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Verfasst im Februar 2001


Der Bewußtseinszustand der Menschheit hat sich wohl seit je her verändert, doch geschah dies nicht immer stetig aufwärtsstrebend, sondern ging es auf und ab, wie bei einer Wanderung über Berg und Tal. Nach einem tiefen Sturz in gewaltige Löcher kletterte man wieder hinaus, machte eine Zeit lang Schritte mit Siebenmeilenstiefeln und fiel dann wieder in ein Loch.
Zur Zeit sitzen wir in so einem Loch, unsere Bewußtheit befindet sich auf dem absoluten Tiefstand, während die vorherrschende Meinung lautet, die Menschheit habe den höchsten Stand ihrer Entwicklung bald erreicht. Dies kann jedoch nur ein Trugschluss sein, wenn man sieht, wie viele Menschen Kriegen zu Opfer fallen, am Existenzminimum leben, hungern müssen und gefoltert werden, und dies obendrein nur, damit es ein paar wenigen Hans Würsten besser geht, als sie es wiederum verdient hätten. Wenige leben von der Energie Vieler und darauf ist das System auch ausgerichtet. Menschlichkeit, Seeligkeit, herrscht längst nicht mehr überall, weder in den armen, noch in den reichen Ländern.
Der Fortschritt hin zu einer vermeintlich hochentwickelten Kultur ist in Wahrheit ein Rückschritt, wenn er längst erreichte Werte in Grund und Boden stampft und es ist ein absoluter Tiefpunkt der Erkenntnisfähigkeit erreicht, wenn man sich für die einfachsten Dinge nicht mehr interessiert, zum Beispiel an schon längst gewesene Höchstkulturen. Sie sind ihrem Wesen nach zwar historisch gewesen, was wir aber Wesentliches von ihnen lernen könnten, wurde aus unseren Geschichtsbüchern entfernt, totgeschwiegen, verfremdet und/oder geheimgehalten.
Oder einfach vergessen. Wie man es sehen möchte. Man gedenkt nur ihrer gewaltigen oder geheimnisvollen Bauten, von welchen man merkwürdigerweise immer behauptet, es handelte sich dabei um nichts anderes, als um primitive Kult- und Opferstätten. Das ist alles. (Zusatzstoff 2019: Oder eben so: „Unterschiedliche Scherben an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten gefunden, werden dann zu einem erdumspannenden Flickenteppich ihre Mitmenschen opfernder kultischer Spinner geknüpft, der unser Bild von den Hochkulturen der Maya, Sumerer oder Khmer beeinflusst und sie zu einer Ansammlung Irrer reduziert, die einerseits Monumentalbauten errichten, andererseits die eigene Bevölkerung dem rituellen Schlachten anheimstellen.“  … → weiterlesen bei ScieneFiles, 26. Juli 2019) Das Wissen derjenigen, die solche Bauten bauten, ist hierbei völlig ausgeblendet. Ihre Schriften, geistigen und spirituellen Nachlässe und sonstigen Überlieferungen sind nur schwer zugänglich, solange sie nicht in das Weltbild unserer fortgeschrittenen Denkweise passen. Und wenn es Überlieferungen gibt, so werden sie passend gemacht, in dem man sie sozusagen in die letzten zweitausend bis höchstens fünftausend Jahre presst. Doch was über diese paar tausend Jahre hinausgeht, bleibt außen vor.
Oder es wird verklärt. Was wussten sie wirklich? Warum würde ihre Vorstellung einer Welt nicht mehr in unsere passen? Warum sollte ihr Wissen um die Mächte und Geheimnisse der Natur nicht mehr Teil unserer Lebensweise sein?
Dabei kann man doch sicher sein, daß dieses Wissen nicht verloren gegangen ist. Es gibt schließlich noch immer Urvölker unter uns. Wir haben sie bald alle aus den Urwäldern freigerodet. Ob das gut ist oder schlecht, wer weiß? Vielleicht hätten sie uns ja etwas zu sagen.
Warum aber hebt der moderne Mensch sich von den Völkern ab, die all ihre Sinne der Natur angepasst haben, und die erkannt haben, daß sie Teil davon sind. Wahrscheinlich weil der moderne Mensch nicht erkannt hat, daß er Teil davon ist.
Und doch, manch einer unter uns ist wieder nahe daran, sich an seine Ursprünge zurück zu erinnern. Er durchlebt, wenn er dafür offen ist, die Wiederkehr mancher längst vergessener Lehren und Erkenntnisse. Er erkennt die Möglichkeiten zur freiheitlichen Selbstbestimmung eingebunden im allumfassenden System, bekämpft hierbei Ängste und niedere Beweggründe, wie Gier, Größenwahn und Machtmißbrauch – Folgen eines Irrglaubens. Er befindet sich in der letzten Phase der Vergewaltigung menschlichen Bewußtseins. Hierbei fallen manche immer wieder in die Struktur des von negativen Mächten gewünschten menschlichen Fehlverhaltens und nicht selten sind es ausgerechnet jene, die gewisse Machtpositionen inne haben. Denn nur im bestmöglichen Ausleben dieser Fehlverhalten kommt man in einem solchen System nach oben.
