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Wir müssen nicht immer unbedingt zuviel Fleisch gegessen haben, wenn wir uns wieder einmal so träge und schwer fühlen, wie ein Sack voll Blei. Wir können unseren Körper auch mit anderen Formen der Ersatzbefriedigung beschweren, denn durch die Eingriffe der Nahrungsmittelindustrie sind auch andere Lebensmittel verwurstet worden, die den Lebewesen Beschwerden zufügen, obwohl Essen einst dazu gedacht war, unseren Körper zu stärken. Egal also, ob ein Lebewesen aus Fleisch ein anderes Lebewesen aus Fleisch aus der Nahrungskette verspeist, egal ob beim Futtern von Kartoffeln oder genmanipulierten Soja-Sprossen, es ist eine neue geistige Herangehensweise während der Nahrungsaufnahme erforderlich, um die einhergehende bewußt eingefügte Null- bis Negativinformation in den Lebensmitteln möglichst unbeschadet zu verdauen. Daher wollte ich mir nicht anmaßen, den Leser ausschließlich über die fehlgeleitete Fleischeslust zu belehren, schließlich habe ich gerade erst selbst ein halbes Hähnchen gegessen, ich Wurst. Stattdessen sollte man sich eben auch beim Verzehr von anderen Luxusgütern klar machen, daß das, was in den Produkten an zusätzlicher Information drinsteckt, auch das ist, was man den Teufel im Detail nennen könnte.

Und wenn der Teufel bereits schon im Detail steckt, dann Gnade uns Gott.

Denn diese Zusatzstoffe sind es doch, die uns Beschwerden aller Art zufügen und so muß man nicht unbedingt zuviel von etwas gegessen haben, sondern nur mal wieder das Falsche mit den falschen Zusatzstoffen zur falschen Zeit unter den falschen Umständen aus dem falschen Supermarkt falsch zubereitet. Der Geist beschwert sich dann beim Körper oder andersherum, auf jeden Fall beschwert sich der eine dann beim andern, und das geschieht solange, bis einer von beiden aufgibt oder bis beide einen faulen Kompromiss schließen. Am Ende bleibt nur eine schwere Seele zurück, denn auf sie wurde mal wieder gar nicht gehört. Sie wurde ja noch nicht einmal gefragt.

Ein Phänomen unserer Zeit ist wohl die traurige Angelegenheit, daß die Menschen krank werden und mit körperlichen Beschwerden aller Art zu schaffen haben, die oftmals auch noch viel zu früh eintreten. Die anscheinend ungefragt eintreten und dann auch noch die Tür von Innen zu machen. Warum ist das so? Warum soll es besonders im Alter so sein? Warum werden die Menschen so oft und auf so viele unterschiedliche Weise krank? Die Tiere und die Pflanzen werden schließlich nicht so oft krank – vorausgesetzt sie lebten nicht zu lange unter einem schädigenden Einfluß der Menschen. Sie leiden unter der Krankheit der Menschen. Ansonsten aber werden sie in aller Regel lediglich alt und fallen dann einfach irgendwann von selbst um.

Warum werden die Menschen also andauernd krank? Muß das so sein? War das schon immer so? Das ist doch nicht natürlich. Da kann irgendwas im System nicht stimmen.

Beschwerden aller Art, bzw. Unart, treten in allen Bereichen des Körpers auf und man weiß jetzt plötzlich, dass nicht nur Zucker für die Zähne gesundheitsschädlich ist, sondern andere überdosierte Zusatzstoffe sich gegen Leber, Nieren, Haare, Haut, Herz und andere Organe wenden, von denen wir wiederum noch nicht einmal wussten, dass wir solche Organe überhaupt in uns tragen.

Körper und Gaumen finden jedoch Gefallen an gewissen Zusatzstoffen und das wäre auch gar nicht so schlimm, schließlich soll das Essen ja auch nach irgendetwas schmecken. Doch einige der Geschmacksverstärker werden über den Gaumen mit großer Freude aufgenommen und was danach passiert geschieht unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

Der Körper gewöhnt sich schnell an diese Stoffe, und das nicht nur aus dem Grund der Gewöhnung, sondern aus Gründen, die einem Suchtverhalten gleichkommen könnten, verließe man sich auch hier auf die Langzeitwirkung. Nur kann man nicht mehr genau unterscheiden, ob das Verlangen nach Geschmack ein natürliches Verlangen ist oder ein herbeigeführtes, bei welchem es wiederum nicht um den Geschmack geht, sondern um die insgeheime Suche nach einem der Zusatzstoffe, die den geschmacksverstärkten Geschmack versprechen und die sich in einem der vorher konsumierten Produkte befanden. Danach fühlt man sich irgendwie besser, obwohl immer noch etwas zu fehlen scheint.

