Ach! Da bin ich ja wieder. Oh und ich habe ein paar Worte mitgebracht. Ein einsames A und ein offenes O. Augen und Ohren. Alpha und Omega. Und um dieser Angelegenheit gebührenden Ausdruck verleihen zu können¹, habe ich auch gleich meine Rede-Kanzel mitgebracht. Zeit, das Wort zu verkünden. Also jedenfalls mein eigenes, ich muß doch sehr bitten!

ER aber kam nicht, um eine Botschaft zu verbreiten. ER kam auch nicht, um Seine Botschaft zu verbreiten. Wäre ER gekommen, um DIE Botschaft zu verbreiten, so wäre er wieder gegangen, sobald er Sie verstanden gewußt hätte. Oder er wäre gegangen, in der Hoffnung, dass Sie bald verstanden wird. Die Menschen hätten nur hin und wieder daran erinnert gemüßt werden. Und sei es an jedem siebten Tag.

Ich glaube daher nicht, er ist gekommen, um die Botschaft zu bingen. Eher würde er dafür eigens nochmal wiederkommen wollen, weil man ihn mittendrin unterbrochen hat, bzw. ans Kreuz hingerichtet.

Wer Öhren hat der höre. Und wer keine Öhren hat, der kann es ja nachlesen.

Er kam um zu heilen. Und den Samen der Heilung zu sähen.

Der Heilungsprozess ist ein schwieriger und langwieriger. Es gibt Rückschläge und Hoffnungslosigkeit, aber auch Fortschritte und Hoffnung, und beides hängt oft miteinander zusammen. Deswegen kam er auch nicht, um zu trösten. Tröste den Hoffnungslosen mit Hoffnung, doch tröste den Kranken mit Heilung und mit heilenden Worten. Bis er versteht und zur Erlernung selbstheilender Taten fähig wird. Das braucht ne Zeit und im Rezept steht sogar ziemlich genau, wie lange. Zirka 2000 Jahre kann es dauern. Geduld ist lange gefragt gewesen. Und wenn er dann bald endlich nochmal wiederkommt, sollte der ungeduldige Patient bereit für ihn sein. Hoffentlich läßt man ihn diesmal ausreden.

¹Formulierung im Jahr 2014 geändert, vorher stand: ‚Und weil das so ist’…