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Bedauernswertes Volk!

Bitte treibt`s nicht zu dolle in euren menschlichen Gehirnen!

Als erstes waren die Elemente, Feuer, Wasser, Luft und Erde. Plötzlich kam die Pflanzenwelt hinzu und war auf die Elemente angewiesen. Hinzu geseelte sich die Tierwelt und war auf die Elemente, die Pflanzen und auf andere Tiere angewiesen.

Und der Mensch? Der konnte denken. Denken was er wollte.

Aber er dachte gar nicht daran, welch bedauernswertem Trugschluss er unterlegen war, durch den er sich zur größten Witzfigur ins Universum erhob.

Er glaubte, der Hase, der Igel und die Katze seien arme Geschöpfe, immer nur dann, wenn sie mal wieder im falschen Moment über die Straße gelaufen sind. Immer wieder dann, wenn sie sich platt und zerquetscht auf der Straße liegend präsen-tieren.

Und bestenfalls macht er sich Vorwürfe, mal wieder, oder ausnahmsweise, zu schnell gefahren zu sein. In solchen Momenten hat er Mitleid mit dem armen Tiere und fühlt sich schuldig an dem Tod eines friedlichen und unschuldigen Geschöpfes.

Verlogenes Volk!

Damit entmündigt er das Tier nachhaltig. Denn das Tier hat Mitleid mit dem Menschen, wahres Mitleid, es opfert sich für den Menschen, ja vielleicht, aber nicht aus dem Grund, das Opfer darzustellen. Und auch nicht unbedingt aus dem Grund, danach ein Steak sein zu dürfen. Ob nun knusprig oder blutig.

Es zeigt als Opfer nicht auf sich, sondern auf den Menschen, es erniedrigt sich selbst, ja vielleicht, aber mit aller Würde, mit der Würde, die den Menschen abhanden gekommen ist.

Es erniedrigt sich, solange, bis der Mensch verstehen wird, dass er das Tier nicht und niemals erniedrigen KANN, weil er nicht höher steht als das Tier.

Das Tier ist im Einklang mit der Natur, solange diese im Einklang mit sich selbst ist. Es ist Teil des Urinstinktes und des Urvertrauens und das ist das Einzige, was es den Menschen zu sagen hat. Es lebt im Einklang mit der Natur, dem Urinstinkt und dem Urvertrauen und den Menschen, von denen es nicht abhängig wäre, wenn der Mensch ihm nicht fortwährend aufs Fell rücken würde.

Bedauernswertes Volk!

Denn Tiere seid ihr noch nicht einmal! Sie kämen erst gar nicht auf die Idee, sich für das höher entwickelte Wesen zu halten.

Und ich? Ich stelle als Verfasser dieser Anschuldigung ebenfalls keine Ausnahme dar, aber ich werde ja wohl auch mal dick auftragen dürfen. Und a propos auftragen. Eure Schminke widert mich ebenfalls an. Hach da hast du dir aber toll die Lippen angestrichen, meine allerliebste Knuddelmaus! Und sagst, du magst Machos nicht. Warum nicht? Weil sie genauso sind wie du! Ist doch einerlei, was man herauskehrt, ohne es in sich zu haben! Du Superknuddelmaus.

Und so sehe ich mir das alles an und dann ist es mir schon fast klar. Ich lese es wie der Nachrichtensprecher die Nachrichten, er kennt sie bereits, allerdings nicht von den Nachrichten, sondern von dem, was man ihm von Oben aufgetischt hat, und dann liest er sie vor, als hätte er überhaupt nichts damit zu tun.

Also tu ich auch mal so, als hätte ich überhaupt nichts mit allem zu tun:

All die Verhaltensweisen sind mir ausnahmslos bewusst, all die Versuche, all die Reaktionen auf Erwartungen und umgekehrt. Die Bestätigungen eingestanzter Wunschhaltungen, das Vorausplanen verlockender Ereignisse, die Bemühungen, den roten Faden des Lebens zart und perfekt um den kleinen Finger zu wickeln, das Aussäen halbseidener Provokationen, mit dem gierigen Hintergedanken, die eigene Selbstsucht zu befriedigen, das Ego in Libidego, die scheinbare Selbstlosigkeit, die so sehr von Herzen kommt, mit welcher man den anderen nur erniedrigt, ihn herausfordert und doch eigentlich nur hineinlockt, in dieses unbewusste Rollenspiel festgefahrener Strukturen unter der Regieassistenz kontrollierender Instanzen, die dafür sorgen, daß die Angst vor der Isolation jedes Einzelnen am Bildschirm kleben bleibt, der im Zentrum des Lebens steht, für diejenigen, die sich davor niederlassen, nachdem sie die Urlaubsfotos aus den Jugendjahren sorgsam in ein paar Lederalben geklebt haben, die in den verklemmten Schubladen der Erinnerung liegen, in einem Wohnzimmer, in dem nur der vierteljährig erscheinende Möbelkatalog für farbenfrohe Abwechslung sorgt! Und manchmal darf es auch ein bisschen mehr sein. Manchmal kann man auch für etwas teuer bezahlen, für ein Auto, für ein teures Kleid, für einen Luxusurlaub in einer ehemaligen Kolonie, die obendrein noch nicht einmal von uns unterworfen wurde, also was bildet ihr euch denn ein? Hauptsache jetzt kann man es sich leisten, nicht umsonst, nicht umsonst hat man soviel für den Staat getan, den Steuerstaat, der so tut als sei er ein freies Land, in dem die Menschen also glauben sie seien frei, weil sie an diese Lüge glauben – ja seids ihr den Citizens, oder seids ihr Bürger? Nun dann bürget mal fleissig.

Biederes Volk!

Bürgt ihr für die Wahrheit? Nee. Die einzige Wahrheit, die ihr vernehmen werdet, wird das Echo sein, das euch aus der Kloschüssel wiefolgt in den Ohren widerklingt:

KA-WUUSCH!

Viel Spaß beim Blick in dieses Klo; ich mach mich auf und davon, ins Grüne, ins Blaue, und wenn ich irgendwann wiederkehre bringe ich einen Besen mit, um immer wieder und wieder und wieder zu kehren!