest kursiert die Meldung. Gleichzeitig klettert Deutschland auf Rang drei der Tabelle der größten Waffenexporteure der Welt. Wir sind wieder wer.
Da am besten mit Kriegen verdient wird, statt mit Geben, erweist sich eine Institution mit solchen Zielen als besonders großzügig, wenn es darum geht, andere zu unterstützen, damit diese die jeweiligen Systemgegner in den Konkurs treiben oder in einem Zustand der Abhängigkeit halten. Gleichzeitig sollten einige Gegner aber auch nicht zu sehr geschwächt werden, denn am Besten verdient man wohl, wenn beide Seiten ihr Futter bekommen. Auch können andere mächtige Herren für die weltpolitischen oder wirtschaftlichen Ziele genutzt werden, solange sie nicht damit beginnen, diesen Zielen eigenwillig entgegen zu wirken. Ist das der Fall, dann ist es kein großer Schritt mehr bis zur Großoffensive gegen den, dem man erst die Hände schüttelte, um ihn dann an den Galgen zu hängen.
All diese hier willkürlich zusammengefügten und widersprüchlich erscheinenden Tatsachen zeichnen ganz bewusst ein unübersichtliches Weltbild.
Übersichtlicher wird dieses Bild dann, wenn man erkennt, daß es wenige, mindestens zwei Institutionen gibt, die das Weltgeschehen bestimmen. Ob es sich hierbei um staatliche oder privatwirtschaftliche Institutionen handelt, lässt sich noch nicht sagen. Beide beruhen aber auf gleichen Prinzipien. Selbstverständliches Ziel einer mächtigen Institution ist die Erhaltung und Ausweitung der Macht, die auf Gewinnmaximierung beruht. Diese beizubehalten erfordert jedoch alle erdenklichen Maßnahmen und so bleibt keine Quelle unangetastet.


Φ

Zweiter Gang zum Hauptgericht

Weißer Heilbutt auf Steinpilzrisotto, Pinienkernschmelze & Kerbelsoße, Scheiben von der Entenbrust auf karamellisiertem Apfel-Selleriepüree, Romanesco & Kräutergnoccis, Passionsfruchttörtchen mit Joghurt-Basilikumsorbet & Schokoladenterrine,
Gebratene Dorade Royal auf mediterranem Gemüsesalat, Oliven Ruccula & Parmesanhippe, Klare Tomatenessenz mit jungem Lauch, Grießnockerl &Pesto, Kalbsrücken im Kräutermantel auf Morchelrisotto, Kartoffelnudeln, Sommergemüse &Thymianjus,
Carpaccio & Tartar vom Neuseeland Thunfisch mit Blumenkohlparfait, Sommersalate, Oliven-Vinaigrette & Parmesan,
Gefülltes Wachtelkotelette auf Kartoffeltrüffelpüree & Maderiasoße,
Ragout & Rückenfilet vom Französischen Lamm mit Rahmpolenta, Basilikumcreme, Artischockenspalten, Kartoffelgratin & Rosmarinjus,
Geeistes Vanillesouffle mit Waldbeeren, Minze und Whiskycreme-Brulee

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Alternative Speisefolge:

Schwein gehabt
Vogelfutter fürs Volk
Wir sind das Vieh
Bis auf die Haut
Stand by me – wir sind die Resteverwerter!
Desinformationszeitalter
Der Terror sucht Seinesgleichen
Macht macht muntere Menschen müde
Exkurs in den Supermarkt
Mit dem Zweiten sieht man nur die Hälfte
Auf der Suche nach dem heiligen Shampoo
Abendprogrom
Zuckermonster – raffiniert & entzückend

Φ


Schwein gehabt
erstellt in den Zeiten von BSE

Ich bin überzeugt, daß der Mensch, dem es je einmal ein Anliegen war, seine höheren oder poetischen Anlagen auf ihrer höchsten Stufe zu halten, sehr geneigt war, sich animalischer Kost und vieler Nahrung irgendwelcher Art überhaupt zu enthalten.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Man kann immer nur Bruchstücke zusammensetzen, wenn man kein Bild eines Ganzen vor Augen hat. Hat man aber ein ganzes Bild vor Augen, dann kann man Bruchstücke herausnehmen und einzeln betrachten.

So sind zum Beispiel die im Jahre X (und alle Jubeljahre) ausufernden Tierseuchen nicht der Grund für das Dahinschwinden privater landwirtschaftlicher Betriebe, die es schon immer mit Tierseuchen zu tun hatten, sondern sind sie die Folge von Massentierhaltungen, dem die Inkaufnahme eines Rückgangs privater landwirtschaftlicher Betriebe vorausging, da eine solche vernichtende Entwicklung vom Markt durchaus so gewünscht ist. Anders gesagt: Der Rückgang einer einst weit verbreiteten privaten Landwirtschaftskultur ist eine Folge von einer bewilligten, vom Markt erwünschten zügellosen Massenproduktion, der alle Jubeljahre eine Tierseuche im großen Stil in Kauf nimmt, wenn es ihm nicht sogar eher gut tut, als daß es ihm schadet.

Und während sich die heimeligen Bauernhöfe so nach und nach vom Acker machen, lebt in regelmäßigen Abständen beim modernen Stadtmenschen die Erinnerung an die Vorzüge ökologischer Landwirtschaft wieder auf. Dieser wird sodann nach und nach instrumentalisiert, die Produkte daraus bald in Massen hergestellt und im harmonischen Einklang mit Bildern von päusbäckig grinsenden Bauern im Fernsehen umworben. Das freilaufende Huhn darf jetzt massenweise Eier für die Supermarktketten legen, das Rindfleisch wird seuchenfrei jeden Tag neu ausgelegt an hunderttausend Fleischtheken im Ländle.

Gleichzeitig aber loderte im menschlichen Geist eine alte Erkenntnis wieder auf, die besagte, daß zuviel Fleischkonsum nicht unbedingt gesund ist, beziehungsweise eine fortschreitende Verringerung der Fleischproduktion niemandem tatsächlich schaden würde. Außer vielleicht denen, die es im großen Stil zu verkaufen gedachten.

Auch merkte man im Zuge des Auflebens spiritueller Ansichten, daß der Mensch nicht allein aus Fleisch besteht und sein Geist sich mit Vorliebe in jene himmlischen Gefilde wieder begeben möchte, wo ihm der Sinn nicht unbedingt nach Leberwurst steht, noch nicht einmal nach Tee-Wurst.

Man fing also an, sich heilende Gedanken zu machen. Dann kam die Seuche und es wurde gekeult was das Zeug hält.

Eine Tierseuche, die eines der viel geliebten und gleichzeitig immer wieder mit leichten Zweifeln besehenen Nahrungsprodukte vom Markt zu vertreiben droht, es wirklich zunächst aus den Regalen vertreibt, sichert letztlich eben den Verkauf dieses Produktes. Denn wenn der Trend dahin geht, auf Fleisch gelegentlich zu verzichten, statt es in Massen zu verschlingen, dann muß der Markt einen Taschenspielertrick anwenden. Bestätige zunächst die Meinung des sich besinnenden Volkes darin, daß andauernder Fleischkonsum nicht so richtig gesund ist und im Übermaß den Geist verdirbt. Dies führt zu einer Debatte, bei der ein Teil der Menschen sich bestätigt sieht und der andere Teil, nämlich der größere, den neuen Trend mitmacht, da es die Schlagzeilen in den Zeitungen von ihm verlangen. Er kauft zunächst kein Fleisch mehr, denn zuviel davon ist ungesund, es besteht Seuchengefahr und gegen Massentierhaltung war man sowieso schon immer.

Somit werden die nötigen Maßnahmen zur Beseitigung der Seuche hingenommen und Massenschlachtungen als eine gute Tat verkauft. Die Seuche wurde eingedämmt, der Markt bereinigt, die Anzahl privater Landwirtschaftsbetriebe auf der einen Seite verringert und auf der anderen Seite deren Existenzberechtigung in Frage gestellt, denn Bauernhöfe sind natürlich viel unhygienischer als sterile Großfabriken. Desweiteren sind die Menschen nach Eindämmung der Seuche wieder beruhigt und mit einhergehender Umwerbung des wieder seuchenfreien Fleisches wurde die neue Volksbesinnung, daß der Konsum selbst von gesundem Tierfleisch nicht unbedingt gesund für den menschlichen Geist ist, erfolgreich im Ansatz eingedämmt. So läuft das.

Es bestand eben Handlungsbedarf, dessen Abartigkeit aber offenbar nur wenigen Menschen auf den Magen geschlagen ist. Oder ist es nicht abartig, daß zur Eindämmung der Seuche innerhalb weniger Tage 400.000 Rinder gekeult werden mußten? Da fragt man sich, wie kann ein Volksgewissen dazu gebracht werden, eine solche Massentötung gutzuheißen? Wenn sie wüßten, daß es keine unbedingte Notwendigkeit war, eigentlich gar nicht. Sie dachten aber, es wäre unbedingt notwendig.

Schließlich bestand ja auch die Gefahr, daß auch die Schafe und selbst die Schweine Rinderwahn kriegen können und da wir besonders den Schafen sehr nahe stehen, können auch wir Rinderwahn bekommen, daher gibt es von nun die Meldung zum Frühstück, ein Mensch habe sich versehentlich beim Schaf angesteckt.

Das erregt die Gemüter, vor allen Dingen, wenn es nicht nur in der BILD steht, sondern auch bei ARD und ZDF davor gewarnt wird. Gibt es noch Zweifler, dann frage er sich, ob er auch das Hinsiechen von Schweinen und Schafen ertragen könnte. Und so verlassen uns 400000 Rinder auf einen Schlag. Doch nicht allein wegen der Seuche, oder für den Markt, sondern vor allen Dingen, weil das europäische Volk gerade in Begriff war, die Reinigung seines Geistes anzugehen.

Massenproduktion von Fleisch (Schweineproduktion, Rinderproduktion, Geflügelproduktion, Schafproduktion) erfordert Massentierhaltung. Massentierhaltung (Lagerung) fordert Opfer. Das System lebt von Opfern und die Träger des Systems, das Volk, muß Massentierhaltungen und Massenschlachtungen für sich rechtfertigen können, doch wenn es diese in Frage stellt, muß es auf zwingende Maßnahmen und bereits beschlossene Entscheidungen vorbereitet werden und am besten in soweit beeinflußt werden, diese Maßnahmen auch noch gut zu heißen.

Wenn zum Beispiel in den Zeitungen steht, die Steuern sollen um 4 % erhöht werden, so wird es verständlicherweise keine Zustimmung seitens der Steuerzahler geben. Es gibt Beunruhigungen und möglicherweise schwindende Wählerstimmen und nach vielen Debatten einigt man sich auf eine Erhöhung von, na sagen wir mal 2.8 Prozent. Die Politik ist zufrieden und das Volk erkennt murrend die Notwendigkeit dieser Maßnahme an. Ist das Ziel aber eine Erhöhung von, sagen wir mal 2.8 Prozent, statt 4 Prozent, so wird offiziell eine Erhöhung von 4 Prozent angekündigt, damit das Murren frühzeitig einsetzt. Nach einigen öffentlichen Debatten “einigt” sich die Politik auf nur 2.8 Prozent und das Volk ist froh, nicht 4 Prozent abdrücken zu müssen, und es ist sogar dankbar, somit 1.2 Prozent gespart zu haben!

Ist das Ziel Verzicht auf Urlaubsgeld, dann kündige Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld an und einige dich auf den Verzicht von Urlaubsgeld.

Ist das Ziel die Absetzung der allgemeinen Menschenrechte, so peile zunächst insgeheim die Aushöhlung der Grundgesetze und nationalen Verfassungen an und einige dich häppchenweise auf harmlos erscheinende Anpassungen einzelner Paragrafen des Grundgesetzes, aufgrund vorübergehender Zustände und Notwendigkeiten.

Ist das Ziel die Absetzung eines Ministers, kündige den Sturz der Regierung an und einige dich mit ihr auf die Absetzung eines Ministers, wäre auch mal eine Alternative.

Das nur zur Politik, nun zurück zu den anderen Seuchen. Das Töten der 400000 Rinder war beschlossene Sache und wirtschaftlich notwendig, doch in erster Linie ging es darum, die andere Herde, die Menschen, ins Gehege des Systems einzusperren, bevor sie beschließt, einzelnen schwarzen Schafen zu folgen.

(Zusatzstoff 2015: Ich wollte damit nur sagen, ich glaube, es gab keine Seuche. Bzw. keine solche Seuche. Die 400000 Rinder waren gesund. Na gut, 200 vielleicht nicht.)

Doch das ist nur eine Vermutung, vielleicht liegen die Dinge ja auch ganz anders. Vielleicht hat sich nur eine Seuche unerwartet schnell und umfassend verbreitet, daß tatsächlich nicht schnell genug reagiert werden konnte. Vielleicht würden die Verantwortlichen sogar zugeben, sie hätten nicht rechtzeitig reagieren können und so kam es zu einem aus der Kontrolle geratenen Ernstfall. Keiner hätte eine Erklärung hierfür parat, niemandem fiel eine Lösung ein, niemand wußte, wie es soweit kommen konnte. Vielleicht geschehen Dinge, die wir nicht mehr steuern können und keine der entscheidungsbefugten Instanzen wußte mehr, wie man sich darauf einzustellen hatte.

War es mutwillig von unbekannten Mächten herbeigeführt? War es nur eine Verkettung ungünstiger Ereignisse? War es beides zusammen?

War es ein Wink des Himmels? Ein Weckruf nach Westen?

Ein Versuch das menschliche Bewusstsein wach zu rütteln?

War es eine Chance zu vergeben? Oder eine vergebene Chance?


Vogelfutter fürs Volk
verfasst im Jahre 2005/2007

Wie eine großangelegte Werbekampagne verläuft, bis das Produkt im großen Stil abverkauft wird, sei an einem besonderen Beispiel beschrieben. Dazu eine knappe Zusammenfassung aus der Vogelperspektive über die Vogelgrippe im eigenen Land der Jahre 2005-2006:
Die Presse erwähnt regelmäßig eine schwer definierbare „neue“ Form der Vogelgrippe in fernen Landen.
Es folgt ein ständiges Hin und Her in der Debatte, ob oder wie gefährlich die Vogelgrippe ist
Er ergibt sich die propagierte Erkenntnis, daß eine Grippe deswegen gefährlich ist, weil sie per Vogel nicht vor Grenzen Halt macht. Noch nicht einmal die Mauern und Wachtürme Europas können sie aufhalten
Die Gefahr einer sehr bedrohlichen Vogelgrippe ergibt sich 2 Jahre vor der Fußball-WM in Deutschland
Aber erstmal zurückgerudert, die nun doch nicht mehr sehr bedrohliche Vogelgrippe bleibt ein Jahr vor der WM noch aus
Die ausbleibende Vogelgrippe bleibt während der ganzen WM unerwähnt
Gleich schräg rechts hinter dem Stadion gibt’s die ersten Patentierungen verschiedenster Impfstoffe
Die Medien stützen die neue alternativlose Gesundheitsreform trotz ihrer Verfassungsbedenklichkeit und versuchen sie schön zu reden, bis sie durchgewunken ist
Das interessiert aber sowieso niemanden, denn jetzt ist WM
Ein Jahr nach der WM: Medien und Politik streuen neue Panik wegen der sehr bedrohlichen Vogelgrippe
Die durchgesetzte, durchgemogelte und erkaufte Gesundheitsreform im deutschen Land ein halbes Jahr vor der sehr bedrohlichen Vogelgrippe ist gemachte Sache
Die Medien verkünden die für den Menschen doch wieder sehr bedrohliche Vogelgrippe
Die Medien verkünden die für den deutschen Menschen sehr erforderliche Impfung
Die für den deutschen Menschen sehr erforderliche Erkenntnis, durch Bewilligung der Reform zwangspflichtversichert und somit einer Zwangsimpfung ausgeliefert worden zu sein, kommt zu spät
Bie vielen Deutschen tritt plötzlich die Sehnsucht nach der wunderbaren Zeit während der WM ein, wo man sich für nichts anderes interessieren wollte als für die WM
Es darf geimpft werden, muß aber nicht (das wäre nämlich Körperverletzung)
Gesundheitschädigende Nachwirkungen der Impfungen sickern durch, doch noch sehr sehr viel bedrohlicher ist die Vogelgrippe
Eine Zeitung von 100 berichtet von der Beteiligung des US-Verteidigungsministers an der Pharmafirma Gilead im Jahre 2005. Gilead hat das Vogelgrippemedikament Tamiflu entwickelt und kassiert Lizenzgebühren vom schweizerischen Produzenten Roche. Wer hat’s erfunden?
Eine Zeitung von 100 berichtet von der Gewinnmaximierung der Firma Roche im Jahre 2006 um 150 Prozent
Eine Zeitung von 100 berichtet über den sprunghaften Anstieg der Impfstoff-Nachfrage, insbesondere beim US-Militär und der Anstieg der Aktie im Jahre 2005 von 35 auf 47 Dollar
Zwar bleibt der Vogelgrippevirus im Jahre 2006 und 2007 aus, aber wenigstens propagiert die Presse schonmal die Möglichkeit der Impfung gegen AIDS während es an einer Berichterstattung über die so nicht vorhandene, weil wissenschaftlich nicht nachgewiesene tödliche sehr bedrohliche menschliche Vogelgrippe mangelt
Genauso mangelt es an Berichten über die Hintergründe einer verfassungsbedenklichen für den freien Menschen sehr bedrohliche Gesundheitsreform. Denn die Haltung des Volkes, mancher Ärzte und Krankenkassen gegenüber der Gesundheitsreform interessiert sonst niemanden
Stattdessen kommt es ohne ein Wort plötzlich zur Einführung einer lebenslangen einmaligen Steuer-ID-Nummer, zwangsvergeben mit der Geburt eines jeden Säuglings ab 2007, haltbar bis 20 Jahre nach dem Tod jeder Person deutscher Nationalität.
Es folgt die Einfuhr der biometrischen Gesundheitskarte für alle Zwangskrankenversicherten
Darin der RFID Chip und die Möglichkeit der Kennzeichnung aller Menschen bis zum Werteverfall vorhanden ist
Übung Impfaktion durch die Maßnahme „Vogelfutter fürs Volk“ erfolgreich abgeschlossen.
→ Zusatzstoff 2009: Willkommen Impfluenza und die neue Schlumpf-Impfung


Wir sind das Vieh
geschrieben im Jahre 2002

Den größeren Teil von dem, was meine Mitbürger gut nennen, halte ich für innerlich schlecht, und wenn ich irgend etwas bereue, so ist es höchstwahrscheinlich meine gute Aufführung. Von was für einem Dämon war ich besessen, daß ich mich so gut benahm?

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Hätte eine Kuh einen eigenen Willen, was ihrem Wesen nach durchaus so sein könnte, und dürfte sie sich entscheiden, zwischen einem Stromstoß und einem Ausflug mit der Herde ins grüne Wiesental, dann würde sie sicherlich mit den anderen gehen.

Da sie es aber weder anders kennt, und es ihr auch noch niemand vorgemacht hat, bleibt sie wo sie isst und erfreut sich am Gras so lange es geht. Ich, um mich als Teil einer Herde an dieser Stelle auch mal in den Vordergrund zu rücken, würde als Kuh nicht freiwillig in den Schlachthof gehen, wenn ich wüsste, was mich dort erwartet, doch alle anderen scheinen ja ebenfalls nicht besorgt zu sein und so nehme ich das Leben so, wie es gerade ist. Wäre ich als einzelner aber den anderen voraus, so wäre ich dennoch schnell zu bändigen und ließe mich zu schnell wieder einfangen. Nur gemeinsam könnte die Herde Zäune niederreißen und sich einen neuen Hof suchen, wo man vielleicht gemolken, aber wenigstens nicht ausgeschlachtet wird.

Wüsste die Herde, was sie nach der schmackhaften Nährung, sei es im Freien oder in Fabriken, erwartet, dann würde sie sich zwei Entscheidungs-Möglichkeiten selbst ausdenken.

Die Flucht ergreifen oder sich auflehnen. Hier hätte die Herde auch etwas über wirkliche Entscheidungsfreiheit gelernt. Entscheidungsfreiheit ist nicht zwischen zwei oder mehreren Angeboten auswählen zu dürfen, sondern die Angebote selbst bestimmen zu können.

An dieser Stelle möchte ich mich wieder in der Herde einfinden, in der Hoffnung, sie wüsste um die äußerst begrenzte Auswahl, die wir jetzt noch haben.

Freiheit oder Versklavung.


Bis auf die Haut

geschrieben im Jahr 2001

Die Welt wird mit Waffen und Waffengewalt regiert und so säen nebst anderen Institutionen manche Staaten Kriege, allerdings als Verfechter der Demokratie, und nutzen die Möglichkeiten der Globalisierung zum Zwecke der Machterweiterung. Das Internet, und Barcode-System Zusatzstoff 2007: RFID-Chip wird ausgeweitet und bleibt auf unabsehbare Zeit ein schlummerndes Biest. Außenpolitisch wird alles unternommen, um die einzige Weltmacht zu bleiben, oder westlich orientierte Staaten zu beeinflussen, was mit der Vereinigung Europas immer mehr gelingt. Ob Europa sich dieser Rolle bewusst wird und wie oder was dagegen unternommen wird, bleibt eine offene Frage. Wie weit vom Größenwahn getragene Ideen sich, so oder so, verwirklichen und wie hoch der Preis des Zusammensturzes dieser Illusionen sein wird, ist eine weitere Frage.

Vielleicht war es ja mal an der Zeit, dass uns der Himmel einen oberbefehlshabenden Demokraten schickt, der Zitat, “in den dunkelsten Ecken der Welt das Feuer der Freiheit verbreitet” [sagte seinerzeit Präsident Bush] und in solchen Staaten aufräumt, die zum Teil noch weniger von Menschenrechten gehört haben, als er, bzw. die US. Dass hierbei eine allgemeine Beunruhigung entsteht, liegt wahrscheinlich daran, dass jeder Mensch, und jedes System, ein anderes Verständnis von Freiheit, Selbstbestimmung, Terror oder Sicherheit hat. Und so fragt man sich, wie können freiheitsliebende Menschen, wie das amerikanische Volk, dazu gebracht werden, eine Politik der Unterdrückung zu unterstützen? Und welche Menschen kann man dafür an die Spitze des amerikanischen Staates setzen, wenn nicht solche, die man besonders gut beeinflussen kann? Und wer setzt solche Menschen in die passenden Positionen? Warum ist das Bild, das man von Amerika hat so widersprüchlich? Ist Amerika nicht eigentlich ein Vergnügungsdampfer, auf dem alle Menschen gleich sind? Wer steuert dann aber das amerikanische Schlacht-Schiff? Sind die Amerikaner etwa das auserwählte Volk?

Doch kehren wir lieber zurück in die deutschen Regionen. Denn während Amerika diesen Weg eines überwachenden und gleichzeitig überwachten Staates, eingeschlagen hat, braucht sich auch in Deutschland niemand zu beunruhigen, denn hier wird ebenfalls schon mal vorgesorgt.

Das wahlberechtigte Volk wird regelmäßig mit neuen eingeführten oder umgeschriebenen Gesetzen konfrontiert, die uns für die Zukunft absichern sollen. Nach der Einführung des digitalen Fernsehens sind wir darüber hinaus nun noch mehr in der Lage an weltpolitischen Entwicklungen teilzunehmen, während uns der Staat sogar anbietet, unsere alten Fernseher, Handys und Computer kostenfrei und mit staatlicher Hilfe entsorgen zu lassen, denn teures Tantal aus dem Kongo schmeißt man nicht einfach in den Müll.

Der Weg zur Großoffensive ferngesteuerter Propaganda ist geebnet, das moderne Gerät wird vereinheitlicht, drahtlos, digital und funky, ein Miteinander im engsten Kontakt, Deutschland eine einzige Festplatte. Währenddessen bindet Deutschland seine Kinder an die Wirtschaftsbrust, bittet um Verständnis und Zusammenhalt, und entwickelt sich zu einem Testgelände. Wunder der modernen Technik werden spielerisch eingeführt, denn eine Spaßgesellschaft macht bekanntlich alles mit. Wenn dann der Spaß vorbei ist, wird der eingespritzte Mitgliedsausweis auch kein Trost mehr sein. Der Aufschwung kommt aber bestimmt. Waffen werden überall gebraucht, doch erst muss das Feuer noch weiter geschürt werden.

Welches Ziel verfolgt also die einzig [?] verbleibende Weltmacht und andere wirtschaftsführende Institutionen? Frieden und Demokratie? Freiheit und Selbstbestimmung? Fortschritt und unbegrenzte Möglichkeiten? Eine Vergnügungsreise ins auserwählte Land? Welche Rolle spielt Deutschland dabei? Was hat Deutschland zu bieten? Sicherheiten? Für wen? Gegen wen? Kann es sein, dass hinter all dem ein System steckt?

Und aus welchen Gründen sollte jemand solche weltumfassenden Pläne schmieden, wenn die Ziele erst nach Generationen verwirklicht werden können, die Erträge aber ein wenig vorher geerntet werden? Ist doch alles ein Kampf, der sich auf einer anderen Ebene abspielt? Oder werden die jeweiligen Mittel immer nur dem aktuellen Bewusstseinzustand der Menschen angepasst?

Oder verhält es sich andersherum? Warum werden die Überwachungssysteme dermaßen vorangetrieben und zunehmend spielerisch eingeführt? Bloß um Straftaten besser vermeiden zu können, oder um der Verbreitung von Krankheiten entgegen zu wirken? Was passiert, wenn die nächste Seuche kommt? Eine Krankheit, gegen die man sich durch eine Impfung schützen muss. → Zusatzstoff 2009: Impfluenza und die neue Schlumpf-Impfung. Die sich angeblich so schnell verbreitet, dass sich strafbar macht, wer diesen Schritt nicht unternimmt. Die, um eine Verbreitung zu vermeiden, ein Ausreiseverbot zur Folge hätte. In Deutschland. In Europa? Wären dann nicht gewisse Ziele erreicht? Gerade in den Zeiten der Gen-Datenbanken? Oder geht es, wie immer, einfach nur ums Geld?


Stand by me – Wir sind die Resteverwerter!

verfasst im Jahre 2001

Ich weiß: Die meisten Menschen denken anders als ich, die aber, die ihr Leben aus Berufung dem Studium dieser oder verwandter Gegenstände widmen, sind mir am fernsten. Staatsmänner und Gesetzgeber, die so völlig innerhalb ihrer Institution leben, können sie nie klar und deutlich erkennen. Sie reden von einer Gesellschaft, die in Bewegung ist, haben aber keinen Ruhepunkt außerhalb derselben. Vielleicht sind es Männer mit Erfahrung und Urteil, sie haben zweifellos geistreiche und sogar nützliche Einrichtungen erfunden, für die wir ihnen aufrichtig danken; aber all ihr Witz und ihre Brauchbarkeit bleiben innerhalb gewisser, nicht sehr ausgedehnter Grenzen. Sie vergessen gerne, daß die Welt nicht von der Politik und der Nützlichkeit regiert wird.

Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, H.D. Thoreau, 1849

Sind Fernsehen oder Stereoanlage auf Stand-By gestellt, so heißt das noch lange nicht, daß alles ruht. Während diese Lampen leuchten, und das sollen sie ja immer dann, wenn die Geräte nicht in Betrieb sind, verdient sich der Patentbesitzer eine leuchtend rotgoldene Nase. Und wir bleiben vor dem schwarzen Bildschirm hocken, während wir uns fragen, wie kann der Fernseher aus sein, wenn er doch an ist, und wieso schalte ich ihn nicht gleich ganz aus, wenn ich schon Strom sparen will? Wieso baue ich das rote Lämpchen nicht gleich aus und schick es an den Hersteller zurück?
Doch es ist besser, die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Der Hersteller ist sowieso nicht immer gleichzeitig der Patentbesitzer. Und wer kann von sich schon behaupten, er profitiere nicht von den Errungenschaften der Militärforschung?
So verhält es sich mit vielen Erfindungen unserer schnelllebigen Zeit. Der Elektromotor der elektronischen Zahnbürste, der Laser des CD Spielers, die überspielbare CD-ROM, das Magnetband, die Tütensuppe, die Thermoskanne, das Licht im Kühlschrank, der faltbare Wanderstock, der Teebeutel mit ausklappbarem Klappstuhl, überhaupt vieles aus dem Survival- und Trecking Bereich und so weiter, alles schon da gewesen, bevor auch wir es endlich benutzen durften. Alles war bereits vorher erforscht und entwickelt für die Belange der Soldaten, der Astronauten und der Geheimdienste, und nicht etwa um das Volk zu belustigen. Das ist nur der ertragreiche Nebeneffekt. → Zusatzstoff 2006: Der tragbare Mp3Player, Internethandy mit Live-Kamera war zur Zeit dieses Schreibens noch nicht für Volkes Hände bestimmt, bestimmt aber schon entwickelt und in der Wüste ausprobiert.
Und lassen wir uns nicht für dumm verkaufen: Natürlich hat auch der modernste Computer auf unserem Ikeatisch schon ausgedient, bevor wir ihn überhaupt richtig genutzt haben. Er ist auch gar nicht dazu gedacht, daß wir alle Funktionen optimal nutzen, das werden dann schon andere zu tun wissen. → Zusatzstoff 2006: Bitte upgraden Sie das trojanische Pferd unverzüglich.
Was stehen uns doch für wunderbare Geräten aus dem Bereich der Kommunikationstechnologie zur Verfügung, denken wir. Wir haben das Telefon dem Vorgänger der Morsegeräte zu verdanken, sowie wie wir das Handy dem Telefon zu verdanken haben, das Handy wird internetfähig, der Computer wird durch den Laptop ersetzt werden, der Laptop wird internetfähig und kabellos, das Handy wird sich mit dem Laptop vertragen, der Fotoapparat mit dem Computer, das Handy wird zum Fotoapparat, der Fernseher wird der Computertechnologie angeglichen und so weiter. Wer hier noch denkt, einzig und allein das Morsegerät sei für das Militär oder der verschlüsselten Informationsverbreitung in Krisenzeiten entwickelt worden, hat den Faden nicht weiter gesponnen.
Ein Gerät ist deswegen noch nicht auf dem Markt, weil es anderweitig noch benötigt wird. Es ist schon lange entwickelt und erst wenn es ausgedient hat, mit anderen nicht mehr mithält, an der Front nicht mehr bestehen kann, dann kann es dem Volk zugänglich gemacht werden. Jedes Gerät, das wir neu erwerben, ist im Grunde schon uralt. Wir erwerben es auch nicht wirklich, sondern tauschen es nur um.
Kaufen, umtauschen und Danke sagen. Es ist Krieg und alle machen mit.
Wir sind die Resteverwerter eines Systems, das zur Beihilfe des Machterhalts anderer sämtliche natürlichen Ressourcen der Erde ausschöpft, nicht damit alle daran teilhaben können, sondern damit die Maschinerie des Wahnsinns weiterläuft. Dabei wird aber besonders ökonomisch gehandelt. Das System verschwendet nicht.
Nicht nur bis zum letzten Tropfen Öl wird geschöpft. Die wunderbaren Quellen der Erde bieten noch viel mehr. Das Tier wird bis zum Wahnsinn weiter gezüchtet, um es in unmenschlichen Mengen zu vertreiben. Vom hochwertigen Steak bis zum bürgerlichen Schnitzel, bis hin zum Ochsenschwanz. Die Entsorgung der Reste würde die Verkaufsbilanz schmälern. Also müssen die Innereien, die Haut, die Knochen, die Ohren, die Zungen, die Augen mit Hilfe unbekannter Geschmacksverstärker vermischt werden, damit alles zusammen auch schön nach Mord-Tadella schmeckt. Gepresst und als hauchdünne feine Scheiben geschnitten (für die Kinder sogar mit lustigen Gesichtern besonders nett gemacht) dekorieren wir damit unseren Wurstteller und köpfen guten Gewissens die Eier von garantiert frei laufenden Hühnern.
Nicht nur diese laufen manchmal kopflos durch die Weltgeschichte.


Desinformationszeitalter
verfasst im Jahre 2001/ 2005

Wir beeilen uns, den atlantischen Ozean zu durchkabeln, um die alte Welt der neuen um ein paar Wochen näher zu rücken; vielleicht ist es aber das erste, was in das große amerikanische Schlappohr hineinrinnt, die Nachricht, daß Prinzessin Adelheid den Keuchhusten hat.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Information ist ein teures Gut. Allein das Wissen um die Entwicklung moderner Kommunikationsmittel ist kostbar. Die Verschlüsselung von geheimen Nachrichten und Befehlen ist notwendig für solche Interessengruppen, die Machtansprüche hegen. Vorsprung durch Technik, Wissen ist Macht. Ist ein Lügner an der Macht, so festigt er diese durch Information und verteidigt sie durch Desinformation. Im sogenannten Informationszeitalter, in dem Information für jeden leicht zugänglich ist, bzw. sein sollte, ist Desinformation eine Waffe.

Das schlichte Volk hat zwar noch nie das gewusst, was die Machthabenden wußten, das lernt man aus der Geschichte, doch immerhin ist der zugang zur Information leichter geworden. Deswegen muß das Volk nicht nur verstärkt desinformiert, also belogen, werden, sondern auch verstärkt überwacht werden.

Was ist der Grund dafür, daß wir neuerdings angeblich so vieles wissen dürfen und darüber hinaus einen kompletten Überwachungsapparat im Wohnzimmer stehen haben, die technischen Errungenschaften grenzenlos benutzen dürfen? Und welches Medium nutzen die machthabenden Geheimniskrämer künftig, wenn doch das Internet dem blöden Bürger vorbehalten ist? Anfangs war es wohl noch als ein Regierungsinstrument gedacht, um wichtige Informationen über weite Entfernungen austauschen zu können, auf daß keiner was davon mitkriegt. Und nun beteiligt sich jeder Hinz und Kunz am Informationsspiel. Irgendetwas scheint dort schief gelaufen zu sein.

Es gab Zeiten, da ging der Austausch geheimer Informationen ohne moderne Technik vonstatten. Doch schon immer galt es, geheime Befehle und Anordnungen zu überliefern, ohne daß der Konkurrent, der Feind oder die Gegenseite einen Wind davon bekam.

Die alten Griechen, die zum Beispiel an der Front gewisse strategische Veränderungen vornehmen wollten, wussten noch nicht so genau, wie sie den befehlshabenden Kommandanten telefonisch erreichen konnten. Also sandte man einen Boten hinaus, der einen Brief transportierte, um dann in einem Marathonlauf pünktlich am anderen Ende der Welt einzutreffen und den geheimen Befehl zu überbringen. Als dieser Bote aber viergeteilt und ein wenig gedemütigt zurückkehrte, da wußten die Griechen, Mist, die Perser können auch schon lesen.

Also nahmen sie einen neuen Boten, rasierten ihm den Kopf, tätowierten die neue Nachricht auf seinen kahlen Schädel und warteten ein Jahr, bis volles Haar sein Haupt krönte. Alles, was sich der Bote merken mußte war, dem Befehlshabenden mitzuteilen, er möge ihm bitte erstens den Kopf rasieren und zweitens lesen, was darauf geschrieben steht. Irgendwann entwickelten die Perser aber die makellose Glattrasur und der niemals zu besiegende Improvisationsgeist der Griechen schien an eine Grenze gestoßen zu sein. Doch war diese Art der Nachrichtenübermittlung sowieso zu langwierig, denn zu warten, bis die Haare nachgewachsen wären, hätte kostbare Zeit verschwendet, da sie den Boten derzeit noch nicht mit einer Geschwindigkeit von Mach 3 losschicken konnten. Was ja heute möglich ist, während die Glattrasur ebenfalls perfektioniert wurde.

Ein paar Jahre strichen ins Land und bald entwickelten die Engländer ihren Kolonialgeist, bauten Schiffe und segelten bald hierhin, bald dorthin. Herr Bell war es dann, der wie wild herum telefonierte um sein Patent möglichst gewinnbringend an den Mann zu bringen, obwohl er eigentlich gar nicht der Erfinder war. Stattdessen hatte er sich die Erfindung nämlich aus Italien abgekupfert – doch Rom sah man nur noch in Trümmern liegen, also kam es ihm gerade gelegen, daß sich das britisch militärische Königreich sehr für dieses Telefon interessierte. Man übersäte das Land (eigens dafür) mit Telegrafenmasten und legte aaldicke Kabel quer durch den Atlantik.

Doch selbst den Engländern (von denen man übrigens sagt, sie hätten seit jeher heißes Wasser getrunken, bis sie im reichhaltigen Indien den Tee entdeckten), selbst diesen geduldigen Engländern dauerte all das zu lange, zumindest konnte man jetzt aber morsen, was das Zeug hält und der Feind hörte auch schon mit. Also mußte verschlüsselt werden, da die Technik allein nicht ausreichte, und als die Gegenseite nur noch Kauderwelsch verstand, vermutete sie eine neue Art der Sprache, die aber offensichtlich nichts mit der Muttersprache des Gegners gemein hatte und sie erkannten: Was immer auch verschlüsselt ist, kann entschlüsselt werden. Das wiederum war auch der anderen Seite bald bewußt und so mußten sie die Verschlüsselung entweder verfeinern, um den Vorsprung zu halten oder neue Schlüssel erfinden. Oder eben ein neues Schloss für das nur sie einen Schlüssel hatten.

Wie aber konnte man sich möglichst unbehelligt geheime Informationen zustecken, welche Verschlüsselung war noch nicht geknackt? Verschlüssler und Entschlüssler auf beiden Seiten suchten nach immer neuen Wegen und die Information wurde immer wieder neu inform gebracht.

Das Durchsetzen militärischer, politischer aber auch wirtschaftlicher Ziele war allein davon abhängig, wer über die besseren Kommunikationsmittel verfügte und wer die besten Verschlüsselungstaktiken beherrschte. Die wichtigsten Mitarbeiterstäbe einer jeden Nation, die Machtansprüche stellte, waren die der Kryptoanalytiker, einem bunten Haufen aus Sprachwissenschaftlern, Mathematikern, Ägyptologen, Physikern, Neurologen, Sehern und so weiter.

Das ist heute wohl nicht sehr anders. Um die Sicherheit dieses Mitarbeiterstabes gewährleisten zu können, wird ihnen lebenslange Schweigepflicht teuer abverlangt und ein Vakuum eingerichtet, von wo aus sie fernab der Öffentlichkeit ihrer Arbeit nachgehen können. Diese Orte nennt man die schwarzen Kammern, das so genannte Nervenzentrum eines Staates, der etwas auf sich hält. So war es damals und warum sollte es heute anders sein.

Über die modernste Technik verfügen nur wenige und das modernste Kommunikationsmittel ist immer auch das sicherste. Hieraus kann man natürlich ableiten, daß die jeweiligen Kommunikationsgeräte für das Volk demselben nur deswegen zur Verfügung stehen, weil sie in anderen Kreisen längst ausgedient haben. Somit sind Daten im Internet nicht vor neugierigen Augen geschützt, und entgegen jeder Meinung ist der sicherste Computer eben nicht mehr sicher, sobald er im freien Handel erhältlich ist. → Nachtrag 2007: Dazu muß man erklären, daß es tatsächlich mal Leute gab, die behaupteten, ihre sensible Daten seien im Internet sicher. ←

Je moderner uns ein Handy oder Computer erscheint, desto leichter ist es abzuhören, vorausgesetzt, es gäbe da eine Instanz, die ihre Macht in diesem Bereich auszuspielen gedenkt.

Zum Beispiel bezüglich der Fernüberwachung aller Handys kann man folgende Tatsache anführen: Als im Jahr X (alle Jubeljahre) der amerikanische Präsident England besuchte wurde die höchste Sicherheitsstufe eingeläutet. London, eine an sich schon als sicher geltende Stadt, wurde in dieser Woche in einen Hochsicherheitstrakt umgewandelt. Und zwar binnen weniger Stunden. Als Unsicherheitsfaktor galten die zahlreichen Mobiltelefone, mit welchen man auf ferngesteuerte Weise Sprengsätze zünden könnte. Wäre dies technisch möglich, so hätten vielleicht zwei, drei Handybesitzer solche Absichten gehabt, während Millionen anderer noch nicht einmal wissen, wie man damit kostengünstig telefoniert.

Jedenfalls lief die Maßnahme wie folgt ab: Alle Mobilfunknetze wurden vorübergehend ausgeschaltet. Kein Problem. Die ach so unabhängigen Mobilfunknetzbetreiber unterliegen offenbar einem Knebelvertrag mit einer anderen Instanz, wenn es mal hart auf hart kommt. In diesem Fall unterlagen sie der Staatssicherheit, während das Volk aufs Telefonieren verzichten musste. Woran zu erkennen ist, daß das Volk nicht immer der Staat ist.

Ist ein Handy also verlässlich, wo uns doch Unabhängigkeit und Benutzung an jedem Ort und zu jeder Zeit damit vorgegaukelt wird? Wer kann schon wissen, daß sich ein Präsident gerade bedroht fühlt, während man selbst im afrikanischen Sumpf steckt, auf eine einwandfreie Verbindung hoffend?

Kann man daraus nicht sogar schließen, daß, sobald ein Ausnahmezustand eintritt, eine Kommunikation untereinander nicht mehr möglich ist? Woraus der nächste Schluß sich anbietet:

Sind diese Kommunikationsmittel nicht eigens dafür erfunden worden, den Benutzer überwachen zu können, während diejenigen, die nicht abgehört werden möchten, über die Mittel verfügen, die aus diesem Grund noch nicht auf dem freien Markt erhältlich sind? Ist dem Volk nicht damit die Möglichkeit genommen, sich im Ernstfall gegenseitig helfen zu können? Und was ist ein Ernstfall? Sollten wir nicht lieber wieder Briefe schreiben und uns ein wenig darüber unterhalten?

Und überhaupt, ist es in anderen Ländern eigentlich auch so, daß man zum Kauf eines Mobiltelefons einen Ausweis vorlegen muss?

Offenbar ist ein Handy ja wirklich eine gefährliche Waffe. → Nachschlag 2010: Und das Internet nun auch ←


Der Terror sucht Seinesgleichen
verfasst im Jahre 2002

Betrachten wir in Hinblick auf die heutigen Kommunikationsmittel einmal folgende Vorgehensweise aus dem 17.Jahrhundert:

„Man arbeitete nach einem strengen Terminplan, denn die ruhelose Tätigkeit des Geheimkabinetts durfte den reibungslosen Postbetrieb keinesfalls beeinträchtigen. Die Briefe … wurden über die Schwarze Kammer umgeleitet, wo sie um sieben Uhr morgens ankamen. Die Sekretäre schmolzen die Siegel, und eine andere Gruppe von Stenographen fertigte Abschriften der Briefe an- wenn nötig besorgte ein Sprachenspezialist Abschriften ungewöhnlicher Dokumente. Innerhalb von drei Stunden steckte man die Briefe wieder in ihre Umschläge, versiegelte sie und lieferte sie zurück ins Hauptpostamt, von wo aus sie dem eigentlichen Adressaten zugestellt wurden.“ (S. Singh: Geheime Botschaften, 2000, Hanser Verlag)

Dieser altertümliche Aufwand ist heutzutage nicht mehr nötig, da man davon ausgehen kann, daß sämtliche verschickte Nachrichten einen kurzen Umweg über neue ganz moderne, schwarze Kammern machen.

Darüber hinaus verhält es sich in Bezug auf die Bundesrepublik so, daß sie einer Weiterleitung aller geschriebenen Emails und SMS bereits zugestimmt hat. → Bereits im Jahre 2001 ←

Diese Forderung kam seitens der US- Regierung, also ist klar in welche Richtung die Weiterleitung verläuft. Der Eingriff in die Privatsphäre ist beschlossene Sache und war, hier ist man wieder bei der Ohnmacht der Medien, kaum Teil der aufklärenden Berichterstattung.

Desweiteren wurde er kürzlich  noch verfeinert: “Die EU nimmt Kurs auf eine umfassende Speicherung von Verbindungsdaten aller Telefon- und Internetkunden zum Zwecke der besseren Strafverfolgung”, war im Videotext nachzulesen.

Sind denn noch andere Kommunikationsmittel vorhanden, mit denen wir unbeobachtet kommunizieren können? Und wenn ja, wie lange noch? → Nachschlag 2005: Nun keine mehr, siehe Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung, etc. ←

Und warum werden solche Maßnahmen ergriffen? Weil wir in Zeiten des Terrors leben? Wo ist denn Terror, außer vielleicht in solchen Ländern, wo sich die Regierungen wegen wirtschaftlicher Interessen terrorisieren, oder Kriege anzetteln, um die Machtverhältnisse aufrecht zu erhalten?

Man frage sich einmal: Ist es nicht so, daß all die Gesetzesänderungen und Sicherheitsbestimmungen eingeführt werden, um den Terror zu bekämpfen?

Den Terror, der noch gar nicht stattfindet?

Der „Terror“, der sich ergeben könnte, wenn die Menschen merken, daß sie ihrer Rechte beraubt, isoliert und geistig und seelisch ausgebeutet werden? Und vielleicht dagegen protestieren möchten? Weil sie sich nämlich mit aller Macht und allen Mitteln wehren würden?  Mit der Macht und den Mitteln, die sie dann nicht mehr haben? Und mit denen, wenn sie sie hätten, sie nicht mehr weit kommen würden, spätestens sobald sie die Autobahn erreicht haben?  Nachschlag 2005: Maut-System Toll Collect eingeführt / Nachtrag 2017: „Erinnert ihr euch an die Maut-Daten?“ … http://blog.fefe.de/?ts=a7c058ee

Oder weil sie bewußter werden? Weil sie aufwachen? Weil sie das System in dem sie leben, ihrem Bewußtseinszustand anpassen möchten?


Macht macht muntere Menschen müde
vverfasst im Jahre 2001+2007 (macht zusammen 4008)

Ziehe einer Vogelscheuche deinen neuesten Anzug an und stelle dich ohne Anzug nebendran, wer würde da nicht zuerst die Vogelscheuche grüßen?

 

Wer hat schon die Macht, fragt sich der Mensch. Was ist schon der Mensch, fragt sich die Macht. Zwischen Macht und Mensch sitzen die Medien. Sie haben die Macht, sich an die Menschen zu wenden, ihnen zu ihrem Wohl zu dienen. Sie führen den Menschen dorthin, wo die Macht sie haben möchte.

Wenn die Macht sie nicht hätte, hätten die Medien die Macht, der Menschheit zum Wohle zu dienen.

Und so wird berichtet was berichtet werden muss, damit das Volk auch glaubt, daß es so ist. Es wird in eine bestimmte Richtung hin berichtet, und selbst wenn es sich um eine wertfreie Berichterstattung handelt, so ist allein durch die Themen-Auswahl vorgegeben, was der Zuschauer erfahren darf und was er im Augenblick besser nicht erfahren sollte.

Die Nachrichten, die er besser nicht erfahren sollte, werden nur dann berichtet, wenn er nicht mehr tun kann, als sie einfach so hinzunehmen. Könnte er mehr tun, als sie einfach so hinzunehmen, dann wird allein durch die Art der Berichterstattung vermittelt, daß er es eben doch nicht kann.

Allerdings ist es nicht so, daß die Medien überwiegend immer nur lügen. Es ist besser, man schweigt sich über manche Themen komplett aus.

Lügengeschichten werden nur dann berichtet, wenn die Wahrheit droht, ans Tageslicht zu kommen. Ansonsten wird nicht gelogen, nein, es wird sogar von tatsächlichen Begebenheiten berichtet, damit die Leser ihre Aufmerksamkeit dorthin lenken. Und nicht in die Richtung anderer Tatsachen.

Besser sie wissen davon nichts. Drohen sie aber davon zu wissen oder etwas darüber zu erahnen, so wird dieser Ahnung zuvorgekommen. Man stellt die Dinge, die von einer Minderheit entdeckt, vertreten und befürwortet werden, in ein anderes Licht – damit die Minderheit von der Mehrheit angezweifelt wird.

Es ist daher unerheblich, ob berichtet wird, was wahr ist, oder ob wahr ist, was berichtet wird. Wichtig ist was wird berichtet, und vor allem wann wird es berichtet und ganz besonders ausschlaggebend wie wird davon berichtet.

Der Journalismus, den wir heute erleben, hält sich nicht an den Pressekodex. Den gibt es wirklich. Man hält sich nur nicht mehr daran. Der heutige Journalismus dient nur als Verteilerkasten der jeweils führenden Institutionen, Konzerne, Banken. Die führenden Medien sind der verlängerte Arm der jeweils vorherrschenden Macht. Es wird eben gegessen, was auf den Tisch kommt. An dieser Tischordnung hat sich bis heute nichts geändert.

Doch des Volkes Medium ist das Internet. Nicht alles, was dort steht, muß immer gleich geglaubt werden. Es ist auch nicht relevant, welchen der beiden angebotenen Wahrheiten man mehr Glauben schenkt. Wichtig ist nur: Es gibt ein neues Medium. Offenbar scheint es neuerdings nämlich möglich zu sein, sich selbst Gedanken zu machen. Blöd ist nur, daß die Deutschen sich bei allem immer erst fragen, ob es auch erlaubt ist.

Mut zur Wahrheit ist gefragt. Doch nicht nur. Mut zur Unwahrheit ist ebenso gefragt. Die Zeitungen und Nachrichten erzählen dir entweder etwas Wahres oder nicht. Ob du es glaubst oder nicht, spielt keine Rolle. Es geht nur darum, daß sie es dir erzählen. Also drehen wir doch einfach den Spieß um. Erzählen wir ihnen doch mal was. Am besten einen Witz, in dem sie die Hauptrolle spielen.

Mit der Zeit werden die von Fernsehsendern und Zeitungen verbreiteten Nachrichten dann nicht mehr als allgemeingültig hingenommen. Auch ihre Vormachtstellung wird in Frage gestellt sein. Das Volk möchte den Dingen nun lieber selbst auf den Grund gehen. Denn irgendetwas hat ja doch schon immer irgendwie gefehlt. Die Meinungsmacher werden nicht mehr für voll genommen. Das Volk wendet sich ab. Zunächst noch sprachlos.

Jeder soll vor der eigenen Haustüre kehren, sagt man. Fangen wir genau dort an. Schmeiß den Fernseher aus dem Fenster und schick die Zeitungen, die du per Abo beziehst, an den Verlag zurück. Vielleicht gebündelt, einmal im Monat, mit dem Vermerk, es wurde sich darin nicht an den Pressecodex gehalten, bitte um Besserung und etwaige Rückerstattung der entstandenen Unkosten. Wenn nicht, dann wirst du die Nachrichten künftig eben selber schreiben. Die Wahrheit, die seit jeher in den alten Büchern nachzulesen ist, wird nämlich neuerdings auch im Internet (v)ermittelt.

Du mußt dich nicht um die Weltgeschichte kümmern, wenn dein Kanarienvogel gestorben ist. Schreib von dem Kanarienvogel und deinen Empfindungen. Es gibt genügend Menschen, die das gleiche empfinden. Irgendeiner twittert im Augenblick bestimmt darüber.

Wenn du lieber nicht schreibst, dann lies von eben diesen Menschen, es gibt immer mehr, die es tun. Natürlich, da ist viel Eigengeschwätz dabei, viele Versuche, das Ego bestmöglich darzustellen, ohne dabei aber allzu sehr aus der Reihe zu tanzen. In angemessener Form stellen sie sich nur selber dar und bekleiden sich innerhalb diverser Gesichtsbücher mit den entsprechenden Markenfirmen. Jeder auf seine Weise aufs individuellste der unterwürfigen Gesellschaft angepasst.

Doch immerhin: Während sie sich darstellen, stellen sie sich. Also kann man sich an sie wenden. Ohne sich aufzudrängen, vielleicht mit einer höflichen Anfrage, ob sie nicht auch schon von dieser oder jener Heilversprechung dieser oder jener Kräuterlehre für den Hausgebrauch gehört haben. Oder von dieser und jener Petition, Aktion, Reaktion. Ansonsten machen Netzwerke wohl keinen Sinn.

Nicht nur sprechenden, auch schreibenden Menschen kann geholfen werden. Mit einem bewußten Gebrauch unserer Sprache in freundlicher Zuwendung zu anderen Menschen, ermächtigen wir uns selbst als Menschen, die etwas zu sagen haben. Was uns währenddessen von Oben diktiert wird, ist bestenfalls nur ein eintöniges Geprassel, mit dem versucht wird, uns nass zu machen. Davor müssen wir uns halt solange abschirmen. Kuscheln wir uns doch unter dem Regenschirm aneinander und flüstern uns wieder die Worte zu, die uns auf dem Herzen liegen.

Warum das Naheliegende dazu nutzen, um in die Ferne zu schweifen? Um nicht zu sagen: Was ist hängen geblieben, nachdem du den Fernseher ausgeschaltet hast? Neben der zeitraubenden Unterhaltung sind allenfalls ein paar wichtige Informationen hängen geblieben, doch letztlich ist man selber nur vor der Kiste hängen geblieben. Während andere gesprochen haben, hat man selbst zweimal zugestimmt, fünfmal nicht zugestimmt und sich ungefähr dreizehn mal darüber aufgeregt, daß sie immer denjenigen ins Wort fallen, denen man zugestimmt hat. Vor allem ist man selbst mal wieder überhaupt gar nicht zu Wort gekommen. Wer sich in diesem Dilemma noch befindet, dem sei eindringlich angeraten, den Fernseher für eine Weile zu meiden.

Nachdem zunächst vor der eigenen Haustüre gekehrt wurde, die regelmäßige Zulieferung des ganzen Informationsschrotts unterbunden wurde, beginnt nun der wahre Austausch von Informationen.

Was im Internet geschrieben und gelesen wurde, muß auch außerhalb davon kommuniziert werden. Mit dem Nachbarn, beim Bäcker, im Cafe, am Arbeitsplatz und so weiter, so daß die Ortschaft nach und nach belebter sein wird und die Kommunikation untereinander sich bis über die Orts- und Stadtgrenzen hinaus vollzieht.

Die Inhalte sind dem Internet zu entnehmen und hier geschickt miteinander zu verbinden, doch gibt es neben den wortgewandten Schreibern auch wortgewandte Redner – und auch sie werden nicht mehr lange schweigen.

Man wird sich im Gespräch zunehmend auch darüber austauschen, was man alles im Internet über alle weiteren Grenzen hinaus so gelesen hat, welche Möglichkeiten vorhanden sind, tatsächlich und tatkräftig an der Beseitigung von Ungerechtigkeiten und Mißständen mitzuwirken, neue Erkenntnisse zu erfahren und zu vermitteln und der Austausch findet am Staat vorbei statt. Die Fernsehsender und Zeitungen werden vielleicht auch noch gelesen, doch zunehmend als Parodie angesehen. Was bisher berichtet wurde und insbesondere was nicht berichtet wurde, wird deutlicher zutage treten, als es bisher überhaupt möglich war. Die Medien werden erkennen, daß sie über Jahrzehnte hinweg nur als Spielball der Mächtigen fungierten, während das Volk sich seiner Geisteskraft immer bewußter wird.

Die Mächtigen beziehen ihre Kraft, dadurch daß sie uns ermüden. Sie belasten uns mit ihrer Macht. Die Medien vermitteln uns über Wort und Bild, daß wir vom Schalten und Walten dieser Mächtigen abhängig sind, sie versuchen sogar zu verlauten, sie handelten zum Wohle des Volkes. Was das Volk dazu sagt, interessiert jedoch nicht. Was es empfindet interessiert noch viel weniger.

Vielleicht sagt es noch immer nicht deutlich genug, was es empfindet. Kraft der Sprache, ob nun geschrieben oder gesprochen, veräußert sich das Empfinden des Volkes – wenn es wieder lernt, für sich selbst zu sprechen.

Das Bewußtsein, diese Kraft zu haben, ist eine Macht. Diese Macht ist nicht ermüdend, sondern erhebend, denn es ist eine Kraft. Sie wird bezeugt durch unsere Sprache und es ist eine Geisteskraft.

Dieser Geisteskraft müssen wir uns wieder bewußt werden.

Der Einfluss der Medien auf spätere Reaktionen und Handlungen der Menschen, die langfristig zu automatisierenden Verhaltensweisen der Mediengourmets, dies alles ist mittlerweile ein durchlöcherter alter Hut und das Ziel den meisten schon bewusst. Man erkennt es daran, dass einige Medien sich schon selbst nicht mehr ganz so ernst nehmen, bzw. sich als solche verkaufen. Doch was bedeutet diese Selbstironie zum Schein? Haben sich die Menschen von infiltrierten Unterbewusstseins-Befehlen freimachen können und gehen wieder mit offenen Augen/Sinnen durch die Welt? Nein. Sie sehen sich weiterhin die Nachrichten, die Filme, die Serien und die Werbeblocks an, wie ein Raucher der Geld in den Zigarettenautomaten wirft. Warum? → Zusatzstoff 2005: Man kann zwar immer noch Geld einwerfen, aber vorher muss die EC Karte eingeführt werden, damit, zum Schutze der Jugend, das Alter des Kunden überprüft werden kann. Und der Kontostand gewiss auch

Lassen wir nur für diesen Moment einmal die Vorstellung zu, (denn Vorstellungskraft ist noch eine unserer verbliebenen Geistesfähigkeiten) die Welt um uns herum ist/sei eine bloße Scheinwelt. Nicht eine Welt, die wir uns nur einbilden, die gar nicht existent ist, sondern ähnlich einer Kulisse, die in einem bestimmten Zeitrahmen um uns herum aufgebaut wurde und an deren Gestaltung wir fleißig mit geholfen haben.

Tatsächlich gibt es einen Kinofilm, der mit diesem Thema experimentiert. (Die Truman Show) Die Hauptfigur in diesem Film ist ein ahnungsloser junger Mann, der einer Arbeit nachgeht, Freunde hat, einkaufen geht und so weiter, bis er mit der Zeit jedoch herausfinden muss, dass er als einzig Nichteingeweihter den Hauptdarsteller einer eigens für die Medienwelt erschaffenen Kulisse spielt, während die ganze Welt, in diesem Fall die USA, ihm bei allem was er tut, zusieht. Das Vorhandensein der unzähligen sichtbaren und unsichtbaren Kameras, den daraus resultierenden Verfolgungswahn und der Schicksalslauf des Mannes, der am Ende bis an die Grenze der ganzen Inszenierung stößt, wird plastisch gemacht durch eine riesige lebendige Innenwand, die ihm den Ausweg versperrt. All seine Vermutungen und Ahnungen werden hier bestätigt. Am Ende an der Kulisse angelangt, erkennt er, dass alles und jeder bloß Teil einer riesigen Inszenierung war. Letztlich, so real die Menschen um ihn herum auch waren, die Autos, die Häuser, die Restaurants und nicht zuletzt die Empfindungen gegenüber seinen Freunden und seiner Freundin, letztlich verlor alles seinen Sinn, denn im Grunde war es nur Teil des Drehbuches und Futter fürs fernsehende Volk.

