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Es bleibt kaum mehr Zeit, dem allen gerecht zu werden. Die Welt dreht sich, die Gestirne auch, und die Zeit? Sie fällt von uns ab. Wenigstens könnte manches des Geschriebenen unvergänglich bleiben. So will der Schreiber also etwas hinterlassen, Erkenntnisse, Predigten. Oder will er gelesen werden. Wozu sonst sollte er schreiben? Darauf gibt es vielleicht noch eine Antwort; die versteht aber fast nur ein Schreiber. Man schreibt für den Geist, sofern es sich um Literatur handelt zumindest, nicht nur für den eigenen, denn es gibt nicht nur den eigenen; er ist Teil des Ganzen. Es macht wahrscheinlich noch nicht einmal den Unterschied, ob es gelesen wird oder nicht. Es ist wie mit den Gedanken. Man kann auch mit den Gedanken zerstören oder lieben. Es bleibt nicht ohne Wirkung, es ist der Beginn allen Übels oder aller Wohltätigkeit.

Einen politisch interessierten und motivierten Schreiber nötigen besondere aktuelle Anläße umgehend zur Feder zu greifen, denn das ist seine Art, mit der Welt umzugehen. Selten kommt hierbei natürlich eine Dichtung heraus. Man muß sich zudem mit dem Gedanken abfinden, dass man für ein Schreiben auf diese Weise kein Geld bekommt. Aber das ist ja auch so, wenn die Schriftstücke in der Schublade verdörren. Dichtung wiederum kann auch lange in der Schublade verweilen; sie verschafft sich den Raum selbst und findet auf andere Weise einen Weg hinaus. Ich glaube an den Geist in allem, und der entscheidet auch über rechtmäßige Verdienste.

Verdienste. Schwachsinn.

Was soll man sich schon verdienen? Geld? Geld, um sich die gesellschaftliche Position zu erkaufen, die man meint, verdient zu haben? Und wem gegenüber soll man sich beim verdienen schon untertänigst ver-dienen? Denjenigen, die das Geld drucken?

Man sagt Geld verdirbt die Freundschaft. Ich glaube das nicht unbedingt, verstehe aber was damit gemeint ist. Politik z.B. kann ebenfalls die Freundschaft verderben und bei der Politik geht es auch nur um Geld, also um Macht. Es ist also die Macht, von der Freundschaften verdorben werden. Diese Macht hat etwas mit Geld und Politik, nämlich gesellschaftlichem Ansehen, zu tun, mit den Fesseln und Illusionen unserer Gesellschaft. Das ist, was die Freundschaften gefährden kann, denn der Betrug beginnt mit der Anpassung an eine (von der) Macht besessene(n) Gesellschaft. Was interessieren mich in so einer Gesellschaft dann Verdienste?

Ich geh mir lieber die Bäume im Wald anschauen.


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