Was aber fehlt denn, wenn der Zusatzstoff fehlt? Natürlich fehlt auch der Genuss und das Verlangen nach schönen Dingen, was wir uns ebenfalls nicht nehmen lassen dürfen. Eins ist aber schon klar: Kein wirklich durstiger Mensch würde 5 bis 10 Minuten vor dem Kühlregal stehend verbringen, um sich am Ende für eine Dose Redbull zu entscheiden.

Zuckzuck

Zucker ist im Grunde gar nicht süß, sondern ein Stoff der andere Nahrungsmittel versüßt. Es ist wie mit der Zwiebel, die, wenn man sie lang genug dünstet, den Reis süßer werden lässt, mengte man beides mit anderem Schnick-Schnack zusammen.

Man häufe einmal einen Teelöffel mit Zucker an und verabreiche es einem Baby, wenn Menschenversuche solcher Art moralisch vertretbar wären. Das Baby wird das Gesicht verziehen, als hätte man ihm ein viertel Pfund Ahoi-Brause verabreicht.

Ist Zucker also süß oder einfach nur viel zu süß?

Zucker kann ein Suchtmittel sein und als Gesellschaftsdroge bezeichnet werden, die Verwendung von Zucker in Lebensmitteln hat sich verselbständigt und eine Suche im Supermarkt nach Produkten ohne Zucker oder Ersatzzucker verspricht kaum nennenswerte Erfolge.

Doch das Leben wird uns ständig versüßt. Und zwar besonders raffiniert.

Zum Beispiel wäre es ein interessanter Versuch, alle vorhandenen Lebensmittel aus den Küchenregalen zu nehmen und einmal sämtliche Etiketten durchzuarbeiten. Man stelle eine Liste auf, am besten alphabetisch, um den Überblick nicht zu verlieren. Also von A wie Asparteme*, über MNG, bis Z wie Zucker. Nach einer Weile wiederholen sich die Begriffe, doch immer wieder kommen neue Umschreibungen zu Tage und auch eine Liste nach Nummern kann man entwickeln. Zwischendrin kann es sein, dass man auch weitestgehend bekannte Begriffe auflisten kann, also H für Hefe, sowie S für Salz und so weiter.

Dann sollte man alle unbekannten Begriffe einmal mit rot markieren. Am Ende wird die Liste Aussehen wie Dr. Best’s Studie über Karies.

Danach kommt der schwierige Teil der Aufgabe. Alle nicht bekannten Stoffe sind hinsichtlich ihrer Herkunft, Wirkung, Nebenwirkung, Nachwirkung, chemischer, pflanzlicher, genetischer Art, eigenhändig zu erforschen. Dieses Unterfangen wird uns bald an die langweiligen Chemieunterrichtsstunden erinnern, so dass kaum einer diese Arbeit zu Ende bringen wird. Man kann sich aber sicher sein: Egal wie lange dieser Versuch dauern wird, die Lebensmittel, die uns die erforderliche Energie für dieses Unterfangen geben würden, wären bis dahin natürlich verfault. Ist das nun gut oder schlecht?

Wir können die Aufgabe auch anders gestalten. Man entferne alle Etiketten. Sind alle Produkte dann von ihren Listen der Inhaltsstoffe befreit, sollte man einmal versuchen, sie wieder zuzuordnen. Es wird nicht fehlerfrei gelingen und man kann feststellen, dass sich die Etikette des Scheiblikäses irrtümlich auf der Etikette eines Riegels aus weißer schwarzgemachter weißer Schokolade wiederfindet.

Letzter Teil der Aufgabe wäre es noch, alle Produkte hervorzuheben, die keinen raffinierten Zucker und keinen chemischen Süßstoff laut Inhaltsliste beinhalten. Nebst der Obstsorten wird da nicht viel übrig bleiben. Ist kein Zucker darin, besonders dann, wenn dieses auch noch ausdrücklich betont wird, dann handelt es sich möglicherweise um Artikel aus dem Diätenbereich und anstelle von Zucker findet man Asparteme, Sacharin, etc. Da wären wir dann wieder beim Chemieunterricht.

Wo kommt eigentlich Zucker her? Das frage nicht deinen Arzt, sondern deinen Apotheker. Der wird sich vielleicht an seinen Urgroßvater erinnern, der als Apotheker damals den Zucker noch in den Safe schloss, und nur in strengsten Dosierungen herausgab, denn man wusste bereits, Zucker ist zu behandeln wie eine Droge. Also wie eine Medizin. Dann wurde er wieder aus den Apotheken verbannt, weil festgestellt wurde, dass es sich beim Zucker doch ein wenig mehr um eine Droge handelt, als um eine Medizin. Sowie beim LSD schon exerziert.

Wohin also mit dem ertragreichen Suchtmittel? Ab in die Lebensmittel damit, Zucker wird den Verkauf von Zuckerwaren sichern, und die beste Nebenwirkung, neben der Schädigung der Volksgesundheit, ist, dass es andere reich macht und nochmal andere immer mächtiger. Nur beim Hanf ist man sich nicht so sicher, welche Wirkungen sich beim Volk sonst noch durchsetzen könnten, also lassen wir die Heilpflanzen für den Privatgarten mal unter Verschluß.