So verhält es sich für uns natürlich nicht, denn das war ja zum Glück nur ein Film. Wir sind keine Hauptdarsteller von öffentlichem Interesse und allemal nicht so interessant, dass eine Produktionsfirma eine Milliardenkulisse um uns herum aufbauen würde. Allerdings muss auch niemand mehr Milliarden dafür ausgeben, denn diese reale Scheinwelt existiert bereits. Sie existiert insbesondere in unseren Köpfen, da sie sich nur noch mit den Dingen beschäftigen, die uns von den wahren Erkenntnissen fernhalten. Erkenntnisse, die ein völlig anderes Leben ermöglichen könnten, fernab jeglicher Vorstellungskraft at that time. Begriffe wie Zufall, Schicksal, Eingebung, Licht, Sinn, Energie, Seele, Existenz, Liebe, Kraft, Geist und Glück würden hier den Schleier ablegen und begrifflich, nein, greifbar werden und nicht mehr in die Schublade für Abstraktes, Unlogisches, Unerklärliches, Esoterisches, Übersinnliches gesteckt werden, da sie der grundlegende Teil unserer Lebensführung wären. Noch sind wir abhängig von den tausend Dingen, die uns durch unser Leben zerren, doch auf diese Mittel, diese Führer dürfen wir uns nicht mehr verlassen, da sie uns in die Irre leiten können, mehr noch als je zuvor, denn wir ahnen die Umwandlung mittlerweile, und wie schwer wird es sein, wenn wir sie erst wissen. Wir müssen akzeptieren, dass diese Verführungsmittel ausgedient haben. Noch nutzen wir sie, wie einen Kompass, doch dieser Kompass ist veraltet, mit einer Batterie betrieben, die nicht mehr im Verhältnis zu unserem Energiebedürfnis steht, einer Batterie, für die wir einen Supermarkt aufsuchen müssen, um sie auszutauschen. Doch dieser Supermarkt liegt am Ende des Weges und unser Weg nach Hause, von wo aus wir erneut unsere instinktive Suche nach Glück starten, ist so weit entfernt, dass wir schon die Hälfte der Energie verbraucht haben werden und die verbleibende Kraft niemals ausreichen wird, uns an die wahren Plätze des Lebens zu führen, sondern nur wieder zurück in den Supermarkt.

Und hier warten wieder die tausend verlockenden Dinge auf uns.


Exkurs in den Supermarkt
verfasst im Jahre 2001

Aus Mangel an Mut und Vertrauen sind die Menschen dahin gelangt, wo sie jetzt sind, sie kaufen und verkaufen und verbringen ihr Leben gleich Leibeigenen.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Da gibt es in jeder Stadt doch einen Supermarkt, der den Konsumenten ganz gern etwas für dumm verkauft.

Dieses Unterfangen beginnt schon im windigen Eingangsbereich, in welchem sich der Konsument nicht lange aufhalten sollte, denn sonst würde er schnell bemerken, daß nicht er selbst es ist, der seinen Einkaufswagen durch die Gänge führen wird. Vielmehr ist er nämlich, von der Obsttheke angefangen, der Empfänger verschiedener manipulierender Sender, die der Reihe nach vorgehen, so daß der Einkäufer seinen Einkaufszettel der Anordnung der Waren angleichen muss und nicht etwa, wie er glaubt, selber bestimmt, was er da einkaufen wird.

Die Vorstellungen bezüglich seiner Warenauswahl werden von äußeren Einflüssen immer wieder zur Ergänzung in Frage gestellt. Den Zettel hat er geschrieben, um sich die Waren zu merken, die er braucht, und nicht etwa, um alle anderen Waren von vornherein auszuschließen. Und das Angebot ist atemberaubend.

Begonnen hat der Einkauf aber schon früher. Der manipulierende Sender hat schon Tage zuvor die Überlegungen des Einkäufers untergraben und um weitere Produkte ergänzt und zwar mittels vorheriger Signale, die durch die Bildschirme strahlten, um sich unter die unerfüllten Gehirnzellen zu mischen. Gehirnzellen, die der Mensch seit Jahrtausenden für allen möglichen Schwachsinn frei hält und die ihn allein deswegen glauben machen, die ganze Zeit etwas entbehren zu müssen.

Diese auf solche Weise kurzzeitig erfüllten Gehirnzellen wandern mit ihrem Hüter dann durch die Gänge und sind offen für jede weitere Fernsteuerung. Nur absolute Konzentration würde einen bewussten Einkauf ermöglichen, doch eigenständiges Denken wird uns nicht zuletzt in den Einkaufshallen genommen.

Unsere Gehirnzellen funktionieren wie ein Zwischenlager für die Produzenten der Konsumgüter. Das innere Verlangen, sie zu erfüllen, wird von diesen Lieferanten gern ausgenutzt und so schleppen wir ihre Waren in unseren Köpfen spazieren, bis wir sie kaufen und nach Hause tragen, bis sie wieder aufgebracht sind und wir uns wieder unerfüllt fühlen, denn von Hunger kann wohl keine Rede sein.

Das ist, was uns in den Supermärkten zustößt, aber bleiben wir erst einmal vor dem windigen Eingangsbereich stehen.

Dort darf sich der Konsument endlich wieder wie ein Befreier fühlen und als Retter auftreten. Nämlich als Befreier angeketteter Einkaufswagen. Denn als Sklave seines Selbst in einem manipulierenden System, ist für den Konsumenten folgendes Rollenspiel fernab von zu Hause eine große abwechslungsreiche Lust:

Endlich darf er wieder einen Einkaufswagen aus den Fängen anderer Einkaufswagen befreien und das Schönste ist, die Lösegeldforderung ist gar nicht so hoch. Ein Euro, egal welcher Herkunft und selbst Plastikgeld wird geduldet.

Ja, das ist das Spiegelbild unserer Zeit, Freiheiten können nur noch erkauft werden. Für eine begrenzte Zeit, versteht sich.

Überflüssiger Weise möchte aber auf das Schild hingewiesen werden, welches in diesem Supermarkt über den aneinander geketteten Einkaufswagen angebracht ist:

Bitte entnehmen Sie vor dem Einkauf einen Einkaufswagen

Aber gerne. Danke für den Hinweis. Hiermit werden wir dann zielsicher und über viele Umwege an den Kassenbereich geführt, wo wir den Inhalt zwar aus dem Wagen packen müssen, um sie gleich wieder hineinzulegen; doch schnell muss es gehen und wir sind gezwungen, die Waren förmlich in den Wagen zu werfen, obwohl wir uns doch während des Einkaufens so große Mühe gegeben hatten, eine ordnungsbewusste und wohlüberlegte Anordnung der Waren innerhalb des Einkaufswagens zu gestalten.

Aber der Einkauf wurde erfolgreich getätigt, das Labyrinth überlistet und der Konsument steht kurz davor, sich innerlich befreit zu fühlen. Dieses Lebensgefühl, das sich erst zu Hause vollständig einstellen soll, darf er schon im Supermarkt auszuleben beginnen.

Einst noch als Befreier auftretend, darf er sich nun wie ein Ordnungshüter fühlen, der das freigelassene Objekt pflichtbewusst wieder ankettet. Schließlich war nun genug Zeit, sich auszutoben und nun muss aber auch wieder alles dahin, wo es hingehört. Aber bitte draußen vor der Türe. Das Schöne beim Anketten ist darüber hinaus: Das einst bereitwillig gezahlte Lösegeld für den Einkaufswagen wird komplett zurückerstattet.

So darf der entlassene Konsument wieder einer Anordnung eines über den Einkaufswagen angebrachten Schildes gehorsamst Folge leisten, die wahrhaftig wiefolgt lautet:

Bitte fügen Sie den Einkaufswagen, nach dem Einkauf, in die dafür vorgesehenen Einstellplätze


Mit dem Zweiten sieht man nur die Hälfte
verfasst im Jahre 2002

Der Alptraum beginnt ja eigentlich schon beim Aufwachen.

Da beginnen wir schon morgens damit, uns wie ein Automat zu verhalten, wenn wir uns von einem Wecker wecken lassen (müssen) und somit mindestens einen bis drei Knöpfe (Wecker, Licht, Kaffeemaschine) drücken, bevor wir uns vor dem Spiegelbild begrüßend in die Nase kneifen.

Wir beschäftigen uns nach dem Aufstehen nicht in aller Innigkeit mit unserer Seele und das ist schon der erste Knüppel, den wir uns selbst zwischen die Beine werfen. Diejenigen, die unmittelbar nach dem Aufstehen Joggen gehen (oder ähnliche Tätigkeiten in Strampelanzügen), wissen, wie schön es ist, als erstes den eigenen Körper zu erleben. Wie fühlt es sich dann erst an, wenn wir uns unmittelbar nach der Rückkehr aus der Traumwelt mit unserer Seele beschäftigen würden?

Das wissen die wenigsten, denn spätestens vor dem Spiegel setzt ein Automatismus ein, der im Grunde bis zum Abend andauert und dann kommt was im Fernsehen. Nach der (zweifellos sinnvollen und bei dieser Luft täglich erforderlichen) Körperpflege folgt meist das Frühstück, jedenfalls bei denen, die sich dafür nicht die Zeit stehlen lassen. Hier lesen wir Zeitung oder hören Radio, →Zusatzstoff 2006: Internetradio kümmern uns also um das Weltgeschehen und das Wetter und um den möglichst staufreien Weg zur Arbeit. Wie drehen am Rädchen und wundern uns, warum es in manchen Bundesländern noch Smogwarnungen gibt, in anderen jedoch nicht, nämlich ausgerechnet in solchen nicht mehr, wo die meisten Fabriken stehen und die meisten Autos die Luft verpesten. Unmöglich so was, da machen wir lieber den Fernseher an, denn ausbleibende Meldungen, die obendrein auch noch widersprüchlich sind, können wir vor dem Frühstück überhaupt nicht vertragen.

Also leiben wir uns das Rundumpacket des Frühstückfernsehens ein. Dieses beginnt um sechs und endet um neun und bei einem Ratespiel darf man auch schon mitmachen. Um zwei Kaffeetassen aus Mainzelmännchenporzellan zu gewinnen.

Hierbei gilt es für den Konsumenten festzustellen, ob ein bestimmter Bericht den Tatsachen entspricht oder wie die Moderatorin verschmitzt sagt: „nicht vielleicht eine kleine Lügengeschichte darin verborgen sein könnte“. Wie lustig: Hier darf man das, was man sonst besser unterlassen sollte: Überlegen, ob der Bericht wahr oder unwahr ist, oder um eine entscheidende Unwahrheit verändert wurde.

Hinter dem Rücken der Moderatorin erkennt man schon, worum es bei diesem Spiel wirklich geht. “Richtig oder Falsch” steht dort, während hinter “Falsch” das Bild einer roten Ampel zu sehen ist, und hinter “Richtig” nicht etwa folglich eine grüne Ampel, sondern ein Fernsehturm. Da ist Fantasie gefragt, die hier vermittelnden Werte und Regeln verständig aufzufassen.

Wie die Erziehungsmaßnahme seitens des deutschen Staatsfernsehens desweiteren vonstatten geht, zeigt dann der folgende “Richtig oder Falsch”-Kurzfilm, bei dem der kommende Ratekönig ganz genau hinsehen sollte. Um eine Tasse aus Mainzelmännchenporzellan zu gewinnen.

Man sieht eine sehr fröhliche Mutter, die ihrem putzmunteren 7-jährigen Sohn fürsorglich das Schulbrot schmiert und es zusammen mit einem riesigen überdimensionalen Peilsender (dabei gibt’s die auch in Smartiesgröße) behutsam in den Schultornister legt. Während der Vater wahrscheinlich außer Haus ist, und wahrscheinlich auf der Arbeit ist, auf jeden Fall wahrscheinlich besseres zu tun hat, sieht man den Jungen glücklich sein Frühstück verzehren, so daß die Mutter nun Zeit hat, auf kritische Fragen zu antworten:

Unsichtbarer Sprecher im Hintergrund: Welche Vorteile hat dieser Sender für Sie und für Ihr Kind?

Die Mutter (lächelnd wie der Sonnenschein): Es ist gut zu wissen, wann mein Sohn sich wo befindet, so kann ich, falls er nicht pünktlich nach Hause kommt, jederzeit wissen, wo er ist.

Sprecher: Ist er schon mal zu spät gekommen?

Mutter: Nein, aber man weiß ja nie, was alles passieren könnte.

Das Brotschmiermesser funkelt bedrohlich. Dann wird der Junge befragt:

Sprecher: Stört es dich nicht, so einen Sender bei dir zu tragen?

Junge: Nein, dann weiß Mami immer, wo ich bin.

Sprecher: Der Sender passt gerade in deinen Schultornister. Findest du ihn nicht zu groß?

Junge: Nein, denn er passt ja in meinen Schultornister. (?)

Danach sieht man Mutter und Kind sich voneinander verabschieden, das bewegte Bild wird zum Standbild und der Sprecher fasst gehorsamst zusammen:

“Der Peilsender für Kinder. Ein Stück Freiheit für Mutter und Kind.”

(Ehrlich so war’s)

Der Ratefilm ist beendet. Jetzt muß der Anrufer entscheiden, ob der Film der Wahrheit entspricht oder an welcher Stelle nicht. Wenn er richtig antwortet, hat er gewonnen. Richtig oder Falsch?, fragt die verschmitzte Moderatorin. Der Anrufer sagt, falsch, denn er vermutet, die Größe des Peilsenders sei übertrieben dargestellt. Außerdem gäbe es heutzutage Handys, man braucht keine Peilsender dafür, sagt er. Die Moderatorin freut sich für ihn, er hat zwei Tassen aus Mainzelmännchen Porzellan gewonnen! Der Anrufer bedankt sich und die Moderatorin freut sich immer noch.

Vielleicht sollte ich auch mal anrufen, und ihr sagen, ich hätte festgestellt, daß sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hat?


Auf der Suche nach dem heiligen Shampoo, eine Kopfwäsche
verfasst im Jahre 2001

Da spazieren wir täglich wehenden Haares durch die hübschen Stellwände unserer bunten Weltausstellung und unsere eigene erträumte Welt findet hier keinen Platz.

Mehr als um sonst irgendetwas haben wir uns um die Bedürfnisse des Betriebes zu kümmern, für den wir arbeiten, dann um unsere Rechnungen, um die Steuern, die zahlreichen Versicherungen und so weiter, während die Freizeit (freie Zeit, Anm. d. Autors) ebenfalls zum großen Teil vom Nachkommen aller Erwartungshaltungen, Verpflichtungen und Terminen bestimmt wird.

Erst der Sonntag (hier muss man leider verallgemeinern) wird freigehalten für die Dinge, die das Leben fein machen und uns entspannen sollen. Sprich: Familie, Freunde, Spaziergang, Garten, Fotoalbum, Musik, Fernsehen, Kino, Erlebnispark, Kaffee und Kuchen, Computer, Fahrrad, Inliner und was halt gerade so im Trend ist. Oder gerade im Angebot, also runter-gesetzt, damit man leichter drankommt. Geh 90 Prozent deiner Zeit dafür arbeiten, daß du dir die Dinge kaufen kannst, mit denen du dich während der restlichen 10 Prozent deiner Zeit zu deinem Vergnügen beschäftigen kannst.

Es leuchtet uns nicht ein, daß wir hier durch das Dunkle wandeln und so tanzen wir wie ein Mückenschwarm um eine Glühbirne herum, im Glauben es sei der helllichte Tag, bis vielleicht jemand mal das Licht ausknipst.

Der Tag ist schon vorbei – wieder mal haben wir uns der Gesellschaft erkenntlich gezeigt, in dem wir ihr dienten, doch eigentlich haben wir uns nur verausgabt und der Gemeinschaft ebenfalls nicht wirklich einen Gefallen getan. Schließlich fallen andere ja genauso erschöpft ins Bett wie wir und haben am nächsten Morgen genauso eine schlechte Laune wie wir. Schon wieder arbeiten. Nimmt das denn nie ein Ende?

Und was passiert im Schlaf? Viel, doch man kapiert meistens nicht, worum es da geht. Schlafen ist fast noch das Einzige, das wir nur für uns selbst tun und bei wobei uns niemand stören sollte, trotzdem schlafen wir meist traumlos oder kümmern uns nicht wirklich um die Erinnerungen an die Träume. Statt hier anzusetzen und nach Innen zu blicken, um uns an die Bedeutung des Traumes zu erinnern, blicken wir als erstes in den aufgehängten Spiegel. Und dort stehen schon die ersten Lügen mit Lippenstift an den Spiegel geschmiert. Vor allem stehen hier aber die umzusetzenden Botschaften, die uns die Medienwelt spiegelverkehrt in unser Hirn gebrannt hat.

Mach gute Mine zum bösen Spiel. (Lächle so schön es noch geht)

Zähne putzen (Aronal – es ist morgens Blödmann)

Rasieren mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit (Mach dich frei, wilder Mann)

Was sonst noch so im Spiegel steht, kann jeder für sich selbst herausfinden.

Wir wenden uns vom Spiegel ab und nehmen unzählige Tuben und Döschen in die Hand, auf denen merkwürdigerweise immer neu, new oder neue Formel draufsteht.

„Dann probieren wir doch mal wieder ein anderes Shampoo aus!“, rufen wir vergnügt und streifen so ganz orientierungslos durch die Regale eines Supermarktes, um uns auf die Suche nach einem geeigneten Shampoo zu machen. Manche werden dabei ganz schnell wieder unglücklich, denn es scheint, als sollte die Zeit, die dafür aufzubringen ist, am Ende bei der Suche nach dem heiligen Gral fehlen. Doch wenigstens hat man die Auswahl.

Wir sehen ein Shampoo mit der Aufschrift Two in One (das spart Zeit) und ein Duschgel, auf dem vorne in Wasserperlenschrift Meeresmineralien oder Korallenextrakte steht, hinterfragen dies aber nicht fachmännisch, weil wir es sowieso nicht wirklich glauben.

Stattdessen lesen wir fasziniert die Rückseite und fragen uns, ob wir hier die Ingredienztabelle eines Shampoos lesen, oder nicht doch vielleicht eine Anleitung zum Bomben bauen oder gar den Lieferschein eines Castor-Transportes:

Hydrogenated Castor Oil, Benzoic Acid, Diethylphtalat, Methylpropyl Paraben, Lyral, Sodium-Laureth-Sulfat (Natrium-Laureht-Sulfat), Sodium-Lauryl-Sulfat (Natrium-Lauryl-Sulfat), Propylene Glycol, Nitrosamine, Cocamidopropyl Betaine, Isopropylalcohol, Dioloylethyl Hydroxethymonium Methosulfate, Disodium Cocoyl Glutamate, Diazolidinyl Urea, DMDM Hydantoin, Butane, Polyethylenglykole PEG, Polyglykol, Polysorbate, Cobolyol. LAS-Tenside Benzyl Benzoate, Salicylate, Phenoxyethanol, Trisodium EDTA, CI 61585, CI 45100 usw.

Bei solchen Begriffen ergreift natürlich jede Schuppe schon beim Durchlesen die Flucht. Außerdem fragen wir uns, ob diese Stoffe alle aus der Natur kommen. Zumindest kommen sie da ja wieder hin.

Wir hätten aber immerhin die Möglichkeit, die hinten aufgedruckte Service-Nummer anzurufen, um beim Qualitätsvergleich ganz sicher zu gehen, denn schließlich bieten uns nicht nur 15 verschiedene Shampoo-Firmen 30 verschiedene Shampoos an, sondern jedes davon auch noch in der Variante von mindestens zehn auf jeden Haartyp spezialisierte Shampoo-Sorten. Nachdem man dann erschreckend festgestellt hat, daß es offensichtlich genauso viele Möglichkeiten ungesunder Haare wie ungesunder Kopfhaut gibt, fragen wir uns, welcher erkrankten Haartyp-Kategorie wir denn nun eigentlich angehören.

Und greifen wir nach einer Tube für gesundes Haar, so bedeutet dies nicht gleichzeitig, daß wir dieses Produkt verwenden werden, weil unser Haar gesund ist. Vielmehr greifen wir ja nach der Tube mit dem Aufdruck Für gesundes Haar, um gesundes Haar zu bekommen und lesen den meist darunter aufgedruckten Hinweis, unter welcher Art Krankheit unsere Haare leiden könnten, also zum Beispiel trockenes/strapaziertes Haar. Hierbei kommt man dann bald ganz durcheinander und weiß gar nicht mehr so genau, ob man vielleicht zu trockenem oder doch eher zu sprödem Haar neigt.

Irgendwann aber versteht man die eigentliche Aussage dieser Aufdrucke. Es verhält sich nämlich so, daß derjenige, der tatsächlich eher gesundes Haar zu haben meint, auch zu der Flasche mit dem Aufdruck Für gesundes Haar greift, denn er will es ja dabei belassen. Stattdessen fügen ihm aber die ganzen chemisch entwickelten Meeresmineralien und Pferdemarkextrakte (vertraut man auf die Langzeitwirkung) genau den Schaden zu, der ebenfalls, meist darunter, aufgedruckt ist – also trockenes oder sprödes Haar zum Beispiel. Beim nächsten Mal kann er dann ruhig Für trockenes/strapaziertes Haar wählen, denn ob er es nun schon hat oder es vermeiden will, spielt dann sowieso keine Rolle mehr.

Hierzu noch ein Zitat aus dem Buch “Natürliche Schönheit”, Ost-West-Bund-Verlag, (wahrscheinlich vergriffen, da Verlagstätigkeit gespalten)

Darin wird beschrieben „…dass viele Shampoos gegen fettes Haar eine Menge Seife enthalten, um das an der Haaroberfläche befindliche Öl zu beseitigen. Dies lässt die Kopfhaut trocken werden, und wenn die Kopfhaut trocken wird erzeugt sie stets mehr Öl.“

Weiter wird gesagt: „Umgekehrt enthalten Shampoos gegen trockenes und stumpfes Haar Fettsubstanzen, um dem Haar Glanz und Leben zu verleihen. Diese Zusätze wiederum bewirken, daß die Kopfhaut mit der Zeit faul wird und nicht mehr versucht, selbst Fett zu bilden.“

Aha. Kann es also bedeuten, daß unser Haar im Grunde gar kein Shampoo benötigt? Oder benötigt es manche Shampen nur deswegen, weil das andere vorher für die Verunstaltungen gesorgt hat, die man anschließend mit dem nächsten Shampoo wieder wegwaschen muß? Oder gibt es einfach kein passendes Shampoo, obwohl in den Regalen mindestens 379 verschiedene Varianten stehen?

Vielleicht sollten wir hierzu noch einmal den Hinweisen und Spuren folgen, welche die Täter hinterlassen haben. Schauen wir der Lügenfratze einmal ins Gesicht und besehen noch einmal die Inhalts-Tabelle auf dem Rücken der Shampooflasche, denn wir wissen, jeder Hersteller ist verpflichtet drauf zu schreiben, was drin ist. Aber es ist sinnlos, 90% aller Begriffe haben wir noch nicht einmal im Chemieunterricht gelernt oder wir scheinen da irgendwie etwas verpasst zu haben. Wir brauchen aber weder uns, noch die Tube auf den Kopf zu stellen, um den nahenden Rettungshinweis nachzulesen, denn gleich vorne sichtbar steht es geschrieben, hier wendet sich jemand sogar direkt an uns:

„Sehen Sie es! Ihr Haar wird aufgebaut und wirkt sichtbar glänzender, sichtbar schöner!“

Na also, das hört sich doch gut an. Außerdem vorhanden: Meeresmineralien, Kokosöl und sogar Olivenöl und dort hinten bei den Neuheiten steht sogar ein Shampoo mit: Meeresalgen! Na, da fühlt man sich doch wie auf einem orientalischen Markt!

Dennoch, wir wollen es jetzt genau wissen. Schließlich soll man beim Haare waschen die Augen schließen, nicht aber beim Einkaufen eines Shampoos. “Ihr Haar wirkt sichtbar glänzender…”

Was heißt denn hier wirkt?

Sehen wir mal weiter. Vorne steht drauf Avocadoöl, aber hinten nicht. Keine Spur davon zu finden, was merkwürdig erscheint, wenn sich der Hersteller sogar die Mühe macht Aqua (Wasser) darauf zu schreiben.

Bei einer anderen Flasche sieht es schon anders aus. Mit Avocadoöl, und tatsächlich, zumindest gibt es hinten einen lateinischen Begriff der scheinbar irgendetwas mit Avocados zu tun hat und Öle sind auch aufgeführt. Nächste Flasche: Kokosöl, Meeresalgen. Aber wieder, keine Spur davon innerhalb der Tabelle. Schade. Wieder nicht das richtige Shampoo.

Und so weiter. Es deutet also alles darauf hin, daß der Hersteller verpflichtet ist, drauf zu schreiben was drin ist, während es ihm freigestellt ist, drauf zu schreiben, was nicht drin ist, wenn er nicht ausdrücklich betont, daß auch drinnen drin ist, was hinten drauf steht oder so ähnlich. Statt Avocadoöl hätte er jedenfalls auch vorne drauf mit Erdnussbutter behandeltes Zedernholz schreiben können, solange er es im Wortlaut bitte schön nicht in der Tabelle aufführt.


Abendprogrom
verfasst im Jahre 2001

Fügen wir dem Gericht aber ein Extragewürz bei, so wird es uns vergiften.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Siehe; er sagte E-xtragewürz.

Man nahm ihn anscheinend beim Wort und seither ist alles mit E-Stoffen ergänzt.

Was man aus dem Bereich der Körperpflege schon betroffen feststellen durfte, lässt sich also auch im Nahrungsmittelbereich erkennen, von der Medizin ganz zu schweigen. Aber wir wollen uns ja nicht mit den Mächtigsten aller anlegen.

An der Herstellung der Lebensmittelprodukte sind Ernährungs-wissenschaftler beteiligt, die dafür Sorge tragen, daß das Gemixe und Gepansche unter strengsten Kontrollen geschieht und jede mögliche nachwirkende gesundheitliche Gefährdung von vornherein ausgeschlossen sein muss. Auch Angaben wie “diese Angaben sind ohne Gewähr” verbieten sich von selbst.

 Das ist nur beim Lotto sinnvoll …

 Dort in euren hohen Turm, gelangt kein Wurm …

 um mal zu sehen

 was dort geschehen …

Jedenfalls, wir werden nicht umgehend grün im Gesicht, wenn wir zum Beispiel Naturel Olive Margarine essen. Das wäre auch gar nicht im Sinne des Erfinders. Es kann schon ein paar Jahre oder Jahrzehnte dauern und plötzlich treten alle Arten und Unarten von gesundheitlichen Beschwerden ein, die wir auf andere Umwelteinflüsse und Vererbung schieben müssen.

Hierzu sehen wir in einem Werbefilm eine südländische Familie beisammen sitzen, in der Mitte des Tisches ist ein Korb mit Oliven zu erkennen und alle bestreichen fröhlich frisch gebackenes Brot mit dem Produkt Naturel Olive Margarine.

Daß in dieser Margarine nur schwerlich Olivenölrückstände auszumachen sind, wird auch dem unwissendsten Konsumenten klar, sobald er die Zutatentabelle gelesen hat und stattdessen gehärtete Fette vorfindet. Diese, dem Körper auf längere Zeit zugefügt, haben ungefähr den gleichen Effekt, als würde man Teer durch eine Wasserleitung laufen lassen.

Aber man sieht die wohlgenährte Familie beisammen sitzen, alle lachen wie der Jungbrunnen und plötzlich wird das Produkt in der Mitte des Tisches hell leuchtend sichtbar wie der heilige Gral. Die Stimme Gottes ertönt wie geschmiert aus dem All hinab, um in allen Wohnzimmern Deutschlands wiefolgt widerzuklingen: „Naturel Olive Margarine. Oder wie man im Süden sagt: “An unserem Tisch ist noch niemand frühzeitig gealtert.“

Natürlich nicht.

Er ist ja auch mit 58 am Herzkasper gestorben.

Und sollte er es doch überlebt haben, dann hat die Pharmaindustrie ihre dringend benötigten Herzpatienten schon mal sicher, während die Produkthersteller genügend Zeit hatten, das verantwortliche Produkt über die Jahre mit anderen Zutaten nachträglich reinzuwaschen.

So wie erst im Jahr X (alle Jubeljahre) Ernährungswissenschaftler bekannter Firmen wie Nestle und Kraft einräumten, daß jahrelang verwendete Zusatzstoffe unter Umständen gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen gehabt haben könnten und man nun bedenke, sie vor lauter quälendem Verantwortungsbewusstsein nicht mehr verwenden zu wollen, danke. Weitere Nebenwirkungen der Zusatzstoffe sind nicht bekannt, oder es müssen Langzeitversuche anberaumt werden, welche den Einsatz mancher Stoffe allerdings unmöglich machen, da die Abnahme sofort geschehen muss, denn der Hersteller hat diese Zeit nicht. Somit wird nicht das Produkt Langzeitversuchen unterzogen, sondern das Volk, das es konsumiert. Der Profit ist in jedem Fall gesichert und sei es nur die Pharmaindustrie, die händereibend ihre Tore öffnet.