Etwas weiter unten hält man den neuen Audi dann für eine größere Erfindung als einen Steinkreis. Dabei ist der neue Audi solange nicht auf dem Markt, bis der alte Audi vom nächsten alten Audi überholt wurde, technisch gesehen. Armer Jammerlappen. Immer möchte er das neueste Wägelchen vor der Tür stehen haben. Kein Wunder, sein Ego benötigt ja auch mindestens zwei Tonnen Schubkraft, um es durch die Strassen zu buxieren!
Gilt dies als ein gesellschaftlich anerkannter Wert, so hat der Mensch gar nichts erreicht. Mit irgendeinem Fortschritt hat dieses Verfahren wenig zu tun, außer daß derjenige sich auf seinem Lebensweg völlig verfahren hat. Er hat nichts erreicht, selbst wenn er damit in sein Forschungsinstitut fährt, wo er zwar kurz davor steht, die Weltformel zu entdecken, doch leider übersieht, daß seine Erkenntnisfähigkeit schon lange vorher zum vorzeitigen Stillstand gekommen ist.
Es ist ja auch gar nicht mal lange her, da wurde die Welt zwischenzeitlich wieder zur Scheibe gemacht, obwohl sie schon Jahrtausende zuvor als rund erkannt worden war. Die neue Erkenntnis, die Welt sei nun wieder eine Scheibe, durfte auch von wissenschaftlicher Seite nicht angezweifelt werden. An die zurückliegende Erkenntnis, die Welt könnte rund oder wenigstens ein Ei sein, konnte man sich offenbar einfach nicht erinnern. Oder ist die Erde vielleicht gar keine Kugel? Vielleicht ist sie ja doch eine Kartoffel. → Zusatzstoff 2011: Ja, sie ist eine Kartoffel
Auch kann man zum Beispiel bei den Irrfahrten des Columbus nicht von einer Entdeckung, sondern nur von einer Wiederentdeckung Amerikas sprechen. Irgendeine Küste hätte er sowieso gefunden. Mit dem königlichen Wind in den Segeln durfte er sicher sein, irgendwann mit dem Bug gegen ein Land zu stoßen, selbst wenn andere schon lange vor ihm da waren. Also lange bevor die Ausrottung der Indianer eingeleitet wurde.
Die Ausrottung dieser Urbevölkerung den Wikingern in die Schuhe zu schieben, war diesmal übrigens leider nicht möglich, denn dann hätte man ja auch verraten müssen, daß eigentlich sie Amerika entdeckt hatten. Selbst vor ihnen waren schon andere da, aber das führt nun zu weit zurück in unser Urbewußtsein.
In Bezug auf Carsten Columbus und der Besiedlung durch seine Nachfolger sollte man sich nur eines fragen: Kann man sich für die Entdeckung eines Landes nur dann feiern lassen, wenn man es plündert, erobert und anschließend friedlich besiedelt? Kann man die Siedlerzeit in den Staaten als Gründung einer Kultur benennen, wenn diese über die (rollenden) Köpfe einer anderen Bevölkerungsgruppe hinweg entschieden wurde, 2 Millionen Indianer in die ewigen Jagdgründe deportiert wurden, während die anderen den Rest ihrer Lebenszeit in Reservaten (Konzentrationslagern) zu verbringen hatten?
Ja, man kann. Am besten bevor dieses Abschlachten der Ureinwohner aus den Geschichtsbüchern Amerikas ins Bewußtsein der Menschheit eindringen sollte und indem man alles unternimmt, den Fernsehzuschauern das nachhaltige Bild von äußerst blutrünstigen Rothäuten zu propagieren. Zusatzstoff 2007: In ihrer blinden Wut und ihrem aufopfernden Kampfverhalten erinnern sie fast an die wahnsinnigen Gürtelbomber von heute.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz, sagt man noch heute propagandistisch. → Zusatzstoff 2009: diese Theorie ist nun widerlegt) Natürlich kennt er keinen Schmerz, das wäre ja auch ein Grund, ein schlechtes Gewissen zu kriegen, während John Wayne immer noch über unseren Bildschirm reitet und seinem Gaul die Sporen in den blutigen Unterleib rammt. Ob die Assassins von heute ebenfalls Mokassins tragen, das müssen wir hier jetzt nicht unbedingt klären.
Und als das Land der begrenzten Unmöglichkeiten bald weitestgehend zivilisiert war und die Arbeit überhand nahm, bediente man sich dem für solche Zwecke immer ertragreichen Afrika und versklavte ein ganzes Volk – die eine Hälfte hier, die andere dort, um sie danach ebenfalls in Ghettos zu stecken, wo viele von ihnen heute noch wohnen. Die einen hier, die anderen dort.

Da hätte man doch auch gleich die Indianer nehmen können.


→ Dr(ei)ecksverhältnisse ist ein Kapitel aus dem Büchlein Wir sind das Phi


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