Ganz offensichtlich ist eigenständiges Denken und Handeln gefragt und das Bewußtsein, dass es der eigene Körper ist, den die Seele durch das Leben führt, also halten beide Ausschau nach all den guten Dingen, die uns Natur und Lebensmittelindustrie zu bieten haben.

Doch bei aller Bemühung, sich nicht allzu ungesund zu ernähren, ist kein Grund gegeben, völlig vertrauensvoll durch den Bioladen zu schlurfen, als sei man dort endlich ins Paradies gelangt und könne sich nun vom Rest der Gesellschaft abheben. Nein, auch dort kann man sich die angebotenen Produkte noch einmal genauer ansehen und prüfen, ob sie tatsächlich so gesund sind, wie sie es versprechen. Es ist auch besser, man sieht sich noch einmal um, sobald man das Geschäft wieder verlassen hat, wegen der Marktforschung. → Zusatzstoff 2007: Das ist nicht mehr nötig, denn da steht kein Marktforscher mehr; viele Artikel tragen dafür jetzt einen RFID-Chip

Auch sollte man sich davon abkehren, das Phänomen des Alterns immer gern mit der Vorstellung von verschiedenen Krankheitsbildern in Zusammenhang zu bringen. Wir müssen zwar alle sterben, aber wir müssen nicht alle vorher krank werden. Auch nicht im Alter. Dies ist nur der Trugschluss, der dazu führt, dem (von der Lebensmittel-Industrie abhängigen) Pharmakonzern die Existenzberechtigung zu geben.

Wir vergiften uns zustimmend per Nahrungsaufnahme, um dann solche Medizin einzunehmen, die entwickelt wurde, um die dadurch entstandenen Krankheiten zu bekämpfen oder, wie in vielen anderen Fällen, mit einer anderen Krankheit zu ersetzen, welche wiederum Folge der Nebenwirkung der zuvor eingenommenen Medizin ist, um dann den Arzt oder Apotheker zu fragen, während der Ernährungswissenschaftler keine Zeit für uns hat, da dieser für die großen Lebensmittelkonzerne arbeitet und Zusatzstoffe aller Art zulässt, für deren Nebenwirkungen offensichtlich niemand verantwortlich zu sein scheint, außer dem Verbraucher, der nach Jahren und Generationen die Verhaltensweisen eines Versuchkaninchens verinnerlicht hat.

Zuck Zuck

*Vermerk: Hat man die Wahl zwischen Zucker und Aspartam (E951), → Zusatzstoff 2011: Jetzt heißt es Nutra-Sweet sollte man sich natürlich besser für Zucker entscheiden. Allerdings hat man auch immer die Wahl, sich für nichts zu entscheiden, denn eine freie Wahl ist es nie, wenn man nur unter dem auswählen darf, was angeboten wird. Eine freie Wahl ist, wenn man die Angebote selbst erstellt. Beim Asparteme ist nun aber so: Nach jahrelanger Warnung seitens verantwortungsbewusster Forscher geriet Aspartame im Jahre 2005 unter Verdacht, krebsauslösend zu wirken. Zumindest versuchte Tiere bezeugten opferbereit Leukämie und Lymphkrebs. Es galt einst als schmerzlinderndes Arzneimittel und nebenbei entdeckte man, dass es 200 mal süßer als Zucker ist. Aber eben auch giftig. Oftmals findet sich Asparteme in Diät- und Lightprodukten. Leider ist auch zu vermerken, dass neben der gesundheitsschädigenden Wirkung dieser Zusatzstoffe, Süßstoff generell noch nicht einmal beim Abnehmen hilft. Süßstoff sorgt dafür, dass besonders viel Insulin ausgeschüttet wird, und dieses sammelt Fett an entsprechenden Stellen an. Deswegen wurden Süßstoffe auch schon immer gerne als Hilfsmittel bei der Tiermast verwendet. Von der Ernährungswissenschaft zugelassen. Und Diätkost macht also dick; es soll ja auch Minenhersteller geben, die ebenfalls Minen-entsorgungsmachinen verkaufen. Es soll ja auch Entwickler von Computerviren geben, die dann einen entsprechenden Virenkiller verkaufen. Wieso könnte es dann nicht ebenso sein, dass manche von der Gesundheitsindustrie zugelassene Mittel nicht hier und da krank machen?

Und wer sollte so etwas wollen? Und mit welchem Ziel sollte er, sie oder es so etwas wollen?


Zuckermonster – raffiniert & entzückend, ein Kapitel des Büchleins Wir sind das Phi, wurde ursprünglich im Jahr 2002 geschrieben, und bleibt auch unter dieser Jahreszahl archiviert, obschon nicht verschwiegen sein soll, daß es in 2005 teils verbessert und um einige Passagen erweitert wurde