 Das Produkt ist der Mensch, aber das habe ich ja vorhin schon geschrieben.


Zuckermonster – raffiniert & entzückend
verfasst im Jahre 2002/2005

Wir müssen nicht immer unbedingt zuviel Fleisch gegessen haben, wenn wir uns wieder einmal so träge und schwer fühlen, wie ein Sack voll Blei. Wir können unseren Körper auch mit anderen Formen der Ersatzbefriedigung beschweren, denn durch die Eingriffe der Nahrungsmittelindustrie sind auch andere Lebensmittel verwurstet worden, die den Lebewesen Beschwerden zufügen, obwohl Essen einst dazu gedacht war, unseren Körper zu stärken. Egal also, ob ein Lebewesen aus Fleisch ein anderes Lebewesen aus Fleisch aus der Nahrungskette verspeist, egal ob beim Futtern von Kartoffeln oder genmanipulierten Soja-Sprossen, es ist eine neue geistige Herangehensweise während der Nahrungsaufnahme erforderlich, um die einhergehende bewußt eingefügte Null- bis Negativinformation in den Lebensmitteln möglichst unbeschadet zu verdauen. Daher wollte ich mir nicht anmaßen, den Leser ausschließlich über die fehlgeleitete Fleischeslust zu belehren, schließlich habe ich gerade erst selbst ein halbes Hähnchen gegessen, ich Wurst. Stattdessen sollte man sich eben auch beim Verzehr von anderen Luxusgütern klar machen, daß das, was in den Produkten an zusätzlicher Information drinsteckt, auch das ist, was man den Teufel im Detail nennen könnte.

Und wenn der Teufel bereits schon im Detail steckt, dann Gnade uns Gott.

Denn diese Zusatzstoffe sind es doch, die uns Beschwerden aller Art zufügen und so muß man nicht unbedingt zuviel von etwas gegessen haben, sondern nur mal wieder das Falsche mit den falschen Zusatzstoffen zur falschen Zeit unter den falschen Umständen aus dem falschen Supermarkt falsch zubereitet. Der Geist beschwert sich dann beim Körper oder andersherum, auf jeden Fall beschwert sich der eine dann beim andern, und das geschieht solange, bis einer von beiden aufgibt oder bis beide einen faulen Kompromiss schließen. Am Ende bleibt nur eine schwere Seele zurück, denn auf sie wurde mal wieder gar nicht gehört. Sie wurde ja noch nicht einmal gefragt.

Ein Phänomen unserer Zeit ist wohl die traurige Angelegenheit, daß die Menschen krank werden und mit körperlichen Beschwerden aller Art zu schaffen haben, die oftmals auch noch viel zu früh eintreten. Die anscheinend ungefragt eintreten und dann auch noch die Tür von Innen zu machen. Warum ist das so? Warum soll es besonders im Alter so sein? Warum werden die Menschen so oft und auf so viele unterschiedliche Weise krank? Die Tiere und die Pflanzen werden schließlich nicht so oft krank – vorausgesetzt sie lebten nicht zu lange unter einem schädigenden Einfluß der Menschen. Sie leiden unter der Krankheit der Menschen. Ansonsten aber werden sie in aller Regel lediglich alt und fallen dann einfach irgendwann von selbst um.

Warum werden die Menschen also andauernd krank? Muß das so sein? War das schon immer so? Das ist doch nicht natürlich. Da kann irgendwas im System nicht stimmen.

Beschwerden aller Art, bzw. Unart, treten in allen Bereichen des Körpers auf und man weiß jetzt plötzlich, dass nicht nur Zucker für die Zähne gesundheitsschädlich ist, sondern andere überdosierte Zusatzstoffe sich gegen Leber, Nieren, Haare, Haut, Herz und andere Organe wenden, von denen wir wiederum noch nicht einmal wussten, dass wir solche Organe überhaupt in uns tragen.

Körper und Gaumen finden jedoch Gefallen an gewissen Zusatzstoffen und das wäre auch gar nicht so schlimm, schließlich soll das Essen ja auch nach irgendetwas schmecken. Doch einige der Geschmacksverstärker werden über den Gaumen mit großer Freude aufgenommen und was danach passiert geschieht unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

Der Körper gewöhnt sich schnell an diese Stoffe, und das nicht nur aus dem Grund der Gewöhnung, sondern aus Gründen, die einem Suchtverhalten gleichkommen könnten, verließe man sich auch hier auf die Langzeitwirkung. Nur kann man nicht mehr genau unterscheiden, ob das Verlangen nach Geschmack ein natürliches Verlangen ist oder ein herbeigeführtes, bei welchem es wiederum nicht um den Geschmack geht, sondern um die insgeheime Suche nach einem der Zusatzstoffe, die den geschmacksverstärkten Geschmack versprechen und die sich in einem der vorher konsumierten Produkte befanden. Danach fühlt man sich irgendwie besser, obwohl immer noch etwas zu fehlen scheint.

Was aber fehlt denn, wenn der Zusatzstoff fehlt? Natürlich fehlt auch der Genuss und das Verlangen nach schönen Dingen, was wir uns ebenfalls nicht nehmen lassen dürfen. Eins ist aber schon klar: Kein wirklich durstiger Mensch würde 5 bis 10 Minuten vor dem Kühlregal stehend verbringen, um sich am Ende für eine Dose Redbull zu entscheiden.

Zuckzuck.

Zucker ist im Grunde gar nicht süß, sondern ein Stoff der andere Nahrungsmittel versüßt. Es ist wie mit der Zwiebel, die, wenn man sie lang genug dünstet, den Reis süßer werden lässt, mengte man beides mit anderem Schnick-Schnack zusammen.

Man häufe einmal einen Teelöffel mit Zucker an und verabreiche es einem Baby, wenn Menschenversuche solcher Art moralisch vertretbar wären. Das Baby wird das Gesicht verziehen, als hätte man ihm ein viertel Pfund Ahoi-Brause verabreicht.

Ist Zucker also süß oder einfach nur viel zu süß?

Zucker kann ein Suchtmittel sein und als Gesellschaftsdroge bezeichnet werden, die Verwendung von Zucker in Lebensmitteln hat sich verselbständigt und eine Suche im Supermarkt nach Produkten ohne Zucker oder Ersatzzucker verspricht kaum nennenswerte Erfolge.

Doch das Leben wird uns ständig versüßt. Und zwar besonders raffiniert.

Zum Beispiel wäre es ein interessanter Versuch, alle vorhandenen Lebensmittel aus den Küchenregalen zu nehmen und einmal sämtliche Etiketten durchzuarbeiten. Man stelle eine Liste auf, am besten alphabetisch, um den Überblick nicht zu verlieren. Also von A wie Asparteme*, über MNG, bis Z wie Zucker. Nach einer Weile wiederholen sich die Begriffe, doch immer wieder kommen neue Umschreibungen zu Tage und auch eine Liste nach Nummern kann man entwickeln. Zwischendrin kann es sein, dass man auch weitestgehend bekannte Begriffe auflisten kann, also H für Hefe, sowie S für Salz und so weiter.

Dann sollte man alle unbekannten Begriffe einmal mit rot markieren. Am Ende wird die Liste Aussehen wie Dr. Best’s Studie über Karies.

Danach kommt der schwierige Teil der Aufgabe. Alle nicht bekannten Stoffe sind hinsichtlich ihrer Herkunft, Wirkung, Nebenwirkung, Nachwirkung, chemischer, pflanzlicher, genetischer Art, eigenhändig zu erforschen. Dieses Unterfangen wird uns bald an die langweiligen Chemieunterrichtsstunden erinnern, so dass kaum einer diese Arbeit zu Ende bringen wird. Man kann sich aber sicher sein: Egal wie lange dieser Versuch dauern wird, die Lebensmittel, die uns die erforderliche Energie für dieses Unterfangen geben würden, wären bis dahin natürlich verfault. Ist das nun gut oder schlecht?

Wir können die Aufgabe auch anders gestalten. Man entferne alle Etiketten. Sind alle Produkte dann von ihren Listen der Inhaltsstoffe befreit, sollte man einmal versuchen, sie wieder zuzuordnen. Es wird nicht fehlerfrei gelingen und man kann feststellen, dass sich die Etikette des Scheiblikäses irrtümlich auf der Etikette eines Riegels aus weißer schwarzgemachter weißer Schokolade wiederfindet.

Letzter Teil der Aufgabe wäre es noch, alle Produkte hervorzuheben, die keinen raffinierten Zucker und keinen chemischen Süßstoff laut Inhaltsliste beinhalten. Nebst der Obstsorten wird da nicht viel übrig bleiben. Ist kein Zucker darin, besonders dann, wenn dieses auch noch ausdrücklich betont wird, dann handelt es sich möglicherweise um Artikel aus dem Diätenbereich und anstelle von Zucker findet man Asparteme, Sacharin, etc. Da wären wir dann wieder beim Chemieunterricht.

Wo kommt eigentlich Zucker her? Das frage nicht deinen Arzt, sondern deinen Apotheker. Der wird sich vielleicht an seinen Urgroßvater erinnern, der als Apotheker damals den Zucker noch in den Safe schloss, und nur in strengsten Dosierungen herausgab, denn man wusste bereits, Zucker ist zu behandeln wie eine Droge. Also wie eine Medizin. Dann wurde er wieder aus den Apotheken verbannt, weil festgestellt wurde, dass es sich beim Zucker doch ein wenig mehr um eine Droge handelt, als um eine Medizin. Sowie beim LSD schon exerziert.

Wohin also mit dem ertragreichen Suchtmittel? Ab in die Lebensmittel damit, Zucker wird den Verkauf von Zuckerwaren sichern, sowie Tabak den Verkauf von Zigaretten sichert, Alkohol den Verkauf von Schnaps, usw. Die beste Nebenwirkung, neben der Schädigung der Volksgesundheit, ist, dass es andere reich macht und nochmal andere immer mächtiger. Nur beim Hanf ist man sich nicht so sicher, welche Wirkungen sich beim Volk sonst noch durchsetzen könnten, also lassen wir die Heilpflanzen für den Privatgarten mal unter Verschluß.

Ganz offensichtlich ist eigenständiges Denken und Handeln gefragt und das Bewußtsein, dass es der eigene Körper ist, den die Seele durch das Leben führt, also halten beide Ausschau nach all den guten Dingen, die uns Natur und Lebensmittelindustrie zu bieten haben.

Doch bei aller Bemühung, sich nicht allzu ungesund zu ernähren, ist kein Grund gegeben, völlig vertrauensvoll durch den Bioladen zu schlürfen, als sei man dort endlich ins Paradies gelangt und könne sich nun vom Rest der Gesellschaft abheben. Nein, auch dort kann man sich die angebotenen Produkte noch einmal genauer ansehen und prüfen, ob sie tatsächlich so gesund sind, wie sie es versprechen. Es ist auch besser, man sieht sich noch einmal um, sobald man das Geschäft wieder verlassen hat, wegen der Marktforschung. → Zusatzstoff 2007: Das ist nicht mehr nötig, denn da steht kein Marktforscher mehr; viele Artikel tragen dafür jetzt einen RFID-Chip

Auch sollte man sich davon abkehren, das Phänomen des Alterns immer gern mit der Vorstellung von verschiedenen Krankheitsbildern in Zusammenhang zu bringen. Wir müssen zwar alle sterben, aber wir müssen nicht alle vorher krank werden. Auch nicht im Alter. Dies ist nur der Trugschluss, der dazu führt, dem (von der Lebensmittel-Industrie abhängigen) Pharmakonzern die Existenzberechtigung zu geben.

Wir vergiften uns zustimmend per Nahrungsaufnahme, um dann solche Medizin einzunehmen, die entwickelt wurde, um die dadurch entstandenen Krankheiten zu bekämpfen oder, wie in vielen anderen Fällen, mit einer anderen Krankheit zu ersetzen, welche wiederum Folge der Nebenwirkung der zuvor eingenommenen Medizin ist, um dann den Arzt oder Apotheker zu fragen, während der Ernährungswissenschaftler keine Zeit für uns hat, da dieser für die großen Lebensmittelkonzerne arbeitet und Zusatzstoffe aller Art zulässt, für deren Nebenwirkungen offensichtlich niemand verantwortlich zu sein scheint, außer dem Verbraucher, der nach Jahren und Generationen die Verhaltensweisen eines Versuchkaninchens verinnerlicht hat.

Zuck Zuck

* Hat man die Wahl zwischen Zucker und Aspartam (E951), → Zusatzstoff 2011: Jetzt heißt es Nutra-Sweet sollte man sich natürlich besser für Zucker entscheiden. Allerdings hat man auch immer die Wahl, sich für nichts zu entscheiden, denn eine freie Wahl ist es nie, wenn man nur unter dem auswählen darf, was angeboten wird. Eine freie Wahl ist, wenn man die Angebote selbst erstellt. Beim Asparteme ist nun aber so: Nach jahrelanger Warnung seitens verantwortungsbewusster Forscher geriet Aspartame im Jahre 2005 unter Verdacht, krebsauslösend zu wirken. Zumindest versuchte Tiere bezeugten opferbereit Leukämie und Lymphkrebs. Es galt einst als schmerzlinderndes Arzneimittel und nebenbei entdeckte man, dass es 200 mal süßer als Zucker ist. Aber eben auch giftig. Oftmals findet sich Asparteme in Diät- und Lightprodukten. Leider ist auch zu vermerken, dass neben der gesundheitsschädigenden Wirkung dieser Zusatzstoffe, Süßstoff generell noch nicht einmal beim Abnehmen hilft. Süßstoff sorgt dafür, dass besonders viel Insulin ausgeschüttet wird, und dieses sammelt Fett an entsprechenden Stellen an. Deswegen wurden Süßstoffe auch schon immer gerne als Hilfsmittel bei der Tiermast verwendet. Von der Ernährungswissenschaft zugelassen. Und Diätkost macht also dick; es soll ja auch Minenhersteller geben, die ebenfalls Minen-entsorgungsmachinen verkaufen. Es soll ja auch Entwickler von Computerviren geben, die dann einen entsprechenden Virenkiller verkaufen. Wieso könnte es dann nicht ebenso sein, dass manche von der Gesundheitsindustrie zugelassene Mittel nicht hier und da krank machen?

Und wer sollte so etwas wollen? Und mit welchem Ziel sollte er, sie oder es so etwas wollen?


Φ

Dritter Gang zum Hauptgericht

Knusprig gebratener Zander auf Zuckerschoten im Hummer-Zitronengraßsud Gebratenes Kaninchenfilet im Parmaschinkenmantel auf geschmolzenen Tomaten, Zuckerschoten, Kräutersalat & Parmesanhippe, Rinderfilet im Ganzen gebraten auf leichtem Kartoffel-Knoblauchpüree, abgeschmälztem Blumenkohl, junge Karotten & Portweinjus,
Gänseleber mit karamellisiertem Cassisfeigenkompott & Pinienkernbrioche, Seeteufel-Medallion in Limonen-Pfeffer gebraten auf südlichem Paprika-Fenchelgemüse & Estragonsoße, Rehrücken im Steinpilzcrêpe auf Spitzkohl, Aprikosenragout & warmer Schokoladen-Rotweinsoße, Thaiti-Vanille-Quarksoufflee mit Erdbeereis,Mandelhippe & marinierte Himbeeren, Kalbsfilet & Bries auf grünem und weißem Bohnenragout, Kartoffel-Pfifferlingsstrudel & leichter Olivenjus

Leider von der Karte gestrichen!

Alternative Speisefolge:

Kollektiver Stau
Energie.Null
Macht Geld Leute
Der Generator
Netzhaut
Wir sind die Unschuldslämmer
Wie im Wahn
Steppenwolf im Äther
Verrechnet
Riss im System
Man braucht nicht zu denken

Φ


Kollektiver Stau
verfasst im Jahre 2001

Indem sie ihre Augen schließen und schlummern und sich durch den Schein betrügen lassen, setzen die Menschen überall ihre tägliche Lebens- und Gewohnheitsroutine fest, die stets auf rein illusorischem Grunde aufgebaut ist.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Frühstückszeit. Ein paar Minuten Gemütlichkeit. Wärme. Besinnung. Wachsamkeit. Ruhe vor dem Sturm.
Alles wäre so schön, wenn im Hintergrund nicht schon das Radio die Staus ab 3 KM plärren würde und wir das Frühstück somit vorsichtshalber drastisch verkürzen, da wir nicht wissen, ob wir nicht vielleicht in einen Stau von 2,9 KM gelangen werden, besonders in solchen Gebieten, die auf der Landkarte eher rot als grün leuchten, egal nach welcher politischen Landkarte wir uns gerade zu richten haben.
Beim Austritt aus dem privaten Bereich betreten wir einen neuen Jahrmarkt, der wieder einmal nicht das Göttliche in uns hervorruft, sondern bloß Reaktionen auslöst, die wir von uns bald abschütteln sollten, wenn wir nicht als gottlose Wesen verkümmern wollen.
Manche, die sich, man stelle sich das mal vor, noch nicht einmal ein Auto leisten können, verlassen sich auf die Pünktlichkeit des Busses und rechnen trotz Armbanduhr und Fahrplan mit einer Verspätung, die dann auch häufig zutrifft. Dies löst folgende Reaktionen aus: Wut, Ärger, Resignation, Suche nach gleichgesinnten (sprich gleichfrustrierten) Leidensgenossen oder es bewirkt den Rückzug und sie greifen Ärger unterdrückend nach einem Buch oder einer Zeitung, denn man kann ja nachlesen, daß manche Gott sei Dank noch schlechter dran sind als wir. Oder wir steigen guten Gewissens in einen Wagen, denn Autowäsche, Tanken, Tüv, Versicherung, ASU sind abgearbeitet, und starten den Motor, bestens auf einen Stau vorbereitet. Kassetten (???) → Zusatzstoffe ab 2001: CDs, Handy, USB-Stick in Griffnähe
Nachdem wir dann eine halbe Stunde keinen ganzen Meter mehr vorangekommen sind und das Satellitennavigationssystem schon ein viertes Mal in Folge „nächste Ausfahrt rechts“ vorschlägt, rufen wir den Arbeitgeber an, damit dieser sich auf eine Verspätung vorbereiten kann. Hier fällt uns ein, daß es Zeit wird, sich eine Freisprechanlage zu kaufen. So kommen wir dann statt um acht, um halb zehn an, gestresst und genervt. Hätten wir dies vorausgeahnt, so wären wir wahrscheinlich erst um neun losgefahren und wenigstens entspannt und ausgeschlafen angekommen. Die Entschuldigung „ich habe im Stau gestanden“ hätte nur durch „ich habe abgewartet, bis der Stau sich gelegt hat“ ersetzt werden müssen.
Würde dies allerdings jeder tun, hätten wir den gleichen Stau wieder, nur eine Stunde später. Pech gehabt, es gibt keine Lösung, solange man fremdbestimmt arbeiten gehen muß.
Dann geht die Parkplatzsuche los, was wohl eine der unsinnigsten Tätigkeiten unserer Gesellschaft ist, wenn man sich mal vor Augen hält, was da Millionen von Bürgern täglich veranstalten. Im Moment des Einparkens gilt auf jeden Fall schon mal Folgendes:
Glücklich sind die, die das Rückwärtsparken beherrschen, sie werden die ersten sein. (Von denen, die zuletzt ankommen) Verdammt nervig sind nur die Leute, die plötzlich und ohne zu blinken vor uns stehen bleiben, den Rückwärtsgang reinhauen und sich umständlich wie sonst was in unsere Parklücke bemühen. Unter kritisch ungeduldiger und auch etwas schadenfroher Beobachtung unsererseits, geben sie dieses Vorhaben meist schon nach dem zweiten Versuch auf und überlassen uns die Parklücke, in der Hoffnung, wir mögen uns genauso doof anstellen. Unbewusst hoffen sie aber, bei der nächsten Parkmöglichkeit niemanden hinter sich zu haben, der durch solche negativen Gedankenströme das Scheitern des Parkversuches provoziert.


Energie.Null
verfasst im Jahre 2001

Wer weiß, ob nicht, wenn die Menschen mit eigener Hand ihr Haus bauten und sich und die ihrigen auf einfache und ehrliche Weise mit Nahrung versorgten, die poetischen Fähigkeiten allgemein entwickelt würden, wie überall die Vögel bei dieser Beschäftigung singen.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Das Bewusstsein des Menschen verändert sich (wohl weiter).

Wir wurden auf diese Veränderung vorbereitet und sind gefordert, uns dieser Entwicklung zu stellen, bzw. uns dafür zu öffnen. Der Mensch wird sich nun daran zurückerinnern, dass er Teil einer unerschöpflichen Energiequelle ist und im Grunde ebenfalls nur aus reiner Energie besteht. Zumindest besteht er ja zu einem Großteil aus Wasser und wenn das keine Energiequelle ist, dann ist Sonnenlicht auch keine Energiequelle.

Das bereits vielfach beschriebene Gebaren eines Großteils der Menschen verbraucht tatsächlich ungeheuer viel Energie. Auf dieses Gebaren nun eine Steuer zu erheben, würde das Problem allerdings auch nicht lösen. Vielmehr würde an der Energieverschwendung sogar noch verdient werden und es würde sich weiter nichts zum Guten hin ändern, wenn es hauptsächlich Idioten sind, die das Geld in der Hand haben.

Geld ist auch Energie, doch so bringt es niemandem was. Lieber sollte sich der Mensch daran zurückerinnern, daß er selbst Teil einer unerschöpflichen Energiequelle ist und im Grunde nur aus reiner Energie besteht. Zumindest besteht er ja aus 70 Prozent Wasser und wenn das keine Energiequelle ist, dann ist Sonnenlicht auch keine Energiequelle, aber das hab’ ich, glaube ich, gerade schon geschrieben.

Dennoch sehen wir weiterhin ratlos dabei zu, wie eine Katastrophe der anderen folgt und fragen uns, wie können diese schrecklichen Dinge geschehen, insbesondere, wo wir doch schon so weit in unserer technischen Entwicklung gekommen sind? Und aus welchen Gründen wiederholen sich die Kriege? Warum ist die Welt erschüttert? Warum kommen wir nicht weiter? Warum verbrauchen wir soviel Energie, während der Großteil der Menschheit in Armut lebt? Warum werden so viele Ehen wieder aufgelöst? Was machen wir falsch? Machen wir überhaupt etwas falsch? Die Antwort liegt in uns.

Die Forschung ist mittlerweile so weit, behaupten zu dürfen, daß unser Universum aus reiner Energie besteht, und der Mensch es nur in einer materiell ausgeprägten Form wahrnimmt. So ist auch der Mensch selbst ein Wesen aus Energie und nimmt diese Anhäufung in einer gebündelten Form als Körper wahr.

Aus der Sicht des Menschen schieben sich die Dimensionen unbemerkt übereinander, fast ebenso wie Kontinente sich übereinander schieben, und wer sich auf die Veränderungen nicht einstellt, die hierbei mit einhergehen, der wird alsbald verschlungen werden. Gewisse zur Zeit noch lebensnotwendig erscheinende Aspekte unseres Lebens werden im Zuge der Veränderung nicht mehr gebraucht und sie werden ihre Bedeutung verlieren. Doch wenn wir an dem alten Weltbild festhalten, halten wir auch an althergebrachten und ausgedienten Idealen fest und leben in einer Welt, die wir aus Angst vor Veränderung um uns herum aufgebaut haben. Infolge dessen werden wir weiterhin ratlos dabei zusehen, wie eine Katastrophe der anderen folgt und uns fragen, wie können diese schrecklichen Dinge geschehen, wo wir doch schon so weit in unserer technischen Entwicklung gekommen sind?

Und aus welchen Gründen wiederholen sich die Kriege? Warum ist die Welt erschüttert? Warum kommen wir nicht weiter? Warum verbrauchen wir soviel Energie, während der Großteil der Menschheit in Armut lebt? Warum werden so viele Ehen wieder aufgelöst? Was machen wir falsch? Machen wir überhaupt etwas falsch? Die Antwort liegt in uns. Aber ich wiederhole mich. Wir wiederholen uns alle.

Immerhin ist die Forschung mittlerweile so weit, behaupten zu dürfen, dass unser Universum aus reiner Energie besteht, und der Mensch es nur in einer materiellen Form wahrnimmt. So ist auch der Mensch selbst ein Wesen aus Energie und nimmt diese Anhäufung in einer gebündelten Form als Körper wahr und irgendwie habe ich das unbestimmte Gefühl, ich dreh mich fotwährend im Kreis.

Gleichzeitig war es seit jeher Ziel der Menschen, Energie zu gewinnen, um den Erhalt der Menschheit zu sichern. Es wurde auf unterschiedlichste Weise Energie produziert. Je mehr Grundbedürfnisse zu befriedigen waren, desto ausgeklügelter und fortgeschrittener gestaltete sich die Art der Energiegewinnung. Nach Holz, kam Kohle, kam Öl, kam Gas, kam Atomenergie.* Bemerkenswert, wie zunehmend kraftvoller und zugleich immer weniger sichtbar alles in allem doch wurde.

Doch die Vielfalt der Energie-Nachfrage konnte mit den herkömmlichen Ressourcen nicht mehr befriedigt werden, denn der Vorrat war begrenzt. Daher wurde die Kernkraft als unerschöpfliche Quelle ausgebuddelt. Daß einem hierbei hin und wieder unkontrollierte Atome um die Ohren flogen, erzeugte bei einigen Menschen eine Rückbesinnung auf andere Ressourcen, also Wind, Sonne usw. Doch Solarzellen konnten sich nur auf Parkscheinautomaten → Zusatzstoff 2006: und Mautkameras durchsetzen, während man heutzutage auf den Weiden Kühe findet, die dafür sorgen sollen, daß das Gras nicht zu hoch um die Windräder herum wächst.

In dieser Zeit ist der moderne Mensch dank Kernkraft zwar mit Energie versorgt, so daß er beruhigt die ganze Nacht über Licht anlassen und noch so viele Geräte anschließen könnte, die für Glück, Zufriedenheit, Wärme, Unterhaltung und Verköstigung sorgen, dennoch verspürt er hin und wieder eine gewisse Unausgefülltheit, Traurigkeit, Kälte, Hunger, Langeweile, Zweifel. Und tatsächlich gibt es hier einen Zusammenhang.

Denn während sein Haushalt nur so von Energie strotzt, ist sein eigener Energie-Haushalt beizeiten bedenklich niedrig oder fast aufgebraucht. Da er jedoch Energie benötigt, um sich wohl zu fühlen, macht er sich auf die Suche nach einer Quelle, die ihm genau die Form der Energie gibt, die er so dringend braucht.

Über diese Art der fehlgeleiteten Energiegewinnung hat auch schon längst der amerikanische Autor James Redfield geschrieben, der diese Suche nach Energie als ein gesellschaftliches und zwischenmenschliches Problem beschreibt, dessen Ausmaß und Wirkung der Mensch über Jahrhunderte zu spüren bekam, ohne sich über die Folgen klar geworden zu sein.

Denn ein Mensch, der sich instinktiv mit Energie aufladen möchte, tut dies, weil er Teil der Energiequelle, (sprich: Teil des Universums) ist, und sich hiermit wieder in Einklang bringen möchte. Doch statt die Quelle aufzusuchen, die außerhalb unserer bisherigen Wahrnehmung liegt, machte es sich der Mensch leicht und zapfte die Energiequellen seiner Mitmenschen oder (im großen Stile) anderer Völker an. Demnach hat jeder Mensch eine Methode entwickelt, auf die er immer wieder dann zurückgreift, wenn es ihm an Energie mangelt oder er sich ausgepumpt fühlt. Er kann seine Methode aber nur an seinen Mitmenschen ausüben, wobei diese sich daraufhin ausgepumpt fühlen oder im schlimmsten Fall zu Gegenangriffen übergehen, indem sie umgekehrt ihre eigenen Methoden einsetzen. Dann ist meistens der Zeitpunkt erreicht, an dem es nicht mehr weitergeht und ein Konflikt entstehen könnte.

Welche Energieform ist es nun, die den Menschen frei machen wird? Die Energie, an der kein anderer Mensch sich auf Kosten anderer dumm und dämlich verdient?

*Geht man bei der Atomkraft von einer 100%igen Stromversorgung aus, dann sind es nur wenige Prozent dieser Energie die vom privaten Haushalt benutzt werden. Der Großteil wird für die Stromversorgung der Großprojekte, der Wirtschaft, der Forschung benötigt. Die Grundbedürfnisse der Menschen benötigen nur ein paar Krümmel, die dem gefräßigen Wirtschaftsungeheuer aus dem Maul fallen.


Macht Geld Leute
verfasst im Jahre 2003

Überflüssiger Reichtum kann nur Überflüssiges erkaufen. Die Lebensbedürfnisse kosten kein Geld … Der Luxus der einen Klasse wird aufgewogen durch die Notdurft der andern … die in Luxus und Wohlleben Schwelgenden sind es, welche die Mode angeben, der die Herde so willig folgt.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Und diese in Luxus Schwelgenden sind es auch, die die Katastrophe über die Menschheit bringen.

Denn Geld ist ebenfalls Energie. Es ist sogar ein Material, das unsichtbare, sehr mächtige Energie adaptiert und weiterleitet.

