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Christian Thomasius eröffnet Der studirenden Jugend zu Leipzig in einem Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle?, 1690

Ort der Zuwendung nach Aufnahme in den Findelgarten: 
Sumpfgeschicht Teil II / General Schreiber-Ordinance, 3. Cap.

Bibliographische Angaben

  • Autor: Christian Thomas (1655-1728)
  • Titel: Christian Thomasius eröffnet Der studirenden Jugend zu Leipzig in einem Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle?
  • Untertitel:
  • Seitenanzahl:
  • Erscheinungsort: Leipzig
  • Verlag/Drucker: Weidmann
  • Erscheinungsjahr: 1690
  • Fundort, Standort: Sächsische Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB Dresden)
    Signatur: SLUB Dresden, Hist.univ.B.232,misc.27
    Online-Ausgabe: http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/32306/1/
  • Titeldaten, OPAC:
  • Angaben zum Autor im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:
    http://d-nb.info/gnd/11862220X
  • Notiz, Vermerk: „hervorragender Förderer der deutschen Cultur, dem Fache nach Jurist, wurde geboren zu Leipzig am 1. Januar 1655 als Sohn des Philosophen Jakob Th. (s. u. S. 107), des Lehrers von Leibniz.“

    „Im Privatrecht führt er nicht nur den Kampf gegen die Gültigkeit des Römischen Rechts in Deutschland weiter durch, sondern gelangt auch im Gegensatze zu diesem dazu, ein vollständiges System des deutschen Privatrechts aufzuführen, welches dann in G. Beyer’s, als erstes Lehrbuch über diesen Gegenstand bekannter „Delineatio juris Germanici“ (1718) stark benutzt ist; dieses deutsche Recht ersetzt mit Vortheil das früher von Th. unbefangen aus Haß gegen das Römische Recht ins positive Recht hinübergezogene Naturrecht.“
    Quelle: Landsberg, Ernst, „Thomasius, Christian“ in: Allgemeine Deutsche Biographie 38 (1894), S. 93-102 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11862220X.html#adbcontent

Ausgewählte Zitate

Meine Herren
Es ist kein Zweiffel/ und schon von vielen angemercket worden/ das wenn unsere Vorfahren die alten Teutschen anitzo auferstehen und in Teutschland kommen solten/ ihnen im geringsten nicht düncken würde/ das sie in ihren Vaterlande und bey ihren Landsleuten wären/ sondern sie würden sich vielmehr einbilden/ das sie in einem frembden Lande bey unbekanten und gantz andern Menschen sich auf hielten; so grosse Enderungen sind/ ich will nicht sagen/ in tausend/ sondern nur in etlichen hundert Jahren darinnen fürgegangen/ unter welchen nicht die geringste ist/ das da für diesem die Frantzosen bey denen Teutschen in keine sonderliche Hochachtung kom̄en/ heut zu Tage alles bey uns Frantzösisch seyn mus.
Frantzösische Kleider/ Frantzösische speisen/ Frantzösischer Hausrath/ Frantzösische sprachen/ Frantzösische sitten/ Frantzösische sünden ja gar Frantzösische Kranckheiten sind durchgehends im schwange. Solten wir uns nun nicht billig schämen (so wir ja nichts anders bedencken wolten) das wenn unsere Vorfahren einen Blick in die ietzige Welt thun solten/ sie an statt ihres gleichen in Teutschland anzutreffen dasselbige mit teutschen Frantz-Männern besetzet finden würden/ welche von denen uralten Gebräuthen so gar abgewichen sind/ das von selbigen fast nicht das geringste mehr/ welches uns von den vorigen eine Anzeigung geben könte/ übrig blieben; ich meine ja sie würden uns als unechte Kinder und Bastardte anspeyen/ und uns eher mit unsern Frantzösischen Bärtgen für feige und weibische Memmen als ansehnliche wackere Männer achten; ich meine sie würden uns entweder einen derben und nachdrücklichen Verweis geben; oder aber uns nicht einmahl ihres Zorns würdig achtende mit einen bittern Gelächter von sich stossen.


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