Es muss sich bewegen, muss fließen.

Es kann gespeichert werden, es kann sich selbst vermehren, doch nur bis zu einem gewissen Punkt.

Ab einem gewissen Punkt muss es wieder in weiteren Strömen fließen.

Wer die Gesetzmäßigkeiten eines Energiewertes nicht versteht, läuft Gefahr, für Katastrophen zu sorgen.

Wer Geld zu Lasten anderer einsetzt, übermäßig anspart oder einspeichert, Waffen verkauft, Zins auf Gelder nimmt, zusätzliche Steuern auf andere Energieformen erhebt, die Menschen für wenig Geld schuften läßt und auf diese Löhne ebenfalls noch Steuern erhebt

der ist ein Energiedieb,

ein Energieverschwender

und ein Energieterrorist

– Täter überführt.

→ Zusatzstoff 2008: Willkommen in der Finanzkrise


Der Generator
verfasst im Jahre 2002

Regierungen sind nichts, womit man prahlen könnte. Sie sind eine Beleidigung. Ihre Existenz zeigt euch, daß ihr immer noch Barbaren seid, daß die Zivilisation sich noch nicht wirklich durchgesetzt hat; warum solltet ihr sonst eine Regierung brauchen, die über euch herrscht?

Freiheit, der Mut du selbst zu sein, Osho

Manche Staaten machen Geschäfte mit den größten Konzernen, die ihre Projekte wiederum nur mit einem unermesslichen Aufwand an Energie durchsetzen können, welche besonders in den vermeintlich armen Ländern im Überfluss vorhanden ist. Dennoch, während es in einem Land wie Deutschland, zum Beispiel, glüht, dampft, raucht, hämmert und spaltet, flimmern in einem Land wie dem Kongo, zum Beispiel, bloß ein paar Feuer, während bei uns niemand verhungern muss.
Wer sich also einmal zur Information durch den Kongo googlen möchte, der sollte es Nachts tun, denn dann sieht er wenigstens nicht das Szenario, das an Grausamkeit nicht zu überbieten ist. Bisher forderte der Krieg ca. 3 Millionen Tote und über 16 Millionen Menschen sind Opfer von Hunger und Krankheiten. Tatsächlich ist der Kongo aber eines der reichsten Länder, wenn es um Schätze der Natur geht, vor allem reich an dem seltenen Metall Tantal. Sowohl der Boom der Elektronik-Industrie, als auch die Kriege im Kongo sind auf den Wert dieses Metalls zurückzuführen, denn man findet es nicht nur in den stark umkämpften Minen Kongos, sondern in allen Handys und Pentiumrechnern, mit denen sich westliche Firmen eine goldene Nase verdienen und andere blutrünstige Dschungelkönige vor Ort ebenfalls.
Um diese Millionen von Computern betreiben zu können, bedarf es wiederum soviel Energie, wie es ganz Afrika nicht verbrauchen könnte. Kein Wunder also, warum westliche Firmen reicher sind, als die meisten Staaten der Erde. Kein Wunder, daß der Energieverbrauch der Amerikaner pro Kopf 35 mal höher ist, als der der Äthiopier. Natürlich, könnte man zynisch behaupten, wie sollen die Äthiopier auch Energie verbrauchen, wenn sie gar keine haben…
So gesehen hat der Kongo, wie ein paar wenige Länder auch, wenigstens das Glück, von ein paar internationalen Truppen heimgesucht zu werden. Denn ob sie es nun aus humanitären Gründen tun oder aus Gründen der Marktsicherung, die Länder haben Glück im Unglück, daß sie über derartig kostbare Rohstoffe verfügen. Noch mehr Glück haben allerdings die zahlreichen internationalen Gäste in solchen Ländern damit, daß ausgerechnet dort keine eigenständige und unabhängige Regierung auf die Beine gestellt wird.
Da fragt man sich gelegentlich, wem wir dankbar sein dürfen, soviel Strom zu haben, damit diese unsere Firmen ihre Fließbänder laufen lassen können. Gut, daß uns auch diesbezüglich das Denken abgenommen wird. Man braucht aber gar nicht denken zu können, um darauf zu kommen, daß unser System weder eine freie Marktwirtschaft, noch eine Demokratie, noch ein Sozialstaat, noch eine Diktatur, noch ein Überwachungsstaat, sondern in erster Linie ein Profit orientiertes System ist, das von der Willenlosigkeit, der demütigen Opferbereitschaft, der Ignoranz, der fehlgeleiteten Selbstverwirklichung, den untergrabenen Träumen und den gestreuten Ängsten vieler Menschen lebt und profitiert und sich allein deswegen zu der einen oder anderen Staatsform entwickelt, sich entweder zu der einen bekennt oder unter dem Deckmantel der einen vorgibt, eine andere zu sein.


Netzhaut

geschrieben im Jahr 2001/ teils im Ausdruck verbessert 2009

Der Kampf um das menschliche Bewusstsein findet zur Zeit in einer Art kaltem Krieg statt. Die eine Partei, die Lebenspartei, appelliert auf direkte Art an die Menschen, in dem es Botschaften an die Seele verschickt. Die andere Partei, die Nebelpartei, baut sich genau davor auf oder klopft von der anderen Seite an und winkt trällernd mit knallig bunten, nach Schokolade schmeckenden Bits und Bytes. Und dafür sind verkümmerte Seelen und Geister besonders anfällig. Diese Nebelpartei schleicht sich auf digitaler Ebene in unsere persönlichsten Privaträume, während die Lebenspartei ihre Stellungen nur noch in den Erholungsgebieten gesichert sieht, um hier in aller kürzester Zeit zu versuchen, uns an die wahren Dinge des Lebens zurück zu erinnern, doch müssen wir meist schon wieder gehen, bevor wir uns überhaupt annähernd dafür öffnen konnten. Die Bereiche des Alltags hat die Nebelpartei fast komplett für sich erobert, sie ist dort am stärksten, wo es ihr gelingt, uns oberflächlich zu begeistern.

Ihr Ziel ist jedoch Gleichschaltung, Verhinderung der individuellen Ausrichtung eines jeden Menschen in Zugehörigkeit mit dem höheren Ganzen. Denn freigeistige Individuen kann man nicht steuern und wer sich nicht steuern lässt, ist für einen aus Menschen bestehenden Großcomputer nicht zu gebrauchen. Und wenn alle Menschen Teil dieses Computers sein sollen, dann muss man sie langsam daran gewöhnen, sie mit einbeziehen, sie ausprobieren lassen, Spaß haben lassen, kleine Geschäfte mit ihnen machen, ihnen ein gutes Gefühl geben, sie ihren eigenen Chef spielen lassen, der alles von seinem Schreibtisch aus steuern und unter Kontrolle haben kann. Man hat seine Bankgeschäfte unter Kontrolle, kann an Versteigerungen Teil nehmen, Reisen buchen, Zeitung lesen, Filme sehen, Musik hören, verlorenes Wissen erneuern, seine Fotos entwickeln und dabei aus Versehen sein gesamtes Privatleben formatieren, und es macht sogar Spaß.

Folglich muss man sie alle immer mehr hineinziehen, so dass sich ihre Verhaltensweisen den vorgegebenen Bit-Strukturen anpassen, bis sie sich schließlich unterordnen, um sich darin orientiert zu verlieren. Dann kann man mit ihnen arbeiten, denn die absolute Kontrolle über diese so nach Einmaligkeit und Freiheit schreienden Menschen kann man nur dann kriegen, wenn man ihre Eigenarten auslöscht, ihnen eine andere scheinbare Form der Freiheit bietet und sie mit Spaß und Freude daran teilhaben lässt. Nur die, die man kontrollieren kann, erfüllen die Erwartungen eines nach Macht lechzenden Ungeheuers.

Während die kulturellen Unterschiede überschrieben werden und europäisch verblassen, die Eigenarten angeglichen werden, die Privaträume öffentlich werden, die Gemütlichkeit sterilisiert wird, sprechen viele von der Vereinigung der Menschen, während andere, die sowieso daran glauben, zu dem Brief mit sieben Siegeln zurückkehren möchten.

Also musste dieses Ding erfunden werden, das jeder benutzen kann und jeder auch benutzen will und mit dem man gleichzeitig Kontakt aufnehmen kann, zu denen, die irgendwann das Opfer darstellen sollen, nachdem sie selbst für die Weiterverbreitung und Finanzierung dieser Mittel sorgten.

Wie kann es eigentlich sein, dass SMS und E-Mail fast gar nichts kosten? Wundert das niemanden? Oder hat noch nicht jeder ein Handy und Internetanschluss? Oder hat noch nicht jeder in der modernen Welt sein Privatleben mit dem Handy (Internet) verbunden? Hier macht man sie abhängig und zieht sie immer weiter hinein, ohne ein einziges Kabel zu verlegen.

Dann legt man den Hauptschalter einfach um.


Wir sind die Unschuldslämmer

geschrieben im Jahr 2001/2003

Ja, wir haben nichts zu verbergen.

Nein, wir haben nichts zu verbergen.

Und gerade deswegen füttern wir das beast of control. Nicht etwa, weil wir wissen, daß wir nichts zu verbergen haben, sondern weil wir glauben, wir hätten nichts zu verbergen.

Wissen wir denn, ob es anderen Menschen reinen Herzens und guten Gewissens möglich ist, frei wirken und leben zu können, bloß weil wir nichts zu verbergen haben?

Wer hat eigentlich das Recht zu bestimmen, was das Volk verbergen darf und was nicht? Das Volk anscheinend nicht.

Die Freunde an der Seite unseres Freundes → Nachbemerkung Jahre später: z.B. bei facebook ← könnten über Fähigkeiten, Wissen, Träume oder Talente verfügen, die für andere Kreise von großem Interesse sind. Und zwar auf ganz verschiedenen Ebenen. Noch dürfen diese Freunde ihr Wissen anwenden, ihre Fähigkeiten ausleben, ihre Talente ausprobieren, ihre Träume träumen, noch, denn schließlich können wir ALLE davon lernen.

Wie lange noch? Werden sie nicht vielleicht schon jetzt behindert?

Werden sie etwa darin unterstützt, der Menschheit das zu lehren, was diese zur geistigen und seelischen Freiheit benötigen wird? Von manchen Mächten werden sie gehindert werden, wie schon immer, wenn es Menschen gab, die der Wissenschaft intuitiv einen Schritt voraus waren. Diese Hindernisse wurden Stück für Stück eingeführt und erprobt und sind entstanden, weil sie von denjenigen zugelassen werden, die von sich behaupten, sie hätten nichts zu verbergen.

Hindernisse werden übrigens im Verhältnis zur relativen Höchstleistung eines Hochsprungathleten entwickelt – und nicht anders herum, aber was das zu bedeuten hat, darauf komme ich gleich noch zu sprechen.

Wer führen will muß die Kontrolle haben und Angst lässt sich immer besser kontrollieren, als Liebe und Vertrauen. Angst und Liebe, ein Wettkampf in der entscheidenden Phase.

Natürlich, diejenigen, die von sich behaupteten, sie hätten nichts zu verbergen und seien sich keinerlei Gesetzesverstöße bewusst, taten es wohlwollend und auch mit Recht.

Und nun? Hast du wirklich nichts zu verbergen, wenn deine DNS ins Gefängnis kommt, weil sie ihre Meinung sagt?

Alle Jubeljahre wurde ein Gesetz nach dem anderen verabschiedet, die nicht etwa die Rechte der Bürger schützen, sondern bedrohen, untergraben, aushöhlen und nichtig machen sollten.

Was nun, sprach der unbescholtene Bürger. Die Gesetze sind da. Und danach kommen die Mittel zum Einsatz. So geht man vor. Man wußte ja nicht, welche Mittel ein paar Jahre nach dem Gesetzentwurf zur Verfügung stehen sollten. Jedenfalls das Volk wußte es nicht.

So könnte man zum Beispiel auch verordnen, daß ein Hochsprungathlet verpflichtet ist, einen Helm zu tragen, was im schlimmsten Fall nur wenige kritisieren würden. Daß die Helmpflicht jedoch eingeführt wurde, weil man plant, ihm die weiche Matte zu nehmen, wusste er allerdings da noch nicht.

Ich bin mir keiner Schuld bewußt, sagte der Internetsurfer und bestellte bei Amazonas die gebrauchte Ausgabe eines regierungskritischen Buches.

Alle Betreiber von Telekommunikationsanlagen sind grundsätzlich (hat das was mit dem Grundgesetz zu tun?) dazu verpflichtet, die Kommunikationsdaten weiterzuleiten. Natürlich nur die Verbindungsdaten. Die Inhalte nur bei Verdacht. Dazu gehören SMS und Mail. Weiterleiten? Fragt sich nur an wen und unter welchem Verdacht.

Dehnbar sind die Begriffe belauschen, verdächtig und engste Kontakte, wie Demokratie, Terror und Staatssicherheit bis ins Erforderliche. Damit haben wir, die wir ja nichts zu verbergen haben, nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Freunden und Vertrauten ins Knie geschossen.

Wollte heutzutage jemand, der mehr zu verbergen hat, als sein harmloses Privatleben, wichtige Nachrichten so weit verschlüsseln, daß der Empfänger sie vor jedem anderen erhält, so müsste es sich wohl um ein Computergenie handeln. Nachtrag August 2013: “E-Mail Made in Germany”: Das Sommermärchen von der sicheren E-Mail

Oder um jemanden, der bereits den nächsten Schritt in die nächstmögliche Art der Kommunikation gewagt hat? Und wie sähe diese Art der Kommunikation aus?

Selbst ohne die telepathischen Fähigkeiten, dem erhöhten Zustand der Wachheit, dem Anschluss des Geistes an das Universum, der universellen Kommunikation über die verschiedensten Schwingungen und Wellen im All und im Äther, selbst ohne all das, kommt es mitunter vor, daß sich nahe stehende Menschen so gut kennen und verstehen, daß sie unbewußt zur gleichen Zeit Kontakt aufnehmen. Und auf einer Ebene kommunizieren, die außerhalb der Wahrnehmungsleistung ihrer fünf Sinne liegt.

Man kann hier von Intuition, Vertrauen, Offenheit und einer Verbindung sprechen, eben das, was man besonders spürt, wenn man sehr vertraut miteinander ist.

Diese Art der Kommunikation ist auch dann möglich, wenn man räumlich voneinander weit entfernt ist. Zwar kommt es vor, daß man oft zur gleichen Zeit aneinander denkt, sich vermisst oder zu dem anderen im Geiste spricht (Ach, ich hab gerade an dich gedacht) aber daß mehr dahinter steckt, als nur einen guten Draht zueinander zu haben, ist noch nicht (wieder) Teil des menschlichen Bewußtseins geworden. Dabei existiert dieser Draht tatsächlich, nur eben nicht als Draht, sondern schon seit Menschengedenken schnurlos und unsichtbar.

Und vergesst nicht, daß jeder Draht, der etwas leitet, gut isoliert sein sollte… (Isolation nicht im Sinne von Abkehr sondern von Schutz)

Die Technik zieht am gleichen Strang. Das Phänomen der unsichtbaren Verbindungslinien zwischen zwei oder mehreren Vertrauten Einzug könnte Einzug in Wissenschaft und Technik nehmen. Wie bei der scheinbar unerklärlichen Übereinstimmung zweier oder mehrerer Seelenpartner, die auf diese Weise ohne technische Hilfsmittel miteinander in Kontakt treten, nutzt ja auch die Mobilfunkindustrie gleiche Quellen.

Allerdings mit (z)ersetzenden Mitteln.

Auch bei telepathischen Verbindungen wird ein Sender und ein Empfänger vorausgesetzt, da beide über den gleichen Draht Kontakt aufnehmen. Vermittelnd wirkt dabei ein „Satellit“, der die Gespräche an die erwünschten Orte weiterleitet, der wie eine Fernmeldezentrale im Universum schwebt und solchen Menschen bei der Kontaktaufnahme hilft, die sich miteinander verbunden fühlen. Die eigentliche Kommunikationsebene, die diese Art des Zusammengehörigkeitsgefühls spürbar werden lässt, benennt der Volksmund als eine „Verbindung“. Doch wäre diese Verbindung nicht so benannt, wenn sie nicht tatsächlich existieren würde.

Es ist dabei wohl nicht auszuschließen, daß es noch mehr unsichtbare Wellen gibt, als Funk- und Gravitationswellen. Diese sind nicht nur schon seit Urzeiten Teil dieser Welt, sondern, im Gegensatz zur offiziell ausposaunten Lehre, längst ein erforschtes Gebiet.

Das Andocken an jene Wellen und Schwingungen ist eine Fähigkeit des Menschen, zumindest eine, die er in sich entwickeln, bzw. wieder erlernen könnte. Also gilt es seitens derer, die große Machtansprüche hegen, dem individuellen Anschluss an diesem Nutzen zuvorzukommen und die Erkenntnisse gleichzeitig in den Sog der Überwachungs-Systeme zu ziehen.

Genauso unvorstellbar, wie die sich derzeit zutragenden Forschungsprojekte erschienen vor Jahren die Entwicklung der DVD, die Entwicklung des Laptop, des Internets, des Handys mit eingebauter Videokamera, des Minichips und was nicht alles.

Schon vor dem Jahr 1984 gab es Höchstleistungscomputer, Fingerabdrucklesegeräte, Chipkarten und Prototypen der Mobilfunktelefone. Doch sie dienten noch anderen Zwecken, wurden in der Wüste ausprobiert und waren als Spielzeug der Massen noch nicht frei gegeben.

Die High-Tech-Geräte, die im Vergleich dazu der Pöbel benutzen darf, während man anderswo schon mit Ultra-High-Tech rumspielt, sind folglich nicht nur unterster Standard, sondern genau genommen hochaktueller Schrott.

Mit diesem Schrott arbeiten und vergnügen sich sogar die modernsten aller Menschen, denn auch sie wissen nicht, daß es sich bei ihrem Ultra-Laptop bloß um ein technisch völlig überholtes Instrument handelt. Wenn wir wissen wollen, über welche Mittel die Mächtigen verfügen müssten, während sie die in unseren Augen modernen Mittel als überholt betrachten, dann brauchen wir uns nur mit den Bereichen der Grenzwissenschaft auseinander zu setzen, sprich mit dem Undenkbaren, dem Unmöglichen.

Nichts ist undenkbar, nichts ist folglich unmöglich, das ist ein zentraler Denkansatz in der Forschung. (Alles was denkbar ist, ist auch im Bereich des Möglichen)

Das Unsichtbare wird erforscht. Und da ist die Grenze zwischen reiner Wissenschaft und dem Glauben der so genannten esoterischen Kreise nicht mehr deutlich. Sie behandeln die gleichen Themen, haben nur andere Ziele damit im Sinn. Das, was dem Menschen tiefes Seelenheil vermittelte, das unerklärliche, magische, zufällige, spirituelle, religiöse, imaginäre Gefühl einer wahren zu tiefsten Empfindung der Zusammengehörigkeit mit dem All, ist das nächste Forschungsobjekt einer immer dreister werdenden Fratze, die diese wunderbare Sache gerne behindern möchte. Dieser Fratze schauen wir täglich ins Gesicht, während sich ihre langen Arme von hinten heranschleichen, um uns zum richtigen Zeitpunkt die Augen zu zuhalten.

Die Fratze weiß aber nicht, daß die Lüge solange als Mittel der Täuschung genutzt wird, bis die Wahrheit wieder ans Licht kommt. Deswegen werden die Lügen, die wirtschaftspolitischen Entscheidungen und die Gesetze immer dreister, willkürlicher und unmenschlicher. Und irgendwann werden sie in tausend Stücke zerspringen.

Eine vollständige Kontrolle über den menschlichen Geist wäre nur möglich, wenn es gelänge, die seelischen Verbindungen der Menschen untereinander zu irritieren, zu beeinflussen oder fehlzuleiten. Hierzu könnte man auch einfach alle paar hundert Meter funkende Masten in die Erde rammen und anderes beschwingendes Gerät über die Dächer streuen.

Aber gut, auch hier stellen sich die Erbauer oder jene, die diese Geräte zum Ausspannen der Bürger nutzen, letztlich selbst irgendwann ein Bein. Wer schnüffelt, wird beschnüffelt. Das ist das Gesetz der Hunde. Doch die haben wenigstens nachvollziehbare Beweggründe.

Das Widererleben zutiefst seelischer Empfindungen in innerer Liebe ist ein neues Bewußtsein, ein Erwachen, daß es zu überwachen gilt, denn es ist der Macht-Elite ein großer Dorn im Auge. Das ist der von der Elite befürchtete „Terror“, denn für sie ist genau dies ein Terror.

Das ist der Kampf der stattfindet, der schon immer stattgefunden hat, doch die Dunkelmänner und Frauen spielen derzeit eine Karte nach der anderen aus, entweder aus verbohrter Selbstsicherheit oder aus nicht selbst eingestandener Angst. Die Menschen derweil kommen kaum noch zum atmen, aber es bleibt die Gewissheit, daß sie es wieder lernen, das Atmen. Keiner wird sie auch nur im Geringsten mehr kontrollieren und ausbeuten können, wenn sie sich ihrer Fähigkeiten wieder bewußt werden. Vertrauen, atmen, Licht senden, geduldig sein. Denn auch diese Erkenntnis wird zur rechten Zeit den Menschen samt Anleitung vom Himmel gesendet werden.

Diejenigen, die eine solche destruktive Macht dagegen ausleben und fördern, werden immer bekannter, doch nicht zu ihrem Vorteil. Lediglich das ihnen übergeordnete nach Macht lechzende Ungeheuer ist undefiniert, möglicherweise ist es in uns selbst, zumindest unterstützen wir durch unser Verhalten sein Wachstum.

Es wird aber zunehmend deutlicher: Das Opfer dieses Ungeheuers ist der Mensch und das Ziel die absolute Kontrolle über ihn, über seinen Körper, seinen Geist und seine Seele.

Wie fing das an? Wann fing es an? Wahrscheinlich schon vor tausenden von Jahren. Es ist ja auch schon wieder eine halbe Ewigkeit her, da lief jedes zweite Kind in Deutschland, Europa und Amerika noch mit so genannten ‘Tamagochis’ herum. Es galt, diese kleinen elektronischen Biester zu füttern, zu verwöhnen und aufzupäppeln. Hin und wieder sah man dann ein Kind leise schluchzen, wenn sein Jammerlappenkasten gerade verreckt war. Diese kleinen Ungeheuer sind Gott sei Dank wieder out, keiner kümmert sich mehr um sie. Jetzt sind es die Handys, um die wir uns zu kümmern haben. Gut, dass wir von klein auf daran gewöhnt wurden.

Was mit den Tamagochis geschah, wird auch mit den Handys passieren. Das Handy, das der Bevölkerung noch nicht angedreht wurde, ist doch noch gar nicht auf dem Markt…

Es gab ja auch eine Zeit, da waren wir alle etwas beunruhigt darüber, daß die Handys sich so schnell zu verbreiten schienen. Also ich zumindest kann mich daran noch gut erinnern. Ich habe gedacht: „Jetzt ist es soweit. Nichts wie weg.“

Heute hat fast jeder eins, sogar die, die am Anfang Bedenken hatten, damit spazieren zu gehen. Es wird nicht lange dauern, da tragen wir sie direkt am Ohr, beim Autofahren wird es wohl anfangen.

Auch dem Internet standen so gut wie alle anfangs etwas mißtrauisch gegenüber. Wenn man davon sprach, dann doch zumindest leicht skeptisch, während man es wie ein in seiner Tragweite kaum greifbares Wesen von der Seite beäugelte. Jetzt hat fast jeder einen Internetanschluss. Zugang hat jetzt (noch) jeder. 1983 gab es 390 registrierte Anschlüsse. Vorgesehen ist, dass jeder Mensch Internet hat, zumindest in der fortgeschrittenen Welt. Dies sollte bis zum Jahre 2005 geschehen sein, sagt man. Es ist also genug Zeit gegeben, die Kontrollmechanismen des Internet zu verfeinern, um sie zum richtigen Zeitpunkt einzuführen und irgendwann gesetzlich zu verankern.

Wer hat noch keinen Zugangscode?

Zusatzstoff 2013:

Skynet im Anmarsch: Google kauft 512-Qubit-Quantencomputer, NSA-Überwachung soll an KI-Maschinen übergeben werden


 

Wie im Wahn
Verfasst im Jahre 2002/2003

Aber, aber, es gibt ja kaum noch Münzsprechtelefone hier. Aber es wird sie immer geben. Aber zumindest dort, wo noch nicht jeder ein Handy hat. Aber aber das Verschwinden des Bargeldes ist keine schlechte Idee. Aber der Preis dafür sollte aber nicht den Verkauf der Seele bedeuten. Aber 1998 gab es das erste Handy mit Bildübertragung. Aber es kommt eine Zeit, da wird es wahrscheinlich gar keine Telefonzellen mehr geben. Aber die T. hat ihre neuen Modelle aufgestellt. Aber trotz T. gibt es keine Türen mehr daran. Aber wir telefonieren endlich so gut wie im Freien. Aber jede Telefonzelle hat einen Bildschirm. Aber was verbirgt sich hinter dem Bildschirm? Aber wir gehen auch immer häufiger an den Geldautomaten, statt an den Schalter. Aber bald werden wir positiv davon beeindruckt sein, wie schnell plötzlich die Geldausgabe erfolgt. Aber „Bitte haben Sie einen Moment Geduld, Geldausgabe erfolgt sofort!“, das steht dann aber auch nicht mehr auf dem blöden Display. Aber hochmoderne Geldautomaten sind viel langsamer als jeder olle Heim-PC. Aber beim Einkauf geht es schon schneller. Kundenkarte gern gesehen. Aber auch beim Tanken oder beim Arzt. Es geht aber auch wirklich schneller mit unserer Karte. Außerdem geht es ja auch nicht mehr ohne… aber, aber
meine Herren, die meisten tragen mindestens fünf solcher Karten mit sich herum, andere zehn bis fünfzehn und es erscheint immer lästiger, je mehr Karten wir mit uns tragen, obwohl sie doch eigentlich alles vereinfachen sollten.

Verfolgungswahntechnisch gesehen wäre jetzt nichts naheliegender, als ein System zu erschaffen, in dem man so wenig wie möglich Karten mit sich herumführen müsste, am besten nur eine, mit der man überall bezahlen kann. In Zeiten da man an der Tankstelle Geld abheben kann, macht das wohl Sinn. Vielleicht wird als Währung ja künftig Barrel angegeben.
Doch mittlerweile haben wir die Möglichkeit, alles auch übers Netz zu bezahlen und abzuwickeln. Wenn wir nicht hin und wieder den Drang dazu hätten, nach draußen, ins Freie zu gehen, könnten wir im Grunde alles von zu Hause aus bewältigen. Ja, dann bräuchten wir gar keine Karte mehr. Nur einen Zugangscode. Wir alle wären im Netz gefangen.

Doch so weit wird es nicht kommen, denn es ist nicht besonders weit gedacht.

Die Möglichkeiten und Gefahren des Internets sind uns sowieso schon allen bekannt und es ist kein Geheimnis mehr, daß unsere Daten nicht unbedingt sicher sind, sobald sie durch das Netz kusieren. Gefangen sind wir dadurch längst nicht. Und es wird schon nichts derartiges passieren. Nein, dieses Problem wird solange diskutiert werden, bis ein ganz anderes Ziel erreicht sein möchte. Eine Entwicklung, die sich praktisch hinter unseren Rücken zuträgt, während wir unentwegt auf den Bildschirm starren und uns im Netz austoben.

Dann, wenn wir uns nach jahrelangem Windbrettsegeln durch das Internet schwungvoll aus dem Drehstuhl erheben, um mal endlich wieder an die frische Luft zu kommen, könnte sich vor unseren Augen ein erschreckendes Bild zeigen.
Zunächst einmal fällt uns auf, daß irgendetwas an dem Gesamtbild der Stadt nicht stimmt, denn es fehlen die Briefkästen. Gut, die haben wir sowieso nicht mehr gebraucht, denn Briefe heißen jetzt Mails oder SMS. Blöd nur, daß mit dem Verschwinden der Briefe auch das rechtlich anerkannte Briefgeheimnis weggefallen ist.
Nach einigen Jahren weiterer Surferei verlangt es uns nach einem Spaziergang unvirtueller Art und wir sind beruhigt, daß da immer noch Telefonzellen stehen. Wir erinnern uns plötzlich daran, daß manche Dinge, besonders die privaten, vor allem dann Spaß gemacht haben, wenn wir sie im Freien ausüben konnten. → Zusatzstoff 2009: Außer Rauchen, das hat drinnen mehr Spaß gemacht. Auch wegen der hitzigen regierungskritischen Debatten bei verqualmten Gruppensitzungen

Hier müssen wir Gott sei Dank nicht mehr lange nach einer Telefonkarte suchen, denn auch wir haben jetzt Die Karte. Die Zeiten, als wir noch fünf bis neun Karten mit uns führten, sind längst vorbei, eine Karte reicht aus. Wir geben sie der Empfangsdame und stecken sie in den Geldautomat, geben sie dem Tankwart und irgendwann durften wir sie sogar in unseren PC stecken, um Zugang zum Internet zu bekommen.

Nach weiteren Jahren gehen wir wieder einmal hinaus, um ein wenig Geld vom Konto abzuheben, denn über das Internet geht das irgendwie nicht. Blöd nur, daß der Automat unsere Karte plötzlich nicht mehr akzeptiert. Was heißt hier akzeptiert, er könnte sie gar nicht annehmen, da hier offensichtlich irgendeiner vergessen hat, den Kartenschlitz mit einzubauen. Stattdessen werden wir gebeten den Bildschirm zärtlich zu berühren. Wieder einmal scheinen wir, trotz aller Offenheit gegenüber der fortschrittlichen Technik, etwas verpasst zu haben. Also gehen wir wieder zurück nach Hause, wie jeder vernünftige Mensch und erkundigen uns im Netz über die neue Entwicklung.

Dort sehen wir dann im Vorbeigehen einen antiken Schreibtisch zum Schnäppchenpreis. Ganz klar, den klicken wir nicht gutgläubig in den Einkaufswagen, den müssen wir uns schon real ansehen. Zum Glück gibt es hier noch einen Ansprechpartner, der uns bereitwillig diesen Schreibtisch zeigt. Er sieht uns jedoch unwillig an, als wir ihm unsere Karte hinhalten. Er hätte lieber Bargeld, damit könne er besser umgehen. Als Antikhändler …

Blöd nur, daß wir gar kein Bargeld mit uns führen, denn in der Bank fehlte ja der Angestellte hinter dem Schalter und der Geldautomat hatte keinen Schlitz mehr. Da kriegen wir bald einen ziemlichen Hals und sind drauf und dran, Die Karte zu vernichten, doch ein Freund warnt uns davor; sie zu vernichten würde bedeuten, unsere Identität herzugeben und gleichzeitig unseren Zugang zur Gesellschaft zu versperren, denn schließlich gibt es ja noch die Krankenkassen und die Versicherungen, die diese Karte zur Datenerfassung in jedem Fall benötigen. Ja, antworten wir, aber was bringt mir das, wenn ich damit nicht mehr überall kaufen kann? Ich hatte doch bisher Zugang zu allem mit dieser einen Karte, das war doch der Sinn der Sache.

Der Freund antwortet, siehst du, das hast du davon, daß du so altmodisch bist, die neuesten Entwicklungen ziehen an dir vorüber. Wie meinst du das?, fragen wir und kommen uns mal wieder ziemlich blöd vor. Der Freund erklärt, aus Angst diese immens wichtige Karte zu verlieren, habe auch er auf den Rat eines guten Freundes gehört und sich zu einem kleinen harmlosen operativen Eingriff bereit erklärt. Du wirst sehen, sagt er, es ist anfangs etwas ungewohnt, wenn man zum Beispiel im Freien telefonieren möchte und das Datensichtgerät, durch bloße Berührung mit deinem Finger, dich mit vollständigem Namen anspricht und die von dir gewünschte Nummer auf dem Bildschirm anzeigt, die du dann, ebenfalls durch bloße Berührung, anwählen kannst.
Wie das? fragen wir.
Nun, er überträgt dein gespeichertes Telefonverzeichnis sichtbar auf den Bildschirm und du brauchst nur mit dem Finger den Gesprächspartner deiner Wahl zu berühren.
Du meinst, ich brauche nur meinen Finger in den Automaten zu halten und er liest die erforderlichen Daten davon ab?
Ja, funktioniert überall. Du kannst deinen begehbaren Datenschrank an jeder Stelle öffnen und wieder schließen.
Aber wie soll das gehen? Ich kann den Chip doch nicht jedes Mal entfernen lassen, wenn manche der Daten erneuert werden müssen.
Keine Angst. An diesem Problem wird bereits geforscht.
Das heißt auf deutsch, ich brauche nicht mehr allein zu Hause vor dem Bildschirm hocken, sondern kann damit wieder draußen alles Notwendige erledigen?
Ja, Mensch, natürlich, wir müssen doch auch mal vor die Tür kommen, sagte er und tippte gewitzt mit dem Zeigefinger gegen seine Stirn: Versuchs doch auch mal mit dem Chip.


Steppenwolf im Netz

Aus dem “Steppenwolf” von Herrmann Hesse, 1927:

(Hervorhebungen von mir selbst gemacht)

“Ich sagte ihr, die Allgegenwart aller Kräfte und Taten sei den alten Indern sehr wohl bekannt gewesen und die Technik habe lediglich ein kleines Stück dieser Tatsache dadurch ins allgemeine Bewußtsein gebracht, daß sie dafür, nämlich für die Tonwellen, einen vorerst noch grauenhaft unvollkommenen Empfänger und Sender konstruiert habe. Die Hauptsache jener alten Erkenntnis, die Unwirklichkeit der Zeit, sei bisher von der Technik noch nicht bemerkt worden, schließlich werde aber natürlich auch sie “entdeckt” werden und den geschäftigen Ingenieuren in die Finger geraten.

Man werde, vielleicht schon sehr bald, entdecken, dass nicht nur gegenwärtige, augenblickliche Bilder und Geschehnisse uns beständig umfluten, so, wie die Musik aus Prag und Berlin jetzt in Frankfurt oder Zürich hörbar gemacht wird, sondern dass alles je Geschehene ganz ebenso registriert und vorhanden sei und dass wir wohl eines Tages, mit oder ohne Draht, mit oder ohne störende Nebengeräusche, den König Salomo und den Walther von der Vogelweide werden sprechen hören. Und dass dies alles, ebenso wie heute die Anfänge des Radios, den Menschen nur dazu dienen werde, von sich und ihrem Ziele hinwegzufliehen und sich mit einem immer dichteren Netz von Zerstreuung und nutzlosem Beschäftigtsein zu umgeben.”

Denn, so sagte schon der im Jahre 1600 von der Inquisition hingerichtete Giordano Bruno :

” … manchmal werden wir von Angriffen, die wir nicht fühlen, mit größerem Schaden getroffen und verletzt als von Angriffen, die wir fühlen. So werden auch viele Dinge, die wir sehen, und durch die Augen aufgedrängte Störungen des Gemüts nicht deutlich, und als von außen kommender Einfluß fühlbar, obwohl sie sogar tödlich wirken können, wenn sie tiefer eindringen. Ihr Inhalt wird direkt unserer inneren Spiritualität wie einem anderen Bewußtsein und Lebewesen überbracht …

… Es ist also offensichtlich eine Dummheit zu glauben, daß von den sichtbaren Eindrücken uns nur diejenigen schaden und beeinflussen können, die offenkundig in den Sinnen und in der Seele eine Störung des Gemüts auslösen. … So ist es kein Wunder, daß vieles so lange unbemerkt durch die Augen aufgenötigt wird und gefangen nimmt, bis die Seele und die Spiritualität daran zugrunde gehen, auch wenn diese Störungen nichts anderes zu sein scheinen als unbedeutende Ereignisse.”

Demnach wußte also schon Giordano Bruno, der Naturphilosoph, der im Jahre 1600 von der Inquisition zum Tode verurteilt wurde, nicht nur von der Beschaffenheit der menschlichen Spiritualität, sondern eben auch davon, wie andere Kräfte hier verstörend einwirken können. Auch wenn er seinerzeit in anderen Zusammenhängen argumentierte, benennt er doch die Einflußnahme der Haarp-Maschinerie auf das menschliche Bewußtsein, das auch aufgrund dieser Einflußnahme immer noch halb blind durch die Gegend läuft. Diese Blindheit der Menschen ist aber ebenso selbst verschuldet, wenn sie unentwegt alles andere tun, als sich mit ihrer Spiritualität, das heißt, ihrem Geist und ihrer Seele zu beschäftigen. Doch selbst jene, die es von selbst aus tun und besonders jene, die bereits unbewusst damit begonnen haben, allein, weil sie Teil des ganzen erwachenden Bewusstseins unserer Zeit sind, selbst diese werden nunmehr verstärkt von außen irritiert, ob nun durch Haarp, durch natürliche Frequenzen oder mittels anderer Signale.


Verrechnet
verfasst im Jahre 2002

Zum Glück sind nicht alle Menschen sind so blöd und machen immer alles mit. Sie wissen die Vorteile des Internets zu nutzen, bis sie die Gefahren neuer Techniken mit denselben besiegt haben werden.

Das Internet bietet einen Zugang zu sämtlichen Informationen, auch zu bisher schwer zugänglichen Entdeckungen und Erkenntnissen. Im Grunde gibt es keine Zensur und keine Möglichkeit, den Einzelnen von interessanten Informationsquellen fernzuhalten. Das hat es bisher noch nicht gegeben und öffentliche Internetcafés oder herumstehende Internet-Automaten bieten jedem die Möglichkeit, sich innerhalb von Minuten über alles informieren zu können, ohne seinen Namen hinterlassen zu müssen oder Rechenschaft darüber ablegen zu müssen, was er mit diesen Informationen beabsichtigt. Wer neue Erkenntnisse erlangen möchte oder Adressen benötigt, die ihm bei der Verwirklichung großer und kleiner Pläne helfen sollen, wird dies leichter tun können, als es bisher möglich war. Möchte er sich über politische Entwicklungen aufklären lassen, so braucht er nur im Netz nachzusehen und schon wird er gewisse Machtstrukturen durchschaut haben. Er kann politische Entscheidungen schon einsehen, noch während sie debattiert werden. Er kann vorab reagieren.

Sind die üblichen Informationsquellen über wissenschaftliche Forschungen und Entdeckungen ausgeschöpft, bietet das Internet Möglichkeiten, der Wahrheit näher zukommen, die weit über das hinausgeht, was in Zeitungen und Fernsehsendungen, ja sogar Büchern vermittelt wird, und die aktueller sind, als die durchzensierten Informationen, mit denen uns die einseitigen Nachrichtendienste tagein, tagaus versorgen möchten.

Das Internet ist also eine der wenigen künstlichen Quellen der unbegrenzten Information über Welten, mit denen mehr und mehr Menschen derzeit in Kontakt treten, um herauszufinden, welche Rolle der Mensch tatsächlich in der Welt hat. Diejenigen, die begonnen haben, zu begreifen, daß uns unser derzeitiges Weltbild niemals auf den richtigen Weg bringen würde, suchen nach Möglichkeiten, in dieser Meinung bestätigt zu werden. Sie wissen, daß wir das Weltbild nur der aktuellen Bewusstseinsebene angepasst haben. Auch suchen sie nach Jahren der Isolation nach Gleichgesinnten. Und finden sie schneller, als es bisher möglich war. Auch sie haben die Möglichkeit sich zu vernetzen. Viele erkennen dann, daß Sie weder verrückt noch allein sind.

So ist es zum Beispiel ein Phänomen unserer Gesellschaft, unerklärliche Phänomene bloß einer unbewussten, höchstens unterbewussten Wahrnehmung zuzuschreiben und sie dann als solche stehen zu lassen oder als Wahrnehmungsstörung zu verurteilen. Doch die Menschheit ist eine der wenigen Lebensformen unserer Erde, die noch nicht vom Aussterben bedroht ist (und wenn, dann haben wir es letztlich selbst zu verantworten), sondern sich in der Evolution immer weiter nach vorn bewegt hat. Zumindest der Verstand hat eine konstante aufstrebende Entwicklung durchgemacht und den Menschen in eine vollkommene Welt der Technik platziert, die im Grunde vom gleichen Verstand kaum nachvollziehbar ist. Es hat somit Menschen gegeben, die Dank ihrer Intelligenz die unglaublichsten Erfindungen gemacht haben und letztlich sogar durchsetzen konnten. Darüber hinaus konnten sie es sogar noch dermaßen vereinfachen, daß selbst Menschen ohne jegliches technisches Verständnis davon Gebrauch machen können. Auch hierfür steht das Internet. Für die Vereinigung der Individuen, die bisher keinen Plan hatten.

Mit der Erfindung des Autos war es genauso, man musste im Grunde nur wissen, wo der Tank ist, das allein reichte aus, um endlich an nie erdachte Orte zu gelangen und hier auf einer gewissen Ebene unser Bewusstsein erweitern zu können.

Doch während der Verstand in Siebenmeilenstiefeln voranschritt blieb der menschliche Geist zurück und verlor den Kontakt zu einst weit entwickelten Fähigkeiten. Er hat es sogar soweit gebracht, daß das Wort Geist einfach dem Wort Verstand gleichgesetzt wurde.

Ist der Geist doch eine abhängige menschliche Eigenschaft, die sich nicht durch Denken und Rechnen fortentwickelt, wie der Verstand, also eigenständig, sondern nur dann wachsen kann, wenn er sich seiner Sinne bedient. Bisher fütterten wir unseren Geist mit Hilfe der mehr oder weniger ausgeprägten Sinne, die mittlerweile jedem bekannt sein dürften. Jedoch benutzen wir unsere Sinne oftmals nur wie eine Gabel, um damit unsere Eindrücke in den Geist zu stopfen. Der Verstand hat die unmöglichsten technischen Erfindungen hervorgebracht, doch gerät er schon dann ins Wanken, wenn er nur den Geschmack eines Weines umschreiben soll oder ein Gefühl, das eine bestimmte Musik erzeugt. Unser Vokabular reicht nicht aus, alle Sinneseindrücke zu beschreiben.

Vielleicht muss es das auch nicht, gilt es doch, sie zu empfinden und zu genießen. Wenn sich mehrere Menschen über eine Sache einig sind, bedarf es ja auch keiner großen Worte mehr.

Der Verstand hat Dinge entwickelt und auf den Markt gebracht, die unseren nimmersatten Seelen als sich ständig wiederkehrende Appetitanreger dienen sollen. Er hat es mittlerweile soweit gebracht, daß wir mit dem geringsten Aufwand den größten Spaß haben können, es wäre sogar möglich, alle Faktoren zur kompletten Sinnesfreude auf eine CD Zusatzstoff Jahre später: CDs sind überholt, man benützt jetzt USB-Sticks zu pressen, die wir dann überall mit hinnehmen können.

Es gibt einen Satz, mit dem Altbundeskanzler Kohl seinerzeit durchaus Recht hatte, auch wenn er damals wahrscheinlich eine andere Intention unterstrich. Er sagte, das deutsche Volk sei “eine degenerierte Spaßgesellschaft”. Das ist wahr. Bei soviel Spaß allerdings erscheint es mir oft ein wenig zu schlecht gelaunt. Fortentwickelt ist es jedenfalls bis zum Cyberspace, im Grunde aber innerlich sehr verkümmert. Zumindest sind unsere Sinne doch soweit heruntergekommen, daß sie sich durch die uns umgebenden Billig-Reize zu schnell abfertigen lassen. Tatsächlich heruntergekommen ist unsere Erkenntnisfähigkeit. Die Fähigkeit, außerhalb unserer scheinbaren Wirklichkeit das Schimmern einer anderen Realität wahrnehmen zu können, ist durch das Herunterziehen einer farbenfroh flackernden Leinwand ausgebremst worden. Wenn wir dieses Aufleuchten am Rande unseres Blickfeldes bewusster auffassen würden und nicht nur als eine Störung der Gehirnfunktion benennen würden, dann würde die Leinwand mit einem Mal hochschnellen und uns wunderbar erleuchtete Orte offenbaren.

Doch wir neigen dazu, ständig abgelenkt zu sein, uns ablenken zu lassen und an dieser Stelle ersticken wir den aufkeimenden Samen eines neuen Sinnes, eines Sinnes, der sich derzeit verstärkt in uns durchzusetzen versucht.

Jedes Lebewesen hat schon immer die Sinne weiterentwickelt, die es zum Überleben benötigt. Doch da für uns das Überleben irgendwann gesichert war, haben wir wie versteinert diese Sinne beibehalten und es uns mit ihnen und einer Tüte m&m´s auf dem Sofa bequem gemacht. Und hier steckt die Gefahr. Denn in zunehmender Weise werden wir uns Phänomenen gegenüber sehen, die sich ohne uns weiterentwickelt haben und mit denen wir folglich nicht mithalten konnten, da unser Bewusstsein stagnierte und wir uns damit nicht für die nächste Runde qualifizieren konnten. Wir haben die Leinwand betreten, werden daraus hervortreten und in eine Welt zurückkehren, die uns mit einschnackenden Ketten empfangen wird. Um das zu vermeiden muss das neue Weltbild erkannt, beschrieben und akzeptiert werden, so wie der Keim eines neuen Sinnes bewässert werden muss. Bevor man sich jedoch auf ein neues Bild des Menschen und seiner Daseinsbestimmung einlassen kann, muss man von alten Vorstellungen loslassen. Der Schritt in die neue Dimension ist nunmal kein Zuckerschlecken.

Die Zahl der Menschen, die sich auf eine unumgängliche Bewusstseinsänderung einlässt, nimmt ständig zu, genauso wächst die Zahl der Menschen, die sich davor verstecken, so gut verstecken, dass sie Schwierigkeiten haben werden, sich selbst wiederzufinden. Die Menschheit wird sich wohl nicht nur in Arm und Reich spalten. Denn der lichte Samen wurde kollektiv verstreut und jetzt liegt es an dem Einzelnen, eine Befruchtung von Außen und von Innen einfach zuzulassen. Es wird gar nicht verlangt, dass wir uns spontan Kiemen wachsen lassen, weil erneut eine Sintflut bevorsteht, doch sollten wir die Möglichkeit des inneren Wachstums zulassen, denn das Wasser steigt stetig.

Das Bild einer Sintflut ist in seiner Aussage nicht ganz unpassend, denn es könnte alles andere als eine Katastrophe auf uns warten, wenn wir…

Suchen wir doch einfach nach Informationsquellen, die über Wunder und unerklärliche Phänomene berichten und halten Ausschau nach Menschen, die ähnliches wie wir erfahren.

Auch das Internet bietet dafür Möglichkeiten, zwar nicht auf direktem Wege, aber immerhin. Denn der Entwicklungsstand des Netzes ist noch lange nicht beendet – und somit noch steuerbar.

Und das beinhaltet wiederum ein weiteres, bisher noch nie da gewesenes Phänomen:

Eine hochentwickelte Form der künstlichen Intelligenz ist laut Wissenschaften als eigenständiges Lebewesen zu betrachten. Und mit einer solchen intelligenten Lebensform haben wir es ja zu tun.

Dieses Lebewesen ist aber noch jung und unerfahren und wie jedes Wesen ohne Orientierung in eine gewisse Richtung erziehbar. Irgendwann wird es sich komplett verselbständigen, doch in welche Richtung, das ist noch nicht raus, sind wir es doch, die es füttern. Geben wir ihm nur Sex, Gewalt und Negatives zu fressen, dann wird es sich ebenfalls in diese Richtung entwickeln, denn davon kann der Mensch ab einem bestimmten Punkt ja nicht mehr genug bekommen.

Daher sollte es nicht übermäßig kontrolliert werden dürfen. Tun wir das, so erziehen wir es zu einem Wesen, das uns ebenso kontrollieren wird, indem es uns bloß genau das zurück gibt, was wir ihm eingeflößt haben. Es funktioniert wie das Leben selbst. Es gibt uns zurück, was wir ihm geben. Machen wir uns davon abhängig, dann macht es uns abhängig. Was also tun, wenn der Zeitpunkt erreicht ist, wenn alle mehr oder weniger in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Internet stehen, und es dann nur noch denen zugänglich ist, die sich zu dem nächsten Schritt bereit erklärt haben?

Denn bei aller Abneigung oder Zuneigung zum Internet dürfen wir nicht vergessen, was sich hinter unseren Rücken abspielt, denn dort wird derweil das zweite Biest abgerichtet.


Riss im System
verfasst im Jahre 2002

Nie wird es einen Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher sich all seine Macht und Autorität ableiten, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt.

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Willst du ungefähr wissen, was läuft, so begib dich entweder direkt in das Nervenzentrum der Lüge, dorthin wo die großen Pläne geschmiedet werden, oder, wenn du es wirklich willst, durch die Hintertür zurück zur Wahrheit und ans Licht. Aber Vorsicht, bei den hier angeschnittenen Themen handelt es sich bloß um die Spitze des Eisberges. Oder um die Spitze eines im Erdboden versunkenen Tempels?

Zur Wahrheit mußt du wirklich wollen, denn es ist anfangs der schwierigere Weg. Einmal auf dem Weg, wird der Weg nur nach hinten immer länger und dort bleibt eine Lüge nach der anderen zurück. Nichts, von dem man glaubte, es wäre wahr, war wahr.

Während nun ein Mensch nach dem anderen auf dem Weg dieser Erkenntnis ist, und hierbei zwangsläufig bis an die Grenzbereiche stößt, an die sich noch nicht einmal die ewig hinterherhinkende Forschung und Wissenschaft gewagt hätte, hält die Elite krampfhaft an alten Weltbildern fest, da es einer Katastrophe gleichkommen würde, zugeben zu müssen, Jahrhunderte lang auf dem Holzweg gewesen zu sein.

Oder waren sie gar nicht auf dem Holzweg, wollten nur vermeiden, daß die Menschen wiederentdecken, was sie im Innern ihrer Seele tragen?

Es mussten gewisse Weltbilder aufrecht erhalten bleiben, um die Machtverhältnisse nicht durcheinander zu bringen. Doch der Putz bröckelt. Die Scheinwelt zerbröckelt, sie scheint für immer mehr Menschen keinen Sinn zu ergeben. Die Natur der Dinge beweist das. Viele Menschen verblöden, als wäre das noch die einzige Chance, bloß nicht die Wahrheit zu erfahren. Manche wenden sich ab, manche zerbrechen, manche stehen auf. Und alle klammern sich an das moderne Gerät und vorgetäuschte Sicherheiten, während die anderen sich gegenseitig umbringen müssen, um nicht zu verhungern.

Raffiniert wurde das eingefädelt. Aber es funktioniert nicht mehr.

Die Fratze ist zu dreist geworden, man hat sich überschätzt, das Gift war zu hoch dosiert, eine Gegenreaktion ist die Nebenwirkung, das Spiel war zu unfair, der Hintergrund zu leer, der Vordergrund immer lächerlicher geworden. Es gibt Wissenschaftler, die wenden sich davon ab, es gibt Journalisten, die machen das Spielchen nicht mehr mit, es gibt Politiker die kippen, es gibt Menschen, die stehen im wahren Licht. Und es gibt eine Masse, die steht bereit, den Felsen zu kippen. Das sind die eigentlichen Schläfer. Andere gibt es nicht, außer ein paar verwirrte Terroristen. Die Elite hat Angst. Angst vor der Gegenreaktion. Doch diese Angst ist nicht der Menschen Urangst, sondern eine gestreute Verunsicherung.

Es ist die auf das Volk projezierte Angst der machthabenden Eliten. Das ist der Terror, den sie fürchten.

Aber das System bricht zusammen und sämtliche Bestimmungen, Verordnungen, Gesetze und Reformen werden nicht zu unserer Sicherheit beitragen, sondern sind bloß der Kitt, der das System zusammenhalten soll.

Es gibt Menschen, die sich allein mit ihren Vermutungen glauben. Aber je mehr sie isoliert werden, je schwieriger es wird, Gruppen zu bilden, desto mehr glauben sie, verrückt zu sein, flüchten sich, statt ihrem inneren Glauben tatsächlichen Glauben zu schenken, flüchten sich in Ängste, allein dadurch, daß diese regelmäßig von außen bestätigt werden. Das geschieht nicht unbeabsichtigt. Doch es wird eine Gegenoffensive geben. Es wird rütteln im Karton. Es wird so richtig Rumsen und keiner wird verletzt werden.

Wenn sich die Ereignisse zugespitzt haben werden, und die Schiffe in die dunklen Häfen vor Anker gehen, dann werden sich die Menschen zur Meuterei vereinen.

Die Weltherrschenden werden wanken und viele mit sich reißen.

Es werden keine Bomben fallen, die Natur wird einen Aufruf starten.

Ein stilles Einvernehmen ausgegrenzt geglaubter Seelen wird zur richtigen Zeit erwachen.

Jedes dunkle Gebäude hat einen Riss.

Und ist der Riss auch noch so klein,

das Licht kommt immer durch und rein.


Man braucht nicht zu denken
verfasst im Jahre 2002

Aber siehe, der Mensch ist zum Werkzeug seiner Werkzeuge geworden!

Walden, H.D. Thoreau, um 1854

Man braucht nicht denken zu können, oder ins Baumhaus der Information, dem Internet, zu klettern, um zu erkennen, dass es nicht friedliche Zeiten sind, in denen wir leben, sondern kriegerische Zeiten, in denen nur manche friedlich leben können oder in manchen Fällen sogar sollen. Denn, da wir in einer friedlichen Demokratie leben, folgen wir gehorsamst den Entscheidungen der führenden Elite, die im Gegenzug und auf Bitten des großen Bruders einen leichten Zugang in unsere Privaträume verlangt, falls einer auf die Idee kommen sollte, das kriegerisch humanitäre Treiben in anderen Ländern einmal in Frage zu stellen.

Man braucht aber nicht zu denken, daß die hinab gelassene Hängeleiter der möglichen Erkenntnis je ein Ende haben wird, denn das Erreichen des Endes würde bedeuten, das Baumhaus zu erreichen. Das Baumhaus ist die Wahrheit, das Internet die Hängeleiter.¹ Doch der Zutritt ins Baumhaus ist nach wie vor strengstens verboten.

Ein kurzer Blick hinein würde genügen und man würde das System in seiner innersten Struktur anzweifeln. Wer dann mit einem solchen System nicht einverstanden ist, hat noch kein Problem. Wer dieses System aber öffentlich in Frage stellt und Änderungen anvisiert, auch gewaltlos, der wird früher oder später ausgewiesen oder ihm wird eine verpasst.

Wie kann es aber eigentlich sein, dass SMS und E-Mail fast gar nichts kosten? Wundert das niemanden? Oder hat noch nicht jeder ein Handy und Internetanschluss? Oder hat noch nicht jeder in der modernen Welt sein Privatleben damit verbunden?

Warum dürfen wir so dankbar sein, all die wunderbaren Kommunikationsmittel zur Verfügung zu haben und warum dürfen wir uns stets (alle Jubeljahre) über eine Weiterentwicklung dieser Geräte erfreuen? Warum wird uns der Zugang zu immer ausgeklügelteren Erfindungen nicht etwa erschwert, sondern erleichtert, was zumindest die Handhabung dieser Geräte betrifft? Sind wir privilegiert und treiben damit einvernehmend die Wirtschaft und Forschung voran? Ist dort wirklich jemand so sehr um unseren Wohlstand, um Fortschritt und um unser Privileg besorgt?

Wenn ja, wer? Die Wirtschaft, die Konzerne, die Forschung?

So lief es ab, in den Jahren: Als wir uns alle gerade mit tatkräftiger Unterstützung von Ikea ein Arbeitszimmer für unseren Heimcomputer eingerichtet hatten, kam schon der Laptop auf den Markt, und alles, was wir jetzt brauchten, war plötzlich auf ein Ledertäschchen reduziert. Doch das machte nichts, immerhin konnten wir unser Arbeitszimmer nun umgestalten, zum Beispiel in ein Heimkino. Die Massenproduktion des Laptops stellte wieder alle zufrieden, die Wirtschaft, die Hersteller und die Konsumenten, während die Forschung schon an der Weiterentwicklung dieser und anderer Geräte arbeitete. War dies bis zum Grad des Vorstellbaren geschehen, wurde bereits eine neue Variation angepriesen, kabellos zum Beispiel.

Und alle Welt rüstete wieder um. Die Trödelmärkte waren überfüllt mit Menschen, die Ihren PC-Tisch verkauften. Selbstverständlich wurde die neue Variation erst eingeführt und auf den Markt gebracht, als die alte genügend Gewinne abgeworfen hatte und das Volk mit den veralteten Modellen privaten Handel betreiben konnte. Auch der private Handel vollzieht sich ja bereits über das Internet und nicht mehr im Freien.

Und so kletterten wir die hinabgelassene Hängeleiter immer höher….

Ja, wir sind das privilegierte Volk, kaum ist etwas entwickelt, produziert und patentiert, schon dürfen wir Teil daran haben. Verständnisvoll lassen wir hier den Reichen und noch PrivileGIERteren den Vortritt, überlassen die noch besseren und schnelleren Geräte, denen, die sie brauchen, solange bis wir an der Reihe sind, während Diedaoben mit dem allerneuesten Laptop spielen dürfen, den wir für unsere Zwecke ja noch nicht zu brauchen scheinen.

Sollen wir diesen Firmen nicht unendlich dankbar sein? Und auch den Regierungen, die jeglichen Fortschritt so vernünftigt und kontrolliert einsetzen und an die Menschen weitergeben?

Ja, danke, sage ich, und nun schert euch zum Teufel! Ihr Handlanger der militärischen Wirtschaftspolitik, während wir eure Geräte kaufen und unsere geheimen Daten offen legen, selbst solche die wir mal lieber ganz schnell wieder löschen, nähren wir mit Vergnügen eure Gier – und zwar bis ihr in euren Daten erstickt, bis ihr in eure eigenen Minen tretet, dort auf euren Golfplätzen in der Karibik, bis die Leichen an eure privaten Strände gespült werden, die Opfer die Mauern Europas einreißen und die Geister aller Leidtragenden mit Fingern auf euch zeigen werden, um euch an eure unmenschlichen Taten zu erinnern!

Aber gut.

Das Internet hat sich, zum Erstaunen des Betrachters, positiv entwickelt. Man betreibt Aufklärung oder setzt zumindest den zunehmend zensierten Mainstream-Medien etwas entgegen. Denn was dort berichtet wird, ist an Unverschämtheit und Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Es gibt kaum eine Zeitung, die nicht von der Hand einzelner oder mehrerer Wirtschaftsverbände umschlossen ist. Ebenso verhält es sich mit den Fernsehsendern. Wir setzen also die Hoffnung ins Internet und in freie Bürgerbewegungen, Journalistenverbände, die sich nicht bevormunden lassen wollen. Und wir setzen die Hoffnung in den guten Geist. Derjenige, der also den Zugang zum Internet erschweren oder für manche Bürger einschränken möchte, dieser ist der eigentliche Feind. Derjenige der sich als eigentlicher Feind erweist, ist derjenige mit der größten Angst.

Neben Spekulationen kann man sich aber auch den Tatsachen zuwenden. Nach einem geschickten Wahlbetrug wurde in die Tat umgesetzt, was schon Jahre zuvor geplant war. Die Besetzung des Irak und ein dadurch entstehender Terrorismus, der auch schon vorher da gewesen sein mag, aber nun für eigene Zwecke besonders geeignet war. Die Besetzung des Irak wiederum geschieht aus allerlei Gründen, über die man tatsächlich spekulieren darf. Man darf und man muss, denn der einzige Grund, der den Völkern genannt wurde, hat sich als Lüge erwiesen. Eine andere, vielleicht verständliche Erklärung, wurde nicht nachgereicht. Also darf man spekulieren oder anderen Beobachtern Glauben schenken. Es scheint sich bei den Truppen um die Vorhut zu handeln, die noch weiter in die Wüste vordringen sollen um den nächsten Teil der Erde für sich zu gewinnen oder sonst dem Erdboden gleich zu machen. Deutschland hat sich hier bitte dran zu beteiligen. Warum?

Der vorher konstruierte und nachher angereicherte „Terrorismus“ hat uns einige tolle neue Gesetze bescheert und Millionen von Kameras, die an allen Autobahnen, Bahnhöfen und großen Zufahrtsstraßen hängen. Eigentlich wurden sie aber nicht wegen Terrorismus aufgehängt, sondern wegen der LKW-Maut. Dieses System, Toll Collect, ist einzigartig in Europa und unterscheidet sich von allen anderen ähnlichen Systemen. Es ist sehr wohl der „Terrorismus-Bekämpfung“ dienlich, insbesondere durch die Verknüpfung mit Daten und Gendatenbanken. Es hat alle technischen Voraussetzungen für eine Totalüberwachung und wurde, wie vieles andere zuvor trotz Klagen der Datenschützer, trotz Verfassungswidrigkeit umgesetzt. Weil einer eine Bombe trug? Nachtrag 14 Jahre später: „Erinnert ihr euch an die Maut-Daten?“ … http://blog.fefe.de/?ts=a7c058ee

Das gesamte deutsche Volk wurde also unter Generalverdacht gestellt. Warum?

Wie oft wurde uns in den letzten Jahren gezeigt, wie einfach es ist, neue Gesetze einzuführen, unter dem Vorwand, die Sicherheit des Staates habe Vorrang? Doch die Frage, wer ist der gefährdete Staat, wurde dabei nicht gestellt. Durch wen ist dieser bedroht? Durch das eigene Volk? Warum? Und ist nicht das Volk der Staat? In einer Demokratie sollte es so sein. Ohne dass die Bürger gefragt wurden, trotz vieler Gegenrufe und Klagen wurde jedes Gesetz eingeführt, egal wie oft es bereits als verfassungswidrig abgelehnt worden war. In zweiter, dritter und endgültiger Instanz wurde es dennoch eingesetzt. Wie ist das möglich?

Gleichzeitig haben sich auch positive Veränderungen offenbart. Das Erwachen der Menschheit zeigt sich auf vielen Ebenen. Nicht zuletzt herbeigeführt durch die immer dreister werdenden Methoden der Führer, dieses Volk klein, dumm, unterwürfig und ergeben zu halten.

Von Angstzuständen, Verfolgungs- und Größenwahn gebeutelte Politiker haben es fertig gebracht, ein von eben diesen Leuten beunruhigtes Volk noch mehr zu beunruhigen, allein durch die Beschneidung ihrer Grundrechte. Es zeigt sich, dass die Herrscher und Wirtschaftsführer (im Handel mit Waffen, Aktien, Drogen, Medizin) Angst vor dem eigenen Volk haben, denn warum sonst sollte man so um seine Sicherheit bemüht sein? (Sie derart kontrollieren wollen).

So sei jedem, der mit dieser Politik nicht einverstanden ist oder nur die Zusammenhänge verstehen lernen möchte, angeraten die Bücher oder Internetberichte außerhalb des Mainstreams zu lesen. Falls es überhaupt noch erforderlich ist, denn nie war es so einfach, diese Verbrechen von selbst zu durchschauen. Unsere Politiker und die Medien werden kein kritisches Wort darüber verlieren, und die Frage ist nur, warum tun sie es nicht? Welcher Deal hält sie davon ab? Was ist in den letzten 60 Jahren in Deutschland geschehen? Warum war der Wohlstand so lange „gesichert“ und warum geht es jetzt bergab? Werden nicht mehr genügend Waffen verkauft? Ist der arabische Kuchen so teuer geworden?

Anmerkung:

¹ in rosa: Es gibt Ansichten die ich inhaltlich heute so nicht mehr in Gänze so hege; und die ich somit, statt sie zu löschen oder im Nachhinein zum eigenen Vorteil umzuformulieren, in schweinchenrosa anmale. Wenn das Baumhaus für die Wahrheit steht und das Internet als Hängeleiter gilt, die ins Baumhaus führt, so trifft der Begriff der Wahrheit hier allenfalls auf spezifische Aspekte des Lebens zu. Der Weg in die umfassende Wahrheit, was immer das sei, wird wohl ein gänzlich anderer sein und ich sage bewußt ‘wird’.


 

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Vierter Gang zum Hauptgericht

„Menü leichte Kost“

Rahmpolenta mit Basilikumcreme, Pinienkerne,
Ofentomaten & Auberginenchips, Geeistes Rotes Paprikasüppchen mit Thaicurry Cous-Cous, Rosinen & Mandeln, Spargel-Rahmsülze mit Kräutersalaten im Knusperkörbchen & Gemüsevinagrette,
Graupenrisotto Parmesan & alten Balsam, Gebackenes Törtchen von Roter Beete & Sellerie auf Brunnenkresseschaum & Honig-Chicoree

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Staatsdessen bieten wir Ihnen unsere kalte Platte

AUFGRUND ZU VIELER BELASTSTOFFE LEIDER NUR NOCH AUSWÄRTS ZU VERSPEISEN:

Destructio unius generatio alterius – zur Diktatur in 13 Schritten


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Fünfter & letzter Gang zum Hauptgericht

Gebratene Wachtelbrustpraline auf Spargel mit Trüffelvinaigrette,
Gänse-Leberparfait mit lauwarmen Feigen-Pfefferkompott & Brioche,
Glasiertes Milchkalbsbries auf Rotwein-Zwiebelmarmelade & Pinienkernschmelze, Jakobsmuscheln im Curry-Champagner-Fond & Gewürzkräcker, Heilbutt auf Kartoffel-Knoblauchpüree mit Artischocken, Lammfilet mit Zucchiniröllchen & Basilikumcreme
Geschmortes Ochsenbäckle auf feinen Nudeln & Spätburgundersoße
Gebratene Jakobsmuscheln & Gambas mit Sommertrüffelcremefraiche- Hummersüppchen & glasierte Seezungenroulade,
Sorbet vom grünem Apfel und Rosa-Pfeffer-Krustini,
Getrüffeltes Schweinebäckle mit Weinbergschneckenragout,
Murgtal- Forelle mit Apfel-Meerettichschaum,
Petersilienwurzelsüppchen mit Flusskrebsen,
Geschmorte Milchlammschulter mit Bärlauchcreme & Rahmkartoffelragout

FÜR DEN VOLKSMUND LEIDER VON DER KARTE GESTRICHEN!

Staatsdessen bieten wir Ihnen unsere Spezialität

„Ein schöner Land“

angereichert mit einigen Überraschungen
aus der heimischen Gerüchteküche

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Ein schöner Land

Ein schöner Land
(vorgeschrieben 2008/ erweitert und stilistisch aufpoliert 2009 & 2011, Ergänzung des „Eilpakets“ in 2013, alle Erweiterungen seit 2009 in grün hervorgehoben)

Souverän verfasset nach folgendem Inhalte:

1. Grundgesetzliches/ 2. Keine Linke, keine Rechte/ 3. Eilpaket/ 4. EU Vertrag stoppen, Europa vereinen/ 5. Wahlmöglichkeiten/ 6. Die Jahrhundertlüge/ 7. Überredungskunst/ 8. Mit Ihnen abgesprochen?/ 9. Personelle Fragen/ 10. Ein Blick in die ruhmreiche Geschichte/ 11. Wer sind Deutschland?!/ 12. Arbeit macht frei – Ausbruch aus der Gewissen-Haft/ 13. Endspiel/ 14. Wir sind das Volk, Friede sei mit uns/ 15. Im Falle Europas/ 16. Gesellschaft mit beschränkter Haltung/ 17. Intermezzo/ 18. Vollzeitbeschäftigung/ 19. Im Ausnahmezustand eines Fazits

(vorgeschrieben 2008, um wenige Dinge erweitert, derweil stilistisch reichlich aufpoliert in 2009 & 2011, plus Ergänzung des “Eilpakets” in 2013. Alle Erweiterungen seit 2009 wurden mit grünem Lack angestrichen)

AUFGRUND ZU VIELER BELASTSTOFFE LEIDER NUR NOCH AUSWÄRTS ZU VERSPEISEN:

Ein schöner Land


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Dessertbuffet tres formidable

Geeiste Schokoladentrüffel mit Mango-Chilieis,
Himbeerschnitte mit Quarkmousse und Pistazien,
Weißes & braunes Schokoladenmousse mit Passionsfruchtcoulis,
Kokosnusstörtchen mit Mandarinengelee,
Geeister Quittenschaum mit Cassiseis & Honighippe,
Gebratene Griesschnitte mit Zimtzucker, Weinbergpfirsich & Karamelleis,
Salat von frischen Früchten im Orangensud mit Zimt und Vanille,
Geeistes Vanillesouffle & Whiskycremebrülee,
Charentaismelonencocktail im Glas serviert mit Joghurteis

Leider von der Karte gestrichen!

Staatsdessen bieten wir Ihnen die alles entscheidende Frage:

Wollt ihr die totale Veränderung oder Rhabarberkuchen mit Sahne?

(Erste Fassung von 2008, zweite Fassung von 2009 und in der Folge zunehmend aus derselben geraten)

Erstes Zitat:

“Wenn tausend Menschen dieses Jahr keine Steuern bezahlen würden, so wäre das kein brutaler und blutiger Akt- das wäre es nur, wenn sie die Steuern zahlten und damit dem Staat erlaubten, Brutalitäten zu begehen und unschuldiges Blut zu vergießen. Das erstere ist, was wir unter einer friedlichen Revolution verstehen- soweit sie möglich ist. Wenn nun aber- wie es geschehen ist- der Steuereinnehmer oder irgendein anderer Beamter mich fragt: Was soll ich aber jetzt tun? So ist meine Antwort: Wenn du wirklich etwas tun willst, lege dein Amt nieder. Wenn einmal der Untertan den Gehorsam verweigert und der Beamte sein Amt niedergelegt hat, dann hat die Revolution ihr Ziel erreicht.” -H.D.Thoreau, Ziviler Ungehorsam gegen den Staat, 1899-

Zweites Zitat:

“…Ein Rebell ist jemand, der nicht auf die Gesellschaft reagiert, der das ganze Spiel verstanden hat und sich ihm einfach entzieht. Er ist nicht dagegen, sondern es wird einfach unwichtig für ihn. Und das ist das Schöne an der Rebellion: Sie bedeutet Freiheit. Ein Revolutionär ist nicht frei. Er kämpft ständig gegen etwas – wie könnte er da frei sein? Er reagiert ständig auf etwas – wie könnte im Reagieren Freiheit liegen? Freiheit bedeutet Verstehen. Man hat das Spiel verstanden, man sieht, dass die Seele auf diese Weise am Wachsen gehindert wird, man selbst zu sein, also entzieht man sich dem Ganzen ohne eine Narbe auf der Seele. Man vergibt und vergisst und klammert sich nicht im Namen von Liebe oder Hass an die Gesellschaft. Für den Rebellen hat sich die Gesellschaft einfach aufgelöst. Er mag weiter in der Welt leben oder er mag sich von ihr zurückziehen, doch er gehört nicht mehr dazu; er ist ein Außenseiter.” -Osho, Freiheit – der Mut du selbst zu sein-

Drittes Zitat:

“Es ist doch schön, sich nur auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Jedoch bleibt hierbei dummerweise immer die Arbeit liegen. Die überlasse ich daher meinem beauftragten Schreiber Monsieur Foutre Le Camp. Soll er sich doch die Mühe machen, ich bleibe lieber hier in meinem Waldcafe sitzen und bestelle mir noch einen Rhabarberkuchen mit Sahne” – Ihro wohlhochgeboren Vortrefflichkeit Urbald Freiherr von Oberhand –

Wir leben in einem Land,

in dem, entgegen aller Lügen-Propaganda, es nicht nur mehr Arbeitslose gibt, als vorgetäuscht wird, sondern, ebenfalls entgegen aller Propaganda, überhaupt nur noch die wenigsten Menschen einem “ordentlichen” Beruf nachgehen, den sie Zeit ihres Lebens ausüben. Sofern sie überhaupt in irgendeiner Art von Beschäftigungsverhältnis stehen, gehen die meisten Menschen ja doch nur einer Arbeit nach, die fern einer Berufung steht, für die sie sich einst als auserkoren wähnten. Selbst wenn sie kein Hartz 4 beziehen, „verdingen“ sie sich mal hier mal da und betätigen sich irgendwo als geringschätzig Befugte, äh, ich meine beschädigte Gefügsame – ach was, ich wollte sagen geringfügig Beschäftigte!

Während alljährlich ein sogenannter Wirtschaftsaufschwung propagierend hochgejubelt wird, von dem aber nur Ausbeuter, Spekulanten und Kriegsteilhaber profitieren, wird in die Bildung kaum investiert und falls sich jemand doch ab und zu damit brüstet, für Bildung gesorgt zu haben, so ist damit natürlich nur die Bildung einer Unterschicht gemeint gewesen.

Diejenigen, die hierbei einem vergleichsweise „ordentlichen bis anständigen“ Beruf nachgehen, bemerken, daß ihre Gehälter nicht steigen und immer weniger übrig bleibt. Allein von dem Gefühl, gerecht entlohnt worden zu sein, bleibt immer weniger übrig, einerlei, ob man nun der minder bis halbgebildeten Mittelschicht, der eigens zum Gefügsam förmlich zusammen gefügten und zusammengebildeten Unterschicht oder der vermeintlich hochgebildeten, eher aber ziemlich eingebildeten Oberschicht zugehört. Denn auch letztere werden sich früher oder später fragen, wie lange sie noch ihren Lebensstil der Selbstbereicherung unbeschadet werden ausleben können.

Schließlich leben wir in einem Land, in dem die Steuerzahlungen nicht zum Wohl und zum Nutzen einer freien Gesellschaft aufgewendet werden, sondern ein Großteil davon nur in das Prinzip der Angst, der Verunsicherung und der Volksverdummung investiert wird, allein damit das System der körperlichen und geistigen Ausbeutung bestehen bleibt. Dies führt letztendlich dann zum Supergau, dem auch die bürgerliche Oberschicht nicht schadlos entkommen wird, was sich symptomatisch insofern äußert, als daß nunmehr symphatischerweise der Tomatentisch der Privilegierten ins Visier genommen wird, also sozusagen der Staat die Privilegien der sogenannten Staatsdiener, d.h. der Beamten auffrißt.

Alles zusammengefasst kann diese Entwicklung eigentlich nur noch in einer Katastrophe enden. Allerdings muß schon an dieser Stelle vorausgeschickt werden, daß es keinen Grund zur Panik gibt. Noch mehr Angst ist hier Fehl am Platz. Einsicht wäre ein besseres Mittel. Die Einsicht, daß es so nicht weitergehen kann, und daß es an jedem Einzelnen liegt, dieses Land noch zu retten. Um zu dieser Einsicht zu gelangen, muß aber die Angst überwunden werden. Eine Angst, die eben4406 grundlos ist, weil sie nur der Fehlvorstellung entspringt, man diene umso mehr dem Wohle der Gesellschaft, je ergebener und fleissiger man sich seiner Arbeit hingibt. Und würde diese Arbeit wegfallen, wäre man nicht mehr am Gesellschaftsleben beteiligt, so fürchtet man – und man wäre von Hilfeleistungen abhängig und nicht mehr als Leistungsträger zu betrachten – so ist die Sorge.

Diese Sorge ist jedoch nur das Resultat eines falsch gepolten Egos und wird durch eine Mischung von Feigheit, Arroganz und Heuchelei tagein tagaus genährt. Diese Sorge ist nur eine Angst vor Veränderung.

Es stehen aber gewisse Veränderungen vor der Tür, doch die Türen mit allerlei Sicherheitsvorkehrungen abzuriegeln wird nichts bringen. Sicherheitsvorkehrungen sind nicht nur die von staatlicher Seite eingeführten Terror-Gesetze und Überwachungsmaßnahmen, sondern bei jedem Einzelnen die Absicherung seiner gesellschaftlichen Position. Dazu gehören Beruf, Versicherungen, Krankenkasse, Rentenversorgung, Haus und Grundstück, Ehe und Kinder, Sparbücher und Aktien. Der Glaube, diese Vorkehrungen hätten den positiven Nebeneffekt, eine grundlegende Sicherheit mit sich zu bringen, ist fehlerhaft. Denn man konzentriert sich damit nur auf die möglichen negativen Auswirkungen, die eine Veränderung mit sich bringen könnte. Die Veränderung unserer Zeit ist aber nicht ausschließlich nur negativ, sondern ganz im Gegenteil. Die Veränderung kann nur als Ganzes grundlegend akzeptiert werden und es muß auf ihre überwiegend positiven Wirkungen vertraut werden.

Die positiven Auswirkungen dieser Veränderung werden sich zunächst nur für die Gesamtheit zeigen – zunächst heißt: während sie langsam beginnt. Hierbei wird sie den Einzelnen zunächst sehr erschöpfen. Und es wird kein materieller Gewinn für den Einzelnen daraus hervorgehen. Zunächst nicht, später vielleicht. Es wird auch keine Sicherheit erreicht werden, denn diese gibt es nicht und hat es noch nie gegeben. Eher wird eine auf materielle Sicherheit bedachte Handlungs- und Denkweise zunehmend zum gesellschaftlichen Untergang führen.

Wenn es dann zum Untergang des künstlichen Systems (innerhalb dieses All-umfassenden Systems) kommt, dann braucht sich nicht beklagt zu werden. Immerhin wäre damit (auf dem Boden der Tatsachen) ein neuer Zustand umso schneller erreicht und wir könnten von vorn beginnen und ein Pflänzchen setzen.

Die ständige Furcht und Flucht vor einer grundlegenden Veränderung würde vermutlich in einer größeren Katastrophe enden als die Hingabe in dieselbe und man vermeidet die Hingabe aus Furcht vor eventuellen Opfern. Nun, Opfer gibt es ebenso in unserem bisherigen System und gesellschaftlichen Ordnung – es kann im Grunde gar nicht mehr schlimmer werden, was die Opferungen betrifft, während der Rest der Gesellschaft sich im Sumpf gegenseitigen Sozialverhaltens suhlt und so tut, als würde man noch nicht einmal ahnen, was hier schief läuft und was es für Möglichkeiten gibt, dies zu ändern.

Wer sich in einem weitestgehend ungerechten und menschenfeindlichen System „sozial“ verhält, ist im Grunde nur ein angepasster Feigling. Menschliches Verhalten sieht anders aus und verlangt nicht immer, sich den widrigen Umständen anzupassen. Nicht wenn diese künstlich herbeigeschafft wurden. Die widrigen Umstände sollten verändert werden, bevor sie sich durch noch viel widrigere Umstände von selbst verändern. Mit oben aufgezählten Sicherheitsvorkehrungen wird aber nichts weiter erreicht sein, als die Nährung des puren Egoismus – und der einhergehenden Duldung von Opfergaben für unser System, das von Armen, Hungernden, Betrogenen, Kranken und Toten im Innern und im Äußeren lebt. Diese Menschen brauchen Zuwendung und Hilfe, doch lebt das System leider auch davon, daß es sie überhaupt gibt. Ohne die nötigen (vielen) Opfer würde das System gar nicht bestehen können.

Doch werden die Vorkehrungen zur eigenen Absicherung mit materiellen Werten und Wertpapieren am Ende die Armen, Hungernden, Betrogenen, Kranken und Toten zum Leben erwecken und diese werden an die Fenster der Abgesicherten “klopfen” – und dann ist die Veränderung perfekt.

So radikal muß es sich natürlich nicht vollziehen. Die Zeit der totalen Umwandlung wird aber stattfinden, so oder so. Wie sich diese vollziehen wird kann man nachlesen, wenn man sich mal die Mühe machen würde – und als erstes die Mainstream-Medien beiseite legt und den Fernseher an den Nagel hängt. Und selbst diese Medien leugnen nicht, daß da etwas auf uns zukommt, sie nutzen nur das Licht der Veränderung als Blendeffekt.

Es ist eine neue Zeit und sie beginnt mit einem spirituellen Umwandlungsprozess, vielleicht ist es auch umgekehrt. Wer sein Bewußtsein und sein Herz dafür nicht öffnet, der wird es zunehmend immer schwieriger haben, Teil der neuen Werteausrichtung zu sein. Er wird es umso schwieriger haben, morgen zu erwachen, je mehr er heute auf die Sicherheiten von gestern setzt.

Diejeniegen, die ihr Sicherheitsdenken und ihre Verankerung und Verstrickung innerhalb der althergebrachten künstlichen Strukturen schon jetzt in Frage stellen – und überwinden – diese sind es, die tatsächlich für das Allgemeinwohl denken und handeln. Sie werden zur Zeit von großen Teilen der Gesellschaft noch belächelt, wenn nicht gar verachtet.

Derartige Strukturen finden sich in allen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen, wie Familie, Gesellschaft und Beruf. Wer glaubt, alle drei Bereiche blieben von der Kraft der universellen Veränderung ausgeschlossen, der irrt. Doch von der positiven Auswirkung bleiben jene ausgeschlossen, die an den alten Zwangsstrukturen festhalten und deren mit ver abreichten Werten eine ungeheure Bedeutung beimessen.

Eben jene, die glauben, sie hätten damit etwas Außerordentliches erreicht, dieses Haus, dieses Auto, diesen Beruf, diese Aktie, diese Versicherung oder diese gesellschaftliche Stellung zu haben.

Sie aber leben in der Lüge, für die manche sogar noch studiert haben. Und sie sind auch diejenigen, die sich für das Endziel einer jeglichen Lüge einsetzen: Lüge ist Manipulation, Unterdrückung und Betrug und so ist das Endziel der allgemein akzeptierten Gesellschaftslüge die Manipulation der Menschheit, die Diktatur über die Gedanken, die Unfreiheit des Geistes und der Betrug an Andere. Dem voraus ging nur der Selbstbetrug. Diese Zielmethoden führen dann zu einer Katastrophe und diese ist dann auch ziemlich notwendig. Dann gibt es zwar viele unnötige Opfer, doch wenigstens sind auch die Heuchler verschwunden und man kann wieder neu und reinen Gedankens von vorn beginnen.

Unnötige Opfer sind auch heute von der Gesellschaft geduldet, warum also nicht gleich die heuchlerische Struktur einer, ach so fleißigen und arbeitswilligen, firmentreuen, desinformierten, kommunizierenden, konsumierenden, konfirmierten und kommunierten, seelenlosen, unspirituellen und verblödenden Sicherheitsgesellschaft in Frage stellen?

Soweit also negativ gedacht. Positiv gedacht könnte man sagen: Was habe ich damit noch zu schaffen, ich bin bereits im Fluß der Veränderung und lasse mich treiben, im tiefsten Vertrauen auf meine Spiritualität, die mich und die Menschheit umgibt und wieder rundherum erneuert.

Wer das noch nicht sagen kann, der könnte damit jetzt beginnen. Hierzu wäre von Jedem aber ein wenig Unangepassheit erforderlich. Allein das wäre schon eine besondere Leistung, wenn man beobachtet, wie selbstversklavend viele Bewohner unseres Landes sich noch immer verhalten.

Woran kettet sich die Gesellschaft in ihrer Angst, Angepasstheit und Unterwürfigkeit und was verliert sie hierbei stets aus den Augen? Alleine die gläubigen Menschen sollten das doch wissen. Oder sind sie nicht mehr gläubig? Wenn nicht, dann sollten sie sich fragen, warum wohl nicht.

Vielleicht haben sich manche bereits einen Schritt nach vorn gewagt – und durch den Vorhang der Sündenkabine geblickt. Das Weltende konnten sie da nicht finden. Also warum die Angst? Warum auf Sicherheit setzen? Warum nicht Träume und Ideale aufrecht erhalten, realisieren oder wenigstens wiederbeleben? Weil sie unbewußt die Veränderung sehen? Sie fürchten sich, statt die Vorteile zu erkennen.

Vorteile, die zu erreichen wir in der Lage sind, wenn sie uns zunächst auch viel abverlangen. Die uns zumindest abverlangen, einzugestehen, daß wir bisher die Menschheit, Gott, Jesus, die Natur, das Universum und uns selbst betrogen und versklavt haben. Gott vertrauen sie nicht, wenn sie Sonntags die Kirche verlassen, sich Montags zur Arbeit quälen, über diesen Zustand und den der Welt jammern, in die schon seit mindestens 15 Jahren löchrigen Rentenkasse zahlen, während die Armen mehr als den zehnten Teil Steuern bezahlen und die Reichen weniger als den zehnten Teil, insbesondere da sie aus dem Nachteil anderer Vorteile erzielen.

Was aber der Arme oder Mittel-Arme nicht erreichen kann, ist das Verhalten der Reichen zu ändern. Er kann nur sein eigenes Verhalten ändern. Eben nicht mehr bezahlen. Und das hieße genaugenommen nicht mehr arbeiten, jedenfalls nicht solange man letztlichmehr für das zu bezahlen hat, für das man immer mehr und mehr arbeiten gehen muß.

Aus diesem Zirkel, wenigstens mit einem Bein herauszutreten, das wird zu einer wahren Selbstbestimmung und Selbstständigkeit führen, denn es entwickeln sich dann Alternativen. Werden diese Alternativen von Vielen gestützt, so wird es auch für jeden wieder Arbeit geben und die meisten werden auch gerne arbeiten wollen.

Zunächst aber muß an der Verwirklichung des neuen Zustands gearbeitet werden.

In einer Zeit, in der sich die Werte verschieben und die Grundlügen enttarnt werden, sind jene Menschen weise, die sich von althergebrachten Strukturen lossagen und das System, in dem sie leben, in Frage stellen. Und zwar im Kern, nicht nur an der einen oder anderen Stelle. Komischerweise muß man heutzutage dazu nicht einmal mehr zum Systemgegner werden. Man bekommt ja schon entweder Beklemmungen oder einen irrmäßigen Lachkrampf, wenn man sich das Treiben der Gesellschaft drei Tage lang vom Dach eines Hochhauses aus anschaut. Könnte man von dort aus die Gedanken des ganzen Mobs lesen, so könnte man sich genauso gut um den geistigen Zustand einer Möbelgarnitur gesorgt haben und das realistische Nachempfinden des totalen Irrsinns wäre nicht mehr weit entfernt.

Der selbstversklavende Irrsinn beginnt schon in den kleineren Netzen und Strukturen des Alltagslebens und in den darin täglich umkämpften Positionen und Meinungen. Hier werden Verhaltensweisen abverlangt, Erwartungen gesät und Bedingungen gestellt, die einem den friedsamen Geist bald gänzlich ließe flöten gehen, würde man dem Ganzen nicht umso bälder eins Pfeiffen.

Auch wenn es überall vordergründig um die Pflege und den Genuß der Kultur, des Zusammenseins und der Freizeit geht; auch darin wird sich weitestgehend auf umverkehrte Werte, geistesbeschädigte Denkformen und krankhaft geschmiedete Regelwerke bezogen. Diesen Folge zu leisten ist jedoch überhaupt nicht mehr zeitgemäß.

Somit ist Bewußtwerdung der erste Schritt. Der zweite Schritt ist die Aussprache des bewußt Gewordenen, der dritte wäre das Handeln und Behandeln des bewußt Ausformulierten.

Wer schon heute überall ausspricht, was ihm im Herzen nicht passt, und unbequem wird, wenn er sich, seine Träume, seine tiefsten Ideale, seine Unabhängigkeit, in Gefahr sieht; wenn er nicht mehr macht, wozu er im Grunde gar keine Lust hat, vielleicht sogar offenbar grundlos seinen Job kündigt, plötzlich nicht mehr an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnimmt, die er bisher nur aus Höflichkeit angegangen ist – wer das auch nur ansatzweise (gedanklich) unternimmt, der handelt tatsächlich im Sinne der Gesellschaft. Wenn diese denn weiterhin auf die Werte der Menschlichkeit und der Freiheit beruhen soll.

Die ganze Sytemstruktur, das politische System, das Wirtschaftssystem und einhergehend sämtliche sozialen Einrichtungen und gesellschaftlichen Handlungsspielräume sind nicht mehr lange überlebensfähig. Sie sind es deswegen nicht, weil der Grundstein eine Lüge ist, von dem aus jeglicher Ausbau zum Scheitern verurteilt ist, egal wie human und “sozial” die Idee der Gesellschaftsordnung anfangs gewesen sein mochte.

Ein System, das die Bevölkerung weitestgehend zu Arbeit verpflichtet, von den Verdiensten unverhältnismäßig hohe Steuern und Abgaben zurückverlangt, diese für (noch) undurchschaubare Unternehmungen im Innern und im Ausland aufwendet und darüber hinaus die Bevölkerung überwacht und in ihren Rechten einschränkt, so ein System ist menschenfeindlich, wenn nicht gar lebensfeindlich eingestellt.

Wächst auf diesem Grund ein Staat, so ist es kein dem Gemeinwesen nützlicher Staat, und der Einzelne in der Gesellschaft handelt darin ebenso wenig im guten Sinne gemeinschaftsdienlich, wenn sich die Bevölkerung, bei allem was sie tut, zwar für das Wohl der darin benachteiligten Bevölkerungsschicht einsetzt, aber die eigene Position nicht aufgibt. Vielmehr erscheint es wie ein Staat, in dem sich das Volk hauptsächlich dafür ausbeuten läßt, daß Wenige auf Kosten Vieler reicher werden können. Die Sozialabgaben dienen nur dazu, sich das Gewissen rein zu waschen.

Natürlich kann zum Beispiel eine Krankenschwester nicht einfach ihre Arbeit niederlegen und den Dienst am Nächsten verweigern, nur weil ihre Regierung gerade Diktatur oder Volksverräter spielt. Wenn diese Regierung aber krankheitsfördernde Medikamente zuläßt, während sie alternative wunderliche Allheilmittel verbietet, so muß die Krankenschwester, oder wenigstens der Arzt, für eine Veränderung dieses Missstandes kämpfen. Auch die Industriellen und deren Angestellten sollten in Anbetracht der vielen alternativen Möglichkeiten neue Wege riskieren, statt zu glauben in Ausübung ihrer Drecksarbeit würden sie der Gesellschaft helfen. Doch das ist nicht der Fall, solange die Alternativen ignoriert und unterdrückt werden.

Je mehr die Unterdrückung geduldet wird, desto diktatorischer wird die Führung und desto geisteskranker wird die ganze Gesellschaft.

Obendrein erscheinen diejenigen, die innerhalb dessen durch ihren Fleiss den Staat „nach vorne bringen“ oder darin “Gutes” tun, diejenigen zu sein, die für das Wohl der Gesamtheit besonders hart arbeiten. Doch ein Staat, der entweder so abhängig oder so machtgeil ist, daß er sich an Kriegen im Ausland beteiligt und Waffenhandel betreibt oder kriegstreibende Machenschaften anderer (weltführender) Staaten nicht einmal anprangert, alleine so ein Staat ist nicht würdig, von einer Bevölkerung getragen zu werden, die hier und da etwas Gutes tut. Die Bevölkerung trägt diese Regierung durch ihre Arbeit; auch beim Dienst am Nächsten. Da ist sie nicht besser als das Militär, das nur Befehle ausführt. Also was bringt es? Vergiß dein Gewissen, sofern du wirklich eines hast.

Jeder der einigermßen das ist, was man als menschlich bezeichnet, würde umgehend die Arbeit niederlegen oder wenigstens keine dafür Steuern bezahlen, jedenfalls nicht so. Das eine ist jedoch verpöhnt und das andere führt zur Schwarzarbeit und ist strafbar und man fragt sich irgendwann: Wie haben die Menschen eigentlich früher gearbeitet? Da gab es doch auch Schuster, Metzger, Bäcker, Münzmacher, Schneider, Meier, Müller, Badstuber und Schweinsteiger.

Jeder ging zu jedem hin und jeder arbeitete für den anderen. Statt einer Bank und verschiedenen Ämtern stand man jedoch unter den Fittichen irgendwelcher Könige, Adeligen und Fürsten. Man war eben Untertan. Zumindest in diesem Land ist heute das anscheinend immer noch so, doch wie war es in anderen Ländern? Wie ist es dort heute? Alle klagen zwar auch dort über zu viel Arbeit und zu wenig Geld, auch über unverhältnismäßige Steuern, aber gibt es in diesen Ländern eigentlich Hartz4? Gibt es dort Arbeitszwang? Werden dort Hartz4 Empfänger zum Beispiel verpflichtet, Wahlplakate aufzuhängen, während es ihnen verboten ist, sich an einer Abwrackprämien-Ausschreibung zu beteiligen oder gar Lotto zu spielen? Müssen die auch ihre Konten offenlegen unter Androhung von Pfändung? Beim Geringverdiener? Müssen die auch ihre Wohnung verlassen, weil ein Zimmer zu groß ist? Ist es dort eigentlich Schwarzarbeit, wenn man als Bürger des Landes anderen seine beruflichen Fähigkeiten gegen Bezahlung anbietet? Schon mal jemand in Griechenland gewesen oder in Bulgarien? Gibt es dort eigentlich auch ein Ordnungsamt? Und wenn in ähnlicher Funktion, flanieren da die Ordnungshüter auch mit der Polizei händchenhaltend entlang der Bürgersteige?

Nun möglicherweise gibt es das eine oder andere dort ebenfalls, nur in anderer Ausführung. Zumindest seit ein paar Hampelmänner in Brüssel glauben, sie wüßten, was für die jeweilige Kultur genau richtig ist.

Ach ja, gibt es in irgendeinem anderen Land eigentlich auch Schulzwang, bzw. Schulgebäudeanwesenheitspflicht?

Obendrein wird noch spioniert und zensiert und kontrolliert und das Bürgerrecht bei Bedarf eingeschränkt, nie aber bei Bedarf erweitert. Hartz4-Ämter, Behörden, Kontrollbehörden, Kontrollkontrollbehörden – arbeiten dort Menschen mit gutem Gewissen? Und was ist mit den etlichen Firmen, die ihre Mitarbeiter ausbeuten und ausspionieren? Muß man sich das um jeden Preis antun lassen bei gleichzeitigem Verzicht auf Urlaubsgeld? Und was ist mit der Deutschen Bank, RWE, Siemens, Rheinmetall, Krupp, EADS usw.? Dort geht man doch arbeiten, oder? Vielleicht sogar gerne arbeiten? Nur aber Gesetz dem Fall, es wären Energiekonzerne mit einem Hang zum Umweltsünder, Industriekonzerne mit einem Hang zum Waffenschmied, Geldinstitute mit einem Hang zur Förderung des modernen Sklaventums und so weiter – wie kann man denn dort nach bestem Wissen und Gewissen noch seine Arbeit verrichten? Teilweise verzichtet man sogar auf Lohn und Urlaub? Hör ich recht? Wofür? Für was? Und warum überhaupt? Verstoßen sie nicht gegen die Verträge, die sie selbst unterschrieben haben? Oder was haben sie da wirklich unterschrieben?

Die Arbeit, die viele andere tun, mag ja ehrbar sein und mag den Nächsten dienen aber diese Arbeit an sich ist noch weit entfernt von der Arbeit an sich. Und wer kann schon dem Nächsten dienen, wenn er nicht erstmal an sich gearbeitet hat?

Kaum ein Mensch verspürt den Hang, andere unterdrücken zu wollen oder aus der Not anderer Profit zu schlagen. Doch seine Arbeit und sein Glaube an Gerechtigkeit, Menschlichkeit, und Fortschritt im natürlichen universellen Sinn ist innerhalb eines Systems eingebunden, das diese Werte nicht vertritt. Sich für diese Werte kompromisslos einzusetzen, ist kaum möglich, man muß ein Kompromis eingehen und darf das Gewissen nicht mitentscheiden lassen, möchte man eine Konfrontation mit dem System vermeiden.

Wer aber will menschlich sein und menschlich handeln und hierbei immer Kompromisse machen? Der möge sich bitte melden und sich gemeinsam mit mir in die Ecke stellen und schämen.

Wer würde der an der Haustüre klopfenden hungernden Flüchtlingsfamilie sagen: Tut mir leid, ich habe keine Zeit, ich muß arbeiten gehen, Steuern bezahlen, mein Haus ausbauen und zusehen, wie ich Sprit sparen kann, meiner Familie Ausflüge und überteuerte, ungesunde Nahrungsmittel verschaffen; muß an sechs Tagen die Woche arbeiten gehen, mich dabei filmen und aushorchen lassen, muß funktionieren, muß Werte und Wissen vermitteln, die mir der Staat von Anbeginn der Schulzeit ungefragt vorschreibt, muß für meine ärztliche Grundversorgung teuer bezahlen, auch dann, wenn ich gar nicht krank bin, muß aber, wenn ich krank bin, mich aussondieren lassen, muß mich vorsorglich durchscannen lassen, ob ich jetzt auch schon endlich irgendeinen Schaden in Folge meines sklavischen Verhaltens davongetragen habe… muß Geld in die Krankenkasse zahlen, damit sie weiter exisitieren kann, muß für meine Rente vorsorgen, die ich erst dann bekomme, wenn ich nicht mehr ausgenutzt werden kann, weil ich dann schon halb tot bin; muß Nachrichten schauen und Zeitungen lesen, die mir nur die Hälfte des Geschehens vermitteln, wenn mir überhaupt eine Einsicht ins Geschehen gegeben wird, muß muß muß, Verzeihung, aber ich habe so viele Probleme, ich kann mich nicht auch noch mit euren Problemen auseinandersetzen, außerdem seid ihr doch selber Schuld, wenn ihr die Ungerechtigkeiten in eurem Land solange zugelassen habt, bis es auf eure Kinder zurückfiel.

Wieso dient ihr auch solchen Strukturen, was dient ihr auch so einem System, macht das ihr fortkommt, ihr Kriegs- und Wirtschaftsopfer! Ihr seid ja doch nur selber schuld!

Ihr seid ja doch nur selber schuld, wenn ihr euch täglich falschen Werten, Führungen, Lehren und Prinzipien unterworfen und ergeben habt, ohne sie überhaupt geprüft zu haben…

Wir können uns nicht auch noch um euch kümmern, zumal sind wir ja selber Flüchtlinge, wir flüchten in unsere Illusionen und in unsere Arbeit.

Hierbei erscheint uns der Staat zunehmend wie eine große Firma, die ihre Mitarbeiter ausbeutet und eine Hirarchie aufbaut, von der nur die Wenigsten profitieren. Kein normaler Mensch würde freiwillig für so eine Firma noch arbeiten gehen, wenn er obendrein unterbezahlt ist, solange er nicht dazu gezwungen wird. Er würde sich eine Alternative suchen. Doch sollen wir alle auswandern? Oder sollen wir weniger an das Geld denken, als an die Zeit,  Lebenszeit, getragen von Gesundheit und Energie, freier Energie, natürliche Gesundheit; sollen wir nicht Alternativen suchen? Ansonsten wäre man doch dumm. Ansonsten bleibt alles so wie es ist, bis es auseinanderbricht.

Nur die, die da Angst und Sorge haben, daß ihnen ihre materiellen Werte verloren gehen könnten, und sich von ihren haltlosen angstbasierten Glaubensinhalten, indoktrinierten Überzeugungen, von den Mainstreammedien manipulierten Meinungen und fortwährend ichbezogenen Wertmaßstäben leiten lassen, nur die sorgen dafür, daß alles so weiterläuft wie bisher, schlimmer wird – und irgendwann zusammenbricht, ohne daß es dann noch eine Alternative gibt. Haben sie außerdem Kinder, so sind sie meines Verachtens nicht als Eltern, sondern als verantwortungslose halbseitig unmenschliche Wesen zu bezeichnen. Ein edles Pack im Mittelklassewagen, das die Welt nicht braucht.

Und Mancher würde zwar gern, aber er kann nicht. Ihn hält die Angst vor Veränderung auf, die Ungewissheit, das allgemeine Kopfschütteln der Kollegen und Nachbarn, und der Schutzmantel der bisher erlangten Sicherheiten. Das hält ihn davon ab, auch nur daran zu denken, er könne sich von jeglicher Fremdbestimmung lossagen. Er hat Angst, dann nicht mehr ausreichend für seine Familie sorgen zu können, sozial geächtet zu werden oder sozial geschwächt zu sein, abhängig von anderen zu sein und abhängig vom Staat zu werden.

Dabei übersieht er ständig, daß er schon längst abhängig von anderen und von diesem Staat ist. Neuerdings sogar von Geburt an, hoch lebe die lebenslange Steueridentifikationsnummer.

Genährt wird nur diese Form der Abhängigkeit und wir flanieren in Zwangsjacken über die Einkaufsstrassen unserer Scheinwelten. Opfern Zeit und Energie im Glauben, wir handeln für das Wohl der Allgemeinheit.

Tatsächlich arbeiten wir nur daran, ein System aufrecht zu erhalten, das Sklaverei, Kriege, Folter und Ungerechtigkeiten zulässt und daran sogar verdient. Bleibt es dabei, so verdient dieses System nur Missachtung; das heißt kurz hinschauen, schnell abwenden, langsam fortschleichen und nach Alternativen Ausschau halten.

Wer das einmal versucht, und sei es nur im Kleinsten, der wird, nach anfänglichen Komplikationen, sehr bald bemerken, wieviele Gegner er zunächst und wieviele Nachfolger er bald darauf hat.

Ende

‘Wollt ihr die totale Veränderung oder Rhababerkuchen mit Sahne?’ wurde geschrieben im Jahre

“… 2008,

als der Zusammenbruch des Finanzsystems erkennbar wurde und viele Menschen arbeitslos wurden, beispielsweise in der Autozulieferungsbranche. … (in jenem Jahr) hat ein Politiker bei Bloomberg TV, in der deutschen Ausgabe, gesagt: ‘Wir müssen die Menschen beschäftigt halten.’ –  Das ist genau Ausdruck dessen. Der, der beschäftigt ist, dem fehlt schlicht und einfach die Energie, an diesen anderen Stellen kritisch sich auseinanderzusetzen. Derjenige, der den ganzen Tag schwer arbeitet, nach Hause kommt, möchte einfach mal seine Ruhe haben, möchte den Fernseher anmachen, möchte nicht Probleme hören; und das ist etwas sehr Nützliches für den Erhalt der Matrix. Aber jetzt kommt ein Aspekt hinzu, der dich ganz unabhängig deiner eigenen Wünsche, ‘ich möchte nichts hören’, konfrontiert, der dich, unabhängig von deinen Wünschen, auch nicht mehr an den Dingen vorbeigehen lassen kann und der eben auch Erschöpfung nutzbringend zu dir bringt, die dich dann daran hindert, einfach weiterzumachen. Das ist ganz entscheidend; und so entsteht das, was wir jetzt beobachten können. Nichts kann das System mehr beunruhigen, als den Nichtaktiven, den nicht ständig in Bewegung seienden. (und/oder: Nichts kann das System mehr beunruhigen, als der nicht Aktive, der nicht ständig in Bewegung Seiende, Anm. d. Autors)” Alexander Wagand, aus einem Gespräch mit Jo Conrad im Oktober 2013 –

ENDE

Hast du Luftschlösser gebaut, so braucht deine Arbeit nicht verloren zu sein.
Jetzt lege den Grund darunter.
Walden, H.D. Thoreau 1854

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Im Anhang

Ein Zitatensalat mit Rosinen zum Herauspicken

Zitate von H.D. Thoreau
aus dem Buch: Walden, 1854

Kein Zweifel, ein anderer kann für mich denken, es ist aber deswegen noch nicht wünschenswert,
daß er es tut und mein selbständiges Denken ausgeschlossen wird.

Wir sind nicht, wo wir sind, sondern in einer falschen Lage. Durch eine Schwäche unserer Natur nehmen wir einen Umstand und versetzen uns in diesen und daher sind wir in zwei Umständen zugleich und es ist doppelt schwierig herauszukommen.

Man möchte fast sagen, daß die Propheten und Erlöser mehr die Menschen in ihrer Angst getröstet als in ihren Hoffnungen bestärkt haben.

Der Hauptaffe in Paris setzt eine Reisemütze auf, und alle Affen in Amerika tun das gleiche.

daß ich niemals eine denkwürdige Nachricht aus einer Zeitung schöpfte, darüber bin ich ganz sicher… wenn dir das Gesetz bekannt ist, was brauchst du dich um Myriaden von Fällen und Anwendungen kümmern?

Wir sind ein verkrüppeltes Geschlecht von Zwergen, und unser geistiger Gedankenflug reicht nicht viel höher als die Spalten der Tageszeitung.

Ich bin überzeugt, daß der Mensch, dem es je einmal ein Anliegen war, seine höheren oder poetischen Anlagen auf ihrer höchsten Stufe zu halten, sehr geneigt war, sich animalischer Kost und vieler Nahrung irgendwelcher Art überhaupt zu enthalten.

Den größeren Teil von dem, was meine Mitbürger gut nennen, halte ich für innerlich schlecht, und wenn ich irgend etwas bereue, so ist es höchstwahrscheinlich meine gute Aufführung. Von was für einem Dämon war ich besessen, daß ich mich so gut benahm?

Wir beeilen uns, den atlantischen Ozean zu durchkabeln, um die alte Welt der neuen um ein paar Wochen näher zu rücken; vielleicht ist es aber das erste, was in das große amerikanische Schlappohr hineinrinnt, die Nachricht, daß Prinzessin Adelheid den Keuchhusten hat.

Ziehe einer Vogelscheuche deinen neuesten Anzug an und stelle dich ohne Anzug nebendran, wer würde da nicht zuerst die Vogelscheuche grüßen?

Aus Mangel an Mut und Vertrauen sind die Menschen dahin gelangt, wo sie jetzt sind, sie kaufen und verkaufen und verbringen ihr Leben gleich Leibeigenen.

Fügen wir dem Gericht aber ein Extragewürz bei, so wird es uns vergiften.

Indem sie ihre Augen schließen und schlummern und sich durch den Schein betrügen lassen, setzen die Menschen überall ihre tägliche Lebens- und Gewohnheitsroutine fest, die stets auf rein illusorischem Grunde aufgebaut ist.
Wer weiß, ob nicht, wenn die Menschen mit eigener Hand ihr Haus bauten und sich und die ihrigen auf einfache und ehrliche Weise mit Nahrung versorgten, die poetischen Fähigkeiten allgemein entwickelt würden, wie überall die Vögel bei dieser Beschäftigung singen.

Überflüssiger Reichtum kann nur Überflüssiges erkaufen. Die Lebensbedürfnisse kosten kein Geld … Der Luxus der einen Klasse wird aufgewogen durch die Notdurft der andern … die in Luxus und Wohlleben Schwelgenden sind es, welche die Mode angeben, der die Herde so willig folgt.

Nie wird es einen Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher sich all seine Macht und Autorität ableiten, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt.

Aber siehe, der Mensch ist zum Werkzeug seiner Werkzeuge geworden!

Tatsächlich hat der arbeitende Mensch Tag für Tag keine Muße zu einer wahren Integrität; er kann die Zeit nicht aufbringen, die menschlichsten Beziehungen zu den Menschen zu unterhalten; seine Arbeit würde auf dem Markte im Werte sinken, er hat keine Zeit etwas anderes zu sein als eine Maschine.

Hast du Luftschlösser gebaut, so braucht deine Arbeit nicht verloren zu sein. Jetzt lege den Grund darunter.

Zitate von H.D. Thoreau
aus dem Buch: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, 1849

Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts. Ein allgemeines und natürliches Ergebnis dieses ungebührlichen Respektes vor dem Gesetz sieht man zum Beispiel in einer Kolonne von Soldaten: Oberst, Hauptmann, Korporal, Gemeine, Pulverjungen und alles, wie sie in bewundernswerter Ordnung über Berg und Tal in den Krieg marschieren, wider ihren Willen, ja wider ihren gesunden Menschenverstand und ihr Gewissen- weshalb es ein recht anstrengender Marsch wird und beträchtliches Herzklopfen verursacht. Sie zweifeln nicht daran, daß es ein verdammenswertes Geschäft ist, mit dem sie sich da befassen; sie möchten alle friedlich sein. Aber was sind sie denn eigentlich? Sind sie überhaupt Männer, oder kleine bewegliche Verschanzungen und Waffenlager, und irgendeinem skrupellosen Menschen, der gerade an der Macht ist, zu Diensten?

Ich weiß: Die meisten Menschen denken anders als ich, die aber, die ihr Leben aus Berufung dem Studium dieser oder verwandter Gegenstände widmen, sind mir am fernsten. Staatsmänner und Gesetzgeber, die so völlig innerhalb ihrer Institution leben, können sie nie klar und deutlich erkennen. Sie reden von einer Gesellschaft, die in Bewegung ist, haben aber keinen Ruhepunkt außerhalb derselben. Vielleicht sind es Männer mit Erfahrung und Urteil, sie haben zweifellos geistreiche und sogar nützliche Einrichtungen erfunden, für die wir ihnen aufrichtig danken; aber all ihr Witz und ihre Brauchbarkeit bleiben innerhalb gewisser, nicht sehr ausgedehnter Grenzen. Sie vergessen gerne, daß die Welt nicht von der Politik und der Nützlichkeit regiert wird.

Alle Menschen bekennen sich zum Recht auf Revolution; das heißt zu dem Recht, der Regierung die Gefolgschaft zu verweigern und ihr zu widerstehen, wenn ihre Tyrannei oder ihre Untüchtigkeit zu groß und unerträglich wird. Aber fast alle sagen, das sei jetzt nicht der Fall.

Muß der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn dann jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde, wir sollten erst Menschen sein und danach Untertanen. Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. Nur eine einzige Verpflichtung bin ich berechtigt einzugehen, und das ist, jederzeit zu tun, was mir recht erscheint

Die Mehrzahl der Menschen dient also dem Staat mit ihren Körpern; nicht als Menschen, sondern als Maschinen… Andere, wie die meisten Gesetzgeber, Politiker, Advokaten, Pfarrer und Würdenträger, dienen dem Staat vor allem mit ihren Köpfen; doch weil sie selten moralische Urteile fällen, könnten sie- ohne es zu wollen- ebensowohl dem Teufel dienen wie Gott. Nur wenige Helden, Patrioten, Märtyrer, wirkliche Reformer und Menschen dienen dem Staat auch mit dem Gewissen, weshalb sie sich ihm oft widersetzen müssen; sie werden gewöhnlich von ihm als Feinde behandelt.

Auch wenn ich mich mit dem freisinnigsten meiner Nachbarn unterhalte, stelle ich fest: Was sie auch über die Bedeutung und den Ernst der Frage, über ihre Sorge um den öffentlichen Frieden sagen mögen- die Sache läuft doch immer darauf hinaus, daß sie auf den Schutz der bestehenden Regierung nicht verzichten wollen und sich vor den Folgen des Ungehorsams für ihr Eigentum und ihre Familie fürchten. Was mich betrifft, ich glaube nicht, daß ich mich je auf den Schutz des Staates verlassen werde. Falls ich aber diese Staatsgewalt abweise, sobald sie mir den Steuerbescheid präsentiert, dann wird mir sofort mein Eigentum genommen, und ich und meine Kinder werden endlos gequält. Da ist hart. So wird es dem Menschen unmöglich gemacht, ehrenvoll zu leben und zugleich angenehm, was die äußerlichen Dinge anbetrifft. Es lohnt sich eben nicht, Eigentum zu erwerben, es würde sehr bald wieder verloren sein. Man muß irgendwo tagelöhnern oder pachten, muß eine möglichst kleine Ernte haben und sie bald aufessen

Wenn tausend Menschen dieses Jahr keine Steuern bezahlen würden, so wäre das kein brutaler und blutiger Akt- das wäre es nur, wenn sie die Steuern zahlten und damit dem Staat erlaubten, Brutalitäten zu begehen und unschuldiges Blut zu vergießen. Das erstere ist, was wir unter einer friedlichen Revolution verstehen– soweit sie möglich ist. Wenn nun aber– wie es geschehen ist– der Steuereinnehmer oder irgendein anderer Beamter mich fragt: Was soll ich aber jetzt tun? So ist meine Antwort: Wenn du wirklich etwas tun willst, lege dein Amt nieder. Wenn einmal der Untertan den Gehorsam verweigert und der Beamte sein Amt niedergelegt hat, dann hat die Revolution ihr Ziel erreicht.

Zitate von Osho
Aus dem Buch: Freiheit, der Mut du selbst zu sein

Die Menschen verhalten sich so, wie sie konditioniert wurden, wie sie erzogen wurden, wie es von ihnen erwartet wird. Man verlässt sich nicht auf die Natur, man verlässt sich nur auf die Erziehung. Das sind die Menschen, die ich als Sklaven bezeichne.

Freiheit bedeutet nicht Chaos. Freiheit bedeutet mehr Verantwortung, daß niemand sich in dein Leben einmischen muss. daß man dich allein lassen kann, daß die Regierung sich nicht einmischen muss, daß die Polizei sich nicht einmischen muss, daß die Gesetze dich nicht berühren – daß du dich einfach außerhalb ihrer Welt befindest.

Regierungen sind nichts, womit man prahlen könnte. Sie sind eine Beleidigung. Ihre Existenz zeigt euch, daß ihr immer noch Barbaren seid, daß die Zivilisation sich noch nicht wirklich durchgesetzt hat; warum solltet ihr sonst eine Regierung brauchen, die über euch herrscht?

Das Problem ist, daß die Institutionen, die wir geschaffen haben, um die Menschheit davon abzuhalten, ins Chaos zu stürzen, inzwischen so mächtig geworden sind, daß sie euch keine Freiheit mehr geben wollen, euch zu entwickeln. Denn wenn ihr in der Lage wärt, zu wachsen, wache und bewusste Individuen zu werden, dann würden all diese Leute nicht mehr gebraucht. Sie würden ihre Arbeit verlieren, und mit ihrer Arbeit würden sie auch ihr Prestige verlieren, ihre Macht, ihre Führungsposition, ihr Priesteramt, ihr Papsttum – all das wäre weg.

Ihr möchtet, daß euer Geliebter oder eure Geliebte auch morgen noch verfügbar ist. Es war wunderschön heute und ihr macht euch Sorgen wegen morgen. Daraus ist die Institution der Ehe entstanden. Sie entstammt nur der Angst, daß euer Geliebter oder eure Geliebte euch morgen verlassen könnte – also macht ihr einen Kontrakt vor der Gesellschaft und vor dem Recht daraus.

Aus der Liebe einen Kontrakt zu machen bedeutet, daß ihr das Recht über die Liebe stellt; es bedeutet, daß ihr die kollektive Masse über eure Individualität stellt und daß ihr die Unterstützung der Justiz, der Armee, der Polizei, der Richter in Anspruch nehmt, um eure Knechtschaft vollkommen sicher und gewiss zu machen.

Wenn ich meiner Liebe vertraue, warum sollte ich dann heiraten? Allein schon die Vorstellung zu heiraten ist ein Zeichen von Misstrauen. Und etwas, das aus Misstrauen entsteht, wird eurer Liebe nicht helfen, tiefer und höher zu werden. Es wird sie zerstören. Liebt also, doch zerstört eure Liebe nicht durch etwas Künstliches – durch die Ehe oder durch irgendeine andere Art von Beziehung. Liebe ist nur authentisch, wenn sie Freiheit schenkt.

Liebe ist keine Beziehung. Zwei Menschen können sehr liebevoll miteinander sein. Je liebevoller sie sind, desto weniger besteht die Möglichkeit einer Beziehung. Je mehr Liebe zwischen ihnen ist, desto mehr Freiheit existiert zwischen ihnen. Je mehr Liebe sie füreinander hegen, desto geringer ist die Möglichkeit von Forderungen, Herrschaft, Erwartungen. Und natürlich gibt es dann auch keine Frustration.

Zitate von Giordano Bruno

Es ist also offensichtlich eine Dummheit zu glauben, daß von den sichtbaren Eindrücken uns nur diejenigen schaden und beeinflussen können, die offenkundig in den Sinnen und in der Seele eine Störung des Gemüts auslösen. … So ist es kein Wunder, daß vieles so lange unbemerkt durch die Augen aufgenötigt wird und gefangen nimmt, bis die Seele und die Spiritualität daran zugrunde gehen, auch wenn diese Störungen nichts anderes zu sein scheinen als unbedeutende Ereignisse.

Manchmal werden wir von Angriffen, die wir nicht fühlen, mit größerem Schaden getroffen und verletzt als von Angriffen, die wir fühlen. So werden auch viele Dinge, die wir sehen, und durch die Augen aufgedrängte Störungen des Gemüts nicht deutlich und als von außen kommender Einfluß fühlbar, obwohl sie sogar tödlich wirken können, wenn sie tiefer eindringen. Ihr Inhalt wird direkt unserer inneren Spiritualität wie einem anderen Bewußtsein und Lebewesen überbracht.

Es gibt nichts Unerträglicheres, als ein in hochmütiger Willkür habsüchtiges und bäurisches Herrschergeschlecht, welches die Macht besitzt, die Rechte für sich nach Gutdünken zu erfinden. Welches dann glaubt, den Himmel zu berühren, wenn es eher dabei ist, das Recht und was immer vor Tugend und Vornehmheit leuchtet, ungestraft mit Füßen zu treten.

 

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